Mittwoch, 17. Februar 2021

[Reiheninterview] Fedora Chronik - Reihe von Jeanette Peters

   


Reihenvorstellung 

Heute treffe ich mich mit Sofie, Gaian, Bea, Malik und ExU, um mit ihnen über ihre Reihe „Fedora“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt, um mit mir über die Reihe zu reden.
Gaian: »Wo ist Luc?«
Sofie: »Du weißt doch, er muss sich mit den Vampiren treffen. Es freut uns, hier zu sein. Auch wenn …«
ExU: »Wenn was?«
Sofie: »Nichts, schon gut.«
Gaian (flüsternd): »Die sind ätzend. Warum sind die überhaupt hier?«
Malik: »Nun, anscheinend hielt man euch alleine nicht für spannend genug. Sofie hätte so viel mehr erreichen können, so viel mehr sein können, als sie jetzt ist. Jetzt ist sie lediglich das Weibchen eines Köters.«
Bea: »Naja, meine Schwester war schon immer etwas eigensinnig. Wie lang wird das hier dauern? Ich habe wirklich wichtigeres zu erledigen.«
Malik: »Da stimme ich dir zu.«
ExU: »Ruhe! Lasst uns das einfach hinter uns bringen, damit wir wieder an die Arbeit gehen können.«
Könnt ihr uns die Reihe, bestehend aus den Teilen „Fedora: Saat des Bösen“, „Fedora: Wurzel der Dunkelheit“ und „Fedora: Keim der Hoffnung“ mit wenigen Worten vorstellen?
Sofie: »Oh man, Saat des Bösen, da werden Erinnerungen wach. Ich habe wirklich viel gelernt. Vor allem, wurde mein ganzes Weltbild durcheinandergeworfen.«
Gaian: »Du meinst, über den Haufen. Du hast uns sogar für böse gehalten, obwohl wir dich nur retten wollten.«
Sofie: »Wie hätte ich das ahnen können? Ich bin kurz vorher einem riesigen Monster begegnet und während ich vor ihm weg laufe, lande ich direkt vor der Nase eines Rudels Werwölfe. Dann habt ihr mir gezeigt, was sich hinter dem Monster verbirgt …«
Bea: »Er war nicht stark genug. Ansonsten hätte er sein können wie ich.«
Sofie: »Er wollte nicht so sein wie du. Oder irgendwer von euch. Wer würde das schon wollen. Bea, du bist nicht mehr du. Ich habe so lange nach dir gesucht und dann finde ich raus …«
Malik: »Das sie ein besseres leben führt, als in eurem kümmerlichen Dorf. Das hätte auch dein leben sein können. Aber so kurz nach Beas Verschwinden konnten wir nicht gleich wieder zuschlagen. Es gab andere Probanten. Vielversprechendere.«
Sofie: »Und das ist auch gut so! Sollten wie uns nicht lieber auf die Fragen konzentrieren?«
Gaian: »Wie kannst du nur so ruhig sein?«
Sofie (flüsternd): »Umso schneller haben wir es hinter uns. Ich fühle mich nicht wohl mit ihnen in einem Raum.«
Gaian: »Na gut. Also Wurzel der Dunkelheit war so cool. Naja, mal abgesehen von der Sorge um Sofie. Aber ich habe Vampire kennengelernt. Sogar ihre Königin. Man, die ist vielleicht angsteinflößend. Aber Sofie und sie kommen echt gut miteinander aus. Vielleicht liegt es an Sofies Genpool.«
Sofie: »Es liegt daran, dass Lenaya einen wunderbaren Charakter hat. Ich vertraue ihr und sie mir. Wir sind Freundinnen.«
Bea: »Ich fand Wurzel der Dunkelheit nicht so toll.«
Gaian grinst Bea frech an. »Wundert mich gar nicht.«
Sofie: »Ich fand die Welpen toll. Finde ich immer noch. Die sind einfach so putzig. Und was Keim der Hoffnung angeht … Es war wirklich ein auf uns ab. Wir haben viel verloren. Aber was blieb uns anderes übrig, als für unsere Welt und unsere Freiheit zu kämpfen?«
Ihr Charaktere wachst mit euren Aufgaben, entwickelt euch weiter, besteht so manche Situation. Was glaubt ihr? Fällt es der Autorin leichter euch durch einfache, lustige oder durch schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
ExU: »Mir wären mehr düstere Zeiten für die andere Seite lieber gewesen. Wir wollten jedoch vorsichtig vorgehen.«
Gaian: »Es gibt mehr als genug düstere Zeiten!«
Sofie: »Aber auch lustige. Denk mal an meine erste Übungsstunde.«
Gaian (grinsend): »Als du Luc beinahe mit dem Handflammenwerfer niedergestreckt hättest, oder als sein Schrittschutz verrutscht ist und er winselnd am Boden lag?«
Sofie (mahnend): »Sprich nicht so von deinem Bruder. Er ist immerhin der Alpha.«
Gaian: »Dann lass uns doch darüber sprechen, dass du verrückt genug gewesen bist, einen Alpha gegen die Nase zu schnippen.«
Sofie: »Hey, ich habe nur getan, was Jalina mir geraten hat. Außerdem hat es geklappt.«
Gaian: »Stimmt auch wieder.«
Bea: »Von so viel heiler Welt wird mir schlecht. Können wir mit der nächsten Frage weitermachen?«
Habt ihr Lieblingsstellen in der Reihe, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Gaian: »Der erste Morgen von Sofie bei uns. Ich habe sie erwischt, wie sie die Wandleuchten im Flur ganz verwundert angestarrt hat. Außerdem habe ich noch nie jemanden gesehen, der sich so über eine normale Dusche gefreut hat.«
Sofie: »Ich kannte das vorher ja auch nicht. Bei uns im Dorf gab es solche Dinge eben nicht.«
ExU: »Weil ihr rückständig seid.«
Gaian (wütend): »Und wessen Schuld ist das?«
Malik: »Ihre eigene. Zugegeben, gäbe es mehr Menschen wie Sofie, hätten wir ein Problem bekommen. Aber Menschen sind dumm und selten dazu in der Lage, über den Tellerrand zu schauen. Bei euch Kötern oder dem Vampirpack war das anders.«
Sofie (seufzend): Müssen wir unbedingt beleidigend werden. Schließlich habt ihr einen großen Teil dazu beigetragen, dass die Menschen sind, wie sie sind.«
ExU: »Nun, es war förderlich.«
Sofie: »Egal, belassen wir es dabei. Meine Lieblingsstelle … Hmm, das ist gar nicht so leicht. Es gab viele schöne Momente und auch viele schreckliche. Aber ich glaube, als ich festgestellt habe, wie viele wichtige Personen es in meinem Leben gibt. Ich habe gedacht, ich hätte alles verloren, aber ich habe auch viel gewonnen.«
Bea: »Wie schnulzig. Deswegen hätte es nie funktioniert, wenn du zu uns gekommen wärst. Du warst immer schon so.«
Sofie: »Du warst auch einmal so, Bea.«
Bea: »Ja, und ich war schwach. Sieh mich jetzt an.«
Sofie: »Das tue ich. Und manchmal habe ich das Gefühl, etwas von der alten Bea bei dir zu entdecken.«
Bea (entrüstet): »Nächste Frage!«
Wisst ihr wie viel echte Jeanette in den Büchern oder dem ein oder anderen Charakter steckt?
ExU: »Es heißt immer, man soll über das schreiben, was man kennt. Ich weiß jedoch, die Autorin kennt mich nicht. Niemand kennt mich, und das soll auch so sein.«
Sofie: »Ich denke, es sind meistens gewisse Situationen. Aber es gibt bestimmt auch Wesenszüge an dem ein oder anderen Charakter, die auch zur Autorin gehören. Menschen sind nun einmal vielseitig.«
Gaian: »Glaubst du, man kann etwas schrieben, ohne, dass was von einem selbst mit einfließt. Wie würde Noha das sehen?«
Sofie: »Gute Frage. Ich glaube ja, das geht gar nicht. Bei Noha war es die Inspiration, die er einfach überall gefunden hat. Er wollte der Welt etwas hinterlassen.«
Bea: »Was er auch getan hat. Aber wahrscheinlich war es nicht das, was er erwartet hat.«
Wie würdet ihr als Protagonisten die Autorin beschreiben?
Gaian: »Herzlos! Wenn ich bedenke, was wir alles verloren haben, gibt es kein besseres Wort für sie.«
Sofie: »So kann man das nicht sagen, Gaian. Sie schreibt schließlich nur die Geschichte auf, die wir ihr vorleben. Und das leben ist eben nicht immer nur leicht und nur schön. Natürlich muss sie dann auch die traurigen Momente aufschreiben.«
Gaian: »Kann schon sein. Trotzdem hätte sie etwas umsichtiger sein können. Wusstest du, dass es sogar Leser gibt, die eine Liste führen, wie viele sie bereits auf dem gewissen hat?«
Sofie: »Dabei handelt es sich jedoch nur um eine bestimmte Personengruppe.«
Gaian: »Nun, in Fedora kommen nochmal gleich zwei dazu! Das ist einfach zu viel.«
Sofie. »Was wäre denn die andere Alternative gewesen?«
Malik: »Es interessiert doch keinen, wie viele sterben. Viel wichtiger ist es, wer am Ende gewinnt.«
Gaian: »Das sagt der Richtige.«
Malik: »Auch wir mussten Opfer für unsere Sache bringen. So ist es nun einmal.«
Sofie: »Also zurück zur Frage. Ich denke, sie kann Situationen sehr gut nachempfinden und ist empathisch. Es tut ihr bestimmt leid, wenn ein geliebter Charakter stirbt. Aber wie ich schon sagte, das gehört nun einmal leider zum Leben dazu. Uns allen wäre es lieber, wenn es nicht so wäre, aber es ist, wie es ist.«
Wisst ihr, wann die Idee stand eine Reihe zu schreiben? Stand es von vornherein fest, dass es ein Mehrteiler wird, oder haben die Protagonisten ein Eigenleben entwickelt?
Gaian: »Ich weiß es. Die Geschichte entstand während sie ein Computerspiel gespielt hat.«
Sofie: »Ich verstehe den Reiz an Computerspielen immer noch nicht.«
Gaian: »Du kennst das eben nicht. Aber ich habe die Questreihe auch gespielt, nachdem sie mir davon erzählt hat. Die Situation in der Nursery hat sie gecatcht. Und dann hat sich darum herum eine Geschichte aufgebaut. Du und Bea, ihr wart zuerst da. 
Sofie: »Ich weiß. Es sollte eigentlich auch nur ein Buch werden. Aber dann gab es plötzlich so viel zu erzählen.«
ExU: »Es gab eine Umfrage, wenn ich mich recht entsinne. Bei den Lesern. Ob sie ein Buch mit gut 800 Seiten haben wollen, oder drei einzelne. Es ging auch um den Preis. Aber die meisten haben sich dann für die drei Teile entschieden. 
Malik: »Stimmt. Aber dafür gibt es inzwischen ja zumindest einen Sammelband in Ebookform.«
Bea: »Ich lese sowieso nicht. Für sowas habe ich keine Zeit.«
Wann kamen die Titel? Standen die im Vorfeld schon fest, oder entwickelten sie sich im Laufe des Schreibprozesses?
ExU: »Saat des Bösen stand von vorne herein fest. Das ist eine Ehrung für mich.«
Gaian: »Quatsch! Es ist eine Anspielung auf den Dreck, den du verteilst.«
Malik: »Die SdB ist kein Dreck, Köter. Sie ist das, was uns besser macht.«
Sofie (zischt): »Das sehe ich anders. Aber wie es auch sei, es stimmt. Saat des Bösen war von Anfang an als Titel geplant. Die anderen beiden Teile wurden dann an den ersten angepasst und entstanden während dem Schreibprozess.
Wer ist denn der Coverdesigner?
Sofie: »Die Autorin. Es gehört zu ihrem Prozess, als sie sich für das Selfpublishing entschieden hat. Sie wollte sich selbst weiter entwickeln. Dazu gehören auch Dinge wie Coverdesign und Buchsatz.«
Gaian: »Stimmt. Und mit jedem Cover lernt sie dazu und wird besser.«
Seid ihr mit den Covern zu 100% zufrieden, oder würdet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Sofie: »Mir wäre lieber, sie hätte mich nicht mit auf das Cover gepackt. Aber da ich nun einmal die Protagonistin des ganzen bin, kann ich es verstehen. Zudem muss ich zugeben, dass man meine Entwicklung mit den fortlaufenden Covern gut erkennen kann.«
Bea: »Mir sind die Cover zu freundlich. Waren sie schon von Beginn an. Aber auf mich hört hier ja keiner.«
Malik: »Bea, wie oft muss ich dir noch sagen, es ist besser, wenn wir uns im Hintergrund halten. Wir haben durch die ganze Sache ohnehin schon viel zu viel Aufmerksamkeit erlangt.«
Gaian: »Ich mag die Cover. Besonders das zweite, weil Sofie da so schön böse aussieht.«
Zum Abschluss würden mich noch eure Lieblingszitate aus den Büchern interessieren.
Sofie: »Die Welt, in der du aufgewachsen bist, ist nicht die Welt, in der du in Wirklichkeit lebst, Sofie. Das hat Luc zu mir gesagt, und damit hat sich für mich alles verändert.«
Gaian: »Ich habe nur Lieblingssituationen. Zitate sind nicht so mein Ding. Aber das, was Luc damals zu dir gesagt hat, finde ich auch gut.«
ExU: »Ich wiederhole mich ungern. Alles, was ich sage, hat einen Grund. Es gibt jedoch jemanden, der mich überrascht hat. Orpuk, der Ghoul.«
Sofie: »Was hat er gesagt, das dich überrascht hat?«
ExU: Vierzehn Namen für die Finsternis, wenn sie wandelt auf Erden. Tasuna, Kangit, Primedus, Duhu, Pogisa, Dochadas, Kan, Anbada, Limpa, Morker, Laam, Nati, Tarr, Asal. Vierzehn mal Unglück und Leid für jedes Lebewesen auf der Welt. Ich hätte nie gedacht, dass die Gouls so viel über mich wissen. Dass es überhaupt jemanden gibt, der derart viel über mich wissen könnte.«
Danke für das Gespräch.
Gaian: »Gerne. Es war echt cool, hier zu sein.«
Sofie: »Es hat wirklich Spaß gemacht. Und es war gar nicht so unangenehm wie erwartet. Ich hatte wirklich Sorge, dass es eskalieren könnte.«
ExU: »Wir haben versprochen, unsere … Differenzen bei diesem Interview beiseite zu lassen. Sobald jeder in sein Gebiet zurückgekehrt ist, ist es damit vorbei.«
Malik: »Ich kann es kaum erwarten.«
Bea: »Sind wir fertig? Ich habe versprochen noch einige Dinge zu erledigen. Aber ich muss zustimmen. Es war ein netter Zeitvertreib.«

Montag, 8. Februar 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Animalis - die Legende des ersten Drachen von Nicole Knoblauch

  



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Robin und Pamina aus „Animalis – die Legende des ersten Drachen“ und deren Autorin Nicole Knoblauch.

Claudia: Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig interviewen?
Robin: Wir können es versuchen.
Pamina: Schaffen wir unser Buch in möglichst wenig Sätzen zu beschreiben, ohne dass wir den Klappentext ablesen?
Von jetzt auf gleich musste ich mich mit einer neuen Realität abfinden. Einer Realität, die so anders war, dass ich es nicht glauben wollte. Doch Robin und unsere besondere Verbindung zueinander haben dafür gesorgt, dass ich mich schnell arrangiert habe und dann … ja, dann mussten wir die Welt retten.

Robin: Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Nicole: Sind wir doch mal ehrlich: Wenn alles glatt und rund liefe, wollte keiner die Geschichte lesen. Wer will schon lesen: Sie trafen sich, unterhielten sich über Belanglosigkeiten und jetzt sind sie ein Paar.

Pamina: Habt ihr auch eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs vorstellen könnt? Meine ist: 
Die Stelle, an der ich zum ersten Mal das Schloss meiner Eltern sehe:
Gebäude ist allerdings nicht wirklich das Wort, das zu dem Monstrum vor mir passt. Das Ding sieht aus, als ob Walt Disney und Ludwig II. auf einem LSD-Tripp ein Schloss entworfen hätten. Disney Land meets Neuschwanstein.

Pamina: Wie viel echte Nicole steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Nicole: Wenig. Weder Pamina noch Robin oder eine der anderen hat viel von mir. Am Ehesten noch Paminas Hang zum Sarkasmus.
Claudia: Pamina und Robin, unter uns. Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Robin: So schlimm war es nicht. Gut die Sache mit dieser Verbindung zwischen uns hat uns an unsere Grenzen gebracht.
Pamina: … und darüber hinaus.
Robin: Und darüber hinaus. Und der Weltuntergang hätte auch nicht sein müssen, aber wir sind ja am Ende gut dabei weggekommen.
Claudia: Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei, als Protagonisten vielleicht sogar Mitspracherecht?
Pamina: Der entstand beim Titel-Brainstorming. Während des Schreibprozessen hieß das Buch: Von Drachen und Phönixen. Gefiel uns auch. Aber Animalis beschreibt es besser, denn schließlich geht es um unsere Welt.

Robin: Sind wir zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hätten wir nachträglich noch etwas ändern sollen?
Also, ich mag es echt gerne, aber der Phönix hätte ein wenig mehr im Vordergrund sein dürfen. Schließlich BIN ich ein Phönix, während Pamina nur bedingt ein Drache …
Pamina: Jetzt verrate doch nicht alles! Wir sind sehr zufrieden mit dem Cover.
Claudia: Vielen Dank für das Gespräch

[Autoreninterview] Nicole Knoblauch

  

Autoreninterview
Nicole Knoblauch


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?

Ich bin Nicole, 46, verheiratet und Mutter von 2 tollen Teenagersöhnen. Ich schreibe jetzt seit 4 Jahren und bin fasziniert von starken Frauenfiguren, die ihr Leben und die Liebe selbst in die Hand nehmen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich schreibe schon immer (wie so viele) Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mir gesagt habe: Diese Geschichte muss jetzt raus. Da war ich Ende 30 und es hat nochmal ein paar Jahre gedauert, bis ich das Handwerk gelernt hatte.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Liebesromane in verschiedenen Genres. Angefangen habe ich mit einem Historischen Roman, gefolgt von Low Fantasy (ebenfalls stark historisch angehaucht). Danach habe ich in die Gegenwart gewechselt und New Adult geschrieben. Inzwischen mache ich spannungsgeladene Romantic Suspense und Urban Fantasy. Aber auch Contemporary Romance.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja. Es geht zu den Wurzeln und wird wieder historisch.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Zocken und spazieren gehen. Ich lese auch viel, aber das fühlt sich nicht mehr wie Freizeit an, da ich immer analysiere.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich bin seit über 30 Jahren Stephen King Leser. Ich glaube nicht, dass ich in dem Genre je was schreiben werde, aber für mich ist er ein Meistererzähler.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Im Moment sehr unspektakulär am Esszimmertisch oder auf der Couch. Coronabedingt hat mein Mann das Arbeitszimmer zum Homeoffice gemacht.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich stehe auf, erledige meine Social Media Sachen und die Mails. Danach wecke ich meine Familie, dann ist Schreibzeit bis abends. Da ich hauptberuflich als Autorin arbeite, kann ich mir alles frei einteilen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen: Kann man King als Horror bezeichnen? Und historische Liebesromane. Die klassischen a la Bridgeton. Von denen besitze ich hunderte. Science-Fiktion lese ich auch sehr gerne.
Beim Schreiben ist mir das Genre eigentlich egal. Die Lovestory muss mich fangen. Ohne Liebesgeschichte gibt es keinen Roman von mir.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Für mein Leben habe ich keins (oder viele). Aus meinen Büchern fällt mir etwas ein, was im neusten Buch im April stehen wird und Beziehungen meiner Charaktere, bzw meine Art der Liebesgeschichten beschreibt:
Mia: „Josh und Mia gegen den Rest der Welt?“ Josh: „Immer!“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich habe Null Fernweh und bin glücklich zu Hause. Aber Paris ist meine Herzensstadt. Sobald ich die ersten Ausläufer erreiche, schleicht sich ein Lächeln auf meine Lippen und verschwindet nicht wieder, bis ich gehe. Das war schon bei meinem ersten Besuch vor 40 Jahren so und hat sich nicht geändert.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Das kommt auf die Tageslaune an😉 Ich bin grundsätzlich immer erst mal dagegen und fange an zu diskutieren. Aber wenn es berechtigte Kritik ist, kann ich sie sacken lassen und umsetzen.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Mein erstes Buch habe ich im SP gemacht und schnell gemerkt: Das ist nichts für mich. Ich will schreiben und mich nicht mit dem ganzen Drumherum beschäftigen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Gebt nicht auf, lebt eure Träume. Man kann auch in der Mitte des Lebens noch in eine andere Richtung abbiegen.

Sonntag, 7. Februar 2021

[Autoreninterview] Jeanette Peters

 Autoreninterview

Jeanette Peters

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Dann erst einmal ein fröhliches Hallo. Ich bin Autorin und Krankenschwester. Zumindest war ich das. Neben meinem Beruf habe ich immer schon geschrieben, aber nach einem Bandscheibenvorfall habe ich plötzlich mehr Zeit, als vorher. Sehr viel mehr Zeit. Diese habe ich genutzt, um mich mehr auf meine Bücher zu konzentrieren. Daraus sind in den letzten zwei Jahren eine Menge Ideen und Bücher entstanden.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Meine erste Kurzgeschichte habe ich mit 6 geschrieben. Sie bestand zwar nur aus 3 Sätzen und handelte von Sockenpuppen, aber sie war da. Seit dem habe ich mit Pausen immer sehr intensive Schreibphasen gehabt. Man kann also sagen, das Schreiben begleitet mich schon eine sehr lange Zeit und ich könnte mir ein Leben ohne nicht vorstellen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Angefangen hat alles mit der Colors of Moonlight Reihe. Dark-Fantasy über Vampire mit einem großen Erotikanteil. Jedes der drei Bücher beinhaltet eine in sich abgeschlossene Geschichte und behandelt einen von drei Vampirclans. 
Fedora ist Fantasy mit Horrorelementen. Es geht um entführte Kinder, Werwölfe, eine Geheimorganisation und dunkle Familiengeheimnisse. 
Tochter des Mondes ist Histofantasy, die im Mittelalter angesiedelt ist. Es geht um Hexen, Feen und Hexenjäger. Außerdem geht es um Mia, eine junge Frau, die genau in dieser Welt lebt und erwachsen wird. 
Wo wir gerade bei Historie sind: Jenseits der Grenze ist eines der Projekte, an denen ich am längsten gearbeitet habe. Ein historischer Roman, der zur Zeit des Sezessionskriegs spielt. Wir begleiten Kathleen und Jonathan durch genau diese Zeit. 
Schattenspiele ist ein Jugendroman über Hexen, die gegen eine dunkle Bedrohung kämpfen. 
Mein aktuelles Projekt ist Die Magie der dreizehn Farben. Wieder geht es um Magie. Tara und Jorah kämpfen darin gegen das Joch einer egoistischen Herrscherin, die das Land ins Unglück stürzt.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Tatsächlich sind es sogar zwei. Einmal steht schreibtechnisch Band 7 der Magie der dreizehn Farben an. Nach Band sechs gibt es einen zeitlichen Cut. Band 7 ist also eine vollkommen neue Geschichte in derselben Welt. Natürlich tauchen auch Charaktere auf, die man aus den vorherigen Teilen bereits lieb gewonnen hat. 
Das zweite Buch ist Unleashed Life. Ein Entwicklungsroman, an dem ich immer mal wieder zwischendurch schreibe. In diesem Fall gibt es ähnlich wie bei meinen historischen Romanen sogar einen Plot. Allerdings kann ich daran wirklich nur schreiben, wenn ich gerade Pause von meinen anderen Projekten mache.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben, Lesen und mich mit Dingen auseinandersetzen, die damit zu tun haben. 
Allerdings habe ich auch noch einen Hund, mit dem ich gerne Zeit verbringe. Dann wäre da noch das Gaming. Zum Abschalten und Entspannen gibt es nichts besseres, als ein gutes Spiel, um den Kopf frei zu bekommen. Manchmal inspiriert es einen sogar. Die Idee zu Fedora hat sich aus einer Questreihe in Secret World Legends entwickelt. Der Plot für meinen zweiten Entwicklungsroman ist durch Persona 5 Royal entstanden – wenn man es genau nimmt, durch einen Charakter dort. Inspiration lässt sich überall finden und meistens küsst einen die Muse, wenn man am wenigsten damit rechnet.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Unendlich viele. Esther Barvars Ized-Reihe ist immer wieder toll zu lesen. Sadakos Sayumis Lächeln oder Mädchengeschichten sind unglaublich avantgarde und spannend. Bei Lisa Dröttboom merkt man, wie sehr sie in ihren Welten verankert ist. Anne Bishop ist eine Meisterin, was die Erschaffung von neuen Welten und Settings angeht. Patrick Redmond schreibt unheimlich gute Thriller. Dann gibt es noch viele Autoren, die mich kurzzeitig packen und mitreißen. Es gibt unendlich viele gute Bücher und Autoren. Vor kurzem habe ich Ava Coopers die Traumkriegerin gelesen und ich war begeistert und freue mich schon auf den zweiten Teil der Reihe.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Durch meinen Bandscheibenvorfall bin ich derzeit eingeschränkt. Wo ich vorher am Schreibtisch gesessen habe – und das auch gerne mehrere Stunden –, geht das aufgrund meines Rückens inzwischen nicht mehr. Deswegen habe ich meinen Laptop, mit dem ich in jeder beliebigen Position schreiben kann, was immer der Rücken gerade braucht. Allerdings ist meine Schreibzeit dennoch begrenzt und ich versuche diese effektiv zu nutzen.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Routine gibt es nicht mehr. Ich plane meine Tage zwar voraus, muss jedoch flexibel sein, falls der Rücken nicht mitmacht. Die einzige Routine, die ich habe, ist mein Schreibpensum. Ich versuche pro Tag mindestens 1000 Worte zu schreiben. Wenn es klappt, ist es auch gerne einmal mehr.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
In beiden Fällen Fantasy. Ich bevorzuge es, mich in diesem Bereich zu bewegen. Allerdings liebe ich auch gute historische Romane. 
Beim Schreiben versuche ich, vielseitig zu sein. Unterschiedliche Fantasy-Kategorien und auch gerne einmal ein Ausflug in ein ganz anderes Genre. Die Arbeit an meinem historischen Roman war anspruchsvoll und auf eine Art erfüllend, die ich von den Fantasy-Büchern gar nicht kannte. Es war eine vollkommen andere Vorgehensweise nötig.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Schwierig. 
Als Motto fällt mir als erstes ein: Wer kämpft, der kann unterliegen, wer aufgibt, hat schon verloren. 
Wer zu früh aufgibt und nicht bereit ist, sich weiterzuentwickeln, kann keinen Erfolg haben. Egal, um was es geht. So ist es auch in meinen Büchern.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Das wechselt. In Irland fühlte ich mich heimisch, die USA haben teils ihren ganz eigenen Reiz. Da eines meiner Bücher an denen ich aktuell arbeite in Kanada spielt, fällt auch viel Recherche mit an, was dazu führt, dass ich mich ein wenig in das Land verliebt habe. Jedes Land hat seinen eigenen Reiz.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich mag Kritik. Ich habe es oben schon einmal angedeutet, was das Weiterentwickeln angeht. Dazu gehört auch, Kritik anzunehmen und diese zumindest einmal zu reflektieren. Wenn die Dinge für mich nachvollziehbar sind, nehme ich die Kritik gerne an und setze diese um. Konstruktive Kritik hilft einem dabei zu wachsen. Wenn mich jemand nach meiner Meinung fragt, kann derjenige Sicher sein, diese auch zu bekommen. Ich weiß, viele kommen damit nicht unbedingt klar (gut, welcher Künstler liebt es nicht, zu hören, wie toll er ist). In meinem Freundeskreis habe ich aber viele Autoren, die es dankbar annehmen und im Gegenzug auch ihre Kritik an mich weitergeben. So hilft man sich gegenseitig.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Lange Geschichte kurz: 
Ich war in einem Verlag. Leider lief es dort alles andere als optimal. Es sind zu viele Dinge schief gegangen. Am Ende habe ich mit den Verlegern nur noch über einen Anwalt kommuniziert. 
Dann habe ich einen Auflösungsvertrag erhalten (nach langem, langem Kampf) und mir Gedanken gemacht, wohin der Weg für mich führen soll. Einen solchen Reinfall wollte ich nicht noch einmal erleben. Am Ende fiel dann die Entscheidung fürs Selfpublishing. 
Ich habe alles selbst in der Hand und bin mein eigener Boss. Hier werden keine gegebenen Versprechen gebrochen und wenn ich ein Anliegen habe, liegt es an mir, eine Lösung zu finden. Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, die ich später dann korrigiert habe. Das Leben als Selfpublisherin ist ein stetiger Lernprozess und das genieße ich. Mittlerweile mache ich Dinge, die ich mir vor ein paar Jahren nicht einmal im Traum zugetraut hätte. Und ich habe wirklich Spaß daran.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich schreibe für das Mädchen, das nach einer harten Probe des Lebens nicht mehr weiter weiß. Ich wünsche mir, dass meine Geschichten ihr die Möglichkeit geben, vielleicht einen Augenblick zu vergessen, welche Prüfungen das Leben manchmal für einen bereithält. Wenn es mir gelingt, auch nur eine Person mit einer meiner Geschichten zu berühren, habe ich für mich alles geschafft, was ich erreichen will.

Freitag, 5. Februar 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Lehrjahre einer Göttin von Emilia Lynn Morgenstern

  


Buchvorstellung einmal anders 

Heute ist ein komischer Tag 😊 Nach dem Autoreninterview drückt mir Emilia ihren Tolino in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Tolino hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Lehrjahre einer Göttin“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Ich wollte schon immer mal mit jemanden reden, deshalb nur allzu gern. [das Buch zeigt ein breites Tolino-Lächeln]
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Ich bringe stolze 526 Seiten auf die Waage, aber ich hatte auch schon mal 900 Seiten zu bieten, bis meine Autorin mich gesplittet hat. Sie sagt, das lag daran, dass sie mich bei Amazon nicht drucken lassen konnte, weil ich zu dick war. Das war jedoch ihre eigene Schuld. Bevor sie die Perspektive des Daimons noch mit in das Buch aufgenommen hat, war ich nur schlanke 700 Seiten dick. 
Tatsächlich bin ich das Buch ihrer Serie, das sie am häufigsten wieder geändert hat. Das liegt daran, dass ich den Anfang mache bzw. machte und sie mit mir keine Leser vergraulen will. Meiner Vorreiterrolle bin ich mir durchaus bewusst und versuche so elegant wie möglich daherzukommen, dennoch nennt sie mich immer ihr Sorgenkind, das fühlt sich nicht sonderlich schmeichelhaft an, das kannst du mir glauben, liebe Claudia!
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab und die in dir enthaltenen Charaktere durchlaufen einfache, schöne aber auch schwierige und düstere Zeiten. Welche magst du als Buch eigentlich lieber?
Also ich persönlich mag eher die düsteren und schweren Zeiten, weil ich dann in den Gesichtern der Leser Emotionen sehe. Weißt du, für mich ist es nicht so übermäßig spannend, den Leserinnen beim Schmökern zuzusehen. Während sich mein Gesicht ja von Seite zu Seite ändert, bleibt das Gesicht der Leserinnen über viele Seiten hinweg immer gleich, außer den hin und her huschenden Augen bietet sich mir da nicht viel neues. Da wirst du verstehen, dass ich es mag, wenn Bewegung in die Gesichter kommt, das ist dann wie Kino für mich. Nichts ist erhebender, als wenn die Augen der Leserinnen feucht werden. Dann fangen sie an zu blinzeln, weil die Buchstaben verschwimmen aber sie wollen unbedingt weiterlesen, immer in der Hoffnung, dass am Ende doch noch alles gut wird.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Nun, am liebsten sind mir wie gesagt die Stellen, an denen die Leser lachen oder weinen, oder vor lauter Rührung nicht wissen, wohin. Erstaunlicherweise sind das immer ganz unterschiedliche Stellen. Einmal fiel eine Leserin fast vom Bett vor Lachen, weil Yjos seine Bewohner mit einem zwei Stunden anhaltenden Orgasmus belohnt, wenn sie sich endlich dazu herablassen, Nachwuchs zu zeugen. Das hat mir gut gefallen, denn an dieser Stelle hat zuvor noch niemand gelacht 😊. Heimlich habe ich ein bisschen mitgekichert, aber verrate das bitte nicht, das gehört sich nicht für die Würde eines göttlichen Buches.
Weißt du wie viel Emilia tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
In mir steckt unwahrscheinlich viel von Emilia. Nicht nur all ihre Zeit, die sie aufwendet, um an mir herumzudoktern, sondern auch ihr Herzensblut. Sie liebt mich und all die Personen von denen ich erzähle und natürlich die Welt Philian, in der ihre Geschichten spielen. Heimlich würde sie gerne dort leben. Tatsächlich enthalte ich die Entstehungsgeschichte dieses faszinierenden Planetensystems und darauf bin ich mächtig stolz. Niemand, der wissen will, wie alles begann, kommt an mir vorbei. 😊
Wie würdest du die Autorin beschreiben?
Nun, ich will mich nicht beklagen. Sie nimmt ihren Job als Autorin sehr ernst und gibt ihr Letztes, um mich möglichst schön herauszuputzen, dafür scheut sie weder Zeit noch Mühe. Deshalb verzeihe ich ihr auch, dass sie manchmal seufzt, sich die Haare rauft und sich fragt, warum ausgerechnet sie mit derart störrischen und unbelehrbaren Protagonisten gestraft ist. Doch ich weiß, dass sie uns alle liebt und uns niemals gegen andere eintauschen würde.
Wie bist du eigentlich zu deinem Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Ob du es glaubst oder nicht, ich habe schon viele Namen durchgemacht und genauso viele verschiedene Cover! Zunächst hieß ich „Spiegel der Wahrheit“ und auf mir war Aletheia abgebildet. Dann warf sich meine Autorin in Unkosten und ließ mir von einer Covermakerin ein neues Gewand verpassen:


Mir gefiel mein neues Kleid und so beklagte ich mich nicht. Aber dann beschloss meine Autorin, noch die Sichtweise von Dolos in das Buch einzufügen. Nun passte der Name nicht mehr so ganz und ich wurde umbenannt in: „Die Göttin & der Daimon“. Auch der Reihenname änderte sich und natürlich das Cover.

Bei diesem Namen hätte sie bleiben sollen, aber weil sich die Leser beschwerten, dass die Erzählstränge der beiden Protagonisten zwischendrin so lange parallel liefen, ohne dass sie irgendwelche Berührungspunkte haben, änderte sie den Titel noch einmal in „Lehrjahre einer Göttin“ 

Damit nicht zufrieden, beschloss sie, eine zweite Ausgabe der Bücher speziell für Kindle-Unlimited herauszubringen. Nun begann die Suche nach den Titeln und den Motiven für die Cover von neuem. Diesmal splittete sie mich in drei Bücher auf: 


Du siehst, ich bin ein Buch mit vielen Gesichtern.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover/Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Nein, ich bin zufrieden. Vor allem nun, da meine Autorin noch dieses neue geniale Fußnoten-Glossar eingefügt hat, das bei meinen Leserinnen sehr viel Anklang findet 😊
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
»Sieh nicht länger hin, Aletheia!«, ruft Chephe und versucht mir die Sicht in den Spiegel zu versperren. »Du tust das Richtige. Welche andere Wahl bleibt dir denn schon? Zu Hades ins Totenreich darfst du nicht hinabsteigen, die Dunkelheit dort würde dich verändern. Mit jedem Aufenthalt in der Unterwelt würdest du ein weiteres Stück deiner Kraft verlieren und bald wirklich nur noch ein Schatten deiner selbst sein.« 
Stumm rollt mir eine Träne über die Wange und tropft zu Boden. Da kitzeln weiche Federn an meinem Hals. »Bitte weine nicht!«, flüstert mir Chephe ins Ohr. »Es ist doch nur so lange, bis wir ein echtes Heilmittel gegen Kaimos gefunden haben.« 
Ich nicke mechanisch, aber ich weiß, dass es auch dann kein Zurück mehr geben wird. Wer seine Prinzipien einmal verleugnet hat, kann sich später nicht einfach wieder dazu bekennen. Das Recht, mich Göttin der Wahrheit zu nennen, habe ich bereits verspielt, nun muss ich mein Versagen auf mich nehmen und in Hades Reich hinabsteigen. 
Meine Hände fahren zu der Verschlussleiste im Rücken, ich öffne den ersten Haken. Die Wahrheit fürchtet nichts und niemanden, auch keinen Totengott. In der Unerschrockenheit, die einer gefallenen Göttin der Wahrheit würdig ist, werde ich meine Strafe tragen. 
»Nein, tu es nicht!«, fleht Chephe mich an. »Es ist nicht Hades den du fürchtest, sondern die Dunkelheit und die fürchtest du zu Recht. Gib nicht auf, Aletheia, geh den Weg weiter, den du beschritten hast. Bitte kämpfe um dein Leben, tu es für mich!« 
Ich schüttle den Kopf und öffne den nächsten Haken. Wenn es eine Lüge ist, die mich vor dem Tod bewahrt, dann will ich ihren Schutz nicht haben. 
»Hades ist Zeus’ Bruder«, piepst Chephe schrill. »Er wird dich mit Absicht in seinem Reich festhalten, bis auch der letzte Rest deiner Kräfte unwiederbringlich aus dir gewichen ist. Du darfst nicht gehen, bitte, die Wahrheit ist schon tot, du bringst ihre Macht nicht zurück, indem du nun auch noch die Schöpferkraft in dir opferst.« 
»Vergib mir Chephe«, flüstere ich, »aber ich kann nicht leben in dem Wissen, eine Lügnerin zu sein.« Das Kleid rutscht über meine Schulter. 
»Aber sterben kannst du in dem Wissen, ein Stück von Zahur getötet zu haben?«, kreischt Chephe und schlägt hektisch mit den Flügeln. »Willst du das einzige Licht auslöschen, das es in der Götterwelt noch gibt?« 
Zahur – der Name durchschlägt meine Entschlossenheit wie eine Kanonenkugel. Wie konnte ich vergessen, dass ich diesen Gott liebe? Mehr als alles andere in der Welt, mehr noch als die Wahrheit, der ich verpflichtet bin. Für Zahur lebe ich. Allein für die Hoffnung, ihm eines Tages als gleichberechtigte Partnerin gegenüberstehen zu können, atme ich und wenn ich sterbe, dann nur für ihn. Doch er hegt kein Interesse an diesem Sterben, sein Licht in mir darf nicht erlöschen. Mit einem Ruck ziehe ich das Kleid wieder über meine Schultern. Im Hinausgehen schließe ich die Haken im Rücken, doch in meiner Kehle brennt es. 
Mein Bestes habe ich dahingegeben – meine Wahrhaftigkeit, nun weiß ich nicht mehr, was von mir noch übriggeblieben ist.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch antwortet. Leise flüstere ich dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«

Montag, 1. Februar 2021

[Buchvorstellung einmal anders] Das Leben braucht mehr Schokoguss von Ella Lindberg

 


Buchvorstellung einmal anders 

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Mia, Fabian und Isabella aus „Das Leben braucht mehr Schokoguss“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Isabella: Ich bin eigentlich Fotomodell. Ich bin hier nur vorübergehend, bis ich meinen Durchbruch habe. Bitte behelligen Sie mich nicht weiter.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Mia: Ich bin 26, studiere Marketing und muss ein zweimonatiges Betriebspraktikum machen. Weil mein Praktikumsplatz kurzfristig geplatzt ist, hat mein Schwager für mich an seinem Arbeitsplatz in Zuckermann´s Confiserie irgendwie ein neues Praktikum aufgetan. Dass seine Kollegen ihm offensichtlich nur einen Gefallen tun wollten und überhaupt keine Zeit für mich haben, hat sich schon am ersten Tag gezeigt. Es war mehr als unangenehm, überall im Weg zu sein und keine Aufgaben zugeteilt zu bekommen. Also habe ich mir selber welche gesucht und begonnen, die Firma umzukrempeln. Auch wenn ich dabei manchmal ein wenig übertreibe, könnte mein Chef Fabian Zuckermann eigentlich froh über meinen Einsatz sein. Schließlich habe ich eingewilligt, seiner im Sterben liegenden Oma die Verlobte vorzuspielen, die ihm den Laufpass gegeben hat. Er beschwert sich aber meistens über meine kreativen Improvisationen, obwohl die ihn schon mehrmals gerettet haben.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Isabella: Es geht dauernd nur darum, wie toll Fabians Oma Mia findet und wie gut sie für den Betrieb ist und wie man die Firma effizienter machen kann und niemand fragt nach mir und meinen Wünschen. Blödes Buch, auch viel zu lang mit 400 Seiten. Es reicht eigentlich, wenn ihr die Szenen mit mir lest.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Mia: Nein, sie leidet mit, wenn wir leiden.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Fabian: Meine Lieblingsstelle ist, als Mia mit der neuen Ausstellungsleiterin verwechselt wird und ohne irgendein Vorwissen eine chinesische Reisegruppe durchs Schokoladenmuseum führen muss, mangels Englischkenntnissen hauptsächlich durch Pantomime.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Mia: In mir steckt schon einiges von ihr, aber ich schweige.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Fabian: Sie ist lustig und kann sehr herzlich sein, ist aber leider sehr sprunghaft. Völlig unstrukturiert. Ein Wunder, dass sie es geschafft hat, das Buch fertig zu schreiben. Sie schreibt immer zuerst alles, was ihr gefällt, und schiebt das Unangenehme bis zum Ende hinaus. Nicht sehr pragmatisch. Beherrscht Excel nicht. Achtet nicht auf Formatierungen. Kann sich nicht beherrschen, wenn jemand was Süßes hinstellt. Wäre eine gute Kundin bei uns, aber eine grauenvolle Mitarbeiterin.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Er ist ein Zitat aus der Schokoladenausstellung. Wir hatten kein Mitspracherecht.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Isabella: Da ich wesentlich besser aussehe als Mia, wäre es für alle besser gewesen, wenn man ein Bild von mir fürs Cover genommen hätte. Mia ist sowas von unfotogen, einfach nur peinlich. Aber auf mich hört ja keiner. Zum Glück sieht man auf dem Cover nur ihre Silhouette. Da hat mal jemand mitgedacht.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Mia: Wenn die Antwort Schokolade ist, die die Frage egal. 
Isabella: Ich bin eigentlich Fotomodell. Ich bin hier nur vorübergehend, bis ich meinen Durchbruch habe. Bitte behelligen Sie mich nicht weiter.
Danke für das Gespräch

[Autoreninterview] Ella Lindberg

 Autoreninterview

Ella Lindberg

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich bin in einem Haus voller Bücher aufgewachsen, in meiner Familie gibt es 5 Autoren, ich schreibe einfach, seit ich schreiben kann.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Unter Mara Winter sind von mir drei humorvolle Frauenromane erschienen und zwei Krimis. 
In meinem Debütroman „Summa cum Liebe“ veranstalten chaotische Studenten abseits der Uni viel Unsinn und lernen wenig. Die Protagonistin in meinem zweiten Roman „Glitzerkram“ ist dagegen gerade mit der Uni fertig und muss sich durch Berufs- und Liebeschaos wühlen. Mein dritter Unterhaltungsroman „Verdammt verwandt“ hat eine junge Mutter als Protagonistin, die mit ihrer skurrilen Familie, Eheproblemen und aufgeweckten Kleinkindern kämpft. 
Dazwischen habe ich mit „Verblüht“ einen Episodenkrimi veröffentlicht, in dem ein Verbrechen aus sieben Perspektiven beleuchtet wird. Hier geht es düster zu und es gibt eine Menge Giftpflanzen. Die Themen aus „Verblüht“ (Aberglaube, Magie, Giftpflanzen, Familiengeheimnisse) habe ich weiterentwickelt und daraus den Krimi „Das geheime Kapitel“ geschrieben, der im Juni 2019 im Pinguletta-Verlag erschienen ist.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Natürlich. Bin in der Endphase kurz vor der Abgabe meines zweiten Romans für Knaur mit de Arbeitstitel „Chaos Queen“.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Lesen, Kaffeetrinken, Freunde treffen. In letzter Zeit vor allem Serien gucken, was soll man sonst machen… 😉
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich verbringe viel Zeit mit meinen Cousins und meiner Cousine, die auch schreiben. Wir reden auch viel über Bücher, klar.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Weder in meinem Büro noch in meinem Zimmer, am liebsten schreibe ich bei uns auf dem Sofa.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich stehe auf, gehe nach dem Bad vor dem ersten Kaffee 5 Minuten eisern auf meinen Heimtrainer, dann gehe ich in die Küche, mache mir Kaffee, manchmal Frühstück, und dann gehe ich an den Laptop und schreibe. Nachmittags kommen die Kinder, dann muss ich so Mutterdinge tun, ca. die halbe Woche koche ich abends, sonst mein Mann und in letzter Zeit auch öfters mein Sohn, wir essen gegen sieben gemeinsam. Nach den Nachrichten schauen wir oft eine Serie zusammen, manchmal lese ich meiner Tochter vor, ganz selten machen wir ein Brettspiel, wenn die Kinder mich dazu überreden können, da steh ich nicht so drauf. Dann bringe ich sie ins Bett, es muss jeden Abend lange gekuschelt werden, und danach arbeite ich meistens noch ein, zwei Stündchen. Manchmal schaue ich auch einen Film mit meinem Mann, aber seit die Kinder keine Schule haben, wird es meistens so spät, dass er dann auch schon schläft. In normalen Zeiten treffen wir natürlich auch Freunde etc., aber momentan gibt es eigentlich nur mal einen Spaziergang oder die Kinder spielen im Hof.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen wechselt das öfters, ich mag sehr gerne romantische Komödien wie die von Sophie Kinsella, aber auch (unblutige) Psychothriller.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Lieblingszitate wechseln, momentan mag ich dieses: 
“Am Ende zählen nur drei Dinge: Wie viel du geliebt hast, wie sanft du gelebt hast und wie würdevoll du Dinge losgelassen hast, die nicht für dich bestimmt waren. – Buddha”
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Zum Leben schon Deutschland. Zum Verreisen am liebsten Italien.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kommt drauf an. Sachliche Kritik zu meinen Büchern stecke ich ganz gut weg.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich hab das Selfpublishing mal ausprobiert, aber es ist mir einfach zu viel Arbeit auf Dauer.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich denke, wer viel liest, ist schon auf dem richtigen Weg.