Donnerstag, 10. September 2026

[Schnipseltime] Brisante Brandung von Katja Kleiber

 

 

 

Man gönnt sich ja sonst nichts. Das Hotel war etwas zu teuer für Barbaras Budget, was ihr heute egal war. Während der katalanische Küstenort unter der Sommerhitze stöhnte, waren die Räume hier perfekt klimatisiert. Viel Glas, Fliesen und Marmor sowie moderne Möbel trugen zu einem luxuriösen Stil bei. Palmen und andere Indoor-Pflanzen sorgten für den südlichen Flair.

Barbara liebte ihr eigenes Apartment mit Blick aufs Meer, aber es war ein wenig beengt. Da die Immobilienpreise in Cambrils unverschämt waren, hatte sie sich mit einigen wenigen Quadratmetern begnügen müssen. Zu ihrem 55. Geburtstag hatte sie sich daher ein Wochenende in einem Luxushotel gegönnt. Allein das Zimmer war größer als ihr Wohnzimmer mit der kleinen Küchenecke. Sie genoss den Luxus des Hotels, insbesondere das Spa. Gestern Abend hatte sie in der Sauna geschwitzt, bis ihre Haut ganz schrumpelig geworden war.

Nun hatte sie sich aus dem Bett gequält, um noch vor dem Frühstück ein paar Schwimmzüge zu machen.

Sie fuhr mit dem Aufzug ins oberste Stockwerk und folgte den Hinweisschildern zu dem Infinity-Pool. Als sie um die Ecke des Ganges bog, stand auf einmal ein Mann vor ihr, der ihr vage bekannt vorkam.

Er trug einen Blaumann und hatte einen Werkzeugkoffer in der Hand. Er war ungefähr in ihrem Alter. Ihr Blick fiel auf seine Füße: Sandalen und weiße Socken!

Da fiel ihr ein, woher sie ihn kannte. Das war Carlos, der Freund ihrer Yogalehrerin. „Hola“, sagte sie und zog ihren Bademantel enger um sich. Sie hatte in letzter Zeit zugelegt und wollte vermeiden, dass er einen Blick auf ihre üppigen Kurven warf.

„Moin“, antwortete Carlos fröhlich.

Egal, wie lange er schon in Spanien lebte, er würde immer ein Hamburger Jung bleiben, vermutete sie. Normalerweise wäre sie einem Schwätzchen nicht abgeneigt, aber wenn sie sich zu lange mit dem Schwimmen aufhielt, käme sie zu spät zum Frühstück. Womöglich wären die besten Bissen vom Büffet schon weg. Dabei hatte sie das Hotel unter anderem wegen des hervorragenden Essens ausgewählt. Und wegen des Spas und des Infinity-Pools natürlich. Sie wollte ein paar Kilos verlieren. Okay, an einem Wochenende wären wohl nur ein paar Gramm drin, aber das sollte möglich sein.

Also nickte sie Carlos zu und setzte ihren Weg fort. Da es wirklich früh war, war sie die Erste und Einzige am Pool. Sie legte ihr orange-gelb-gestreiftes Handtuch in den Spind mit ihrer Zimmernummer. Den Bademantel platzierte sie auf einer Liege und ging zu der Treppe, die ins Wasser führte. Einen Kopfsprung würde sie in ihrem Alter nicht mehr hinlegen. Sie war zufrieden, dass sie sich überhaupt aufgerafft hatte, Frühsport zu machen.

Einen Moment hielt sie inne und genoss den Blick über das Blau des Pools hinweg in die Ferne. Das Meer glitzerte im ersten Sonnenlicht. Es schien tatsächlich, als ob das Wasser des Schwimmbeckens nahtlos in Mittelmeer übergehen würde. Als könnte sie von hier oben in die See hinaus schwimmen.

Ein Sonnenstrahl kitzelte ihre Nase und lenkte sie von der Aussicht ab.

Sie ging vorsichtig die Treppe hinab und hielt sich dabei am Geländer fest, um nicht auszurutschen. Als ihr das kühle Wasser bis zu den Oberschenkeln reichte, blieb sie stehen. Sie blickte auf und bemerkte, dass sie doch nicht alleine war.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Beckens, ganz hinten schwamm ein Mann. Eigentlich schwamm er nicht, sondern spielte ‚Toter Mann‘. Seine Arme und Beine waren weit ausgebreitet, sein Gesicht unter Wasser. Er bewegte sich möglichst wenig.

Barbara hatte als Kind mit ihren Freundinnen gewettet, wer es länger schaffte, ohne eine Schwimmbewegung auf der Wasseroberfläche zu treiben. Ging das nicht nur im Meerwasser, wo die Salzkonzentration für einen zusätzlichen Auftrieb sorgte? Im Schwimmbad war es ihr nie gelungen.

Sie ging tiefer ins Wasser, bis es ihre Hüften erreichte. Der Pool war in den Morgenstunden noch nicht besonders warm und es kostete sie Überwindung, mit dem ganzen Körper einzutauchen und loszuschwimmen. Sie hielt inne und beobachtete den Mann weiter.

Er rührte sich immer noch nicht.

Das konnte doch nicht sein.

Sein Gesicht hing ins Wasser? Und das schon seit Minuten?

Langsam sickerte die Erkenntnis in ihr Bewusstsein: Ein Toter!

Sie schrie gellend auf, stolperte nach hinten, platschte ins Wasser und kam prustend hoch. Sie krabbelte auf allen vieren die Treppe hinauf. Auf keinen Fall wollte sie das Wasser mit einer Leiche teilen!

Carlos steckte seinen Kopf durch die Tür: „Was ist los? Kann ich dir helfen?“

Ihr war nicht zu helfen, das wusste sie in dem Moment ganz genau. Und dem Mann auch nicht mehr.

 

[Buchvorstellung einmal anders] Brisante Brandung von Katja Kleiber





Buchvorstellung einmal anders

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Katja Kleiber, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Brisante Brandung“ von Katja Kleiber. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen. Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊 Doch da klettert noch jemand aus dem Buch und setzt sich zu uns.

Wer bist du denn? Willst du dich den Besuchern des Blogs vorstellen?
Ich bin Barbara, stamme aus Hamburg, lebe aber jetzt im sonnigen Spanien, genauer gesagt in Katalonien im Ort Cambrils. Du glaubst nicht, was man da alles erlebt!
Herzlich Willkommen, Barbara. Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Gerne
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Als Buch liegt man ja meistens nur so rum, ich freue mich über Abwechslung. Schließlich habe ich einen spannenden Inhalt.
Barbara: Und ich habe so aufregende Sachen erlebt, da spreche ich gerne drüber.
Barbara haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Ich bin ein Krimi, der in Katalonien spielt. Ich halte mich für eine gute Urlaubslektüre, denn ich entführe die LeserInnen ans Mittelmeer. Barbara ist die Hauptfigur, darüber hinaus sind Figuren aus meinen Vorgängerbänden „Riskantes Erbe“ und „Tödliches Yoga“ aktiv. Man kann mich aber lesen, ohne die anderen Bände zu kennen. Ich finde es toll, dass hier auch mal ältere Frauen wie Barbara …
Barbara: Ich bin nicht alt!
… also Frauen mit Lebenserfahrung Abenteuer erleben.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Protagonist genau so?
Es macht Spaß, die schönen Seiten der katalanischen Küste und Kultur vorzustellen. Außerdem ist die Handlung temporeich, es geht um die Geheimnisse eines Reporters, einer Nonne und eines Arztes – das hat Spaß gemacht, die Autorin dahin zu entführen.
Barbara: Mir wäre lieber gewesen, es wäre ruhiger zugegangen. Ich hatte Momente, in denen ich richtig Angst hatte. Die Reifen meines Autos wurden abgestochen, ich erhielt einen Drohbrief und mir wurde ein vergifteter Cocktail gereicht – brauch ich alles nicht. Ich würde lieber in der Sonne liegen und einen Kaffee genießen.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Barbara: Meine Lieblingsstelle ist der Schluss, weil ich mein Herz an Xavi verloren habe.
Buch: Klar, der Schluss fügt alles zusammen, aber am meisten gefällt mir alles, was mit der Figur Ana Maria zusammenhängt, die ihre Tochter sucht. Das ist mir sehr nahe gegangen.
Wisst ihr wie viel Katja tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Die Katja hat bestimmt eine multiple Persönlichkeit, soviel, wie die immer schreibt. Mir scheint aber, ein wenig von ihr steckt in Barbara. Die Neugier, diese gewisse Naivität …
Barbara: Ich bin nicht naiv!
Wie würdest du oder seine Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller den Autor beschreiben?
Die Autorin ist beharrlich, jeden Morgen kam sie zu uns und hat mit uns die Abenteuer erlebt. Sie scheint das mediterrane Leben zu lieben und gutes Essen, denn sie hat dauernd von Restaurantbesuchen fantasiert. Außerdem weiß sie viel über die Geschichte Spaniens, da ist eine ganze Menge herausgekommen, was in den vergangenen Jahrzehnten passiert ist. Und sie liebt das Abenteuer, sonst hätte sie nicht so viele spannende Szenen eingebaut.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Ha, ha, eine Freundin der Autorin hat den vorgeschlagen. Da er gut zu den vorherigen beiden Bänden passte, blieb er von Anfang an bestehen.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Barbara: Ich wäre auch gerne auf dem Cover, aber wahrscheinlich war ich nicht vorzeigbar genug.
Buch: Quatsch, das wäre auch ein schöner Anblick. Aber das etwas abstrakte Bild passt gut zu mir, da sich nun jeder Gedanken machen kann, wie brisant es wohl in dem Krimi zugeht.
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
„Was hat sie gesagt?", fragte Natalie.
Barbara zögerte einen Augenblick. „Sie sagte, sie kann jetzt in Frieden alt werden."
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz dem Buch und Barbara »Danke, für eure Geduld und Antworten« zuzuflüstern.

Dann vertiefe ich mich wieder in das Buch.

Samstag, 5. September 2026

[Buchvorstellung einmal anders] The Club - Gefährliches Verlangen von Mia Moreno


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Mara und Niels aus „The Club“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten. Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Mara: Ich bin Mara. Ich studiere Tanz und stehe kurz vor meinem Abschluss. Weil Träume leider keine Miete zahlen, nehme ich einen ungewöhnlich gut bezahlten Job als Hostess in einem elitären Männerclub an. Eigentlich wollte ich nur Geld verdienen. Stattdessen gerate ich in eine Welt, die mein ganzes Leben auf den Kopf stellt.
Niels: Niels Freiherr von Arnsberg. Jurist, Investor und Mitglied des Clubs. Ich schätze gute Manieren, kluge Menschen und elegante Abende. Manche halten mich für arrogant. Ich bevorzuge den Begriff anspruchsvoll.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal fünf Sätzen.
Mara: The Club beginnt mit einem Job, den ich niemals hätte annehmen sollen. Hinter der perfekten Fassade eines exklusiven Berliner Eliteclubs verbergen sich Machtspiele, Geheimnisse und Menschen, die nie ganz die Wahrheit sagen. Je tiefer ich hineingerate, desto schwieriger wird es, Realität und Inszenierung auseinanderzuhalten. Und irgendwann weiß ich nicht mehr, wem ich überhaupt noch vertrauen kann.
Niels: Es geht um Versuchung. Die meisten Menschen glauben, sie wären immun dagegen. Bis sie ihr begegnen.
Glaubt ihr, macht es dem Autorinnenduo Spaß, euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Mara: Leider ja. Ich habe irgendwann aufgehört zu glauben, dass sie es gut mit mir meinen. Immer wenn ich denke, jetzt wird alles besser, kommt die nächste Katastrophe.
Niels: Absolut. Aber ich beschwere mich nicht. Ohne Chaos wäre ich nur ein ziemlich langweiliger reicher Mann.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Mara: Tatsächlich gleich am Anfang. Beim Tanzen kann ich alles um mich herum vergessen. Dieser Satz beschreibt mich wahrscheinlich besser als jede Charakterbeschreibung:
Niels: Unser erster gemeinsamer Tanz. Nicht weil er romantisch ist. Sondern weil dort ein Spiel beginnt, dessen Regeln nur einer von uns kennt.
Was glaubt ihr, wie viel von eurem Autorinnenduo steckt im Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Mara: Zum Glück nicht allzu viel in Niels.
Niels: Frech.
Mara: Ich glaube, sie haben viele eigene Gedanken, Ängste und Sehnsüchte auf verschiedene Figuren verteilt. Deshalb fühlt sich niemand komplett schwarz oder weiß an.
Niels: Bis auf mich natürlich. Ich bin makellos.
Mara: Das sehen wahrscheinlich nur du und dein Spiegel so.
Wie würdet ihr euer Autorinnenduo beschreiben?
Mara: Kreativ. Ein bisschen chaotisch. Und sie diskutieren gefühlt stundenlang darüber, welchen Satz wir sagen dürfen.
Niels: Sie überschätzen Maras Fähigkeit, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Und sie unterschätzen regelmäßig meinen Charme.
Wisst ihr, wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Niels: Mitspracherecht? Das ist niedlich.
Mara: Der Club stand von Anfang an im Mittelpunkt. Aber über Untertitel und Feinheiten wurde lange diskutiert. Uns hat allerdings niemand gefragt. Wahrscheinlich aus gutem Grund.
Gefällt euch das Cover zu 100 % oder hättet ihr noch andere Wünsche oder Vorstellungen gehabt?
Mara: Mir gefällt, dass das Cover diese elegante, geheimnisvolle Stimmung einfängt. Genau so fühlt sich der Club an, wenn man zum ersten Mal durch seine Türen tritt. Und der Mann ist natürlich ein absolutes Verkaufsargument.
Niels (lacht abfällig): Als ob. Ich hätte es besser gefunden, wenn ich auf dem Cover wäre.
Mara: Dein Ego hätte da gar nicht drauf gepasst, also wirklich.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Mara: „Ich will wütend und verletzlich sein, nicht perfekt. Ich will tanzen, als würde ich gleich zerbrechen – und genau darin ganz werden.“
Niels :„Manchmal ist der einzige Weg, zu spüren, dass man lebt, ein Risiko einzugehen.“
Danke für das Gespräch
Mara: Danke, dass ihr uns zugehört habt.
Niels: Und denkt daran: Nicht jeder Bösewicht erkennt sich selbst als Bösewicht.

[Autoreninterview] Mia Moreno


Autoreninterview
Mia Moreno

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
“Ich” sind eigentlich wir. Hinter Mia Moreno stecken Anna und Melanie, zwei befreundete Journalistinnen aus Berlin. Vor einigen Jahren haben wir auf einer Party darüber gesprochen, dass wir uns beide gut vorstellen können, gemeinsam zu schreiben. Aus dieser Schnapsidee entstand schnell unsere erste Serie, dann kam ein Verlag auf uns zu und wir schreiben einfach immer weiter.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Wir schreiben beruflich ohnehin beide, haben auch unabhängig voneinander bereits Sachbücher veröffentlicht. Die Idee, gemeinsam zu schreiben, entstand aus dem Wunsch nach einem kreativen Ausgleich.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
“The Club” ist bereits unsere vierte Reihe. Zuvor haben wir bei everlove by Piper “Beautiful Secrets” und “Dangerous Desires” veröffentlich, sowie zuvor unter einem anderen Pseudonym “Playing with Love”. Bisher sind 9 Bücher erschienen. Sie alle handeln von Frauen, die wissen, was sie wollen - und Männern, die genau das zu schätzen wissen. Außerdem spielen unsere Bücher alle in Berlin.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Immer! Nach dem Buch ist vor dem Buch, wie man so schön sagt. Aktuell konzentrieren wir uns voll auf “The Club” - und wir haben tatsächlich etwas Vorlauf.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Wir verbringen beide am liebsten Zeit mit unseren Familien, Freunden oder beim Sport.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Hier unterscheiden wir uns tatsächlich am meisten: Während Anna am liebsten Belletristik liest, taucht Melanie gerne in fremde Welten ab und liest auch mal Romantasy.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Am Küchentisch - egal an welchem. Wir schreiben zwar auch oft getrennt voneinander, aber gerne auch zusammen am Küchentisch.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Da wir beide noch andere Jobs haben und Familien, gleicht eigentlich kaum ein Tag dem anderen. Wir treffen uns meistens einen Tag in der Woche. Dann sitzen wir zusammen, plotten gerne lauthals (immer gut, wenn sonst niemand da ist!) oder schreiben parallel. Zu Mittag gibt’s meist Salat und Brötchen aus dem Supermarkt :)
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Anna liest gerne Belletristik, Melanie durchaus Romance und Romantasy, aber auch andere Genres. Beim Schreiben bleiben wir der Romance treu - obwohl wir festgestellt haben, dass wir es nicht zu dark mögen.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Wurzeln und Flügel. Aber lass den Flügeln Wurzeln wachsen und die Wurzeln fliegen. Juan Ramon Jimenez
Hast du ein Lieblingsland und warum?
nein
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Als Journalistinnen haben wir gelernt, mit konstruktiver Kritik umzugehen. Natürlich verletzt Kritik manchmal, aber wir schauen sie uns genau an und wenn sie Bestand hat, nehmen wir sie auch gerne an. Was wir nicht mögen, ist unbegründeter Hate oder wenn subjektive Meinung verallgemeinert wird.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Wir haben ja beides durchgespielt: Wir haben als Selfpublisher angefangen und uns auch bewusst dafür entscheiden. Als dann ein Verlag auf uns zu kam und uns fragte, ob wir etwas für die entwickeln würden, haben wir das ausprobiert. Wir haben viel gelernt und es war auch ziemlich cool, die eigenen Bücher im Handel liegen zu sehen. Aber letztlich wollten wir selbst mehr bestimmen, wie oft und was wir öffentlichen. Verlage sind oft langsam und steif, und am Ende bleibt das Marketing doch bei den Autor*innen selbst hängen. Deshalb sind wir jetzt zurück im Selfpublishing.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Bücher sind immer ein Geschenk. Für uns als Autorinnen ist es die größte Motivation, andere mit unseren Worten zu berühren, sie von ihrem Alltag abzulenken, in andere Welten eintauchen zu lassen. Wir hoffen, dass die Leute nie aufhören zu lesen :)

Freitag, 4. September 2026

[Reiheninterview] Pflege hautnah und Zwischen Lachen und Lebensgefahr von Manuela Schivelbein

 

 


Reiheninterview

Nach dem Autoreninterview drückt mir Manuela ihre Bücher in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe die Bücher hin und her und lese schließlich einen Klappentext nach dem anderen der Bücher der Autorin „Geschichten aus der Praxis“, um schon ein bisschen mehr zu erfahren. Nach einigen Minuten höre ich mehrere feine Stimmchen: »Jetzt ist sie weg«, »Dann interview einfach uns«, »Deshalb sind wir ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über die Bücher? Vermutlich die Bücher selbst. Also, dann lege ich mal los. Doch da kommt die Autorin wieder in den Raum und setzt sich zu uns.

Wollen wir das Interview nun zu viert machen?
Ja! 😊
Hallo danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden. Könnt ihr euch oder auch die Reihe an sich, bestehend aus den Büchern „Pflege hautnah – Geschichten aus der Praxis“ und Band 2 „Zwischen Lachen und Lebensgefahr“ meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Der erste Band handelt von erlebten Situationen in der Pflegeausbildung. Zu meiner Zeit vor 38 Jahren. Da war vieles noch anders, aber einiges hat sich bis heute nicht verändert. Ich habe versucht die Geschichten so zu erzählen, wie sie mich am meisten berührt haben und wie man es evtl. hätte besser machen können. Dann kommen nach jedem Kapitel noch Hinweise und TIPPS.
Band 2: Sind meine Erlebnisse nach der Ausbildung und zeigen auf, wie vielschichtig die Pflege ist und gibt gute Einblicke hinter die Kulissen. Mit allen möglichen ernsten, lustigen und skurrilen Vorkommnisse.
In eurem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in euch enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfach, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Autorin genauso?
Ja, da ich alles selbst erlebt habe und nichts beschönige, kann ich mich gut in die Charaktere hineinversetzen.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Band 1: Meine erste Tote => Das war und ist so prägend, dass ich dies nie vergessen werde. Es war so schockierend, da ich nicht darauf vorbereitet war.
Band 2: Der Verbandswechsel => Als ich beim Verbandswechsel den Zeh in der Hand hielt war für mich ein Gedankenkarussell und ich hatte erst einmal nur den Gedanken, was soll ich jetzt tun?
Wisst ihr wie viel Manuela tatsächlich in euch oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinen Büchern zu?
Da gibt es erst einmal nichts mehr hinzuzufügen.
Wie würdet ihr oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Sie ist in der Pflege oft eine einsame Kämpferin. Man kann zwar viel in der Theorie lernen, aber bekommt im Alltag oft Dinge präsentiert auf die man nicht vorbereitet ist. Dann ist es auch wichtig, dass man ein gutes TEAM hinter sich hat, damit man sich austauschen kann und nicht in ein Loch fällt. Und wenn dann noch manchmal der Patient ungehalten ist oder so durch den Wind, dass er sich gegen alles sträubt muss man an einem Strang ziehen.
Wie seid ihr eigentlich zu den Titeln gekommen? Standen die schon im Vorfeld fest oder haben sie sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr viel Mitspracherecht?
Die Titel kamen im Laufe des Schreibens erst zustande. Die haben sich einfach so ergeben und sind meines Erachtens sehr gut gelungen. Besonders bei Band 2!
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern?
Ja, ich würde gerne noch etwas verändern, habe aber noch nicht das passende gefunden. Besonders bei Band 2 wäre etwas in die Richtung lachendes Gesicht und ein Notfall bestimmt passender.
Zum Abschluss würde mich noch jeweils euer Lieblingszitat aus den Büchern interessieren.
Band 1: „Der Schmerz war da, ungefiltert, und er blieb“ (Kapitel 2 – Die erste Geburt)
Band 2: „Mein Gehirn machte kurz Pause“ (Kapitel 9 – Der Verbandswechsel mit Überraschung)
Obwohl es selbst in Autorenkreisen nicht üblich ist, dass Bücher antworten, bedanke ich mich bei den Büchern: „Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.

Dann wende ich mich der Autorin zu „Danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir und das tolle Interview.

[Autoreninterview] Manuela Schivelbein



Autoreninterview
Manuela Schivelbein

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich kurz vorstellen?
Ich hieße Manuela Schivelbein und bin 1972 in Füssen geboren. Ich habe mit 17b Jahren meine Ausbildung zur „Krankenschwester“ angefangen und dann ca. 10 Jahre in dem Beruf gearbeitet. Seit ca. 25 Jahren bin ich als Lehrkraft in der Pflege tätig.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das war eher Zufall. Ich wurde aufgefordert in einer schwierigen Zeit meines Lebens alles aufzuschreiben, was mich so beschäftigt. Und dabei waren auch Themen die ich aus der Pflege kannte. Und mein Mann, wie meine Mama haben dann gesagt mach doch daraus ein Buch.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Pflege hautnah – Geschichten aus der Praxis“=> dies ist vor allem für AZUBIS in der Pflege, da es auch zur Reflexion von teilweise schwierigen Situationen dient.
und „Zwischen Lachen und Lebensgefahr“ => das ist für jeden Interessierten, der hinter die Kulissen schauen möchte und sich darüber informieren möchte, was die Pflege alles macht. Und dies ist teilweise in lustigen Szenen aufgearbeitet.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Tennis spielen und Radfahren
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautor, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Viel von Fitzek und Ohlson, ansonsten bin ich gerade auch sehr offen was anderes zu lesen
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Sommer => Terrasse
im Winter => Wohnzimmer
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Früh aufstehen und auf Station mit Schülern verbringen in Form von Begleitung und/oder praktischen Noten. Danach Unterricht in der Schule und dann nach hause gehen und meinen Hobbies nachgehen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Krimi, Thriller und historische Romane lese ich gerne. Ich schreibe im Moment gerne über die Pflege und ihre Handlungen
Hast du eine Lieblingszitat, nach welchen du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
„Wer ein warum zum Leben hat, erträgt fast jedes wie!“
„Pflege ist ein schöner Beruf mit vielen Facetten“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Vietnam, da sind die Menschen sehr freundlich und so gechillt
Madeira die Landschaft fasziniert mich
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ja ich bin kritikfähig und für jegliche Kritik offen. Wenn ich sie umsetzen kann und verstehe warum dann versuche ich sie umzusetzen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Aus der Not, da sich kein Verlag dafür interessiert hat. Ich habe einige angeschrieben und meist Absagen oder gar keine Rückmeldung erhalten.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
In stillen Minuten ist ein Buch sehr entspannend

Donnerstag, 3. September 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Elemental Souls - Earth von Yvonne Wundersee

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Nayomi und Thiago aus „Elemental Souls – Earth“ und deren Autorin Yvonne Wundersee.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Nayomi: Das mache ich gerne.
Thiago: sieht Nay lächelnd an und nickt nur
Yvonne: Ich hatte als Autorin ohnehin nicht viel Mitspracherecht. Die zwei haben jeden Plottversuch durchkreuzt. Deshalb kann ich nichts versprechen.
Es wäre schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Yvonne: Ich bin die Autorin von Elemental Souls – Earth, aber eigentlich habe ich nur getippt, was die beiden Protagonisten mit vorgegeben haben.
Thiago: Wir haben dir einfach die Zügel aus der Hand genommen, nachdem du Nay schon in den ersten drei Kapiteln durch die Hölle geschickt hast. (Räuspert sich.) Entschuldigen Sie die Unhöflichkeit. Mein Name ist Thiago.
Nayomi: Und ich Nayomi, die- Frau, die durch einen Splitter angeschossen wurde und anschließend durch Nord und Mittelamerika gehetzt wurde. Zum Glück hatte ich Thiago an meiner Seite.
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Eine Romantasy, bei der die beiden Protagonisten von Arkansas nach Las Vegas und von dort in den Dschungel Kolumbiens gehetzt werden. Die befreiten Elemente sind ihnen auf den Fersen und wollen auf jeden Fall verhindern, dass sie wieder gebannt werden. Doch auch Thiagos Geheimnis kann die Reise noch vor dem Ziel zum Scheitern bringen.
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Yvonne: Natürlich braucht eine gute Fantasygeschichte Spannung. Die Leserinnen und Leser sollen mit ihren Helden mitfiebern, ihnen die Daumen drücken und mich verfluchen, nur um anschließend erleichtert auszuatmen und zu denken: Was für ein tolles Buch.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Thiago: Meine liebste Stelle ist, als ich Nay zum ersten Mal geküsst habe. Es war nicht nur wunderschön, sondern es hat mich befreit. Ich habe gemerkt, dass das Monster in mir schweigt und sie nicht zerfetzen will.
Nayomi: Oh, ich mag die Szene sehr, in der Thiago uns gerettet hat, nachdem das Element Mineral unser Flugzeug in Gelee verwandelt hat. Das war unglaublich!
Yvonne: Ich hatte die größte Freude an der Szene, als ihr euch kennengelernt habt. Thiago hatte keine Ahnung von der Zivilisation und du, liebe Nay, hast versucht ihn loszuwerden. Ein toller Schlagabtausch.
Wie viel echte Yvonne steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Nay ist eine starke Persönlichkeit, die alles gibt, um ihren Traum zu erfüllen. Sie will Lehrerin werden, aber ohne Unterstützung ist dieser Weg mit viel Verzicht gespickt. Vielleicht kann man meinen Traum vom Schreiben damit gleichsetzen.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Thiago: Sie ist eigentlich ganz cool. Wenn wir uns durch unseren Eigensinn mal wieder in ausweglose Situationen gebracht haben, findet sie immer einen Weg, uns da wieder herauszuschreiben. Ein paar Mal war es echt knapp, aber sie hat es geschafft.
Nayomi: Sie ist wirklich toll, aber sie zweifelt zu sehr an sich selbst. Wir haben ihr immer wieder gesagt, dass sie das gut macht, aber erst die Rezensionen der Leserinnen und Leser können sie davon überzeugen, dass die Geschichte Herzen gewinnen kann.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Der Titel stand sehr schnell fest. Da Elemental Souls 5 Bücher von 5 Autorinnen sind, mussten wir uns einigen und dieser Titel hat uns allen sofort gefallen.
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Ich habe vor Glück geschrien, als ich das Cover für Erde gesehen habe. Für nichts in der Welt würde ich etwas daran ändern wollen. Das hat Magical Cover Design mal wieder großartig gemacht.
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Nayomi: Hier hat mir Thiago endlich seine Liebe gestanden: »Du hast nicht gefragt, welchen Fehler ich gemacht habe.« Mit dem Daumen streiche ich einen Tropfen von ihrer weichen Haut. »Mein Fehler war es, anzunehmen, dass ich mein Herz verschließen könnte. Aber das kann ich nicht. Nicht, wenn ich in deine Augen sehe, wenn dein Lachen mein Herz zum Summen bringt und deine Tränen wie Klingen in meine Seele schneiden. Ich hatte Angst, Nay. Nur deshalb habe ich dich abgewiesen. Aber das kann ich nicht mehr. «
Thiago: Das war der Moment, als ich Nay zum ersten Mal richtig angesehen habe: Ich trete einen Schritt näher. Ein Zweig knackt unter meinen Füßen. Aufgeschreckt ruckt ihr Kopf nach oben. In diesem Moment bricht der Mond durch die Wolken und lässt ihr Gesicht in einem silbernen Glanz schimmern. Die Augen weit aufgerissen, starrt sie mich an. Ihre Iriden sind dunkel, aber die Nacht versteckt, ob sie eher die Farbe von Milchschokolade oder Espresso haben. Ihre Haut strahlt überirdisch und das rot ihrer Lippen leuchtet im Zwielicht beinahe schwarz.
Yvonne: Wo bleibt denn die Action? Thiago sieht mich mit hochgezogenen Augenbrauen an und lenkt anschließend meinen Blick mit seinen Augen auf unsere verschränkten Finger, die noch immer in dieses grüne Knistern gehüllt sind und mich inzwischen an das Funkeln einer Wunderkerze erinnern.
»Eins.«
»Warte, ich habe doch überhaupt keine Ahnung, wie ich das machen soll.«
»Zwei.«
»Nein! Das wird nicht funktionieren.« Ich sehe über meine Schulter. Verdammt! Der Riss kommt stetig näher. Wenn wir anhalten, schluckt uns der entstehende Schlund. Wir sterben, weil ein Verrückter mich zu noch verrückteren Sachen animiert.
»Drei.«
Vielen Dank für das Gespräch