Montag, 23. Februar 2026

[Coverinterview] Lindenherz - 824 Jahre durch die Zeit von Tala T. Alsted

 



Coverinterview „Lindenherz – 824 Jahre durch die Zeit“


Heute habe ich Tala T. Alsted zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.

Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Der Titel war zuerst da. Im Buch ist „Lindenherz“ für meine beiden Hauptpersonen Katharina und Johann ein geheimes Codewort.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?
Es war eher eine vage Vorstellung. In „Lindenherz“ gibt es einen alten, ovalen Spiegel, der nicht nur das Spiegelbild, sondern auch einen geheimnisvollen Wald zeigt. Diesen Blick durch den Spiegel wollte ich auf dem Cover haben. Vor dem Foto gab es Zeichnungen von Katharina, die in den Spiegel schaut, die im Spiegel verschwindet und solche, wo sie mit dem Wald verschmilzt oder ein Lindenblatt in der Hand hält.
Welche Bedeutung haben für dich der Wald, das Lindenblatt und der düstere Weg?
Wenn Katharina ganz nah an den alten Spiegel herangeht, dann steht sie plötzlich nicht mehr im Zimmer ihrer Oma, sondern in einer hohlen, uralten Linde. Sie ist am gleichen Ort wie zuvor, aber eben 824 Jahre in der Vergangenheit. Im Buch wechselt die Handlung zwischen der Gegenwart und dem Mittelalter hin und her. Und die herzförmigen Blätter der Linde bekommen für Katharina und den Knappen Johann eine besondere Bedeutung.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Wenn Katharina in dem alten Spiegel plötzlich Lindenblätter im Wind wippen und einen schmalen Waldweg sieht, dann wirkt das auf sie ziemlich verlockend und geheimnisvoll. Das will sie sich unbedingt näher anschauen. Nun hoffe ich, dass es euch mit dem Cover auch ein bisschen so geht.
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt? 
Zitat: 
„Was bitte soll das werden? Für sie und Johann gibt es niemals eine gemeinsame Zukunft, denn seine liegt in der Vergangenheit.“
(Eine) Lieblingsszene: (Katharina ist im Mittelalter plötzlich mit viel zu vielen Leuten in einem großen Badezuber)
»Natürlich sitzt sie am liebsten neben dem Mann mit der teuren Seife aus dem Heiligen Land«, kommentiert Johann ungerührt und hält ein braunes Etwas in die Höhe. Katharinas glühend rote Wangen sorgen für allgemeine Erheiterung und Heinrich schluckt seinen Ärger hinunter. Überdeutlich nimmt Katharina wahr, wie ihre Hüfte an Johanns auf der einen und an Brunhilds auf der anderen Seite stößt. Plötzlich fühlt sie sich tatsächlich wie in einem Whirlpool.
Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?
Das Cover-Foto habe ich selbst gemacht und den Waldweg darauf kenne ich gut. Einem Freund von mir ist (im Gegensatz zu mir) auf den ersten Blick ein Nistkasten aufgefallen, der an einem der Bäume hängt. Den würde ich wegretuschieren, denn im Mittelalter hätte es ihn wahrscheinlich nicht gegeben. 😊
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊

[Autoreninterview] Tala T. Alsted


Autoreninterview
Tala T. Alsted

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Tala und Schreiben ist für mich eines der schönsten Hobbys, Abenteuer-Zeit, Me-Time und Mittel zum Kopf-frei-bekommen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Bevor ich schreiben konnte, habe ich Geschichten gemalt. Seit meiner Schulzeit habe ich dann immer an irgendeiner längeren Geschichte gebastelt. Seit „Lindenherz“ veröffentliche ich sie auch.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Außer meiner Mittelalter-Zeitreise „Lindenherz – 824 Jahre durch die Zeit“ habe ich noch die Dystopie „RE-GENERATION“ veröffentlicht. Darin geht es um eine Zukunftswelt, in der ewiges Leben möglich ist, was aber einige Probleme mit sich bringt. Seit letztem Jahr gibt es die Geschichte sogar als Hörbücher.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, dieses Jahr veröffentliche ich noch einen neuen Roman, in dem es wieder um Gerechtigkeit und Liebe geht. Die Geschichte wird erzählt von einer grumpy Polizistin und einem wagehalsigen Musiker und spielt auf einer ausgedachten sonnigen Insel mit einer zweigeteilten Gesellschaft.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Außer Schreiben? Dann bin ich zum Beispiel gern draußen oder lese oder zeichne.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ja, viele sogar. Richtig gern lese ich zum Beispiel Bücher von Julia Dippel, L.U. Sanders, Izzy Maxen und Kerstin Gier.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich bin da gern sehr flexibel. Deswegen schreibe ich meine Geschichten zuerst per Hand in hübsche Notizbücher. Die sind handlich und ich kann sie immer dabeihaben – und auch mal auf einer Parkbank, im Zug, im Sofa, im Bett oder am Strand schreiben. Später, wenn ich wie jetzt überarbeite, bin ich leider von meinem Laptop abhängig.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
In letzter Zeit so: Nach dem Aufstehen schreibe ich eine Stunde, dann gehe ich zur Arbeit. Nach der Arbeit gehe ich meistens spazieren oder mache Sport. Abends füttere ich meine Social Media-Accounts mit Inhalten und schreibe dort mit lieben Buchmenschen. An motivierten Tagen arbeite ich weiter an meinen Büchern. An müden Tagen lese ich spannende Bücher anderer Autorinnen. Überall dazwischen und währenddessen stellt ihr euch einfach noch jede Menge Familientrubel vor.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese vor allem Dystopien, Fantasy und Romance, mache aber auch Abstecher in andere Genre oder lese Mangas oder Graphic Novels. Meine Geschichten sind ein Mix aus Dystopie und Romance bzw. Fantasy und Romance.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Eigentlich nicht. Aber in meinem neuen Buch werden diese Sätze stehen: „Es ist egal, wegen welcher Eigenschaft, die du nicht ändern kannst, du unterdrückt wirst. Es ist nie gerechtfertigt.” – Das finde ich sehr passend, denn Gerechtigkeit ist mir unglaublich wichtig und das merkt man meinen Geschichten bestimmt auch an.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich mag die skandinavischen Länder, am liebsten Schweden. Bestimmt spielt mein Buch „RE-GENERATION“ deshalb auch teilweise in Stockholm im Jahr 2203.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich sage es mal so: Es fällt mir mit der Zeit immer leichter, Kritik zu akzeptieren. Natürlich trifft sie mich jedes Mal. Aber wenn sie freundlich formuliert ist, kann ich auch daraus lernen. Außerdem habe ich inzwischen begriffen, dass Bücher einfach auch Geschmackssache sind. Meine Geschichten können gar nicht jedem gefallen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich hätte nichts dagegen, in einem Verlag zu veröffentlichen. Aber bisher war ich für die langwierige Bewerbung einfach zu ungeduldig. Außerdem finde ich es fantastisch, dass ich alles selbst bestimmen kann, auch wenn ich dann selbst für alles verantwortlich bin und weniger Leserinnen erreiche. So lange ich es mir leisten kann, mache ich aber gern so weiter.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Wenn du etwas machen möchtest, dann warte nicht auf andere, sondern leg einfach los. 😊

Sonntag, 22. Februar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Rabbit - Lieb dich, wie du bist von Antonia Sandmann

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Protagonistin Ingrid, um mit ihr über das Buch „Rabbit – Lieb dich, wie du bist“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten. Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Gack! Danke, ich bin Ingrid, eine von Jontes Hühnern. Ich bin eine schwarzbraune Barnevelder Henne und passe zusammen mit meiner Freundin Anastasia auf Jonte und sein Grundstück auf. Wir verteidigen nicht nur das Grundstück besser, als Loki, der Rottweiler der Nachbarn. Wir helfen auch Jonte bei seinen Problemen. Er sitzt immer bei uns in der Voliere oder im Garten und erzählt uns von seinem Tag. Manchmal versteht er uns nicht wirklich, aber meistens sieht er ein, dass wir recht haben!
Beschreibe uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Das ist einfach. Jonte und Tobi lernen sich auf einer Gala kennen. Tobi ist Model und verliebt sich auf den ersten Blick in Jonte. Der kann sich aber selbst nicht leiden, weil er einen Makel im Gesicht hat und Tobi nicht glauben kann, dass er liebenswert ist. Trotzdem schaffen es Anastasia und ich, die beiden zusammenzubekommen. Blöderweise gibt’s da noch Tobis Agentur, die sich einmischt und Profit schlagen will. Aber welche Aktionen die sich einfallen lassen, müsst ihr alle selbst lesen. Gack, gack.
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?
Na ja, in diesem Fall ist es schon Jonte, der sich selbst in diese dummen Situationen bringt, aber Antonia hat mich und Anastasia eingesetzt, um Jonte auf die richtige Spur zu bringen.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Jaaaa! Gack! Die Stelle, an der die Pizza geliefert wird. Mit viel Brokkoli obendrauf!
Was glaubst du, wie viel Antonia steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?
Ich glaube, es ist ein Wunschtraum von Antonia, ein Huhn zu sein. Ich meine … gack … wer möchte das nicht?
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Sie ist wie eine Mischung aus Anastasia und mir. Antonia ist normalerweise so wie Anastasia: sehr pflegeleicht, fröhlich und gackert lustig vor sich hin. Sie ist für jeden Schabernack zu haben und hält die Hühnerschar zusammen. Aber, wenn es ernst wird und jemand ihre Küken bedroht, mutiert sie zur Kämpferin und zeigt der Katze, wo das Huhn die Krallen hat.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Antonia hat mal erzählt, dass der Titel feststand, als sich der erste Gedanke für die Geschichte in ihren Kopf geschlichen hat. Ich hätte ja was mit Hühnern besser gefunden, aber der Titel bezieht sich auf Jonte.
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Gack? ICH durfte mit auf das Cover! Natürlich ist das gut!
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?
Ein Zitat von mir: »Gack, gack, gaaack!«
Und noch ein Schnipsel von Jonte:
Mein Herz weiß genau, was es will: Frieden. Und ein bisschen Liebe.
Danke für das Gespräch.

Freitag, 20. Februar 2026

[Schnipseltime] Faded Days - Liebe auf Bewährung von Bridget Lionhill

 

Mummy und ich singen unser Lieblingslied: Nick Nack Paddy Whack. Dabei hüpfen wir wie zwei Verrückte durch den Garten. Bis Daddy unsere Tanzbühne stürmt, mich durch die Luft wirbelt und dann auf seine Hüfte setzt. Er gibt mir ein Küsschen auf die Wange, lächelt mich kurz an und legt den zweiten Arm um Mummys Rücken. Mummy schlingt ihren ebenfalls um Daddy und küsst ihn. Ich lasse meine Arme um beide fallen und muss herzhaft lachen, weil George und William wie Indianer um uns hüpfen. Sie geben Würggeräusche wegen des Kusses von Mummy und Daddy von sich.

Doch der glückliche Moment zerplatzt wie eine Seifenblase. Gerade waren wir noch am Kichern und Tanzen – im nächsten Augenblick herrscht Panik und Angst.

Alle laufen Richtung Haus. Daddy trägt mich und Mummy zieht die Jungs an den Händen hinter sich her. Wir erreichen als Erste die Tür. In der Küche sieht sich Daddy kurz um und stürmt dann zur Abstellkammer.

„Ich hole noch die anderen. Bleib du hier und sei ganz still!“ Eine letzte Berührung, ein letztes gezwungenes Lächeln von ihm. Dann verschwindet er durch den Türrahmen und verriegelt von außen das Schloss.

Ich mache mich möglichst klein, in der Hoffnung unsichtbar zu sein. Es poltert vor der Tür und tiefe Stimmen dröhnen in der Ferne. Ich nehme gar nicht wahr, was sie sagen. Alles, was ich höre, ist das Hämmern meines eigenen Herzschlages und das Rauschen meines Blutes. Mein Körper bebt vor Angst und je mehr ich versuche, das Zittern zu unterdrücken, desto heftiger fühlt es sich an.

„Mummy.“ Meine Stimme ist nicht mehr als ein Wispern. Ich muss still sein, um mich nicht zu verraten. Doch am liebsten würde ich laut nach ihr rufen. Ich kann es kaum erwarten, bis sie zu mir kommt, mich in ihre Arme schließt und meine Angst wegküsst. An Mummys Seite ist immer alles nur noch halb so schlimm.

Mit geschlossenen Augen konzentriere ich mich auf das Bild meiner Mutter, wie wir vorhin durch den Garten getanzt sind. Ihre blonden Haare strahlten im Sonnenlicht mit ihrem Lachen um die Wette.

Dann dringt ein kurzes, dumpfes Geräusch zu mir. Und alles ist für einen Moment still.

 


[Buchvorstellung einmal anders] Faded Days - Liebe auf Bewährung von Bridget Lionhill


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Mrs Sophie, James und Jonathan aus „Faded Days – Liebe auf Bewährung“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Mrs. Sophie reicht lächelnd Kaffee & Kuchen: „Machen wir doch gern. Wir haben viel zu selten Gäste bei uns.“
James ergänzt mit einem Zwinkern: „Und wenn es leckeren Kuchen von Mrs. Sophie gibt, bin ich sowieso für alles zu haben.“
Jonathan: „Da bin ich ganz bei dir, Dad.“
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Mrs Sophie nimmt eine stolze Haltung ein und wirkt sofort ein Stück größer: „Ich bin Sues Haushälterin und kenne sie schon seit sie ein Baby war. Seit dieser eine Tag damals ihr Leben … oder vielmehr das Leben von uns allen … auf den Kopf gestellt hat, versuche ich so gut es geht für sie da zu sein.“
Nachdem ihn Mrs Sophie tadeln anblickt, schlingt James schnell seinen Bissen Kuchen hinunter, um ebenfalls antworten zu können: „Auch ich bin schon genauso lange hier an Susannas Anwesen im Dienst. Erst als Vorarbeiter und nun im etwas ruhigeren Lebensabschnitt als Helfer rund um Haus und Hof. Susanna ist wie eine Tochter für mich und ich wünsche ihr von Herzen, dass sie ihr Glück im Leben findet.“
Als letztes stellt sich Jonathan vor: „Ich wohne schon lange nicht mehr auf dem Pferdegestüt. Trotzdem bin ich Stammgast hier.“ Er überlegt kurz, bevor er fortfährt: „Sue und ich sind wie Geschwister – wir necken uns, streiten uns und sind aber dennoch für einander da, wenn der jeweils andere Unterstützung braucht. Sue bezeichnet uns gern als ihren Inneren Kreis. Denn sie hat es nicht so mit Besuchern und Fremden. Am liebsten hat sie einfach nur uns drei um sich.“
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Mrs Sophie wischt über die Theke, an der James etwas Kaffee verschüttet hat: „Oh, wie soll man das so kurz beschreiben.“ Nachdem der Lappen in der Spüle gelandet ist, trocknet sie ihre Hände an ihrer Schürze ab. Ein Lächeln zieht sich über ihr Gesicht. „Es ist aufwühlend, mitreißend und gleichzeitig auch so gefühlvoll. Das Buch ist wie meine kleine Susanna.“
Jonathan nickt und ergänzt: „Es ist eine Reise in die Vergangenheit und zeitgleich ein Aufbruch in die Zukunft. Wobei eines ohne das andere nicht möglich wäre.“
Wieder streift ein strenger Blick James, der sich intensiv seinem zweiten Kuchenstück widmet. Es dauert etwas, bis ihm die Stille auffällt und er Mrs Sophies Blick begegnet. „Ähm, ja – ja genau.“ Man merkt ihm an, dass er einen Moment braucht, um sich im Klaren zu werden, um welche Frage es gerade ging. Er sieht erleichtert aus, als ihm doch noch eine passende Ergänzung einzufallen scheint. „Eine Reise, die nicht nur Sue und Collin einiges abverlangt hat. Sie war für uns alle eine große Achterbahnfahrt der Gefühle.“ Sein Blick wandert nochmal zu Mrs Sophie, als wollte er sich eine Bestätigung holen, dass sie mit seiner Antwort zufrieden ist.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
„Und ob.“ Dieses Mal kommt Jonathans Antwort mehr als spontan. „Gerade in Szenen, in denen ich das komplette Gefühlsgewitter von Sue abbekomme, sehe ich Bridget förmlich mit einem schelmischen Grinsen vor ihrem Laptop sitzen.“
„Na, na.“ Die strenge in ihrer Stimmfarbe lässt keinen Zweifel, dass ihr diese Antwort nicht gefällt. Sofort nimmt sie Bridget in Schutz: „Das glaube ich nicht. Sie ist eine gutmütige Person und ich bin mir sicher, sie lässt uns nur so viel ertragen, wie es nötig ist, damit es den Lesern gefällt.“ Dann wendet sie sich zur Spüle und möchte gerade Wasser einlassen, als sie sich doch nochmal umdreht. „Außerdem kennt sie uns gut genug, um genau zu wissen, wie viel sie uns zumuten kann.“
Ein Räuspern von James lenkt die Aufmerksamkeit auf ihn. „Kann schon sein …“ Er ringt etwas mit seinen Worten und es wirkt, als würden sich Tränen in seinen Augenwinkeln sammeln. „Doch hätte sie Joliens Geschichte ruhig einen anderen Ausgang geben können.“ Er wendet sich ab und wischt sich übers Gesicht.
Mrs. Sophie fasst über die Theke nach James Hand und drückt sie. „Ach James. Du bist alt genug um zu wissen, dass man manchem Schicksal nicht auskommt.“ Auch sie braucht einen Moment, um ihr Fassung zu wahren, bevor sie weiterspricht. Ihre Stimme ist dabei kraftlos und leise. „So ist das Leben: Es ist ein Kommen und Gehen. Ein stetes Wechselspiel von Anfang und Ende.“
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Dieses Mal ist es James, der sofort eine Antwort parat hat: „Definitiv als Collin diesem blöden Mark alle Knochen brechen möchte. Wäre er dabei doch nur nicht unterbrochen worden.“
„James!“ Schon wieder fängt sich James tadelnde Blicke von Mrs Sophie ein. Dann streckt sie genussvoll den Kopf mit geschlossenen Augen in die Höhe, als würde sie sich an einen besonders schönen Moment erinnern. „Es war definitiv der Epilog … Soooo schön.“ Dieses Mal stehen ihr Tränen in den Augen – aber glückliche.
„Ja, da kann ich Mrs Sophie nur zustimmen.“ Mehr hat Jonathan zu dieser Frage scheinbar nicht zu sagen.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Jonathan überlegt: „Ich glaube Bridget teilt Collins liebe für ferne Länder.“
James ergänzt: „Uns sie backt mindestens so gern wie Mrs Sophie.“
Mrs Sophie braucht noch einen Moment zum Überlegen, dann fällt ihr etwas ein. „Und sie kann sich gut in Collin hinein versetzen, weil sie einen Bruder hat, der ebenfalls körperliche Beeinträchtigungen hat. Wie Collins Schwester.“
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Die Interviewpartner werfen mit einigen Schlagwörtern um sich:
„kreativ“ – „Romantikerin“ - „sadistisch“ – „eine Träumerin“ – „Familienmensch“
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Gerade als James etwas antworten möchte, fährt ihm Mrs Sophie dazwischen. „Der erste Teil des Titels stand schon nach dem Plot fest. „Liebe auf Bewährung“. Er passt einfach in mehrfacher Hinsicht zur Geschichte. Beim Untertitel gab es mehrere Varianten und erst Bridget Tochter brachte die tolle Idee mit „Faded Days“ ein. Finde ihn wunderschön und auch mehr als passend.“
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Jonathan scrollt auf seinem Handy, als würde er was suchen. „Ich hätte euch jetzt gern den ersten Entwurf gezeigt, der wirklich auch schön war. Aber ich finde ihn gerade nicht.“
James überlegt. „Meinst du die Blumenwiese im Sonnenuntergang mit Pusteblumen im Mittelpunkt?“
An Mrs Sophies Nicken erkennt man, dass sie den Entwurf auch kennt. „Ja, stimmt. Der war auch sehr schön. Aber halt als Cover nicht so geeignet. War zu wenig Eye-Catcher.“ Sie räumt ein paar Sachen in der Küche herum, weil ihre Hände einfach nie stillstehen können. „Aber dieses Cover, dass sie sich von @100covers4you gestalten hat lassen, ist ja nun wirklich ein Traum. Was sollte man daran aussetzen? Es ist perfekt.“
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Mrs Sophie muss nicht lange überlegen. „Wie ich es oben schon erwähnt habe: So ist das Leben: Es ist ein Kommen und Gehen. Ein stetes Wechselspiel von Anfang und Ende.“
Jonathan: „Mir gefällt dieses besonders: Darf man in seinen Gefühlen nicht auch mal für den Bruchteil eines Augenblicks schwanken?“
James enthält sich der Stimme und lässt sich dieses Mal auch von Mrs Sophies strengen Blick nicht aus der Ruhe bringen, während er noch etwas Sprühsahne auf sein Kuchenstück gibt.
Danke für das Gespräch
James antwortet, bevor sein letztes Kuchenstück in seinen Mund wandert: „Gerne!“
Jonathan pflichtet ihm bei und greift nach seiner Jacke. „Ja, war schön. Gerne mal wieder. Jetzt muss ich aber los. Die Pflicht ruft.“
Und auch Mrs Sophie verabschiedet sich: „Ja, es war wirklich schön mit dir. Besuch uns gerne mal wieder.“ Dann nimmt sie einen Papierteller aus einer Schublade. „Und du musst auf jeden Fall noch etwas von meinem Kuchen für die Leser mitnehmen.“

[Autoreninterview] Bridget Lionhill


Autoreninterview
Bridget Lionhill

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Bridget, komme aus einer ländlichen Kleinstadt in Oberbayern und wohne mit meiner 5-köpfigen Familie und Hund auf einer alten Hofstelle. Ich liebe dort die Ruhe und die Nähe zur Natur – besonders unsere uralte Trauerweide und herrliche Sonnenauf- & Untergänge.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das Lesen begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich genieße es, in andere Leben und Länder einzutauchen und dort Auszeit vom Alltag zu tanken.
Da ich schon immer gerne Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben habe, fing ich ohne großes Nachdenken irgendwann mal an eine Geschichte in den Laptop zu „klopfen“, die mir plötzlich durch den Kopf geisterte. Und so wurde ich nach und nach in die „Buchbubble“ gesogen …
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Ich habe bisher meine Debüt-Dilogie „Dark Brightness“ veröffentlich (Teil 1 „Neu geboren“ + Teil 2 „Liebe ist nicht gleich Liebe“). Es sind Romantic Suspense Bücher, in denen sich ein großer Spannungsfaden durch die Liebesgeschichte zieht.
In beiden Büchern begleiten wir Samantha auf Ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Nachdem sich ihre Ehe über viele Jahre hinweg vom großen Verliebtsein in eine toxische Zweckgemeinschaft verwandelt hatte, gibt ihr ein Seitensprung ihres Ehemannes endlich den Anstoß, daraus auszubrechen. Doch obwohl sie vorerst von anderen Männern nichts wissen möchte, tritt der wesentlich jüngere Ricardo in ihr Leben und zeigt ihr wieder, was Leben und Sinnlichkeit bedeuten …
Doch das Glück hält nicht lange an und es ziehen dunkle Wolken auf, die sie zu verschlingen drohen.
„Sanftmut und Wildheit – Helligkeit und Düsternis – Gut gegen Böse!“
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Es wartet eine weihnachtliche Liebesgeschichte auf meinem Laptop, die ich eigentlich schon seit 3 Jahren fertig schreiben möchte. Das wird voraussichtlich mein nächstes Projekt.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Zeit mit meiner Familie verbringen, lesen und als ganz neues Hobby habe ich das Häkeln für mich entdeckt. Doch leider habe ich viel zu wenig Freizeit.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Aktuell liebe ich die Bücher von Lilly Lucas. Da die freie Zeit fürs Lesen leider sehr begrenzt ist, hole ich mir ihre Bücher meist als Hörbuch. Sie hat wirklich tolle Hörbuchsprecher.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Im Winter schreibe ich am liebsten gemütlich auf der Couch, in eine Decke gewickelt und eine heiße Tasse Tee neben mir. Im Sommer sitze ich dazu gern im Garten mit einem Glas Weinschorle.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Wie oben erwähnt ist Freizeit bei mir ein knappes Gut. Auch wenn meine drei Kinder langsam erwachsen und unabhängiger werden, brauchen sie noch meine Unterstützung. Außerdem arbeite ich in der Firma meines Mannes mit und habe einen zusätzlichen Bürojob. Als Herzensangelegenheit betreue ich auch noch Schulen mit dem Klasse2000 Projekt.
Wenn ich dann noch die Zeit für Kochen, Haushalt und Hundespaziergänge wegrechne, bleibt nicht mehr viel …
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Egal ob Lesen oder Schreiben – ich brauche immer eine Prise Liebe in den Geschichten.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mein Lieblingszitat ist: „Die Jahre lehren uns Dinge, die Tage nicht mal erahnen.“ Denn da steckt so viel Wahrheit drin.
Das zweite Lieblingszitat habe ich in das neue Buch verpackt: „Man kann einen störenden Nagel aus eine Stück Holz ziehen, doch es wird an der Stelle für immer ein Loch zurückbleiben.“ – Denn ich sehe darin ein großes Problem in der heutigen schnelllebigen Zeit. Die Leute werfen schnell mit Urteilen, Beschimpfungen und der gleichen um sich und gehen davon aus, dass eine Entschuldigung danach alles wiedergutmachen kann. Doch oft verursachen solche Worte „Löcher“, die sich nie mehr ganz schließen …
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Mein Lieblingsland ist definitiv Kanada. Ich war selbst schon zweimal dort – das letzte Mal 2024 mit der ganzen Familie. Ein Lebenstraum, meinen Kindern diese unvorstellbare Weite und Natur dort zu zeigen.
Dort tickt die Zeit irgendwie anders, alles läuft relaxter und auch die Menschen dort sind viel offener und zuvorkommender.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Es kommt immer darauf an … Konstruktive Kritik ist immer willkommen. Natürlich hört sie niemand gern und man muss sie oft erst verarbeiten. Aber sie bringt einen am Ende ja auch weiter.
Kritik, die mehr etwas mit stichpunktartigen Vorwürfen zu tun hat, aus denen man nichts schließen kann, kann ich nicht leiden – weil sie niemanden etwas bringen, außer vielleicht für einen kurzen Augenblick dem, der damit gerade seinem Frust abbaut.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich habe gleich zum Beginn kurz in die Zusammenarbeit mit einem Kleinverlag „geschnuppert“, fühlte mich da aber nicht gut aufgehoben. Ich wurde dort angenommen, obwohl meine Geschichten überhaupt nicht in das sonstige Programm des Verlags passten. Da ich dann aber schon viele Kontakte mit Selfpublishern geknüpft hatte und mir da Tipps und Unterstützung holen konnte, stürzte ich mich in das Abenteuer Selfpublishing und fühle mich dort ganz wohl.
Aus Erfahrungen befreundeter Autoren habe ich gelernt, dass man als „kleiner Autor“ auch bei Verlagsbüchern viel der Marketingarbeit selbst leisten muss, dafür aber einiges an Mitspracherecht einbüßt.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Es würde mich freuen, wenn es mehr und mehr Leser werden, die auch Selfpublishern eine Chance geben, auch wenn sie nicht so präsent wie große Verlagsautoren sind. Und was besonders wichtig ist: Nehmt euch Zeit für Feedback und Rezensionen! So können auch kleine Autoren ein klein wenig ins Rampenlicht treten.

Donnerstag, 19. Februar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Zweipfennings geisterhafte Detektei - Erster Fall von Felix Bartsch


 
Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Felix seinen Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch des Autors „Zweipfennings geisterhafte Detektei – Erster Fall“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist er weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben dem Autor am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. Doch da klettert jemand aus dem Buch und setzt sich zu uns.

Wer bist du denn? Willst du dich den Besuchern des Blogs vorstellen?
Rufus: Blog? Was für ein Blog? Ich war eigentlich auf der Suche nach einem Geist, der hier irgendwo sein müsste. Lange Tentakel, gefräßiges Maul, leerer Blick. Ich bin dem schon seit ein paar Tagen auf den Fersen. Hast du ihn zufällig gesehen? Nicht? Das ist dann wohl ein Problem. Aber gut, wenn ich sowieso schon hier bin, kann ich auch kurz durchschnaufen. Ich heiße Rufus Zweipfennig.
Herzlich Willkommen, Rufus. Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Rufus: Zu dritt? Ist der Geist etwa doch hier? Ach so, es geht um das Buch. Wie langweilig.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Rufus: Hatte ich denn eine Wahl? Ich bin hier ja nur zufällig reingestolpert.
Buch: Sei still, Rufus. Jetzt reden die Erwachsenen.
Rufus haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Buch: Ich bin voll mit verschrobenen Charakteren, viel Humor, seltsamen Geistern und offenbar einer recht packenden Kriminalgeschichte. Da gibt es ein paar Wendungen, aber ich möchte nicht zu viel verraten: Nur so viel: Rufus wird im Verlauf der Geschichte ordentlich in die Mangel genommen. Aber er sitzt ja noch hier, also kann es gar nicht so schlimm gewesen sein.
Rufus: Das sagst du. Du musstest dich ja nicht in einen Kofferraum sperren lassen.
Buch: Jetzt fängt er wieder damit an …
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit dem Autor zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihm leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Protagonist genau so?
Buch: Dieser Felix Bartsch macht seine Sache schon gut. Ich bin zufrieden mit ihm als meinem Schöpfer.
Rufus: Bleib mir bitte weg mit dem. Dem habe ich den ganzen Irrsinn doch zu verdanken.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Rufus: Ich mag die Stelle, an der es endlich vorbei ist und ich wieder meine wohlverdiente Ruhe habe. Eine Tüte Gummibärchen, eine leckere Limo und einfach mal die Füße hochlegen. Dann muss ich mich auch nicht mit diesem Hexenzirkel herumschlagen.
Wisst ihr wie viel Felix tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Rufus: In mir steckt niemand, denn noch bin ich nicht völlig geisteskrank geworden. Das kann wirklich passieren, wenn man zu viel Zeit mit Geistern verbringt. Berufsrisiko, quasi. Dann setzen sie sich im Körper fest und brechen immer mal wieder hervor, um die Kontrolle zu übernehmen. Aber noch ist das nicht passiert, hier ist kein Felix drin.
Buch: So meinte sie das doch nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viel von ihm in mir steckt. Immerhin spiele ich in Koblenz und damit in seiner direkten Lebenswelt. Und auch der Humor kommt ja nicht von ungefähr.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller den Autor beschreiben?
Rufus: Dem ist nicht zu trauen. Der lässt sich immer jede Menge Quatsch einfallen, die mir das Leben schwer macht.
Buch: Aber ohne ihn, würde es uns alle nicht geben.
Rufus: Das ist … faszinierend. Wenn man bedenkt … mit dem richtigen Blickwinkel … mal R zum Quadrat … Also ist er eine Art Gott? Mit Göttern kenne ich mich aus, die regieren die zwölf Sektionen der Nebenwelt. Und wenn er wirklich ein Gott ist, sollte er sich bitte auch da aufhalten und uns nicht das Leben schwer machen.
Buch: Am Ende geht es doch gut aus. Was hast du denn?
Rufus: Du hast ja leicht reden. Du läufst ja nicht mitten in der Nacht nur in Unterwäsche durch die Koblenzer Innenstadt, weil dich ein verrückter Frosthexer angegriffen hat.
Buch: Also ich finde, du übertreibst. Dieser Felix scheint ein echt netter und unterhaltsamer Kerl zu sein.
Rufus: Pfff …
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du als Buch oder du als Hauptcharakter viel Mitspracherecht?
Buch: Der Titel sucht das Buch aus, nicht umgekehrt. Und ich bin sehr zufrieden.
Rufus: Das Buch heißt nach meiner Detektei. Die Werbung kann ich echt gebrauchen. Im Moment werde ich noch wahnsinnig davon, dass mich das Telefon andauernd anschweigt.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Buch: Ich sehe fantastisch aus. Was sollte man daran ändern?
Zum Abschluss würde mich noch jeweils euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Rufus: An einer Stelle darf ich „Heureka“ sagen. Damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen.
Nun betritt der Autor wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und sein Protagonist antworten. Leise flüstere ich den beiden noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich dem Autor zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«