Sonntag, 9. August 2026

[Schnipseltime] Risse der Melodie von Nicole Stranzl


 

Mein Vater lehnt auf dem Stock. Seine Krankheit hat einen Greis aus ihm gemacht. Seine Wangen sind eingefallen, da sind Bartstoppeln auf seinem sonst immer glattrasierten Gesicht. Sein Haar ist schütter und ergraut. Er ist ein Schatten seiner selbst. Wo ist der strenge Mann, der mich stets gemaßregelt hat, wenn ich mich nicht züchtig genug verhielt?

„Noah.“ Die Tonlage ist undeutbar.

„Wie … geht es dir, Papa?“ Ich fühle mich unwohl, hier zwischen Tür und Angel. Reinbitten werden meine Eltern mich aber vermutlich nicht. Viel eher jagen sie mich gleich davon.

„Ich sterbe.“ Die Gelassenheit, mit der er spricht, jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken.

Ich öffne den Mund und schließe ihn wieder. Die passenden Worte wollen nicht kommen. Was sagt man auch darauf?

„Aber das ist in Ordnung. Ich bin bereit für das Paradies. Ich bin bereit, deinen Bruder wieder zu treffen.“

„Wenn er denn da ist.“ Die Stimme meiner Mutter ist leise, ihr Blick ist gen Boden gerichtet.

Das ist wohl DIE Gelegenheit, um sie zu fragen, doch mein Vater durchkreuzt meine Pläne.

„Komm doch rein.“

Ich denke, mich verhört zu haben. Lädt er mich ernsthaft ins Haus ein?

„Ahm …“

Er dreht sich um und wackelt mit seinem Stock den Flur lang. Auch meine Mutter ist sichtlich überrascht, sagt jedoch nichts und folgt ihrem Mann. Wie immer. Eine gute Frau widerspricht ihrem Ehemann nicht.

Eilig streife ich meine Schuhe ab und betrete das Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Es sieht alles noch aus wie früher. An den Wänden hängen Kinderfotos, auch von mir, was mich überrascht. Ich habe angenommen, sie hätten mich aus ihrem Leben gelöscht.

Ich wende meinen Blick ab und folge meinen Eltern ins Wohnzimmer.

„Ich setze uns Tee auf“, sagt meine Mutter und verschwindet in der Küche.

Mein Vater sitzt bereits in seinem alten Schaukelstuhl. Ob das eine gute Idee ist? Kommt er da wieder raus? Ich verkneife mir jeden Kommentar und nehme ihm gegenüber auf der alten Couch Platz. Es ist dieselbe, auf der Adam und ich als Kinder herumgesprungen sind, wenn meine Eltern es nicht mitbekommen haben. Auch diesen Raum schmücken etliche Bilder. Erst jetzt fällt mir auf, ich bin auf keinem älter als zwölf Jahre. Vermutlich, weil der Teufel erst in der Pubertät von mir Besitz ergriffen hat. Da habe ich angefangen, alles zu hinterfragen, frech zu werden und mit Jungs zu schlafen. Mit zehn Jahren war ich wohl noch nicht vom Weg abgekommen, wie es meine Eltern formulieren würden.

„Früher sind wir beide in diesem Schaukelstuhl gesessen“, sagt mein Vater plötzlich. „Genau hier hab ich dich gehalten.“ Er beugt seinen Arm und schaut hinab, als könnte er tatsächlich ein Baby sehen. „Du hast mich mit deinen dunklen Augen angesehen. Du hast sie von deiner Großmutter geerbt. Sie war auch immer sehr eigensinnig.“ Ich frage mich, ob mein Vater meine Anwesenheit schon vergessen hat, so weggetreten ist er, als er plötzlich seinen Blick hebt und mich direkt ansieht. „Wenn du jetzt so vor mir sitzt, dann kann ich kaum glauben, dass du jemals hier reingepasst hast.“ Tränen glitzern in seinen Augen. „Manchmal frage ich mich, ob ich dich nicht fest genug gehalten habe. Vielleicht könntest du immer noch hierher passen, wenn ich mir mehr Mühe gegeben hätte.“

Mein Hals wird trocken und meine Augen feucht. Ich verstehe, was er mir sagen will. „Papa, du …“

„Ich konnte ihn nicht retten“, werde ich unterbrochen. „Und dich auch nicht.“

„Du musst mich nicht retten.“ Heftig blinzele ich. „Papa, ich muss nicht gerettet werden. Es geht mir gut.“

„Hast du ein Mädchen?“

„Nein.“

„Willst du für immer allein sein?“

„Ich bin doch nicht allein.“

Da ist so viel Unverständnis in seinem Blick und abermals schmerzt es tief in meiner Brust. Es ist, als würden wir zwei verschiedene Sprachen sprechen. Vermutlich tun wir das.

[Buchvorstellung einmal anders] Risse der Melodie von Nicole Stranzl

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Noah und Tom aus „Risse der Melodie“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Noah: Hallo und schön, dass wir da sein dürfen.
Tom: Hey allerseits.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
(Noah sieht zu Tom): Willst du anfangen?
Tom: Nein, mach du! Immerhin bist du das Rampenlicht und die Interviews gewohnt.
Noah: Okay, also ich heiße Noah und bin heute mit Tom hier, meinem Partner. Wie schön, dass ich das endlich sagen darf. Lange waren wir nämlich nur beste Freunde.
Tom: Wir waren immer schon mehr.
Noah: Ja, Seelenverwandte. Aber das klingt so kitschig, da verschrecken wir gleich alle. Ich glaube, wir gehen jetzt mal weiter zur nächsten Frage.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Noah: Im Fokus steht meine Geschichte. Mit 17 Jahren haben meine Eltern mich von Zuhause rausgeworfen, weil sie mich in flagranti mit Tom erwischt haben. Das war für sie ein Weltuntergang, weil wir Zeugen Jehovas waren. Ich bin mittlerweile nicht mehr in der Sekte.
(Tom räuspert sich): Das sagt man nicht, Noah. Es ist eine anerkannte Religionsgemeinschaft und das ist ein öffentliches Interview.
Noah: Natürlich, Herr Staatsanwalt. Jedenfalls musste ich mich entscheiden zwischen meiner Familie und Tom. Ich bin bei seiner Familie untergekommen. Leider hat das mit uns anfangs nicht gehalten, Tom hat eine Familie gegründet …
Tom: Du willst doch nicht gleich das ganze Buch erzählen! (seufzt) Man könnte sagen, es ist ein sehr emotionaler Roman, der sich mit den wichtigsten Themen des Lebens beschäftigt: Familie, Liebe und der Frage: Wer bin ich wirklich und wer will ich sein?
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Noah: Definitiv! Wobei ich glaube, dass sie mit uns ja noch relativ harmlos umgesprungen ist. Ich hab ein paar ihrer anderen Bücher gelesen … (schüttelt sich theatralisch) Da sind wir ja noch gut dabei ausgestiegen.
Tom: Also für mich war es genug Drama und Herzschmerz. Und dann noch die Sache mit deinem Bruder und deinem Vater …
Noah: Ich hab gedacht, wir sollen nicht zu viel spoilern!
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch? 
Noah: Da muss ich nicht lang überlegen. Meine Lieblingsstelle ist natürlich ganz am Schluss, wo Tom endlich seinen Arsch hochkriegt und mir sagt, dass er mich will. Hat ja auch ganz schön lang gedauert! Aber dafür war es wirklich wie in einer dieser Schnulzen. Na ja, es war jetzt kein Flughafen vorhanden, aber du warst trotzdem verdammt sexy, wie du reingestürmt und endlich gesagt hast, dass du mich willst.
Tom: Du hast ausgesehen, als würdest du gleich kotzen.
Noah: Ja, weil’s unerwartet war. Im Nachhinein unerwartet gut.
(Tom lächelt): Ja, das war ein schöner Moment. Ich mochte jedoch auch die Szene sehr, wo du endlich aufwachst und dir klar wird, wie toxisch deine Familie eigentlich ist.
Noah: Entschuldige mal! Das war mir schon lange klar.
Tom: Ja, aber als du dann noch mal zu deiner Mutter gegangen bist und sie konfrontiert hast …
Noah sagt trocken: Ist klar, du magst natürlich die Stelle, wo ich am meisten leide.
Tom: Ich mag nicht, dass du leidest, aber es hatte was Befreiendes. Hast du zumindest gesagt.
Noah: Ja, stimmt. Aber es hat verdammt wehgetan. Vielleicht wechseln wir jetzt lieber das Thema.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Noah: Puh, also singen kann sie mal sicher nicht.
Tom: NOAH!
Noah: Was? Stimmt doch.
Tom (schüttelt den Kopf): Nachdem außer Noah und mir auch noch meine Ex-Frau Sina und Noahs Gspusis Livia und Chris zu Wort kommen sind da sicher einige Charaktereigenschaften der Autorin vorhanden. Allen voran, dass sie ebenfalls sehr schwer Entscheidungen trifft und sich zu viele Gedanken darüber macht, was die anderen über sie denken könnten. Oder auch, ob ihnen ihre Arbeit gefällt. Also seid nett bei den Bewertungen des Romans.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Noah: Empathisch ist das erste Wort, das mir einfällt. Sie schafft es, sich in nahezu jede Person hineinzudenken und mitzufühlen. Beim Schreiben meiner Geschichte hat sie an manchen Stellen mitgeweint. Wir sind doch alle fünf sehr unterschiedlich, aber sie hat mit jeder und jedem von uns mitgefiebert und unseren inneren Kampf verstanden.
Tom: Außerdem ist sie ein Workaholic. Schau dir mal ihre Bücherordner an. Im Februar erschien ihr letzter Thriller „Waldgeheimnis“. Am 7. August kommt unser Buch „Risse der Melodie“ raus und am 14. Februar 2027 kommt schon die Fortsetzung von „Waldgeheimnis“. Sie hat gleichzeitig an mehreren Manuskripten gearbeitet und arbeitet schon wieder an neuen Werken.
Noah: Nicht zu vergessen, dass sie 30 Stunden die Woche als Zeitungsredakteurin tätig ist. Und viele Veranstaltungen plant. Am 13. August ist übrigens die Premieren-Lesung unseres Buchs.
Tom: Mhm, und wer es nicht schafft, nach Kalsdorf zu kommen, kann sich am 11. August online bei „allabendlichqueer“ einschalten.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Noah: Der kommt von Nicole, unserer Autorin. Er war sofort in ihrem Kopf und auch der Verlag hatte keine Einwände. Ich finde, er passt wie Faust aufs Auge. Ich bin ja Musicaldarsteller und auch in Livias Leben spielt die Musik eine große Rolle. Musik berührt die Menschen, ein Leben ohne sie wäre grauenvoll. „Melodie“ bietet eine wunderbare Metapher. Toms und mein Herz schlagen im selben Takt, in der gleichen Melodie.
Tom: Jetzt wirst du wieder extrem kitschig. Vielleicht erkläre ich deswegen die Risse. Sie beziehen sich einerseits auf den Bruch zwischen Noah und seiner Ursprungsfamilie, andererseits auf meine Ehe. Sina und ich haben lange versucht, die Risse zu kleben, leider ist es uns misslungen.
Noah: Was heißt das „leider“? (schnaubt) Innerlich fühlten wir fünf uns wohl alle zerrissen. Oder zumindest hin- und hergerissen zwischen dem, was wir wollten, dem, was die Gesellschaft will. Und manche wussten ja selbst nicht, was sie wollen. (wirft Tom einen vielsagenden Blick zu.)
Tom: Nächste Frage.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Tom: Es sieht sehr hübsch aus. Auch sehr passend mit den Noten und dem Riss und Wien, wo die Geschichte spielt.
Noah: Sehe ich genauso.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Tom: Also dein „Meredith-Grey”-Moment war schon witzig.
Noah: Witzig? Bist du bescheuert? Soll ich dir jetzt eine reinhauen oder später?
Tom: Hey, Gewalt ist keine Lösung.
Noah: Dann behaupte nicht, dass es witzig ist, wenn ich dir mein Herz offenlege und du es mit Füßen trittst.
Tom: Das ist sehr theatralisch, aber ja … vielleicht suchen wir lieber ein anderes Zitat.
Noah: Ich mag ja besonders gern: „Manchmal muss man die Scherben wegkehren, und Platz für etwas Neues schaffen. Je länger man versucht, sie wieder zusammenzukleben, desto mehr Schnitte und Verletzungen fügt man sich hinzu.“
Tom: Natürlich magst du das. Immerhin hat es das Ende meiner Ehe bedeutet.
Noah: Was ist dein Lieblingszitat?
Tom: Ein etwas längeres, aus meiner Lieblingsstelle, dein letzter Besuch bei deiner Mama: „Ein letztes Mal schweift mein Blick durch das Wohnzimmer. Der umgekippte Schaukelstuhl, der kaputte Tisch, meine Mutter inmitten der Scherben. Ein seltsames Gefühl von Zufriedenheit erfüllt mich. Endlich ist das Bild der falschen Perfektion zerstört. Das Chaos zeigt sein Gesicht. Es war stets hier. Versteckt hinter einer Fassade von vermeintlichem Familienglück. Das ist die hässliche Wahrheit. Diese Familie ist zerbrochen. Schon so lange.“
(Tom greift nach Noahs Hand, der drückt sie fest.)
Noah: Das war wirklich ein sehr schwerer Moment für mich. Ich glaube, ich muss mich jetzt etwas sammeln.
Tom: Vielleicht sollten wir an der Stelle lieber aufhören. (sieht Noah besorgt an und sagt zu ihm): Tut mir leid, dass ich das aufgebracht habe.
Noah lächelt gezwungen: Schon gut. Ich bedanke mich für das Gespräch. Alles Gute euch allen! Ich hoffe, ihr lest meine Geschichten, es gibt auch schöne kitschige Momente. Versprochen. Und vielleicht hilft es der ein oder dem anderen ja auch, der gerade selbst in einer Krise steckt. Das würde mich freuen. Denkt immer dran: Ihr seid gut und genau richtig, wie ihr seid!
Tom: Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Danke für das Interview.
Danke für das Gespräch.

Samstag, 8. August 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Gärten der Stille - Verloren von Lucie Stumm

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Maelis, Sevinh, Caelra und die Holzflöte aus „Gärten der Stille – Verloren“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Maelis: Gerne.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Caelra knufft Sevinh in die Seite
Maelis: Hallo. Ich bin Maelis. Aus dem Kloster des Wissens.
Sevinh: Tu nicht so schüchtern. Ich bin jedenfalls Sevinh, aus Gavindael. Das ist eine ziemlich große und schöne Stadt an einem See.
Caelra: Außerdem bist du ein Langfinger.
Sevinh: Hey!
Caelra: Stimmt doch. Oh, vorstellen. Caelra mein Name. Ich soll auf die anderen aufpassen.
Flöte: Und ich bin einfach immer dabei
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Caelra: wer suchet, der findet?
Maelis: Das ist ein bisschen wenig, oder? Ich meine, es geht um ziemlich verwirrende alte Dinge, die wir da ausgraben.
Sevinh: Ausgraben? Du meinst aus dem Nebel fischen?
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Sevinh: bestimmt!
Maelis: Ich bin mir nicht sicher. Sie lacht eigentlich eher dann, wenn du wieder Blödsinn machst. Ich habe sie auch schon weinen hören.
Caelra: Moment mal! Die ist schuld? Ich muss mal ein ernstes Wörtchen mit ihr reden!
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Flöte: Oh ja! Da, wo ich endlich gefunden werde!
Sevinh: Ich mag die Stelle, wo ich beim Würfelspiel gewinne
Maelis, grinsend: Nicht die, wo Caelra dich retten muss?
Sevinh: Hack du nur weiter auf mir rum! Dann verrate ich den Lesenden von deinem ersten Auftritt!
Flöte: Der war doch gut? Die Stelle mag ich auch sehr.
Maelis: Und ich das Gespräch mit der Äbtissin. Beim Licht, war ich aufgeregt! Aber es ist alles gut gegangen.
Caelra: Für meine Lieblingsstelle müsste ich, wie heißt das, spoilern? Und den Fiesling durfte ich nicht verhauen, obwohl er es wirklich verdient hätte!
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Maelis: ich glaube in jedem von uns ein wenig. Vielleicht liegt das daran, dass sie Rollenspielerin ist
Caelra: Das wird ja immer wilder!
Sevinh: vielleicht ist sie auch Glücksspielerin?
Flöte: Ich weiß, dass sie Blockflöte spielen kann.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Maelis: Der Titel stand schon fest, nur der Untertitel nicht. Aber wir wurden nicht gefragt!
Flöte: sehr schade, ja. Ich finde, dem Titel hätte etwas mehr mit Musik gut gestanden. Ich meine: Stille. Wer will denn Stille?
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Maelis: ich mag es sehr, besonders die Statue. Die sieht aus wie im Kloster.
Caelra: ich hätte ja gern irgendwo noch ein Schwert drin gehabt, aber die Blumen sind schon hübsch
Flöte: Ich finde immer noch, es strahlt zu wenig Musik aus.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Flöte: das Lied von Aela
Maelis: „Ich bin auf niemandes Seite. Es ist eine Frage, ein Angebot. Ob du es annimmst oder nicht, ist deine Entscheidung.“
Sevinh: „Ich bin lieber mit euch unterwegs.“
Danke für das Gespräch

[Autoreninterview] Lucie Stumm


Autoreninterview
Lucie Stumm


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo, ich bin Lucie, bin 45 Jahre alt und liebe es, in Geschichten abzutauchen und andere darin mitzunehmen. Ich habe zwei Kinder, sie leider nur mäßig gerne lesen, aber verdammt kreativ im Erzählen sind.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Schreiben war eine natürliche Fortsetzung vom Lesen, ich glaube ich habe damit direkt angefangen, als ich es konnte. Dann die üblichen peinlichen Teenagerstorys, die man lieber unter Verschluss hält (aus gutem Grund!), sehr viel Schreiben im Rollenspiel (Das Schwarze Auge und so). Nachdem ich 2024 angefangen habe, eine Buchmesse zu organisieren, habe ich beschlossen, dass ich das Thema Roman noch mal angehe.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher ein Beitrag in der Anthologie „Verborgene Welten“ von Martina Zöchinger, dort gibt es einen kleinen Einblick in die Welt meines Romans, der jetzt am 7.11.26 rauskommt: Gärten der Stille - Verloren
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Dauernd. Ich springe zwischen Bd 2 von Gärten der Stille, einem SciFi Thriller und einer Romance
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Freizeit? Was ist das? 😉
Aber im Ernst: ich lese auch sehr gerne und höre Musik.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Mein guilty pleasure an Büchern? Alle Reihen von Christiane Gohl. Sie schreibt im Bereich Jugendbuch / Pferde
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ein Eck-Schreibtisch mit gerade genug Platz für den Laptop und ganz vielen Notizen und Krimskrams außen rum
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Nachdem die Kids wach sind, geht’s zum Bäcker, um dort Brötchen zu holen und zumindest 20min etwas zu schreiben. Dieses Ritual ist mir sehr wichtig. Dann liegt für mich der Brotjob an. Mit etwas Glück bleibt vor der Rückkehr der Kids noch eine halbe Stunde zum Schreiben. Mittagessen. Spielen, Haushalt. Dies, das und jenes für die Buchmesse vorbereiten, in kleinen 10min Häppchen. Hausaufgaben. Abendessen. Danach ist das Hirn zu matschig für weiteren Output.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen die oben erwähnte „Ponyliteratur“, die mich seit der Kindheit begleitet, sowie Fantasy. Beim Schreiben Fantasy, gefolgt von SciFi und, seit neuestem, Romance.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Geht nicht? Das wollen wir mal sehen!
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Kanada. Sooo viel Weite, so viel Platz, so viel Gegend und so nette Menschen.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Jein. Ist etwas abhängig von der Tagesform und wie nah ich emotional an einem Thema bin. Meistens kann ich mit etwas Abstand aber auch Kritik annehmen, bei der ich im ersten Augenblick dachte „Nix is!“
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Viel mehr Freiheiten, keine Deadlines.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Folgt euren Träumen!

Donnerstag, 6. August 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Unterwegs zu mir - Zwischen Regenwald und Ozean von Nicole Bergmann


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Protagonistin Franzi, um mit ihr über das Buch „Unterwegs zu mir“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten. Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Hi, ich bin Franzi, 35 Jahre, Mama von zwei wundervollen Kindern (4 und 2 Jahre alt), verheiratet mit Jonas. Beruflich bin ich Projektmanagerin und ich liebe es zu Reisen (zumindest habe ich das geliebt, bevor ich Mutter wurde).
Beschreibe uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.
Mein Alltag zwischen Kindern, Job und Haushalt wächst mir etwas über den Kopf. Im Buch begleitest du uns als Familie auf einer Wohnmobilreise durch Australien. Ich hoffe, dass diese Auszeit vom Alltag mir etwas Entspannung bringt.
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?
Ich glaube es macht ihr Freude zu sehen, wie ich über mich hinauswachse, und mitzufiebern, wann ich endlich für meine Bedürfnisse einstehe. Doch am meisten Freude hat sie sicher daran mit mir gemeinsam immer und immer wieder durch Australien zu reisen, in jeder Überarbeitungsrunde erneut, obwohl sie schon längst wieder zurück in Deutschland war.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Der erste Sonnenaufgang am Meer direkt nach unserer Ankunft in Australien. Dieses Wunder der Natur ist einfach so magisch. Seitdem liebe ich es am Strand entlang zu spazieren. Mit dem Wellenrauschen im Hintergrund fühle ich mich direkt mehr verbunden mit mir selbst.
Was glaubst du, wie viel Nicole steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?
Vermutlich mehr, als ihr recht ist. Ich weiß ja, dass sie selbst mir ihrer Familie eine ähnliche Reiseroute durch Australien hatte wie wir und wir ähnliche Erlebnisse zu unseren Highlights zählen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass in mir auch ein Teil Nicole steckt. Sie ist manchmal auch perfektionistischer als es ihr lieb ist.
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Super sympathisch, sehr strukturiert mit einem großen Herz.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Ich weiß noch, wie wir an Silvester in Newcastle waren und Nicole das Wort „Ende“ unter den Roman geschrieben hat. Der Untertitel „Zwischen Regenwald und Ozean“ stand schon früh fest, weil wir beide so fasziniert von Cape Tribulation waren, der Ort, an dem der Regenwald aufs Great Barrier Reef trifft. Das war für uns sofort ein Sinnbild für den Roman. Beim Haupttitel hat Nicole sich echt schwer getan, hatte diverse Varianten auf verschiedene Zettel geschrieben, bevor sie ins Bett gegangen ist. Als sie morgens aufgewacht ist, habe ich ihr meinen Wunschtitel ins Ohr geflüstert und sie ist mit einer Sicherheit aufgewacht, dass sie den richtigen Titel für den Roman gefunden hat, sodass sie gar keinen Zettel mehr ziehen brauchte.
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Ich bin so verliebt in das Cover. Ich weiß nicht, wann Laura Newman, die Coverdesignerin, uns heimlich in Australien besucht hat. Es ist wie ein echter Schnappschuss. Ich sehe förmlich, wie ich ständig in Gedanken bei meiner Familie bin. Gleichzeitig ist da die wunderschöne Natur Australiens, meine Lieblingsblumen, die Frangipanis. Der Regenbogenlori bringt etwas Farbe und Leichtigkeit ins Cover.
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?
Vertraue dem Leben. Du hast es geschafft, dir diesen Traum zu erfüllen. Du kannst alles schaffen, was du willst.
Danke für das Gespräch.

Mittwoch, 5. August 2026

[Coverinterview] The Maidens Fate von Rebecca Weiß


 
Coverinterview „The Maidens Fate“

Heute habe ich Rebecca Weiß zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.

Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Nach dem Titel
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?
Bei diesem Buch tatsächlich ja. Es ist aber sogar noch viel schöner geworden, als ich mir vorgestellt habe dank der lieben Magical Cover - Coverdesign
Welche Bedeutung haben für dich die zwei Silhouetten , die Äste, Federn und das Schloss?
Es handelt sich bei dem Buch um eine Märchenadaption zu dem Märchen „Die Gänsemagd“ der Gebrüder Grimm. Die Silhouetten stellen die Protagonistin (Prinzessin Lucia in Weiß) und Antagonistin (ihre Zofe Auria in Schwarz) dar. Die Federn wegen der Gänse(magd). Das Schloss spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte, da es um einen Streit wegen der Macht und Stellung am Hofe geht. Die Äste stehen für die Natur und den Wald, in dem einige Szenen spielen.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Besonders die Silhouetten sollten die Gegensätzlichkeit der Prinzessin und ihrer Zofe zeigen und etwas magisches beim Betrachten fühlen lassen.
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt?
„Ich weiß meine Freundin! Aber das hier ist das Leben, das ich mir wünsche!“
Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?
Ich bin nicht nur 100% zufrieden, sondern ich würde sagen 110% ! Die Designerin hat da echt etwas gezaubert, dass ich es mir sogar als Poster habe Drucken lassen und eingerahmt in meine Bibliothek gehängt habe ^^
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊

Dienstag, 4. August 2026

[Schnipseltime] Besuch von Felinea Prime von Luzi Morgenstern


 

Schnipsel aus „Besuch von Felinea Prime“

»Die höchstentwickelte, dominante Art nennt sich Mensch. Sie vernichtet aber viele der anderen Lebewesen und ihrer Lebensräume. Wenn sie mit der Zerstörung in diesem Tempo weitermacht, wird Terra in wenigen Jahren bis Jahrzehnten der ansässigen Zeitrechnung unbewohnbar werden …« 

Das Lächeln fiel aus Clawdens Gesicht wie ein nasser Lappen. 

Mensch. 

Wie das in seinen Ohren schon klang. 

~*~*~*~

Clawden konnte ein abfälliges Grinsen kaum unterdrücken. So ein lächerlicher, unwürdiger Name. Minka. Pff.

»Komm mit, ich zeige dir alles.«

Er führte Minka zuerst zum Ausstatter, der ihr im Handumdrehen mithilfe des Quantenfabrikators passende Kleidung fertigte. Immerhin konnte er seinen Gast doch nicht nackt herumlaufen lassen. Da sie Schwierigkeiten damit hatte, auf ihren Hinterbeinen zu gehen, bekam sie außerdem einen Rollator. Weiter ging es kreuz und quer durch das

Raumschiff, zu den Quartieren der Besatzungsmitglieder, in den Trainingsraum, zum

Speisesaal – er demonstrierte dort sogleich, dass man das Wunschessen einfach per Knopfdruck bestellen konnte, ohne dass ein anderes Lebewesen dafür sterben musste. Wie das zivilisierte Gesellschaften eben so machten. Rein mittels ihrer ausgefeilten Quantentechnologie wurde das gewünschte Produkt erschaffen. Minka kam aus

dem Staunen gar nicht mehr heraus, das konnte er ihr deutlich ansehen. Von welch alltäglichen, belanglosen Dingen sie fasziniert war, war beinahe schon … niedlich.

Clawden schüttelte sich.

Quatsch. Natürlich nicht niedlich, sondern bedauernswert!

~*~*~*~

Auf der Brücke – dies schien etwas ähnliches zu sein wie ein Wohnzimmer, es gab einen riesigen Fernseher – erzählte der Kapitän von seinem Heimatplaneten.

»Unsere Planeten sind einander gar nicht so unähnlich.« Clawden machte mit seiner Pfote eine wischende Bewegung zu einer roten Katze, die daraufhin auf ihrem Tisch herumtapste.

 ~*~*~*~

 »Und wenn ihr wollt, nehmen wir euch Katzen dorthin mit.«

»Was passiert dann mit meinen Menschen? Die beiden können ohne meine Schwester und mich unmöglich auf sich aufpassen.«

»Mach dir keine Sorgen, die Menschen werden wir alle vernichten.«

 ~*~*~*~

 »Wenn du sie kennenlernen würdest, würdest du es verstehen!«, fauchte Minka. 

Da hielt der Kapitän inne und murmelte: »… die Menschen kennenlernen …«

»Weißt du was, ich nehme dich mit! Lerne meine beiden Menschen kennen und du wirst schon sehen!«

 ~*~*~*~

 Clawden schnaubte. Natürlich dachte dieses naive Ding so.

»Außerdem sollte doch jeder das machen können, was einen glücklich macht«, fügte sie hinzu.

Glücklich? Clawden musste sich beherrschen, nicht noch einmal zu schnauben oder seine Augen zu verdrehen. Glück, klar. In einer Gesellschaft, die von Macht und Ansehen getrieben war, hatte glücklich sein keinen Platz.

 ~*~*~*~

 War es Ben oder Noah? Clawden war sich immer noch nicht sicher. Einer hatte etwas längere, wuschelige Haare, der andere einen Kurzhaarschnitt. Aber welcher war wer? Es interessierte Clawden allerdings auch nicht sonderlich, daher gab er sich keine Mühe, sie genauer zu studieren. Er war nur daran interessiert, wie sie Minka und Coco behandelten und da war es einerlei, ob es sich um den einen oder den anderen handelte. Menschen waren doch alle gleich.