Samstag, 9. Mai 2026

[Schnipsetime] Noah - Wege des Schicksals von Emma Christ


 

Erstaunt stellte ich fest, dass aus dem Mädchen, das mein Vater damals durch den frühen Besuch der Menschenwelt verunsichert hatte, eine selbstbewusste, junge Frau geworden war.

»Du weißt, warum ich hier bin«, fuhr ich fort, als sie sich zurücklehnte und mich erwartungsvoll ansah.

Sie nickte und hielt meinem Blick stand, während sie mit einem gedehnten »Ja ... schon« antwortete.

»Wie stehst du zu dem Wunsch des Rates?«

»Ich stelle ihn nicht infrage. Im Gegenteil – es wäre mir eine Ehre, den Platz an deiner Seite einzunehmen.« Ein Lächeln huschte über ihre Züge und auf ihren Wangen zeigte sich eine leichte Röte.

Mit diesen Worten brachte sie mich aus der Fassung. Sie nahm die Bitte des Rates einfach hin? Ich hatte mit einer überforderten, verunsicherten Reaktion des Jungengels gerechnet. Nicht mit einer solchen aufopferungsvollen Bereitschaft zur Hingabe.

Sie musterte mich neugierig. »Ich weiß, dass es etwas gibt, dass dich belastet. Und von hier fernhält. Sonst wärst du sicher längst mit Lamina vermählt. Sie ist ein reifer, wunderschöner Engel und offenbar habt ihr euch auch nahegestanden. Aber dieses Thema ist vorbei und nun sollen wir beide ein neues, starkes Paar bilden.« Sie sah mich eindringlich an, bevor sie weitersprach. »Es wäre schön, wenn du das – was auch immer zwischen dir und unserer Heimat steht – klären könntest und mit mir diesen Bund eingehen würdest. In neun Monaten werde ich die nötige Reife erreicht haben, um diesen Schritt zu gehen.« Sie senkte den Blick, bevor sie weitersprach, während ich wie vom Donner gerührt dasaß und sie anstarrte. »Wir sollten uns in der Zwischenzeit besser kennenlernen. Dann fällt dir dieser Schritt womöglich etwas leichter.«

[Serieninterview] Noah von Emma Christ

  


Serieninterview

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Emma Christ, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich die darauf enthaltenen Bücher. Es sind genau die um das es heute gehen soll. „Noah 1 – Mehr als ein Schutzengel“, „Noah 2 – Sehnsucht des Herzens“ und „Noah 3 – Wege des Schicksals“ von Emma Christ. Ich beginne ein wenig in den drei Büchern zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich feine Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen.« »Interview einfach uns, deshalb sind wir ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über die Bücher? Vermutlich die Bücher selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊 Doch da klettern noch drei Protagonisten aus dem Buch und setzen sich zu uns.

Wer seid ihr denn? Wollt ihr euch den Besuchern des Blogs vorstellen?
Band 1: Wir sind eine himmlische Buchserie der Autorin Emma Christ.
Band 2: Ganz genau. Stell dir nur mal vor: Ein Schutzengel verliebt sich in seine Schutzbefohlene, offenbart sich ihr und stellt damit nicht nur ihr Leben auf den Kopf.
Band 3: Absolut, zumal sie sich gerade verlobt hat. Außerdem bricht er damit eine wichtige Himmelsregel und ruft damit so manche Gefahren auf den Plan.
Herzlich Willkommen, Ava, Noah und Mike. Wollen wir das Interview nun zu siebt machen?
Ava: Sehr gerne.
Noah: Super Idee.
Mike: Klar, bin dabei.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Ava: Wir danken dir für die tolle Chance, uns vorzustellen.
Die Männer stimmen zu.
Ava, Noah und Mike haben wir schon kennengelernt. Könnt ihr euch als Bücher meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Hey, ich bin Band 1. Ich führe euch in die Geschichte um Noah, Ava und Mike ein. Mein Untertitel »Ein Schutzengel und mehr?« weist auf die Frage hin, um die es geht. Und die alles auf den Kopf stellt.
Tja, bei mir nimmt die Story richtig Fahrt auf. In Noah 2 – Sehnsucht des Herzens geht es um natürlich um große Sehnsüchte, aber auch um Hindernisse, die sich den Protagonisten in den Weg stellen und um eine Entführung, die alles verändert.
Genau da geht es bei mir weiter. Noah 3 – Wege des Schicksals startet mit einer Entscheidung, die von keiner Seite toleriert wird und Gegner auf den Plan ruft. Und um eine Entwicklung, die alles auf den Kopf stellt.
In eurem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in euch enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Seht ihr es als Protagonisten genauso?
Die Bücher lachen. Also schwierig und düster fällt ihr definitiv leichter, sagt Band 1 und die anderen beiden stimmen schmunzelnd zu.
Ava: Also ich durchlebe in allen drei Bänden ein Auf und Ab an Emotionen, ja, eine wahre Gefühlsachterbahn. Da mutet sie mir schon einiges zu, mag es offenbar, die Tragik zu schüren.
Mike grinst. Schön gehört nicht zu ihren Vorlieben, aber es gibt durchaus solche Momente, sonst wäre die Story nur düster.
Noah lächelt. Ja, es geht immerhin um Romantasy, da muss auch immer wieder etwas Schönes passieren. Und das bekommt sie durchaus gut hin.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Ava: Sofort spürte ich die Energie, die zwischen uns pulsierte. Seine Berührung und sein sehnsüchtiger Blick jagten meinen Puls in die Höhe. Und seine Worte … überwältigten mich.
Mike: Zu meiner Verwunderung packte Mike meine Schultern und sah mich eindringlich an. »Tu, was dieser überhebliche Kerl sagt. Nur so wirst du ihn bald los – und die anderen seiner Sippschaft auch.«
Noah: »Keine Sorge, du musst nicht heute entscheiden, wie genau es weitergehen soll. Mir war nur wichtig, dass du eines weißt: Ich würde wirklich alles tun, um dich glücklich zu machen und mit dir zusammen zu sein.«
Wisst ihr wie viel Emma tatsächlich in euch oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Habt ihr dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmt ihr den Büchern zu?
Band 3: Interessanterweise mag Emma es harmonisch, was in dieser Serie keineswegs deutlich wird.
Band 1 und 2 kichern, bis sie sich aufblähen.
Ava: Da ich nicht verzankt bin, sondern eher fröhlich und gutmütig, fließt damit durchaus ein Stück weit Emma in meine Persönlichkeit. Allerdings nicht, was mein Leben und mein Aussehen angehen. In mir sieht sie die erwachsene Serena aus Gossip Girl und auch solch ein Glamour-Leben.
Noah: In meiner Figur steckt ihre Hoffnung, dass das Gute letztlich doch immer siegt.
Mike lacht bitter: In mir sieht sie das, was sie nicht mag: Arroganz, Überheblichkeit und Selbstherrlichkeit. Das Gegenteil zu dem, wie Emma tickt.
Wie würdet ihr oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Band 1: Emma ist ein sehr korrekter, verantwortungsbewusster und zuverlässiger Mensch. Sie liebt ihre Familie und ihre Hunde und in ihrem sonstigen Leben schöne Details, Ruhe, Rückzug und Schlemmen.
Mike lacht. Ja, sie liebt die Ruhe und schickt uns dank ihrer regen Fantasie ins krasse Gegenteil.
Noah: Emma liebt es zuhause zu sein, ganz besonders ihren Platz, an dem fantastische Geschichten entstehen.
Band 2: Sie liebt es, in Dramen zu denken.
Band 3: Und die Romantik gefällt ihr so richtig gut.
Wie seid ihr eigentlich zu den Titeln gekommen? Standen die schon im Vorfeld fest oder haben sie sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr viel Mitspracherecht?
Noah 1: Nein, das hat gedauert, aber irgendwann hat es Klick gemacht.
Noah 2: Bei mir ging es etwas schneller, aber der Untertitel stand erst nach dem Ende von Band 2 fest.
Noah 3: Bei mir war es genauso. Der Inhalt war fertig und dann wurde gerätselt, welcher Titel ihn widergibt, ohne zu viel zu verraten.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit eurem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Die drei sehen sich an und stimmen gemeinsam zu, dass sie die Cover so gut finden.
Noah 3 grinst: Mein Cover war für Emma am schwersten. Sie hat zu lila und bronze tendiert, doch eine Umfrage auf Instagram hat Grün bestätigt. Nach einigem Ringen mit sich hat Emma sich den Wünschen gebeugt.
Zum Abschluss würden mich noch eure Lieblingszitate aus den Büchern interessieren. 
Band 1: »Es gibt niemals nur einen Weg zum Ziel.«
Band 2: Es handelt sich um wahre Liebe, wie sie nur auf höchster Ebene aller Existenz entstehen kann.
Band 3: Die Menschen brauchen unseren Schutz und wir sollten versuchen, ihnen so viel wie möglich davon zu bieten.
Mike: Also diese Szene gefällt mir gut, da ich Noah endlich loswerden wollte. Er sieht zu ihm rüber und grinst. Nichts für ungut, Kumpel: Zu meiner Verwunderung packte Mike meine Schultern und sah mich eindringlich an. »Tu, was dieser überhebliche Kerl sagt. Nur so wirst du ihn bald los – und die anderen seiner Sippschaft auch.«
Ava: Ich liebe diese Stelle, da sie so entscheidend war: »Ich hatte Todesangst«, begann ich leise und fühlte, wie die Worte schwer über meine Lippen kamen. »Es war entsetzlich ... In diesem Moment habe ich nur an dich gedacht und gespürt, wie stark der Wunsch war, dir Lebwohl zu sagen.«
Noah: Sorry, aber diese Revanche hat mir gutgetan, Engel hin oder her: Ungläubig verfolgte ich, wie Mike in einem Wirbel aus gleißendem Licht gefangen wurde. Die Strömung riss ihn empor und trieb ihn bis dicht unter die Decke, wo er wie eine hilflose Puppe umhergewirbelt wurde. Dann erlosch das Licht so abrupt, wie es erschienen war. Einen kurzen Augenblick hing er noch reglos in der Luft – bevor er mit einem lauten Platschen ins Wasser stürzte.
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz den Büchern und den drei Charakteren »Danke, für eure Geduld und Antworten« zuzuflüstern.
»Klar, gerne gemacht« oder »Gerne wieder« werden durcheinander gemurmelt, bis Band 3 den Abschluss macht: Wir danken dir für dein Interesse und wünschen dir ein tolles Erlebnis mit dieser Story.
Dann vertiefe ich mich wieder in die Bücher.

Freitag, 8. Mai 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Mânil 3 - Irgendwas mit neuen Jacken. von Desiderius M. Rainbow


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Suketo, Mânil und Lilian aus „Mânil 3 – Irgendwas mit neuen Jacken“ und deren Autor Desiderius M. Rainbow.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Suketo: „Ich will nicht, aber Desiderius schuldet mir dann was. Also ja.“
Lilian: „Ja, klar – und ignorier die drei Pappnasen am besten einfach.“
Desiderius: „He! Ich bin euer Tintenkobold… quatsch, jetzt sag ich das auch schon – euer AUTOR!“
Mânil: „Was? Ich hab nicht zugehört… Oh, hi Claudia. Schön dich wieder zu sehen! Hast du Kekse da?“
Es wäre schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Lilian: „Ihr haltet den Rand. Ich mach das.“
Suketo: „Moment – war ich nicht euer Lehrer, der, der das Sagen hat und so?!“
Lilian: „Ja, aber Desiderius hat mir neulich gesagt, dass ich die Einzige bin, der er das hier zutraut. Also – das ist Mânil. Er ist 18, die ultimative Nervensäge, aber eine, die man trotzdem gern um sich hat. Er ist wandelndes Chaos, baut ständig Mist und ist in ein paar Magiebereichen zweifelsohne genial. In anderen Bereichen… nicht so. Der hier ist Suketo. Er ist Mitte vierzig, misanthropisch, sarkastisch und sadistisch, hat einen echt fiesen Humor, ist als Mentalmagier unschlagbar und nervt mindestens genauso. Ich bin Lilian, Anfang zwanzig, bin zu meinem Glück keine Magierin und beweise dafür, dass man keine Magie in sich haben muss, um welche zu wirken. Ich studiere die Magie…“
Mânil: „Ehe du wieder total untertreibst – keiner in diesem Haus weiß so viel über jegliches Thema rund um Magie wie Lilian und was Zaubertränke anbelangt, können wir gegen sie einpacken. Außerdem behält sie im größten Chaos einen kühlen Kopf und ohne sie hätten so einige Situationen ein desaströses Ende gefunden.“
Lilian (lacht): „Was er sagt. Ich bestreite nichts davon. Und das hier ist Desiderius. Er ist Fantasy-Autor (wir nennen ihn unseren bekloppten Autor oder Tintenkobold oder so) und Tänzer und wie die meisten seiner Charaktere ist er queer und neurodivergent. Außerdem hat er gewaltig einen an der Waffel – lest mal seine Bücher! Ich dachte ja immer, Suketo sei fies…“
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Suketo: „Hast du die Bücher gesehen? Wirkt das so, als könnte sich irgendjemand von uns kurzfassen?!“
Desiderius: „Moment! Ich hab viel gelernt in den letzten drei Jahren! Also: bei „Mânil 3 – Irgendwas mit neuen Jacken“ handelt es sich um einen magischen, intensiven und skurrilen Mix aus cozy Happyplace und düster-bösem Psychochaos, mit Tiefgang, Casual Queerness und Subtext. Viel Subtext. Nach Klischees könnt ihr bei mir lange suchen, dafür gibt es schrullige Charaktere mit Ecken und Kanten und Macken, die auch mal Mist bauen und nicht immer moralisch einwandfrei sein müssen. Zwar gibt es hier und da kleine Romance-Nebenplots, da wir die Charaktere über einige Jahre hinweg begleiten, aber das zentrale Verhältnis der Reihe ist platonisch, kompliziert, explosiv, sehr intensiv und es fliegen die Fetzen. Ob die Welt gerettet werden muss, ist hier trotz des Genres fraglich – falls ja, scheint meine Charaktere das nur so mäßig zu interessieren, oder sie wissen es noch nicht einmal. Aber man weiß es halt nicht. Oder? - “
Suketo: „Okay, für deine Verhältnisse war das kurz.“
Desiderius: „Du hast mich auch unterbrochen!“
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein? Wie seht ihr das als betroffene Charaktere?
Desiderius (etwas zu enthusiastisch): „Ja, total! Ich hab da eine Mordsfreude dran! Ich liebe es, sie in fiese Situationen zu bringen, sie gemeine Unfälle erleiden zu lassen, sie emotional zu überfordern und ihnen grauenhafte Vorgeschichten zu verpassen!“
Suketo: „Die meine spricht Bände. Mehr muss man zu der Frage nicht sagen.“
Desiderius: „Du hättest als Alternative auch draufgehen können.“
Suketo: „Das bringst du nicht.“
Desiderius: „Niemals! Also musst du da durch. Aber hey – ich lieb’s genauso, meine Charaktere schöne Momente erleben zu lassen, Augenblicke, die unter die Haut gehen, die mich und meine Lesenden strahlen lassen. Ich mag das Gleichgewicht aus fiesen Ideen und richtigen Wohlfühlmomenten.“
Mânil: „Und du schaffst es spielend, beide Aspekte in ein und derselben Situation zusammenzubringen.“
Desiderius: „Das tue ich am liebsten.“
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Desiderius: „Ja, ich hab einige, aber das sind alles Schlüsselszenen, die heftig spoilern würden. Schließlich ist es der dritte Teil. Aber ich kann sie umschreiben. Da wäre zum einen diese Situation in der Gartenlaube ziemlich zu Anfang. Das passiert einen Tag nachdem meine Lesenden mich wahrscheinlich einfach nur an die Wand klatschen möchten. Oder als Mânil überraschenden Besuch bekommt, der ihn dazu bringt, einige viel zu ehrliche Dinge zuzugeben – das zu schreiben war toll. Generell liebe ich auch alle Szenen, in denen Suketo mit Leuten, die nicht bei ihm wohnen, agiert. Er sagt ja immer, dass er zu seinen Mitbewohnenden viel netter ist – und das stimmt definitiv! Ich lieb’s!! Und allen voran natürlich die Racheaktion, eine meiner absoluten Lieblingsszenen in der Reihe – und auch eine der ersten Szenen, die ganz zu Anfang da waren, um die ich diese Geschichte herumgeschrieben habe. Da dürfen wir uns alle einfach mal die Frage stellen: wie fies und rachsüchtig ist Suketo eigentlich wirklich und zieht er das ernsthaft durch?!“
Lilian: „Ich glaube, das lassen wir mal so stehen.“
Suketo: „Dem schließe ich mich an – ich teile ausnahmsweise mal deine Lieblingsszene.“
Mânil: „Ich werde mich dazu nicht äußern.“
Wie viel echter Desiderius steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Desiderius: „Ja.“
Lilian: „Er könnte sich dir vorstellen. Aber effektiver und umfassender lernst du ihn kennen, wenn du seine Mânil-Bücher liest. Kennst du Suketo und Mânil, kennst du ihn – besser als du wolltest…“
Desiderius: „Es war nie der Plan gewesen, aber das hier ist ohne mein Zutun ein ziemlich schräger, wilder und extrem gnadenloser Selbstfindungstrip. Suketo und Mânil wissen mehr über mich als ich selbst und sie teilen unfassbar viel mit mir – das gesamte Verhalten, meinen sehr pragmatischen Umgang mit Konflikten, die Queerness, Mânils gespaltene Persönlichkeit (bei mir eine DIS, bei ihm aber nicht!), die Neurodivergenz, Mânils gesamte Klamotten (und anteilig auch Suketos), die Vorlieben, das Klarträumen, meine damalige sehr flexible Arbeitsmoral in der Schule, Suketos Geduld und seine fiese Ader – und so viel mehr…“
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere euren Autor beschreiben?
Mânil: „Dass er ein fieser Sadist ist, haben wir ja schon betont.“
Suketo: „Es schadet nicht, es zu wiederholen.“
Mânil: „Da hast du recht. Ansonsten platzt er vor Kreativität. Er schreibt, zeichnet, tanzt, gießt Kerzen und bastelt eigentlich ständig. Keine Ahnung, wie vielen kreativen Hobbies er nachgeht, wenn er nicht gerade an uns schreibt und seine Tanzschule leitet. Aber ich glaube, er schläft und isst eher selten – oder er beherrscht Zeitschleifenmagie.“
Suketo: „Ich möchte hier Desiderius‘ Wunsch anmerken, nichts über seine magischen Fähigkeiten zu verraten. Und seine Drohungen, sollte irgendjemandem doch etwas rausrutschen. Zeitmagie ist schließlich eine heikle Angelegenheit und nur wenigen vorbehalten.“
Mânil: „Meinst du, das juckt ihn?“
Suketo: „Nein, er hat eine ähnliche Aversion gegen Regeln, Verbote und Autoritäten wie du.“
Mânil: „Und du!“
Suketo: „Das ist selbsterklärend. Er lehnt ebenfalls jede Art von Schubladisierung ab und geht unbeirrbar seine eigenen Wege – auch, wenn die meist schwerer sind.“
Mânil: „Er ist Tänzer – logisch, dass er aus der Reihe tanzt. Selbst, wenn er das gar nicht immer will.“
Suketo: „Zum Glück verfügt er über fast kein Schamgefühl. Ähnlich wie du übrigens. Außerdem neigt er dazu, nahezu alles in seinem Leben irgendwie umzubauen und nach seinen Vorstellungen zu verbessern – wirklich alles. Er ist nicht einmal in der Lage, sich eine Dose Ravioli zu machen, ohne die zu verbessern.“
Desiderius: „Kann ich dazu auch mal was sagen?!“
Suketo: „Nein. Claudia hat explizit uns beide gefragt. Oder bist du ein Hauptcharakter in unseren Büchern?“
Desiderius: „Du weißt, nach wem ich mich benannt habe.“
Suketo: „Ja, aber der hat seine erste Szene erst im vierten Teil.“
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Lilian: „Das war wie beim ersten Teil. Desiderius wollte, dass der Titel irgendwas mit neuen Jacken enthält. Irgendwann stand das als Arbeitstitel über dem Manuskript und in einem total umnachteten Moment fand Desiderius es dann genial und erhob es zum finalen Titel.“
Desiderius: „Komm schon, die Vorstellung ist lustig – da geht jemand in den Buchladen und will ‚Irgendwas mit neuen Jacken‘. ‚Weißt du den Titel genauer?‘ ‚Irgendwas mit neuen Jacken.‘ ‚Häh?‘ ‚Häh?‘ Ich finde das lustig!!“
Suketo: „Das ist uns klar, dass du das lustig findest.“
Mânil: „Das ist jawohl extrem lustig!“
Suketo: „Ich geb’s auf…“
Desiderius: „Dafür gehört der nächste Titel dir!“
Suketo: „Im wahrsten Sinne des Wortes.“
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Suketo: „Ich hasse es.“
Mânil: „Ich auch. Das hat Desiderius getan, weil er eben doch ein mieser Sadist ist.“
Suketo: „Ich ertrage es kaum, das zuzugeben, aber ich stimme dir voll und ganz zu.“
Lilian: „Hatte ich erwähnt, dass die beiden ziemlich gruselig sind, wenn sie sich einig sind. Das ist schlimmer, als wenn sie einander terrorisieren.“
Desiderius: „In Anbetracht dessen, dass ich es gezeichnet habe, bin ich verdammt stolz drauf und ich liebe es. Es sieht genauso aus, wie ich es wollte – und vielleicht wollte ich damit meinen beiden geliebten Pappnasen ja eins auswischen. Es ist mir offensichtlich gelungen.“
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Desiderius: „Das würde leider massiv spoilern. Aber eines meiner absoluten Lieblingszitate ist etwas Wunderschönes, das Suketo auf Seite 359 sagt – und ja, es ist wirklich Suketo, der etwas richtig Schönes sagt. Ich hatte Gänsehaut beim Schreiben. Tatsächlich sagt er so einige richtig schöne Dinge in diesem Buch, wenn ich genauer drüber nachdenke – das fällt aber nicht so auf, weil er die meiste Zeit einfach ein totaler Arsch ist.“
Suketo: „Ich entsinne mich nicht, so etwas gesagt zu haben – und wenn, war das ein Versehen.“
Desiderius: „Nein, DAS war definitiv kein Versehen.“
Lilian: „Ich hab das zwar nicht gehört, aber ich glaube, ich weiß, worum es geht. Ich hab hinterher das Gesicht desjenigen gesehen, zu dem Suketo das gesagt hat – und das nach diesem desaströsen Tag, an dem ich beide hätte erwürgen mögen! Seid mir und Amadeus einfach dankbar, dass wir euch gedeckt haben! Und nein – DAS war kein Versehen, Suketo.“
Vielen Dank für das Gespräch

Donnerstag, 7. Mai 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Plötzlich Highlands - Liebe inklusive von Sina Grave


 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Protagonistin Flower und ihrer Autorin, um mit ihnen über das Buch „Plötzlich Highlands – Liebe inklusive“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Sina: Sehr gerne
Flower: Fürwahr! Es freuet mich gar sehr!
Es wäre toll, wenn du dich meinen Lesern vorstellen würdest, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben.
Flower: Sehr gerne meine Liebe. Sogleich berichte ich dir. Ich bin Flower und lebe mit meinem Bruder Hamish auf dem Croft von George. Das Mittelalter trage ich im Herzen und auf der Zunge.
Beschreibt uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.
Sina: In „Plötzlich Highlands – Liebe inklusive“ geht es um Rebecca. Nach einem tragischen Verlust reist sie von ihrem Zuhause Edinburgh in die schottischen Highlands um sich um ihren dementen Großvater George zu kümmern. Dieser lebt auf einem Croft (Bauernhof).
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen? Hat sie dich richtig eingeschätzt?
Flower: Bei meiner Treu! Nicht ich bin es, die durch düstere Situationen geführt wurde, sondern meine Seelenschwester Rebecca. Es ist so eine Wohltat, sie bei mir auf dem Croft zu haben.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Sina: Tatsächlich das erste Kapitel, obwohl dieses sehr tragisch ist.
Was glaubst du, wie viel Sina steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter? Hat er alles gefunden oder gibt es da noch etwas verstecktes?
Sina: *lacht* Ich denke jeder Autor / jede Autorin steckt ihr ganzes Herzblut in die Geschichten und natürlich auch manches mal das eine oder andere von sich selbst. Ich würde sagen, dass viele Momente aus meinem Leben in dem Buch stecken.
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Flower: Wohlan! Das ist fürwahr eine sehr schwierige Frage. Ich glaube, manchmal denket sie ein bisschen zu sehr nach. Und wenn sie Hunger verspüret, dann ist gar nicht gut mit ihr auskommen.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Flower: Nein, zu sagen hatte ich in diesem Falle nichts. Das es jedoch eine sehr schwere Geburt war und Sina sehr viele graue Haare bekommen hat, ist mir wohl bekannt.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Flower: Es ist fürwahr sehr gelungen. Auch wenn dies ebenfalls eine schwere Geburt war.
Was ist jeweils euer Lieblingszitat aus dem Buch?
Flower „Karma ist rund“.
Danke für das Gespräch.
Sina: Ich bedanke mit von ganzem Herzen
Flower: Wohlan. Dir alles Gute und danke für deine Zeit.

Mittwoch, 6. Mai 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Wild Ocean Blue - Ein Jahr, so wild wie der Pazifik von MaxSy Multerer


 
Buchvorstellung einmal anders

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin MaxSy Multerer, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Wild Ocean Blue – Ein Jahr, so wild wie der Pazifik“ von MaxSy Multerer. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen. Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Buch: Liebe Claudia. Ich freue mich so sehr, dass du da bist.
Gerne doch. Deine Vorgänger waren ja auch schon bei mir.
Buch: Möglicherweise gibt es da …
Psst. Verrate doch nicht alles.
Buch: Okay. Du hast recht.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Na klar. In mir geht es ganz schön rund. Da findest du Neuseeland, und zwar nicht nur die typischen Touri-Orte und türkisfarbenen Seen. Wir treiben uns ganz viel auf dem Surfbrett in den Wellen vor Waihī Beach herum. Hier ist Yulee zu Hause. Also nicht nur in Waihī Beach, sondern auch auf dem Wasser. Das ist Yulees Element. Und dann kommt da dieser Ben aus Dresden, der überhaupt nicht hier sein will, aber auch sonst nicht weiß, was er machen und wohin er gehen soll. Bis er Yulee trifft. Und dann … ja dann geschehen noch Dinge, die ihn ganz schön an seine Grenzen bringen. Und zwar vollkommen anders als bisher. Yulee und Ben haben eine ganz besondere, verborgene Verbindung.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Definitiv die schwierigen Zeiten. Sie scheint ein Faible für die Männer zu haben, die struggeln. Aber sie will unbedingt ein Happy End.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Also, ich mag es, wo sich Yulee und Ben das erste Mal in der Bar in Queenstown begegnen.
Und dann, wo Ben glaubt, dass sich Yulee mit Tangaroa und einem Marakihau verbündet. Wer oder was die zwei sind, verrate ich jetzt aber nicht.
Was in der Ōtara Bay zwischen den beiden passiert, finde ich total witzig.
Später, nachdem Ben noch etwas Schreckliches geschieht, händelt Yulee die Situationen auf ihre ganz eigene und besondere Art.
Ach, eigentlich könnte ich mich gleich selbst von vorn bis hinten vorlesen, aber ich glaube, das würde den Rahmen deines Formats sprengen.
Weißt du wie viel MaxSy tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
MaxSy hat, genau wie Yulee, meistens einen Plan von allem. Außerdem lieben beide Cranberry-Rosinen-Scones. Die hat MaxSy übrigens in Neuseeland das erste Mal gegessen. In Ben steckt nicht so viel von ihr drin. Der wollte ja nicht einmal nach Neuseeland. Tss.
Wie würdest du und Ben und Yulee die Autorin beschreiben?
Ben: Puh.
Yulee: Komm schon, Ben. Sie ist lieb.
Ben: Lieb? Sie lässt mich durch die Hölle gehen.
Yulee: Das hast du dir selbst zuzuschreiben.
Ben: Nur zu Beginn. Das andere nachher nicht mehr:
Yulee: Stimmt. MaxSy, da warst du wirklich gemein zu Ben.
MaxSy: Aber da kann ich gar nichts dafür. Ihr wolltet das so. Ich habe es nur aufgeschrieben.
Ben: Ich wollte nur Spaß im Leben und mit Yulee. Ich glaube, da bist du etwas neidisch.
MaxSy: Ja, das könnte sein. Durch dich habe ich die Abenteuer erlebt, die ich mir niemals zutrauen würde. Aber darüber schreiben hat echt Spaß gemacht.
Yulee: Gibs zu! Du hast es doch bereut, dass du nicht selbst das Bungeejumping gewagt hast.
MaxSy: (atmet durch) Ja, ich geb´s zu.
Ben: Und den Skywalk
MaxSy: Ja, den auch. Aber nicht so, wie du den gemacht hast.
Ben: (rollt mit den Augen) Und du bist ein bisschen neidisch, weil wir so jung sind und so echt heiße Sachen machen.
MaxSy: (räuspert sich laut)
Buch: Ich glaube, wir müssen hier abbrechen, denn sonst wird MaxSy noch rot. Schreiben kann sie ja solche spicy Szenen, aber darauf ansprechen sollten wir sie lieber nicht. Kommen wir zur nächsten Frage.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Ich hatte da kaum Mitspracherecht. Diesmal war es für MaxSy auch nicht so schwer. Aber ich kann die Bedeutung des Titels (und auch von Band 2) nicht verraten. Das muss jeder selbst herausfinden. Auf jeden Fall sind sie absolut treffend.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Es ist absolut großartig. Es gab schon soooo viiiiele Komplimente.
Kannst du uns vielleicht auch schon verraten, ob die Autorin viele echte Plätze eingebaut hat oder ob die Orte im Buch der Fantasie entspringen?
Du kannst sie alle besuchen. An vielen war MaxSy selbst. Nur die Lokale hat sie mal wieder erfunden.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Mein Herz pocht wild und ich will von diesen Lippen kosten, quasi als Geburtstagsgeschenk. Die Musik und die Gespräche verblassen zu einem Hintergrundrauschen.
Yulee tritt zu mir und ich erhebe mich, sehe zu ihr hinunter. »Hi. Wie kann ich dir helfen?« Mein Lächeln fühlt sich irgendwie unbeholfen an. In ihren Augen blitzt es keck auf. »Da du mein Mann-für-alles bist, überlege ich mir was Passendes.«
Ben knurrt wieder, nur lauter. Es könnte sein, dass mein Name dazwischen auftaucht, doch sein Widerstand schwindet und ich kann mein Becken frei und wohlig kreisen lassen. Wenn er wüsste, wie kurz ich vor dem Absprung stehe.
»Fuck«, presst er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor…
Ich gebe ihm, was er jetzt braucht. Nähe. Wärme. Meine Haut auf seiner. Das hat nicht das Geringste mit Sex zu tun. Das ist Vertrauen pur.
Ich stehe ebenfalls barfuß im saukalten Sand, die Hände habe ich in die Hosentaschen geschoben, und begnüge mich mit dem Anblick von Yulee im Meer. Allein das entfacht in mir eine wohlige Wärme. Ich habe gedacht, ich hätte gewusst, wie sehr sie es vermisst hat. Aber ich habe mich getäuscht. Jetzt weiß ich es.
Die Geister sind weg, meine Tränen des Mitleids versiegen. Bens Atem geht ruhig und gleichmäßig, sein Herzschlag verliert an Härte. Wir sprechen nicht.
»Du hast mir auf den Hintern gestarrt«, raunt Ben.
Als Antwort klimpere ich mit den Wimpern.
»Warum?« Fragt er das ernsthaft? Er hat das Gleiche auch schon bei mir gemacht.
Ich schenke ihm ein charmantes Lächeln. »Er sieht verführerisch aus.«
»So? Tut er das?«
»Ja.« Ben kommt mir mit seinem Gesicht etwas entgegen. »Ich denke, du solltest jetzt vorausgehen.
Ben steht ganz vorn am Abgrund, breitet die Arme aus und lässt sich von der Natur umfangen. Es bräuchte nur ein Stein unter ihm wegbrechen und er würde auf den Felsen im Wasser zermatscht und sofort von Wellen weggespült werden. Ich stehe wie angewurzelt da, presse die Kiefer so fest aufeinander, dass mir die Zähne wehtun, und grabe schmerzhaft die Fingernägel in die Handflächen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.
Das Buch flüstert ebenfalls: Danke, dass du mir zugehört hast. Und Ben ertragen hast. Das ist manchmal nicht leicht. (Yulee und MaxSy nicken zustimmend, Ben verdreht die Augen)
Ach, ich bin zuversichtlich, dass er sich wunderbar entwickelt.
Dann vertiefe ich mich wieder in das Buch.

Dienstag, 5. Mai 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Sinnlichkeit in Salò von Claire Stern


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Claire Stern, um mit ihr über ihr Buch „Sinnlichkeit in Salò“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Sehr gern. Gespräche über Bücher sind für mich fast so inspirierend wie das Schreiben selbst – danke für die Einladung.
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Die engagierte Politikwissenschaftlerin Lisa reist ins malerische Salò am Gardasee, um für ihre Doktorarbeit über den italienischen Faschismus zu forschen. Kaum angekommen, trifft sie auf Maurizio Lario, einen charmanten Geigenbauer aus einer angesehenen Familie, und zwischen ihnen entsteht sofort eine besondere Verbindung. Während sie gemeinsam die Geschichte der Stadt erkunden, entfaltet sich eine zarte Romanze – doch Maurizio ist bereits der reichen und stolzen Mafalda versprochen. Als Lisas Recherchen die dunklen Geheimnisse seiner Familie ans Licht bringen, geraten die beiden in ein Netz aus Intrigen, Vorurteilen und familiärem Stolz, das ihre Beziehung auf eine harte Probe stellt.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Ganz klar durch die schwierigen. In den Brüchen, im Zögern, im Scheitern zeigen sie ihr wahres Gesicht. Schöne Momente sind wichtig – aber sie bekommen erst Tiefe, wenn sie hart erkämpft oder beinahe verloren sind.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Ja, meine Lieblingsstelle ist Kapitel 20, „Schattenvilla“. In dieser Szene betreten Lisa und Maurizio die Villa Feltrinelli, ein beeindruckender, zugleich unheimlicher Bau, der eine kalte, fast beklemmende Atmosphäre ausstrahlt – nicht zuletzt, weil Mussolini hier einst residierte. Die luxuriöse Ausstattung und die historische Bedeutung stehen in starkem Kontrast zu den Spannungen, die sich zwischen den Figuren entfalten: Maurizio stellt sich dem moralischen Erbe seiner Familie, diskutiert über Verantwortung und Privilegien, während Lisa mit Wut, Empathie und scharfer Kritik die Dynamik hinterfragt. Die Szene ist ein emotionales Zentrum des Buches, weil hier Vergangenheit, Macht und gesellschaftliche Erwartungen aufeinandertreffen – und gleichzeitig die Beziehung zwischen Lisa und Maurizio gefestigt wird. Für mich ist es besonders, weil sie zeigt, wie Liebe und Integrität selbst inmitten von Konflikt und familiärem Druck bestehen können.
Wie viel echte Claire steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Mehr, als mir manchmal lieb ist – und weniger, als man vermuten würde. Es sind nicht die biografischen Fakten, sondern meine Fragen, Zweifel und Sehnsüchte, die sich auf verschiedene Figuren verteilen.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Lisa: „Sie bringt uns in Schwierigkeiten – literarisch gesehen. Aber sie lässt uns wachsen, auch wenn es weh tut.“
Maurizio: „Sie ist streng. Sie lässt keine Ausreden gelten.“
Ariana: „Aber sie ist fair. Jeder bekommt seine Stimme.“
Chiara: „Und sie weiß genau, wann Schweigen lauter ist als jedes Wort.“
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Ich liebe Alliterationen – und genau diese Vorliebe hat den Weg für Band 1, Sehnsucht in Sirmione, geebnet. Der Titel wirkt für mich wie ein kreativer Kompass für die weiteren Geschichten: Band 2 Liebe in Lazise, Band 3 Begierde in Bardolino, Band 3 Leidenschaft in Limone. Beim neuen Buch stand der Ort früh fest, die Sinnlichkeit kam erst im Laufe des Schreibprozesses hinzu. Mit den weiteren Stationen rund um den Gardasee – von Torbole über Riva bis Garda und Peschiera – wird die Buchfamilie zu einer alliterarischen Reise durch Bella Italia.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Meine Cover erinnern bewusst an die Ästhetik der 60er-Jahre. Sie fangen die Leichtigkeit und das mediterrane Lebensgefühl der Liebesgeschichten am Gardasee sehr schön ein. Wenn ich mir für das aktuelle Cover etwas wünschen dürfte, dann vielleicht einen Hauch mehr Geheimnis – etwas, das andeutet, dass hinter der sonnigen Oberfläche noch weitere Ebenen verborgen liegen.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Doch Maurizio lächelte versöhnlich. »Gestern ist Geschichte. Morgen ein Geheimnis. Aber heute – heute ist das Leben.«
Danke für das Gespräch.
Danke dir. Es war mir eine Freude.

Montag, 4. Mai 2026

[Protagonistensteckbrief] Matteo aus Lavendelküsse in der Toskana

 

Matteo:
  • dunkler Bart, verwuschelte Haare
  • arbeitet in einer Tenuta
  • Rosa war seine erste Liebe