Donnerstag, 14. Mai 2026

[Schnipseltime] München 1981 von Susanna Constantin


 

Kapitel 1: Esther

Grün. Hier ist alles einfach nur grün. Grüne Weiden, grüne Bäume, grüne Büsche. Sogar die Strommasten sind grün. Ach nein, nicht alles ist grün. Ich habe das Grau vergessen. Den bleigrauen Himmel, der heute Abend bestimmt wieder die grünen Wiesen einweichen und in braunen Schlamm verwandeln wird. Grau wie das Leben meiner Mutter, die meinem Vater immer nach dem Mund redet. Wenn sie überhaupt mal von ihrem Kochtopf aufschaut, um etwas zu sagen. Mutter wird immer stiller, während Vater immer herrischer wird. Gestern Abend hat er wieder auf sie eingeredet, sie unter den Tisch geredet, bloß weil sie den Speck nicht bei seinem Lieblingsbauern gekauft hat. Ist doch wohl scheißegal, wo der Speck herkommt, habe ich mich eingemischt und mich an den Radieschen bedient. Überhaupt finde ich, sollte man den ganzen Fleischverbrauch hier so langsam mal in den Griff kriegen. Mein Vater hat mich angestarrt, als wäre ich gerade mit einer fliegenden Untertasse auf dem Küchentisch gelandet. Dann hat er mich angemotzt, was ich mir überhaupt erlaube, ob ich meine Hausaufgaben gemacht habe und ob ich auch nicht vergessen habe, dass morgen Nachmittag die Verwandten aus der Stadt kommen. Ich habe ihm daraufhin geantwortet, dass ich eigentlich nicht vorhatte, mit Tante Lise Eierlikör zu trinken und Sahnetorte zu spachteln, sondern dass ich mit Steffi verabredet bin, um den Samstagnachmittag auf den Talferwiesen zu verbringen. Nein, und nochmals nein, hat Vater geantwortet und ist dabei knallrot geworden. Die vertikale Ader auf seiner Stirn ist bedrohlich hervorgetreten, seine Kiefer waren ganz angespannt, er schien so bereit wie der weiße Hai kurz vor dem Angriff auf das kleine Fischerboot.
Das Ganze endete in einer wilden Diskussion, ich konnte einfach nicht still bleiben. Meine Mutter hatte wie immer Tränen in den Augen und hat sich in die Küche verzogen, um weinend den Abwasch zu erledigen und einen Versöhnungskuchen in den Ofen zu schieben.
Der Streit um den heutigen Nachmittag ist noch nicht ausgestanden. Meine Tante, der Onkel, die beiden Cousins und die Cousine meiner Mutter sind auf dem Weg von Bozen hierher auf den Kohlerer Berg. In einer halben Stunde werden sie mich in Beschlag nehmen und nicht mehr gehen lassen, bevor ich nicht mindestens zwei Eierliköre getrunken und drei Stück Kuchen gegessen habe. Ich höre sie jetzt schon sagen: „Na komm Liebes, iss doch noch ein Stückchen, an dir ist ja nichts dran!“ Dann direkter Übergang zur Speckmarende. Ein wahrer Fresstag also. Nichts gegen Essen, wirklich nicht, ich esse ja gerne. Aber bitte in der richtigen Gesellschaft.
Ich habe nun also noch fünfundzwanzig Minuten Zeit, um eine folgenschwere Entscheidung zu treffen. Will ich Streit mit meiner Familie, weil ich jetzt gleich die Füße in die Hände nehme und zur Seilbahn renne, um in einer zehnminütigen Fahrt in die Stadt hinunterzugondeln? Oder will ich Streit mit Steffi, weil sie vergeblich an der Brücke auf mich wartet, um zu den Talferwiesen zu gehen? Die Entscheidung fällt mir relativ leicht. Familie bekommt man, Freunde sucht man sich. Als meine Schwester Elisabeth plötzlich am Gartentor steht und nach mir ruft, renne ich schon so schnell die Schotterstraße hinunter, dass die Kiesel nur so davonspritzen. Und wenn unser Treffen erst mal fertig ist, dann wird die letzte Seilbahn schon längst gefahren sein. Ups.
Mein Magen hebt und senkt sich bei jedem Seilbahnpfeiler, unter mir die vielen Baumwipfel und noch etwas weiter unten die Stadt. Sie liegt in der Sonne, während sich hinter dem Kohlerer Berg schwarze Wolken türmen. Bozen ist okay. Mehr Menschen, mehr Welt, mehr Musik, mehr Leben. Nicht, dass es da unten perfekt wäre, die Landeshauptstadt hat ordentliche Ecken und Kanten mit ihren Superreichen, die gleich mehrere Läden unter den Lauben besitzen, und den Armen, die im Winter auf den Stahlbänken im Bahnhofspark frieren. Mit uns Deutschen und den Italienern, die es irgendwie miteinander aushalten, und dann doch wieder nicht. Mit den Demos für die Autonomie unseres Landes. Mit den ganzen Studentengrüppchen, die sich gerade bilden, um gegen Aufrüstung und Atomkriege und Nuklearwaffen und ich weiß nicht was alles noch demonstrieren. Was ich ja eigentlich auch richtig gut finde.
Bozen ist eben eine Stadt. Nicht gerade eine Großstadt, Bozen ist eher übersichtlich. Robert würde wohl nie hierherkommen. Da muss ich mich schon in einen Zug setzen und zu ihm fahren. Ich meine nicht zu ihm nach Hause, aber vielleicht nach München, zu seinem nächsten Konzert. Robert Allen Zimmerman, von allen nur Bob Dylan genannt. Ja, er ist nicht mehr der Angesagteste, ich weiß. Jetzt stehen alle auf David Bowie. Der Mann mit den zwei verschiedenen Augenfarben ist natürlich cool, aber ich werde Bob treu bleiben. Seine Texte sagen so viel aus. Die Musik ist grooviger, ich kann mich bei ihm besser bewegen. Als Steffi mich zum ersten Mal an ihrem Joint ziehen ließ, habe ich danach zu seinen Akkorden getanzt. Die anderen haben gelacht, mir war es egal. Als Lay Lady Lay dann zu Ende war, wollte ich den Kassettenrekorder das Lied noch mal zurückspulen lassen und wieder an dem Joint ziehen, doch da lag nur noch die Kippe im Gras.
Die Seilbahn schiebt sich mit heftigem Rütteln in ihre Schienen, die Tür geht quietschend auf, ich verlasse die kleine, düstere Talstation und atme als Erstes die stickige, heiße Stadtluft ein. Der Geruch minimaler, schnell vergänglicher Freiheit schlägt mir entgegen. Staub, Abgase, ich laufe über die Straße und übersehe, dass ich als Fußgängerin eigentlich rot gehabt hätte. Das Auto hupt, die Reifen quietschen, ich hüpfe zurück auf den Gehweg. Der Fahrer fährt rechts ran, kurbelt das rechte Seitenfenster herunter und grinst. Ich kann mein Glück kaum fassen, es ist mein Lehrer, Herr Stadler. Ich spüre die Hitze in meinen Wangen, als er seine rechte Augenbraue hebt.
„Vor wem bist du denn auf der Flucht?“, fragt er. Na, zumindest scheint er nicht sauer zu sein.
„Ähm, also, eigentlich gar nicht“, stammle ich. „Wollte nur zu meinen Freundinnen.“
„Wo musst du denn hin?“, fragt er nun, beugt sich herüber und öffnet die Beifahrertür seines Kadetts.
Ich zögere kurz. Meint er es ernst? Lädt er mich gerade in sein Auto ein? Peter Stadler. Nur seine Anwesenheit macht die Schule einigermaßen erträglich. Er unterrichtet Deutsch und Politik. Er kennt die Welt, die Literaten, das Weltgeschehen, hat Charisma. Und stechend blaue Augen. Außerdem spielt er in einer Band, habe ich gehört. Gitarre. Wenn er mal ein Konzert gibt, stehe ich auf jeden Fall in der ersten Reihe.
„Na, was ist? Soll ich dich ein Stück mitnehmen?“, fragt er noch einmal.
Ich hüpfe mit so viel Schwung auf den angebotenen Platz neben ihm, dass ich fast auf seinem Schoß lande.
„Na hoppla“, lacht er. „Dann erzähl mal, wo soll es denn hingehen?“
„Einmal nach München bitte“, murmle ich und erwische mich dabei, wie ich Stadler wieder anschmachte.
„Wie bitte?“, fragt er. Wieder zieht er die Braue hoch. „Ich glaube nicht, dass wir das vor der letzten Seilbahn noch schaffen, und die möchtest du doch sicherlich erwischen, oder?“
Ich richte mein Kleid. Gott, wie peinlich.
„Zu den Talferwiesen. Talferbrücke wäre auch in Ordnung.“
Ich schweige, lehne den Kopf in seine Richtung und ziehe meine Sonnenbrille auf, damit er meine Blicke nicht sieht. Einatmen, ausatmen, ich muss so viel wie möglich von seiner Aura einsaugen. Und während ich ihn anhimmle, fällt mir auf, dass ich mich noch nicht einmal vorgestellt habe: Mein Name ist Esther, ich bin achtzehn Jahre alt, komme aus Kohlern und werde bestimmt nicht dortbleiben. Auch wenn es da oben am Berg noch so grün ist.

Kapitel 2: Annegret

Annegret legt den Kaffeelöffel beiseite und nimmt ein Stückchen Torte auf. Sie sieht sich zwischen den Gästen um. Das Café Monika an der Ecke zwischen der Mustergasse und dem Goethesträßchen in der Bozner Stadtmitte ist bis auf den letzten Platz besetzt. Touristen aus Deutschland mischen sich mit Touristen aus dem mittleren Italien. Die einen suchen die wärmende Sonne, die anderen den kühlenden Nordwind, der in ihren Städten im Sommer niemals wehen wird.
Annegret genießt die frische Käsesahne, die leicht nach Zitrone schmeckt. Wo Sigrid nur bleibt, fragt sie sich. Hat ihr Mann sie wieder einmal nicht gehen lassen? Sie ist froh, dass Peter nicht so ein Patriarch ist, der ihr die gesamte Hausarbeit aufzwingt. Sie kann sich ohne Weiteres mit ihren Freundinnen treffen und mit ihnen Kaffee trinken, einen Bummel durch die Bozner Lauben machen oder auch mal tanzen gehen. Natürlich widmet sich auch Peter seinen Hobbys, sofern seine Arbeit als Lehrer es ihm erlaubt. Heute wollte er eigentlich am Nachmittag die Klassenarbeiten seiner Schüler korrigieren, doch die hatte er im Lehrerzimmer liegen lassen. Also hatte er das Auto genommen und war losgefahren. Annegret selbst hatte Sigrid angerufen und sich mit ihr zu einem Kaffee in der Innenstadt verabredet.
„Da bin ich, bitte entschuldige, Annegret“, sagt Sigrid und wischt sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn. „Ich musste die Kinder noch baden, sie hatten sich beim Spielen furchtbar schmutzig gemacht.“
„Ist schon gut, Sigrid. Hast du denn immer noch Streit mit deinem Mann?“
Sigrid schüttelt den Kopf, doch Annegret kennt den traurigen Blick ihrer Freundin nur zu gut. Es ist nicht das erste Mal, dass Sigrid zu spät zu einer Verabredung kommt, weil ihr Mann sie mit Lappalien davon abgehalten hat, das Haus zu verlassen.
„Nein, nein. Es ist alles in Ordnung. Meine Verwandten in Sterzing werde ich aber nur noch mit der ganzen Familie besuchen. Es funktioniert einfach nicht, wenn Manfred mit den Kindern alleine zu Hause ist.“
„Aber es muss doch möglich sein, dass du ab und zu mal zu deiner Schwester fahren darfst?!“, echauffiert sich Annegret. „Du bleibst ja nicht einmal über Nacht. Das muss Manfred doch hinbekommen. Und sonst ist ja auch noch seine Mutter da.“
Sigrid winkt ab. Annegret bemerkt, dass die Diskussion ihrer Freundin unangenehm ist, doch sie kann sich kaum beherrschen. Das Verhalten von Sigrids Mann macht sie wütend; noch wütender ist sie aber auf ihre Freundin, die sich von Manfred unterkriegen lässt. Würde sie ihm doch nur einmal die Meinung sagen, statt sich von ihm herumkommandieren zu lassen.
„Lassen wir uns nicht den wunderschönen Sommertag verderben.“ Sigrid wendet sich an die Kellnerin. „Einen Eiskaffee, bitte. Mit viel Sahne.“
Annegret versucht, ihren Puls zu kontrollieren und nimmt ein weiteres Stückchen Kuchen in den Mund. Der frische Geschmack ist weg, sie schmeckt nur noch die Säure der Unterdrückung.
„Wie geht es eigentlich Peter?“, fragt Sigrid in die Stille hinein, die nur von den Gesprächen der Touristen erfüllt wird.
„Gut, er ist gerade auf dem Weg zur Schule.“
„An einem Samstagnachmittag?“, fragt Sigrid ungläubig.
„Er hat die Schülerhefte vergessen, die holt er ab und setzt sich dann zu Hause hin, um sie zu korrigieren.“
„Und du, Glückliche, darfst inzwischen hier sitzen und Kuchen essen … sag, hast du eigentlich von Irmgard mal wieder etwas gehört? Ist ihr Sohn denn aus dem Libanon zurückgekommen?“
„Nein“, antwortet Annegret. „Die Ärmste hat sich in ihrer Angst völlig abgekapselt und will nicht einmal mehr ausgehen. Mal abgesehen davon, dass sie es wirtschaftlich alleine kaum schafft, seitdem ihr Ältester beim Autounfall ums Leben gekommen ist. So viele Schicksalsschläge auf einmal … Wenn man da doch nur irgendetwas machen könnte, ich meine, was sollen denn diese jungen Männer dort an der Front?“
„Andererseits haben sich die Jungen doch freiwillig gemeldet“, wendet Sigrid ein.
„Ja, aber doch nur, weil der Einsatz so gut bezahlt wird. Meine Güte, mit ihren achtzehn Jahren sind sie doch fast noch Kinder. Als ob sie in dem Alter schon so schwerwiegende Entscheidungen treffen könnten! Die armen Eltern warten täglich auf Briefe und den Bescheid, dass die Söhne endlich nach Hause zurückkommen. Wenn sie nicht schon gefallen sind.“
Annegret deutet Sigrids Schweigen als Zustimmung und lehnt sich in ihrem Korbstuhl zurück. Ein Lied von Joan Baez wird in der Bar nebenan gespielt, leise dringen die Töne zu ihnen herüber, gehen dann und wann wieder in den Gesprächen der Touristen und dem Geschrei der kleinen italienischen Kinder unter. Baez singt vom Krieg, von einem jungen Soldaten namens Sasha. Die Melodie ist so traurig und ängstlich wie Irmgards Augen, als sie ihr zum letzten Mal beim Einkaufen begegnet ist. Baez’ Worte, die die Kriegsgrauen beschreiben, sind hart und schonungslos. Plötzlich wird sie müde, der Kopf schwirrt ihr. Sie ruft den Kellner zu sich, Sigrid sieht sie verwundert an.
„Du willst schon gehen? Wir sind doch erst eine Viertelstunde hier.“
„Wir gehen jetzt zu Irmgard. Ich muss mit ihr sprechen. Es kann einfach nicht angehen, dass die Mütter hier verzweifeln. Es muss doch irgendeinen Weg geben, ihren Buben zurückzuholen.“
„Ja, aber wie willst du das denn anstellen? Hast du etwa plötzlich irgendwelche Verbindungen zum Militär?“, wirft Sigrid ein. In ihrer Stimme schwingt Skepsis, aber auch Ehrfurcht mit, besonders, als sie das Wort „Militär“ ausspricht. Annegret schüttelt den Kopf.
„Noch nicht. Aber diese Verbindungen lassen sich doch ganz bestimmt irgendwie herstellen.“
Sigrid nimmt einige Lirescheine aus ihrem Portemonnaie und legt sie auf den Tisch.
„Ich kann da leider nicht mitmachen. Aber sprich du ruhig mit Irmgard. Ich gehe nach Hause und schaue nach dem Rechten.“
„Du kommst mit, Sigrid. Dein Mann kommt schon noch ein Stündchen ohne dich zurecht. Wir brauchen jede Hand und jeden Kopf, um die richtigen Pläne zu schmieden.“
„Was bist du doch für ein Hitzkopf, Annegret“, sagt Sigrid und lächelt zum ersten Mal an diesem Nachmittag. „Du wirst noch eine Revolution anzetteln, ich sehe es schon kommen!“

[Buchvorstellung einmal anders] München 1981 von Susanna Constantin


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonistinnen Esther und Annegret aus „München 1981“ und deren Autorin Susanna Constantin.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Annegret: Na klar, machen wir gerne – mit gegenseitiger Unterstützung geht alles viel einfacher.
Esther: Eigentlich wollte ich gerade nach München fahren, aber ein bisschen Zeit habe ich noch. Leg los!
Ich hatte ein langes Gespräch mit eurer Autorin, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Annegret: Ich bin etwa 30 Jahre alt, wohne in Bozen (Südtirol) und bin frisch verheiratet. Ich habe Rechtswissenschaft studiert und arbeite als Sekretärin in einer Kanzlei. Vor kurzem habe ich mich mit einer Freundin getroffen, der es zur Zeit nicht so gut geht, weil ihr Sohn im Libanon im Militäreinsatz ist. Ich würde ihr so gerne helfen, ihren Sohn zurückzuholen…
Esther: Ich bin 18 Jahre alt und komme auch aus Südtirol, aber von einem etwas entlegenen Bergdorf. Zur Zeit ist daheim alles Mist, mein Vater ist total herrisch, meine Mutter frustriert und ich will einfach nur weg. Am besten nach München, dort soll demnächst ein Bob Dylan-Konzert stattfinden.
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Annegret: Frauen.
Annegret: … und Frieden.
Esther: … und Freiheit!
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Susanna: Na klar, macht das Spaß, aber es quält mich manchmal auch selbst! Aber hey, so ist das Leben und die beiden Damen meistern meine Stolpersteine ja auch 😊.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Annegret: Ja, meinen Streit mit meinem Mann Peter. Ich weiß, das war für Susanna ein schwieriger Moment (so wütend habe ich sie beim Schreiben noch nie erlebt!), aber ich finde, der sollte hervorgehoben werden.
Esther: Wow, das ist schwierig… vielleicht würde ich ihnen als Anfang mal die Gitarrenszene zeigen. Mein Lehrer, Peter Stadler, gibt mir nämlich Unterricht. Was Annegret nicht erfahren sollte: Ich steh total auf ihn.
Wie viel echte Susanna steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Susanna: In diesem Buch steckt vor allem mein Herzblut, es war mir nämlich ein großes Anliegen über das Thema Frauen, Frieden und Freiheit zu schreiben und dabei meine Lieblingssongs mit ins Buch packen zu dürfen.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Annegret: Susanna ist meiner Meinung nach eine spätberufene Feministin. Sie schreibt ja auch als „feministisches Greenhorn“ einen Blog und hat das Projekt „FlowerPower“ ins Leben gerufen (schaut einfach mal auf ihre Webseite). Sie hat bei dem Roman sehr viel geweint, weil ihr viele dieser Themen sehr nah gegangen sind und sie auch wütend gemacht haben.
Esther: Susanna ist irgendwie wie eine coole Tante für mich. Sie konnte ziemlich gut nachempfinden, als ich diese schlimme Krise wegen meinem Lehrer hatte und nur noch weg wollte von zu Hause. Was ich nicht OK fand, ist, dass sie Roxies WG in München von den Bullen hops nehmen ließ und ich in einer Zelle der bayrischen Polizei gelandet bin.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Annegret: Also, mich hat niemand gefragt… ich glaube, das hat Susanna allein mit dem Verlag ausgemacht.
Esther: Ich glaube schon, dass ich da irgendwie mitgewirkt habe: München ist und bleibt mein Sehnsuchtsort, auch wenn ein Großteil des Buches in Südtirol spielt.
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Annegret: Das Cover ist genau mein Ding, vor allem wegen der schönen weißen Friedenstaube.
Esther: Ich steh ja eher auf die Playlist, die für das Buch erstellt wurde. Da sind alle meine Lieblingssongs drauf.
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Annegret: Darf ich Gas geben?
„Was wir wollen?“, schreit sie. „Wir wollen eine ganze Menge, mein Lieber. Wir wollen die gleichen Rechte wie ihr. Wir wollen unsere Berufe ausüben dürfen und nicht ein Jurastudium absolvieren, um dann als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei Kaffee zu kochen und uns Briefe diktieren zu lassen. Wir wollen Vollzeit arbeiten und genauso viel verdienen wie ihr. Wir wollen, dass ihr euch auch mal um den Abwasch kümmert und kocht und putzt wie wir, und zwar nicht nur am Tag der Frau oder am Muttertag. Wir wollen, dass ihr euch auch um unsere Kinder kümmert und ihnen die Windel wechselt. Wir wollen, dass ihr eure alten Eltern genauso pflegt, wie wir es tun. Und vor allem wollen wir eines: dass all diese Dinge nicht als selbstverständlich betrachtet werden. Ihr sollt genauso müde sein wie wir, nachdem wir gearbeitet, geschrubbt und gekocht und Kinderärsche abgewischt haben.“
Esther: Ich möchte etwas zur Liebe sagen…: „Sie hat mich sogar nach Tipps in Sachen Männern gefragt, aber ich habe ihr gesagt, dass ich ihr da beim besten Willen nicht helfen kann. Allerdings, was die Liebe angeht, konnte ich ihr ein paar Weisheiten mit auf den Weg geben. Ich habe ihr gesagt, dass es Liebe ist, wenn der andere einem zuhört, wenn der andere einen gehen lässt und man gerne wieder zu ihm zurückkommt. Ich habe ihr gesagt, dass Liebe Distanzen und Grenzen überwindet. Ich habe ihr verraten, dass Liebe nicht einfach ist und dass man oft eine Menge Geduld mit ihr braucht. Außerdem, und das war mir besonders wichtig, habe ich ihr gesagt, dass es nur Liebe ist, wenn sie erwidert wird. Und dass es dann doch eigentlich wurscht ist, ob die Liebe von einem Mann oder einer Frau kommt, Hauptsache, man fühlt sich damit wohl.“
Vielen Dank für das Gespräch

[Autoreninterview] Susanna Constantin


Autoreninterview
Susanna Constantin

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Sehr gerne 😊. Ich heiße Susanna Constantin, das ist ein Künstlername, den ich aus meinem eigenen Vornamen und dem Mädchennamen meiner Mutter gebastelt habe. Ich komme ursprünglich aus Südbaden, wohne aber schon ein halbes Leben lang in Südtirol. Bis jetzt habe ich als Simone Dark Krimis geschrieben, nun versuche ich mich in den historisch-rebellischen Romanen. Mein erstes Werk ist im Februar erschienen: München 1981.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das begann schon mit etwa 14, als ich mir mit Kurzgeschichten den pubertären Frust von der Seele geschrieben habe. Seit 2019 bin ich Verlagsautorin.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Als Susanna Constantin nur dieses eine, in dem es um zwei Frauen geht, die aus ihren bisherigen Leben ausbrechen, Freiheiten suchen, und sich für den Frieden einsetzen. Das Buch spielt Anfang der 1980er Jahre in Südtirol und München und hat sogar eine eigene Playlist der Songs, die im Buch eine Rolle spielen.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja: Es wird wieder eine Geschichte von 2 Frauen, anhand derer ich die Geschichte des DDR-Regimes und die Geschichte Südtirols gegenüberstelle. Ganz schön rechercheintensiv 😉!
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Wandern, das geht in Südtirol hervorragend, genau wie Stadtbummel in Bozen. Ich bin überhaupt gerne an der frischen Luft, wenn ich nicht gerade schreibe.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Die Bücher von Daniel Glattauer und Ewald Arenz lese ich sehr gerne. Allgemein interessieren mich auch Coming-Of-Age und feministische Bücher, aus denen ich für meine nächsten Werke noch etwas über Frauenpower mitnehmen kann.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Mein Schreibtisch befindet sich unter einer Dachschräge auf 1.250 Metern Meereshöhe, mit direktem Blick auf den Schlern. Um mich herum sind Bücher aller Genres, von den Dolomitensagen über Krimis, bis hin zu Geschichtsschmökern. Zwischendrin sieht man kleine, gesammelte Kuriositäten. Ich schreibe praktisch in einem winzigen, bibliothekarischen Museum.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Arbeiten, ein paar Kilometer gehen, schreiben… und bald mal schlafen gehen. Ach ja, Essen darf ich auch nicht vergessen!
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen bin ich derzeit scharf auf feministische Bücher und Coming-Of-Age-Romane. Beim Schreiben würde ich behaupten, das Gleiche zu mögen, am besten verknüpft mit historischen Begebenheiten.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Da ich Kästner mag: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Das klingt zwar abgedroschen, aber wenn sich mehrere daran halten würden, sähe es auf der Welt vielleicht etwas friedlicher aus. Ein Zitat aus meinen Büchern könnte sein: „Der Geruch minimaler, schnell vergänglicher Freiheit schlägt mir entgegen“. Diesen Satz denkt meine Protagonistin, als sie von zu Hause abhaut. Mir geht er oft durch den Kopf, wenn ich denke, wie wichtig Freiheit für uns alle ist und wie unfrei wir doch geworden sind.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich liebe Südtirol und Italien, aber manchmal habe ich auch Sehnsucht nach meinen alten Nachbarn, also nach Frankreich. Dort gibt’s einfach den besten Käse.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Solange die Kritik konstruktiv und begründet ist, nehme ich sie sogar gerne an und wachse daran. Kritik, die sich wie eine unbegründete Ohrfeige anfühlt, kann ich nicht ausstehen.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich arbeite mit einem eher kleinen, regionalen Verlag zusammen, bei dem ich mich sehr wohl fühle. Der Austausch mit meinem Verleger ist unkompliziert und ich kann mich darauf verlassen, dass meine Bücher in den nahen Buchläden gut platziert werden. Das bringt Sicherheit, die man als Selfpublisher vielleicht nicht hat.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich würde mich freuen, euch meine beiden Protagonistinnen und ihre Haltungen zu Freiheit und Frieden mit auf den Weg geben zu dürfen.

Mittwoch, 13. Mai 2026

[Charakterkarteninterview] Suketo aus Mânil 3 - Irgendwas mit neuen Jacken von Desiderius M. Rainbow

 



Charakterkarteninterview „Suketo“

Heute habe ich Desiderius M. Rainbow zu Gast auf meinem Blog. Er wird mir ein paar Fragen zur Charakterkarte beantworten.

Wann kam die Idee zur Charakterkarte?
Als ich irgendwann ‘23 rausfand, was Charakterkarten sind und mir das Konzept gefiel. Die Zeichnung entstand bereits 2020 während des ersten Lockdowns und hängt bei mir an der Wand. Ich schreibe ja schon lange an der Geschichte und hab die meisten Charaktere immer mal wieder skizziert. Nur vor Suketo bin ich zurückgeschreckt, weil ich mich schwertue, einerseits Bärte und andererseits nackte Füße zu zeichnen und der Mistkerl hat beides!
Hattest du schon eine genaue Vorstellung von der Charakterkarte, was sich darauf befinden sollte?
Nein, als ich die Zeichnung gemacht habe, hatte ich noch nicht einmal entschieden, ob ich das Bild veröffentlichen möchte. Später beschloss ich, mit den Zeichnungen, die an meiner Wand hingen, für Mânil und Suketo Charakterkarten zu gestalten – natürlich mit Steckbrief auf der Rückseite.
Welche Bedeutung haben für dich die Wolle, die Teekanne, die Leine und die Narben auf der Haut?
Suketo strickt gern und steht auf Tee. Die Leine stammt aus dem Titel des zweiten Mânil-Teils „Mânil 2 – Keine Leinenpflicht in Katurath’ka“ und taucht immer mal wieder auf. Außerdem ist Suketo schwer vernarbt. Was da genau geschehen ist, behält er noch vorerst für sich, aber die Geschichte hat es in sich und kommt in den nächsten Teilen Stück für Stück. Die Narben bedecken seine gesamte linke Seite, weshalb er luftige Kleidung bevorzugt und stets hochgeschlossen und langärmlig herumläuft, da ihn das, was dahintersteckt schwer belastet, und er noch ein wenig brauchen wird, bis er aufhört, alles zu verdrängen und sich endlich seiner Vergangenheit stellt.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit der Charakterkarte ausdrücken?
Nein, wenn ich zeichne, schaltet sich mein Kopf aus und ich fühle einfach nur. In diesem Fall wahrscheinlich, dass ich einen unleugbaren Crush auf meinen zweiten Hauptcharakter habe – weshalb das Originalbild auch ziemlich groß ist (40 x 50 cm). Letztendlich zeigt die Charakterkarte, wie Suketo in meinem Kopf aussieht und gibt auf der Rückseite noch einiges mehr über ihn preis.
Welche Techniken/ Materialien/ Medien hast du verwendet, um die Charakterkarte zu erstellen?
Für die Zeichnung habe ich Multiliner, Aquarellfarben, Aquarellstifte und grobes Aquarellpapier verwendet. Als Model habe ich, wie meistens, mich selbst verwendet. Die Fotos auf der Rückseite entstanden in meinem Wohnzimmer mit Zeug, das ich in meiner Wohnung habe und das zu Suketo passt. Zusammengestellt habe ich dann alles mit meinem uralten Photoshop.
Bist du nun zu 100% zufrieden mit der Charakterkarte oder würdest du aus heutiger Sicht noch einmal etwas daran ändern wollen?
Es gibt natürlich immer ein paar Kleinigkeiten, die ich in der Zeichnung noch verändern würde, aber trotzdem ist es eins meiner Lieblingsbilder und hat einen Ehrenplatz in meinem Wohnzimmer, wo ich es sowohl vom Schreibtisch aus, wie auch aus meiner magischen Sofaecke sehen kann.
Die Rückseite habe ich tatsächlich vor kurzem aktualisiert. Ich habe die Schrift geändert, dass sie besser zu lesen ist, ein zwei neue Infos hinzugefügt und auch die Fotocollage etwas erweitert und umgestellt.
Danke, dass du bei dem Charakterkarteninterview mitgemacht hast 😊

Dienstag, 12. Mai 2026

[Charakterkarteninterview] Mânil aus Mânil 3 - Irgendwas mit neuen Jacken von Desiderius M. Rainbow


 
Charakterkarteninterview „Mânil“

Heute habe ich Desiderius M. Rainbow zu Gast auf meinem Blog. Er wird mir ein paar Fragen zur Charakterkarte beantworten.

Wann kam die Charakterkarte? Vor oder nach dem Titel?
Vorher. Die Zeichnung entstand 2021, während ich das Cover für „Mânil – Einfach nur der Anfang“ entworfen habe. Es war ein Pausenprojekt, um mich zu motivieren, weil mir Zeichnungen von Leuten leichter von der Hand gehen als Gegend. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht einmal, was Charakterkarten sind. Das Bild war hauptsächlich für mich. Wie ich es in mein Marketing einbauen würde, wusste ich noch gar nicht.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung von der Charakterkarte, was sich darauf befinden sollte?
Als ich es zeichnete, war einfach nur der Plan, Mânil aus dem ersten Teil zu zeichnen. Die Idee mit der Fotocollage und dem Steckbrief auf der Rückseite kam dann, als ich später über das Konzept von Charakterkarten stolperte. Für mich ist der Unterschied zwischen einem reinen Bild und einer Charakterkarte, dass man auf der Rückseite auch etwas über den Charakter erfährt.
Welche Bedeutung haben für dich die Personen, der Spiegel, die Kugel und die Eule?
Mânil lebt mit einer gespaltenen Persönlichkeit – keine DIS wie ich, sondern eine nicht Trauma basierte Fantasy-Version davon. Deshalb sind mehrere Personen zu sehen. Die Eule ist sein Plüschtier, mit dem er redet, der Spiegel hat ein beunruhigendes Eigenleben, welches Mânil noch nicht durchschaut hat, und die Kugel ist ein Utensil, welches man fürs Hellsehen und für Zukunftsdeutung verwendet. In beiden Bereichen ist Mânil grottenschlecht und er hat auch massive und sehr ungewöhnliche Probleme mit seiner Kugel, welche ihn aus unerfindlichen Gründen auch noch für tot hält.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit der Charakterkarte ausdrücken?
Sie zeigt, wie ich mir meinen Hauptcharakter vorstelle. Wenn ich zeichne, denke ich meist nicht darüber nach, was ich tue, sondern lasse es einfach aus meinen Fingern fließen und schaue, was passiert.
Welche Techniken/ Materialien/ Medien hast du verwendet, um die Charakterkarte zu erstellen?
Für die Zeichnung habe ich Multiliner, Alkoholmarker und satiniertes Aquarellpapier verwendet – letzteres sollte man nicht in Kombination verwenden. Aquarellpapier ist für Alkoholmarker denkbar ungeeignet. Die Fotos auf der Rückseite entstanden in meinem Wohnzimmer mit Zeug, das ich in meiner Wohnung habe, und das zu Mânil passt. Zusammengestellt habe ich dann alles mit meinem uralten Photoshop.
Bist du nun zu 100% zufrieden mit der Charakterkarte oder würdest du aus heutiger Sicht noch einmal etwas daran ändern wollen?
Mit der Zeichnung bin ich zufrieden – auch wenn ich für Alkoholmarker bestimmt nicht noch einmal Aquarellpapier verwenden würde! Die Rückseite habe ich tatsächlich vor kurzem aktualisiert. Ich habe die Schrift geändert, dass sie besser zu lesen ist, ein zwei neue Infos hinzugefügt und auch die Fotocollage etwas erweitert und umgestellt.
Danke, dass du bei dem Charakterkarteninterview mitgemacht hast 😊

Montag, 11. Mai 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Dunkellied von Tala T. Alsted

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Sayo und Nor aus „Dunkellied“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Kein Problem, seit Tala das Buch beendet hat, haben wir endlich etwas Ruhe.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Sayo: Ach, die kennen mich noch nicht? – Ich bin Sayo, 23 Jahre alt, und immer noch ohne abgeschlossene Ausbildung. Aber ich kann Lieder schreiben, singen und mehrere Instrumente spielen.
Nor: Das reicht doch. Ich bin Nor Kettera, Patrouille-Majorin der Grauzeitwache, wie ihr unschwer an meiner schwarzen Uniform erkennen könnt. Ich bin stolz darauf, als Frau diesen Dienstgrad erhalten zu haben.
Sayo: Ich kenne auch keine, die so krass ist wie du!
Nor: Wollen wir für dich hoffen, dass das ein Kompliment war.
[Sayo lacht.]
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Auf der sonnigen Insel Aurorania dürfen nur die „Goldenen“ an der Oberfläche leben. „Graue“ fristen ihr Dasein in einer unterirdischen Stadt – weil sie angeblich häufiger kriminell sind.
Sayo, ein grauer Musiker ohne Zukunftsplan, lässt sich auf einen verlockenden, aber gefährlichen Deal mit einer Rebellengruppe ein: Unter falscher Identität darf er die Sonne sehen, wenn er dafür die allzu engagierte Polizistin Nor im Auge behält. Doch die ist nicht nur schroff und brutal und schon bald ist sein Interesse für sie größer als für seinen Auftrag nötig.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Nor: Ich glaube nicht, dass es die Autorin war, die uns hier Steine, oder ganze alte Fabrikgebäude, in den Weg geworfen hat. In Aurorania hat es schon lange wieder zu brodeln begonnen – immer mehr Demos, dazu die Boykotte von außen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es so richtig losgehen würde. Ich habe das bei meiner Arbeit bei der Grauzeitwache genau mitverfolgt.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Sayo: Für mich sind das alle Momente unter freiem Himmel, egal, ob ich Sonnenbrand bekommen habe. Hauptsache, ich muss nicht in dieser kaputten, unterirdischen Stadt hocken. Mit meiner falschen ID war ich frei.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Sayo: Ich habe gehört, dass sie eine Graue wäre, wenn sie in Aurorania leben müsste. Dazu sage ich nur: Willkommen ganz unten. [lacht] Einer meiner Songs trägt diesen Titel.
Nor: Ich habe mit dieser ominösen Autorin nichts gemein. Hundertpro.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Nor: Okay, vielleicht haben sie und ich doch etwas gemeinsam: Die Liebe zur Gerechtigkeit.
Sayo: Na, Gerechtigkeit liebe ich auch. Kommt nur immer auf die Definition an, nicht wahr, Nor?
Nor: Willst du mich provozieren?
Wisst ihr, wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Sayo: Der Titel stand schon ziemlich lange und hey, er enthält das Wort „Lied“ – da bin ich dabei!
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Nor: Ich wollte lieber was Schickes mit Gold- und Silber-Effekten. Was Stilvolles. Vielleicht etwas, das an die neue, provokante Modelinie meiner Schwester erinnert.
Sayo: Ach, und meine Gitarre ist nicht stilvoll?
Nor: Deine Gitarre ist vielleicht schon, aber was ist mit den Graffiti, der Düsternis? Als wäre in Aurorania alles nur schlecht.
Sayo: Es gibt durchaus Verbesserungsbedarf …
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Sayo: Diese Stelle hier gefällt mir, denn da wirke ich sehr cool:
„Das Halbmond-Tattoo prangt unübersehbar auf Sayos Handrücken, als er ein letztes Mal über die Saiten seiner Gitarre streicht. Er schaut direkt in die Kamera, kein Lächeln schwächt die Ernsthaftigkeit seines Anliegens ab.“
Nor: Und mein Favorit ist, wo du sagst: „Was fühle ich für Nor? Sie zieht mich an wie oben die Sterne: faszinierend, wunderschön und gleichzeitig kalt und unerreichbar.“
Danke für das Gespräch

Sonntag, 10. Mai 2026

[Coverinterview] Das Licht meines Herzens von Julia Abel


 
Coverinterview
„Das Licht meines Herzens“


Heute habe ich Julia Abel zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.

Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?

Da „Das Licht meines Herzens“ mein zweiter Gedichtband ist und vom Cover genauso aussehen sollte wie mein erster Gedichtband „Die Tiefe meines Herzens“ stand tatsächlich zuerst das Aussehen des Covers fest und später folgte dann der Titel.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?
Jaa😊 Ich wollte unbedingt wieder so ein ähnliches Cover wie Band eins, damit es zueinanderpasst und die Ergänzung der beiden Titel deutlich wird. Tatsächlich stand das Aussehen des Covers fest, bevor das Buch überhaupt richtig begonnen wurde😉
Welche Bedeutung haben für dich das Herz, der Ozean und die Schrift?
Das Herz symbolisiert die vielen Emotionen, die in meinen Gedichten widergespiegelt werden und der Ozean steht für die Tiefe, die das menschliche Herz hat und für die Vielfalt der Gefühle. Die Schrift hingegen macht deutlich, wie man seine Gefühle in Worten auf poetische Weise verpacken kann und doch steht so viel mehr hinter einem Wort.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Es sollte die Hoffnung, die das Buch vermitteln soll, widerspiegeln und genauso strahlen wie die Emotionen in unseren Herzen.
Hast du ein Lieblingsgedicht, das das Buch am besten beschreibt?
Funken
Ist er noch so klein
Kaum zu sehen, so fein
Ein sanftes rotes Strahlen
Bilder in Herzen malen
Ist er doch so stark
Zu brennen er vermag
Drum Kleines nie begraben
Die größte Macht sie haben
Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?
Ich liebe es von ganzem Herzen!
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊