Sonntag, 26. Juli 2026

[Schnipseltime] Kardia 1 - Hasse uns von T. J. Morosis


 

Dich habe ich hier nicht erwartet.

Ausgerechnet dein Gesicht inmitten dieser eintönigen Welt zu sehen, ist wie der Klang einer vertrauten Melodie, die man vergessen geglaubt hatte.

Aber dein Körper hat sie nicht vergessen, richtig? Du fühlst sie durch deine Venen rauschen. Erinnerst dich an mich, wie sich die Saiten einer Violine an die Berührung des Streichbogens erinnern.

Singst für mich, unter meinen Händen, unter meinen Lippen.

Und du verfluchst mich dafür. Hasst mich beinahe so sehr wie ich dich liebe.

Doch das ist in Ordnung.

Hasse mich.

Reiß mich in Stücke und hinterlasse dein Mal in mir.

Lass dich von deiner Zwietracht und Zerrissenheit verschlingen.

[Buchvorstellung einmal anders] Kardia 1 - Hasse uns von T. J. Morosis


 
Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir T.J. ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Kardia – Hasse mich“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Ich denke nicht, dass du dich dafür bedanken solltest … Ich bin nicht leicht verträglich.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Du wirst den Klappentext lesen und denken, zu wissen, was auf dich wartet, aber du hast keine Ahnung. Mallory ist keine einfache Akademie. Sie ist noch nicht einmal wirklich Mallory, denn es gab eine Zeit, da hieß sie vollkommen anders. Aber Fakt ist, dass du auf dieser Akademie mehr über dich erfahren wirst, als dir lieb ist.
Wie weit wirst du gehen, wenn dein eigenes Leben und das deiner Liebsten auf dem Spiel steht? Wenn die Grenzen zwischen Mensch und Monster verschwimmen?
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Die Autorin hat damit nicht wirklich etwas zutun. Es sind die Charaktere, die die Geschichte schreiben. Sie entziehen sich der Kontrolle der Autorin, wodurch sich manche Szenen oder Plotstränge vollkommen verändern.
(Nein, nichts davon fällt Morosis leicht, sie schwankt immer zwischen Euphorie und absoluten Imposter Syndrom. RIP.)
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Die, in der die Hauptprotagonistin bemerkt, dass sie eigentlich nicht sterben will und ihr mehr an ihrem Leben liegt, als sie bisher dachte.
Weißt du wie viel T. J. tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Viel zu viel. Wir alle sitzen praktisch in ihrem Gehirn und nötigen sie in Tagträumen, Träumen, während Gesprächen oder banalen Situationen im Alltag. Vom Plotten der Geschichte und Schreiben ganz zu schweigen.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Samael: Traumata. Jede Menge Traumata.
T. J.: Also, so schlimm ist es jetzt auch wieder nicht.
Alys: … Erlebe mal das, was du mich erleben lässt, dann reden wir weiter.
Aron: Ich vermute, T. J. ist eine sensible Seele mit unangebrachten Humor.
T. J.: Das lässt mich etwas märtyrerhaft dastehen, findest du nicht?
Kyle: Das ist doch perfekt. Ihr Menschen neigt immerhin zur Theatralik und Melancholie.
Eliot: Sie ist ein Teil von uns und wir ein Teil von ihr. Niemand kann ohne den anderen bestehen, wir sind eng miteinander verwoben wie die Wurzeln längst verstorbener Bäume. Sie ist unser Ursprung und wir suchen sie heim.
T. J.: … Oder so.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Ich habe mich tatsächlich mit dem Titel bei Whisper beworben und er dürfte gepasst haben, zumindest mussten wir nichts ändern xD
Aber, fun fact: Bei anderen Verlagen habe ich mich davor mit dem Titel Pneuma, also Lebenshauch, beworben, bis mir auffiel, dass es wie eine Lungenentzündung klingt. Also habe ich mich für das griechische Herz entschieden.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich hab tatsächlich einige Wandlungen durchgemacht und T. J. hat geweint, als sie meine derzeitige Aufmachung gesehen hat, also passt sie wohl. Mir ist es einerlei.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Du bist so sanft zu einer Welt die dich quält. – Eliot, Kardia Hasse Uns
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch antwortet. Leise flüstere ich dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«

[Autoreninterview] T. J. Morosis


Autoreninterview
T. J. Morosis

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Das ‚Morosis‘ in T. J. Morosis steht für ‚Wahn‘ und ‚Irrsinn‘ und ich denke, das beschreibt mich ganz gut! Das Schreiben ist meine Hyperfixierung und mein ADHS (und vermuteter Autismus) blüht da richtig auf. Sozial gesehen bin ich eine Niete, aber ich gebe mein Bestes!
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich schreibe, seitdem ich schreiben kann. Den Anfang hat meine ältere Schwester gemacht, durch sie fand ich etwas ganz besonderes und gleichzeitig unheimliches wie Fanfictions. Und von da an lief der Ball. So richtig veröffentlicht habe ich aber erst mit Yearning Shadows, da das vollenden eines Manuskripts vorher nicht so mein Ding war, haha …
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Yearning Shadows. Eine kurze Novelle über eine Frau des viktorianischen Englands, die das Schreiben liebt. Doch sie hat die Leidenschaft dazu verloren, als ihr Kindheitsfreund verstarb und fristet seitdem ein trostloses Leben im Herrenhaus, das ihr Freund ihr hinterließ. Bis sich ihr eine unheimliche Gestalt zeigt, die sie dazu drängt, wieder mit dem Schreiben zu beginnen.
Kardia. Eine 4-bändige Reihe über Alys Cole, die als menschliches Haustier an einen Daemon verkauft wird, der sich von ihren Gefühlen ernährt. Er ist Professor an der Mallory Akademie, wo Alys durch die 4 großen Daemon nicht nur mit ihrer Vergangenheit sondern auch mit ihrem wahren Selbst konfrontiert wird.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Eines ist gut, haha … Ich habe 3 Werke in einem Vampiruniversum, ein paar in einem Märchenuniversum und noch welche in einem Faeuniversum geplant. Mal sehen, was als nächstes kommt.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben, tatsächlich. Da Freizeit für mich die Zeit nach meinem eigentlichen Brotjob ist, ist es schreiben. Aber auch zocken von Videospielen, wenn es sich ergibt!
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Lieblingsautor weniger, aber ich mag Misery von Stephen King und Dunkler Wahn von Dorn Wulff sehr gern. Beides aus dem Psychothriller Genre, was wohl meine Herangehensweise bei meinen Büchern erklärt, auch wenn sie dem Dark Romance/Romantasy Genre angehören.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Am liebsten schreibe ich in Zügen! Die Tatsache, dass man nur eine gewisse Zeit hat, um zu schreiben (nämlich bis zur Zielstation) und das regelmäßige Geschunkel, die vorbeiziehende Landschaft, das ist genau richtig von den Reizen her, nicht zu viel, nicht zu wenig, die mein Gehirn braucht, um in den Fokus zu kommen.
Sonst wechsle ich ständig Position und Arbeitsplatz, ich habe nicht wirklich einen festen. xD
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Arbeit, zuhause eine Weile lang in Paralyse sitzen, da mir Übergänge sehr schwer fallen und dann trete ich mich zum Schreiben xD
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen ist es Dark Fantasy und Psychothriller, beim Schreiben Dark Romance/Romantase und Dark Fantasy
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Oh, da gibt es einige! (Wenn es Zitate von kontroversen Personen sind, wusste ich es vorher nicht, ich habe zu ihnen nichts gefunden) Zum Beispiel:
Das Einzige, das du beeinflussen kannst, ist, wie du auf Dinge reagierst, die du nicht beeinflussen kannst. – Bassam Tarazi
Jede Person, die du triffst, kämpft in einer Schlacht von der du nichts weißt. Sei gutherzig. Immer. – Robin Williams
Ein Zitat aus meinem Buch, das meine Arbeit und Liebe zum Schreiben beschreibt:
Alys’ Gemälde sind wie das Pochen ihres Herzens. Manchmal sind sie sogar das einzige Lebenszeichen, das von ihr vorhanden ist. – Samael, Kardia Hasse uns
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich liebe Irland und Schottland! Die regnerische Atmosphäre, die Highlands, aaaaah!! Ich liebe alles daran <3
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich habe lange gebraucht, um Kritik nicht als Versagen zu sehen. Mittlerweile freue ich mich und sauge Feedback gierig auf! Ich möchte wissen, wie andere mich und meine Werke erleben und was ich bessern kann, um ein verträglicherer Mensch und eine bessere Autorin zu werden! Immerhin können wir uns nur durch unsere eigenen Augen sehen, aber das ist nur eine unsere Facetten. Wir brauchen auch das Feedback von anderen, um uns wirklich zu kennen, denke ich.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Weil ich im Organisieren und dem ganzen Papierkram eine absolute Niete bin =D
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lest und schreibt, was ihr wollt (solange es sensibel und respektvoll ist). Lasst euch nichts vom Konsumverhalten vorschreiben und genießt bitte das Lesen und Schreiben. Das Leben ist zu kurz für anderes.

Samstag, 25. Juli 2026

[Autoreninterview] Josefine James



Autoreninterview
Josefine James

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hi, mein Name ist Josefine James, ich komme aus Graz und schreibe die queeren Bücher, die ich selbst gerne gelesen hätte. Zentrale Themen meiner Geschichten sind Popkultur, Musik, die Entertainmentindustrie und TV. Ich schreibe am liebsten, wenn es draußen dunkel ist, mit einer guten Playlist im Hintergrund, damit ich mich voll und ganz auf meine Geschichten konzentrieren kann.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Eigentlich schreibe ich schon immer. Mein erstes Buch habe ich mit 8 geschrieben, damals noch mit selbst gezeichneten Illustrationen. Aber so richtig ging es erst 2022 los, als ich dank der Covid-Pandemie viel Zeit hatte. Ich schätze, zu diesem Zeitpunkt war es einfacher, in die fiktive Realität meiner Geschichte einzutauchen. Ein Jahr später wurde mein erstes Buch veröffentlicht.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Mein Debütroman war die Dualogie Macks. In dieser Coming-of-Age-Geschichte geht es um einen closeted Popstar. Dabei werden Tropes wie private person vs. public persona, forbidden love, hidden identity und found family behandelt.
Mit der Veröffentlichung dieser Bücher habe ich mir nicht nur selbst einen Traum erfüllt, sondern auch den Einstieg in die Bookstagram-Welt gefunden und viele andere Autorinnen kennengelernt. Vor einem Monat erschien außerdem die Anthologie Queer Through the Year - eine Sammlung von 17 Kurzgeschichten von LGBTQIA+-Autorinnen, an der ich mitwirken durfte.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja. Aber es ist eher ein Spaßprojekt, bei dem ich hauptsächlich die Gefühle aus realen Situationen hernehme und sie in ein komplett neues Setting werfe, ohne vorher den Plot zu kennen. Dabei gibt es kein festes Konzept, stattdessen lasse ich mich voll und ganz auf die Charakterentwicklung ein.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Bücher schreiben. Wenn ich dann immer noch Zeit habe gehe ich gerne auf Konzerte, oder im Winter snowboarden.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Taylor Jenkins Reid. Ich würde ihr gerne persönlich für Atmosphere danken – ein Buch, das ich ungefähr sechsmal gelesen habe und das mich jeden Abend dazu motiviert, mir den Sternenhimmel anzuschauen.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Die Geschichte beginnt meistens zuerst in meinen Handynotizen, und irgendwann sitze ich dann entweder auf der Couch oder in meinem Büro und schreibe alles auf.
Aber eigentlich ist der Ort gar nicht entscheidend – wichtig ist nur, dass ich mein Handy, meinen Laptop oder zumindest ein Blatt Papier griffbereit habe.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Nach der Arbeit gehe ich nach Hause und mache erst einmal einen langen Spaziergang. Dabei kann es schon vorkommen, dass sich meine Hündin eventuelle Plot-Twists anhören muss, die mir gerade im Kopf herumschwirren.
Im Anschluss ans Abendessen geht’s dann an den Laptop und ich versuche, spätestens um 00:30 Uhr ins Bett zu gehen. Insgesamt verbringe ich ungefähr drei bis vier Stunden pro Tag mit meinen Büchern. Dabei wird nicht nur geschrieben - meistens sitze ich aktuell am Lektorat, da dieses Jahr voraussichtlich noch zwei weitere Bücher erscheinen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese gerne Historical Fiction, wie zum Beispiel Die Nachtigall. Beim Schreiben habe ich mich allerdings auf kein bestimmtes Genre beschränkt. Es muss sich richtig anfühlen und ich muss vollkommen für das Thema brennen, damit ich meine Kreativität voll und ganz entfalten kann.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Eigentlich habe ich kein bestimmtes Zitat, nach dem ich lebe. Ich versuche eher, das Leben so zu nehmen, wie es kommt, und mich auf neue Abenteuer einzulassen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Portugal. Das Essen, das raue Meer, die Möglichkeit zu surfen, die ungefilterte Natur und die Direktheit der Menschen begeistern mich jedes Mal aufs Neue. Portugal ist so vielfältig und ich kann es kaum erwarten, endlich wieder mal mit meinen Zehen im eiskalten Atlantik zu stehen.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kritik gehört dazu, und ich bin absolut kritikfähig, solange sie konstruktiv geäußert wird und nichts Persönliches ist.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich habe meine ersten Bücher im Selfpublishing veröffentlicht, und ich würde diesen Weg auch wieder gehen, wenn ein Verlag zu viel an einem Buch verändern möchte. Aktuell bin ich mit den beiden Verlagen, bei denen ich bin, aber sehr glücklich und dankbar für die Möglichkeit, meine Bücher veröffentlichen zu dürfen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ja. Lest die Bücher, auf die ihr Lust habt. Es gibt keine Regeln für Geschmack! Aber ich würde mich freuen, wenn die ein oder andere Person meinem aktuellen Buch Things We Couldn’t Keep - einem lesbischen Liebesroman - eine Chance gibt.

Donnerstag, 23. Juli 2026

[Schnipseltime] Zwischen Sehnsucht, Begierde und Angst - Ungeahnte Tiefen (Vegas 1) von Jay J. Walker

 

Er schließt die Augen und presst seine Lippen aufeinander. »Also ungefähr eine Million.«

Ich nicke wortlos und verziehe meinen Mund.

Seine Nasenflügel blähen sich auf, er atmet tief ein und ich befürchte das Schlimmste.

Mein Inneres Ich zieht sich zu ihrer Sicherheit einen Helm auf und geht unter dem Tisch in Deckung.

»Ich hatte nicht daran gedacht, dass man in einer Beziehung solche Gespräche führen muss.«

»Naja, die Gespräche hören sich bei anderen vielleicht etwas anders an, aber im Endeffekt ist es das, was eine Beziehung ausmacht. Man redet, man plant, man geht Kompromisse ein. Vielleicht streitet man sich auch das ein oder andere Mal. Ganz sicher sogar! Und wir haben da sicher auch sehr viel Potenzial für.«

»Und man muss daran denken, was passiert, wenn etwas passiert…«

»Ja, das sollte man. Du bist Polizist, ich bin eine tollpatschige Katastrophe auf zwei Beinen…«

Er lacht leise und schüttelt den Kopf. »Okay. Du kannst das Haus kaufen. Aber es wird vertraglich festgehalten, dass ich dir Miete zahle, wenn ich wieder einziehen sollte. Ich werde es vermieten und die Miete auf ein separates Konto einzahlen, womit ich dann Dinge so gut es geht selbst zahlen kann, wie Flüge oder was auch immer. Die Kreditkarte ist für Notfälle und Haushaltszeug und ich werde dich informieren, wenn ich sie nutze.«

»Einverstanden. Danke.«

Jake lacht. »Du schenkst mir Geld und bedankst dich noch dafür?«

Ich lehne mich an seine Schulter und atme erleichtert auf.

Mein Inneres Ich kriecht wieder aus dem Versteck hervor und setzt den Helm ab.

»Aber…«, setzt er an und mein Inneres Ich geht wieder panisch in Deckung und lässt dabei beinahe den Helm fallen.

»Aber ich möchte, dass du dich jetzt endlich schonst, kleines Äffchen.«


[Buchvorstellung einmal anders] Zwischen Sehnsucht, Begierde und Angst - Ungeahnte Tiefen (Vegas 1) von Jay J. Walker

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Jake, Jay und Spot aus „Zwischen Sehnsucht, Begierde und Angst – Ungeahnte Tiefen (Vegas 1)“ und deren Autorin Jay J. Walker.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Jay: Sie sieht Jake mit erhobener Augenbraue an. »Brauchst Du Hilfe, oder schaffst du das allein?«
Jake: »Ich bin Cop, das werde ich jawohl noch hinkriegen!«
Spot schaut zwischen den beiden hin und her.
Ich hatte ein langes Gespräch mit eurer Autorin, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Jay: »Also, das ist Jake …«
Jake: »Hatte ich nicht gerade gesagt, dass ich das alleine schaffe? Hi, ich bin Jacob Daniel Coulson, bin 34 Jahre jung und Police Officer beim LVMPD.«
Jay: »Das war alles? Name, Alter und Dienstgrad? Ich glaube nicht, dass die Leser das interessiert!«
Jake: Er rollt mit den Augen. »Willst du's übernehmen? Bitte.«
Jay: »Gerne. Jake ist eigentlich ganz nett, wenn man …«
Jake: »Soll ich dann auch was zu dir sagen?«
Jay: »Was soll das jetzt?«
Jake: »Das ist Jay. Sie stolpert über flache Teppiche. Über gar nichts. Über Luft. Ich hab in den letzten Tagen mehr Zeit damit verbracht, mir Sorgen zu machen, dass sie sich beim Treppensteigen umbringt, als bei der Arbeit.«
Jay: »Das ist übertrieben.«
Jake: »Letzte Woche. Küche. Kein Grund, kein Hindernis. Einfach so.«
Jay: »Ich war müde!«
Jake: »Sie ist immer müde. Vor dem zweiten Kaffee ist mit ihr sowieso nicht zu reden. Ich hab gelernt, ihr morgens keine wichtigen Fragen zu stellen. Oder scharfe Gegenstände zu geben.«
Jay: »Das war ein mal.«
Jake: Er lacht laut.
Jay: »Okay, gut. Dann reden wir mal über dich. Er lässt einfach alles liegen. Schuhe. Jacke. Waffengurt. Mitten im Weg. Ich glaube, die Hälfte meiner Stolperunfälle geht direkt auf sein Konto.«
Jake: »Das ist nicht …«
Jay: »Deine Stiefel standen heute Morgen mitten im Flur.«
Jake: »Okay, das war ich.«
Jay: »Siehst du.«
Jake: »Trotzdem stolperst du auch ohne meine Stiefel.«
Jay: »Nicht der Punkt.«
Jay: »Und dann ist da noch Spot. Unser Gecko. Er sitzt meistens irgendwo, wo man ihn nicht erwartet, und beobachtet uns beide beim Streiten, als wäre das seine Lieblingsserie.«
Jake: »Er liebt Marmelade … und mich.«
Jay: »Weil du ihn immer bestichst! Aber egal. Ich bin übrigens Jay und 29 Jahre alt. Trotz dem Chaos, der in meinem Leben schon Überhand nimmt, habe ich mir Jake ans Bein gebunden – mehr Chaos geht also nicht.«
Jake: »Das solltest du nicht zu laut sagen!«
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Jay: »Gut, dann jetzt zum Buch. Kurz gefasst.«
Jake: »Zwei Menschen, zwei Kontinente. Wir hätten uns beinahe verpasst, wenn ich nicht einen Flug geschwänzt hätte.«
Jay: »Das war jetzt nicht kurz genug.«
Jake: »Okay. Liebe trotz allem, was dagegenspricht.«
Jay: »Besser. Aber vielleicht sollten wir noch erwähnen, dass es in Las Vegas spielt – nicht nur Glitzer und Spieltische, sondern auch die Seiten der Stadt, die keiner sieht.«
Jake: »Und dass wir beide unsere eigenen Dämonen mitbringen. Manche laut. Manche leise. Manche in sexy Uniform.«
Jay: »Es geht um Angst, nicht um Uniformen, du Quatschkopf!. Und darum, sich trotzdem zu zeigen.«
Jake: »Kurz gesagt: Wir kämpfen. Wir scheitern. Wir bleiben.«
Jay: »Das war jetzt fast ein bisschen zu poetisch für dich.«
Jake: »Einmalig. Zitiere mich nicht.«
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Ich sie quälen? Ganz ehrlich? Sie quälen mich! Ich glaube ab Seite 70 oder so des ersten Bandes hatte ich kaum noch Mitspracherecht darüber, was passieren sollte. Warum es nicht einfach und schön ist? Weil das Leben nun mal nicht immer so spielt!
Ich hatte ehrlich gesagt geplant, dass es an einer bestimmten Stelle ruhiger wird. Ein Kapitel zum Durchatmen, sozusagen. Und dann saß ich da, die Finger auf der Tastatur, und plötzlich passierte etwas, das ich so nicht vorgesehen hatte. Ich habe noch versucht dagegenzuhalten – umgeschrieben, gelöscht, neu angesetzt. Aber es fühlte sich falsch an, es wegzulassen. Also habe ich aufgehört, dagegen anzukämpfen, und einfach zugelassen, dass die Geschichte macht, was sie will.
Vielleicht ist das der eigentliche Grund: Ich will keine perfekten Menschen, denen nichts passiert. Ich will Menschen, die sich trotzdem entscheiden, weiterzumachen – gerade, weil es schwer ist. Das interessiert mich mehr als eine glatte Geschichte ohne Ecken und Kanten.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Jay: »Meine Lieblingsstelle ist die am Pool.«
Jake: »Die, bei der du einen Faustschlag ins Gesicht bekommen hast? Das ist deine Lieblingsstelle?«
Jay: »Nicht der Schlag, du Klugscheißer. Der Moment danach. Wie süß du warst.«
Jake: »Ich war genervt.«
Jay: »Du hast mein Gesicht angefasst, als könnte ich zerbrechen. Das war nicht genervt.«
Jake: »Das war Erste Hilfe. Meine Lieblingsstelle ist der Bungeesprung.«
Jay: »Die, bei der ich fast wieder umgedreht bin?«
Jake: »Genau die. Du bist direkt in meine Arme gelaufen.«
Jay: »Das war ein Unfall.«
Jake: »Ein Unfall, bei dem du dich an mir festgeklammert hast wie an einem Rettungsring.«
Jay: »Du warst genauso nervös wie ich.«
Jake: »Ich hab's aber besser versteckt.«
Jay: »Na, versteckt hast du da nicht viel … Egal. Meine Szene ist besser.«
Jake: »Meine hat wenigstens keine Verletzung mit sich gebracht.«
Jay: »Meine hat gezeigt, wie du wirklich bist, wenn's drauf ankommt.«
Jake: »Meine hat gezeigt, dass du auch ohne Faustschlag Chaos anziehst.«
Jay: »Das ist nicht dasselbe Argument.«
Jake: »Ist es doch.«
Jay: »Ist es nicht.«
Wie viel echte Jay J. steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Mehr als mir lieb ist und dann auch wieder weniger als mir lieb ist.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Jake: »Gnadenlos.«
Jay: »Das ist unfair.«
Jake: »Sie hat dir einen Faustschlag verpasst und uns von einem Wolkenkratzer springen lassen. Am gleichen Tag!«
Jay: »Sie ist halt kreativ.«
Jake: »Sie ist eine Sadistin mit Laptop, die vorwiegend nachts arbeitet. Vermutlich denkt sie sich unsere schlimmsten Momente aus, während normale Menschen schlafen.«
Jay: »Das erklärt einiges.«
Jake: »Nämlich?«
Jay: »Warum unsere dunkelsten Szenen sich anfühlen, als kämen sie aus echter Dunkelheit. Um drei Uhr morgens ist man ehrlicher. Sie hat uns aber auch zusammengebracht.«
Jake: »Nachdem sie uns beide durch die Hölle geschickt hat.«
Jay: »Ohne sie würden wir gar nicht existieren.«
Jake: »Ohne sie hätte ich auch keine Narben.«
Jay: Sie verdreht die Augen. »Sie ist ehrlich. Sie schreibt nichts, das sich nicht auch echt anfühlt. Selbst wenn's wehtut.«
Jake: »Besonders wenn's wehtut.«
Jay: »Also ich mag sie! Sie hat dich in eine Uniform gesteckt!«
Jake: »Ja, das hat sie gut gemacht. Ich sehe darin schon hot aus!«
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Das erste Band hatte erst einen anderen Haupttitel »Zuhause ist ein Gefühl«. Das wurde dem Buch aber irgendwann absolut nicht mehr gerecht, also habe ich ihn abgeändert. Erst war ich mir nicht sicher, wegen der Länge, aber je öfter ich ihn gesehen habe, desto passender wurde er, weil es die Zerrissenheit widerspiegelt.
Jay: Eigentlich habe ich ihn ja ausgesucht! Weil es einfach passt. Die Sehnsucht, die wir haben, wenn wir getrennt sind. Die Begierde, wenn wir nicht an uns halten können …
Jake: »Ja sag schon … und meine Angst!«
Jay: »Unsere, es ist unsere Angst!«
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Jay: »Wir haben tatsächlich nachträglich etwas geändert – und zwar den Stil und die Farben.«
Jake: »Sie wollte es unbedingt bunt und blumig …«
Jay: Ist ja auch schön!
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Jake: »Meins ist einfach. ›Dir gilt mein erster Gedanke am Morgen und der letzte vor dem Schlaf. Ich liebe jede Minute mit dir.‹«
Jay: »Du zitierst dich selbst.«
Jake: »Es ist trotzdem gut.«
Jay: »Es ist eitel.«
Jake: »Es ist wahr. Was ist deins?«
Jay: »›Ich orientiere mich lieber einfach von Tag zu Tag und versuche, jeden davon ohne größere Schäden zu überstehen.‹«
Jake: »Das ist ziemlich deprimierend für ein Lieblingszitat.«
Jay: »Es ist ehrlich. Nicht jeder Satz muss romantisch sein, um wichtig zu sein.«
Jake: »Meiner ist romantisch und wichtig.«
Jay: »Meiner ist wahr. Ich habe mich sehr lange von Tag zu Tag gehangelt, bis ich irgendwann aufgeben wollte. Aber habe ich nicht – ich bin noch hier. Und jeder Tag ohne etwas, was mich runterzieht – ist ein guter Tag!«
Jake: Kurze Pause. »Fairer Punkt.«
Jay: »Danke.«
Jake: Er gibt Jay einen Kuss auf die Stirn. »Wir albern hier rum, und den Lesern ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie tief das Ganze geht und wieviel wir kämpfen. Aber Humor ist das, was uns rettet – immer.«
Vielen Dank für das Gespräch

[Autoreninterview] Jay J. Walker


Autoreninterview
Jay J. Walker

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Jay, Mitte 30 und wollte tatsächlich nie Bücher schreiben! Ich lese sie gern, aber schreiben? Auf gar keinen Fall! Diese Kunst überlasse ich lieber anderen. So dachte ich zumindest. Und dann kam es anders …
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
… und da ist das Thema auch schon. Es war ein Unfall!
Mir ging es eine ganze Zeit lang nicht gut – ich habe mit meinen eigenen Dämonen gekämpft und dachte, ich verliere diesen Kampf. Dann kam die Idee, alles aufzuschreiben, was mich verletzt hat – Dinge, mit denen ich seit Jahren kämpfte. Ich dachte: »Hey, vielleicht hilft's.« Und es half. Ich habe meinen Dämonen ein Zuhause gegeben. Eine Geschichte, in der sie mich nicht beherrschen – sondern ich sie erzähle.
Was als Notiz auf meinem Handy begann, wurde zu einer Seite. Dann zu einem Kapitel. Irgendwann hatte ich ein Buch – und zwei Charaktere, die plötzlich lebendiger waren als ich selbst. Jay und Jake haben mir die Worte gegeben, die ich für mich selbst nie gefunden hatte. Und je mehr sie sprachen, desto leiser wurden meine Dämonen.
Ich schreibe immer noch. Aus demselben Grund wie am Anfang.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher ist Ungeahnte Tiefen, der erste Band meiner Reihe Zwischen Sehnsucht, Begierde & Angst, erschienen. Er erzählt die Geschichte von Jay und Jake, die sich in Las Vegas ineinander verlieben, und dabei lernen müssen, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Band zwei, Reißende Strömung, ist kurz vorm Release und vertieft, was zwischen den beiden begonnen hat, während neue Konflikte an die Oberfläche kommen. Beide Bücher spielen mit Nähe und Angst zugleich – Liebe, die heilt, aber auch fordert.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Aktuell arbeite ich an weiteren Bänden der Reihe, darunter Band 3: Leuchtfeuer im Sturm, Band 4: Wenn die Flut kommt und Band 5: Im Atem der Gezeiten
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich genieße die freie Zeit manchmal einfach nur – es kommt selten vor bei mir, dass ich mal ganz bei mir sein kann. Ich gehe auch gern mit Freunden essen oder mache auch durchaus gerne Spieleabende.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich liebe Bücher von Sebastian Fitzek mit viel Spannung. Allerdings zieht es mich in letzter Zeit eher zu Büchern von Selfpublishern, weil ich da das Gefühl habe, dass die Geschichten viel freier erzählt werden – besonders Themen, die noch nicht ganz so gesellschaftsfähig sind für die breite Masse, wie Mental Health. Momentan lese ich »Echo« und »Universum, du sadistischer Witzbold« von Anne J. Hale.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich arbeite überall. Wirklich ÜBERALL! Ob in der Küche, auf dem Sofa oder in einem Freizeitpark auf einer Bank. Mein Equipment, bestehend aus einem Macbook und einem Stromkabel, ist immer dabei.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Das würde ich auch gern wissen. Keiner meiner Tage würde ich als normal bezeichnen. Aber wie sagt man so schön? »Normal ist das, was man kennt.« Also: Ich bin eine Nachteule. Vor 04:00 Uhr morgens gehe ich meistens nicht ins Bett. Ich schlafe auch nicht sehr viel, dank meiner Schlafstörungen. Ich mach einfach das Beste draus. Morgens gibt es erstmal gut einen Liter Kaffee – ohne bin ich zu nichts zu gebrauchen. Und dann steht da auch schon der Staubsauger, der mich daran erinnert, dass ich gestern vergessen habe zu saugen, also hole ich das nach. Meine Tage sehen immer unterschiedlich aus – je nachdem, wie ich mich fühle. Oft sitze ich gedankenversunken da und komme dennoch zu keinem Ergebnis. Was aber fast jeden Tag passiert ist, dass ich schreibe, lösche, schreibe…, wieder lösche…
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich liebe Thriller, Krimis, Psychothriller zum Lesen. Schreiben tue ich Hybrid-Romane mit jeder Menge Herzschmerz, Mental Health und spicy kann es mitunter auch werden.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
Der kleine Prinz (Originaltitel: Le Petit Prince) von Antoine de Saint-Exupéry.
Eigenes Buchzitat: »Ich wollte stark sein, aber vielleicht ist das die Wahrheit: Ich bin’s nicht. Ich war’s nie …« (Sneak aus Band 4)
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Eindeutig die USA. Ich habe dort geheiratet – in Las Vegas. Ich habe diese Stadt verflucht. Sie ist voller Menschen, dreckig und stinkt. Das war meine Einstellung dazu, als ich da ankam. Und dann kam alles ganz anders. Ich habe mich verliebt. In die Berge, die trockene Hitze und den Sonnenauf- und -untergang. Als ich dann im Valley of Fire war, war es restlos um mich geschehen.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich bin sehr kritikfähig, neige aber dazu, dass ich es zu meinem persönlichen Plan mache, diese Kritik anzunehmen – manchmal zu wörtlich. Ich zerlege sie, drehe sie um, suche nach dem Kern, der mich weiterbringt. Das ist gut, wenn es um meine Texte geht. Schlecht wird es, wenn ich anfange, jede Rückmeldung zur Bestätigung meiner eigenen Zweifel zu machen. Ich arbeite daran, den Unterschied zwischen "das kann ich besser machen" und "das beweist, dass ich nicht gut genug bin" nicht zu verwischen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich habe mir beide Wege offen gehalten, habe sogar Angebote von Verlagen bekommen und musste dann schlucken, als ich die Verträge las. Ich war nicht bereit all das abzugeben, was mir gehört. Diese Bücher sind mein Herz, mein Leben und ich war nicht bereit die Rechte dafür abzutreten und Passagen ändern zu lassen nur damit sie gesellschaftsfähiger werden. Das würde alles verfälschen und wäre dann nicht mehr meins.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Gebt Selfpublishern eine Chance – es gibt so viele unentdeckte Diamanten darunter!