
Buchvorstellung einmal anders
Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Maja und Ben und dem Burgturm aus „Wachgeküsst unter Mandelblüten“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?Ben: Sehr gerne, wir bemühen uns auch, hochdeutsch mit dir ze redde.Maja: Das heißt: zu sprechen.Der Turm: Ich habe Zeit.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.Maja: Ich finde, der Turm sollte anfangen, er hat sonst so wenig Gelegenheit zu reden.Turm: Ich stehe seit fast achthundert Jahren an der gleichen Stelle und wache über Heckenwelsch. Majas Vorfahren haben mich erbaut. Aber keiner von denen hat so viel Zeit mit mir verbracht, wie sie.Ben: Stimmt, sie hängt ständig da oben ab. Früher hat sie sich da immer versteckt, heute genießt sie mehr den Ausblick.Maja: Vor allem winke ich Oma Nana zu. Die ist nämlich im Seniorenheim.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?Maja: Ich war früher als digitale Nomadin unterwegs, weil ich absolut nicht in dem winzigen Dorf bleiben wollte. Als meine Eltern mir dann in einem Videocall gesagt haben, dass sie nach Spanien ausgewandert sind und ob ich mich bitte um den Verkauf der Burg kümmern soll, bin ich aus allen Wolken gefallen. Ich habe dann versucht, alles herzurichten, damit auch jemand das ganze Ensemble kauft. Und dabei habe ich irgendwie gemerkt, dass ich es eigentlich gar nicht loswerden will, erst recht nicht, als Ben und ich … sagen wir mal: uns nähergekommen sind. Aber es kam dann zum Bruch und ich habe unterschrieben und …Ben: Es ging ja gut aus, Maja. Wir haben das zusammen hinbekommen.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?Ben: Aber hallo. Das größte Problem war, wieder aus diesem Vertrag rauszukommen. Da musste das ganze Dorf mithelfen.Turm: Ich habe auch geholfen.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?Ben: Also, meine Lieblingsstelle ist die, wo wir uns das erste Mal geküsst haben. Wir steckten beide noch in diesen Maleranzügen und …Maja: Ben! Wir verraten nicht, wie es weiterging! Das geht doch nur uns was an!Turm: Die beiden sind eine bisschen zurückhaltend. Dabei habe ich schon so viel erlebt. Aber ich bin ja eher der schweigsame Typ …
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?Maja: Maria hat mir erzählt, dass sie selbst in einem Dorf aufgewachsen ist, wo sie ständig unter Beobachtung war. Sie hat sich aber entschieden, da wegzugehen und ist nicht mehr zurückgekehrt.Turm: Haha, und jetzt lebt sie doch in einem Dorf. Aber ohne Turm.Ben: Mir hat sie verraten, dass sie sich schon als Kind einen Turm gewünscht hat. Ich glaube, sogar heute noch. Ich sollte mal mit ihrem Mann reden. Der könnte ihr doch einen bauen. Einen kleinen wenigstens…Maja: Aber der will das vielleicht nicht, weil er weiß, dass sie dann gar nicht mehr runterkommt, weil sie es da oben genauso lieben könnte wie ich.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?Ben: Also, sie sieht super aus und sie …Maja: Nun hör aber auf. Du sollst nicht nach anderen Frauen schauen! Viel wichtiger ist, dass sie so liebenswert ist. Sonst hätte sie mich nie so schreiben können. Oder uns am Ende kein Happy End gegönnt.Turm: Ich mag sie schon, weil sie Türme liebt. Das sagt doch alles über sie!
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?Ben: Na, da ich Maja unter Mandelblüten geküsst habe, lag der schon nahe.Maja: Was wohl eher Zufall war. Du hättest mich auch unter Kirschblüten geküsst.Turm: Aber in der Pfalz blühen viel mehr Mandeln als Kirschen. Und das auch noch viel früher als irgendwo sonst in Deutschland. Ich liebe es, von oben übers Land zu schauen und überall sind rosa Wolken zu sehen.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?Turm: Ich wollte mit drauf. Aber irgendwer hat entschieden, dass das rosa und fluffig sein soll.Ben: Du bist eindeutig nicht rosa und fluffig.Maja: Wir wollten ein Cover, das einen sofort an Liebe und an die Pfalz denken lässt. Daher passen die Mandelblüten ganz wunderbar.
Danke für das GesprächTurm: Diese Stelle:Der Makler beugt sich vor, legt die Hände übereinander auf den Tisch. »Wollen Sie das versuchen? Dafür müssten Sie tief in die Tasche greifen. Dekorieren, ausmisten, umgestalten. Erst investieren, so wie man Immobilien von einem Homestager herrichten lässt, zur Not mit geliehenen Möbeln. Diese werden ja nicht mitverkauft, sie sollen nur ein Bild im Käufer erzeugen, damit er weiß, was er damit machen kann. Schaffen Sie das?«Ich sehe es vor meinen Augen. Das Haupthaus als Märchenschloss. Der Hof als Platz für eine Sommernachtsfantasie, wie sie manchmal in diesen Landmagazinen abgebildet sind. Und der Turm? Rapunzels Gefängnis. Eine Prinzessin, die von dort aus über das Land schaut und ihren Untertanen zuwinkt. Meine Vorstellung ist auf einmal so real, dass ich gar nicht anders kann, als zuzusagen. »Ich will es auf jeden Fall versuchen.«Ben: Eindeutig unser erster Kuss:Wir tragen die Stücke nach unten, die wir eben ausgesucht haben. Erst als wir draußen sind, nehmen wir die Masken ab. »Puh«, sage ich und beginne, den Anzug abzustreifen. »Bin ich froh, dass wir die nicht ständig tragen müssen.«Und genau in diesem Moment, mit den Armen noch in den Ärmeln, mich verrenkend, packt Ben mich und zieht mich an sich.»Verdammt!«, flüstert er. »Ich möchte dich küssen, Maja.«Maja: Für mich ist es der Moment, an dem ich zurückkehre:Ich bleibe stehen, als sich zwischen den Bäumen der erste Blick auf den Ort zeigt. Der Turm, meine Burg, erscheint zuerst.Diese Stelle habe ich schon früher geliebt. Es ist, als käme das Dorf aus einem Traum zum Vorschein. Mein Herz schlägt fest, so fest, dass es meinen Brustkorb mitbewegt. Ich blinzle, weil mein Blick verschwimmt. Zugleich habe ich so ziemlich das breiteste Grinsen im Gesicht, das man sich vorstellen kann.
Turm: Ich wette, du hast zum ersten Mal mit einem Turm gesprochen. Danke, dass ich dabei sein durfte.Maja: Ich hoffe, dass ganz viele Leute sich in das Buch verlieben, so wie ich mich in Heckenwelsch verliebt habe.Ben: He! Wieso in Heckenwelsch? Ich dachte, du liebst mich? Komm her, ich muss dich wohl küssen, um dich daran zu erinnern!


