Sonntag, 1. März 2026

[Schnipseltime] Nebelflucht - Zwischen den Welten von Angela Bettina Schreiber


 

Luca stand locker neben dem Billardtisch, das Gewicht auf ein Bein verlagert, eine Hand in der Hosentasche, während er sich leicht zu Basti drehte. Basti hielt bereits einen Queue in der Hand und drehte ihn zwischen den Fingern, während sie auf Nerio warteten und dabei ins Gespräch vertieft waren. Luca neigte den Kopf leicht zur Seite, um Basti besser zuhören zu können.

Das warme Licht des Clubs ließ seine markanten Gesichtszüge noch intensiver wirken. Eine einzelne dunkelbraune Strähne löste sich aus seinem akkurat gestylten Haar, fiel ihm über die dunklen Augen, als er den Kopf ein Stück weiter senkte. Das eine Ohr Basti zugewandt, die Lippen leicht geöffnet, als würde er sich das Gesagte noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Dann – dieses kurze, kaum merkliche Zucken seiner Mundwinkel, das sich in ein echtes, offenes Grinsen verwandelte. Und dann lachte er. Tief, warm, echt. Ein Lachen, das durch den Lärm des Clubs drang. Ohne Eile strich er sich mit einer fast beiläufigen Bewegung die Strähne aus dem Gesicht.

Seine dunklen Wimpern senkten sich für einen Moment, als würde er etwas Unergründliches in Gedanken nachspüren. Langsam, fast provozierend, hob er den Blick wieder. Erst ein kaum merkliches Zucken seiner Lider, dann ein geschmeidiger, kontrollierter Augenaufschlag, der sich wie in Zeitlupe entfaltete.

Sein Blick glitt nach oben, tief und direkt, und etwas in Nerio geriet ins Wanken. Für einen Moment vergaß er zu atmen, die Welt schien stillzustehen. Die Musik, das Stimmengewirr, selbst Basti – alles rückte in den Hintergrund. Nur dieser Blick existierte. Direkt auf Nerio gerichtet, mit einer Intensität, die ihn unvermittelt aus dem Konzept brachte. Es fühlte sich an, als wäre er gemeint, als gehöre dieser Moment nur ihm. Hitze stieg ihm ins Gesicht. Seine Finger umklammerten das Glas fester.

Hoffentlich bemerkt er es nicht! Die Stimme in seinem Kopf kam so plötzlich, dass er unwillkürlich blinzelte. Sie klang fremd, fast so, als würde sie nicht zu ihm gehören. Nerio war nicht der Typ, der bei so etwas nervös wurde. Er war locker, selbstsicher, cool. Immer! Doch jetzt? Seine Gedanken stolperten über sich selbst, sein Körper fühlte sich ungewohnt schwer an und sein Gesicht zu heiß. Er kannte das nicht. Das war nicht er. Hastig hob er das Glas, als hätte er es genau in diesem Moment geplant.

„Wir wollten doch anstoßen?“, rief er. Seine Stimme einen Hauch zu hoch, ein kaum merkliches Zittern darin. Basti drehte sich grinsend zu ihm um, schnappte sich zwei Gläser und reichte eines Luca.

„Auf unser Wiedersehen! Und darauf, dass wir uns nie wieder so lange aus den Augen verlieren!“

Die Gläser klirrten. Nerio nahm einen tiefen Schluck. Der Alkohol brannte wohltuend in seiner Kehle, zog wie eine warme Schicht über seine aufgewühlten Gedanken. Blödsinn. Es war doch nur ein Blick.

Der Raum war von der Musik und den Gesprächen der anderen erfüllt, doch Nerio war voll und ganz auf das Billardspiel konzentriert. Der Queue in seinen Händen fühlte sich vertraut an, als er sich über den Tisch beugte, um einen präzisen Stoß zu machen. Die Kugel rollte ruhig in Richtung des Lochs. Zufrieden mit sich richtete er sich wieder auf und erwischte Luca, wie er ihn genau beobachtete. Für einen Moment blieb er wie erstarrt. Luca, mit seinem schüchternen Lächeln, das Nerio heute auf unerklärliche Weise ablenkte.

[Buchvorstellung einmal anders] Nebelflucht - Zwischen den Welten von Angela Bettina Schreiber


 
Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Angela ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Nebelflucht – Zwischen den Welten“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊 Doch da klettern noch zwei Protagonisten aus dem Buch und setzen sich zu uns.

Wer seid ihr denn? Wollt ihr euch den Besuchern des Blogs vorstellen?
Henry: Klar, also ich bin Henry! Fahrlehrer von Nerios kleinem Bruder. Und das neben mir ist Nerio.
Nerio* schaut skeptisch zu Henry rüber: Ich kann mich selber vorstellen, danke!
Henry* rollt mit den Augen und flüstert: Wenn du nicht gerade bekifft bist.
Nerio* schubst Henry fast vom Stuhl, da beherrschen sich beide und schauen erwartungsvoll in die Runde.
Herzlich Willkommen, Nerio und Henry. Wollen wir das Interview nun zu viert machen?
Nerio: Neben Henry wird kaum einer zu Wort kommen, aber sehr gerne.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Nerio* setzt ein freundliches Lächeln auf und legt den Kopf leicht schief: Dafür nehmen wir uns gerne Zeit.
Henry: Oh, lässt du jetzt wieder den sexy Barkeeper raushängen? Du bist vergeben!
Nerio* schließt genervt die Augen und atmet tief durch.
Nerio und Henry haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
In mir steckt ganz viel psychologische Tiefe (Zwinkert zu Nerio). Nerios bisheriges Leben wird komplett umgekrempelt. Ihm wird eröffnet, dass er eine ganz eigene wichtige Rolle in diesem Buch hat, denn es gibt mehr als nur unsere Welt. Jeder kennt die Welt der Träume, doch für diese beiden hier (fixiert abermals Nerio und Henry) wird der Traum mehr und mehr zur Realität. Verwirrend? Auf jeden Fall. Besonders, wenn die Welten in Verbindung stehen. Nerio wird sich seiner Vergangenheit stellen müssen, um sein Abenteuer zu bestehen. Und Dadurch eröffnen sich ihm ganz neue Möglichkeiten. Ebenso sollte er seine Liebe akzeptieren, egal an wen sie gerichtet ist.
Nerio* kann ein verliebtes Schmunzeln nicht unterdrücken.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Seht ihr es als Protagonisten genau so?
Henry: Da muss ich mich gleich mal einmischen. Ich sollte Protagonist sein und werde offiziell als Nebencharakter dargestellt!
Nerio* fährt sich genervt durch die Haare: Weil du ein Nebencharakter bist! Du bekommst noch dein eigenes Buch, aber dieses hier erzählt meine Geschichte!
Henry: Ohne mich wüsstest du gar nichts von den Welten und würdest immernoch fröhliche Bilder von mir als Ikarinu zeichnen. Im Dunkeln würdest du tappen und bekifft in der Ecke hocken.
Nerio: Hör auf zu spoilern! Um auf die Frage zurück zu kommen: Ich hatte viele Diskussionen mit Angela! Bereits vor dem Roman haben wir gemeinsam die Geschichte gestaltet und ihr glaubt gar nicht, wie viele Versionen es gibt. Diese hier gefällt mir am besten, obwohl sie teilweise verdammt schmerzhaft ist.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Nerio* blickt wieder verliebt ins Leere: Ich habe mehrere!
Henry: Ich bin auch noch da! Und ich habe eine ganz unscheinbare Szene. Erinnerst du dich, Nerio? Dein Auto war schrott. Ich habe jemanden gerufen, um es abzuschleppen. Wir haben ewig bei der Werkstatt gewartet, bis du einen Kostenvoranschlag erhalten hast. Bei diesem Gespräch ist das wichtigste Zitat vom ganzen Buch entstanden und es stammt von mir: Frieden ist keine Frage von Schwarz oder Weiß, sondern der Mut, in der Grauzone zu leben.
Nerio: Ja du hast recht, das war gelungen. Ich muss gestehen, dass Henry mir tatsächlich ans Herz gewachsen ist. Aber zu den Lieblingsstellen:
1. Wie ich das erste Mal durch den Wald der Ikarinu gelaufen bin. Ich war noch immer der Meinung, es sei nur ein Traum. Es war warm, ich spürte die Lebensenergie in den dunklen Bahnen auf meiner Haut pulsieren und fühlte mich einfach frei und leicht. So habe ich mich lange nicht gefühlt.
Der zweite Moment war, als ich Luca das erste Mal im Riff-Club gesehen habe. Ich kannte ihn bereits, logisch, er ist der Cousin meines besten Freundes. Aber da habe ich ihn mit ganz anderen Augen gesehen. Vielleicht auch, weil meine Innere Stimme ihn auch sehr sexy fand, mir ständig reingeredet hat und mich gezwungen hat ihn anzusehen. Zurecht! Es gibt keinen der mein Leben so sehr zum Besseren verändert hat. Er hätte mit herkommen sollen.
Henry: Jetzt wird’s aber kitschig! Luca hat keine Ahnung von den Welten, wäre also nicht so geil, wenn er jetzt hier wäre! Er würde dich für verrückt erklären!
Wisst ihr wie viel Angela tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Habt ihr dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmt ihr dem Buch zu?
Buch: Da sage ich mal etwas zu. In jedem Charakter steckt etwas von ihr. In dem einen mehr, in dem anderen weniger. Manchen hat sie ihre Erfahrungen gegeben, manchen ihre Ängste oder Hoffnungen.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Nerio* grinst verschmitzt: Sie hat mir etwas von sich gegeben, was mich ziemlich ankotzt – Selbstzweifel.
Buch* lacht: Ja, so oft wollte sie mich dann doch einstampfen, aber ich konnte sie überzeugen, dass ich es wert bin, in die Welt getragen zu werden.
Henry* kopfschüttelnd: Ihr seid so oberflächlich. Also: Dieses Buch beinhaltet viele Themen, auch ernste, die zum Nachdenken anregen. Angela ist emotional und fantasievoll. Mit Arkadien hat sie eine Welt erschaffen, die sie teilweise liebt und ihr dann doch wieder Angst macht. Sie ist stark und hat Durchhaltevermögen, das hat sie mehr als einmal bewiesen. Mich wundert es dennoch, dass sie so ein Buch geschrieben hat, obwohl sie so ein starkes Harmoniebedürfnis hat *nachdenklicher Blick*
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Buch: Ich hieß zu Beginn „Buchidee“. Ja, ich weiß, sehr kreativ. Sie hatte wohl am Anfang nie gedacht, dass ich wirklich mal veröffentlicht werden. Dann sollte ich „Weltenwanderer“ heißen. Ein sehr unspezifischer, abgenutzter Name. Wie es dann zu „Nebelflucht“ kam, weiß ich gar nicht mehr. War eine Kurzschlussidee während des Schreibprozesses :D
Nerio: Der Titel hat schon ein wenig mehr Hintergrund, liebes Buch. Der violette Nebel ist die Konstante. Ohne diesen Nebel wäre ein Wandeln zwischen den Welten gar nicht möglich. Und ich habe Arkadien, also die andere Welt, zu Beginn als meine Flucht vor der Realität gesehen. Daher der Name.
Henry: Bin ich froh, dass ich ein Mitspracherecht bei MEINEM Buch haben werde!
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Henry will etwas sagen, doch Nerio hält ihn zurück und redet selbst: Ich wollte das Cover zuerst zeichnen. Ich hatte eine tolle Vorlage, sah super aus. Aber die Schrift passte irgendwie überhaupt nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie ich den Titel so einfügen sollte, dass es gut aussieht :D So entstand das jetzige Cover, das die Silhouetten der beiden Welten zeigt, den violetten Nebel und die einzigartige Waffe der Ikarinu.
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Henry: Da sind wir uns wohl alle einig, dass das MEIN Zitat ist:
„Frieden ist keine Frage von Schwarz oder Weiß, sondern der Mut, in der Grauzone zu leben.“
Das Buch und Nerio zucken mit den Schultern und nicken.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und seine Hauptcharaktere antworten. Leise flüstere ich den beiden, bevor sie wieder ins Buch zurückkehren, und dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«

[Autoreninterview] Angela Bettina Schreiber


Autoreninterview
Angela Bettina Schreiber

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Angela und mittlerweile 42. Das Schreiben ist eine neu entdeckte Leidenschaft von mir, in der ich alles an Gefühlen, Ängsten und Fantasie stecken kann. Ansonsten sind es aber meine Meerschweinchen, die meine Freizeit füllen, ebenso das Zeichnen, wenn es die Zeit zulässt. Hauptberuflich bin ich Tierärztin in Spanien, mein Traumberuf!
Und zu guter Letzt das Beste: Eine Familie habe ich auch 😊 Einen Mann, der jede dumme Buchidee von mir unterstützt und 4 Kinder, die mein Leben bereichern und dafür sorgen, dass mir niemals langweilig wird :D
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Meine Geschichte entstand über Jahre, wenn ich abends nicht schlafen konnte. Ich baute ungefiltert jegliche Ängste und Gefühle ein. Wenn ich Artikel oder TV-Beiträge gelesen / gesehen habe, die mich beschäftigten: In die Story eingebaut. Ich war glücklich oder traurig? Wütend? Eingebaut! Daraus entwickelte sich eine ganz eigene Welt, die Anfang 2025 einfach nicht mehr in meinem Kopf bleiben wollte. Also habe ich sie spontan niedergeschrieben. Und seitdem steht mein Kopf nicht mehr still.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher ist der erste Band meiner Nebelflucht-Reihe erschienen: „Nebelflucht – Zwischen den Welten“.
Ein psychologisch tiefer Portal-Fantasy Roman in dem der Protagonist Nerio mit dem Chaos seiner Vergangenheit und den Schwierigkeiten des Alltages leben muss. Eines Tages lernt er Luca kennen und die neu entdeckte Liebe zu ihm stellt sein Leben komplett auf den Kopf. Als wäre das nicht schon genug, findet er sich des Nachts in einer fantastischen Welt mit fremden Völkern wieder, die perfekte Flucht. Doch die Grenzen zwischen Traum und Realität verschmelzen mehr und mehr und stellen Nerio vor ganz neue Herausforderungen, in denen er sich u.a. seiner Vergangenheit stellen muss.
Waren das 5? :D
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich habe mehrere Projekte gleichzeitig. Ich arbeite am letzten Band von Nebelflucht, was emotional schon eine Herausforderung ist. Parallel entsteht ein Spin-Off zu der Nebelflucht-Reihe. Zeitlich spielt diese Geschichte vor der Nebelflucht-Reihe und ein Nebencharakter aus Nebelflucht wird zum Protagonisten.
Ebenso arbeite ich an mehreren Kurzgeschichten, die aber in derselben Welt spielen.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben. Oder am Gehege für meine Meerschweinchen werkeln. Wenn ich motiviert bin, gehe ich auch gerne Joggen. Abends tauche ich gerne in Fantasyfilme ein. Ich lese super gerne, brauche dafür allerdings Zeit und Ruhe! Genauso wie für das Zeichnen.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ken Follet hat mich mit „Säulen der Erde“ sehr beeindruckt und wieder sehr zum Lesen gebracht. Ich mag historische Romane sehr gerne, mein Herz schlägt aber definitiv für Fantasy. Hier habe ich keine Präferenzen, dafür gibt es zu viele tolle Autoren mit so viel Fantasie!
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Die Ideen kommen weiterhin abends :D Manchmal auch im Auto bei lauter Musik. Mein Standard-Schreibplatz ist der Tresen in der Küche. Da habe ich alles im Blick und bin Dank meiner Noise-canceling-Kopfhörer dennoch in meiner eigenen Welt.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Morgens aufstehen, Kinder für die Schule fertig machen. Anschließend fahre ich zu meinen Terminen, bis die Kinder aus der Schule kommen. Dann ist Familienzeit: Mittagessen, Hausaufgaben, Hobbys oder einfach Chaos :D Abends, wenn Ruhe einkehrt, ist meine Schreibzeit. Manchmal noch mit einem Film oder einer Serie als Abschluss 😊
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen: historisch und Fantasy
Beim Schreiben: Definitiv Fantasy! Ob ich mich da jemals an historisch herantraue? Mal sehen. Erstmal habe ich zu viele Ideen für Fantasy 😉
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Motto: „Verwandle dein inneres Chaos in Kunst“
Zitat aus meinem Buch: „Frieden ist keine Frage von Schwarz oder Weiß, sondern der Mut, in der Grauzone zu leben.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Spanien und da lebe ich auch, wobei Deutschland immer meine Heimat bleiben wird! Die Menschen in Spanien haben eine so positive Grundeinstellung, auch Kindern gegenüber, das ist der Hauptgrund. (Und im Winter ist es hier auch hell :D )
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Wenn sie konstruktiv ist, ja! Aber einfach kritisieren, um zu kritisieren, damit kann ich schlecht umgehen. Ansonsten nehme ich jede Kritik an, um mich zu verbessern.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich möchte die komplette Kontrolle über mein Projekt behalten. Zumindest bei meiner Nebelflucht-Reihe, das ist mir sehr wichtig.
Wie es bei weiteren Projekten mal aussehen wird, weiß ich jetzt noch nicht.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lasst euch auf jedes Buch neu ein. Jedes einzelne Buch hat so viel zu bieten! Und jeder Autor hat viel mehr Gedanken zu der Geschichte, als wirklich in das Buch fließen konnten. Daher: Seid offen, genießt die Story und würdigt die Arbeit 😊

Samstag, 28. Februar 2026

[Schnipseltime] Puls 1 - Ein CEO in New York - Riley und Maxwell von Maxine Morgan

 

Die Tür öffnet sich und eine weitere Person tritt ein. Ein Mann. Heilige Scheiße! Maxwell Kyle betritt die Sauna. Nackt, ebenfalls nur mit einem winzigen Handtuch für seinen Po bewaffnet. Er setzt sich zwei Stufen unter mich, genau bei der Tür. Sofort schießt mir wieder der Schweiß aus den Poren, doch dieses Mal ist es nicht wegen der Hitze. Oder vielleicht ist es Hitze, aber diesmal eine, die sich in meinem Inneren gebildet hat. Eine Mischung aus Scham und Erregung, denn – und das muss ich einfach zugeben – Maxwell Kyle hat einen verdammt heißen Körper. Athletisch, stark und verdammt heiß. Ob er mich gesehen hat? Hat er seinen Blick überhaupt durch den Raum schweifen lassen? Hat er sich absichtlich genau unter mich gesetzt? So leise wie möglich versuche ich, zu atmen, traue mich aber kaum, mich zu bewegen, weil ich auf gar keinen Fall will, dass er sich umdreht und direkt auf meine nackten Brüste starrt. Obwohl ich mich in meiner Haut im Allgemeinen wohl fühle, möchte ich es doch vermeiden, meinem neuen Boss splitterfasernackt zu begegnen, noch bevor wir unser erstes offizielles Meeting hatten. Ich werfe einen Blick auf die Uhr. Eigentlich sollte ich nur noch drei Minuten hier drin bleiben, aber das bedeutet, dass ich an ihm vorbeilaufen muss. Nackt. Das Handtuch wird kaum ausreichen, um meinen Po zu verdecken, also wie zum Teufel soll ich dann an Maxwell Kyle vorbeikommen? Mist, wieso muss das ausgerechnet mir passieren? An meinem zweiten Arbeitstag? Ein Mann auf der gegenüberliegenden Seite steht auf und verlässt die Sauna. Oh, wie gern würde ich auch den Raum verlassen. Der Schweißfilm, der sich auf meinem kompletten Körper gebildet hat, bringt meinen Kreislauf durcheinander. Oder ist es vielleicht doch der Anblick des perfekten Körpers des Mannes, der nur zwei Stufen unter mir sitzt? Ich kann nicht aufhören, ihn anzustarren. Ich betrachte seinen Rücken. Obwohl das Licht im Raum diffus ist und die hohe Luftfeuchtigkeit eine hundertprozentig klare Sicht verhindert, kann ich doch alles an Maxwell Kyle erkennen. Er streicht sich mit der Hand durch die blonden Haare und dehnt sein Kreuz. Die definierten Schultern und seine trainierten Oberarme passen perfekt zu seinem starken Rücken. Mein Blick wandert nach unten und als meine Sicht auf dem Beginn seines Hinterns liegt, spüre ich, wie mir die Röte ins Gesicht schießt. Ich schlucke schwer. Nein, ich kann meinem Boss nicht auf den blanken Arsch gaffen. So eine Frau bin ich nicht und will ich auch nicht sein. Wieso stelle ich mich denn so an? Es ist doch vollkommen normal, dass man in der Sauna nackt ist. Bestimmt sehen sich hier viele Kollegen ständig nackt und keiner macht so eine Szene wie ich. Es ist so unangenehm heiß in diesem Raum! Ein Keuchen entweicht mir und ich schlage mir die Hand vor den Mund. Ich muss den Raum verlassen. Jetzt sofort. Wenn ich auch nur eine Minute länger bleibe, werde ich ohnmächtig. Und bewusstlos und nackt vor meinem Boss in der Sauna zu liegen, ist eine Sache, die ich definitiv um jeden Preis vermeiden will. Mein Kreislauf protestiert. Ach komm schon! Ich nehme all meinen Mut zusammen, stehe auf und halte mir das winzige Handtuch vor den Intimbereich, während ich die zwei Stufen nach unten trete und husche dann, so schnell ich kann, an Maxwell Kyle vorbei und durch die Glastür hinaus in die Freiheit. »Heilige Scheiße!«, stoße ich hervor, als ich endlich wieder atmen kann. Langsam normalisiert sich mein Puls und ich dusche mich ab. Gerade schlinge ich das große Handtuch um meinen Körper, als ich eine sehr bekannte Stimme hinter mir höre. »Ms. Broome, Sie sind also auch eine begeisterte Saunagängerin?« Ich erstarre für einen Moment. Dann drehe ich mich um, weil ich unbedingt professionell bleiben will. Doch es verschlägt mir den Atem. Maxwell Kyle sieht von vorne ja noch viel besser aus als von hinten! Seine stechend grünen Augen funkeln, als er bemerkt, wie ich seinen Körper betrachte. Geschickt hält er sich das kleine Handtuch vor den Intimbereich, was bei ihm völlig lässig und ungezwungen aussieht. Sofort muss ich daran denken, wie unbeholfen ich eben an ihm vorbeigehuscht bin. »Mr. Ky…« Meine Stimme klingt hell und quietscht. Schnell räuspere ich mich und starte von Neuem. »Mr. Kyle, ich ähm … ich habe das heute zum ersten Mal gemacht.« »Ah, eine Saunajungfrau.« Er fährt sich mit der freien Hand durchs Haar und zwinkert mir zu. Irgendwie hat die Art, wie er es betont, etwas Anrüchiges an sich. »Wenn ich gewusst hätte, dass Sie hier sein würden, dann hätte ich den Spa-Bereich an einem anderen Tag getestet, um ehrlich zu sein.« »Dann dürfen Sie in Zukunft donnerstags nicht mehr herkommen. Wobei …«, er hält kurz inne, »… ich freue mich immer über schöne Gesellschaft.« Ich versuche, diesen Kommentar zu ignorieren. »Und? Wie fanden Sie es?« »Was genau?« »Na Ihren ersten Saunabesuch?« »Heiß.« Maxwell Kyle lacht. »Daran gewöhnt man sich schnell. Haben Sie sich schon abgeduscht? Sie sollten danach unbedingt kalt duschen. Oder …«, er zeigt auf ein kleines Becken hinter sich, »oder sie testen den Eiskübel. Aber das ist nur was für Fortgeschrittene.« Wieder zwinkert er mir zu und dann wirft er plötzlich sein kleines Handtuch in den dafür vorgesehenen Wäschekorb und läuft splitternackt an mir vorbei zu den Duschen. Ich kann nicht glauben, dass das gerade wirklich passiert!

 

 


[Buchvorstellung einmal anders] Puls - Ein CEO in New York - Riley und Maxwell von Maxine Morgan


 
Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Maxine ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Puls – Ein CEO in New York“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. Doch da klettert jemand aus dem Buch und setzt sich zu uns.

Wer bist du denn? Willst du dich den Besuchern des Blogs vorstellen?
Hi, ich bin Riley Broome, selbstständige Prozessmanagerin und lebe in New York City, genauer gesagt in Brooklyn zusammen mit meiner Schwester Rhea.
Herzlich Willkommen, Riley. Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Sehr gern.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Na, dafür haben wir doch gern Zeit.
Riley haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Willst du nur meine heißen Seiten kennenlernen, oder die gesamte Story? 😉 Spaß, ich lass die nicht jugendfreien Szenen mal außen vor. Also ich bin eine Office-Romance in New York City und beherberge nicht nur die reizende und starke Riley, sondern auch den arroganten, wenn auch verdammt heißen Maxwell Kyle. Er ist CEO seiner eigenen Firma in Manhattan und zählt zu den erfolgreichsten Männern der Stadt. Er hat einen Jobauftrag für die selbstständige Riley, führt sie jedoch bei der Einstellung hinters Licht und offenbart ihr erst später, was ihre eigentliche Aufgabe ist. Riley findet das gar nicht gut und will nicht nach seiner Pfeife tanzen. Aber Maxwell ist es eben nicht gewohnt, dass ihm widersprochen wird und schon entfacht ein Streit zwischen den beiden. Das Problem ist nur, dass Maxwell von Riley ziemlich angetan ist und Riley die stechend grünen Augen ihres neuen Chefs auch nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Ach, und dann wäre da noch Maxwells schwierige Vergangenheit. Riley muss ganz schön kämpfen. Nicht nur mit ihm, sondern auch mit ihren eigenen Gefühlen.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Protagonist genau so?
Die schweren Situationen gehen der lieben Autorin ans Herz. Sie stockt dann manchmal, ließt sich selbst den Absatz laut vor, nur um ihn dann wieder zu löschen, neu zu tippen oder solange zu grübeln, bis sie zufrieden damit ist. Wohingegen sie bei den spicy Szenen oft ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen trägt.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Oh, meine Lieblingsstelle ist die erste Saunabegegnung von Riley und Maxwell.
Und meine Lieblingsstelle ist die, in der Max mich im Aufzug versucht von sich zu stoßen und völlig außer sich ist und ich mich aber nicht abschütteln lasse. In diesem Moment habe ich das Gefühl, dass ich den Schlüssel zu seiner Seele finde.
Wisst ihr wie viel Maxine tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Der Schalk sitzt ihr im Nacken, soviel steht fest. Die Szenen, in denen Riley mit ihren Mädels rumhängt und Cocktails trinkt, sind nicht unbedingt komplett frei erfunden – mehr dürfen wir dazu nicht sagen 😉
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Riley: selbstbewusst und stark, aber entscheidet auch viel nach Gefühl
Maxwell: arrogant, aber nur nach außen hin. Er engagiert sich viel im sozialen Bereich und hat ein gutes Herz. Das zeigt er jedoch nicht jedem. Er lässt kaum jemanden an sich heran, weil er nicht verletzt werden will
Rhea: große Schwester von Riley, Beschützerinstinkt, kümmert sich lieber um andere, als um sich selbst
Kayla: Männer sind ihre Freizeitbeschäftigung – mehr gibt es dazu kaum zu sagen
Cody: Bester Freund und Geschäftspartner von Maxwell, großherzig und hilfsbereit
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du als Buch oder du als Hauptcharakter viel Mitspracherecht?
Die Autorin liebt das Wort „Puls“. Es kommt im Buch wirklich oft vor und da lag der Gedanke nahe, dass die Reihe Puls heißen soll – du weißt schon: diese Bücher werden deinen Puls beschleunigen 😉 Und da es im ersten Band um den CEO selbst geht, war der Titel schnell klar. In Band 2 geht es übrigens um den besten Freund des CEO und in Band 3 um seinen Bodyguard.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Oh das Cover ist super. Die liebe Constanze, unsere Cover Designerin hat sich mal wieder selbst übertroffen. Der gute CEO hat einen ziemlichen Knackarsch, findest du nicht? 😉
Zum Abschluss würde mich noch jeweils euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Buch:
»Beeindruckt dich das?«
»Es wirft zumindest ein anderes Licht auf dich.«
»Inwiefern?« Neugierig hebt er eine Augenbraue.
»Nun, bis vor ein paar Stunden dachte ich, du seist einfach nur ein arrogantes Arschloch mit zu viel Geld auf dem Konto.«
»Autsch.«
Riley:
»Du kannst kommen, so oft du willst, Max. Ich habe heute nichts mehr vor.« Ich umschließe ihn noch fester. »Happy Birthday.«
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und ihr Protagonist antworten. Leise flüstere ich den beiden noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«
Vielen Dank! 😊

[Autoreninterview] Maxine Morgan



Autoreninterview
Maxine Morgan

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Maxine Morgan, Autorin für spicy Romance und ich wohne im Süden Deutschlands. Ich bin Autorin aus Leidenschaft, Wortkünstlerin, Geschichtenliebhaberin, Kreativkopf mit einem niemals stillstehenden Karussell an Ideen für Liebesgeschichten.
Ich liebe die Liebe.
Und ich liebe sexy Geschichten mit heißen male Characters und starken Frauen.
Ich schreibe Geschichten von Frauen für Frauen. Ich füge ein bisschen Drama hinzu, etwas prickelnden Spice und ein atemberaubendes Setting und schon kannst du für ein paar Stunden in meine Geschichten abtauchen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe bereits in der Schule am liebsten Aufsätze geschrieben und Geschichten faszinieren mich schon seit ich denken kann. Irgendwann habe ich dann angefangen meine eigenen Geschichten zu schreiben und dieses Jahr werden meine ersten Bücher erscheinen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Die spicy New York Boss Romance Trilogie „Puls“ erscheint in diesem Jahr. Das sind meine ersten Bücher.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Band 2 und 3 wollen noch geschrieben werden 😉
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich liebe meinen Garten und baue selbst Obst und Gemüse an. Das ist einfach eine tolle Abwechslung und das Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt so lecker.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich lese eigentlich fast jedes Genre und liebe die Abwechslung. Einen direkten Lieblingsautor habe ich nicht.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Im Sommer schreibe ich am liebsten draußen im Garten. Und ansonsten habe ich einen höhenverstellbaren Schreibtisch der neben einer gigantischen Wand aus Büchern steht. Hier entstehen die meisten Texte.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Oh, der ist ziemlich unspektakulär. Aufstehen, Frühstücken, Schreiben, Haushalt, Chillen – was man halt so macht den ganzen Tag 😊I
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Also beim Schreiben ist es definitiv spicy Romance, natürlich immer mit viel Liebe und Happy End und gutem Spice. Ich lese auch gern Liebesromane, bin aber auch einem Buch von Sebastian Fitzek nicht abgeneigt.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Also ich liebe Deutschland 😊 Ich lebe wirklich sehr gern hier, unser Land ist so abwechslungsreich, geographisch und kulturell, ich kann mir nicht vorstellen, wo anders zu leben. Aber natürlich reise ich total gern und habe schon viel von der Welt gesehen. Highlights waren unter anderem die Malediven oder auch Thailand.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kritik lässt uns wachsen. Hier kommt es immer auf die Art an, wie kritisiert wird. Wenn es persönlich wird ohne Grund, dann bin ich raus.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Im Selfpublishing hat man super viele Freiheiten, entscheidet selbst über Deadlines, Cover, Buchsatz, Marketing, etc. Natürlich trägt man auch alle Kosten selbst, aber es macht super viel Spaß. Aber ich fokussiere mich nicht allein auf Selfpublishing. Sollte sich die Zusammenarbeit mit einem Verlag ergeben, dann werde ich das nicht kategorisch ablehnen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Genießt und liebt das Leben. Ihr habt nur eins.

Freitag, 27. Februar 2026

[Schnipseltime] Raphael - Die Freiheit zu fallen von Sabine Reifenstahl

 

 

Sein Begleiter ließ mich kaum aus den Augen.

Die Demonstration der Schlaginstrumente hatte ihn eingeschüchtert. Dagegen beobachtete er Nicky mit einem verträumten Gesichtsausdruck. Mein Angebot, den Käfig auszuprobieren, nahm er sofort an.

Vor dem Gitter blieb er stehen und musterte die Metallkonstruktion.

»Aus der Nähe wirkt er kleiner«, beruhigte ich ihn. »Aber das ist nur eine Illusion. Drinnen wird alles größer. Stiller. Klarer.«

Ein Lächeln umspielte seine Lippen. Seine Augen leuchteten in einer Farbe, die mich an Gletscherseen erinnerte, ein kühles, fast durchscheinendes Grün, durchzogen von Grau. Scharf, als könne er bis in meine Seele blicken.

Und ich in seine. Dort fand ich eine Sehnsucht, die mich berührte. »Bist du bereit?«

»Ja, das bin ich.« Seine Stimme klang fest. Ihr weiches Timbre schickte mir eine Gänsehaut über die Arme.

»Gut. Zieh die Schuhe aus, setz dich und rutsch rückwärts hinein.«

Mit fließenden Bewegungen streifte er die Sneaker ab und glitt in den Käfig.

»Wie geht es dir?«, fragte ich und versuchte, seine Mimik zu lesen.

»Ausgez…«

Warnend hob ich eine Braue.

»Grün.«

»Du gibst mir sofort Bescheid, wenn du dich unwohl fühlst oder dir etwas wehtut.« Leiser fügte ich hinzu: »Wie möchtest du genannt werden?«

»Raphael.«

Das Lächeln entkam mir ungewollt. Wie der Erzengel, bekannt für seine Heilkunst – ein klangvoller, alter Name für einen gut aussehenden, jungen Mann.

Mit großen Augen schaute er mich an und wartete.

»Setz die Hände hinter dir auf«, befahl ich und führte die erste Strebe zwischen Körper und Armen hindurch. Sein Bewegungsspielraum wurde dadurch bereits erheblich eingeschränkt.

»Deine Farbe?«

»Grün.«

Kaum mehr als ein Hauch, ich ließ es gelten.

Die nächste Stange positionierte ich vor seiner Brust, die dritte unter den Kniekehlen. Seine Lider senkten sich. Schon wollte ich mich dem Publikum zuwenden. Da trat Anspannung in sein Gesicht.

Er biss sich auf die Unterlippe. Raphael gab sich Mühe, still zu wirken, aufrecht, gefasst. Doch sein linkes Bein verriet ihn. Die Anstrengung, mit der er es auf den Boden stellte, eine minimale Zuckung entlang der Wade, mehr erahnt als gesehen durch den Stoff der Hose. Angespannte Zehen, ein unmerkliches Zusammenziehen des Oberschenkels

Ein Krampf quälte ihn, erkannte ich.

Angestrengt atmete er gegen den Schmerz an.

Mir wurde klar, dass er sich vor dem Versagen fürchtete. Er wollte nicht vor versammelter Mannschaft bloßgestellt werden. Vielleicht gepaart mit dem Wunsch, mir zu beweisen, dass er durchhielt. Dabei ging es hier gar nicht darum.

»Ich helfe dir, darf ich?«

Sein Atem stockte kurz, dann nickte er.

Eine Hand legte ich außen ans Gitter, die andere fand den Weg zu seinem Hosenbein. »Ich berühre dich am Bein. Ist das okay?«

»Ja.«

Vorsichtig schob ich meine Finger unter den Stoff, suchte den verhärteten Muskel und ertastete eine steinharte Spannung, die sich wie ein Strang durch die Wade zog.

Raphael versuchte, ruhig zu bleiben, doch seine Zehen krümmten sich.

»Nicht dagegen anspannen. Lass es zu.« Behutsam massierte ich den Wadenmuskel.

Krämpfe waren fies – sie fühlten sich an, als wolle der Körper sich selbst auffressen.

Mit fest aufeinandergepressten Kiefern sah er mich an. Ein einzelner Schweißtropfen rann über seine Schläfe.

»Wird gleich besser«, flüsterte ich. »Atme mit mir.« Bewusst sog ich die Luft tief ein, hielt sie kurz und ließ sie langsam wieder entweichen. Nach zwei, drei Atemzügen folgte er meinem Rhythmus.

Die Verkrampfung löste sich.

Vorsorglich strich ich den Muskel noch einmal nach und beobachtete dabei sein Gesicht. Raphael lächelte mich dankbar an.

Mein Herz zuckte bei diesem Anblick. Sein Wille, durchzuhalten. Sein Vertrauen in mich. Und nun dieser warme Blick.

Mühsam riss ich mich los und zog die Hand zurück.

»Deine Farbe?«

»Grün, Sir.« Seine Stimme klang dunkler. Er nickte und schloss die Lider.