
Heute habe ich Fanny Remus zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.
Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?Irgendwie beides. :D Der Titel, den das Buch eigentlich haben sollte, kenne ich seit 2 Jahren. Eine (wichtige) Nebenfigur sagt an einer Stelle „So einfach. Und so verdammt schwer.“Und daraus ist auch die Cover-Idee entstanden. Das genauer zu erklären, wäre aber ein Spoiler. Beim Lesen der Szene wird aber sofort klar werden, was ich meine.Aber dann kam das Korrektorat und der Kommentar von Lauri Mattis. Denn auch „Olver and out“ ist ein Satz, der im Buch fällt. Und Lauri schrieb so salopp ran. „Das wäre auch ein guter Titel.“ Na ja, und dann habe ich in einer Nacht und Nebelaktion alles geändert. Das Cover-Design ist aber gleichgeblieben, weil die Symbolik nach wie vor passt.
Nein. Ich hatte den Titel und dann habe ich eine Canva-Datei aufgemacht und habe viel rumprobiert. Recht schnell kam die Idee, meinen Protagonisten abzubilden. Aber wie und in welcher Form war mir völlig unklar. Ich hab viel mit Bildern, mit Farben und mit Stilen rumprobiert. Nur, dass es Gelb werden sollte, war klar.Welche Bedeutung haben für dich die Zeichnung, die Farbe Gelb und das (scheinbar) zerknüllte gelbe Papier?
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?Die Zeichnung auf dem Blatt Papier kommen genau so im Roman vor. Kunst in vielen Formen ist ein Motiv, das sich durch Olvers gesamte Geschichte zieht. Und das Bild selbst spielt eine große Rolle für das Ende des Buches. Deswegen bin ich super glücklich, dass @e.r.aranyos es so toll umgesetzt hat. Direkt von zwischen den Zeilen in die Realität.Gelb ist das Buch, weil auch Olvers Geschichte von Anfang gelb in meinem Kopf war. Alle meine Geschichten habe eine bestimmte Farbe für mich. Sie spiegelt sich meistens im Cover wider. Und ich war richtig happy, dass es diesmal gelb ist, denn ein gelbes Cover hatte ich noch nicht. Außerdem passt gelb auch wunderbar zu dem anderen Leitmotiv „Beige vs Farbe“. Schon im Klappentext wird „beige“ angeteasert und Gelb ist die perfekte Mischung zwischen Beige und Kitzelbunt.Was man wahrscheinlich nicht auf den ersten Blick sieht: Das gelb hat eine Betontextur. Die blaue Schrift ist also auf eine Betonwand gemalt. Ich mag dieses Detail, das einem vermutlich erst auffällt, wenn man das Buch gelesen hat.
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt?Ich habe bewusst darauf verzichtet, mich nach Trends zu richten. Denn das Buch ist eher nichts für die trendbewusste Leserschaft. Ich wollte, dass der Entwicklungsaspekt deutlich wird, dass klar wird, dass es hier nicht um einen spannenden Plot, sondern um eine persönliche Reise geht. Ich hoffe, das ist mir gelungen.Es ist gleichzeitig laut (plakativ, knallige Farbe, starker Kontrast) und leise (nur wenige Elemente, Bleistift, dezente Textur) – genau wie Olvers Geschichte.
Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?Schwierig. :D Weil es so viele Textstellen gibt.Zuerst fällt mir der Vers ein, der bei der Widmung steht. Er war im Halbschlaf auf einmal in meinem Kopf, ganz am Anfang schon, wo ich noch nicht viel über Olver wusste. Er begleitet mich also schon seit 3 Jahren und ist unverändert aus dem Traum ins Buch gekommen:Ich drehe Worte im Munde herumPrüfe jeden BezugDoch nichts davon ist am Ende genugAlso bleibe ich stummEin Ausschnitt, der Olvers Geschichte gut zusammenfasst, findet kurz vor der Hälfte statt (und dass das so lange dauert, bis Olver diese Worte sagen kann, ist auch bezeichnend):„Hier in dieser cool-siffigen VIP-Lounge zwischen Pfand, Rauch und Jacken lege ich Wahrheiten in Cems Schoß, die schon lange hinter meinen Zähnen lauern. […] Ich zeige ihm meine Welt in Beige.Ich gebe Dinge zu, die ich nicht mal selbst wusste. Oder vielleicht schon wusste, mich aber nicht zu wissen getraut habe.»Ich will manchmal einfach weg, neu anfangen«, höre ich mich sagen. »Aber ich weiß, dass das albern ist. In meinem Alter. Ist doch alles schon vorgezeichnet.«
Ich liebe es. Die Zeichnung, die Olver und das Bild im Buch so gut einfängt, das Plakative, das Leise, das das Bild beim Print auf den Buchrücken ragt, alles. Wäre auch doof, wenn nicht, denn ich hab es ja selbst gemacht. :DDanke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊





