
Ich warte seit einer Ewigkeit im Mountain Brew Café in Snowlake City auf die Autorin Danielle A. Patricks, aber sie kommt nicht. Ich setze mich an einen Tisch und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zur Hand.
Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das, um das es heute gehen soll. „Diese verrückten Gefühle“ von Danielle A. Patricks. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen. Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«
Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊 Doch da klettern noch sechs Protagonisten aus dem Buch und setzen sich zu uns.
Wer seid ihr denn? Wollt ihr euch den Besuchern des Blogs vorstellen?
„Hallo, also ich bin Ethan und das sind meine besten Freunde Miles, Matthew und Liam. Wir stammen aus NYC, sind erfolgreich, reich, angesehen und von Frauen umschwärmt wie das Licht von Motten. Bis vor kurzem waren wir auch alle noch glückliche Singles, aber das erfahrt ihr in der Geschichte. Und das sind Ivy, Miles Frau und Jordi, meine große Liebe.“Herzlich Willkommen, Ethan, Miles, Matthew, Liam, Jordi und Ivy. Wollen wir das Interview nun zu acht machen?
„Gerne“, sagt Ethan und die anderen nicken zustimmend.Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
„Wir unterhalten uns sehr gerne mit dir und werden sicher viel Spaß haben.“ Bei Ethans Worten lachen alle.Ethan, Miles, Matthew, Liam, Jordi und Ivy haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Seht ihr es als Protagonisten genau so?„Ich bin „Diese verrückten Gefühle“. Ich nehme meine Leser_innen an die Hand und lade sie ein, für eine Weile abzutauchen – in eine Geschichte, die leise beginnt, aber lange nachhallt. Ich erzähle vom Stolpern, vom Aushalten, vom Weitergehen, auch wenn man glaubt, keinen Schritt mehr zu schaffen. In mir geht es um Verlust, um Trauer, die den Alltag lähmt, und um Gefühle, die keinen Platz mehr zu finden scheinen – und doch da sein dürfen. Ich begleite Jordi und ihre Kinder auf einem Weg, den sie sich nicht ausgesucht haben. Ein Weg, der schmerzt, verwirrt, manchmal wütend macht, aber auch vorsichtig Hoffnung schenkt. Ich zeige, dass Heilung nicht laut ist. Dass Loslassen Zeit braucht. Dass man nicht „funktionieren“ muss, um richtig zu sein. Und dass es selbst nach den dunkelsten Momenten erlaubt ist, wieder zu lachen, zu lieben und dem Leben eine neue Chance zu geben. Auch Ethan und seinen Vater Bill führe ich durch die Wirrungen und Irrungen ihres Lebens bis sie erkennen, dass es Zeit ist, endlich die Vergangenheit loszulassen, sich auf die kleinen Momente um sie herum zu freuen und sich im Strudel der Gefühle neu zu finden.Ich bin kein Buch, das verspricht, alles besser zu machen. - Aber eines, das sagt: Du bist nicht allein mit diesen verrückten Gefühlen.“
Jordi setzt sich gerader hin, blickt in die Runde, wie um sich das Einverständnis der anderen zu holen. „Da spielt sich tatsächlich eine ganze Menge in uns ab – und ruhig wird es selten. Mit der Autorin zusammenzuarbeiten ist dabei manchmal wie ein stilles Einverständnis: Sie weiß oft genau, wann sie uns sanft durchatmen lässt und wann sie uns mitten durch den Sturm schickt. - Die schönen, leichten Momente fallen ihr sichtbar leichter. Da fließen die Worte, da dürfen wir lachen, hoffen, kurz vergessen. Aber die dunklen Zeiten – die sind intensiver. Für sie genauso wie für uns. Man merkt, dass sie dort länger verweilt, genauer hinschaut, nichts beschönigt. Das kostet Kraft, aber genau da entstehen die ehrlichsten Szenen. - Und aus unserer Sicht? Ganz ähnlich. Die hellen Phasen fühlen sich gut an, wie eine Pause zum Durchatmen. Doch die schweren Situationen sind die, die uns verändern. Auch wenn wir uns manchmal wünschen, sie würde uns schneller da wieder rausholen, wissen wir: Ohne diese Momente wären wir nicht dort, wo wir am Ende stehen. - Es ist also kein „entweder oder“. Die Leichtigkeit schenkt uns Hoffnung – die Dunkelheit gibt unserer Geschichte Tiefe.Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Wisst ihr wie viel Danielle tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Habt ihr dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmt ihr dem Buch zu?Mark stieg aus und half Bill aus dem hochgestellten Wagen. Er sah zerknirscht aus, murmelte etwas, das wie »Sorry« klang. Bill legte ihm die Hand auf die Schulter.»Geh schon, Junge, und danke für deine Hilfe.« Er blinzelte.Mark setzte langsam einen Schritt vor den anderen. Zögerlich kam er auf sie zu.Jordi schloss ihn in die Arme. Kein Wort, keine Fragen. Nur eine Umarmung.Celine lief zu ihnen. »Mark, du hast mich erschreckt!«»Tut mir leid, Mini.«Jacob trat zu Bill. »Du alter Fuchs. Du hast ihn gefunden.«»Nein«, sagte Bill. »Er hat mich gefunden. Aber so oder so, manchmal reicht ein bisschen Zeit. Und jemand, der zuhört.«Er kannte diese Frau kaum, ihre Kinder noch weniger. Doch ihre Abwesenheit hinterließ eine Lücke in ihm. Es war nicht Besorgnis im eigentlichen Sinn – eher eine stille Unruhe. Vielleicht, weil Jordis Schmerz an etwas rührte, das er selbst zu lange weggeschlossen hatte.An den Tod seiner Mutter wollte er nicht denken. Der Verlust lag wie ein kalter Stein in seiner Brust, seit Jahren. Unverrückbar. Er hatte damals keine Zeit für Trauer gehabt – eine Ausrede, an der er sich heute nur noch mühsam festhielt. Jetzt glich es einem steten Verdrängen, um keine Gefühle aufkeimen zu lassen. Die Schuld darüber, wie wenig Raum er sich für seine eigenen Gefühle genommen hatte, nagte noch immer an ihm. Seine Mutter war gegangen, und sein Vater war ihr innerlich gefolgt. Ethan blieb nichts anderes übrig, als die Verantwortung zu übernehmen – für die Firma, für die Familie. Für alles.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?Das Buch räuspert sich leise. „Natürlich steckt Danielle ein Stück weit in uns allen – alles andere wäre schlicht nicht ehrlich. Gefühle lassen sich nicht ablegen wie ein Mantel, schon gar nicht beim Schreiben. Ihre Erinnerungen, ihre leisen Zweifel, ihre Stärke und auch ihre Verletzlichkeit haben ihren Weg zwischen die Zeilen gefunden. - Aber wir sind keine Kopien. Eher Spiegel. Manche Stellen tragen mehr von ihr in sich, andere weniger – und manchmal erkennt man sie vielleicht genau dort, wo man es am wenigsten erwartet. Vieles bleibt bewusst offen, damit jeder Leser seine eigenen Spuren darin entdecken kann.“„Ob wir dem Buch zustimmen?“, fragt Miles. „Ja. Denn genau diese Mischung macht es lebendig: ein Hauch Realität, verpackt in einer Geschichte, die Raum lässt für eigene Gefühle, eigene Gedanken – und vielleicht auch für ein kleines Wiedererkennen.“
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?Buch: Sie schreibt nicht bloß über Gefühle, sie lässt sie spüren, ganz nah und bevor man weiß, wie einem geschieht, ist man mitten drin.Jordi: Sie ist sanft. Meistens zumindest. Und wenn nicht, tut sie so, als wäre es zu unserem Besten.Ethan: Sie hat diese Art, einen erst fallen zu lassen – und genau im richtigen Moment die Hand auszustrecken.Miles: Wobei „richtig“ ein dehnbarer Begriff ist. Sehr dehnbar.Ivy: Dafür schenkt sie uns Worte für Dinge, die wir selbst kaum aussprechen könnten.Liam: Sie liebt innere Konflikte. Wirklich. Wenn es kompliziert wird, ist sie ganz in ihrem Element.Matthew: Aber sie ist fair. Sie erklärt uns, statt uns zu verurteilen.Jordi: Manchmal glaube ich, sie kennt unsere Schwächen besser als wir selbst.Ethan: Und nutzt sie. Zärtlich, aber konsequent.Miles: Klingt netter, als es sich anfühlt. Aber sie gibt uns auch Raum.Ivy: Trotzdem lässt sie uns nie ohne Hoffnung zurück.Jordi: Vielleicht, weil sie weiß, dass man selbst im Chaos ein kleines Lächeln braucht.
Buch: „Das der Titel das Wort verrückt enthalten wird, war bereits fix. Aus – Verrückte Gefühle wurde schließlich DIESE verrückten Gefühle. Und das ist perfekt. Es geht wirklich um DIESE Gefühle, die man sich selbst nicht eingestehen möchte und sie schlicht für verrückt hält. Ja sicher hatte ich ein Mitspracherecht, was glaubst du denn? Ich bin doch das Objekt, das mit diesem Namen viele Leserinnen und Leser erreichen möchte.“Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.Ethan: Das Cover ist der Hit. Ehrlich. Die Rosen stehen für Liebe, die schön ist, aber auch wehtun kann. Und die gelb-orangenen Farben bringen genau dieses warme Leuchten mit, das selbst in schweren Momenten Hoffnung zeigt.Jordi: Für mich passt es einfach. Es verrät nicht zu viel, fühlt sich aber genau richtig an.Miles: Ich war kurz skeptisch – aber je länger man hinschaut, desto mehr entdeckt man. So wie bei uns.Ivy: Ändern würde ich nichts. Es gehört zu unserer Geschichte. Und es bringt die Sonne herein.Liam: Würde ich etwas ändern? Nein. Es passt zu unserer Geschichte. Zeigt die Wärme, die in ihr wohnt.Matthew: Vielleicht hätte ich es düsterer erwartet. Aber genau das mag ich daran: Es zeigt, dass selbst schwere Geschichten Licht tragen dürfen.
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz dem Buch und den sechs Charakteren »Danke, für eure Geduld und Antworten« zuzuflüstern.„Vielleicht verlieren wir uns eines Tages. Aber vielleicht gewinnen wir auch alles, wenn wir es wenigstens versuchen.“„Liebe bindet nicht – sie gibt den Weg frei, damit die Seele heimkehren kann.“
Dann vertiefe ich mich wieder in das Buch.




