Freitag, 22. Mai 2026

[Schnipseltime] Emil und der Alkoholiker von Rita Maffini


 

Leseprobe

 

 

Teil 1

Heute und damals

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich taumle durch den Nebel,

kein Lichtblick ist zu sehen.

Ich hebe die Füße vergeblich

so kann’s nicht weitergehen.



 

Kapitel 1

 

 

Tim schnauft.

            Die düsteren Gedanken und Erinnerungen sind wieder da, wie ein Rudel hungriger Wölfe, das sich Nacht für Nacht in sein Bewusstsein frisst.

            Dreißig Jahre sind vergangen, doch der Albtraum hält ihn eisern gefangen. Kaum erwacht, tanzen die grausamen Bilder seiner Kindheit vor seinen Augen, besonders jener verfluchte Tag, an dem er zehn wurde.

 

Ein lautes Klopfen an der Tür verscheucht die Gespenster der Vergangenheit. Schwankend erhebt er sich und stolpert über eine der zahllosen leeren Flaschen, die wie stumme Zeugen seines Verfalls auf dem Boden verstreut liegen. Er schleppt sich zur Tür und öffnet diese schwer atmend.

            Peter und Harry stehen in bester Laune mit einer Sektflasche in der Hand vor ihm. Die beiden drängen sich in den Raum.

»Happy Birthday, altes Haus! Hast aber lange gebraucht, um zur Tür zu kommen«, schreit Peter und drückt Tim an sich. Anschließend klopft ihm Harry auf den Rücken.

            »Hab geschlafen. Heute Morgen kam Schorschi vorbei und hat mich zum Malochen abgeholt. Musste stundenlang Zementsäcke und Steine schleppen. Ihr wisst doch, der baut gerade zwei Straßen weiter das gelbe Hochhaus. Der Innenausbau ist gerade dran. Es war zwar saukalt, aber die haben trotzdem rangeklotzt.«

            »Na, das ist geil, dann hast du bestimmt Kohle, um uns einen auszugeben«, höhnt Peter und entblößt ein Grinsen, das dank seiner gelben Zahnstümpfe grässlich wirkt.

            »Klar doch«, entgegnet Tim gut gelaunt.

Harry entkorkt die Flasche, die er in den Händen hält, mit den Worten: »Trink erst mal einen Schluck, Kumpel. Vierzig wird man nicht jeden Tag.«

            Tim lässt es sich nicht zweimal sagen, setzt die Flasche an den Mund und leert sie unter mehrmaligem Rülpsen bis zur Hälfte. Anschließend wischt er sich mit dem Ärmel über den Mund und reicht sie weiter. Die Freunde trinken abwechselnd den Rest.

            »Habe ich einen Kohldampf!« Tim öffnet den Kühlschrank. Ein übler Geruch und gähnende Leere begrüßen ihn. »Verdammt, ich muss unbedingt was einkaufen.«

            »Brauchst du nicht. Wir besorgen uns einen Döner und dann ab zu Hansi. Was hältst du davon?«, ruft Peter ihm lachend zu.

            »Gute Idee, so machen wir’s. Wartet mal, ich ziehe mir was über.« Tim durchsucht den Kleiderberg, der sich auf dem Stuhl im Zimmer türmt. Nur schmutzige Fetzen, die nach Rauch und Schweiß riechen.

            Zornig greift er nach dem erstbesten Pullover und zieht ihn an. Er nimmt noch seine Jacke, die schon bessere Zeiten gesehen hat, zuckt mit den Schultern und wendet sich seinen Freunden zu. »Lasst uns gehen.«

Auf dem Weg zur Kneipe Bei Hansi essen die drei einen Riesendöner. Anschließend kauft Harry noch Mandarinen bei einem Straßenhändler.

            Mit einem lauten »Hallo, Kumpel« wird Tim von den drei anwesenden Kneipengästen begrüßt. Alle scharen sich um den Jubilar, klatschen in die Hände, lachen aus voller Kehle und singen ein Ständchen. »Hoch sollst du leben! Hör mal, Buddy, die Luft ist hier doch ziemlich trocken, findest du nicht?«

            Tim versteht den Wink mit dem Zaunpfahl. Mit seinem Geld kann er sich erst einmal spendabel zeigen. »Hey, Hansi, ΄ne Runde Bier für alle, für dich auch, Mann«, schreit er Richtung Theke.

            Hurra-Rufe schallen durch den Raum.

Die Biergläser klirren laut, als sie kräftig aneinandergestoßen werden, und sind im Nu geleert. Tim genießt es in vollen Zügen, der King des Abends zu sein. Er fühlt sich für einen Moment, als hätte das Leben ihm doch noch etwas zu bieten. Der eine oder andere krakeelt von Zeit zu Zeit ein Lied und alle singen grölend mit.

Tim hat die Idee, die Mandarinen zu essen und mit den Kernen einen Spuckwettbewerb zu veranstalten. Die Anwesenden sind sofort begeistert. Ein lautes Lachen, ein paar Rufe, und nach lebhaften Diskussionen steht der Plan.

Mit einer Kreide wird eine Linie auf dem Boden gezogen. Die Früchte werden geschält. Ihr süßer Duft liegt in der Luft und vermischt sich mit dem Geruch nach Bier und Schweiß.

Einer nach dem anderen legt ein Stück Mandarine in den Mund, kaut, und spuckt schließlich die Kerne aus.

Alle beugen sich nach vorn, um zu sehen, wie weit sie geflogen sind. An der Stelle, wo der letzte Kern liegen bleibt, zieht jemand mit der Kreide einen Kreis und schreibt den Namen des Werfers hinein. So entsteht nach und nach ein kleines Muster aus weißen Ringen.

Nach ein paar Runden wird der Ehrgeiz größer. Jeder will weiter spucken als der andere. Bald fliegen nicht nur Kerne, sondern auch Witze, Sprüche und Schalenstücke durch die Luft. Der Boden ist übersät mit Schalen, Kreidestrichen und kleinen glänzenden Punkten, ein wildes Durcheinander. Tim muss sich den Bauch vor Lachen halten.

Was für eine Gaudi. Die Grölerei wird immer durchdringender, der Lärm ohrenbetäubender, die Stimmung bombiger. Die Wände der alten Kaschemme scheinen zu beben.

Am Ende ist Harry der Sieger. Er wird von allen mit tollen Sprüchen und Gratulationen überhäuft. Danach wird weiter getrunken und gelacht, bis sich nach und nach die Gäste verabschieden.

            Gegen Mitternacht sind nur noch Tim, Peter und Harry übrig. Harry betrachtet wenig begeistert die Gläser auf dem Tisch. »Mist, die sind alle leer.«

            Tim steht auf, die anderen zwei bleiben sitzen und stampfen ungeduldig und kräftig mit den Füßen. Er schwankt zur Theke. »Hansi, noch drei Bier und drei Kurze, wenn ich bitten darf.«

            Hansi blinzelt hinter schmierigen Brillengläsern, reibt sich den Schnurrbart mit dem Zeigefinger. »Hast du überhaupt noch Geld?«

            Tim legt den Inhalt seiner Taschen auf die Theke. »Achtzehn Euro fünfzig.«

            Hansi entblößt sein lückenhaftes Gebiss und lächelt schief. »Reicht gerade so! Danach haut ihr aber ab.«

            »Hui, hui, Hansi, so gute Gäste wie uns behandelt man freundlicher«, kontert Tim lallend und schlägt kräftig mit der Faust auf das Thekenholz.

            »Egal, wenn ihr nicht mehr zahlen könnt, verdünnisiert ihr euch. Kredit gebe ich nicht mehr.«

            Tim kann nur noch mühsam zwei Gläser halten. Mit einem Bierglas in der rechten und einem Schnapsglas in der linken Hand wankt er dreimal von der Theke zum Tisch hin und her. Er konzentriert sich angestrengt, um nichts zu verschütten. Schließlich schafft er es, die Gläser abzustellen, ohne dass ein Tropfen daneben geht.

            »Uhhh, Tim der Akrobat, bravo, bravo.« Seine Saufkumpane spenden ihm stürmischen Applaus.

            Auf Tims Stirn glänzen Schweißperlen, sein ganzer Körper zittert vor Anstrengung. Mit einem Seufzer der Erleichterung – stolz wie Bolle – setzt er sich wieder. Plötzlich kippt der wackelige Stuhl nach hinten und Tim knallt auf den Boden. Er bleibt liegen und reibt sich den Rücken.

            Harry und Peter kichern, eilen sofort zu Hilfe. Beim Versuch, ihn hochzuhieven, verlieren auch sie den Halt und schon liegen alle drei auf dem dreckigen Kneipenboden, lachen und johlen aus vollem Hals.

            Peter schafft es gerade noch, sich auf die Knie zu stemmen. Mit seinen Händen umfasst er die Arme seiner Kumpel, die immer noch liegen, und versucht, sie hochzuziehen, fällt aber selbst wieder um. Das Gelächter wird noch lauter. Erst als Hans eingreift, schaffen sie es endlich, wieder aufzustehen.

            »Hansi, verdammt nochmal, besorge neue Stühle. Die sind ja alle im Eimer«, schreit Tim ihn an.

            Hansi läuft rot an. »So, Leute, wer hier im Eimer ist, das seid ihr! Trinkt jetzt aus und hinterher haut ab, Feierabend!«

            Irgendwann am frühen Morgen steht Tim mit schlotternden Beinen vor der Tür seiner Bleibe. Die Welt um ihn herum dreht sich sehr schnell, er muss sich mit einer Hand an der Wand abstützen. Mit der anderen sucht er in all seinen Taschen nach dem Schlüssel. Er findet ihn nicht, also stemmt er sich gegen die Tür, die sofort aufgeht. Es ist ihm völlig egal, nicht mehr richtig absperren zu können, es ist eh nichts bei ihm zu holen. 

 

 

 

[Buchvorstellung einmal anders] Emil und der Alkoholiker von Rita Maffini


 
Buchvorstellung einmal anders

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Rita Maffini, aber sie kommt nicht. Ich setze mich im Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Emil und der Alkoholiker“ von Rita Maffini. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen. Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊 Doch da klettert noch jemand aus dem Buch und setzt sich zu uns.

Wer bist du denn? Willst du dich den Besuchern des Blogs vorstellen?
Ich bin Tim, der Hauptprotagonist dieser Geschichte. Ich war ein trauriger, alkoholabhängiger Mann, der seit seinem neunten Lebensjahr nach und nach zu trinken begann. Seit meiner Kindheit trage ich eine Schuld in mir, die ich nie überwinden konnte: den Tod meines Vaters, den ich als Zehnjähriger nicht verhindert habe. Dieses Trauma stürzte mich in den Alkoholismus, der mein Leben über Jahrzehnte geprägt hat. Nun blicke ich zurück auf ein Leben voller Schmerz, verlorener Chancen und falscher Freunde – und frage mich, ob es noch eine Möglichkeit gibt, mich von Schuld und Sucht zu befreien.
Herzlich Willkommen, Emil. Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Oh, hallo! Ich bin Emil, ein Hund, der dem Tod sehr nahe war. Mein früherer Besitzer war ein böser Mensch. Er holte mich aus dem Tierheim, und ich hatte mich so gefreut, wieder eine Familie zu haben. Dieser Mensch hatte einen Sohn, etwa fünf Jahre alt. Der Junge schlug mich und zog ständig an meinem Schwanz. Es tat sehr weh – und er hörte einfach nicht auf. Ich knurrte, doch das beeindruckte ihn nicht. Schließlich schlug er mir auf die Nase. Der Schmerz war unerträglich. Irgendwann biss ich zu. Das Kind schrie. Der Mann kam und trat mich … Ich bekam kein Futter mehr. Später zerrte er mich ins Auto und brachte mich weit weg. Neben einer Mülltonne trat er mich erneut. Er wollte mich töten. Doch dann kam Tim und rettete mich. Jetzt freue ich mich darauf, gemeinsam mit meinem Herrchen ein Interview mit dir zu führen.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, mit mir zu reden.
Wir freuen uns auch.
Emil haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Ich bin ein Roman, der die psychologischen Abgründe eines Mannes eindringlich beleuchtet – eines Mannes, der fast alles verloren hat und dennoch nach einem Funken Hoffnung sucht. Schonungslos, bewegend und nah am echten Leben erzähle ich von Schuld, Verdrängung und dem langsamen Zerfall einer Seele.
Meine zentralen Themen sind:
• Schuld und Verdrängung
• Alkoholismus als zerstörerischer Kreislauf
• Einsamkeit und der tiefe Wunsch nach Zugehörigkeit
•Liebe für ein Tier
• Die leise Hoffnung auf einen Neubeginn
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Rita hat den Titel ausgesucht. Wir finden, dass er perfekt zur Geschichte passt.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Mit dem Cover sind wir sehr zufrieden.
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Die anderen zwei Patienten, ein älteres Ehepaar, erregen Tims Aufmerksamkeit. Die Frau sitzt im Rollstuhl und knetet mit den Fingern eine schwarze Handtasche auf ihrem Schoß. Sie weint still. Der Mann streichelt ihre Wangen und spricht leise mit ihr. Tim kann die Worte nicht verstehen, der zärtliche Ton entgeht ihm jedoch nicht. Eine Weile betrachtet er die beiden und schätzt ihr Alter auf über achtzig. Wie gebannt verfolgt Tim, wie liebevoll der Mann das faltige Gesicht der Frau liebkost. Er schließt die Augen und sieht sich wieder als Kind. Auf einmal spürt er die Hand seiner Mutter, die sich zärtlich auf seine Stirn legt, und hört, wie sie ihm mit einfühlsamer Stimme Nettigkeiten zuflüstert. Es ist schon so lange her! Vergeblich versucht er, diese Erinnerung festzuhalten.
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz dem Buch und Emil »Danke, für eure Geduld und Antworten« zuzuflüstern.

Dann vertiefe ich mich wieder in das Buch.

Donnerstag, 21. Mai 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Clivia - Von den Göttern beschützt von Monika Grasl


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Protagonistin Clivia, um mit ihr über das Buch „Clivia – Von den Göttern beschützt“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten.
Clivia: Na es freut mich auch. Die Autorin ist leider beschäftigt und hat somit mich geschickt.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Clivia: Ich bin die Tochter von Enrik Enrikson. Allerdings ist mein Vater aktuell auf einem Raubzug irgendwo bei Großbritannien und mich hat er bei unserem Stamm zurückgelassen, da bald meine Heirat mit Torm ansteht.
Beschreibe uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.
Clivia: Im Grunde geht es darum, dass mein Vater nicht lebend zurückkehren wird. Auf einmal drängen sich sämtliche Männer darum mich zu heiraten und den Stamm als neuer Jarl anzuführen. Allerdings steht mir so gar nicht der Sinn nach einer Ehe, sondern ich will selbst den Stamm anführen. Ich habe meinen Vater oft genug bei schwierigen Entscheidungen unterstützt.
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?
Clivia: Die Autorin hat wohl bei allem ihren Spaß. Aber ich glaube, diesmal waren es besonders die emotionalen Szenen und die Kampfhandlungen, die ihr besonders leicht von der Hand gingen.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Clivia: Oh, da gibt es so viele. Meine allerliebste ist allerdings diese hier:
„Du beherrscht den Schild und das Schwert. Selbst die Axt kannst du führen. Wem musst du noch etwas beweisen?“
Was glaubst du, wie viel Monika steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?
Clivia: Ich schätze fast, dass sie ein kleinwenig von sich an mich weitergegeben hat. Wir verfolgen beide eine große Zielstrebigkeit und ja, manchmal rennen wir mit dem Kopf gegen die Wand. Aber im nächsten Moment können wir dann auch wieder sehr besonnen handeln.
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Clivia: Sie ist äußerst klug und manchmal auch ungemein stur. Wenn man sie reizt, sollte man jederzeit mit einem Orkanausbruch rechnen und wenn sie mal in einer Thematik drin ist, dann beißt sie sich daran fest.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Clivia: Während des Schreibens gab es tatsächlich mehrere Varianten. Der aktuelle war dann aber der finale, welcher beim Silberkrone Verlag eingereicht wurde. Gefragt hat mich dabei keiner, aber ich bin schon stolz, dass es mein Name in den Titel geschafft hat.
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Clivia: Nein, also das Cover ist tatsächlich zu 100% großartig von der Verlegerin umgesetzt worden. Es entspricht bis ins Detail den Vorstellungen, welche die Autorin und auch ich hatten.
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?
„Ein Gottesurteil können wir uns im Moment nicht leisten.“
Danke für das Gespräch.
Clivia: Ich bedanke mich ebenfalls bei dir für diese Unterhaltung.

Mittwoch, 20. Mai 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Wenn Kreise enden von Kiina Sanderson


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Protagonistin Mira, um mit ihr über das Buch „Wenn Kreise enden“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten.
Danke für die Einladung. Legen wir los.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Mira Wagner. Ich arbeite beim BKA in Wiesbaden in der Operative Fallanalyse, Schwerpunkt Gewaltverbrechen.
Beschreibe uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.
Ben und ich jagen seit drei Jahren einen Serienmörder, der keine Spuren hinterlässt oder Fehler macht.
Als wäre das nicht kompliziert genug, tritt dann auch noch Nora in mein Leben.
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?
Das gehört zum Job.
Das heißt nicht, dass ich es gut finde. Es gab Momente, da habe ich gedacht: Nicht dein verdammter Ernst.
Aber das ändert nichts.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Das erste Aufeinandertreffen mit Nora.
Sie hat mir das letzte Paket Kaffee vor der Nase weggeschnappt.
Was glaubst du, wie viel Kiina steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?
Einiges von ihr steckt in Nora und mir. Was genau wird nicht verraten. (Lacht)
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Sie bringt Menschen in Situationen, in denen sie zeigen müssen, wer sie wirklich sind.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Er hat sich entwickelt und irgendwann einfach gepasst.
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Ja, es gefällt mir. Es ist auf das Wesentliche reduziert und es steht mein Name drauf. Das reicht.
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?
„Wie romantisch. Bin ich auf einem Date, ohne es zu wissen?“
Das hat Nora gesagt.
Danke für das Gespräch.
Vielen Dank für die Einladung.

Dienstag, 19. Mai 2026

[Charakterkarteninterview] Der Turm aus Mânil 3 - Irgendwas mit neuen Jacken von Desiderius M. Rainbow


 
Charakterkarteninterview
„Der Turm“


Heute habe ich Desiderius M. Rainbow zu Gast auf meinem Blog. Er wird mir ein paar Fragen zur Charakterkarte beantworten.

Wann kam die Charakterkarte? Vor oder nach dem Titel?

Lange vorher. Dieser Turm ist nicht nur der erste Ort, an den ich euch in meiner Mânil-Reihe bringe (im Prolog), sondern ist er noch eine wesentlich persönliche Sache, die mir so wichtig war, dass ich ihn in meine Mânil-Reihe hineingeschrieben habe. Er taucht über die Jahrzehnte in meinen privaten Bildern immer wieder in unterschiedlichem Kontext auf. Die erste Version dieser speziellen Zeichnung habe in während eines Klinik-Aufenthalts 2011 gemacht. Die Überarbeitung, die ihr hier seht, folgte 2021, während ich die Zeichnung fürs Cover von „Mânil – Einfach nur der Anfang“ gemacht habe. Auch da hatte ich noch nicht entschieden, ob ich dieses Bild veröffentlichen will – anderenfalls hätte ich mir die Beschriftung gespart (die die meisten von euch zum Glück nicht lesen können, da sie was verrät, was erst später kommt!) 😉
Hattest du schon eine genaue Vorstellung von der Charakterkarte, was sich darauf befinden sollte?
Nein. Dass ich aus dieser Zeichnung die vierte Charakterkarte machen würde, war eine völlig spontane Entscheidung.
Welche Bedeutung haben für dich der Turm, die düstere Landschaft und die Schriftzeichen?
In der Geschichte ist der Turm ein Geheimnis, das erst nach und nach gelüftet wird, weshalb ich natürlich nicht verrate, was es damit auf sich hat. Bei den Schriftzeichen handelt es sich um Korennpherrak, die Schrift, die meine Magier verwenden. Bei allen anderen Korennpherrak-Schriftzügen in meinen Designs dürft ihr mich gern fragen, was da steht, aber hier verrate ich es euch nicht, da es spoilert – das kommt davon, wenn man Zeichnungen, verwendet, die nicht zum Veröffentlichen gedacht waren!
Das Labyrinth aus Abgründen um den Turm herum ist einer der Gründe, weshalb der Bewohner des Turms keinen Besuch bekommt.
Für mich persönlich steht der Turm vor allem für Sicherheit – für meine Figuren eher weniger, aber das kommt später alles noch. Denn natürlich werdet ihr den Turm noch sehr viel ausführlicher von innen sehen dürfen 😉
Wolltest du etwas Bestimmtes mit der Charakterkarte ausdrücken?
Nein. Die Zeichnung entstand aus dem Bauch heraus und auch der Textschnipsel auf der Rückseite transportiert zwar einerseits, womit Mânil sich in seinen Träumen herumschlägt, wirft aber andererseits bewusst mehr Fragen auf, als dass er erklärt – ebenso wie Mânils Träume.
Welche Techniken / Materialien / Medien hast du verwendet, um die Charakterkarte zu erstellen?
Für die Zeichnung habe ich Gelstift, Aquarellmarker und raues Aquarellpapier verwendet. Der Text auf der Rückseite stammt aus „Mânil 2 – Keine Leinenpflicht in Katurath’ka“. Zusammengestellt habe ich dann alles mit meinem uralten Photoshop.
Bist du nun zu 100% zufrieden mit der Charakterkarte oder würdest du aus heutiger Sicht noch einmal etwas daran ändern wollen?
Ich bin damit rundum zufrieden und werde daran nichts ändern.
Danke, dass du bei dem Charakterkarteninterview mitgemacht hast 😊

Montag, 18. Mai 2026

[Charakterkarteninterview] Mânil und Suketo aus Mânil 3 - Irgendwas mit neuen Jacken von Desiderius M. Rainbow


 
Charakterkarteninterview
„Mânil & Suketo“



Heute habe ich Desiderius M. Rainbow zu Gast auf meinem Blog. Er wird mir ein paar Fragen zur Charakterkarte beantworten.

Wann kam die Charakterkarte? Vor oder nach dem Titel?
Mânils und Suketos gemeinsame Zeichnung – und damit die Charakterkarte – entstand im Sommer ‘25, ein halbes Jahr, nachdem ich „Mânil 2 – Keine Leinenpflicht in Katurath’ka“ veröffentlicht habe. Im Kopf hatte ich das Motiv schon länger und hatte nur gewartet, bis ich es, ohne zu viel zu verraten, veröffentlichen konnte.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung von der Charakterkarte, was sich darauf befinden sollte?
Ja, es ist eine Szene aus dem zweiten Teil, die ich sehr detailgenau im Kopf und auch beschrieben hatte.
Welche Bedeutung hat für dich das Knien?
Höre ich da etwa eine gewisse Zweideutigkeit heraus? In jener völlig harmlosen Szene geht es darum, dass der Verwandlungsmagier Mânil mit Suketos tatkräftiger Unterstützung eine Verwandlung vollzieht, für die er sich besser auf den Boden setzt, damit er sich währenddessen nicht verletzt. Jeglicher Subtext, der dort hineininterpretiert werden könnte, ist volle Absicht und… Moment! Nein! Keine Absicht! Diese Szene und alles andere ist total harmlos! Echt…!!! (Desiderius macht ein gänzlich unüberzeugend unschuldiges Gesicht!)
Wolltest du etwas Bestimmtes mit der Charakterkarte ausdrücken?
Ich wollte eine total harmlose Szene darstellen. Okay… Glaubt ihr mir nicht… Vielleicht wollte ich mit jenem völlig unbeabsichtigten Subtext in jener Szene (und vielen anderen) eine Charakterkarte erstellen, in der es auf der Rückseite um platonische BD5M-Elemente geht. Darum, dass das Thema nicht immer so gnadenlos s3xualisiert werden sollte und dass es weit über S3x und 3rotik hinausgeht, weil es viel mehr ist als das. Dass es auch um Identität und Selbstfindung geht, um Vertrauen, Respekt, Grenzen, Konsens und Fürsorge – und um einen Haufen fieses Zeug…
So entstand dieses enorm seriöse Interview, das es auf der Rückseite der Charakterkarte nun zu lesen gibt. *
Welche Techniken / Materialien / Medien hast du verwendet, um die Charakterkarte zu erstellen?
Für die Zeichnung habe ich Multiliner, Aquarellfarbe und -stifte und satiniertes Aquarellpapier verwendet und als Model wieder mich selbst. Die Fotos auf der Rückseite entstanden in meinem Wohnzimmer mit Zeug, das ich in meiner Wohnung habe und das zu Mânil und Suketo passt. Zusammengestellt habe ich dann alles mit meinem uralten Photoshop.
Bist du nun zu 100% zufrieden mit der Charakterkarte oder würdest du aus heutiger Sicht noch einmal etwas daran ändern wollen?
Mit dieser Charakterkarte bin ich tatsächlich völlig zufrieden. Es ist eins meiner Lieblingsbilder und die auf der Rückseite behandelten Aspekte sind für mich eine Herzensangelegenheit – denn ja, natürlich handelt es sich auch bei den BD5M-Elementen um Own Voice.
*Die verfälschte Schreibweise ist dieser höchst aufgeschlossenen Plattform geschuldet.
Danke, dass du bei dem Charakterkarteninterview mitgemacht hast 😊

Sonntag, 17. Mai 2026

[Charakterkarteninterview] Eule aus Mânil - Irgendwas mit neuen Jacken von Desiderius M. Rainbow


 
Charakterkarteninterview „Eule“

Heute habe ich Desiderius M. Rainbow zu Gast auf meinem Blog. Er wird mir ein paar Fragen zur Charakterkarte beantworten.


Wann kam die Charakterkarte? Vor oder nach dem Titel?
Eules Zeichnung entstand ebenfalls im Sommer ’25, während ich mit der Coverzeichnung von „Mânil 3 – Irgendwas mit neuen Jacken“ gekämpft habe. Es war ein weiteres Ablenkungs- und Ermutigungsprojekt, weil ich an der dritten Coverzeichnung sehr zu knabbern hatte.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung von der Charakterkarte, was sich darauf befinden sollte?
Diesmal hatte ich eine klare Vorstellung. Falk hatte den Vorschlag, mal wieder eine Charakterkarte zu gestalten wie ich es mit Suketos Zeichnung gemacht habe – also einmal im Hintergrund das Gesicht groß und dann etwas kleiner die ganze Figur. Außerdem hab ich bei Eule immer ein bisschen Clara Paget vor Augen (So wie sie als Anne Bonny in „Black Sails“ aussieht <3).
Welche Bedeutung haben für dich die Personen, der Rucksack, die Eule und die Blume?
Eule ist ebenfalls ein wichtiger Nebencharakter, um den sich vorerst noch einige Geheimnisse ranken – glaubt mir, Eule hat es noch richtig in sich! Ohne den Rucksack ist Eule nie anzutreffen. Der komische Kauz vorne ist in Wirklichkeit ungefähr so groß wie ein Fingernagel, heißt Kauzinger und wohnt seit „Mânil 2 – Keine Leinenpflicht in Katurath’ka“ in Eules Hosentasche. Da er so auf dem Bild kaum zu sehen gewesen wäre, ist er in den Vordergrund getorkelt.
Die Blume ist reine Deko, weil ich einen lebendigen Farbklecks in all dem Beton wollte.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit der Charakterkarte ausdrücken?
Ich wollte zeigen, wie Eule in meinem Kopf aussieht, und dass ich in der Lage bin, einen Steckbrief über eine Person zu schreiben, die bislang nur wenig über sich preisgegeben hat.
Die Charakterkarte zeigt noch etwas weiteres, aber dabei handelt es sich mehr um Subtext und ich überlasse es meinen Lesenden, ob sie darüber stolpern. Das kommt erst in „Mânil 4 – Dinge, die Suketo gehören“.
Welche Techniken / Materialien / Medien hast du verwendet, um die Charakterkarte zu erstellen?
Für die Zeichnung habe ich Multiliner und Alkoholmarker verwendet. Die Fotos auf der Rückseite entstanden in meinem Wohnzimmer mit Messern aus Falks und meiner Wohnung und Tortenstücken, die mir überhaupt nicht bekommen sind. Zusammengestellt habe ich dann alles mit meinem uralten Photoshop.
Bist du nun zu 100% zufrieden mit der Charakterkarte oder würdest du aus heutiger Sicht noch einmal etwas daran ändern wollen?
Ich entdecke noch ein paar kleine Fehler in der Zeichnung, die ich aber nicht ändern kann, weshalb sie gut ist, wie sie ist, und ich bin trotzdem sehr zufrieden damit. Auch an der Rückseite hab ich nichts auszusetzen, daran werde ich keine Veränderungen vornehmen.
Danke, dass du bei dem Charakterkarteninterview mitgemacht hast 😊