Freitag, 21. Januar 2022

[Autoreninterview] Andrea Dejon

Autoreninterview
Andrea Dejon

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Andrea Dejon und arbeite als Theaterpädagogin, Musikerin und Autorin sowie Malerin. Als ein sehr neugieriger Mensch will ich wissen, wie die Welt funktioniert, und dies möglichst spielerisch an andere Menschen weitergeben. Dabei gibt es für mich kaum Grenzen, was die Möglichkeit etwas lernen und verstehen zu wollen betrifft – ob aus den Bereichen Naturwissenschaften, Archäologie, Sprache oder Technik etc. Und all das arbeite ich in meine Projekte und meine Geschichten mit ein.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Als ich als Kind die drei Fragezeichen gelesen hatte, war der Wunsch in mir erwacht Autorin werden zu wollen. Anfangs lief es gar nicht so gut bei der Umsetzung – irgendwie war ich in Mathe immer besser als in Deutsch. Selbst mein Lehrer meinte, ich solle doch bei den Naturwissenschaften bleiben. Aber da hat sich dann mein Dickkopf gemeldet und gemeint: viel lesen und viel üben!
Nachdem ich dann mit meinem Theater angefangen hatte, hab ich zuerst meine eigenen Geschichten umgesetzt und so wurde dann der Kindergarten-Fachverlag auf mich aufmerksam. Dann hab ich mir mehr Zeit zum Schreiben genommen und hab mich noch in weiteren Genre versucht und es begannen immer mehr Geschichten aus meiner Seele heraus zu sprudeln.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Die Buchprojekte aus dem Kindergartenfachverlag sind inzwischen vergriffen, ansonsten gibt es da den Krimi Scherbenspiel bei Edition Bärenklau (wegen Corona liegen zur Zeit dort noch einige Bücher auf Eis).
Sowie ein ganz besonderes Naturkundebuch: Auf den Flügeln eines Schmetterlings – unterstützt und finanziert vom saarländischen Umweltministerium.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, an meiner Fantasy-Story Traumfäden, Band 3 bis 5.
(Die ersten beiden hätten ursprünglich im Frühjahr und Herbst 2020 heraus kommen sollen.)
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Lesen! Recherchieren, tanzen und singen, aber auch raus in die Natur zum Spazierengehen und die Natur beobachten. - Je nachdem wie ich mich gerade fühle.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Die Bücher von Walter Moers finde ich super, aber auch Ralf Isau finde ich als Autor wunderbar. Die Geschichten mit Sherlock Holmes lese ich immer mal wieder gern. Ach ja, und Astrid Lindgrens Figuren fand ich immer so was von toll!
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Im Winter sitze ich am Laptop mit Ausblick auf eine karibische Insel mit Meerblick – eine bedruckte Decke hinter der ein Regal mit vielen Masken für mein Theater verborgen liegt.
Und im Sommer, bei schönem Wetter sitze ich mit meinem Laptop auf meiner Balkonterrasse unter dem Kirschbaum im Schatten – ab und zu schaut sogar auch mal ein Eichhörnchen vorbei oder ein Vogel verwechselt mich mit einem Ast.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Vor der Pandemie war morgens meist Theater oder Akquise angesagt, jetzt sitze ich fast nur am Rechner. Zwischendrin esse ich ne Kleinigkeit, dann gegen 15 Uhr wird das Schreiben beendet und erst mal was Leckeres gekocht. Dann kommt eine Ruhephase und später Haushalt oder Tanzen und Singen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Fantasy und Sachbücher lese und schreibe ich am liebsten.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Von Albert Einstein: Fantasie ist wichtiger als Wissen. Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt
Aus meinen Buchsachen:
Im Kleinen liegen die größten Geheimnisse verborgen
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich bin von Bhutan fasziniert. Die Art wie diese Menschen leben und die Welt betrachten, diese Innere Ruhe und das Eins-mit dem Herzen sein, Glück empfinden im Einfachen. Aber auch die ganze Naturkulisse und die alten Kunstwerke in und an den Wänden der Kloster haben etwas von einer anderen Welt.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich mag Kritik, wenn sie vom Herzen kommt. Sie ist wichtig für mich, damit ich erkenne wo ich stehe und wo ich noch etwas „feilen“ muss, ob an meiner Person oder an meinen Werken.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich hatte mich anfangs mit dem Naturkundebuch „Auf den Flügeln eines Schmetterlings“ bei einigen Verlagen beworben, aber es fiel einfach zu sehr aus dem „Rahmen“. Dabei war es mir so wichtig, dass die Menschen mehr über die kleinen Helfer der Natur erfahren sollten, und ich sah nicht ein, dass es dafür ein gewöhnliches Sachbuch sein sollte.
Wissen will ich auf Augenhöhe vermitteln. So, dass der Leser das Gefühl hat selbst mitten dabei zu sein und er dabei kleine Abenteuer erleben kann. Mit vielen bunten Bildern.
Ich wollte das Innere Kind in den Menschen erreichen, das tatsächlich noch in der Lage ist, die Welt verstehen und verändern zu wollen. Und die kleinen Tierchen als regelrechte Superhelden, die sie im Grunde auch sind, darzustellen und selbst zu Wort kommen zu lassen.
Gemäß dem Motto: Was man kennt und lieben gelernt hat, das schützt man auch!
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Seid stets immer neugierig und zieht den Atem des Lebens so achtsam und voller Freude in Euer Inneres, wie die Worte Eurer‘s Lieblingsautors / Autorin.

Donnerstag, 20. Januar 2022

[Buchvorstellung einmal anders] Am Hof der dunklen Königin von Nia Hauser

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Saery und Assarioth aus „Am Hof der dunklen Königin“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Assarioth: *knurrt* Als ob ich eine Wahl gehabt hätte …
Saery: Benimm dich! Außerdem weiß ich als dein Gefäß ganz genau, dass dir die Aufmerksamkeit schmeichelt.
Assarioth: *grummelt*
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Saery: Liebend gern! Ich bin Saery, Zauberin und Wandelmeisterin, ausgebildet in Taevin. Wie euch meine blaue Haut, die weißen Haare und meine kleinen Hörner vielleicht sagen, bin ich eine Yugo. Begabt, brilliant und von meinen Meisterinnen tragischerweise verkannt
Assarioth: Du bist eine freche Göre.
Saery: Was f …
Assarioth: Meine freche Göre. Ich bin Assarioth der Uralte, lebendige Verkörperung des Feuers. Einst wurden meine Geschwister und ich wie Götter verehrt, doch man hat uns bekämpft und versiegelt. Wir brauchen Sterbliche, um in der Welt zu wirken.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Saery: Der beste Part ist natürlich meine Expedition in den fernen Süden! Als erste Yugo seit Generationen ist es mir gelungen, einen Dämon zu finden und zu bändigen!
Assarioth: Ich bevorzuge „Uralter“; und DU bist MEIN Gefäß, Kleines.
Saery: Ja, ja! Dann sind da noch zwei weitere, unwichtige Geschichten drin, irgendwas von einer „dunklen Königin“ und einer Prinzessin, die sich im Kerker vergnügt. Pah.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Saery: Mehr als das. Die genießt es richtig! Wollt ihr wissen, wie das Binderitual ablief? *räuspert sich und läuft dunkelblau an* Ich sage nur so viel, manchmal brennt es immer noch.
Assarioth: *lacht* - Aber im Ernst. Sie ist eine Teufelin. Ich fürchte, sie findet Wege, selbst meine pure Kraft zu bändigen.
Nia: *pfeift unschuldig*
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Assarioth: *grinst übers ganze Gesicht* Oh ja. Die liebe Saery hat es angesprochen. Unser Ritual. Ihr hättet sie hören sollen.
Saery: Ich, äh … habe mich vielleicht etwas gehen lassen. Viel wichtiger ist doch das Ergebnis! Wandelkunst ist lächerlich gegen die Macht, die Assarioth verleiht. Davon durchströmt zu werden war … berauschend.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Assarioth: Ihre Essenz ist in der ganzen Welt zu spüren. Fast, als wäre sie ebenfalls die Manifestation einer Urgewalt.
Saery: Du übertreibst. Sie ist eine Chronistin, und dafür eigentlich zu blumig. Zu deinem Glück scheint ihr Interesse für „ungleiche Beziehungen“ auf mich abzufärben.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Assarioth: Kauzig und detailverliebt.
Saery: Niemand sagt mehr kauzig. Seit tausend Jahren nicht! Sie ist eine Träumerin, und darüber hinaus unanständig! Alle Barden und Chronisten, die ich sonst kenne, umschreiben, naja, … ES. Nia lässt uns gar keine Privatsphäre!
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Saery: Purer Zufall! Bloß, weil diese andere komische Geschichte vor unserem brillanten Abenteuer kommt.
Assarioth: Seid vorsichtig. Bei dem Thema ist die kleine Zauberin etwas empfindlich.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Saery: Ganz furchtbar!
Assarioth: Ich hatte Euch gewarnt.
Saery: Nein wirklich. Schrecklich. Grausig!
Nia: Hey!
Saery: Was hast du erwartet? Keiner von uns ist darauf zu sehen, sondern nur ein unwichtiger Nebencharakter!
Nia: Königin Asira ist alles andere als unw …
Saery : Doch!
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Saery: „Meine alten Meister werden staunen, wenn ich die Welt verändere.“ - Das ist natürlich von mir.
Assarioth: *rollt mit den Augen* Meines ist: „Und erfahre ich, dass deinem Diener auch nur ein Haar gekrümmt wurde, so wird dein Kopf auf einem Spieß enden. Als Warnung an alle Herren, die ihr eigenes Versagen auf Kosten ihrer Lakaien verbergen wollen.“
Saery: Willst du mich auch noch provozieren?
Assarioth: Das ist von Königin Asira, müsst Ihr wissen.
Saery: Du …!
Danke für das Gespräch

[Autoreninterview] Nia Hauser

Autoreninterview
Nia Hauser

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo! 😊
Ich bin Nia, paarunddreißig Jahre alt *hust*, lebe in Deutschland und schreibe für mein Leben gerne. Meine Tarnidentität ist eine Bürotätigkeit in einer IT-Firma.
Nicht nur meine Geschichten träume ich mir zusammen, auch für mich habe ich den Traum, eines Tages die Maske abzulegen und zu sagen: „Ich bin Ironwoma … äh, Vollzeit-Autorin.“
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Wahrscheinlich hat die Antwort einen Bart, aber ich habe „schon immer“ geschrieben und mir bereits als kleines Kind Geschichten und Abenteuer ausgedacht.
Aber erst im letzten Jahr habe ich den Mut gefunden, diese auch richtig und regelmäßig zu veröffentlichen. Das Jahr davor habe ich mich zum ersten Mal hingesetzt und längere Geschichten auch mal zu Ende gebracht. Davor flogen tausend traurige Anfänge auf meiner Festplatte herum!
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher habe ich zwei Arten von Büchern veröffentlicht: erotische Novellen, meist mit jungen Erwachsenen oder Student:innen, deren Leben auf den Kopf gestellt wird.
Und meine Fantasy-Geschichten. Da geht es in der Regel wilder zu, und nicht alle Handelnden (und Liebenden) sind Menschlich.
Allen Büchern ist bisher gemein, dass ich kurz und knackig schreibe und nicht gerne die Handlung lange vor sich hindümpeln lasse.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
*bester Verkäuferton* Das tue ich tatsächlich, Claudia, danke für die Frage. 😉
Im Ernst, ich arbeite an Teil 5 der Thelis-Chroniken, der bald erscheinen soll.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben und selber lesen erklären sich von selbst. Ansonsten verbringe ich gerne Zeit mit meinen Liebsten. Einfach so, oder auch bei (in Augen mancher, komplexen,) Brettspielen. Wenn dann noch etwas übrig ist, meistens in den späten Abendstunden, daddle ich auch gerne mal ein Videospiel.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Uff, einen zu nennen, oder gar EIN Lieblingsbuch, fällt mir sehr schwer. Abseits vom Werk auch als Persönlichkeit schätze ich Stephen King und Brandon Sanderson. Bücher von Anne Bishop, Richard Schwartz und George Martin füllen nicht nur mein Regal, sondern wurden auch teils mehrfach gelesen.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Mein Arbeitsplatz wirkt wie eine Kommandozentrale, mit drei Bildschirmen, zwei Tastaturen und einem Laptop. Ich mag meinen nahtlosen Übergang vom Homeoffice-Platz an meinen privaten PC, auf dem ich in der Regel schreibe.
Der große Eckschreibtisch schmiegt sich ans Fenster und ist nicht so aufgeräumt, wie er vielleicht sein sollte.
Hinter mir türmen sich riesige Bücherregale bis zur Decke auf, die unter der Last zahlreicher, dicker Wälzer in mehreren Reihen ächzen.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich stehe meist sehr früh auf und arbeite die Zeit in meinem Brotjob ab. Derzeit im Homeoffice, aber wer weiß, wie lange noch. Nachmittags ist Zeit für die besagten Lieben. Nach dem Abendessen ist dann Schreibzeit. Je nachdem, wie zufrieden ich bin, vielleicht auch noch Spielzeit. Vor dem Einschlafen lese ich meist.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen sind es eindeutig Fantasy und Science Fiction. Fantasy macht mir auch beim Schreiben viel Spaß, aber manchmal ist es auch schön, weniger World- und mehr Charakterbuilding zu betreiben. Klar, im Idealfall geht beides, aber es kann entspannend sein, die Welt als vorausgesetzt zu betrachten. 😅
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
„Leb deinen Traum, denn er wird wahr.“ - aus dem deutschen Digimon Intro. 😁
Aber ein universelles Zitat zu finden, ist mir schwergefallen. Ich habe mich letztlich für eine Stelle aus meinem Erstlingswerk entschieden:
< „Nein.“, gab ich zu und senkte meine Arme. „Aber ... ich hab eine Grenze überschritten.“
„Ganz genau.“, grinste sie. >
Oft bringe ich meine Protagonist:innen an ihre Grenzen und darüber hinaus. Manchmal wehren sie sich aber auch, dann kommt plötzlich alles anders, als ich es mir ursprünglich überlegt hatte.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Gerade aus Sicht einer jüngeren Nia will ich hier Japan nennen. Ich mag die Kultur und habe viel Zeit mit japanischer Populärkunst (vulgo: Anime und Manga) verbracht.
Als Reiseland schätze ich Dänemark und Österreich sehr. Ich liebe das Meer und die Berge und bin froh, beides mit Boden direkt unter mir erreichen zu können. Fliegen mag ich nicht so sehr. 😅
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Manchmal fällt es mir schwer, Kritik an meinen Werken richtig einzuordnen, da möchte ich ehrlich sein. Ich schreibe mit Leidenschaft und fühle mich gelegentlich mitgemeint.
Trotzdem gehört Kritik für eine veröffentlichende Künstlerin dazu und ist wichtig für das persönliche Wachstum. Konstruktive Kritik ist mir trotz aller Kratzer im Ego daher sehr willkommen, damit ich als Schriftstellerin besser werden kann.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ein Verlag war zum Zeitpunkt meiner ersten Veröffentlichung keine Option. Ich wollte diesen wichtigen Schritt endlich gehen und dabei Herrin meiner Handlungen sein. Andernfalls hätte ich das Gefühl gehabt, erst einmal um Erlaubnis zu bitten.
Aber das heißt nicht, dass ich grundsätzlich gegen eine Verlagsveröffentlichung bin. Auch wenn es besser geworden ist, seit ich Kontakte zu anderen Autor:innen geknüpft habe, ist das SP-Dasein manchmal einsam und man steht mit vielen Entscheidungen alleine da.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Bleibt neugierig und schämt euch nie für eure Leidenschaften!

Mittwoch, 19. Januar 2022

[Buchvorstellung einmal anders] Blutspur 629 von Neal Skye

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Niclas Richmond, Leena Lyberg und Brendan Vanenberg aus „Blutspur 629“ und deren Autor Neal Skye.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Neal: Reißt euch mal zusammen. Und Rich: Augen rollen steht dir nicht!
Ich hatte ein langes Gespräch mit eurem Autor, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Lyberg: Also mich kennt ja wohl jeder. Meine Edda-Valby-Krimis sind ja nun nicht nur in den Bestsellerlisten in Schweden ganz vorne, sie sind auch in neunzehn Sprachen übersetzt worden.
Vanenberg: (seufzt) Fünfzehn Jahre beim »Jersey Courier«, davon elf in der Polizeiredaktion, danach drei Staffeln »Tatortreporter« als TV-Experte und in der Bestsellerliste mit »Polizeireporter vom Dienst« war ich auch schon vertreten.
Lyberg: ja, und jetzt Insasse im »Buffalo Correction Center«
Rich: Von mir muss man nicht alles wissen. Ich bin Journalist und Privatdetektiv. Aber ohne mich wäre weder der dreckige Handel mit Chemiewaffen an Russland gestoppt worden und …
Neal: … von Dir muss mal nicht alles wissen, Rich.
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Rich zu Lyberg: Mach du. Ohne dich …
Lyberg: Ja ja. Aber ich kann nichts dafür, wenn ein Informant in Schweden umgebracht wird und man mich anschließend auch umbringen will.
Vanenberg: Wie naiv kann man noch sein. Das war ein Aussteiger aus der Akademie – da steigt niemand einfach so aus und lässt sich noch für Information bezahlen.
Rich: Sagt einer, der engsten Kontakt zu einem mexikanischen Gefängnisgangs hatte, nur um an guten Stoff zu gelangen. Für Reportagen, meine ich. Also um es kurz zu machen, eigentlich sollte ich Leena Lyberg nach einem vereitelten Anschlag auf sie in San Francisco nur einen USB-Stick zukommen lassen. Das hat mich gleich mehrfach in Lebensgefahr gebracht.
Vanenberg: (lacht) Ja, wo wir gerade über Naivität sprechen … Aber trotzdem Respekt, Rich. Du musstest nicht da ums Überleben kämpfen. In New York gab es auch mehrere Morde, die es aufzuklären galt.
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Neal: In einem Krimi? Ja. Und heile Welt? Nein. Nicht mal ein völlig sauberes Happy Ending kann ich garantieren. Und Rich braucht sich über seine Honorare nicht zu beschweren.
Rich: Wir sehen uns in einem anderen Leben. In meinem überlebst du keine zehn Seiten.
Wie viel echter Neal steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Rich: Er mag Wortwitze – ansonsten kann ich es schlecht einschätzen – von mir hat er so gar nichts. Den Humor vielleicht. Meinen Roadrunner – den würde er wohl auch gerne fahren. In Sara vielleicht ein bisschen. Nicht die Neigung, aber den Drang, alles immer richtig machen zu wollen, Konfrontation zu vermeiden, immer andere versuchen zu verstehen …
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere euren Autor beschreiben?
Vanenberg: Man weiß nicht genau, was er plant. Gehöre ich zu den Guten? Zu den Bösen? Bin ich Opfer oder Täter oder …
Lyberg: Verrate es nicht.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr vielleicht sogar Mitspracherecht?
Der Arbeitstitel wechselte zwischen "Blutspur der Wölfe" und "Todesurteil auf 629 Seiten" – daraus entstand Blutspur 629 und ich fand den Titel passender als meine beiden. Ja, ich werde schon gefragt und darf auch Vorschläge einbringen – aber hier war ich mit beiden Ursprungstiteln nicht 100%ig zufrieden.
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Lyberg: Es sollte zu den ersten beiden Bänden passen und das ist gut gelungen.
Rich: Im Fadenkreuz hätte dieses Mal auch mein Gesicht gepasst. Aber danke, dass es nicht so ist.
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Rich: Der Hammer war, als mein ehemaliger Kollege Rob sagte: »Lass ein wenig Gras darüber wachsen.« Das war ein Supertipp für eine Geschichte, die fünfundzwanzig Jahre zurücklag und nun mit einer Vehemenz hochgekommen war, als war sie gerade erst passiert. Wie hoch würde das Gras nach weiteren fünfundzwanzig Jahren stehen?
Vanenberg: Ich fand lustig, was dieser "FBI-Typ" unserer Starautorin gesagt hat auf ihre Frage, ob es "Regie" wirklich gäbe und dass das grausam sei.
»Was haben Sie denn gedacht? Dass Söderlind (Anm. Lybergs Informant) sich einen Spaß erlaubt? Und Sie dachten: Coole Idee? Bestsellermaterial?«
Da hätte ich gerne Ihr Gesicht gesehen.
Lyberg: Glashaus, Herr Kollege. Sie haben auch reißerische TV-True Crime-Reportagen gesendet. Mir gefallen Richs Klugscheißereien. Wo diese FBI-Agentin sagt:
»Du liegst auf deiner Seite des Bettes, ich auf meiner. Dazwischen ist die Chinesische Mauer – und die kann man bekanntlich sogar vom Mond aus sehen!«
Nein, kann man nicht …
Vielen Dank für das Gespräch

[Autoreninterview] Neal Skye

Autoreninterview
Neal Skye

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Gern, ich schreibe unter dem Namen Neal Skye Kriminalromane, die beim Franzius Verlag erscheinen. Ich komme aus Bremen, das bedeutet, in meinen Adern fließt grün-weißes Blut. Meine dritte Leidenschaft ist die Musik – als Mike Skye bin ich Songwriter, Leadsänger und spiele die akustische Gitarre in unserer, inzwischen nur noch dreiköpfigen Band.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Als Kind inspirierten mich die Burg Schreckenstein- und Detektiv Kim-Bücher. Damals schrieb ich fast nur Hörspiele a la Jugendgruppe löst Kriminalfall. Später einerseits "Stories", was wir oft spielten (jeder legt Wörter in die Mitte und alle müssen eine Geschichte daraus schreiben), die Werbung "Schreib dein Buch" (ohne mich da je weiter informiert zu haben) und die Serie Castle, vor allem aber Larssons Millenium Trilogie – danach habe ich einfach, nach einer über dreißigjährigen Pause, wieder angefangen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Rich & Mysterious – Reihe – 1. Der Niagara-Fall, 2. Sie ist dein Ruin 3. Blutspur 629: Hardboiled Crime, spielt aber in den 10ern dieses Jahrhunderts. Drei Fälle, aber es gibt auch einen roten Faden. Mit einem Hauptprotagonisten "Rich", der die Tiefe erst im Laufe der Reihe entwickelt.
Rich & Cherry – Reihe: 1. Das Spanische Schwert. Gemeinschaftskrimi mit der wunderbaren Cherry Loster. Prequel zu der Rich & Mysterious – Reihe. Fiktiv historisch, inspiriert durch neue Theorien, spielt aber auch im Heute. Aber es geht um den Schatten des Sonnenkönigs Louis XIV.
Edda-Valby-Krimis: 1. Die Macht der Akademie, 2. Shit Storm (erscheint im Mai 2022): Rich liest in seiner Reihe die Bücher einer schwedischen Bestsellerautorin – da dachte ich, wäre cool, wenn es sie wirklich gäbe. Edda ist unbequem, direkt, sarkastisch, duldet keine Schlampereien und leitet eine Stockholmer Mordkommission. Im Gegensatz zu den Rich-Büchern sind die Edda-Bücher keine reinen Ermittlerromane – man ist hier näher am Crime, in den Rich-Reihen dafür näher am Ermittler.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja. Einerseits am dritten Edda-Valby-Roman, mit der sie nach den Zusammenarbeiten mit der Bremer Polizei und der aus Tórshavn auf den Färöern dieses Mal einen gemeinsamen Fall mit der Polizei Sankt Petersburg hat. Cherry und ich schreiben an einem zweiten Buch der Rich & Cherry-Reihe – hier wird es wieder etwas historisch. Dieses Mal geht es um die Wikinger und den USA
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben, Krimiserien schauen, Lesen, Recherche, Bandgigs
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Larssons Millenium-Trilogie, ich fand Shellys Frankenstein klasse, Das Feuerkind von King und einige der Ibsen-Dramen. Die meisten Bücher mit demselben Ermittler habe ich von Mankell gelesen – Die Hunde von Riga war der erste.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Es ist derselbe Arbeitsplatz, in dem ich auch derzeit brotjobmäßig arbeite, wenn ich nicht im Büro bin. Da steht ein Miniaturschwedenhäuschen drauf, eine Steinplatte mit einer typischen Landschaft der Färöer, einige meiner Lieblingsmodellautos und meistens irgendwas, was dringendst mal weggeräumt werden sollte.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Das ist langweilig – aufstehen, frühstücken, Kaffee, arbeiten, Kaffee, Gassi gehen, Abendbrot, Fernsehen, schreiben.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Krimis und Krimis
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Kris Kristoffersson: If you can't get out of something, get into. Also nicht zuviel über Dinge nachdenken, die man nicht ändern kann. Mach das Beste aus einer Situation.
Das beschreibt Edda recht gut (Aus "Die Macht der Akademie")
»Und nimm ihn hier mit«, schloss sie und deutete auf den jungen Mann neben Berglund.
»Sebastian Morland«, sagte dieser kleinlaut.
Valby lächelte bittersüß und sah ihn prüfend an.
»Einen Namen musst du dir hier erst noch machen, junger Mann!«
Ein Schuss Sarkasmus können manche meiner Protagonisten gerne mal, vor allem Rich und Edda.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ganz klar Irland. Wir sind 2011 einmal um die ganze Insel. Sie ist wunderschön, hat viel Geschichte und viele nette Leute. Sie ein unglaubliche Ruhe und Kraft, gerade wenn man im Westen steht, wo der raue Atlantik auf die Felsenküsten trifft.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich mag positive Kritik. ☺ Grundsätzlich nehme ich mit Kritik zu Herzen. Stolpern zwei Testleserinnen über dieselbe Stelle, ist sie vermutlich nicht gut. Aber ich habe auch gelernt, dass Kritik vor allem eines ist: Ein Ausdruck einer Meinung. Jemand anderes sieht es vielleicht anders und dann wäre es falsch, auf jede Kritik zu hören. Also höre ich sie mir an und wäge dann ab.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich möchte vor allem schreiben. Das ganze Drumherum müsste ich abgeben – ich bin daher froh, starke Unterstützung an meiner Seite zu haben.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
vielleicht ein Tipp: Manchmal lohnt es sich, auch mal ein neues Genre auszuprobieren. Hatte da schon einige wirklich gute Erfahrungen.

Dienstag, 18. Januar 2022

[Buchvorstellung einmal anders] Des Schuhmachers Begierde von Katy Kerry

 



Buchvorstellung einmal anders

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Katy Kerry, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus, ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Des Schuhmachers Begierde“ von Katy Kerry. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Als ich gerade beginnen will, läuft Katy auf mich zu und setzt sich zu mir auf die Bank. Nach einer Begrüßung lege ich mal los. 😊

Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Klar, ich bin schon neugierig, wie das ablaufen wird :)
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Ist doch selbstverständlich, du machst dir doch auch wirklich viele Gedanken rund um „Des Schuhmachers Begierde“
Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Des Schuhmachers Begierde ist ein historischer, erotischer Kriminalroman, bei dem explizite Sexszenen nicht zu kurz kommen. Er spielt um die Jahrhundertwende in Paris, direkt im Hurenviertel mit all seinen Schattenseiten: Armut, Klassenunterschiede, der Lustseuche Syphilis, dem Moulin Rouge und seinem Glamour, Neid, Gier, dem Kampf einer einzigartigen Frau, die zeigen will, was sie kann, man sie aber nicht lässt, gewollte Unterdrückung und letztendlich dem Drang der Emanzipation. Am Ende passiert ein Mord. Wer war es und warum?
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihm leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Autorin genau so?
In „Des Schuhmachers Begierde“ gibt es viele schöne Momente, aber auch viele düstere und schwierige Zeiten. Schließlich spielt die Geschichte um die Jahrhundertwende, einer Zeit, des Umbruchs, der Neuordnung einer bis dahin sehr klassenspezifischen Gesellschaft.
Yvette hat mit der Autorin sehr viele Gemeinsamkeiten, der Drang nach Gerechtigkeit, die Barmherzigkeit mit gefallenen Personen sind da nur einige davon.
Habt ihr Lieblingsstellen, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Selbst eine Hure kann in der Gesellschaft nach oben steigen, wenn sie den richtigen Gönner kennt..... "Wie eine miese Ratte kam er sich vor, als er der Maîtresse seine Hand anbot, um sie aus dem Dreck, in dem sie gelandet war, hochzuziehen. Genau aus dem Grund kroch langsam in ihm die Wut hoch. Er fühlte sich denunziert. Bewusst verhöhnte sie ihn, machte ihn und seine zuvorkommende Art lächerlich. Natürlich wusste er in diesem Augenblick, dass sie ihm die Verantwortung für die eigenen destruktiven Gefühle gab, weil ihr tief im Inneren klar war, aus welcher Gosse sie stammt, und wenn er ehrlich zu sich selbst ist, versteht er auch, warum sie so handelte. Im Grunde genommen verachtete sie sich selbst. Eine Erkenntnis, die er bereits gewonnen hat, als er sie zum ersten Mal in seiner Werkstatt sah. Normalerweise greift er den Impuls einer Attacke sofort auf und kontert schlagfertig. Im Regelfall hätte er sie mit den Worten: »Da sprechen Sie wohl aus eigener Erfahrung«, oder »Plustern Sie sich nicht so auf, als wären Sie ein Pfau, wenn Sie doch nur eines dieser vielen Hühner von Monsieur sind« zurückgewiesen. Sich wie ein Schoßhündchen zu gebärden, käme nur einer Frau zugute: Yvette. Auf ihm herumzutrampeln, ihm keinen Respekt entgegenzubringen, das sind Eigenschaf- ten, die er abgrundtief hasst und keinem zugesteht. Durch ihr abwertendes Verhalten fühlte sie sich anscheinend besser und ihre fehlende Empathie zeugt nur von mangelnder Intelligenz. Trotzdem traf sie ihn in diesem Moment an seiner verwundbarsten Stelle.... "
Weißt du wie viel Katy tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Da steckt weitaus mehr drinnen, als ich zunächst dachte :)
Mein Drang nach Selbständigkeit ist sehr groß, auf eigenen Beinen zu stehen, ebenso. All das spiegelt sich in diesem Roman wider. Ich habe mit Yvette so richtig mitgefiebert, in all ihren Situationen, ob sie das, was sie sich vorgenommen hat, auch wirklich erreichen wird können.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben? 
Katy ist impulsiv, hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, ist keine Emanze, aber sie steht für Loyalität und Fairness für jeden, egal ob Frau oder Mann. Frauen wiederum zu sehr zu bevorzugen haltet sich auch nicht für sehr vorteilhaft. Wenn jemand eine Sache gut macht, ist es egal, welchen Geschlechts sie/er ist.
Katy weiß was sie will und danach lebt sie auch.
Spontanität hat oberstes Gebot, schnell zu handeln, ebenfalls.
Sie lebt nach dem Motto, was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Katy hat den Titel alleine entschieden, jenen dann dem Verlag vorgeschlagen und er wurde auch anstandslos akzeptiert. Dieser hat sich allerdings erst im Laufe der Entstehung des Romans herauskristallisiert.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Total! Es gab viele Vorschläge, mit denen ich absolut nicht zufrieden war. Dann kam der Hammer und das war´s dann. :)
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Ha! Das 1. gleich: „Angst kenne ich nicht. Habt ihr denn meine High Heels noch nicht gesehen?“
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.
Klar doch, war mir ein Vergnügen!
Dann wende ich mich der Autorin zu. »Danke dir für das sehr interessante Interview.«
Gerne und jederzeit wieder! Im Mai kommt der nächste Roman… bis dahin, viel Spaß beim Lesen und Schmökern von „Des Schuhmachers Begierde“ Vergiss dir nicht die Internetstory runterzuladen, da geht´s nämlich weiter mit Yvette und Noel!
Als Katy weggeht, vertiefe ich mich wieder in das Buch.

Montag, 17. Januar 2022

[Buchvorstellung einmal anders] Ethik der Sünde von Gepo Lynx



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Xavier Ayers und Riley aus „Ethik der Sünde“ und deren Autorin Gepo Lynx.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Xavier: Hmpf.
Riley: Natürlich, wir freuen uns darauf.
Ich hatte ein langes Gespräch mit eurer Autorin, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Riley wartet auf Xaviers Einsatz, allerdings scheint dieser nicht kooperativ. Mit einem Finger streicht er über die Hand des wesentlich älteren Mannes, sodass dieser ihn ansieht und auf Rileys Lächeln mit einem kurzen Nicken reagiert.
Riley: Mein Name ist Riley Ayers, dies ist mein Mann Xavier Ayers. Er redet nicht so gern, wenn er nicht muss. Er ist Anwalt für Wirtschaftsrecht, also alles, was mit Großfirmen zu tun hat. Ich studiere aktuell auch Jura. Wir sind jetzt seit sechs Jahren zusammen und leben gemeinsam etwas außerhalb von London.
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Riley: In dem Buch geht es darum, wie wir uns damals kennen gelernt haben und zusammen gekommen sind.
Xavier schnaubt und schüttelt langsam den Kopf.
Gepo Lynx: Er ist sehr gut darin, Dinge schön auszudrücken, nicht?
Xavier nickt langsam mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Gepo Lynx: Mister Ayers, macht es mir Spaß, Sie zu quälen?
Xavier: Dazu bin ich ganz selbst in der Lage.
Gepo Lynx: Das ist wenigstens ehrlich. Habe ich irgendwelche bösen Schicksalsschläge ins Buch gebaut?
Xavier: Charlie.
Riley: Oh, was war denn mit Charlie?
Xavier: Ich rede von meinem Therapeuten.
Riley: Ach, ich dachte, du meintest den Cousin meiner besten Freundin.
Xavier und Gepo schauen auffallend beiseite.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Riley: Oh ja, ganz viele! Da, wo Xavier mich auf Armen trägt-
Gepo Lynx: Aus einem Bordell.
Riley: Oder wo er mir geholfen hat, das Land zu verlassen-
Xavier: Wofür du danach als mein Sohn im Melderegister eingetragen wurdest, weshalb wir bis heute nicht wirklich verheiratet sind.
Riley: Oder wo er die Polizisten in die Flucht schlägt-
Xavier: Die mir sagten, dass ich für den Umgang mit Jugendlichen ungeeignet bin.
Gepo Lynx: Zu recht.
Riley: Auch toll war es, als er mir erklärt hat, was ich alles an Rechten habe-
Gepo Lynx: Freie Partnerwahl.
Xavier: Nicht, dass er jemals davon Gebrauch gemacht hätte.
Riley: Habe ich wohl! Ich habe mich ganz bewusst für dich entschieden.
Xavier schüttelt nur den Kopf.
Wie viel echte Gepo steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Gepo und Xavier lachen auf die Frage. Riley blinzelt verwirrt, sieht beide fragend an und lächelt unsicher.
Xavier: Na, großer Autor, wie viel von mir bist du?
Gepo Lynx: Genau wie Riley bin ich seit meinem siebzehnten Lebensjahr fest vergeben und habe nie im Leben jemand anderen gewollt. Ich fürchte, ich habe weder die spektakuläre Vorgeschichte gescheiterter Beziehungen und Ehen noch die psychiatrischen Schwierigkeiten, die das bedingt haben.
Xavier: Willst du dich etwa gänzlich von mir lossprechen? Bin ich als gewalttätiger, entgrenzter, boshafter Mann alles, was du verachtest?
Gepo Lynx: Nein, von dem Sarkasmus kann ich mich nicht freisprechen.
Xavier deutet auf Riley und meint: Also willst du dir diese blauäugige Naivität andichten?
Gepo Lynx: Andere Leute nennen das Vertrauen und Treue.
Riley nickt darauf bekräftigend, Xavier verdreht nur die Augen.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Riley: Sie war sehr freundlich, unsere Geschichte wahrheitsgemäß aufzuschreiben.
Xavier sieht ihn mit Entsetzen an.
Riley lächelt darauf, doch sein gut geübtes Lächeln hat etwas seltsam Diabolisches.
Gepo Lynx: Ich glaube, das mit der blauäugigen Naivität nimmt er dir übel.
Xavier: Sie hat so ziemlich alles aufgeschrieben, für das ich mich schäme! Bist du noch bei Trost, das auch noch zu loben?
Riley lächelt weiterhin.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr als Charaktere vielleicht sogar Mitspracherecht?
Xavier: Der Titel stand beim ersten Kapitel. Er macht nur keinen Sinn, ich bin Agnostiker, ich denke nicht in der Kategorie Sünde. Allerdings klingt er wohl besser als „Ethik von Richtig und Falsch“ oder „Ethik der Moral“. Letzteres hätte vermutlich auch keiner verstanden, kaum ein Mensch kennt schließlich den Unterschied zwischen Ethik und Moral.
Riley: Ich mag aber die Implikation nicht, dass unsere Beziehung eine Sünde sein soll.
Xavier: Von deiner Seite aus nicht, aber von meiner recht sicher.
Riley: Empfindest du es als falsch, mich zu mögen?
Xavier wirft Gepo einen langen Blick zu.
Gepo Lynx: Vielleicht besprecht ihr das zuhause weiter?
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Gepo Lynx: Oh, das Cover, langes Thema …
Riley: Es ist schön bunt!
Xavier: Ganz meine Persönlichkeit also.
Gepo und Riley sehen ihn schweigend an.
Gepo Lynx: Die Idee war eine bunte Einkaufspassage voller farbenfroher Leute-
Riley: Thailänder! Wir sind ein lustiges Völkchen.
Gepo Lynx: Mitten darin ein von der Statur her einsamer Wolf im Anzug, ein vom Leben gebeutelter Mann, der stolz und aufrecht steht, aber es nicht schafft, Teil der Masse zu werden.
Xavier: Ein Sinnbild meines Lebens.
Gepo Lynx: Die Idee lässt sich im Cover noch erkennen, denke ich. Ansatzweise.
Riley: Man sollte alles positiv sehen. Es ist schön bunt, nicht wahr?
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Riley: Oh, da gibt es so viele Dinge, die ich mag. Xavier hat mir so viele schöne Sachen gesagt. Aber wenn ich versuche, mich zurück zu erinnern, dann kommt mir nur sein immerwährendes Beharren hoch, dass ich zu jung sei. Was hat er mich damit genervt!
Gepo Lynx: Xavier, deine Negativität färbt ab. Das war gerade echte Kritik.
Xavier: Nun, exakt das ist der Teil, der mich bis heute verwirrt, aber den ich am liebsten mag. Ich werde nie vergessen, wie er mir in New York klar sagte, dass er mit mir zusammen sein will und ein Nein nicht akzeptieren wird. Wenn er die Höflichkeit fahren lässt und ehrlich ist, liebe ich ihn am meisten.
Riley: Du … liebst mich?
Gepo Lynx: Hast du ihm das ernsthaft vorher noch nicht gesagt?
Xavier schweigt darauf.
Vielen Dank für das Gespräch