Sonntag, 31. Mai 2026

[Coverinterview] Olver and out von Fanny Remus


 
Coverinterview „Olver and out“

Heute habe ich Fanny Remus zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.

Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Irgendwie beides. :D Der Titel, den das Buch eigentlich haben sollte, kenne ich seit 2 Jahren. Eine (wichtige) Nebenfigur sagt an einer Stelle „So einfach. Und so verdammt schwer.“
Und daraus ist auch die Cover-Idee entstanden. Das genauer zu erklären, wäre aber ein Spoiler. Beim Lesen der Szene wird aber sofort klar werden, was ich meine.
Aber dann kam das Korrektorat und der Kommentar von Lauri Mattis. Denn auch „Olver and out“ ist ein Satz, der im Buch fällt. Und Lauri schrieb so salopp ran. „Das wäre auch ein guter Titel.“ Na ja, und dann habe ich in einer Nacht und Nebelaktion alles geändert. Das Cover-Design ist aber gleichgeblieben, weil die Symbolik nach wie vor passt.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?
Nein. Ich hatte den Titel und dann habe ich eine Canva-Datei aufgemacht und habe viel rumprobiert. Recht schnell kam die Idee, meinen Protagonisten abzubilden. Aber wie und in welcher Form war mir völlig unklar. Ich hab viel mit Bildern, mit Farben und mit Stilen rumprobiert. Nur, dass es Gelb werden sollte, war klar.
Welche Bedeutung haben für dich die Zeichnung, die Farbe Gelb und das (scheinbar) zerknüllte gelbe Papier?
Die Zeichnung auf dem Blatt Papier kommen genau so im Roman vor. Kunst in vielen Formen ist ein Motiv, das sich durch Olvers gesamte Geschichte zieht. Und das Bild selbst spielt eine große Rolle für das Ende des Buches. Deswegen bin ich super glücklich, dass @e.r.aranyos es so toll umgesetzt hat. Direkt von zwischen den Zeilen in die Realität.
Gelb ist das Buch, weil auch Olvers Geschichte von Anfang gelb in meinem Kopf war. Alle meine Geschichten habe eine bestimmte Farbe für mich. Sie spiegelt sich meistens im Cover wider. Und ich war richtig happy, dass es diesmal gelb ist, denn ein gelbes Cover hatte ich noch nicht. Außerdem passt gelb auch wunderbar zu dem anderen Leitmotiv „Beige vs Farbe“. Schon im Klappentext wird „beige“ angeteasert und Gelb ist die perfekte Mischung zwischen Beige und Kitzelbunt.
Was man wahrscheinlich nicht auf den ersten Blick sieht: Das gelb hat eine Betontextur. Die blaue Schrift ist also auf eine Betonwand gemalt. Ich mag dieses Detail, das einem vermutlich erst auffällt, wenn man das Buch gelesen hat.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Ich habe bewusst darauf verzichtet, mich nach Trends zu richten. Denn das Buch ist eher nichts für die trendbewusste Leserschaft. Ich wollte, dass der Entwicklungsaspekt deutlich wird, dass klar wird, dass es hier nicht um einen spannenden Plot, sondern um eine persönliche Reise geht. Ich hoffe, das ist mir gelungen.
Es ist gleichzeitig laut (plakativ, knallige Farbe, starker Kontrast) und leise (nur wenige Elemente, Bleistift, dezente Textur) – genau wie Olvers Geschichte.
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt? 

Schwierig. :D Weil es so viele Textstellen gibt.
Zuerst fällt mir der Vers ein, der bei der Widmung steht. Er war im Halbschlaf auf einmal in meinem Kopf, ganz am Anfang schon, wo ich noch nicht viel über Olver wusste. Er begleitet mich also schon seit 3 Jahren und ist unverändert aus dem Traum ins Buch gekommen:
Ich drehe Worte im Munde herum
Prüfe jeden Bezug
Doch nichts davon ist am Ende genug
Also bleibe ich stumm
Ein Ausschnitt, der Olvers Geschichte gut zusammenfasst, findet kurz vor der Hälfte statt (und dass das so lange dauert, bis Olver diese Worte sagen kann, ist auch bezeichnend):
„Hier in dieser cool-siffigen VIP-Lounge zwischen Pfand, Rauch und Jacken lege ich Wahrheiten in Cems Schoß, die schon lange hinter meinen Zähnen lauern. […] Ich zeige ihm meine Welt in Beige.
Ich gebe Dinge zu, die ich nicht mal selbst wusste. Oder vielleicht schon wusste, mich aber nicht zu wissen getraut habe.
»Ich will manchmal einfach weg, neu anfangen«, höre ich mich sagen. »Aber ich weiß, dass das albern ist. In meinem Alter. Ist doch alles schon vorgezeichnet.«
Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?
Ich liebe es. Die Zeichnung, die Olver und das Bild im Buch so gut einfängt, das Plakative, das Leise, das das Bild beim Print auf den Buchrücken ragt, alles. Wäre auch doof, wenn nicht, denn ich hab es ja selbst gemacht. :D
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊

Samstag, 30. Mai 2026

[Schnipseltime] Jascha & Toke - Secret Silent Heroes 5 von Laura Lee Johnes


 

„Makayla, Kleines, was ist passiert?“, brüllte ich im Losrennen. „Wo verdammt nochmal bist du? Antworte doch!“

So sehr ich mich bemühte auf eine Antwort zu lauschen, ich hörte nichts! Doch, Moment. Da war plötzlich wieder ein hektisches Platschen und Kreischen zu hören! Und das bei den Temperaturen!

„Wo zum Teufel bist du?“ So schnell ich konnte, hastete ich zwischen den Bäumen durch, bis ich an das Ufer eines Flusses kam. Viel zu spät wurde mir der aufgeweichte Boden bewusst, in dem auch das Fahrrad feststeckte, als ich ausrutschte und in den Matsch fiel. Hektisch rappelte ich mich auf, machte ohne nachzudenken einen Satz ins Wasser. Im Sprung sah ich einen dunkel gekleideten, zotteligen Typen, der voll angezogen hinter Makayla her ins Wasser hechtete, bevor ich selbst mit einem Aufschrei im Wasser landete.

Panik ergriff mich, als um mich herum nur eiskaltes Wasser war, von dem eine ordentliche Ladung in meinen Atemwegen landete. Hustend und spuckend schaffte ich es mit Mühe, den Kopf kurz an die Luft zu bekommen, bevor ich wieder versank.

Hektisch schlug ich mit den Armen um mich, versuchte, irgendwie wieder nach oben zu kommen. Mir wurde Übel vor Angst und Entsetzen, nicht nur wegen mir, sondern auch meiner Tochter, die ebenso wie ich in Lebensgefahr schwebte. Die Sekunden schienen sich zu Minuten zu dehnen und ich war mir sicher, dass ich nun die letzten Sekunden meines Lebens vor mir hatte.

Weiß der Sensenmann, wie lange ich strampelte und mit den Armen ruderte, als ich plötzlich einen starken Arm um mich spürte. „Halt still und beruhige dich!“, raunte mir jemand energisch, aber mit zittrigem Unterton zu.

Das sagte diese dunkle Stimme so leicht. Der Typ, hinter dem ich die Worte vermutete, kämpfte nicht gerade um sein Leben!

„Je schneller du aufhörst, um dich zu schlagen, um so zügiger kann ich dir helfen. Also halt endlich still! Zumal es hier so flach ist, dass es für Panik keinen Grund gibt“, motzte er mich an, während meine Zähne zu klappern begannen.

Mit Mühe kämpfte ich gegen den Drang an, mich aus dieser beschissenen Situation zu retten, und meinen Körper ruhig zu halten. Das ging mir gegen jeden Überlebensinstinkt.

Erst als ich einen zweiten Arm um meinen Oberkörper spürte, ich so weit angehoben wurde, dass ich endlich wieder zu Atem kam, gelang es mir, mich halbwegs zu beruhigen.

Wie ein nasser Sack wurde ich aus dem Wasser gezogen und am Ufer abgelegt. Nur kurz tauchte ein bärtiges, von ungepflegtem Haar umgebenes Gesicht in meinem Blickwinkel auf. Aus diesem schauten mich wunderschöne meerblaue Augen an. Blöd nur, dass sie einem Kerl gehörten.

[Buchvorstellung einmal anders] Jascha & Toke - secret silent heroes 5 von Laura Lee Johnes


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Jascha & Toke aus „Jascha & Toke – secret silent heroes 5“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Jascha: Hallo Claudia! Im Namen von uns beiden danke ich dir sehr herzlich, dass du dir Zeit für uns nimmst. Mit so viel Interesse an uns beiden, dass wir sogar zum Interview kommen dürfen, hatte ich gar nicht gerechnet.
Toke: Hallo auch von mir. Ich kann mich meinem Liebsten nur anschließen.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Toke: Also mein Schatz heißt ja eigentlich Jascha Kubiak, aber bei mir, so unter uns, nur Snuggle Bug. Er wird bald dreißig, was er nicht hören mag, und war bis zu einem traumatischen Erlebnis für die Army auch im Auslandseinsatz. Fiese Sache für ihn, aber anders hätten wir uns vielleicht niemals kennengelernt.
Jascha: Mein Süßer hier, Toke Carpenter, hat noch zwei weitere peinliche Vornamen. Was Intelligenz betrifft, ist er eigentlich ein ziemlich helles Köpfchen, im sozialen Miteinander oder mit betrunkenem Kopf leistet er sich gerne mal einen Faux-pas. Einem davon hat er seine süße Tochter zu verdanken, die mich inzwischen als zweiten Papi ins Herz geschlossen hat.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Toke: Mach du, Schatz, du kannst dich besser kurzfassen.
Jascha: Eigentlich ist es einfach. Toke und Makayla haben einen kleinen Unfall und ich helfe ihnen. Als Toke mir dafür danken möchte, macht er mir ein Angebot, das ich nicht ausschlagen kann. Wir freunden uns an und er gesteht mir seine größte Angst. Als ich ihm über diese hinweghelfen will, beginnt es zu knistern und zu funken zwischen uns.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Toke: *grummelig 100% ja! Die hat mich echt an den Rand des Wahnsinns getrieben, nur um ihren Schnucki als großen Helden dastehen zu lassen.
Jascha *grinst Er übertreibt mal wieder, meine kleine Dramaqueen. Unterm Strich hat sie ihn nur so gequält, damit er endlich mal den Hintern hochbekommt und richtig erwachsen wird. Und wir uns gemeinsam etwas ganz Wundervolles aufbauen können.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Jascha: Bis auf meine Erinnerungen mag ich das ganze Buch. *guckt Toke verliebt an Aber ich denke, der Moment, in dem Toke erkennt, dass zwischen uns beiden mehr als nur Freundschaft ist, war der Schönste.
Toke: Bei mir auch. Dabei hätte ich niemals gedacht, dass ein Mann solche Gefühle in mir auslösen könnte. Doch mit Jascha fühlte es sich einfach so … selbstverständlich und normal an.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Toke: Jaschas „Verwöhn-Gen“. Ehrlich, die beiden wollen immer, dass ihre Herzensmenschen sich wohlfühlen.
Jascha: Tokes Naivität. Beide gucken so herrlich verdutzt, wenn sie etwas bemerken, was andere sehr lange vor ihnen sahen oder wussten.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Toke: Romantisch bis zum St. Nimmerleinstag, aber ebenso knallhart, wenn es sein muss.
Jascha: Kaffee-Junkie, Schokoladen- und Käsesüchtige und (angeblich typisch Künstler) immer mit den Gedanken woanders und definitiv sehr zerstreut.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Jascha: Als Teil der secret silent heroes – Family gab es da nichts zu überlegen oder so. Unsere Namen auf einem Buchcover zu sehen, macht uns schon ziemlich stolz.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Toke: 100%. Mein Schatz sieht so verdammt sexy darauf aus und ich finde mich auch ziemlich heiß anzusehen. Änderungswünsche sind also überflüssig. Für die Umsetzung und dem Zeigen unserer besten Seite danken wir Mona Lange sehr herzlich.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Toke: Als Jascha folgendes zu mir sagte: „Ich bin so verdammt stolz auf dich, Toke Carpenter. Du springst ein übers andere Mal über deinen Schatten. Stellst dich deinen Ängsten und Zweifeln. Verdammt, du bist so viel stärker als ich zunächst dachte.“
Jascha: Bei mir ist es das hier: „Glaub mir Mom, das ging mir nicht anders. Ich verstehe es ja selbst nicht. Aber ich weiß ganz sicher, dass es sich einfach nur richtig anfühlt. Ich habe noch nie für jemanden so intensiv empfunden. Jascha ist ein wundervoller, einfühlsamer Mann.“
Danke für das Gespräch.
Toke: Wir haben dir zu danken, Claudia! Für unser Familienunternehmen muss ich zwar öfter PR-Auftritte über mich ergehen lassen, aber da war noch nie ein Interview dabei, das mir wirklich Spaß gemacht hat. Dank dir weiß ich jetzt, es geht auch anders.
Jascha: Ich bin immer noch völlig überwältigt, überhaupt hier zu sein. Also auch von mir einen lieben Dank, dass ich dabei sein durfte.

Freitag, 29. Mai 2026

[Protagonistensteckbrief] Eule aus Mânil von Desiderius M. Rainbow

 

 


Protagonistensteckbrief Eule


Geheimnisvoll, rabiat, skrupellos und mit den eigenen Gefühlen überfordert - ebenso wie mit denen anderer...

Alter:
ca. 20

Größe:
1,67

Augenfarbe:
grüngrau

Haarfarbe:
scharlachrot

Geburtstag:
Irgendwann im Jahr 9955

Beruf:
irgendwas Illegales - frag besser nicht danach!

Lieblingsfarbe:
erdgrün

Lieblingsmagie:
Komm Eule nicht mit Magie! Ernsthaft. Lass es.

Eule mag:
heiße Schokolade und Sahnetorte mit Nüssen drauf

Eule hasst:
Familienthemen, Schule, Nähe

Immer dabei:
Einen alten Rucksack, eine klitzekleine Eule in der Hosentasche und mehr Messer, als man vermuten würde

Wohnort:
Xiktaku. Keine Adresse

Der Name?
Nein. Wenn den keiner kennt, ist man viel schwerer zu finden. "Eule" ist völlig ausreichend.

Donnerstag, 28. Mai 2026

[Protagonistensteckbrief] Lilian Korrashem aus Mânil von Desiderius M. Rainbow

 

 


Protagonistensteckbrief
Lilian Korrashem

Alter:
21 (am Ende des ersten Teils)

Größe:
1,76m

Haarfarbe:
Braun mit roten Strähnen

Geburtstag:
10.4.9953

Augenfarbe:
Grau

Beruf:
Magiestudentin bei Suketo (Berufswunsch Lehrerin für theoretische magische Fächer, Sachbuchautorin)

Interessen:
Metal, sammeln von seltenen Büchern, speziell zum Thema, wie Sanpherray Magie wirken können

Lieblingsmagie:
Kristallkugel, Tränke & natürlich Klischeemagie...

Lieblingsfach:
Zaubertränke, Geschichte

Sie hasst:
Ungerechtigkeit

Lieblingsfarbe:
Blau - und Petroltöne

Besonderheiten:
Durchsetzungsfähigkeit, Unbeirrbarkeit und obwohl sie eine Sanpherray (magisch Nichtbegabte) ist, ist sie dank ihres umfassenden Wissens und ihrer Kreativität in der Lage, Magie zu wirken. Dennoch ist sie sehr froh, selbst keine Magie in sich zu tragen.

Mittwoch, 27. Mai 2026

[Protagonistensteckbrief] Suketo Karpelkh aus Mânil von Desiderius M. Rainbow

 


Protagonistensteckbrief
Suketo Karpelkh

Ein misanthropischer, grundsätzlich miesgelaunter, sadistischer Lehrer für Magie mit speziellen Hobbies, düsterer Vorgeschichte und rabenschwarzem Humor ...

Alter:
"43" / 172 (am Ende des ersten Teils)

Größe:
1,73 m

Augenfarbe:
Dunkelgrau

Haarfarbe:
Schwarzbraun mit grauen Strähnen

Geburtstag:
29.2. (...angeblich) 9802

Beruf:
Lehrer für Magie, ehemaliger Söldner

Lieblingsmagie:
Telekinese und ...Mentalmagie

Interessen:
Gärtnern, seine Gewächshäuser, stricken, Möbel sammeln, sein Krokodil Putzi, Tee

Lieblingsfarbe:
Dunkelrot, Smaragdgrün

Er hasst:
andere Leute, sein Spiegelbild und sich nicht einmischen zu dürfen

Besonderheiten:
große Narbe, 2 Adoptivkinder, BDSMer, absichtlich unpünktlich, aromantisch, grüne Nägel

Dienstag, 26. Mai 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Die Lüge der Seeprinzessin von Kerstin Stefanie Rothenbächer

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Baatar und Kiyan aus „Die Lüge der Seeprinzessin“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Baatar runzelt die Augenbrauen: Ich gewähre Dir gerne Audienz, wundere mich aber, dass Du keine Gastgeschenke mitgebracht hast. Offenbar bist Du mit den Sitten in Kabus wenig vertraut.
Kiyan schnauft durch: Ich freue mich, Dich zu treffen, liebe Claudia, lass Dich ja nicht von meinem Vater ins Bockshorn jagen. Er sitzt auf einem Berg voll Gold und es wird ihm wohl nie genug sein.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Kiyan: Ich bin der Sohn des Emirs von Kabus aus „Die Lüge der Seeprinzessin“ und soll die falsche Tochter des Sultans von Yanam heiraten. Minou und ich sind eine absolute Fehlbesetzung, ich liebe Nadira.
Baatar knirscht mit den Zähnen: Du wirst tun, was gut für Kabus ist, und wer weiß das besser als ich, Du Grünschnabel! Meine gute Claudia, Du kannst Dir denken, was ich um die Ohren habe. Ein Reich zu führen ist nichts für Weicheier! Als Emir von Kabus habe ich mein Volk zu schützen und obendrein suche ich nach dem Geheimnis, das mir meine Gattin … ach, das gehört nicht hierher. Falls Du irgendwo ein Krokodil entdeckst, sag mir umgehend Bescheid.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Kiyan schüttelt den Kopf: Wirf meinem Vater einen schiefen Blick zu und er wetzt die Säbel. Nicht mit mir! Ich kämpfe nicht und damit fing die Geschichte schon an. Wie er auf die hirnrissige Idee kommt, mich mit Minou zu verkuppeln, weiß der Geier. Da spielte ich nicht mit und türmte … wer konnte denn ahnen, was das nach sich zieht?
Baatar: Das kommt davon, wenn die Jugend ihren eigenen Ideen folgt. Wer mich herausfordert, sollte später nicht jammern. Manchmal ist ein Geheimnis quälender als die schlimmste Wahrheit.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Baatar ballt die Faust: Ach was! Ein wahrer Herrscher fürchtet keinen Kampf. Ich laufe mich gerade erst warm.
Kiyan: Sag das nicht, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Vielleicht komme ich doch nochmal aus dem Buch und stell sie zur Rede.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Baatar: „Wenn ich sage, wir jagen die Krokodilsbrut und verleiben uns die Nachbarländer ein, wirst du der Erste sein, der zu den Waffen stürmt! Du hast die verdammte Pflicht als mein Sohn!“, nahm der Emir den Faden wieder auf.
Kiyan: Wie sie mich anstachelte und ich ihr nachsetzte!
„Die Maus, die den Tiger fangen will, sollte sich vorsehen, meine Liebe!“
Wenig prinzessinnenhaft drang ihr freches Lachen an meine Ohren und berührte mich tief, viel tiefer, als ich es zulassen wollte.
„Unterschätze mich, Kiyan, das wird ein Spaß!“
Die schreienden Felsen verbargen uns und wir schlüpften durch eine Kluft ins Innere. Unser Schwur, aufeinander zu warten, leuchtete wie Gold in ihren Augen. So viele Jahre voller Sehnsucht im Trost unserer Briefe, die eine gute Seele aus Yanam aufgab und mein verschwiegener Hadschib mir unter mein Kopfkissen legte. Ich musste sie wiedersehen!
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Kiyan grinst: Wie soll sie sonst eine solche Liebe beschreiben wie die zwischen Nadira und mir? Ich bin sehr glücklich, dass sie mir ihr Herz geschenkt hat und damit tausend Sonnenstrahlen durch meinen Körper schickt.
Baatar: Ach komm, in ihr stecken auch andere Gefühle! Diese Neugier, ein Geheimnis lüften zu müssen, kann ziemlich nervenaufreibend sein.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Baatar: Eine Teufelin steckt in der Dame und sie kann mir beinahe das Wasser reichen mit ihrem intriganten Gehabe. Wenn Du das Buch bis zum Ende liest, wirst Du wissen, dass sie Gift im Honig versteckt hat.
Kiyan reibt sich die Stirn: Endlich mal jemand, dem Du nicht gewachsen bist. Kerstin hat mich ganz schön in die Tinte geritten, aber immerhin versucht sie, es wiedergutzumachen. Wer Nadira für mich erfindet, dem breite ich den roten Teppich aus.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Kiyan zerknirscht: Ein wenig geschwindelt hat sie schon und das auch noch meinetwegen. Beim Herrn des Staubs! Das ist echt dumm gelaufen.
Baatar: Sag ich doch! Hättet ihr mal auf mich gehört!
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Baatar: Mein Konterfei hätte sich gut auf dem Umschlag gemacht samt Krone und Säbel, am besten in der großen Halle mit dem Gemälde meiner ersten Schlacht im Rücken und dem Thron, der in purem Gold glitzert.
Kiyan rümpft die Nase: Du siehst es ja selbst, liebe Claudia, mit sowas bin ich aufgewachsen? Ehrlich gesagt, das Cover wühlt mich total auf. Nadira in einem der Mondteiche, gefangen im Schilf. Die Nacht senkt sich herab und der Nebel, der vom Boden aufsteigt, verwandelt ihre Beine in Schuppen. Aufhören!
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Kiyan: „Versprochen ist versprochen 143“
Baatar:
‚Ich werde ihn finden und dann gebe ich ihm, was er verdient!‘
Danke für das Gespräch
Baatar: Ehre, wem Ehre gebührt. Dreh mir meine Worte aber nicht herum, ich habe ein Auge auf Dich.
Kiyan: Ich danke Dir, liebe Claudia.

Montag, 25. Mai 2026

[Protagonistensteckbrief] Mânil Sosteya aus der Reihe Mânil von Desiderius M. Rainbow

 

 

Protagonistensteckbrief
Mânil Sosteya

Ein verpeilter, renitenter Jungmagier, der sich mit seinen neuen Kräften herumschlägt und herauszufinden versucht, wer er ist und wo er hingehört ...

Alter:
17 Jahre (am Ende des ersten Teils)

Größe:
1,65m (am Ende des ersten Teils)

Augenfarbe:
Grün

Haarfarbe:
Schwarz

Geburtstag:
22.5.9957

Beruf:
Solekorak bei Suketo (Magie-Schüler)

Lieblingsmagie:
Verwandlungsmagie

Interessen:
Zeichnen, Gitarre spielen

Lieblingsfarbe:
Neongrün und generell knallige Farben

Er hasst:
Suketos Gewächshäuser, Geschichte, seinen Zauberstab und den Typen aus seinem Traum

Besonderheiten:
Gespaltene Persönlichkeit, sehr intuitiv, bisexuell, große Klappe und vielleicht ein bisschen masochistisch?

Sonntag, 24. Mai 2026

[Schnipseltime] Die magischen Tierretter - Ein neues Zuhause von Ines Gölß


 

1.      Sie pflückte die außergewöhnliche Post aus der Luft und besah sie sich von allen Seiten.

Sehr wichtig stand mit großen violetten Buchstaben auf dem goldenen Umschlag.

 

2.     »Na endlich«, meckerte er. »Was fällt Belli nur ein, mich zu verzaubern?« Empört und mit zitternden Schnurrhaaren blickte er in die Runde. Jetzt erst realisierte er, wo er war. Besser gesagt, wo er nicht war.

»Wo bin ich?«, piepste er.

 

3.     »Wow, das gibts ja nicht!«, rief Bella.

»Ja«, erwiderte ihre Mama. »Das hier ist ein magischer Ort. Ich liebe ihn.«

»Du bist öfter hier?«, fragte Bella. Ihre Mama nickte. »Ja, hier fühlt es sich ein bisschen wie Heimat an.« Tränen glitzerten in ihren Augenwinkeln.

 

4.     »Hoppla«, quiekte Bella und stolperte ein paar Schritte nach vorne. Dabei ließ sie Cookie auf den Boden fallen.

»He! Was soll denn das?«, fauchte er. »Dieser störrische Besen! Ich habe zu Bellissima gesagt, dass dieses Ding der letzte Mist ist. Aber sie wollte mir ja nicht glauben«, keifte Cookie. Er setzte sich und leckte sich beruhigend über sein Fell.

 

5.    
»Ach, Papperlahex«, winkte die Hexe ab. »Wir alle haben magische Fähigkeiten und wenn es nur ein Lächeln ist, das wir durch eine liebevolle Geste bei einem anderen bewirken.« Sie zwinkerte Bella zu.

 

6.     »Sie haben es dir gesagt?«, fragte Oma Belli verwundert. »Die Tiere können nicht reden.« Doch Bella hörte nicht hin, sie war viel zu beschäftigt mit dem Kraulen der Mähnen.

 

7.     Auf dem Rückweg kamen sie an der Tür vorbei, auf der das Schild: Eintritt verboten! zu lesen war. Sie stand einen Spalt breit offen und Bella warf einen Blick ins Zimmer. Es roch nach abgestandener Luft. Anscheinend war es eine Rumpelkammer. Warum darf man dann nicht eintreten?

 

8.    Sie kochte vor Wut. Cookie versteckte sich hinter Bella. Pecco wich ein paar Schritte zurück.

»Oh, wenn ich dieses schwarze Ungetüm erwische, drehe ich ihm höchstpersönlich den Hals um.«

»Aber Oma ...«

 

9.   »Achtung! Ich lande

»Ojemine«, jammerte Pecco, der hinter Bella saß.

»Na los, du schaffst das!«, feuerte Cookie sie an.

Sanft drückte Bella den Besenstiel in Richtung Erde, nur ein kleines bisschen zu viel. Die Hühner, die eben noch in aller Ruhe in der Erde gescharrt hatten, stoben gackernd auseinander.

 

10.  »Heiliger Elfengral«, gab Pecco von sich und schlug die Hände über dem Kopf zusammen.

»Jetzt müssen wir unseren Plan B durchführen. Wir haben keine Wahl«, bestimmte Bella.

11.  Mit viel Drängeln und Schubsen, schafften sie es, das Zauberpulver über sich zu streuen.

»Reisegut«, riefen sie alle gemeinsam. Doch nichts geschah. Die Sekunden fühlten sich wie zäher Kaugummi an. Verdutzt schauten sie sich an.

Samstag, 23. Mai 2026

[Autoreninterview] Alissa Sterne



Autoreninterview
Alissa Sterne

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Sehr gerne :)
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Geschrieben habe ich schon immer gerne. Eigentlich wollte ich Journalistin werden. Aber wie so oft im Leben kam es anders.
Mit meinem Debütroman habe ich während meiner zweiten Elternzeit im Sommer 2013 begonnen. Offensichtlich hatte ich zu viel Zeit. ;) Die Idee für "Fesselnde Entscheidung" schwirrte mir schon länger durch den Kopf, aber es war ein ganz besonderer Moment, als plötzlich die Sätze in meinem Kopf zu fließen begannen und ich sie unbedingt aufschreiben musste. Ich erinnere mich noch genau, wie ich meinen Laptop aufgeklappt habe und meinem Mann zurief: »Hey Schatz, ich schreibe ein Buch.« Er antwortete, als wäre es das Normalste auf der Welt: »Super, dann kann ich ja endlich mal alle meine Serien schauen.«
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher habe ich sieben Bücher geschrieben.
„Fesselnde Entscheidung 1 und 2“ fallen unter die Rubrik „Romantic Thrill“,
„Nacht im Herzen“, „Am liebsten lebenslänglich“ und „Der Milliardär kann mich mal“ würde ich bei Liebesromanen einsortieren und „Alle Farben des Lebens“ und „Im freien Fall zu dir“ unter Emotional Romance /Drama.
Meine Bücher in max. fünf Sätzen zu beschreiben fällt mir echt schwer, da mir immer der Klappentext im Kopf umherschwirrt. Aber ich probiere es gerne trotzdem:
„Fesselnde Entscheidung 1“ handelt von einer spannenden Entführung, widersprüchlichen Gefühlen und einer Liebe, die nicht sein darf.
In „Nacht im Herzen“ geht es um eine gemeinsame Nacht, die für zwei Menschen das komplette Leben verändert.
In „Am liebsten lebenslänglich“ muss sich die Protagonistin damit auseinander setzen, dass ich Verlobter kurz vor der Hochzeit wegen des Tatvorwurfs Vergewaltigung verhaftet wird.
Zu „Der Milliardär kann ich mal“ möchte ich eigentlich nur sagen, dass er alles andere als ein typischer Millionärsroman ist.
„Alle Farben des Meeres“ ist das Buch, an dem ich bisher am längsten und intensivsten gearbeitet habe. Ich erzähle dort in zwei Handlungssträngen die Geschichte zweier Lieben, die nicht unterschiedlicher sein könnten.
Und in meinem neuesten Buch „Im freien Fall zu dir“ wird die Protagonistin plötzlich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Dabei wird ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Tatsächlich habe ich viele Ideen im Kopf und war selbst gespannt, welche sich durchsetzt und zuerst aufgeschrieben werden will. Seit Kurzem bin ich wieder am Schreiben. :)
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Sehr gerne verbringe ich Zeit mit meinen Lieben, gehe spazieren und schreibe. Das Schreiben ist meine Art der Entspannung. Dabei vergesse ich meine ganz alltäglichen Sorgen und fiebere, leide und lache mit den den Figuren, die ich in meinen Geschichten erschaffe.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Meine Lesehighlights in den letzten Jahren waren »Die Nachtigall« von Kristin Hannah, »Eine Frage der Chemie« von Bonnie Garmus und »Unser Tag ist heute« von Virginie Grimaldi.
Sehr gerne lese ich auch Bücher von Ken Follett, Charlotte Link und Miriam Georg.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Meistens schreibe ich ganz bequem auf der Couch. Dass Notebook habe ich dabei auf einem Laptopkissen vor mir.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Neben meiner Arbeit würde ich mich als „Familienmanagerin“ beschreiben, d.h. einkaufen, kochen, Haushalt, „kümmern“. :)
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Tatsächlich bin ich eine Querbeetleserin und wähle meine Bücher stark nach meiner Stimmung aus. Manchmal muss es ein Thriller sein, manchmal ein Gesellschaftsroman. Horror lese ich allerdings nicht und Fantasy nur selten.
Beim Schreiben hingegen zieht es mich vor allem zu dramatischen Liebesromanen. Ich liebe Geschichten mit starken Emotionen und intensiven Beziehungen.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich liebe Zitate und habe tatsächlich viele Lieblingszitate, aber keines nach dem ich mein Leben strikt ausrichte. Oft begleitet mich einfach das Zitat, das gerade am besten zu meiner aktuellen Situation passt.
Ein einzelnes Zitat aus meinen Büchern auszuwählen, das meine Arbeit am besten beschreibt, fällt mir genauso schwer.
Aber vielleicht passt das hier aus „Alle Farben des Meeres“ ganz gut:
„Das Leben ist so wechselhaft wie das Farbenspiel des Meeres, mal strahlend blau, mal stürmisch grau, voller Möglichkeiten und nie vorhersehbar.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Island liebe ich. Die Insel ist einfach atemberaubend schön.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Konstruktive Kritik ist mir sehr wichtig. Sie hilft mir dabei, mich zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Destruktive Kritik hingegen versuche ich nicht zu nah an mich heranzulassen, auch wenn es mir nicht immer leichtfällt.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich schreibe, weil es mir Spaß macht und nicht, weil ich muss – ganz ohne Druck oder Vorgaben. Das ist für mich der riesengroße Vorteil, als Selfpublisher Bücher veröffentlichen zu dürfen. Ich genieße die vollkommene Freiheit und fühle mich niemanden verpflichtet, außer meinen lieben Leserinnen und Lesern, denen ich gerne eine fesselnde Lesezeit bescheren möchte.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Herzlichen Dank fürs Lesen des Interviews. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich den einen oder die andere neugierig auf eines meiner Bücher machen konnte.
Ein herzlicher Dank geht außerdem an dich, liebe Claudia, für das schöne Interview und die Mühe, die du dir machst.

Freitag, 22. Mai 2026

[Schnipseltime] Emil und der Alkoholiker von Rita Maffini


 

Leseprobe

 

 

Teil 1

Heute und damals

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich taumle durch den Nebel,

kein Lichtblick ist zu sehen.

Ich hebe die Füße vergeblich

so kann’s nicht weitergehen.



 

Kapitel 1

 

 

Tim schnauft.

            Die düsteren Gedanken und Erinnerungen sind wieder da, wie ein Rudel hungriger Wölfe, das sich Nacht für Nacht in sein Bewusstsein frisst.

            Dreißig Jahre sind vergangen, doch der Albtraum hält ihn eisern gefangen. Kaum erwacht, tanzen die grausamen Bilder seiner Kindheit vor seinen Augen, besonders jener verfluchte Tag, an dem er zehn wurde.

 

Ein lautes Klopfen an der Tür verscheucht die Gespenster der Vergangenheit. Schwankend erhebt er sich und stolpert über eine der zahllosen leeren Flaschen, die wie stumme Zeugen seines Verfalls auf dem Boden verstreut liegen. Er schleppt sich zur Tür und öffnet diese schwer atmend.

            Peter und Harry stehen in bester Laune mit einer Sektflasche in der Hand vor ihm. Die beiden drängen sich in den Raum.

»Happy Birthday, altes Haus! Hast aber lange gebraucht, um zur Tür zu kommen«, schreit Peter und drückt Tim an sich. Anschließend klopft ihm Harry auf den Rücken.

            »Hab geschlafen. Heute Morgen kam Schorschi vorbei und hat mich zum Malochen abgeholt. Musste stundenlang Zementsäcke und Steine schleppen. Ihr wisst doch, der baut gerade zwei Straßen weiter das gelbe Hochhaus. Der Innenausbau ist gerade dran. Es war zwar saukalt, aber die haben trotzdem rangeklotzt.«

            »Na, das ist geil, dann hast du bestimmt Kohle, um uns einen auszugeben«, höhnt Peter und entblößt ein Grinsen, das dank seiner gelben Zahnstümpfe grässlich wirkt.

            »Klar doch«, entgegnet Tim gut gelaunt.

Harry entkorkt die Flasche, die er in den Händen hält, mit den Worten: »Trink erst mal einen Schluck, Kumpel. Vierzig wird man nicht jeden Tag.«

            Tim lässt es sich nicht zweimal sagen, setzt die Flasche an den Mund und leert sie unter mehrmaligem Rülpsen bis zur Hälfte. Anschließend wischt er sich mit dem Ärmel über den Mund und reicht sie weiter. Die Freunde trinken abwechselnd den Rest.

            »Habe ich einen Kohldampf!« Tim öffnet den Kühlschrank. Ein übler Geruch und gähnende Leere begrüßen ihn. »Verdammt, ich muss unbedingt was einkaufen.«

            »Brauchst du nicht. Wir besorgen uns einen Döner und dann ab zu Hansi. Was hältst du davon?«, ruft Peter ihm lachend zu.

            »Gute Idee, so machen wir’s. Wartet mal, ich ziehe mir was über.« Tim durchsucht den Kleiderberg, der sich auf dem Stuhl im Zimmer türmt. Nur schmutzige Fetzen, die nach Rauch und Schweiß riechen.

            Zornig greift er nach dem erstbesten Pullover und zieht ihn an. Er nimmt noch seine Jacke, die schon bessere Zeiten gesehen hat, zuckt mit den Schultern und wendet sich seinen Freunden zu. »Lasst uns gehen.«

Auf dem Weg zur Kneipe Bei Hansi essen die drei einen Riesendöner. Anschließend kauft Harry noch Mandarinen bei einem Straßenhändler.

            Mit einem lauten »Hallo, Kumpel« wird Tim von den drei anwesenden Kneipengästen begrüßt. Alle scharen sich um den Jubilar, klatschen in die Hände, lachen aus voller Kehle und singen ein Ständchen. »Hoch sollst du leben! Hör mal, Buddy, die Luft ist hier doch ziemlich trocken, findest du nicht?«

            Tim versteht den Wink mit dem Zaunpfahl. Mit seinem Geld kann er sich erst einmal spendabel zeigen. »Hey, Hansi, ΄ne Runde Bier für alle, für dich auch, Mann«, schreit er Richtung Theke.

            Hurra-Rufe schallen durch den Raum.

Die Biergläser klirren laut, als sie kräftig aneinandergestoßen werden, und sind im Nu geleert. Tim genießt es in vollen Zügen, der King des Abends zu sein. Er fühlt sich für einen Moment, als hätte das Leben ihm doch noch etwas zu bieten. Der eine oder andere krakeelt von Zeit zu Zeit ein Lied und alle singen grölend mit.

Tim hat die Idee, die Mandarinen zu essen und mit den Kernen einen Spuckwettbewerb zu veranstalten. Die Anwesenden sind sofort begeistert. Ein lautes Lachen, ein paar Rufe, und nach lebhaften Diskussionen steht der Plan.

Mit einer Kreide wird eine Linie auf dem Boden gezogen. Die Früchte werden geschält. Ihr süßer Duft liegt in der Luft und vermischt sich mit dem Geruch nach Bier und Schweiß.

Einer nach dem anderen legt ein Stück Mandarine in den Mund, kaut, und spuckt schließlich die Kerne aus.

Alle beugen sich nach vorn, um zu sehen, wie weit sie geflogen sind. An der Stelle, wo der letzte Kern liegen bleibt, zieht jemand mit der Kreide einen Kreis und schreibt den Namen des Werfers hinein. So entsteht nach und nach ein kleines Muster aus weißen Ringen.

Nach ein paar Runden wird der Ehrgeiz größer. Jeder will weiter spucken als der andere. Bald fliegen nicht nur Kerne, sondern auch Witze, Sprüche und Schalenstücke durch die Luft. Der Boden ist übersät mit Schalen, Kreidestrichen und kleinen glänzenden Punkten, ein wildes Durcheinander. Tim muss sich den Bauch vor Lachen halten.

Was für eine Gaudi. Die Grölerei wird immer durchdringender, der Lärm ohrenbetäubender, die Stimmung bombiger. Die Wände der alten Kaschemme scheinen zu beben.

Am Ende ist Harry der Sieger. Er wird von allen mit tollen Sprüchen und Gratulationen überhäuft. Danach wird weiter getrunken und gelacht, bis sich nach und nach die Gäste verabschieden.

            Gegen Mitternacht sind nur noch Tim, Peter und Harry übrig. Harry betrachtet wenig begeistert die Gläser auf dem Tisch. »Mist, die sind alle leer.«

            Tim steht auf, die anderen zwei bleiben sitzen und stampfen ungeduldig und kräftig mit den Füßen. Er schwankt zur Theke. »Hansi, noch drei Bier und drei Kurze, wenn ich bitten darf.«

            Hansi blinzelt hinter schmierigen Brillengläsern, reibt sich den Schnurrbart mit dem Zeigefinger. »Hast du überhaupt noch Geld?«

            Tim legt den Inhalt seiner Taschen auf die Theke. »Achtzehn Euro fünfzig.«

            Hansi entblößt sein lückenhaftes Gebiss und lächelt schief. »Reicht gerade so! Danach haut ihr aber ab.«

            »Hui, hui, Hansi, so gute Gäste wie uns behandelt man freundlicher«, kontert Tim lallend und schlägt kräftig mit der Faust auf das Thekenholz.

            »Egal, wenn ihr nicht mehr zahlen könnt, verdünnisiert ihr euch. Kredit gebe ich nicht mehr.«

            Tim kann nur noch mühsam zwei Gläser halten. Mit einem Bierglas in der rechten und einem Schnapsglas in der linken Hand wankt er dreimal von der Theke zum Tisch hin und her. Er konzentriert sich angestrengt, um nichts zu verschütten. Schließlich schafft er es, die Gläser abzustellen, ohne dass ein Tropfen daneben geht.

            »Uhhh, Tim der Akrobat, bravo, bravo.« Seine Saufkumpane spenden ihm stürmischen Applaus.

            Auf Tims Stirn glänzen Schweißperlen, sein ganzer Körper zittert vor Anstrengung. Mit einem Seufzer der Erleichterung – stolz wie Bolle – setzt er sich wieder. Plötzlich kippt der wackelige Stuhl nach hinten und Tim knallt auf den Boden. Er bleibt liegen und reibt sich den Rücken.

            Harry und Peter kichern, eilen sofort zu Hilfe. Beim Versuch, ihn hochzuhieven, verlieren auch sie den Halt und schon liegen alle drei auf dem dreckigen Kneipenboden, lachen und johlen aus vollem Hals.

            Peter schafft es gerade noch, sich auf die Knie zu stemmen. Mit seinen Händen umfasst er die Arme seiner Kumpel, die immer noch liegen, und versucht, sie hochzuziehen, fällt aber selbst wieder um. Das Gelächter wird noch lauter. Erst als Hans eingreift, schaffen sie es endlich, wieder aufzustehen.

            »Hansi, verdammt nochmal, besorge neue Stühle. Die sind ja alle im Eimer«, schreit Tim ihn an.

            Hansi läuft rot an. »So, Leute, wer hier im Eimer ist, das seid ihr! Trinkt jetzt aus und hinterher haut ab, Feierabend!«

            Irgendwann am frühen Morgen steht Tim mit schlotternden Beinen vor der Tür seiner Bleibe. Die Welt um ihn herum dreht sich sehr schnell, er muss sich mit einer Hand an der Wand abstützen. Mit der anderen sucht er in all seinen Taschen nach dem Schlüssel. Er findet ihn nicht, also stemmt er sich gegen die Tür, die sofort aufgeht. Es ist ihm völlig egal, nicht mehr richtig absperren zu können, es ist eh nichts bei ihm zu holen.