Dienstag, 4. August 2026

[Schnipseltime] Besuch von Felinea Prime von Luzi Morgenstern


 

Schnipsel aus „Besuch von Felinea Prime“

»Die höchstentwickelte, dominante Art nennt sich Mensch. Sie vernichtet aber viele der anderen Lebewesen und ihrer Lebensräume. Wenn sie mit der Zerstörung in diesem Tempo weitermacht, wird Terra in wenigen Jahren bis Jahrzehnten der ansässigen Zeitrechnung unbewohnbar werden …« 

Das Lächeln fiel aus Clawdens Gesicht wie ein nasser Lappen. 

Mensch. 

Wie das in seinen Ohren schon klang. 

~*~*~*~

Clawden konnte ein abfälliges Grinsen kaum unterdrücken. So ein lächerlicher, unwürdiger Name. Minka. Pff.

»Komm mit, ich zeige dir alles.«

Er führte Minka zuerst zum Ausstatter, der ihr im Handumdrehen mithilfe des Quantenfabrikators passende Kleidung fertigte. Immerhin konnte er seinen Gast doch nicht nackt herumlaufen lassen. Da sie Schwierigkeiten damit hatte, auf ihren Hinterbeinen zu gehen, bekam sie außerdem einen Rollator. Weiter ging es kreuz und quer durch das

Raumschiff, zu den Quartieren der Besatzungsmitglieder, in den Trainingsraum, zum

Speisesaal – er demonstrierte dort sogleich, dass man das Wunschessen einfach per Knopfdruck bestellen konnte, ohne dass ein anderes Lebewesen dafür sterben musste. Wie das zivilisierte Gesellschaften eben so machten. Rein mittels ihrer ausgefeilten Quantentechnologie wurde das gewünschte Produkt erschaffen. Minka kam aus

dem Staunen gar nicht mehr heraus, das konnte er ihr deutlich ansehen. Von welch alltäglichen, belanglosen Dingen sie fasziniert war, war beinahe schon … niedlich.

Clawden schüttelte sich.

Quatsch. Natürlich nicht niedlich, sondern bedauernswert!

~*~*~*~

Auf der Brücke – dies schien etwas ähnliches zu sein wie ein Wohnzimmer, es gab einen riesigen Fernseher – erzählte der Kapitän von seinem Heimatplaneten.

»Unsere Planeten sind einander gar nicht so unähnlich.« Clawden machte mit seiner Pfote eine wischende Bewegung zu einer roten Katze, die daraufhin auf ihrem Tisch herumtapste.

 ~*~*~*~

 »Und wenn ihr wollt, nehmen wir euch Katzen dorthin mit.«

»Was passiert dann mit meinen Menschen? Die beiden können ohne meine Schwester und mich unmöglich auf sich aufpassen.«

»Mach dir keine Sorgen, die Menschen werden wir alle vernichten.«

 ~*~*~*~

 »Wenn du sie kennenlernen würdest, würdest du es verstehen!«, fauchte Minka. 

Da hielt der Kapitän inne und murmelte: »… die Menschen kennenlernen …«

»Weißt du was, ich nehme dich mit! Lerne meine beiden Menschen kennen und du wirst schon sehen!«

 ~*~*~*~

 Clawden schnaubte. Natürlich dachte dieses naive Ding so.

»Außerdem sollte doch jeder das machen können, was einen glücklich macht«, fügte sie hinzu.

Glücklich? Clawden musste sich beherrschen, nicht noch einmal zu schnauben oder seine Augen zu verdrehen. Glück, klar. In einer Gesellschaft, die von Macht und Ansehen getrieben war, hatte glücklich sein keinen Platz.

 ~*~*~*~

 War es Ben oder Noah? Clawden war sich immer noch nicht sicher. Einer hatte etwas längere, wuschelige Haare, der andere einen Kurzhaarschnitt. Aber welcher war wer? Es interessierte Clawden allerdings auch nicht sonderlich, daher gab er sich keine Mühe, sie genauer zu studieren. Er war nur daran interessiert, wie sie Minka und Coco behandelten und da war es einerlei, ob es sich um den einen oder den anderen handelte. Menschen waren doch alle gleich.

[Coverinterview] Besuch von Felinea Prime von Luzi Morgenstern


 
Coverinterview
„Besuch von Felinea Prime“

Heute habe ich Luzi Morgenstern zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.

Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Zuerst kam der Titel, der stand sehr bald im Laufe des Schreibprozesses fest. Das Cover habe ich erst kurz vor der Veröffentlichung gestaltet.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?
Eher eine vage Idee, die sich dann im Laufe des Erstellungsprozesses zu einem Gesamtbild zusammengefügt hat. Die Katze im Weltraumanzug stand aber sehr bald fest.
Welche Bedeutung haben für dich die Stadt, der Sternenhimmel, die Katze und der Weltraumanzug?
Der Sternenhimmel war mir wichtig, um das Weltall zu symbolisieren. Außerdem kommt der Alienbesuch das erste Mal des Nachts. Die Katze im Weltraumanzug steht für Captain Clawden. Obwohl er in der Kurzgeschichte genau genommen keinen trägt, aber so wollte ich symbolisieren, dass er der Weltraumreisende ist. Ganz klein versteckt am Cover ist übrigens auch das Liebespaar Ben und Noah – wer findet es? 😊
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Ich wollte, dass man auf den ersten Blick erkennt, dass es eine Science Fiction Geschichte mit Katzen ist und hoffe, dass mir das gelungen ist.
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt?
Hier eine Lieblingsszene:
Clawden konnte ein abfälliges Grinsen kaum unterdrücken. So ein lächerlicher, unwürdiger Name. Minka. Pff.
»Komm mit, ich zeige dir alles.«
Er führte Minka zuerst zum Ausstatter, der ihr im Handumdrehen mithilfe des Quantenfabrikators passende Kleidung fertigte. Immerhin konnte er seinen Gast doch nicht nackt herumlaufen lassen. Da sie Schwierigkeiten damit hatte, auf ihren Hinterbeinen zu gehen, bekam sie außerdem einen Rollator. Weiter ging es kreuz und quer durch das Raumschiff, zu den Quartieren der Besatzungsmitglieder, in den Trainingsraum, zum Speisesaal – er demonstrierte dort sogleich, dass man das Wunschessen einfach per Knopfdruck bestellen konnte, ohne dass ein anderes Lebewesen dafür sterben musste. Wie das zivilisierte Gesellschaften eben so machten. Rein mittels ihrer ausgefeilten Quantentechnologie wurde das gewünschte Produkt erschaffen. Minka kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, das konnte er ihr deutlich ansehen. Von welch alltäglichen, belanglosen Dingen sie fasziniert war, war beinahe schon … niedlich.
Clawden schüttelte sich.
Quatsch. Natürlich nicht niedlich, sondern bedauernswert!

Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?

Ich habe Stunden damit verbracht, es so hinzubekommen, wie ist es. In Summe bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. Perfekt ist es nicht, aber ich mag es sehr gerne.
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊

Montag, 3. August 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Besuch von Felinea Prime von Luzi Morgenstern


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Minka und Captain Clawden aus „Besuch von Felinea Prime“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Mika: sehr gerne!
Clawden: *grummelt etwas unverständliches*
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Minka: Also! Ich lebe mit meiner Schwester Coco gemeinsam bei unseren Menschen Ben und Noah. In unserer Wohnung fehlt es uns an nichts und wir werden ordentlich verwöhnt. Weißt du, geboren wurden wir auf der Straße und …
Clawden: *wirft Minka einen vielsagenden Blick zu*
Minka: Ich glaube, ich rede zu viel.
Clawden: *räuspert sich* Ich bin Captain Clawden und kommandiere die Purriosity, ein Aufklärungs- und Forschungsschiff auf der Suche nach H2O.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Minka: Das Buch beschreibt, wir Clawden und ich uns kennen lernen. Naja, das ist vielleicht nicht ganz richtig gesagt. Er entführt mich nämlich.
Clawden: *räuspert sich erneut* Wir wollten die uns so ähnliche Lebensform der Katzen näher kennenlernen.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Beide, synchoron: Oh ja!
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Minka: Mir hat besonders gut gefallen, als Clawden mir das Raumschiff gezeigt hat. Und dann, als…
Clawden, unterbricht Minka: Captain Clawden, bitte. Und verrate nicht zu viel, es ist eine Kurzgeschichte.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Minka: Also, ich …
Clawden, drängt sich vor: Ähem. Luzi hegt großes Interesse für das Weltall und Astronomie. Aber auch Science Fiction wie Star Wars und Star Trek lässt das Herz höher schlagen. Von den Charakteren, nun, wir könnten nicht unterschiedlicher sein. Minka ist naiv und einfältig…
Minka: hey!
Clawden: Ich hingegen handle wohlüberlegt und reflektiert.
Minka: Natürlich. Ich habe die Armlehne deines Chefsessels gesehen.
Clawden: Das ist ein Kommandositz.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Minka: Toll!!
Clawden: Etwas zu perfektionistisch. Sollte mal das Pareto-Prinzip nachschlagen. Es ist doch normal, dass ein Buch nicht zu hundert Prozent perfekt ist. Sogar in große Verlagsbücher schleicht sich manch ein Tippfehler ein. Aber das Herz und die Leidenschaft stimmen schon so.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Minka: Also, hmm… ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Was soll dieses Felidingsda sein?
Clawden: Das ist mein Heimatplanet. Wir gehören zwar der Großen Allianz an, aber meine Crew und ich stammen von Felinea Prime. Der Titel stand recht bald fest, ist auch naheliegend gewesen. Nicht sehr kreativ, wenn du mich fragst.
Minka: Sei doch nicht immer so kritisch und negativ, Clawden.
Clawden: Captain Clawden.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Minka: Ich LIEBE es!
Clawden: Nun … also, man sieht schon, dass Luzi es selbst gemacht hat. Natürlich steckt da viel Zeit und Liebe drin und so weiter. Aber du weißt schon, was ich meine. Aber trashig passt doch auch Science Fiction. Kann man sich zumindest einreden.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Minka: oooh, da gibt es viele! Puh, wie soll ich mich da nur entscheiden … hmm … gut, ich nehme das da:
»Na, bist du wach, Minka?«, hörte sie die Stimme von Ben. Sie blinzelte ihn an und miaute zur Begrüßung.
»Wie, du bist schon wieder hungrig?«
Er konnte Gedanken lesen! Minka sprang mit einer eleganten Bewegung aus dem Karton.
Clawden: Was soll denn das für ein Lieblingszitat sein?
Minka: Na, weil Ben, einer meiner beiden Herzensmenschen …
Clawden, unterbricht Minka: Ich nehme das hier:
Sternzeit 384.67
Kurs 453.009x -32.123y 1.023z
Ein blauer Punkt erschien auf dem Sichtfenster, rundum nur das tiefste Schwarz des unendlichen Weltalls, durchbrochen vom Funkeln der Sterne, die Lichtjahre entfernt ihre Geheimnisse hüteten.
Minka: Was soll denn das für ein Zitat sein? Das ist einfach nur der erste Satz.
Clawden: Ich bin eben pragmatisch.
Minka: Was heißt pragma..hä?
Clawden, schüttelt den Kopf: Vergiss es. Dann nehme ich eben:
»Die höchstentwickelte, dominante Art nennt sich Mensch. Sie vernichtet aber viele der anderen Lebewesen und ihrer Lebensräume. Wenn sie mit der Zerstörung in diesem Tempo weitermacht, wird Terra in wenigen Jahren bis Jahrzehnten der ansässigen Zeitrechnung unbewohnbar werden …«
Das Lächeln fiel aus Clawdens Gesicht wie ein nasser Lappen.
Mensch.
Wie das in seinen Ohren schon klang.
Minka: Das ist aber nicht sehr nett.
Danke für das Gespräch
Minka: sehr gerne!
Clawden rollt die Augen und grummelt etwas, das sich verdächtig nach „so eine Zeitverschwendung“ anhört.

[Autoreninterview] Luzi Morgenstern


Autoreninterview
Luzi Morgenstern

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Gerne. Ich wohne in Graz mit meinem Mann, unseren zwei Kindern und drei Katzen. Tagsüber bin ich Lehrer, aber des Nachts erwacht mein Autoren-Ich. In meinen Geschichten tauche ich in fremde Welten ab, lerne neue Charaktere kennen und entdecke dabei gleichzeitig mich selbst.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Bereits in meiner Jugend habe ich gerne Geschichten geschrieben (damals noch fanfictions), dann lange Zeit nicht. Über eine Dungeons & Dragons Runde bin ich schließlich vor ein paar Jahren wieder aufs Schreiben gekommen und habe dabei gemerkt, wie sehr ich es liebe.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Neben einigen Anthologie-Beiträgen gibt es von mir bis jetzt folgende Kurzgeschichten:
20 Schicksale – 1 Kuss: Die Liebe ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Das Buch erzählt kurze Schnipsel von Begegnungen: erste, letzte, hoffnungsvolle, traurige. All diese queeren Liebesgeschichten verbindet ein Kuss.
Mord in der Murstadt: Begleite einen Ermittler, dessen Privatleben deutlich besser laufen könnte, auf den Abgründen menschlichen Daseins.
Besuch von Felinea Prime: Alieninvasion, aber mit Katzen, die die Erde zerstören wollen. Kann die irdische Katze Minka die Alienkatzen überzeugen, die Erde zu verschonen?
Verbotene Liebe – Im Antlitz des Feindes: Zwischen Krieg und Verrat erblüht eine Liebe, die nicht existieren darf. Können Yinwarin und Fortis gegen den Hass ihrer Welten bestehen? Oder wird ihre verbotene Liebe sie beide ins Verderben stürzen?
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Derzeit finalisiere ich meine erste Veröffentlichung in Romanlänge: Schattenrabe, eine vampirische achillean Romantasy. ET 18.9.
Außerdem überarbeite ich „20 Schicksale – 1 Kuss“ und „Mord in der Murstadt“, da wird es bald neue Versionen geben!
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Natürlich schreiben, aber ich lese auch sehr gerne. Etwa 3x die Woche findet man mich außerdem im Gym.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Da gibt es viele. Am liebsten lese ich queere Romance und Fantasy, aber es darf auch gerne mal was anderes sein. Das letzte großartige Leseerlebnis hatte ich mit „Firewatch“ von Colin Hadler.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Meistens sitze ich einfach mit dem Laptop auf der Couch – was aber nie fehlen darf, ist die Tasse Kaffee. Egal zu welcher Uhrzeit 😊
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ein normaler Tag sieht bei mir so aus: Vormittags bespaße ich fremde Kinder, nachmittags und abends bespaße ich meine eigenen Kinder. Spät Abends kommt es darauf an: Unterricht vorbereiten/nachbereiten oder schreiben oder lesen/fernsehen/Gym. Mein idealer Tag bräuchte definitiv mehr als 24 Stunden …
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beides das gleiche: Queere Romance und Fantasy. Manchmal mache ich auch Ausflüge in andere Genres, sowohl beim Lesen als auch Schreiben.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern etwas zu tun trotz der Angst.
- das Zitat gefällt mir sehr gut, und ich versuche danach zu leben, auch wenn es mir nicht immer so gelingt, wie ich mir das wünsche. Das Zitat habe ich auch in einem Manuskript drin 😊
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Tatsächlich, ja! Japan. Seit meiner Jugend träume ich davon, mal dorthin zu fahren. Seit damals bin ich großer Anime/Manga-Fan, mich fasziniert die Kultur, die Technologie, die Leute, ihr Leben. Noch ist dieser Traum aber nicht in Erfüllung gegangen…
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich mit konstruktiver Kritik durchaus umgehen kann. Sie hilft mir weiter, mich zu verbessern und an mir und meinen Skills zu arbeiten.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Im Gegensatz zu Veröffentlichungen bei einem Verlag kann ich alles selbst entscheiden: Angefangen von Cover und Buchsatz bis hin zum Veröffentlichungsdatum. Ich schätze diese Freiheiten sehr.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Seid offen für neues und gebt auch „kleinen“ Selfpublishern eine Chance 😊

Freitag, 31. Juli 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Kill my Pain - Dunkle Seelenverwandte von Ivy Lang


 

Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Ivy ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Kill my Pain – dunkle Seelenverwandte“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. Doch da kommt die Autorin wieder in den Raum und setzt sich zu uns.

Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Buch: Klar, gerne. Legen wir los.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Buch: Endlich darf ich auch mal zu Wort kommen. Ivy hat Euch ja schon viel erzählt.
Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Buch: Ich entstand aus einer eigentlich viel düsteren Idee – einer sehr toxischen Geschichte, die Ivy mal ausprobieren wollte. Aber sie hat sich dann dazu entschlossen, nicht dem Trend zu folgen und die Romance immer krasser zu erzählen. In mir begegnen sich zwei völlig unterschiedliche Menschen auf Augenhöhe. Die Protagonistin Sophie ist eine Frau des Gesetzes, die durch den Mord an ihrem Vater komplett aus der Bahn geworfen wird. Sie lässt sich mit einem kriminellen Mann fürs Grobe (Cent) ein, um den Mörder zu finden, weil sie sich rächen will. Diese dunkle Seite an ihr bricht hervor, während der Cent ihr irgendwann einfach nur helfen will. Sie sind wirklich „dunkle Seelenverwandte“.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihm leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Autorin genau so?
Buch: Ivy schreibt am liebsten Dialoge, glaube ich. Kommt von Drehbuch schreiben, was sie früher gemacht hat. Sie schreibt schon gerne düstere Settings. Am schwierigsten waren wohl die Kampfszenen.
Ivy: Oh, ja. Dazu habe ich mir sogar Fachliteratur besorgt. (Ich empfehle hier „Fight.Write.“ von Karla Hoch). Abgesehen davon gibt es eigentlich keine Situation, bei der besondere Schwierigkeiten habe beim Schreiben. Wenn ich mal im Flow bin, dann geht es einfach. In diesem Roman allerdings hatte ich ein Problem. Die Protagonisten reden nicht viel bzw. teilen sich viel mit Blicken und non-verbalen Ausdrücken mit. Das war im Lektorat die Hölle, die ganzen Wortwiederholungen wie „schaute“, „blickte“, „Augen“ etc. auszumerzen.
Buch: Stimmt. Das war ein ganz schöner Krampf.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Buch: Meine Lieblingsstelle ist Sophies und Cents erste Begegnung. Sie hält ihn zunächst für den Mörder und vereinbart ein Treffen unter dem Vorwand, ihm einen Auftrag geben zu wollen. Sie treffen sich spät abends in einer Kirche, die wegen Renovierungen gerade geschlossen ist. Sophie hat irgendwie einen Plan, der praktisch voll in Hose geht, sie konfrontiert ihn, aber Cent lässt sie gehen. Er ist gar nicht der Mörder ihres Vaters und auch nicht so bösartig, dass er ihr etwas antun würde. Diese Erkenntnis verstört Sophie erst einmal total. Ein super Auftakt für das, was noch folgt – sie wird Cent noch ganz anders kennenlernen.
Ivy: Ich mag die Szene auch sehr. Meine persönliche Lieblingsszene ist aber eine andere – eine, die gar nicht so wichtig erscheint. Als Sophie mit Cent die Beweise, die sie gesammelt haben, bespricht und er ihr sagt, dass es allein ihre Entscheidung ist, was sie damit macht. Er sagt ihr klar, was es für Konsequenzen haben wird, wenn sie alles an die Polizei gibt. Später sagt er ihr auch, was es bedeutet, Rache zu üben. Doch er hält sie nie von irgendwas ab. Er ist für sie da, aber lässt sie ihre Entscheidungen treffen.
Weißt du wie viel Ivy tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Buch: Sophie trägt sehr viel von Ivys Perfektionismus in sich. Dieses niemals wirkliche Zufriedensein.
Ivy: Ja, das stimmt schon. Nur ist es bei Sophie noch viel ausgeprägter, fast schon auf die Spitze getrieben.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Buch: Sophie ist – wie gesagt – sehr perfektionistisch und ehrgeizig. Sie wirkt auch immer super kontrolliert.
Ivy: Eine Leserin hat mir mal gesagt, Sophie würde zum Lachen in den Keller gehen. Das passt sehr gut. Auf der anderen Seite, macht sie ja auch ganz schön was mit.
Buch: Cent liebe ich über alles. Er ist so cool, obwohl er so unnahbar rüberkommt. Sein düsterer Aufzug, ein manly man durch und durch. Er ist so verschlossen, weil er sich aufgrund seiner Vergangenheit als „menschliches Recyclingmaterial“ ansieht. Deshalb arbeitet er allein und möchte sich nicht zu sehr auf zwischenmenschliches einlassen.
Ivy: Ich habe auch einen Crush auf Cent, aber das muss so sein, sonst hätte ich ihn nicht so gut schreiben können. Er verbirgt tiefe Emotionen in sich, aber er tut immer das Richtige.
Buch: Mein liebster Nebencharakter ist Meister Xue. Ich meine, hallo? Ein Kung-Fu-Meister, der Sophie trainiert hat und irgendwie zum Ersatzvater für sie wird.
Ivy: Es mir sehr viel Spaß gemacht, Meister Xue zu schreiben. Er ist immer so ruhig und ganz bei sich, auch weise auf seine Art. Er leitet Sophie immer noch an, obwohl er sie nicht mehr trainiert, zeigt ihr den Weg.
Buch: Sophies Mutter, obwohl sie nur ganz kurz vorkommt, ist auch herrlich. Eine Matrone! Aber, Spaß beiseite: Andy ist ein Schatz, oder?
Ivy: Andy ist eine der Leibwächter von Sophies Vater. Sie und Sophie hatten mal was miteinander. Wahrscheinlich fühlt sich Andy deshalb noch ein bisschen verantwortlich für Sophie, bzw. macht sich Sorgen, als sie von den Racheplänen erfährt.
Buch: Ohne zu viel zu spoilern – ich muss gestehen, ich bin ein bisschen verschossen in Brendan, den anderen Leibwächter von Sophies Vater. Wir sehen ihn ja kämpfen und – meine Güte! – da steigt mein Puls.
Ivy: Ich gestehe offen und gerne, dass ich so einen Bodyguard auch manchmal gerne hätte. Aber… na ja… vielleicht nicht gerade Brendan. Was ist denn eigentlich mit Grace?
Buch: Grace ist toll. Sie hat einen tollen Arc für eine Nebenfigur. Drogenabhängig und ziemlich fertig zu Beginn und dann bessert sich alles für sie. Bei Sophie löst sie zuerst Verurteilung und später Mitleid aus, aber sie zeigt ihr, dass Wunden heilen können.
Ivy: Genau. Sophie sieht, wenn Grace es schafft, dann schafft sie es auch.
Buch: Halt! Wir haben den wichtigsten Nebencharakter vergessen! Mr. Jones, den Kater.
Ivy: Der Streuner, den Cent in seine Obhut nimmt. Ja, er ist tatsächlich nicht ganz unwichtig. Er zeigt, dass Cent ein Herz hat, sorgt ein bisschen für Comic Relief und maunzt im richtigen Moment.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Buch: Frag mich nicht! Ich bin da raus.
Ivy: Ich bin so schlecht im Finden von Titel. Für mich war es einfach ewig lange einfach „Projekt Cent“. Ich habe irgendwann ein paar Ideen für mögliche Titel an den Verlag gesendet und mir gedacht „Die finden schon einen, der passt“. Sie haben tatsächlich den gewählt, den ich als erstes aufgeschrieben habe. Und er passt wirklich perfekt.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Buch + Ivy: Wir lieben es!
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Buch: „Sie schienen sich gegenseitig auf dem tiefen, dunklen Grund der Seele des anderen einzunisten und die Dunkelheit dort nicht zu fürchten, sondern sie sogar willkommen zu heißen.“ – Das beschreibt die Gefühle zwischen Sophie und Cent einfach so treffend. Sie lernen sich von der dunklen Seite her kennen, aber genau das schweißt sie zusammen.
Ivy: Ja, das ist auch mein Lieblingszitat.
Obwohl es selbst in Autorenkreisen nicht üblich ist, dass das Buch antwortet, bedanke ich mich bei dem Buch: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«
Buch: Danke ebenfalls, dass ich mal zu Wort kommen durfte, auch wenn es ungewohnt ist, so über mich zu plaudern.
Dann wende ich mich der Autorin zu. »Danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir und das tolle Interview.«
Ivy: Vielen, lieben Dank für Deine Zeit und Aufmerksamkeit.

[Autoreninterview] Ivy Lang


Autoreninterview
Ivy Lang

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Vielen Dank, dass ich hier sein darf. Ich bin Ivy, Autorin, Geschichtenerzählerin. 2017 habe ich meinen ersten Roman veröffentlicht. Eigentlich komme ich hauptberuflich aus der Medienbranche, habe zuerst in der Film- und Fernsehproduktion gearbeitet. Die letzten 16 Jahre war ich als Beraterin in einer Mediaagentur und nun orientiere ich mich gerade etwas um. Meine Freizeit verbringe ich (abgesehen vom Schreiben und Lesen) mit Zocken, Sport und meinen beiden Männern – meinem Mann und meinem Sohn.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich gehöre zu denen, die das gar nicht so genau sagen können, weil ich schon immer – also, wirklich seit der Grundschule/ seitdem ich schreiben kann – Geschichten schreibe. Die erste Geschichte, die ich auch anderen vorgelesen habe, war „Tapsi, der Tausendfüßler“ – eine Serie keine Episoden um einen kleinen Tausendfüßler, der viel Neues lernen muss. Ich habe nie damit aufgehört, zum Spaß zu schreiben, weil es für mich ähnlich ist wie für andere Leute das Gucken von Serien oder Lesen – Entspannung und auch Eskapismus. Während meines Studiums dann wurden die Geschichten tiefer und umfangreicher. Aus dieser Zeit stammen die meisten meiner Konzepte. Einige davon habe ich bis heute als Romane umgesetzt und drei davon veröffentlicht.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Mein erster erschienener Roman „Teufelswetter – Eine Gesichte über Liebe, Sturm und Verbrechen“ ist ein romantischer Mystery-Thriller, in dem der Teufel selbst eine Hauptrolle hat. Coole Erzengel kommen auch drin vor und eine Protagonistin, die ihren Weg finden muss und dabei in große Gefahr gerät.
„Lovers, Sharks & Lions – Trotzdem Liebe“ ist mein zweiter Roman, eine Romantic Suspense mit Mafia-Thematik. Die Protagonistin gerät an die Mafia, weil ihr Bruder dort Schulden hat. Sie ist gezwungen, mit dem Neffen des Capo zusammenzuarbeiten und es entwickeln sich Gefühle zwischen ihnen.
Mein aktueller Roman „Kill My Pain – Dunkle Seelenverwandte“ ist eine Dark Romance mit Consent und einem Crime Plot. Eine Frau des Gesetzes bezahlt einen Kriminellen damit er ihr hilft, den Mörder ihres Vaters zu finden. Dabei erkennen die beiden, dass sie sich ähnlicher sind als erwartet.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich arbeite aktuell parallel an zwei Projekten, was einerseits nervt, weil ich bei beiden weiterschriebe, aber mich nicht richtig auf eines konzentriere und damit keinem richtig gerecht werde – so nix Halbes und nix Ganzes. Aber andererseits weiß ich einfach noch nicht final, welches das nächste Werk werden wird. Entweder die Dark Music Romance (mit einem verheirateten Love Interest und Redemption Arc) oder die Cyber Punk Romance (mit dem System als Antaonist).
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Wenn ich wirklich tun kann, was ich will, dann ist es meistens Lesen oder tatsächlich Schreiben. Ich schreibe nämlich auch an reinen Spaßprojekten, die nicht zur Veröffentlichung gedacht sind. So wie meine immer weiterwachsende, bodenlos kitschige Tolkien Fan Fiction. Daneben zocke ich auch gerne mal oder verbringe Zeit mit meiner Familie oder Freunden. Mein Sohn ist jetzt in dem Alter (10), in dem man super viel gemeinsam machen kann (und noch bin ich ihm nicht zu peinlich), z.B. gehen wir gerne in Freizeitparks und fahren Achterbahn. Mit meinen besten Freundinnen treffe ich mich gerne zum Bummeln oder wir gönnen uns ein bisschen Wellness.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Tja, wer ist mein Lieblingsautor – ist das derjenige, von dem ich die meisten Bücher besitze? – Dann wäre das Don Winslow, der ziemlich krasse Thriller schreibt. Ich habe so ziemlich alle Bücher von ihm, weil ich den Schreibstil so mag. (Er schreibt leider nicht mehr.)
Oder ist es der Autor, von dem meine absoluten Lieblingsbücher stammen? – Das ist dann Justin Cronin, der Autor der „Passage“-Trilogie (auf Deutsch „Der Übergang“). Boah! Was ist das für eine Geschichte! Der erste Band „Der Übergang“ erschien schon 2010, aber ich habe seitdem nie mehr etwas Vergleichbares gelesen. Ich muss es bald mal wieder lesen, fällt mir da ein.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich schreibe tatsächlich ganz „klassisch“ an meinem Schreibtisch. Manchmal schreibe ich aber auch mit dem Laptop im Bett, auf der Couch oder im Garten. Es ist bei mir je nach Phase im Projekt so, dass ich manchmal eher spontan schreibe (wenn gerade Zeit ist oder ich eine Idee habe, die raus muss). Nähert sich das Projekt dem Ende oder steht gar eine Deadline zwecks Veröffentlichung an, dann plane ich die Schreibzeit fest ein.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Leider muss ich viel zu früh aufstehen, um den Sohn zu wecken und dafür zu sorgen, dass er fertig für die Schule ist. Ist er dann unterwegs, kümmere ich mich erst mal um mich selbst und gehen dann gegen 8 Uhr an den PC, denn der Brotjob ruft. Meist arbeite ich 4 Stunden, dann Mittagessen und am Nachmittag dann Sport, Einkaufen, Arzttermine, was halt so anfällt. Nachmittags, wenn der Sohn nach Hause kommt, mit ihm ein bisschen Zeit verbringen, Hausaufgaben kontrollieren usw., ihn ggf. zum Sport bringen/ holen. Abends ist dann meist Schreibzeit. An den Tagen, an denen ich nicht für den Brotjob arbeite, verbringe ich den Vormittag mit „Autoren-Krams“: z.B. Social Media Beiträge vorbereiten, aber auch Schreiben, Überarbeiten etc.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Lesen: Thriller/ Krimis, gerne auch mal Mystisches und Romance
Schreiben: Romance plus „Bonus-Genre“ – meine Geschichte haben immer Romantik im Kern, können aber Krimi-/Thriller-Elemente haben oder auch mal in einem mystischen Setting spielen.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mein Lieblingszitat, von dem ich gar nicht weiß, woher es kommt, ist: „It’s better to be hated for what you are than to be loved for what you are not. Please hate me.“ (Es ist besser für das gehasst zu werden, was man ist, als geliebt für werden, für etwas, das man nicht ist. Also, bitte hasst mich.) Für mich bedeutet das: Sei wie du bist – es wird immer welche geben, die dich nicht mögen, aber scheiß drauf. Die brauchst du nicht.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Hmm… Obwohl ich schon recht viel rumgekommen bin in der Welt, bin ich doch ziemlich heimatverbunden. Aber mit Heimat ist nicht nur Deutschland gemeint (weil ich hier wohne), sondern eigentlich Europa. Ich mag viele europäische Länder, weil jedes für sich etwas Tolles hat und aber auch keins perfekt ist.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich bin selbst mein schlimmster Kritiker. Ich weiß, dass sagen viele, die kreativ tätig sind. Aber ich bin wirklich selten zufrieden mit mir und meiner Arbeit (auch im Brotjob oder wenn es um die Familie geht). Wenn von anderen berechtigte und sachliche Kritik kommt, dann nehme ich sie gerne an. Was ich aber überhaupt nicht mag, ist Schmäh-Kritik oder wenn mich jemand kritisiert, der selbst diesen Ansprüchen nicht gerecht wird. Beispiel aus dem Brotjob: Meine Vorgesetze kritisiert Fehler in der Führung meines Teams, die selbst auch bei mir macht. Da kann ich dann schon etwas grantig werden, obwohl ich meinen Teil trotzdem annehmen kann.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Meine ersten beiden Romane habe ich im Selfpublishing veröffentlicht, weil mir die Verlagssuche zu mühselig war, ehrlich gesagt. Vielleicht hat mir auch das Vertrauen in meine Fähigkeiten gefehlt. Zum Verlag kam ich dieses Mal allein durch Zufall. Ich habe aus dem unveröffentlichten Manuskript vorgelesen und sie kamen auf mich zu, dass sie es haben wollen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Vielen Dank, dass Ihr hier seid und mir Eure Zeit widmet, wenn Ihr das hier lest. Lasst euch von niemandem vorschreiben, was Ihr lesen oder gut finden sollt. Glaubt nicht jedem Hype und bleibt offen für Neues.

Montag, 27. Juli 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Crown and Empire - Feuersturm von Karen J. Luis

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Karen J. Luis, um mit ihr über ihr Buch „Crown and Empire - Feuersturm“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Sehr gerne! Das ist ja auch eine sehr originelle Idee, zu der man einfach nicht „nein“ sagen kann.
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Magische Kräfte, seit Jahrhunderten verborgen gehalten.
Eine Prophezeiung vom Untergang des Kontinents.
Ein Palast, von Intrigen beherrscht.
Und eine Prinzessin, die alles verliert.
Also ein rasantes Fantasy-Abenteuer mit mehreren Handlungssträngen, die zu einem großen Ganzen verwoben sind.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Ich mag die schwierigen, düsteren Zeiten und Situationen. Daher müssen sich meine Figuren durch diverse missliche Lagen kämpfen.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Ich mag Laras Charakterentwicklung. Ihr passieren viele schlimme Dinge und sie muss nach und nach damit klarkommen, was ihr alles widerfahren ist. An einer Stelle sagt Odor ihr die schonungslose Wahrheit:
„Du darfst dich nicht deinem Kummer hingeben und dabei vergessen zu leben. Dein Dasein hat sich schlagartig verändert und es gibt kein Zurück mehr. Du kannst es annehmen oder daran zugrunde gehen.“
Das ist einer der Wendepunkte in ihrer Geschichte.
Wie viel echte Karen steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Ich hatte die Idee zu diesem Buch nach meiner Weltreise und im Worldbuilding steckt sehr viel von meinen eigenen Erfahrungen und Eindrücken aus anderen Ländern und Kulturen.
Auch meine Figuren haben einiges von mir. Ich bin zwar nicht so geschickt und furchtlos wie der Pirat Sayil, aber er hat viele meiner Charakterzüge: Er ist spontan, abenteuerlustig und humorvoll. Gleichzeitig besitzt er die Fähigkeit, nicht aufzugeben.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Konsequent und zielorientiert, denn alles in dieser Geschichte ist sehr durchdacht, nichts passiert zufällig. Klar und strukturiert: Es wird nicht lang gefackelt oder um den heißen Brei herumgeredet. Und abenteuerlustig, weil ich meine Charaktere ständig in Schwierigkeiten bringe und ihnen kaum eine ruhige Minute gönne.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Der Arbeitstitel hieß die Phönix-Prophezeiung, da dieser Handlungsstrang eine wesentliche Rolle spielt. Der Verlag meinte, englische Titel sind gerade sehr beliebt, woraufhin ich drei oder vier Vorschläge gemacht habe. Crown and Empire hat dann das Rennen gemacht und passt auch gut zur Geschichte, da es um das Fortbestehen eines Reichs geht. Die Untertitel für Band 1 und 2 - Feuersturm und Ascheregen - stammen von der Verlagslektorin und beziehen sich wiederum auf die Prophezeiung.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Mir gefällt das Cover sehr gut, wobei viele dahinter eine Romantasy erwarten, die es nicht ist.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
„Ein einfaches Leben ist genauso lebenswert wie ein prunkvolles. Glücklichsein hat nichts mit Reichtum zu tun.“
Danke für das Gespräch.
Danke dir! Es hat mir viel Spaß gemacht.

[Autoreninterview] Karen J. Luis


Autoreninterview
Karen J. Luis

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo, mein Name ist Karen und ich bin seit gut einem Jahr Fantasy-Autorin. Ich komme gebürtig auf Niederösterreich und wohne in Wien, bin leidenschaftliche Weltreisende und habe einen eigenen Campingbus, den ich sogar schon einmal nach Uruguay verschifft habe.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Die Idee zu Schreiben kam mir auf meiner einjährigen Weltreise. Ich habe dort viel gesehen und viel erlebt und dachte mir: Vielleicht sollte ich ein Buch schreiben?
Dass es am Ende Fantasy geworden ist, hat sich erst danach ergeben, weil ich dachte, dann sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Anfangs war es eher ein Experiment, um zu sehen, ob das überhaupt etwas für mich ist. Das Schreiben hat mir dann aber so viel Spaß gemacht, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte. Aus einer beiläufigen Idee ist eine unglaubliche Leidenschaft geworden.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Mein Debütroman heißt Crown and Empire – Feuersturm und ist der erste Band einer epischen Fantasy Dilogie. Er ist 2025 im Isegrim Verlag erschienen und war für den österreichischen Phantastikpreis nominiert. Band 2 erscheint diesen Herbst. Das Worldbuilding hat mir sehr viel Spaß gemacht und orientiert sich stark an meinen eigenen Reiseerfahrungen rund um die Welt.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, nachdem ich das Schreiben für mich entdeckt habe, möchte ich es nicht mehr missen. Ich arbeite an einem neuen Projekt, bleibe dem Genre aber treu. Mein aktuelles Projekt geht aber eher in Richtung Dark Fantasy.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
In meiner Freizeit reise ich am liebsten. Aber nachdem ich einen Vollzeitjob habe, fällt auch das Schreiben unter meine Freizeitaktivitäten und da versuche ich, jede Gelegenheit zu nutzen, um an meinen Projekten zu arbeiten.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich lese sehr gern Joe Abercrombie, Sebastian Fitzek und Dan Brown.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Die Ideen kommen eigentlich in den unterschiedlichsten Situationen, jederzeit und überall. Da ich aber Vollzeit arbeite, schreibe ich überwiegend zu Hause oder abends auf Reisen.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich gehe zur Arbeit, wobei mir auf dem Arbeitsweg oft Ideen für meine Geschichten einfallen. Die schreibe ich dann stichwortartig auf, um sie nicht wieder zu vergessen. Den Abend verbringe ich meistens mit meinem Mann, ich treffe mich mit Freundinnen, lese oder lerne Spanisch.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Am liebsten lese ich Psychothriller, am liebsten schreibe ich Fantasy, weil da meiner Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich versuche nach dem Motto zu leben: „Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich habe schon sehr viele Länder bereist, daher ist es schwierig, eines auszuwählen. Mexiko hat mir extrem gut gefallen. Ich habe dort schon mehr als zwei Monate verbracht und würde sofort wieder hinfahren.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Grundsätzlich bin ich ein kritikfähiger und auch sehr reflektierter Mensch. Ich lese ausnahmslos alle Rezensionen. Manchmal steckt hilfreiches Feedback darin, das nehme ich mir dann auch zu Herzen und versuche, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Wenn ich die Kritik aber gar nicht nachvollziehen kann und den Eindruck habe, jemand sucht nur nach Fehlern, dann kann das schon schmerzen. Es steckt ja viel Herzblut drin.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich bin in der Buchbranche komplett neu und habe mich davor auch nie damit beschäftigt. Ich wusste weder etwas über Buchsatz noch über Marketing. Ich bin daher sehr dankbar, dass ich einen Verlag gefunden habe, der mir all diese Dinge abgenommen hat.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich freue mich über jede*n, die*der bei mir vorbeischaut und wünsche euch ganz viel Freude am Entdecken neuer Geschichten, neuer Welten und neuer Abenteuer.

Sonntag, 26. Juli 2026

[Schnipseltime] Kardia 1 - Hasse uns von T. J. Morosis


 

Dich habe ich hier nicht erwartet.

Ausgerechnet dein Gesicht inmitten dieser eintönigen Welt zu sehen, ist wie der Klang einer vertrauten Melodie, die man vergessen geglaubt hatte.

Aber dein Körper hat sie nicht vergessen, richtig? Du fühlst sie durch deine Venen rauschen. Erinnerst dich an mich, wie sich die Saiten einer Violine an die Berührung des Streichbogens erinnern.

Singst für mich, unter meinen Händen, unter meinen Lippen.

Und du verfluchst mich dafür. Hasst mich beinahe so sehr wie ich dich liebe.

Doch das ist in Ordnung.

Hasse mich.

Reiß mich in Stücke und hinterlasse dein Mal in mir.

Lass dich von deiner Zwietracht und Zerrissenheit verschlingen.

[Buchvorstellung einmal anders] Kardia 1 - Hasse uns von T. J. Morosis


 
Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir T.J. ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Kardia – Hasse mich“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Ich denke nicht, dass du dich dafür bedanken solltest … Ich bin nicht leicht verträglich.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Du wirst den Klappentext lesen und denken, zu wissen, was auf dich wartet, aber du hast keine Ahnung. Mallory ist keine einfache Akademie. Sie ist noch nicht einmal wirklich Mallory, denn es gab eine Zeit, da hieß sie vollkommen anders. Aber Fakt ist, dass du auf dieser Akademie mehr über dich erfahren wirst, als dir lieb ist.
Wie weit wirst du gehen, wenn dein eigenes Leben und das deiner Liebsten auf dem Spiel steht? Wenn die Grenzen zwischen Mensch und Monster verschwimmen?
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Die Autorin hat damit nicht wirklich etwas zutun. Es sind die Charaktere, die die Geschichte schreiben. Sie entziehen sich der Kontrolle der Autorin, wodurch sich manche Szenen oder Plotstränge vollkommen verändern.
(Nein, nichts davon fällt Morosis leicht, sie schwankt immer zwischen Euphorie und absoluten Imposter Syndrom. RIP.)
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Die, in der die Hauptprotagonistin bemerkt, dass sie eigentlich nicht sterben will und ihr mehr an ihrem Leben liegt, als sie bisher dachte.
Weißt du wie viel T. J. tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Viel zu viel. Wir alle sitzen praktisch in ihrem Gehirn und nötigen sie in Tagträumen, Träumen, während Gesprächen oder banalen Situationen im Alltag. Vom Plotten der Geschichte und Schreiben ganz zu schweigen.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Samael: Traumata. Jede Menge Traumata.
T. J.: Also, so schlimm ist es jetzt auch wieder nicht.
Alys: … Erlebe mal das, was du mich erleben lässt, dann reden wir weiter.
Aron: Ich vermute, T. J. ist eine sensible Seele mit unangebrachten Humor.
T. J.: Das lässt mich etwas märtyrerhaft dastehen, findest du nicht?
Kyle: Das ist doch perfekt. Ihr Menschen neigt immerhin zur Theatralik und Melancholie.
Eliot: Sie ist ein Teil von uns und wir ein Teil von ihr. Niemand kann ohne den anderen bestehen, wir sind eng miteinander verwoben wie die Wurzeln längst verstorbener Bäume. Sie ist unser Ursprung und wir suchen sie heim.
T. J.: … Oder so.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Ich habe mich tatsächlich mit dem Titel bei Whisper beworben und er dürfte gepasst haben, zumindest mussten wir nichts ändern xD
Aber, fun fact: Bei anderen Verlagen habe ich mich davor mit dem Titel Pneuma, also Lebenshauch, beworben, bis mir auffiel, dass es wie eine Lungenentzündung klingt. Also habe ich mich für das griechische Herz entschieden.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich hab tatsächlich einige Wandlungen durchgemacht und T. J. hat geweint, als sie meine derzeitige Aufmachung gesehen hat, also passt sie wohl. Mir ist es einerlei.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Du bist so sanft zu einer Welt die dich quält. – Eliot, Kardia Hasse Uns
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch antwortet. Leise flüstere ich dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«

[Autoreninterview] T. J. Morosis


Autoreninterview
T. J. Morosis

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Das ‚Morosis‘ in T. J. Morosis steht für ‚Wahn‘ und ‚Irrsinn‘ und ich denke, das beschreibt mich ganz gut! Das Schreiben ist meine Hyperfixierung und mein ADHS (und vermuteter Autismus) blüht da richtig auf. Sozial gesehen bin ich eine Niete, aber ich gebe mein Bestes!
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich schreibe, seitdem ich schreiben kann. Den Anfang hat meine ältere Schwester gemacht, durch sie fand ich etwas ganz besonderes und gleichzeitig unheimliches wie Fanfictions. Und von da an lief der Ball. So richtig veröffentlicht habe ich aber erst mit Yearning Shadows, da das vollenden eines Manuskripts vorher nicht so mein Ding war, haha …
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Yearning Shadows. Eine kurze Novelle über eine Frau des viktorianischen Englands, die das Schreiben liebt. Doch sie hat die Leidenschaft dazu verloren, als ihr Kindheitsfreund verstarb und fristet seitdem ein trostloses Leben im Herrenhaus, das ihr Freund ihr hinterließ. Bis sich ihr eine unheimliche Gestalt zeigt, die sie dazu drängt, wieder mit dem Schreiben zu beginnen.
Kardia. Eine 4-bändige Reihe über Alys Cole, die als menschliches Haustier an einen Daemon verkauft wird, der sich von ihren Gefühlen ernährt. Er ist Professor an der Mallory Akademie, wo Alys durch die 4 großen Daemon nicht nur mit ihrer Vergangenheit sondern auch mit ihrem wahren Selbst konfrontiert wird.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Eines ist gut, haha … Ich habe 3 Werke in einem Vampiruniversum, ein paar in einem Märchenuniversum und noch welche in einem Faeuniversum geplant. Mal sehen, was als nächstes kommt.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben, tatsächlich. Da Freizeit für mich die Zeit nach meinem eigentlichen Brotjob ist, ist es schreiben. Aber auch zocken von Videospielen, wenn es sich ergibt!
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Lieblingsautor weniger, aber ich mag Misery von Stephen King und Dunkler Wahn von Dorn Wulff sehr gern. Beides aus dem Psychothriller Genre, was wohl meine Herangehensweise bei meinen Büchern erklärt, auch wenn sie dem Dark Romance/Romantasy Genre angehören.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Am liebsten schreibe ich in Zügen! Die Tatsache, dass man nur eine gewisse Zeit hat, um zu schreiben (nämlich bis zur Zielstation) und das regelmäßige Geschunkel, die vorbeiziehende Landschaft, das ist genau richtig von den Reizen her, nicht zu viel, nicht zu wenig, die mein Gehirn braucht, um in den Fokus zu kommen.
Sonst wechsle ich ständig Position und Arbeitsplatz, ich habe nicht wirklich einen festen. xD
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Arbeit, zuhause eine Weile lang in Paralyse sitzen, da mir Übergänge sehr schwer fallen und dann trete ich mich zum Schreiben xD
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen ist es Dark Fantasy und Psychothriller, beim Schreiben Dark Romance/Romantase und Dark Fantasy
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Oh, da gibt es einige! (Wenn es Zitate von kontroversen Personen sind, wusste ich es vorher nicht, ich habe zu ihnen nichts gefunden) Zum Beispiel:
Das Einzige, das du beeinflussen kannst, ist, wie du auf Dinge reagierst, die du nicht beeinflussen kannst. – Bassam Tarazi
Jede Person, die du triffst, kämpft in einer Schlacht von der du nichts weißt. Sei gutherzig. Immer. – Robin Williams
Ein Zitat aus meinem Buch, das meine Arbeit und Liebe zum Schreiben beschreibt:
Alys’ Gemälde sind wie das Pochen ihres Herzens. Manchmal sind sie sogar das einzige Lebenszeichen, das von ihr vorhanden ist. – Samael, Kardia Hasse uns
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich liebe Irland und Schottland! Die regnerische Atmosphäre, die Highlands, aaaaah!! Ich liebe alles daran <3
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich habe lange gebraucht, um Kritik nicht als Versagen zu sehen. Mittlerweile freue ich mich und sauge Feedback gierig auf! Ich möchte wissen, wie andere mich und meine Werke erleben und was ich bessern kann, um ein verträglicherer Mensch und eine bessere Autorin zu werden! Immerhin können wir uns nur durch unsere eigenen Augen sehen, aber das ist nur eine unsere Facetten. Wir brauchen auch das Feedback von anderen, um uns wirklich zu kennen, denke ich.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Weil ich im Organisieren und dem ganzen Papierkram eine absolute Niete bin =D
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lest und schreibt, was ihr wollt (solange es sensibel und respektvoll ist). Lasst euch nichts vom Konsumverhalten vorschreiben und genießt bitte das Lesen und Schreiben. Das Leben ist zu kurz für anderes.

Samstag, 25. Juli 2026

[Autoreninterview] Josefine James



Autoreninterview
Josefine James

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hi, mein Name ist Josefine James, ich komme aus Graz und schreibe die queeren Bücher, die ich selbst gerne gelesen hätte. Zentrale Themen meiner Geschichten sind Popkultur, Musik, die Entertainmentindustrie und TV. Ich schreibe am liebsten, wenn es draußen dunkel ist, mit einer guten Playlist im Hintergrund, damit ich mich voll und ganz auf meine Geschichten konzentrieren kann.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Eigentlich schreibe ich schon immer. Mein erstes Buch habe ich mit 8 geschrieben, damals noch mit selbst gezeichneten Illustrationen. Aber so richtig ging es erst 2022 los, als ich dank der Covid-Pandemie viel Zeit hatte. Ich schätze, zu diesem Zeitpunkt war es einfacher, in die fiktive Realität meiner Geschichte einzutauchen. Ein Jahr später wurde mein erstes Buch veröffentlicht.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Mein Debütroman war die Dualogie Macks. In dieser Coming-of-Age-Geschichte geht es um einen closeted Popstar. Dabei werden Tropes wie private person vs. public persona, forbidden love, hidden identity und found family behandelt.
Mit der Veröffentlichung dieser Bücher habe ich mir nicht nur selbst einen Traum erfüllt, sondern auch den Einstieg in die Bookstagram-Welt gefunden und viele andere Autorinnen kennengelernt. Vor einem Monat erschien außerdem die Anthologie Queer Through the Year - eine Sammlung von 17 Kurzgeschichten von LGBTQIA+-Autorinnen, an der ich mitwirken durfte.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja. Aber es ist eher ein Spaßprojekt, bei dem ich hauptsächlich die Gefühle aus realen Situationen hernehme und sie in ein komplett neues Setting werfe, ohne vorher den Plot zu kennen. Dabei gibt es kein festes Konzept, stattdessen lasse ich mich voll und ganz auf die Charakterentwicklung ein.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Bücher schreiben. Wenn ich dann immer noch Zeit habe gehe ich gerne auf Konzerte, oder im Winter snowboarden.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Taylor Jenkins Reid. Ich würde ihr gerne persönlich für Atmosphere danken – ein Buch, das ich ungefähr sechsmal gelesen habe und das mich jeden Abend dazu motiviert, mir den Sternenhimmel anzuschauen.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Die Geschichte beginnt meistens zuerst in meinen Handynotizen, und irgendwann sitze ich dann entweder auf der Couch oder in meinem Büro und schreibe alles auf.
Aber eigentlich ist der Ort gar nicht entscheidend – wichtig ist nur, dass ich mein Handy, meinen Laptop oder zumindest ein Blatt Papier griffbereit habe.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Nach der Arbeit gehe ich nach Hause und mache erst einmal einen langen Spaziergang. Dabei kann es schon vorkommen, dass sich meine Hündin eventuelle Plot-Twists anhören muss, die mir gerade im Kopf herumschwirren.
Im Anschluss ans Abendessen geht’s dann an den Laptop und ich versuche, spätestens um 00:30 Uhr ins Bett zu gehen. Insgesamt verbringe ich ungefähr drei bis vier Stunden pro Tag mit meinen Büchern. Dabei wird nicht nur geschrieben - meistens sitze ich aktuell am Lektorat, da dieses Jahr voraussichtlich noch zwei weitere Bücher erscheinen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese gerne Historical Fiction, wie zum Beispiel Die Nachtigall. Beim Schreiben habe ich mich allerdings auf kein bestimmtes Genre beschränkt. Es muss sich richtig anfühlen und ich muss vollkommen für das Thema brennen, damit ich meine Kreativität voll und ganz entfalten kann.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Eigentlich habe ich kein bestimmtes Zitat, nach dem ich lebe. Ich versuche eher, das Leben so zu nehmen, wie es kommt, und mich auf neue Abenteuer einzulassen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Portugal. Das Essen, das raue Meer, die Möglichkeit zu surfen, die ungefilterte Natur und die Direktheit der Menschen begeistern mich jedes Mal aufs Neue. Portugal ist so vielfältig und ich kann es kaum erwarten, endlich wieder mal mit meinen Zehen im eiskalten Atlantik zu stehen.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kritik gehört dazu, und ich bin absolut kritikfähig, solange sie konstruktiv geäußert wird und nichts Persönliches ist.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich habe meine ersten Bücher im Selfpublishing veröffentlicht, und ich würde diesen Weg auch wieder gehen, wenn ein Verlag zu viel an einem Buch verändern möchte. Aktuell bin ich mit den beiden Verlagen, bei denen ich bin, aber sehr glücklich und dankbar für die Möglichkeit, meine Bücher veröffentlichen zu dürfen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ja. Lest die Bücher, auf die ihr Lust habt. Es gibt keine Regeln für Geschmack! Aber ich würde mich freuen, wenn die ein oder andere Person meinem aktuellen Buch Things We Couldn’t Keep - einem lesbischen Liebesroman - eine Chance gibt.

Donnerstag, 23. Juli 2026

[Schnipseltime] Zwischen Sehnsucht, Begierde und Angst - Ungeahnte Tiefen (Vegas 1) von Jay J. Walker

 

Er schließt die Augen und presst seine Lippen aufeinander. »Also ungefähr eine Million.«

Ich nicke wortlos und verziehe meinen Mund.

Seine Nasenflügel blähen sich auf, er atmet tief ein und ich befürchte das Schlimmste.

Mein Inneres Ich zieht sich zu ihrer Sicherheit einen Helm auf und geht unter dem Tisch in Deckung.

»Ich hatte nicht daran gedacht, dass man in einer Beziehung solche Gespräche führen muss.«

»Naja, die Gespräche hören sich bei anderen vielleicht etwas anders an, aber im Endeffekt ist es das, was eine Beziehung ausmacht. Man redet, man plant, man geht Kompromisse ein. Vielleicht streitet man sich auch das ein oder andere Mal. Ganz sicher sogar! Und wir haben da sicher auch sehr viel Potenzial für.«

»Und man muss daran denken, was passiert, wenn etwas passiert…«

»Ja, das sollte man. Du bist Polizist, ich bin eine tollpatschige Katastrophe auf zwei Beinen…«

Er lacht leise und schüttelt den Kopf. »Okay. Du kannst das Haus kaufen. Aber es wird vertraglich festgehalten, dass ich dir Miete zahle, wenn ich wieder einziehen sollte. Ich werde es vermieten und die Miete auf ein separates Konto einzahlen, womit ich dann Dinge so gut es geht selbst zahlen kann, wie Flüge oder was auch immer. Die Kreditkarte ist für Notfälle und Haushaltszeug und ich werde dich informieren, wenn ich sie nutze.«

»Einverstanden. Danke.«

Jake lacht. »Du schenkst mir Geld und bedankst dich noch dafür?«

Ich lehne mich an seine Schulter und atme erleichtert auf.

Mein Inneres Ich kriecht wieder aus dem Versteck hervor und setzt den Helm ab.

»Aber…«, setzt er an und mein Inneres Ich geht wieder panisch in Deckung und lässt dabei beinahe den Helm fallen.

»Aber ich möchte, dass du dich jetzt endlich schonst, kleines Äffchen.«