Freitag, 31. Juli 2026

[Autoreninterview] Ivy Lang


Autoreninterview
Ivy Lang

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Vielen Dank, dass ich hier sein darf. Ich bin Ivy, Autorin, Geschichtenerzählerin. 2017 habe ich meinen ersten Roman veröffentlicht. Eigentlich komme ich hauptberuflich aus der Medienbranche, habe zuerst in der Film- und Fernsehproduktion gearbeitet. Die letzten 16 Jahre war ich als Beraterin in einer Mediaagentur und nun orientiere ich mich gerade etwas um. Meine Freizeit verbringe ich (abgesehen vom Schreiben und Lesen) mit Zocken, Sport und meinen beiden Männern – meinem Mann und meinem Sohn.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich gehöre zu denen, die das gar nicht so genau sagen können, weil ich schon immer – also, wirklich seit der Grundschule/ seitdem ich schreiben kann – Geschichten schreibe. Die erste Geschichte, die ich auch anderen vorgelesen habe, war „Tapsi, der Tausendfüßler“ – eine Serie keine Episoden um einen kleinen Tausendfüßler, der viel Neues lernen muss. Ich habe nie damit aufgehört, zum Spaß zu schreiben, weil es für mich ähnlich ist wie für andere Leute das Gucken von Serien oder Lesen – Entspannung und auch Eskapismus. Während meines Studiums dann wurden die Geschichten tiefer und umfangreicher. Aus dieser Zeit stammen die meisten meiner Konzepte. Einige davon habe ich bis heute als Romane umgesetzt und drei davon veröffentlicht.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Mein erster erschienener Roman „Teufelswetter – Eine Gesichte über Liebe, Sturm und Verbrechen“ ist ein romantischer Mystery-Thriller, in dem der Teufel selbst eine Hauptrolle hat. Coole Erzengel kommen auch drin vor und eine Protagonistin, die ihren Weg finden muss und dabei in große Gefahr gerät.
„Lovers, Sharks & Lions – Trotzdem Liebe“ ist mein zweiter Roman, eine Romantic Suspense mit Mafia-Thematik. Die Protagonistin gerät an die Mafia, weil ihr Bruder dort Schulden hat. Sie ist gezwungen, mit dem Neffen des Capo zusammenzuarbeiten und es entwickeln sich Gefühle zwischen ihnen.
Mein aktueller Roman „Kill My Pain – Dunkle Seelenverwandte“ ist eine Dark Romance mit Consent und einem Crime Plot. Eine Frau des Gesetzes bezahlt einen Kriminellen damit er ihr hilft, den Mörder ihres Vaters zu finden. Dabei erkennen die beiden, dass sie sich ähnlicher sind als erwartet.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich arbeite aktuell parallel an zwei Projekten, was einerseits nervt, weil ich bei beiden weiterschriebe, aber mich nicht richtig auf eines konzentriere und damit keinem richtig gerecht werde – so nix Halbes und nix Ganzes. Aber andererseits weiß ich einfach noch nicht final, welches das nächste Werk werden wird. Entweder die Dark Music Romance (mit einem verheirateten Love Interest und Redemption Arc) oder die Cyber Punk Romance (mit dem System als Antaonist).
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Wenn ich wirklich tun kann, was ich will, dann ist es meistens Lesen oder tatsächlich Schreiben. Ich schreibe nämlich auch an reinen Spaßprojekten, die nicht zur Veröffentlichung gedacht sind. So wie meine immer weiterwachsende, bodenlos kitschige Tolkien Fan Fiction. Daneben zocke ich auch gerne mal oder verbringe Zeit mit meiner Familie oder Freunden. Mein Sohn ist jetzt in dem Alter (10), in dem man super viel gemeinsam machen kann (und noch bin ich ihm nicht zu peinlich), z.B. gehen wir gerne in Freizeitparks und fahren Achterbahn. Mit meinen besten Freundinnen treffe ich mich gerne zum Bummeln oder wir gönnen uns ein bisschen Wellness.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Tja, wer ist mein Lieblingsautor – ist das derjenige, von dem ich die meisten Bücher besitze? – Dann wäre das Don Winslow, der ziemlich krasse Thriller schreibt. Ich habe so ziemlich alle Bücher von ihm, weil ich den Schreibstil so mag. (Er schreibt leider nicht mehr.)
Oder ist es der Autor, von dem meine absoluten Lieblingsbücher stammen? – Das ist dann Justin Cronin, der Autor der „Passage“-Trilogie (auf Deutsch „Der Übergang“). Boah! Was ist das für eine Geschichte! Der erste Band „Der Übergang“ erschien schon 2010, aber ich habe seitdem nie mehr etwas Vergleichbares gelesen. Ich muss es bald mal wieder lesen, fällt mir da ein.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich schreibe tatsächlich ganz „klassisch“ an meinem Schreibtisch. Manchmal schreibe ich aber auch mit dem Laptop im Bett, auf der Couch oder im Garten. Es ist bei mir je nach Phase im Projekt so, dass ich manchmal eher spontan schreibe (wenn gerade Zeit ist oder ich eine Idee habe, die raus muss). Nähert sich das Projekt dem Ende oder steht gar eine Deadline zwecks Veröffentlichung an, dann plane ich die Schreibzeit fest ein.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Leider muss ich viel zu früh aufstehen, um den Sohn zu wecken und dafür zu sorgen, dass er fertig für die Schule ist. Ist er dann unterwegs, kümmere ich mich erst mal um mich selbst und gehen dann gegen 8 Uhr an den PC, denn der Brotjob ruft. Meist arbeite ich 4 Stunden, dann Mittagessen und am Nachmittag dann Sport, Einkaufen, Arzttermine, was halt so anfällt. Nachmittags, wenn der Sohn nach Hause kommt, mit ihm ein bisschen Zeit verbringen, Hausaufgaben kontrollieren usw., ihn ggf. zum Sport bringen/ holen. Abends ist dann meist Schreibzeit. An den Tagen, an denen ich nicht für den Brotjob arbeite, verbringe ich den Vormittag mit „Autoren-Krams“: z.B. Social Media Beiträge vorbereiten, aber auch Schreiben, Überarbeiten etc.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Lesen: Thriller/ Krimis, gerne auch mal Mystisches und Romance
Schreiben: Romance plus „Bonus-Genre“ – meine Geschichte haben immer Romantik im Kern, können aber Krimi-/Thriller-Elemente haben oder auch mal in einem mystischen Setting spielen.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mein Lieblingszitat, von dem ich gar nicht weiß, woher es kommt, ist: „It’s better to be hated for what you are than to be loved for what you are not. Please hate me.“ (Es ist besser für das gehasst zu werden, was man ist, als geliebt für werden, für etwas, das man nicht ist. Also, bitte hasst mich.) Für mich bedeutet das: Sei wie du bist – es wird immer welche geben, die dich nicht mögen, aber scheiß drauf. Die brauchst du nicht.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Hmm… Obwohl ich schon recht viel rumgekommen bin in der Welt, bin ich doch ziemlich heimatverbunden. Aber mit Heimat ist nicht nur Deutschland gemeint (weil ich hier wohne), sondern eigentlich Europa. Ich mag viele europäische Länder, weil jedes für sich etwas Tolles hat und aber auch keins perfekt ist.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich bin selbst mein schlimmster Kritiker. Ich weiß, dass sagen viele, die kreativ tätig sind. Aber ich bin wirklich selten zufrieden mit mir und meiner Arbeit (auch im Brotjob oder wenn es um die Familie geht). Wenn von anderen berechtigte und sachliche Kritik kommt, dann nehme ich sie gerne an. Was ich aber überhaupt nicht mag, ist Schmäh-Kritik oder wenn mich jemand kritisiert, der selbst diesen Ansprüchen nicht gerecht wird. Beispiel aus dem Brotjob: Meine Vorgesetze kritisiert Fehler in der Führung meines Teams, die selbst auch bei mir macht. Da kann ich dann schon etwas grantig werden, obwohl ich meinen Teil trotzdem annehmen kann.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Meine ersten beiden Romane habe ich im Selfpublishing veröffentlicht, weil mir die Verlagssuche zu mühselig war, ehrlich gesagt. Vielleicht hat mir auch das Vertrauen in meine Fähigkeiten gefehlt. Zum Verlag kam ich dieses Mal allein durch Zufall. Ich habe aus dem unveröffentlichten Manuskript vorgelesen und sie kamen auf mich zu, dass sie es haben wollen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Vielen Dank, dass Ihr hier seid und mir Eure Zeit widmet, wenn Ihr das hier lest. Lasst euch von niemandem vorschreiben, was Ihr lesen oder gut finden sollt. Glaubt nicht jedem Hype und bleibt offen für Neues.

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