Donnerstag, 4. Mai 2023

[Buchvorstellung einmal anders] Und du bist ewig Sein von Claudia Fischer


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Marlee(n) Baker und Conny Brooks aus „Und du bist ewig sein“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.


Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Conny: Immer gerne. Die Geschehnisse waren ja aufregend genug, schön, dass du dir für uns Zeit nimmst.
Marlee: Ich finde es auch wichtig, dass man erfährt, was alles möglich ist, daher komme ich gern.
Marleen: Ich will, dass man versteht! Schön, wenn jemand zuhört!
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Conny: Ich bin Police Officer Conny Brooks aus Chicago. Ich möchte es zu etwas bringen. Daher kam mir Milly mit ihrer unglaublichen Story gerade recht.
Marlee: Ich bin Marlee Baker, studiere in Chicago, wuchs in einer ganz normalen Familie in Canton Illinois auf und fuhr nach San Francisco, um etwas zu erleben.
Marleen: Ich bin Marleen Baker. Ich werde nicht sagen, wer ich bin. Vielleicht gibt es mich ja gar nicht?
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Marleen: Es ist meine Geschichte. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Marlee: Das Buch handelt von mir, von meinen Erlebnissen in San Francisco und was sie bei mir bewirkten. Ich begann zu morden, meine Gier nach Blut war unermesslich. Warum ich das tat? Das hängt mit Marleen zusammen.
Conny: Eigentlich ist es eine ganz normale Kriminalgeschichte. Die Polizei sucht eine Serienmörderin. Und Milly und ich sind ihr auf den Fersen gewesen. Niemand konnte wirklich nachvollziehen, wie wir Marlee fanden. Und das war gut so.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Marlee: Klar, sonst würde sie das ja nicht schreiben.
Conny: Ich glaube, bei Milly war es grenzwertig. Auch bei mir natürlich. Sie wollte es eigentlich nicht, aber da waren eben andere Kräfte im Spiel.
Marleen: Ich denke, sie wurde von mir ebenfalls geleitet.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Marleen: Als Adam Spindler gehängt wurde.
Conny: Ich mag die Szenen, die denen im Cecil Hotel in Los Angeles gleichen. Da läuft mir jedes Mal die Gänsehaut über den Rücken. Die Erlebnisse der Elisa Lam, der Aufzug, es ist faszinierend.
Marlee: Ich liebe die Fahrt durch die Wüste. Die Autorin erlebte das selbst vor längerer Zeit und irgendetwas ist davon in ihr geblieben. Die Lieder, A Horse with no Name. Die Weite, die Stille, die Eintönigkeit.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Marleen: Die Frau, die dem Schicksal nicht entkommen kann
Marlee: Die Frau, die Sehnsucht nach Freiheit hat, nach der Weite und nach Reisen
Conny: Die Frau, die einerseits zu vernünftig ist, an das Unnatürliche zu glauben und dennoch Séancen abhielt und Seltsames dabei erlebte
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Conny: Bodenständig, humorvoll, verbissen, wenn es darum geht, etwas zu recherchieren
Marlee: Ja, sie lässt nicht locker, bis sogar der Busfahrplan stimmt.
Marleen: Sie sieht im Bösen noch das Gute.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Conny: Der Titel stand bald fest, Claudia googelte nach Zitaten über den Teufel und kam auf das Lessing-Zitat. Leicht abgewandelt steht es für die Geschichte, die erzählt wird.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Alle: Das Cover ist der Hammer. Isabell hat 1000-mal gezaubert, immer wieder wurde es noch ein Ticken besser.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Marleen: Ich bin Satans Braut, ich wurde geboren, um meinen Tod zu rächen.
Conny: „Tut mir leid, ich bin raus. Das ist mir alles zu abgefahren, ich will damit nichts mehr zu tun haben. Satan, Geister, ... nein, ich glaube nicht daran.“
Marlee:
Hier war niemand, dem sie Schmerz zufügen konnte, in der Wüste war sie auf sich selbst gestellt. Die Haut brannte wegen der Sonne, die Hitze war allgegenwärtig, die Flüsse ausgetrocknet und es herrschte Stille. Kein Leben.
Danke für das Gespräch
Marlee und Marleen: Gerne!
Conny: Sehr gern, immer wieder! Wenn du mal in Chicago bist, besuche mich!

Mittwoch, 3. Mai 2023

[Buchvorstellung einmal anders] Die Farbe der Vernunft von Fanny Remus



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit Marcus, um mit ihm über das Buch „Die Farbe der Vernunft“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten.
Marcus: Es ist nur vernünftig, über die Askese zu sprechen.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Marcus: Ich bin Marcus Conry, Mitglied des Rates, also der Regierung, von Nova Prudento. Zusätzlich bin ich der Oberste der Asketischen Augen und damit für die Kontrolle und Durchsetzung der Askese verantwortlich.
Beschreibe uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.
Marcus: Es geht um die Verhandlung der eigenen Werte und die Suche nach dem Sinn. Laya, die zukünftige Oberste Asketin, muss herausfinden, was ein „gutes Leben“ für sie bedeutet. Ich helfe ihr natürlich dabei.
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?
Marcus: Also wenn ich mir meine Reise so anschaue, hat sie diebischen Spaß daran, mich vor große Herausforderungen zu stellen. Aber für meinen scharfen Verstand ist keine Hürde zu hoch.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Marcus: Es gibt ein nächtliches Gespräch mit Laya, das tatsächlich sowas wie Hoffnung in mir wecken konnte.
Was glaubst du, wie viel Fanny steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?
Marcus: Ihr findet ihre tiefsten Überzeugungen und ihre Weltanschauung in jeder Zeile. Und jede Figur hat einen Aspekt, der sich auch bei ihr wiederfindet.
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Marcus: Bemerkenswert scharfsinnig. Das schätze ich an Menschen. Aber sie ist viel zu gefühlsbetont, als dass sie in ein Leben in Nova Prudento passen würde.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Marcus: Er hat sich erst am Ende ergeben. Und mit meiner Beharrung auf die Farbe Weiß habe ich durchaus zur Auswahl des Titels beigetragen. Fannys Liebe für bunte Farben sollte auch eine Rolle bei der Auswahl gespielt haben.
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Marcus: Mir persönlich ist es zu bunt. Aber die Lesenden werden damit zufriedenzustellen sein. Und damit erfüllt es seinen Zweck.
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?
Marcus: Das ist natürlich eins von mir. Eine meiner besseren Aussagen, möchte ich meinen.
„Aber mit mir an deiner Seite, kleine Asketin, müsstest du dir keine Sorgen machen. Ich kann ein mächtiger Verbündeter für dich sein. Gemeinsam können wir den Frieden in Nova Prudento aufrechterhalten.“
Danke für das Gespräch.
Marcus nickt knapp und geht.

[Autoreninterview] Fanny Remus


Autoreninterview
Fanny Remus

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Fanny: Ich bin Fanny aus Berlin und bekannt, als die Autorin mit dem Einhornhaar. Und so wie es auf meinem Kopf aussieht, sieht es auch in meinem Kopf aus – bunt, fantasievoll, kreatives Chaos mit ein bisschen Plan. ;)
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Fanny: Ganz klassisch: Durch einen Traum. Er hat mich nicht losgelassen und ist in meinem Verstand immer größer geworden, bis er schließlich übergelaufen und in Buchstaben aufs Papier geflossen ist.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Fanny: Noch gar keine, „Die Farbe der Vernunft“ ist mein Debüt.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Fanny: Ja, in den nächsten zwei Jahren werden voraussichtlich vier weitere Bücher erscheinen. Eine Spicy Romance, eine Dystopie-Dilogie und das Prequel dazu.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Fanny: Auch neben dem Schreiben erlebe ich gern Geschichten jeglicher Form – in Film und Serie, Videospielen, Mangas und Büchern.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Fanny: Meine liebste Buchreihe ist „Das Rad der Zeit“, das Erlebnis diese Reihe zu lesen, hat noch nichts getoppt.
Meine Lieblingsautor*innen sind Ursula K. Le Guin und Milian Ventus.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Fanny: Ich brauche einen ergonomischen Arbeitsplatz, damit ich durch meine stundenlangen Schreibsessions keine Rückenschmerzen bekomme. Und es ist mir wichtig, dass mein Arbeitsplatz hübsch ist, deswegen habe ich z. B. ein buntes Mousepad und viele LED an meinem Rechner.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Fanny: Im Moment habe ich keinen Brotjob, deswegen stehe ich ganz entspannt auf, setze mich an den Rechner und arbeite an meiner Veröffentlichung und am Marketing. Nachmittags wird gezockt und Abends gibt’s gern mal Trash-TV oder Serien mit Freunden zum entspannen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Fanny: Ich lese am meisten Fantasy, aber auch gern SciFi. Bei Manga ist es komischerweise meistens BL-Romance. Beim Schreiben fühle ich mich bei Dystopien am wohlsten, habe aber gerade auch die Spicy Romance für mich entdeckt.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Fanny: Ich lebe nach dem Spruch „Trust the process and go with the flow.” Das nimmt mir viel Stress und gibt mir Selbstsicherheit.
Ich lege viel Wert darauf, zu ergründen, was die menschliche Natur ausmacht, also ist dieses Zitat wohl recht repräsentativ: »Es gibt viele Gründe, aus denen Menschen handeln. Aber nur einen, wenn sie nicht handeln: Angst.«
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Fanny: Lieblingsland würde ich nicht sagen. Aber ich bin fasziniert von fernöstlichen Kulturen wie Südkorea und Japan und wir planen schon unseren zweiten Japan-Urlaub. Besonders die Megametropolen haben es mir angetan, weswegen alle meine Bücher bisher in solchen Städten spielen.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Fanny: Ich liebe Kritik, wenn sie in konstruktiver Haltung gegeben wird. Nur so kann ich wachsen und mich stetig verbessern!
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Fanny: Ich werde nächstes Jahr auch in einem Verlag veröffentlichen, beide Wege haben Vorteile. Ich liebe das Selfpublishing für die Freiheit und dafür, dass ich mir mein Team selbst zusammenstellen kann.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Fanny: Es lebe der Blödsinn! Nehmt das Leben bloß nicht zu ernst. :)

Dienstag, 2. Mai 2023

[Schnipseltime] Mehr Meer statt Paartherapie von Melanie Amélie Opalka


 

Anreise mit Hindernissen

 

Das rote Licht der aufgehenden Sonne, schien von links in das Fenster der Fahrertür und ließ die sonst eher weniger ansehnlichen Häuserfassaden links von der Pariser Stadtautobahn in diversen, sanften Nuancen erstrahlen. Emilie streifte die Stiefel ab und zog ihre Füße auf den Sitz. Vorsichtig rollte sie den Kopf von links nach rechts. Die Erinnerung an das Bett im Hotel letzte Nacht, verblasste nur langsam. Um sich von ihrem schmerzenden Genick abzulenken, konzentrierte sie sich lieber auf das zauberhafte Farbspiel und die Aussicht auf einen Kaffee an der nächsten Tankstelle. Der Himmel versprach einen wundervollen Tag.

»Die verdammte Sonne blendet«, fluchte Daniel neben ihr am Steuer und hantierte so sehr mit der Sonnenblende herum, dass er fast aus der Spur geriet.

Um 8.44 Uhr am Neujahrsmorgen prinzipiell kein Problem, doch seine Frau rief trotzdem »Vorsicht!« und hielt sich am Armaturenbrett fest. Daniel warf ihr einen kurzen Seitenblick zu.

»Schon gut.« Mit verkniffenem Gesicht und nur einer Hand, zwang er die Blende wieder in ihre Halterung. Mit einem lauten Klatschen federte sie ans Dach der Fahrerkabine zurück.

Emilie sah ihren Mann von der Seite an, verkniff sich aber jeden weiteren Kommentar. Sie wusste, dass auch er schlecht geschlafen hatte, sonst hätte er beim Frühstück kaum zwei Tassen von der dünnen Plörre durch den Hals bekommen, die das Hotel als Kaffee angepriesen hatte. Sie sah aus dem Fenster und atmete langsam aus. Die Pariser Vororte zogen an ihnen vorbei und die Landschaft wurde zunehmend ländlicher.

»Wann sind wir da?«, erklang Pauls verschlafene Stimme von der Rückbank. Emilie drehte sich auf dem Beifahrersitz nach hinten um und lächelte ihren Großen an.

»Tigerchen, wir sind doch gerade erst losgefahren.« Er schob die Unterlippe vor und wiederholte:

»Und wann sind wir endlich da?« Ein Blick auf das Navi verriet ihr, dass sie noch 4:47 Std. für 507 km brauchten, bis sie in der neuen Wohnung in Saint-Georges-de-Didonne ankommen würden. Sie seufzte und wandte sich wieder ihrem frischgebackenen Sechsjährigen zu. Anstelle einer Antwort bot sie ihm an:

»Vielleicht mache ich dir eine Folge von den Drei-???-Kids an?«

Ihr Sohn durchschaute sie und sein Blick verfinsterte sich. Stumm schüttelte er den Kopf und machte trotzdem Anstalten, seine Kopfhörer aufzusetzen.

»Grundschul-Superhelden also?«, fragte sie rasch und er nickte kaum merklich mit noch immer zusammengepressten Lippen. Wie ähnlich er seinem Vater sah, wenn er so grantig guckte. Liebevoll lächelte sie ihn an.

»Was macht Elise?« Sie selbst konnte die Vierjährige hinter sich nicht sehen und wollte sich ungern zusätzlich das Kreuz verrenken – vor allem bei Daniels heutigem Fahrstil.

Paul warf einen Blick auf seine Schwester und zuckte dann mit den Schultern.

»Schläft.«

»Okay«, erwiderte Emilie und setzte sich wieder richtig in ihren Sitz. Sie griff nach dem Smartphone, das via Bluetooth ohnehin noch mit dem Player ihres Sohnes verbunden war und scrollte durch die gespeicherte Liste der Hörspiele. Schon nach den ersten Sekunden der ausgewählten Folge kam ein »Kenn ich schon« von hinten.

Nach hinten gewandt antwortete sie betont ruhig:

»Du kennst sie alle schon, Liebling, welche möchtest du denn hören?«

»Was?«

»Wie bitte«, korrigierte sie ihn automatisch.

»Häh?« Erst jetzt lüftete er die Kopfhörer. Sie nahm aus dem Augenwinkel wahr, dass ihr Mann das Lenkrad knetete und seine Fingerknöchel vor Anspannung weiß hervortraten.

»Welche Folge?« wiederholte sie daher knapp.

»Kann ich mal die Bilder dazu sehen?« Jetzt riss Daniels Geduldsfaden.

»Wenn er sie ohnehin alle kennt, ist das doch völlig egal, spiel einfach irgendeine«. Sein Tonfall war schneidend und nun war es an Emilie, die Unterlippe vorzuschieben. Um jedoch keinen weiteren Streit am frühen Morgen zu provozieren, sparte sie sich eine Antwort und sah wieder fragend zu ihrem Sohn. Der zuckte nun auch nur noch mit den Schultern und setzte die Kopfhörer wieder auf. Sie seufzte innerlich, wählte die erste und damit älteste Folge aus und drückte auf Play.

[Buchvorstellung einmal anders] Mehr Meer statt Paartherapie von Melanie Amélie Opalka

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Protagonistin Emilie, um mit ihr über das Buch „Mehr Meer statt Paartherapie“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten.
So gern, liebe Claudia, ich bin ganz aufgeregt, ich bin noch nie interviewt worden.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Ich bin Emilie Saager, Halbfranzösin und hab eine ziemlich überraschende Auszeit an der Atlantikküste mit meiner Familie hinter mir.
Beschreibe uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.
Wir sind für ein halbes Jahr nach Frankreich gezogen und da durfte ich erstmal lernen, auf eigenen Füßen zu stehen, dann ein Familiengeheimnis lüften und schließlich versuchen meine Ehe zu retten. Was für ein halbes Jahr …
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?
Ein Glück gab es bei uns keine Düsternis und ganz wenig Drama, aber ich glaub Amélie steht schon drauf, mich immer wieder herauszufordern.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
(Errötet) Oh, ich fand es schon ziemlich süß, dass Pascal mich so gut fand.
Was glaubst du, wie viel Amélie steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?
Oh Amélie liebt Frankreich und besonders die Atlantikküste. Ich glaube im Herzen wäre sie gern Französin.
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Sie ist extrem nett, ich arbeite gern mit ihr. Sie wollte allen Charakteren meiner Familie gleichermaßen gerecht werden und ich finde, wir sind ihr super gelungen.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Nein, gar nicht. Was haben wir gelacht und gespielt und korrigiert und nochmal umgeworfen.
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Ich wusste, glaube ich, viel genauer als Amélie, was ich wollte. Amélie hat Sabine ziemlich in die Irre geführt, bevor sie ihr und mir endlich das Zepter überlassen hat.
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?
Oh, das ist zu schwer und würde auch zu sehr Spoilern. Lies rein und verrat mir doch deines.
Danke für das Gespräch.
So gern :-)

Montag, 1. Mai 2023

[Schnipseltime] Mittsommerlegende - Unerwartetes Glück von Sabine Reifenstahl

 

»Jeder, den ich liebte, alterte und starb«, sagte Magnus.

Jo rückte näher. »Das klingt furchtbar einsam. Ich hab dir versprochen, dass du nicht mehr allein bist.« Beim Aussprechen erkannte er die Ohnmacht in der Aussage. Er würde gleichfalls altern und sterben. »Es muss andere geben wie dich.«

»Ja. Und ich hoffe, dass ich ihnen nie wieder begegne. Sie sind ein weiterer Grund, warum ich mich hier verkrieche. Könnte ich, hätte ich meinen Schöpfer längst vernichtet.«

»Bedeutete das nicht auch dein Ende? In Filmen zerfallen die Vampire zu Staub, wenn ihr Meister getötet wird.«

»Hoffentlich, es erlöste mich von meinem unerfreulichen Dasein.«

Bei der Vorstellung zog sich Jos Magen zusammen. Obwohl er den Mann kaum kannte, ängstigte ihn die Möglichkeit, ihn zu verlieren. »Es wäre furchtbar!«, versetzte er und legte ihm die freie Hand auf den Unterarm.

»Dein Puls rast, als erschrecke dieser Gedanke dich.« Magnus berührte Jos Wange und sah ihm in die Augen. »Warum hast du keine Angst vor mir? Ich bin ein Blutsauger, ein Untoter, eine Schreckensgestalt aus euren Gruselgeschichten.«

»Ich fühle mich bei dir sicher. Und Arie vertraut dir ebenfalls. Mir ist egal, was du bist.«

»Die Dunkelheit zerfrisst die Seele, Jo. Seit Jahrhunderten sehne ich mich nach der Sonne und fürchte sie gleichzeitig. Wenn du wüsstest, was ich getan habe!«


[Buchvorstellung einmal anders] Mittsommerlegende - Unerwartetes Glück von Sabine Reifenstahl

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Magnus und Jo aus „Mittsommerlegende – Unerwartetes Glück“ und deren Autorin Sabine Reifenstahl.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
»Danke, dass du mitten in der Nacht für uns Zeit findest.« Magnus sieht Sabine an. »Vermutlich lässt die Autorin uns ohnehin nicht zu Wort kommen.«
»Immer so pessimistisch«, erwidert sie. »Lächle mal, das steht dir!«
»Du hast doch dafür gesorgt, dass mir das Lachen vergangen ist. Hättest du nicht …?« Ein warnender Blick bringt den Vampir zum Schweigen.
Der kleinere Mann neben ihm seufzt hörbar. »Im Notfall springe ich einfach ein.«
Es wäre schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
»Ich heiße Sabine Reifenstahl und lebe in Mecklenburg. Meine Heimatstadt wird von ihren Bewohnern liebevoll Lütt Pütt, kleine Pfütze, genannt. Es reizte mich, über einen Ort in Mecklenburg zu schreiben, der zum Hotspot des Übernatürlichen wird. Ein Portal spukt immer wieder Wesen aus der Anderswelt aus, die sich in der Kleinstadt an der Elde herumtreiben. Die Idee zu Magnus kam mir schon vor einem Jahr. Er wurde ungewollt in einen Vampir verwandelt.«
»Danke für den Einfall«, sagt Magnus. »Ich kann für mich selbst sprechen. Vor über tausend Jahren arbeitete ich als Schmied. Fremde kamen zu mir, um Schwerter zu kaufen. Ich war von ihnen fasziniert und folgte ihnen. Wäre ich ihnen nur niemals begegnet!«
»Dann hätten wir uns auch nicht getroffen, und das würde ich sehr bedauern. Ich bin Jo Zimmermann, menschlich und Grafiker von Beruf. Das hier ist meine Hündin Arie. Sie hat mich in das Haus geführt, in dem mir Magnus begegnet ist.«
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
»Unsterblichkeit ist eine Last für mich, denn ich bin seit Jahrhunderten allein«, antwortet Magnus. »Das ist immer noch besser, als Menschen zu lieben, denn sie altern und sterben, sind vergänglich wie Asche im Wind. Als mir Jo begegnet, kann ich ihm trotzdem nicht widerstehen.«
Zärtlich lächelt Jo den Vampir an. »Es könnte perfekt sein, wäre da nicht Ulik, dein Schöpfer, der dich immer noch jagt. Es tut mir leid, ich habe ihn zu dir geführt.«
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
»Je mehr ich meine Figuren quäle, desto mehr wissen sie ein Happy End zu schätzen«, erwidert Sabine und fügt mit einem entschuldigenden Lächeln hinzu: »Konflikte zu produzieren ist die erste Regel, die ich übers Schreiben gelernt habe. Wenn alles glatt läuft, warum sollte sich dann jemand für die Geschichte interessieren. Ich möchte, dass meine Leserinnen und Leser mitfühlen und mitfiebern. Dafür nehme ich in Kauf, von meinen Protagonisten gehasst zu werden. Magnus und Jo bedrohen mich wenigstens nicht mit dem Schwert wie andere meiner Figuren, obwohl Magnus durchaus mit einer Klinge umzugehen versteht.«
Habt ihr Lieblingsstellen im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
»Ich kann die Hand nicht vor Augen sehen. Wenn Sie die Absicht haben, mir den Hals zu brechen, gibt es bestimmt verlässlichere Methoden als einen Treppensturz«, zitiert Magnus. »Jo besitzt Sinn für Humor, auch wenn es verdammt unklug war, mir in den Keller zu folgen.«
»So hab ich das nicht gesagt«, verteidigt sich Jo und rollt mit den Augen. »Vielleicht doch. Ich mag die Stelle, als ich herausfinde, was du bist:
»Du solltest jetzt besser gehen!«, sagte Magnus.
»Weil ich drauf und dran bin, dein Geheimnis zu lüften? Ich lass dich nicht im Stich. Mir ist egal, wer oder was du bist.«
Die Worte klangen ehrlich und berührten den Vampir an einer Stelle in der Brust, die vor langer Zeit zu schlagen aufgehört hatte. »Du hast ja keine Ahnung.«
»Dann erklär es mir! Kein Wein, kein Brot, kein Fleisch.« Behutsam drehte Jo die Hand, die er umklammert hielt und bettete die Fingerspitzen auf dem Handgelenk. »Kein Puls«, fuhr er nach einer Weile fort und umschloss Magnus’ Rechte. »Du bist kein schlechter Mensch, weil du nicht menschlich bist, oder?«
»Als Autorin mag ich alles, aber vielleicht ein Zwiegespräch zwischen Nick und den Zwillingen. Ohne zu spoilern, die drei bekommen eine eigene Mittsommerlegende.«
»Die mag ich auch«, versetzt Jo. »Ich bin froh, dass du meinen Freund nicht hast sterben lassen wie vorgesehen.«
»Manchmal kommt es eben anders.«
Sasha trat Nick in den Weg. »Du bist jetzt einer von uns.«
»Was soll das heißen?«
»Dein Schöpfer ist Vergangenheit, doch du stehst noch da. Was glaubst du wohl, warum?«
»Darüber will ich mir lieber keine Gedanken machen.«
»Das ändert nichts an der Tatsache, dass du ein Wolf bist. Du kannst natürlich versuchen, dich allein durchzuschlagen. Aber es wäre unklug. Du würdest untergehen oder Schlimmeres.«
»Ein Wolf? Das halte ich für ein Gerücht. Ich fühle mich wie immer.«
»Vertrau mir, ich rieche es«, antwortete Robin. »Bleib hier und lerne, damit zu leben.« Er legte Nick den Arm um die Schulter. »Keine Angst, wir beißen nicht.«
»Was du nicht sagst. Erklär das deinem Bruder«, gab er zurück. »Der braucht einen Maulkorb!«
Wie viel echte Sabine steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
»In jedem Buch steckt etwas von mir, und mit den Protagonisten kann ich Dinge erleben, die mir ansonsten verwehrt blieben. Das macht den Reiz des Schreibens aus.
Liebe überwindet Grenzen. Es egal ist, wen oder wie wir lieben, Hauptsache wir lieben und sind glücklich.
Meine Überzeugung schimmert bei vielen Büchern durch. Mir ist es wichtig, zu zeigen, dass Liebe die Macht ist, die alles vermag. Daran glaube ich fest, und darüber schreibe ich sehr oft.«
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Magnus zwinkert. »Ich verweigere die Aussage. Wer weiß, was ihr sonst noch einfällt. Rachsucht ist eine Eigenschaft vieler Autoren. Wenn man sie ärgert, landet man ganz schnell in ihrem Suppentopf.«
»Gutmütig«, wirft Jo ein. »Der Abgang von Nick stand schon fest, in allen Einzelheiten. Sie ist zwar nicht besonders freundlich mit ihm verfahren, aber ich bin froh, dass er am Ende überlebte.«
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr als Hauptcharaktere vielleicht sogar Mitspracherecht?
»Der Erste Teil des Titels stand fest: Mittsommerlegende. Anfangs hieß das Buch: Auf vier Pfoten zum Glück. Aber eigentlich wollte ich nicht so viele Worte machen. Magnus kam die Idee mit ›Unerwartet‹, denn ihn überraschte die Begegnung mit Jo. Daher also: Unerwartetes Glück«
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
»Ich fand den ersten Coverentwurf mit Veilchen und Hund auch schön, aber mit einem Bild von Jo und Arie gefällt mir der Bucheinband selbstverständlich besser.«
»Danke für die Blumen, Magnus«, versetzt Sabine. »Es war gar nicht so leicht, die beiden in Pose zu bringen. Und ich meine eher Jo als Arie.«
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Magnus: »Für mich sind es Jos Worte: ›Lieber mit dir in der Dunkelheit als mit jemand anderem im Licht.‹ Das hat mich berührt.«
Jo: »Hätte ich gewusst, was für ein Widerling Nick ist, bliebe dir weiteres Leid erspart. Statt auf dem Rücksitz seines Wagens wäre er geradewegs in der Elde gelandet!« Jo schüttelt den Kopf. »Natürlich wollte ich nicht, dass Magnus Nick etwas tut, das wissen wir beide. Aber die Art wie Magnus das damals sagte … Das klingt doof, oder?«
»Nein, es zeigt, dass auch ein guter Mensch böse Gedanken haben darf«, sagt Sabine. »Glatt polierte Charaktere sind langweilig. Mein Lieblingszitat ist: ›Angst ist eine Klinge, die die Zeit schärft.‹ Je länger man die Furcht zulässt, desto mehr Macht bekommt sie.«
Vielen Dank für das Gespräch
»Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast, liebe Claudia«, erwidert Magnus.
»Hab ich nicht einen höflichen Charakter geschrieben?«, fragt Sabine. »Es hat wieder Spaß gemacht, bei dir, liebe Claudia. Danke!«