
„Makayla,
Kleines, was ist passiert?“, brüllte ich im Losrennen. „Wo verdammt nochmal
bist du? Antworte doch!“
So
sehr ich mich bemühte auf eine Antwort zu lauschen, ich hörte nichts! Doch,
Moment. Da war plötzlich wieder ein hektisches Platschen und Kreischen zu
hören! Und das bei den Temperaturen!
„Wo
zum Teufel bist du?“ So schnell ich konnte, hastete ich zwischen den Bäumen
durch, bis ich an das Ufer eines Flusses kam. Viel zu spät wurde mir der
aufgeweichte Boden bewusst, in dem auch das Fahrrad feststeckte, als ich
ausrutschte und in den Matsch fiel. Hektisch rappelte ich mich auf, machte ohne
nachzudenken einen Satz ins Wasser. Im Sprung sah ich einen dunkel gekleideten,
zotteligen Typen, der voll angezogen hinter Makayla her ins Wasser hechtete,
bevor ich selbst mit einem Aufschrei im Wasser landete.
Panik
ergriff mich, als um mich herum nur eiskaltes Wasser war, von dem eine
ordentliche Ladung in meinen Atemwegen landete. Hustend und spuckend schaffte
ich es mit Mühe, den Kopf kurz an die Luft zu bekommen, bevor ich wieder
versank.
Hektisch
schlug ich mit den Armen um mich, versuchte, irgendwie wieder nach oben zu
kommen. Mir wurde Übel vor Angst und Entsetzen, nicht nur wegen mir, sondern
auch meiner Tochter, die ebenso wie ich in Lebensgefahr schwebte. Die Sekunden
schienen sich zu Minuten zu dehnen und ich war mir sicher, dass ich nun die
letzten Sekunden meines Lebens vor mir hatte.
Weiß
der Sensenmann, wie lange ich strampelte und mit den Armen ruderte, als ich
plötzlich einen starken Arm um mich spürte. „Halt still und beruhige dich!“,
raunte mir jemand energisch, aber mit zittrigem Unterton zu.
Das
sagte diese dunkle Stimme so leicht. Der Typ, hinter dem ich die Worte
vermutete, kämpfte nicht gerade um sein Leben!
„Je
schneller du aufhörst, um dich zu schlagen, um so zügiger kann ich dir helfen.
Also halt endlich still! Zumal es hier so flach ist, dass es für Panik keinen
Grund gibt“, motzte er mich an, während meine Zähne zu klappern begannen.
Mit
Mühe kämpfte ich gegen den Drang an, mich aus dieser beschissenen Situation zu
retten, und meinen Körper ruhig zu halten. Das ging mir gegen jeden
Überlebensinstinkt.
Erst
als ich einen zweiten Arm um meinen Oberkörper spürte, ich so weit angehoben
wurde, dass ich endlich wieder zu Atem kam, gelang es mir, mich halbwegs zu
beruhigen.
Wie
ein nasser Sack wurde ich aus dem Wasser gezogen und am Ufer abgelegt. Nur kurz
tauchte ein bärtiges, von ungepflegtem Haar umgebenes Gesicht in meinem
Blickwinkel auf. Aus diesem schauten mich wunderschöne meerblaue Augen an. Blöd
nur, dass sie einem Kerl gehörten.
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