Samstag, 26. April 2025

[Autoreninterview] Katy J. Michels


Autoreninterview
Katy J. Michels

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo, ich bin Katy oder auch Kathrin und schreibe Fantasy mit all ihren Spielarten. Vor allem aber Urban-Fantasy oder Romantasy. Mein Debütroman „Beyond Light – Welt im Schatten“ ist nur der Startschuss zu weiteren Büchern, die in den nächsten Jahren herauskommen werden und ich freue mich unglaublich auf diese Schreibreise.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Schon als Kind habe ich Geschichten geliebt, ob zum Lesen oder auch zum Erzählen und so war der Schritt zum eigenen Schreiben nicht so weit. Als Jugendliche habe ich dann in Schreibforen für AutorInnen mich weiter vorangetastet und in der 11.Klasse meinen ersten Roman mit 90 Seiten geschrieben, den mein damaliger Deutschlehrer für mich korrigiert hat
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Beyond Light – Welt im Schatten“ ist mein erstes Buch im Genre Fantasy. Unter meinem Realnamen Kathrin Michels sind drei Kinderbücher erschienen, die sich alle um die Kraft drehen, über sich selbst hinauszuwachsen und sich etwas zu trauen.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, es wird auch im Hybrid Verlag 2026 herauskommen. Es wird eine Reihe werden mit vier anderen Autorinnen, wo jede von uns zu einer Rahmenhandlung einen eigenen, abgeschlossenen Roman schreibt.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Lesen, Musik hören oder machen, singen, zeichnen, mit meiner Familie Zeit verbringen und vor allem schreiben.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich liebe Bernhard Hennen, Wolfgang Hohlbein und David Gemmell. Mit ihnen habe ich als Teenager meine Lesereise begonnen. Aber auch das Autorenduo Preston & Child sowie Robert Harris sind tolle Autoren. Seit einiger Zeit zählen aber auch Stella Tack, Franzi Kopka, Christian Handel, Jenny Rubus und Alex J Nitrak dazu.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Mein Schreibplatz ist ein schnöder PC, dessen Tisch ich in der Höhe verstellen kann. Viel wichtiger ist die Musik, die ich zum Schreiben brauche.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Der normale Tag ist ein Chaostag 😉 Eigentlich bräuchte ich 48 Stunden. Normalerweise stehe ich um 5 Uhr morgens auf, mache etwas Sport oder schreibe eine halbe Stunde. Danach ziehe ich mich an und kümmere mich darum, dass mein Sohn aufwacht, bevor wir nach Frühstück in die Kita starten. Danach fahre ich in die Schule bis etwa halb zwei. Um halb drei hole ich meinen Sohn in der Kita ab und es ist Spielezeit bis 19 Uhr. Abends habe ich dann Zeit zum Schreiben.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Lesen und Schreiben decken sich. Fantasy ist mein Hauptgenre. Manchmal juckt es mich aber auch in den Fingern, einen wissenschaftlichen Thriller zu beginnen oder in den Historienroman abzutauchen. Aber Zeit habe ich dafür keine…
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
„Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Island. Es ist für mich das Land, in dem ich mich unglaublich frei und zugleich demütig vor der Kraft der Natur gefühlt habe. Für mich wäre es das perfekte Land zum Leben.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Für mich ist Kritik etwas Wichtiges, denn ohne sie kann ich nicht wachsen. Wenn Kritik sachlich geäußert wird, bin ich immer dafür zu haben.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich habe nicht die Zeit, um das Marketing zu machen, was es bräuchte, um als Selfpublisherin erfolgreich zu sein. Da das Schreiben für mich immer noch Nebenberuf ist und auch erst einmal bleiben wird, bin ich zeitlich einfach gebunden.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich hoffe darauf, mit meinem Buch und der Geschichte darin, viele Menschen bewegen zu können. Es ist ein Thema, das nicht immer leicht ist, aber durch die fantastische Aufarbeitung einen anderen Schwerpunkt bekommt

Freitag, 25. April 2025

[Buchvorstellung einmal anders] Schneewittchens Fluch von Bianca Röschl


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Snowbelle und Liora aus „Schneewittchens Fluch“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Liora: Aber gerne doch, es ist mir eine große Freude, allen die wahre Geschichte von …
Snowbelle: … mir zu erzählen! Deshalb bin ich hier, denn es ist immerhin MEINE Geschichte, auch wenn sie später von den Gebrüdern Grimm verfälscht veröffentlicht wurde.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Liora: Sehr gerne. Ich bin Lady Liora, Witwe des gütigen Lord Dalmans und inzwischen Gattin des mutigen und ehrenwerten König Ziegenbarts.
Snowbelle: Hört nicht auf sie! Ein verlogenes und falsches Miststück ist sie, meine feine Frau Stiefmutter! Hat mich um mein Geburtsrecht betrogen, um das schöne Schloss Applewhiteblack mit all seinen herrlichen Ländereien. Ich bin die rechtmäßige Herrin und wäre Vater nicht im Heiligen Land gefallen, hätte sie mich im Kloster versauern lassen! So schaut’s aus. Falsche Schlange!
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Liora: Eine Neuinterpretation des Märchens „Schneewittchen“, die zeigt, dass wahre Liebe alle Schwierigkeiten überwindet.
Snowbelle: Pah, Liebe! Wie langweilig! In Wahrheit zeigt die Geschichte, wie man auf erfindungsreiche Weise durch Schwarze Magie zu seinem Recht kommt und dass man stets um sein Glück kämpfen muss.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Liora: Sie hat mir wahrlich manch schwere Prüfung auferlegt, denn ich sage euch, es war mitnichten ein Spaß, als goldenes Rehlein vor den Jägern fliehen zu müssen.
Snowbelle: Viel zu gut war sie zu dir! Mir hätte sie viel mehr Macht geben müssen, dann hätte ich die ganze Welt erobern können!
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Liora: Meine Erlösung durch den tapferen König Ziegenbart und sein zärtlicher Kuss danach. Diesen magischen Moment werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen …
Snowbelle: Als mir der Zauberspiegel die Gewissheit brachte, endlich die Schönste im ganzen Land zu sein und Herrin über Applewhiteblack. Welch eine Genugtuung nach all den Jahren!
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Liora: Ich denke, ein stückweit ihrer Seele steckt in allen Charakteren, welche sie zu ihrer eigenen Welt und eigenen Geschichte verwebt hat.
Snowbelle: Die Autorin trägt keinen einzigen Funken Magie in sich. Was also fängt sie mit einer magischen Welt an? Nichts, absolut gar nichts! Aber ich kann sie gerne als gelehrige Schülerin und Dienerin aufnehmen, nachdem mein treuloses Fliegenfresserchen abgehauen ist.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Liora: Warmherzig, romantisch und fantasievoll …
Snowbelle: Leider nicht ganz so sadistisch und kaltblütig, als dass ich sie auf die dunkle Seite der Magie ziehen könnte.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Liora und Snowbelle: Der Titel stand von Anfang an so fest.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Liora: Wenngleich es mir lieber gewesen wäre, das Cover hätte mein Bildnis geschmückt, so muss ich doch eingestehen, dass es Snowbelle treffender nicht zeigen könnte: Haut, so zart wie frisch gemolkene Milch, Haare so schwarz wie das Federkleid eines Raben und Lippen so dunkel wie reife Kirschen. Und ihre Augen erst! So finster wie ihre verkommene Seele!
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Liora: „Meine geliebte Liora, ich habe Euch inzwischen lieber gewonnen als alles andere auf dieser Welt und bitte Euch daher aus tiefstem Herzen: Kommt mit mir auf mein Schloss und werdet meine Gemahlin.“
Snowbelle: „Mägdlein, Mägdlein dort vor mir, Ihr seid wahrlich die Schönste hier.“
Danke für das Gespräch
Liora: Nehmt auch meinen Dank für dieses sehr angenehme Gespräch.
Snowbelle: Und vergesst nicht, nochmals extra zu betonen, dass ich, Snowbelle, Lady von Applewhiteblack, die Schönste im ganzen Land bin. Das soll jeder wissen.

[Autoreninterview] Bianca Röschl


Autoreninterview
Bianca Röschl

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo, ich bin Bianca Röschl, geboren in Blaubeuren, aufgewachsen in Laichingen und lebe und arbeite als Diplom-Archivarin (FH) in Reutlingen (Baden-Württemberg).
Bei den Infinity Gaze Studios sind bisher meine kompletten Bücher erschienen. Darüber hinaus habe ich auch zahlreiche Kurzgeschichten in verschiedenen Verlagsanthologien veröffentlicht in den Genres Fantasy, Märchen, Horror sowie Kinder- und Weihnachtsgeschichten.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das ist etwas kompliziert, weil mehrere Faktoren gleichzeitig zusammenkamen 😊 Daher die Kurzversion: Es war eine Mischung aus sinnvoller Beschäftigung in schlaflosen Nächten, ein Klostergespenst in Österreich, welches seine eigene Geschichte bekam sowie die Märchen von Kate Morton in „Der verborgene Garten“.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher gibt es von mir fünf Bücher, alle veröffentlicht bei den Infinity Gaze Studios:
- Runentanz
- Runenfluch
- Runenkuss (in welchem der schwäbische Comedian und Synchronisationskünstler Dominik Kuhn alias Dodokay einen Gastautritt hat)
- Schlaf, Püppchen, schlaf
- Schneewittchens Fluch
Bis aufs „Püppchen“ sind alle Bücher Fantasy/Märchen, nur das „Püppchen“ ist ein kleines Schreibexperiment im Bereich Thriller für Erwachsene.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Nicht direkt. Ich bin eher dabei, ein paar Schubladenwerke zu überarbeiten und ihnen den letzten Schliff zu geben, damit sie endlich auch einmal veröffentlicht werden können.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Lesen, auf Flohmärkte gehen, Lektorendienst in der katholischen Kirche, Kultur (Konzerte, Theater, Musical, Auftritte von Comedians, Ausstellungen), Familie und Freunde treffen sowie Katze knuddeln!
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich lese gerne die Bücher von Kate Morton mit dunklen Familiengeheimnissen und die von Dan Brown. Mein absolutes Lieblingsbuch ist „Vom Winde verweht“ von Margaret Mitchell und ich liebe natürlich den Film dazu.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Wenn ich schreibe, dann in meinem Büro zu Hause. Da habe ich meine Ruhe und kann ganz bequem auf meine über 800 Bücher zurückgreifen, im Falle ich mal was recherchieren muss.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Unter der Woche morgens um halb fünf aufstehen, so dass ich meist nach 6 Uhr im Archiv bin. Abends heimkommen, essen, kurze Familienzeit, dann ein wenig Sport und ab ins Bett. Geschrieben wird am Wochenende, je nachdem wie viel Zeit mir da zur Verfügung steht.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Wie bereits erwähnt, lese ich gerne Bücher über Herrenhäuser und dunkle Familiengeheimnisse oder auch antiquarische Bücher um 1900 herum sowie historische Sachbücher. Mein bevorzugtes Genre beim Schreiben ist Fantasy, gerne vermischt mit Horrorelementen oder als Märchenadaption.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Sagen wir es einmal so: Ein direktes Lieblingszitat habe ich nicht. Aber würde man mich nach einem meiner schönsten Buchzitate fragen, dann würde ich folgendes aus meinem Märchen „Der Tee des wahren Glücks“ nennen: „Glück ist ein Geschenk, das man erhält, wenn man es am wenigsten erwartet.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Mein Lieblingsland ist Österreich, weil ich dort Verwandtschaft habe, die ich jedes Jahr besuche. Somit ist Niederösterreich inzwischen meine zweite Heimat geworden.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Konstruktive Kritik nehme ich gerne an, wenn ich dadurch Dinge besser machen kann.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Mein erstes Buch RUNENTANZ hatte ich zu Beginn tatsächlich im Selfpublishing herausgebracht. Aber ich muss gestehen, die ganze Gestaltung und Arbeit rund um die Buchgestaltung und Veröffentlichung liegt mir nicht so, von dem her fühle ich mich bei meinem aktuellen Verlag glücklich aufgehoben. Und eines muss man den Infinity Gaze Studios lassen, schöne Bücher machen können sie 😊
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Egal, ob Ihr nun meine Bücher lest oder andere: Lasst niemals Eure Fantasie verkümmern, sondern taucht ein in die vielfältigen Welten der Bücher und lasst Euch von ihnen verzaubern.

Donnerstag, 24. April 2025

[Buchvorstellung einmal anders] Westcliff Academy - In jedem Leben von Jenn Roberts


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Jenn Roberts, um mit ihr über ihr Buch „Westcliff Academy 2 - In jedem Leben“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Hallo Claudia. Sehr gerne. Ich freue mich drauf.
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
„Westcliff Academy – In Jedem Leben“ ist der zweite Teil einer Trilogie um ein Mädchen, das als einzige weiß, was in jener Nacht wirklich passiert ist, als Atlantis verschwand, doch sie erinnert sich nicht. In diesem Zwischenband versucht sie herauszufinden, wer sie eigentlich ist, wer sie in ihren vorherigen Leben war und was ihre Liebe zu Danny Timaios, dem bestaussehendsten Jungen an der Westcliff Academy, ausmacht. Es ist eine Liebesgeschichte durch alle Zeiten, aber auch so viel mehr. Freundschaft, Erwachsenwerden, Identitätsfindung, Verantwortungsbewusstsein – all das sind Themen, die ebenfalls darin vorkommen.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Beides hat seine Vorzüge. Ich denke, bei mir ist es stark stimmungsabhängig, was mir leichter fällt. Manchmal finde ich diese cozy moments total schön zu schreiben, wenn alles locker-flockig und romantisch ist. Und dann gibt es Zeiten, in denen ich Drama über Drama brauche, um in den Schreibflow zu kommen.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Es ist dieser Moment im dunklen Korridor, als Danny Ariana findet, die zuvor durch die Zeit gereist ist. Er hat sich Sorgen gemacht und lässt endlich zu, dass sie sich näher kommen. Doch dann taucht René auf, Arianas Ex-Freund, und unterbricht die beiden. Es entbrennt eine Schlägerei zwischen den Jungen, die wesentlich tiefer geht als nur aus der Situation heraus. Ariana ist es schließlich, die sie gekonnt meistert und den Streit beilegen kann.
Wie viel echte Jenn steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Ariana ist wie ich mit 17 Jahren, voll von Ängsten und Zweifeln und auf der Suche nach sich selbst.
Dann ist da die Sache mit Atlantis. Schon als Jugendliche hat mich diese alte Sage fasziniert. Irgendwo soll es ein Land / eine Insel gegeben haben, das so viel fortschrittlicher war, aber innerhalb einer Nacht und eines Tages von der Erdoberfläche verschwand. Niemand weiß, ob es wirklich existiert hat, aber wenn ja, wo ist es jetzt? – Die Suche nach Atlantis ist ein zentrales Motiv der „Westcliff-Trilogie“.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Jenn: Bitte – haut raus.
Danny: Sadistisch.
Ariana: Grausam. Wenn ich an den dritten Teil denke, grausam, Jenn. Das Ende vom zweiten Teil war gemein. Wirklich.
René: Absolut. Das hätte durchaus anders enden können.
Danny: Keine Ahnung, warum du den Abschlussball auf diese Weise hast enden lassen, Jenn. Wir hätten uns so viel vom dritten Teil ersparen können, wenn du einfach eine cozy-romantische Tanzsszene geschrieben hättest.
Jenn: Du hast dir gerade selbst deine indirekte Frage beantwortet, Danny ….
Danny: Sadistisch, ich sag’s ja.
Ariana: Aber dann hat sie doch ein gutes Herz und führt uns alle zurück. Zurück zu uns.
Jenn: Also bin ich im Grunde eine von den Guten 😉
René: Nein.
Danny: Ein bisschen.
Ariana: Ja.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Eigentlich hieß die Trilogie „Time Girl“ – weil das der Kosename ist, den Danny Ariana gibt und weil sie diejenige ist, die durch die Zeit reist, um sich selbst zu finden.
Die Westcliff Academy ist im Prinzip nur das Setting, Unterricht, Freundschaft, ein altes Elite-Internat an der britischen Westküste. Die Untertitel „Ich rette dich“, „In jedem Leben“ und Das-verrate-ich-noch-nicht sind für mich die eigentlichen Titel der jeweiligen Teile.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich liebe die Cover. Sie werden von Band zu Band heller, weil Ariana erst im Dunkeln tappte, um schließlich immer mehr hinter die Wahrheit zu kommen. Immer mehr Licht wird ins Dunkel gebracht, im übertragenen Sinne.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Es gibt mehrere:
„Schickst du mich wieder zu ihm?“, wisperte ich.
Dannys Blick brannte sich in meinen. „Nein.“ Seine Stimme hatte einen zärtlichen Ton angenommen und fuhr mir geradewegs ins Herz. „Es ist ganz allein deine Entscheidung.“

Der erste Blick in seine dunklen Augen ließ es jedes Mal geschehen. Wir sahen und erkannten uns. Immer. In jedem Jahrhundert bei jedem ersten Blick.
„Wählst du ihn, wählst du die Schatten und zerstörst dich selbst. Wählst du dich und das Licht, bist du in der Lage, Atlantis zu retten und es zurückzubringen.“
Danke für das Gespräch.
Ich danke dir für das Interview, liebe Claudia. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Mittwoch, 23. April 2025

[Schnipseltime] Toxisch - Denn du bist mein Gott von A. C. Ozera


 

Das breite Doppelbett ist das erste, was ich sehe, als ich in das Zimmer gestoßen werde.

Das nennt man wohl gut konditioniert.

Als Nächstes richten sich meine Augen auf den Vampir im Raum. Ich sehe ihm nicht ins Gesicht, aber was ich sehe, ist irritierend, denn er würdigt mich keines Blickes, sondern sitzt seelenruhig an einem Schreibtisch aus dunklem Holz und schreibt irgendetwas auf ein Blatt Papier.

Vorsichtig hebe ich den Kopf. Er trägt klassische Jeans sowie ein graues Hemd und seine dunkelblonden Haare sind an den Seiten kurz rasiert. Als er sich endlich dazu herablässt, aufzusehen, fixieren mich blaue Augen, die Iris umrahmt von dem charakteristischen dunkelroten Ring eines Vampirs.

Ich kann nicht anders; reflexartig zuckt mein Blick Richtung Boden. Unnötigerweise, denn er hat sich bereits dem Vampir zugewandt, der mich hergeschleift hat.

Ich verstehe die Worte nicht, die die beiden miteinander wechseln, aber auch so ist anhand des folgenden, knappen Dialogs klar, wer hier das Sagen hat. Und das ist definitiv nicht der Typ, der noch immer meinen Oberarm umklammert, als erwarte er, dass ich jeden Moment auf ihn losgehe.

Als hätte ich die Energie für einen Fluchtversuch.

Im nächsten Moment löst sich der Griff und Sekunden später bin ich mit dem fremden Vampir alleine. Er wirft einen kurzen, interessierten Blick auf meinen Arm, an dem Fingerabdrücke als heftige Blutergüsse zu sehen sein müssen, dann wendet er sich wieder den Papieren auf seinem Schreibtisch zu.

»Rechts von dir ist das Bad. Geh duschen.«

Ich zucke zusammen. Keine Ahnung, was mich mehr schockiert: Die Tatsache, dass er nicht direkt über mich herfällt – ja, mich kaum eines Blickes würdigt – oder, dass er Englisch mit mir spricht. Es sind die ersten englischen Worte, die ich höre seit ... Wochen? Monaten? Jahren? Ich habe keine Ahnung, wie lange ich schon hier bin, geschweige denn, in welchem Land ich mich befinde, aber eins ist sicher: Amerika ist es nicht mehr. Ich verstehe hier kein Wort, doch wenn ich raten müsste, würde ich auf Russisch tippen. Bisher bestand die einzige Kommunikation – abgesehen von Schlägen oder ähnlich spaßigen Dingen – aus unverständlichen Worten, die mir wüst entgegengeschrien wurden. Einige Wörter haben sich dabei eingeprägt, aber ob dieser kleine Wortschatz mir außerhalb dieser Mauern etwas bringen würde, wage ich doch stark zu bezweifeln.

»War irgendetwas an meiner Aussage missverständlich?«

Ich zucke erneut zusammen, als der Vampir mich wiederholt anspricht, obwohl er nicht einmal die Stimme erhebt und keinerlei Anzeichen macht, näherzukommen. Stattdessen hebt er lediglich eine Braue.

Schnell schüttele ich den Kopf und gehe mit unsicheren Schritten ins Bad.

 

Trotz der stechenden Schmerzen auf meiner gereizten Haut fühlt sich das warme Wasser so angenehm an, dass ich am liebsten für immer hier stehen bleiben möchte. Es ist die erste richtige Dusche seit meiner Gefangenschaft, denn mit eiskaltem Wasser aus einem Schlauch abgespritzt zu werden, ist nicht ganz dasselbe. Und wann ich das letzte Mal meine Ruhe dabei hatte, ohne, dass jemand mich begaffte, weiß ich auch nicht mehr. Nur leider muss ich hier irgendwann wieder raus, wenn ich nicht will, dass der Vampir, von dem mich nur eine unverschlossene Tür trennt, kommt und mich eigenhändig hier herausschleift. Oder mir Gesellschaft leistet.

Wehmütig stelle ich das Wasser ab, verlasse die Dusche und greife nach einem Handtuch. Schnell drehe ich mich vom Spiegel weg, der über dem Waschbecken hängt. Ich will gar nicht wissen, wie mein Körper aussieht. Mir ist auch so klar, dass ich furchtbar aussehe, danke. Nie habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was Vampirgift ausgerechnet mit meiner Haut anstellen würde – man sollte meinen, ich hätte wichtigere Probleme – aber Fakt ist: Es sieht absolut grauenhaft aus. Vom Hals abwärts bis zur Hüfte ist praktisch jeder Zentimeter Haut von Bissnarben bedeckt. Dass mein Hals nicht ebenfalls völlig zerbissen ist, liegt nur an dem schmalen Metallhalsband; ein massives Eisenteil, das hinten mit einer metallenen Schnalle verschlossen wird, die sich durch Knopfdruck öffnen lässt. Den Knopf habe ich bereits vor einer Ewigkeit gefunden, nur passiert leider nichts, wenn ich drauf drücke.

Zusätzlich zu den Bissnarben ist mein ganzer Körper mit blauen Flecken und Striemen in allen möglichen Stadien der Heilung bedeckt. Auch, wenn meine Selbstheilungskräfte im Gegenzug zu denen eines Menschen enorm sind, brauchen gewisse Verletzungen ein paar Stunden bis Tage, um vollständig abzuheilen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass das Gift, das mir andauernd verabreicht wird, meinen Körper ziemlich durcheinanderbringt und die Heilung nicht gerade beschleunigt.

Mir war klar, dass es der blanke Horror werden würde, damals, von dem Moment an, in dem ich gefangen wurde.

Wie recht ich hatte, hätte ich mir in meinen schlimmsten Albträumen nicht ausmalen können. Denn, ja; egal, wie viele offizielle, sorgfältig ausgetüftelte Abkommen es zwischen Wandlern, Vampiren und Menschen auch immer geben mag, wurde uns schon als Kinder eingetrichtert, dass Vampire gefährlich sind. Monster. Unsere Feinde. Aber für mich waren das nichts als Schauergeschichten. Denn auch, wenn sie genauso zur Gesellschaft gehören wie wir und sich an allen öffentlichen Orten blicken lassen könnten, halten sie sich sehr bedeckt. Ich habe als Kind nie einen zu Gesicht bekommen.

Das Problem an der Sache ist, dass man als Vampir ziemlich lange leben kann. Unendlich lange, wenn man es gut anstellt, während wir relativ menschlich aufwachsen, altern und nur ein paar Jahre über der menschlichen Lebenserwartung sterben. Dementsprechend existieren – passt besser als leben, meiner Meinung nach – nicht gerade wenige Blutsauger, die sich noch persönlich an die Zeit erinnern, in der sich Vampire und Wandler euphorisch und mit großem Brimborium bekriegt haben. Auch, wenn das nicht nur Jahrzehnte, sondern mindestens ein Jahrhundert her ist. Für diese sind es keine Geschichten, die man Kindern erzählt, damit sie artig sind. Es handelt sich um wahre Erinnerungen und einige dieser Vampire sind ... dezent nachtragend, könnte man sagen. Und gelangweilt, offensichtlich, denn irgendeiner dieser blutsaugenden Arschlöcher ist in seiner ewig währenden Monotonie auf die glorreiche Idee gekommen, dass das ständige Spenderblut doch eigentlich unter seiner Würde ist. Und er da ja auch noch irgendeine Rechnung mit uns Wandlern offen hat, scheiß egal, dass von denen, die er mal bekriegt hat, keiner mehr lebt ... Tja. So kann eins zum anderen führen. Ein bisschen verjährter Groll, ein bisschen Sippenhass, ein bisschen Langeweile, ein bisschen Verlangen nach Abwechslung auf der Speisekarte ... und schon landet man gequält, gebissen und gefoltert unter einem Vampir.

Nachdem ich mich abgetrocknet und es geschafft habe, mich von all den wunderbaren Gedanken loszureißen, zögere ich kurz, bevor ich mir mit dem Handtuch ein letztes Mal durch mein dunkles Haar fahre und es dann auf eine Ablage lege. Wozu sich die Mühe machen, es mir umzubinden? Er wird es mir ohnehin wieder abnehmen.

Kurz schließe ich die Augen, bevor ich durch die Tür zurück ins Zimmer trete. Hilft ja alles nichts. Je schneller ich ihm gebe, was er zweifellos wollen wird, desto eher ist es vorbei.

Nach zwei Schritten, in denen er mich weiterhin nicht beachtet, bleibe ich irritiert stehen und warte. Es dauert ein paar Sekunden, in welchen ich immer verwirrter werde, bis der Vampir sich endlich zu mir herumdreht. Zum ersten Mal sieht er mich genau an, mustert meinen nackten Körper von oben bis unten. Dann nickt er mit dem Kopf Richtung Bett. Ich beiße bereits die Zähne zusammen, als der Inhalt seiner nächsten Worte bei mir ankommt.

»Zieh dich an.«

Tonlos starre ich auf die Klamotten, die auf dem Bett liegen und erst jetzt in meinen Fokus treten. Er will was von mir?

»Du darfst auch gerne nackt bleiben, wenn dir das besser gefällt. Ich habe damit kein Problem.«

Erneut zucke ich bei seinen Worten zusammen, so entspannt sie auch ausgesprochen sein mögen, und greife mir hastig die Kleidungsstücke. Schwarzes T–Shirt, schwarze Hose. Subtil. Nach Unterwäsche zu fragen, wäre wohl etwas zu viel des Guten.

Die Kleidung fühlt sich seltsam an auf meiner empfindlichen Haut. Keine Ahnung, wann mir das letzte Mal Klamotten erlaubt wurden. Vorher.

Ich presse kurz die Augenlider zusammen. Das ist nichts, woran ich denken möchte.

Es ist vorbei. Das hier ist jetzt Realität, für den Rest deines erbärmlichen Lebens. Finde dich damit ab.‹

Als er aufsteht, huscht mein Blick in seine Richtung und instinktiv spannt sich jede Sehne meines Körpers an, bereit für Kampf oder Flucht. Habe ich nicht in all der Zeit, die ich hier bin, gelernt, dass beides unmöglich ist?

Der Vampir beachtet mich nicht weiter, sondern geht an mir vorbei zur Tür. Erst da wendet er sich noch einmal um. »Du darfst dich frei im ganzen Apartment bewegen, aber lass die Finger von meinem Schreibtisch. Und ich würde dir davon abraten, es mit der Tür oder dem Fenster zu versuchen.«

Dann ist er verschwunden.

[Buchvorstellung einmal anders] Toxisch - Denn du bist mein Gott von A. C. Ozera



Buchvorstellung einmal anders


Nach dem Autoreninterview drückt mir A. C. Ozera ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Toxisch – Denn du bist mein Gott“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Hi. Na ja, nachdem meine Autorin gerade schon mit meinen Nachfolgebänden beschäftigt ist, habe ich ja Zeit …
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Ich bin kein Roman für schwache Nerven oder Leute, die gerne kitschige Bad-Boy-Romanzen lesen wollen. Ich bin ehrlich, düster, emotional und kein Buch, das man mal eben zum Abschalten liest.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Also, wenn ich mir meinen Inhalt so anschaue … wohl eher düstere Situationen. In mir herrscht die meiste Zeit nicht gerade die herzlichste Stimmung, aber genau diese Gedanken sind es, die möglichst schnell aus ihrem Kopf raus und aufs Papier müssen.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Tatsächlich mag ich die ersten „Annäherungen“ von Jesse und Damen sehr gerne, weil Damen noch nicht so genau einschätzen kann, was da auf ihn zukommt und seine Grenzen austestet. Da sind sehr viele Emotionen im Spiel: Angst, Unsicherheit, Hoffnung ...
Weißt du wie viel A. C. Ozera tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Ich hoffe, eher wenig, sonst würde ich mir ernsthafte Sorgen machen. Hier sind die meisten Personen psychopatische Entführer oder müssen umgekehrt echt viel mitmachen … Generell ist sie wohl eher niemand, die sich selbst als ihre Protagonistin schreibt.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Hm. Also, generell ist sie sehr kreativ und immer zu versunken in neue Ideen, damit ihren Lesern und auch Charakteren nicht langweilig wird ...
Damen kommt aus dem Buch „Ähm, hallo? Wir werden hier entführt, gefoltert, unter Drogen gesetzt …? Also, von Langeweile kann da keine Rede sein!“
Okay, okay … dann … ist sie unterhaltsam mit einem Hauch zum Sadismus?
Damen brummt etwas schwer verständliches. „Ein Hauch ist gut ...“
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Der stand mehr oder weniger von Anfang an fest. Beziehungsweise hieß es am Anfang noch „Denn ich bin dein Gott“, nicht umgekehrt. Tatsächlich ist er inspiriert von einem Bibelzitat, auf das A. C. Ozera gestoßen ist: „Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott.“
Hat direkt gefunkt, sozusagen.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ja! Sieht doch super aus, oder?
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
„Warst du gerade ficken, als die Empathie verteilt wurde?“
Weil man gerade in einem so düsteren Buch jeden Galgenhumor mitnehmen muss ;)
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch antwortet. Leise flüstere ich dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«

[Autoreninterview] A. C. Ozera


Autoreninterview
A. C. Ozera

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hi, ich bin A. C. Ozera und schreibe Gay Dark Romantasy – allerdings die eher ungewöhnliche Sorte, in der die Romantik lange auf sich warten lässt und das Seelenleben der Protagonisten im Vordergrund steht. (Und das nicht im netten Sinne.)
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe als Kind „Tintenherz“ von Cornelia Funke gelesen und wollte auch Geschichten schreiben können, die so toll sind, dass man sie mit einer „Zauberzunge“ zum Leben erwecken kann … draus geworden sind erst mal etliche unvollendete Geschichten und jahrelange Online-Rollenspiele.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Toxisch – Denn du bist mein Gott“ ist mein Debütroman und handelt von einer Gesellschaft, in der Menschen, Vampire und Gestaltwandler angeblich friedlich zusammenleben – doch hinter den Kulissen entführen die Vampire die ihnen unterlegenen Wandler und machen sie zur ihren Wachhunden, Sexsklaven … und „Mittagessen“. Der Hauptprotagonist Damen landet jedoch bei einem sehr speziellen Vampir, der ihn nicht mit körperlicher Gewalt, sondern mit Gaslighting und Abhängigkeit gefügig machen möchte.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Da „Toxisch“ eine Reihe ist, arbeite ich parallel an mehreren Bänden. Gerade schreibe ich die Rohfassung des vierten Bandes.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben und Lesen ;) Ansonsten gehe ich gerne schwimmen und bastele BookNooks zusammen.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Mein absolutes Lieblingsbuch ist „Die Prinzen“ von C. S. Pacat. Wenn ich so in mein Regal schaue, steht da ansonsten noch viel von Vaelis Vaughan, Katy Raze, K. A. Merikan, Arya J. David und – nicht wirklich dazu passend – Cornelia Funke und Ursula Poznanski. Ich bin tatsächlich mittlerweile eine sehr wählerische Lesern und lese lieber ein gutes Buch ein dutzend Mal, bevor ich mich durch eines quäle, dass mich nicht zu 100% abholt …
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ganz unkreativ auf der Couch. Manchmal läuft im Hintergrund noch der Zimmerbrunnen, als entspannende Geräuschkulisse.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich stehe für meine Verhältnisse viel zu früh auf, dann folgen Arbeit, Haushalt und was sonst so anfällt - dann kommt endlich abends meine Schreibzeit.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Aktuell in beiden Fällen Dark Romantasy. Ändert sich bei mir aber auch immer mal …
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
„Sei du selbst die Veränderung die du dir wünscht, auf dieser Welt“ – Mahadma Gandhi. Und aus meinem Buch … hm. Am ehesten wohl: „Im Ernst, wer denkt sich so einen sadistischen Mist aus?“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Nein, ich bin da nicht so wählerisch. Hauptsache, es gibt gutes Essen 😊
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Eigentlich schon, aber ich nehme mir Kritik auch schnell zu Herzen. Je konstruktiver sie verpackt ist, desto „neutraler“ kann ich sie sehen und daraus etwas mitnehmen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Die Themen, die in meinen Büchern angesprochen werden, sind sehr speziell und würden wohl allerhöchstens bei spezifischen Nischenverlägen in Frage kommen. Und für diese enthalten sie vermutlich zu wenig „gängigen“ Spice und sind noch dazu queer … schwierige Mischung. Probiert habe ich es allerdings nicht, vielleicht wage ich das irgendwann noch. Aber an sich finde ich es toll, dass ich so alles selbst entscheiden kann, auch wenn es gerade beim 1. Buch sehr viel Arbeit ist.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Wenn ihr euch für genauso ungewöhnliche Themenkombinationen in Büchern interessiert wie ich, scheut euch nicht, derartige Bücher zu lesen (und natürlich zu schreiben, wenn euch danach ist). Auch, wenn sie sich nicht in jeder gängigen Buchhandlung finden lassen!