Donnerstag, 23. Juli 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Zwischen Sehnsucht, Begierde und Angst - Ungeahnte Tiefen (Vegas 1) von Jay J. Walker

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Jake, Jay und Spot aus „Zwischen Sehnsucht, Begierde und Angst – Ungeahnte Tiefen (Vegas 1)“ und deren Autorin Jay J. Walker.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Jay: Sie sieht Jake mit erhobener Augenbraue an. »Brauchst Du Hilfe, oder schaffst du das allein?«
Jake: »Ich bin Cop, das werde ich jawohl noch hinkriegen!«
Spot schaut zwischen den beiden hin und her.
Ich hatte ein langes Gespräch mit eurer Autorin, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Jay: »Also, das ist Jake …«
Jake: »Hatte ich nicht gerade gesagt, dass ich das alleine schaffe? Hi, ich bin Jacob Daniel Coulson, bin 34 Jahre jung und Police Officer beim LVMPD.«
Jay: »Das war alles? Name, Alter und Dienstgrad? Ich glaube nicht, dass die Leser das interessiert!«
Jake: Er rollt mit den Augen. »Willst du's übernehmen? Bitte.«
Jay: »Gerne. Jake ist eigentlich ganz nett, wenn man …«
Jake: »Soll ich dann auch was zu dir sagen?«
Jay: »Was soll das jetzt?«
Jake: »Das ist Jay. Sie stolpert über flache Teppiche. Über gar nichts. Über Luft. Ich hab in den letzten Tagen mehr Zeit damit verbracht, mir Sorgen zu machen, dass sie sich beim Treppensteigen umbringt, als bei der Arbeit.«
Jay: »Das ist übertrieben.«
Jake: »Letzte Woche. Küche. Kein Grund, kein Hindernis. Einfach so.«
Jay: »Ich war müde!«
Jake: »Sie ist immer müde. Vor dem zweiten Kaffee ist mit ihr sowieso nicht zu reden. Ich hab gelernt, ihr morgens keine wichtigen Fragen zu stellen. Oder scharfe Gegenstände zu geben.«
Jay: »Das war ein mal.«
Jake: Er lacht laut.
Jay: »Okay, gut. Dann reden wir mal über dich. Er lässt einfach alles liegen. Schuhe. Jacke. Waffengurt. Mitten im Weg. Ich glaube, die Hälfte meiner Stolperunfälle geht direkt auf sein Konto.«
Jake: »Das ist nicht …«
Jay: »Deine Stiefel standen heute Morgen mitten im Flur.«
Jake: »Okay, das war ich.«
Jay: »Siehst du.«
Jake: »Trotzdem stolperst du auch ohne meine Stiefel.«
Jay: »Nicht der Punkt.«
Jay: »Und dann ist da noch Spot. Unser Gecko. Er sitzt meistens irgendwo, wo man ihn nicht erwartet, und beobachtet uns beide beim Streiten, als wäre das seine Lieblingsserie.«
Jake: »Er liebt Marmelade … und mich.«
Jay: »Weil du ihn immer bestichst! Aber egal. Ich bin übrigens Jay und 29 Jahre alt. Trotz dem Chaos, der in meinem Leben schon Überhand nimmt, habe ich mir Jake ans Bein gebunden – mehr Chaos geht also nicht.«
Jake: »Das solltest du nicht zu laut sagen!«
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Jay: »Gut, dann jetzt zum Buch. Kurz gefasst.«
Jake: »Zwei Menschen, zwei Kontinente. Wir hätten uns beinahe verpasst, wenn ich nicht einen Flug geschwänzt hätte.«
Jay: »Das war jetzt nicht kurz genug.«
Jake: »Okay. Liebe trotz allem, was dagegenspricht.«
Jay: »Besser. Aber vielleicht sollten wir noch erwähnen, dass es in Las Vegas spielt – nicht nur Glitzer und Spieltische, sondern auch die Seiten der Stadt, die keiner sieht.«
Jake: »Und dass wir beide unsere eigenen Dämonen mitbringen. Manche laut. Manche leise. Manche in sexy Uniform.«
Jay: »Es geht um Angst, nicht um Uniformen, du Quatschkopf!. Und darum, sich trotzdem zu zeigen.«
Jake: »Kurz gesagt: Wir kämpfen. Wir scheitern. Wir bleiben.«
Jay: »Das war jetzt fast ein bisschen zu poetisch für dich.«
Jake: »Einmalig. Zitiere mich nicht.«
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Ich sie quälen? Ganz ehrlich? Sie quälen mich! Ich glaube ab Seite 70 oder so des ersten Bandes hatte ich kaum noch Mitspracherecht darüber, was passieren sollte. Warum es nicht einfach und schön ist? Weil das Leben nun mal nicht immer so spielt!
Ich hatte ehrlich gesagt geplant, dass es an einer bestimmten Stelle ruhiger wird. Ein Kapitel zum Durchatmen, sozusagen. Und dann saß ich da, die Finger auf der Tastatur, und plötzlich passierte etwas, das ich so nicht vorgesehen hatte. Ich habe noch versucht dagegenzuhalten – umgeschrieben, gelöscht, neu angesetzt. Aber es fühlte sich falsch an, es wegzulassen. Also habe ich aufgehört, dagegen anzukämpfen, und einfach zugelassen, dass die Geschichte macht, was sie will.
Vielleicht ist das der eigentliche Grund: Ich will keine perfekten Menschen, denen nichts passiert. Ich will Menschen, die sich trotzdem entscheiden, weiterzumachen – gerade, weil es schwer ist. Das interessiert mich mehr als eine glatte Geschichte ohne Ecken und Kanten.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Jay: »Meine Lieblingsstelle ist die am Pool.«
Jake: »Die, bei der du einen Faustschlag ins Gesicht bekommen hast? Das ist deine Lieblingsstelle?«
Jay: »Nicht der Schlag, du Klugscheißer. Der Moment danach. Wie süß du warst.«
Jake: »Ich war genervt.«
Jay: »Du hast mein Gesicht angefasst, als könnte ich zerbrechen. Das war nicht genervt.«
Jake: »Das war Erste Hilfe. Meine Lieblingsstelle ist der Bungeesprung.«
Jay: »Die, bei der ich fast wieder umgedreht bin?«
Jake: »Genau die. Du bist direkt in meine Arme gelaufen.«
Jay: »Das war ein Unfall.«
Jake: »Ein Unfall, bei dem du dich an mir festgeklammert hast wie an einem Rettungsring.«
Jay: »Du warst genauso nervös wie ich.«
Jake: »Ich hab's aber besser versteckt.«
Jay: »Na, versteckt hast du da nicht viel … Egal. Meine Szene ist besser.«
Jake: »Meine hat wenigstens keine Verletzung mit sich gebracht.«
Jay: »Meine hat gezeigt, wie du wirklich bist, wenn's drauf ankommt.«
Jake: »Meine hat gezeigt, dass du auch ohne Faustschlag Chaos anziehst.«
Jay: »Das ist nicht dasselbe Argument.«
Jake: »Ist es doch.«
Jay: »Ist es nicht.«
Wie viel echte Jay J. steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Mehr als mir lieb ist und dann auch wieder weniger als mir lieb ist.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Jake: »Gnadenlos.«
Jay: »Das ist unfair.«
Jake: »Sie hat dir einen Faustschlag verpasst und uns von einem Wolkenkratzer springen lassen. Am gleichen Tag!«
Jay: »Sie ist halt kreativ.«
Jake: »Sie ist eine Sadistin mit Laptop, die vorwiegend nachts arbeitet. Vermutlich denkt sie sich unsere schlimmsten Momente aus, während normale Menschen schlafen.«
Jay: »Das erklärt einiges.«
Jake: »Nämlich?«
Jay: »Warum unsere dunkelsten Szenen sich anfühlen, als kämen sie aus echter Dunkelheit. Um drei Uhr morgens ist man ehrlicher. Sie hat uns aber auch zusammengebracht.«
Jake: »Nachdem sie uns beide durch die Hölle geschickt hat.«
Jay: »Ohne sie würden wir gar nicht existieren.«
Jake: »Ohne sie hätte ich auch keine Narben.«
Jay: Sie verdreht die Augen. »Sie ist ehrlich. Sie schreibt nichts, das sich nicht auch echt anfühlt. Selbst wenn's wehtut.«
Jake: »Besonders wenn's wehtut.«
Jay: »Also ich mag sie! Sie hat dich in eine Uniform gesteckt!«
Jake: »Ja, das hat sie gut gemacht. Ich sehe darin schon hot aus!«
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Das erste Band hatte erst einen anderen Haupttitel »Zuhause ist ein Gefühl«. Das wurde dem Buch aber irgendwann absolut nicht mehr gerecht, also habe ich ihn abgeändert. Erst war ich mir nicht sicher, wegen der Länge, aber je öfter ich ihn gesehen habe, desto passender wurde er, weil es die Zerrissenheit widerspiegelt.
Jay: Eigentlich habe ich ihn ja ausgesucht! Weil es einfach passt. Die Sehnsucht, die wir haben, wenn wir getrennt sind. Die Begierde, wenn wir nicht an uns halten können …
Jake: »Ja sag schon … und meine Angst!«
Jay: »Unsere, es ist unsere Angst!«
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Jay: »Wir haben tatsächlich nachträglich etwas geändert – und zwar den Stil und die Farben.«
Jake: »Sie wollte es unbedingt bunt und blumig …«
Jay: Ist ja auch schön!
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Jake: »Meins ist einfach. ›Dir gilt mein erster Gedanke am Morgen und der letzte vor dem Schlaf. Ich liebe jede Minute mit dir.‹«
Jay: »Du zitierst dich selbst.«
Jake: »Es ist trotzdem gut.«
Jay: »Es ist eitel.«
Jake: »Es ist wahr. Was ist deins?«
Jay: »›Ich orientiere mich lieber einfach von Tag zu Tag und versuche, jeden davon ohne größere Schäden zu überstehen.‹«
Jake: »Das ist ziemlich deprimierend für ein Lieblingszitat.«
Jay: »Es ist ehrlich. Nicht jeder Satz muss romantisch sein, um wichtig zu sein.«
Jake: »Meiner ist romantisch und wichtig.«
Jay: »Meiner ist wahr. Ich habe mich sehr lange von Tag zu Tag gehangelt, bis ich irgendwann aufgeben wollte. Aber habe ich nicht – ich bin noch hier. Und jeder Tag ohne etwas, was mich runterzieht – ist ein guter Tag!«
Jake: Kurze Pause. »Fairer Punkt.«
Jay: »Danke.«
Jake: Er gibt Jay einen Kuss auf die Stirn. »Wir albern hier rum, und den Lesern ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie tief das Ganze geht und wieviel wir kämpfen. Aber Humor ist das, was uns rettet – immer.«
Vielen Dank für das Gespräch

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