Autoreninterview
Jay J. Walker
Ich bin Jay, Mitte 30 und wollte tatsächlich nie Bücher schreiben! Ich lese sie gern, aber schreiben? Auf gar keinen Fall! Diese Kunst überlasse ich lieber anderen. So dachte ich zumindest. Und dann kam es anders …
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?… und da ist das Thema auch schon. Es war ein Unfall!Mir ging es eine ganze Zeit lang nicht gut – ich habe mit meinen eigenen Dämonen gekämpft und dachte, ich verliere diesen Kampf. Dann kam die Idee, alles aufzuschreiben, was mich verletzt hat – Dinge, mit denen ich seit Jahren kämpfte. Ich dachte: »Hey, vielleicht hilft's.« Und es half. Ich habe meinen Dämonen ein Zuhause gegeben. Eine Geschichte, in der sie mich nicht beherrschen – sondern ich sie erzähle.Was als Notiz auf meinem Handy begann, wurde zu einer Seite. Dann zu einem Kapitel. Irgendwann hatte ich ein Buch – und zwei Charaktere, die plötzlich lebendiger waren als ich selbst. Jay und Jake haben mir die Worte gegeben, die ich für mich selbst nie gefunden hatte. Und je mehr sie sprachen, desto leiser wurden meine Dämonen.Ich schreibe immer noch. Aus demselben Grund wie am Anfang.
Bisher ist Ungeahnte Tiefen, der erste Band meiner Reihe Zwischen Sehnsucht, Begierde & Angst, erschienen. Er erzählt die Geschichte von Jay und Jake, die sich in Las Vegas ineinander verlieben, und dabei lernen müssen, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Band zwei, Reißende Strömung, ist kurz vorm Release und vertieft, was zwischen den beiden begonnen hat, während neue Konflikte an die Oberfläche kommen. Beide Bücher spielen mit Nähe und Angst zugleich – Liebe, die heilt, aber auch fordert.Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Aktuell arbeite ich an weiteren Bänden der Reihe, darunter Band 3: Leuchtfeuer im Sturm, Band 4: Wenn die Flut kommt und Band 5: Im Atem der GezeitenWenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich genieße die freie Zeit manchmal einfach nur – es kommt selten vor bei mir, dass ich mal ganz bei mir sein kann. Ich gehe auch gern mit Freunden essen oder mache auch durchaus gerne Spieleabende.Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich liebe Bücher von Sebastian Fitzek mit viel Spannung. Allerdings zieht es mich in letzter Zeit eher zu Büchern von Selfpublishern, weil ich da das Gefühl habe, dass die Geschichten viel freier erzählt werden – besonders Themen, die noch nicht ganz so gesellschaftsfähig sind für die breite Masse, wie Mental Health. Momentan lese ich »Echo« und »Universum, du sadistischer Witzbold« von Anne J. Hale.Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich arbeite überall. Wirklich ÜBERALL! Ob in der Küche, auf dem Sofa oder in einem Freizeitpark auf einer Bank. Mein Equipment, bestehend aus einem Macbook und einem Stromkabel, ist immer dabei.Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Das würde ich auch gern wissen. Keiner meiner Tage würde ich als normal bezeichnen. Aber wie sagt man so schön? »Normal ist das, was man kennt.« Also: Ich bin eine Nachteule. Vor 04:00 Uhr morgens gehe ich meistens nicht ins Bett. Ich schlafe auch nicht sehr viel, dank meiner Schlafstörungen. Ich mach einfach das Beste draus. Morgens gibt es erstmal gut einen Liter Kaffee – ohne bin ich zu nichts zu gebrauchen. Und dann steht da auch schon der Staubsauger, der mich daran erinnert, dass ich gestern vergessen habe zu saugen, also hole ich das nach. Meine Tage sehen immer unterschiedlich aus – je nachdem, wie ich mich fühle. Oft sitze ich gedankenversunken da und komme dennoch zu keinem Ergebnis. Was aber fast jeden Tag passiert ist, dass ich schreibe, lösche, schreibe…, wieder lösche…Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich liebe Thriller, Krimis, Psychothriller zum Lesen. Schreiben tue ich Hybrid-Romane mit jeder Menge Herzschmerz, Mental Health und spicy kann es mitunter auch werden.Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Hast du ein Lieblingsland und warum?"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."Der kleine Prinz (Originaltitel: Le Petit Prince) von Antoine de Saint-Exupéry.Eigenes Buchzitat: »Ich wollte stark sein, aber vielleicht ist das die Wahrheit: Ich bin’s nicht. Ich war’s nie …« (Sneak aus Band 4)
Eindeutig die USA. Ich habe dort geheiratet – in Las Vegas. Ich habe diese Stadt verflucht. Sie ist voller Menschen, dreckig und stinkt. Das war meine Einstellung dazu, als ich da ankam. Und dann kam alles ganz anders. Ich habe mich verliebt. In die Berge, die trockene Hitze und den Sonnenauf- und -untergang. Als ich dann im Valley of Fire war, war es restlos um mich geschehen.Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich bin sehr kritikfähig, neige aber dazu, dass ich es zu meinem persönlichen Plan mache, diese Kritik anzunehmen – manchmal zu wörtlich. Ich zerlege sie, drehe sie um, suche nach dem Kern, der mich weiterbringt. Das ist gut, wenn es um meine Texte geht. Schlecht wird es, wenn ich anfange, jede Rückmeldung zur Bestätigung meiner eigenen Zweifel zu machen. Ich arbeite daran, den Unterschied zwischen "das kann ich besser machen" und "das beweist, dass ich nicht gut genug bin" nicht zu verwischen.Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich habe mir beide Wege offen gehalten, habe sogar Angebote von Verlagen bekommen und musste dann schlucken, als ich die Verträge las. Ich war nicht bereit all das abzugeben, was mir gehört. Diese Bücher sind mein Herz, mein Leben und ich war nicht bereit die Rechte dafür abzutreten und Passagen ändern zu lassen nur damit sie gesellschaftsfähiger werden. Das würde alles verfälschen und wäre dann nicht mehr meins.Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Gebt Selfpublishern eine Chance – es gibt so viele unentdeckte Diamanten darunter!
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