Freitag, 4. Februar 2022

[Schnipseltime] Showdown der Liebe in Diggers Creek von Junia Swan

 

Unerbittlich rückte Jack näher. Sie taumelte nach hinten, bis sie mit dem Rücken an die Wand stieß. Panisch riss sie die Augen auf, je weiter er den Abstand zwischen ihnen verringerte. Ein Schritt, zwei Schritte und er hatte sie erreicht. Zu beiden Seiten ihres Kopfes stützte er sich ab und heftete seinen flackernden Blick auf sie. Ihr Herz pochte mittlerweile derart stark, sodass sie den Puls an ihrem Hals fühlen konnte. Ihr war bewusst, dass seinen stechenden Augen nicht die kleinste ihrer Reaktionen und Gefühlsregungen verborgen blieb und sie schämte sich für diese Schwäche. Was war nur aus ihr geworden? Was hatte er aus ihr gemacht?

„Offensichtlich wird es Zeit, etwas klarzustellen“, knurrte er und packte sie fest unter dem Kinn, sodass sie sich ihm nicht mehr entziehen konnte. Vor Schreck stieß sie einen spitzen Laut aus, der Genugtuung in den Tiefen seiner Pupillen entzündete.

Lass mich los, Jack! Tu mir nicht weh! Ich bitte dich!

[Buchvorstellung einmal anders] Showdown der Liebe in Diggers Creek von Junia Swan



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Jack Duncon, Shannon Highmore, Turk Barns, Lady Gin, Windmill Luke und Mrs. Highmore aus „Showdown der Liebe in Diggers Creek“ und deren Autorin Junia Swan.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Jack Duncon: Ja, einer schönen Frau kann ich keinen Wunsch abschlagen. Allerdings sollte es nicht zu lange dauern. Ich habe heute noch viel vor.
Lady Gin: Was heißt hier „uns beschützen“? Ich muss nicht beschützt werden! Weiß, wie man zielt. Hab schon als junges Mädchen immer ins Ziel getroffen.
Shannon Highmore: Lady Gin, wir sollen ein paar Fragen zu dem Buch „Showdown der Liebe in Diggers Creek“ beantworten.
Lady Gin: Wie, du willst einen Showdown beantragen? Das bist du bei mir falsch, Mädel.
Mrs Highmore: Bitte verzeihen Sie, Lady Gin hört nicht sonderlich gut. Wir sind natürlich gerne bereit, Ihre Fragen zu beantworten und uns gegenseitig zu unterstützen.
Windmill Luke: Aber nur, wenn sie nicht zu persönlich werden, nicht wahr, Sheriff?
Turk Barns: Genau. Wir lassen uns nicht gerne von einem Greenhorn in die Karten schauen.
Junia Swan: Hey Folks, beruhigt euch mal alle. Ich weiß, das alles ist für euch neu, aber ich bin ja auch noch da. Ihr wisst, dass ihr euch auf mich verlassen könnt.
Lady Gin: Dass wir dich verpassen können? Ja, muss wohl so gewesen sein. Ich kenn dich nicht. Hab dich in meinem Saloon noch nie gesehen.
Junia Swan: Dazu sage ich jetzt nichts.
Ich hatte vor kurzem ein langes Gespräch mit eurer Autorin, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Jack: Okay, das mach ich gerne. Mein Name ist Jack Duncon und ich bin der größte Abenteurer des Wilden Westens. Ich bin ständig unterwegs, dennoch fehlt es mir nicht an weiblicher Gesellschaft. Momentan suche ich einen Claim, der genug Gold abwirft, damit ich in Zukunft jeden Tag in den Sonnenuntergang reiten kann. Diggers Creek erscheint mir dafür sehr vielversprechend zu sein.
Turk: Ja, Jack, wir erwarten dich sehnlichst – mach dich auf eine Überraschung gefasst! Ich bin übrigens der Sheriff von Diggers Creek, in dem ich seit ein paar Jahren mit meinem Enkelsohn lebe. Man nennt mich auch „kleiner Doc“ weil ich mich nebenbei um das Wohlergehen der Bürger des Schürferdorfes kümmere.
Luke: Und ich bin der Hilfssheriff. Windmill Luke zu deinen Diensten.
Shannon: Tja, und ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, Jack vor vielen Jahren über den Weg gelaufen zu sein. Seine blauen Augen haben mich alles vergessen lassen und ich habe den schwersten Fehler meines Lebens begangen.
Mrs Highmore: Ich bin Shannons Mutter. Die Jahre nach dem plötzlichen Verschwinden meiner Tochter haben mich viel Kraft gekostet. Gott sei Dank habe ich trotzdem meine Lebensfreude bewahren können.
Lady Gin: Was willst du bestellen?
Jack: Einen Huskey natürlich.
Lady Gin: Ah, Whisky. Kommt sofort!
Junia Swan: Lady Gin führt einen Saloon und das auf sehr eigenwillige Weise.
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Jack: Ich weiß nicht, wie mir geschieht, aber in Diggers Creek beginnt meine Pechsträhne.
Turk: Denn wir behandeln dich, wie du es verdient hast!
Jack: Pah, das sind unhaltbare Anschuldigungen, das meiste davon ist erstunken und erlogen.
Luke: Was es zu beweisen gilt.
Junia Swan: Um es kurz zu machen: Jack hat vor vielen Jahren unsere liebe Shannon verführt und danach verlassen …
Shannon: Pst!
Junia Swan: Schon gut, es kommt sowieso raus. Als Tochter eines Pastors kommt sie damit nicht klar und verlässt aus Angst, den Leumund ihrer Eltern, als auch ihres damaligen Verlobten, sowie ihren eigenen zu zerstören, ihre Familie. Jahre später laufen sich Jack und Shannon wieder über den Weg. Verschiedene Wendungen machen sie zu erbitterten Feinden.
Jack: Naja, ich kann meine Augen trotzdem nicht von ihr lassen und setze alles daran, Shan zurückzugewinnen. Wie ich erst ziemlich spät erkannt habe, spielt sie eine wichtige Rolle in meinem Leben. Uns verbindet nämlich ein Geheimnis.
Junia Swan: Von dem wir hier aber nichts erzählen. Leider macht Jack einige schwerwiegende Fehler.
Jack: Auf die wir hier ebenfalls nicht näher eingehen werden.
Shannon: Du bemühst dich wirklich aufrichtig darum, meinen Hass auf dich zu ziehen.
Jack: Ach, das ist leeres Geschwätz. In Wirklichkeit kannst du es kaum erwarten, mein Bett zu wärmen.
Shannon: Das ist eine Lüge, warte nur, ich …
Junia zieht einen Colt und schießt in die Luft: Hört auf zu streiten und seid endlich still!
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Jack: Ja, genau, die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Muss das alles wirklich sein?
Junia: Freut mich sehr, dass die Frage deine Zustimmung findet. Aber sie ist an mich gerichtet.
Jack: Es sind mir hier eindeutig zu viele rechthaberische Frauen im Raum. Ich reite dann mal weiter.
Turk: Du bleibst, oder ich sperre dich wieder ein.
Jack: Verdammt. Ich hasse Diggers Creek.
Junia: Das ist mir nicht neu. Zum Glück ändert sich das irgendwann. Um zur Frage zurückzukommen: Nein, es macht mir keine Freude meine Protagonisten zu quälen. Im Gegenteil, ich leide mit ihnen. Wünsche mir für sie, dass sie sich das Leben nicht so schwer machen. Aber wie auch im echten Leben, agieren sie oft aus ihren Verletzungen und Wundern heraus und das macht die Lage meistens noch schlimmer. Erst wenn sie sich ihrer Vergangenheit stellen und ihre eigenen Versäumnisse oder Fehlentscheidungen einsehen, gelingt es ihnen, den Teufelskreis zu durchbrechen. Denn leider ist es oft so, dass mit einer falschen Entscheidung etwas in Gang gesetzt wird, das sich, wenn es nicht bewusst durchbrochen wird, oft über Generationen hinweg auswirkt. Das kann man jeden Tag beobachten. Oft wiederholen die eigenen Kinder falsche Muster, treffen die gleichen falschen Entscheidungen wie ihre Eltern und machen damit alles immer schlimmer. Gefahren und Stolpersteine gehören zum Leben. Wie meine Protagonisten damit umgehen, ist die Frage, dich mich bewegt. Man könnte sie auch anders nennen: Trainingseinheiten und Gelegenheiten, um über sich selbst hinauszuwachsen und sich besser kennen zu lernen. Abgesehen davon finde ich einfach und schön echt langweilig!
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Lady Gin: Ich weiß zwar nicht, was eine Rieslingsdelle ist, aber mir gefällt mein Auftritt.
Shannon: Ja, das ist die lustigste Stelle im Buch, ich habe Tränen gelacht. Jack hat sie ausgezeichnet erzählt.
Jack: Oh, höre ich da ein Lob, Love …
Shannon: Soll vorkommen. Aber gewöhne dich nicht dran.
Jack riss die Augen auf und starrte seinen Schwiegervater erstaunt an. Als ihm dieser zuzwinkerte, fuhr er, erleichtert, den Unwillen des Familienoberhaupts nicht geschürt zu haben, fort: „Von diesen Eigenheiten wusste ich jedenfalls nichts, als ich den Saloon betrat und, so ahnungslos wie ein Mann nur sein kann, zur Bar schlenderte. Es dauerte eine Weile, bis ich herausgefunden hatte, dass Lady Gin wahrhaftig diejenige war, die ich suchte, und ich erklärte ihr mit lauter Stimme: Ma’am ich suche einen Mann. Sein Name ist E. Kurz. Könnten Sie mir weiterhelfen? - Dann schießen sie los!, forderte sie mich auf und ich verstand, verständlicherweise, nicht, was sie meinte. Es besteht immerhin das ungeschriebene Gesetz, niemals jemanden in einem Saloon dazu aufzufordern, loszuschießen.“
„Das klingt überraschend vernünftig“, stimmte Mr Highmore zu.
„Nicht wahr?“ Jack gluckste. „Los, verraten Sie mir den Namen, junger Mann!, forderte sie mich auf. Ich erwiderte: Sein Name ist E. Kurz. – Ob kurz oder lang, das tut nichts zur Sache, erklärte sie und wollte wissen, ob ich sie für senil hielte.“
Jack hob die Hände, als wollte er sich ergeben. „Ich bemerkte, dass ich in eine prekäre Lage geraten war. Die Lady erweckte den Eindruck, der Colt an ihrer Hüfte säße sehr locker.“
„Der Colt an ihrer Hüfte“, gluckste Shannon. „Himmel, Jack!“
„Ja, jetzt lachst du, meine Liebe, aber damals bewegte ich mich auf dünnem Eis.“
„Du übertreibst!“, tadelte sie mit erhobenem Zeigefinger, woraufhin Jack mit einem Schmunzeln fortfuhr: „Nicht die Bohne! Als Nächstes versuchte ich, ihr zu erklären, dass es sehr wohl einen wichtigen Hinweis auf die Identität des Gesuchten darstellte, ob sein Name Kurz oder Lang sei. Immerhin könnte man ihn dadurch einfacher identifizieren. Da wurde sie fuchsteufelswild, zog ihre Pistole und schoss an die Decke.“
Mrs Highmore stieß einen erschrocken Laut aus, weshalb er eilig beschwichtigend hinzufügte: „Keine Sorge, Mrs Highmore, das kommt öfter vor und ist nicht weiter bedenklich.“
Fragend sah sie zu ihrem Mann, der bestätigend nickte. „Kein Grund zur Beunruhigung, Liebes.“
„Kaum hatte sie den Colt wieder eingesteckt und sich der Staub, der von der Decke rieselte, gelegt, bestellte jemand neben mir einen Husky. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich sekundenlang überlegte, ob er oder ich den Verstand verloren hatte. Wie soll ich sagen? Ich hab schon wirklich viel erlebt, aber die Erfahrungen, die ich hier machte, waren mit nichts zu vergleichen. Noch bevor ich ein Resümee bezüglich meines Geisteszustands zu ziehen vermochte, beugte sich Lady Gin zu mir, sah mich beschwörend an und raunte mir mit lässig nach unten verzogenem Mundwinkel verschwörerisch zu: Wenn sein Name eh kurz ist, verrate ihn mir ruhig. Ich werde ihn mir merken. Da begriff ich und antwortete: Ich suche Ernest Kurz. Ratlos blickte sie in die Runde. Kennt den hier wer?, blaffte sie.“
Junia: Ich weiß nicht, Leute, wir kommen hier irgendwie nicht weiter. Shannon, was ist denn deine Lieblingsstelle?
Shannon: Nun ja, als …
Junia: Sag mal, wirst du gerade rot?
Shannon: Niemals! (Räusper) Also, hier ist sie:
Während er ihr Kinn festhielt, glitt er mit den Fingern der anderen Hand ihren Schenkel entlang. Sie sog die Luft ein und keuchte Augenblicke später unter seinen berückenden Liebkosungen auf. Er umwarb sie, bis sie ergeben den Kopf in den Nacken warf. Dann umfasste er sie an den Hüften und setzte sie zurecht. Sie krallte die Finger in seine Haare und stöhnte unterdrückt.
„Schau mich an, Shannon“, bat er zärtlich und sie gehorchte zögernd.
Da teilte ein zufriedenes Lächeln seinen Mund und sie tastete mit den Zeigefingern schüchtern über die Lachfältchen, die sich in seinen Augenwinkeln bildeten.
„Ich habe nie vergessen, wie es sich angefühlt hat, als ich dir das erste Mal in die Augen gesehen habe“, gestand sie und errötete.
Sein Lächeln vertiefte sich. „Und, willst du es mir erzählen?“
Abschätzend musterte sie ihn. „Also gut ... Du hast jeden Zoll meines Leibes in Aufruhr versetzt und eine verzehrende Hitze in mir entzündet. So wie jetzt.“
Er hob die Augenbrauen, leiser Spott ließ seine Mundwinkel zucken. „Hm. Momentan erweckst du nicht den Anschein, jeder Zoll deines Leibes wäre ihn Aufruhr, kurz davor, zu verbrennen“, hänselte er sie zärtlich.
Erleichtert beobachtete er, wie die bis zu diesem Moment in ihren Zügen erkennbare Anspannung, von ihr abfiel und etwas anderem Platz machte. [… wegen Spoiler gelöscht …]
„Nun, Jack Duncon, vermutlich musst du dich ein bisschen mehr anstrengen“, zahlte sie es ihm mit gleicher Münze heim. Er konnte genau erkennen, was ihr auf der Zunge lag.
„Sag es nicht!“, befahl er streng. „Nenne mich nicht ...“
„Lady ...“, fuhr sie neckend fort. Bevor es ihr gelang, weiteres Unheil anzurichten, verschloss er ihr schnell den Mund, indem er sie stürmisch küsste, woraufhin sie ihn, als er den Druck minimal lockerte, spielerisch in die Unterlippe biss. Doch er gab sie nicht frei. Er besaß trotz allem einen letzten Rest an Selbstachtung und die würde er sich nicht einmal von seinem reizenden Weib rauben lassen. Mit dem Becken trieb er sie an, bis er sicher war, dass sie endlich die Kontrolle über sich aufgegeben hatte.
„Na, wer ist da eine Lady“, raunte er ihr zu, als sie sich hilflos an ihn klammerte und sehnsüchtig stöhnte. Ihr Blick war verschleiert – nie zuvor hatte er sie so selbstvergessen gesehen. Tiefes Glück durchströmte ihn.
„Komm, sag es! Wer ist hier die Lady?“
Um ihr zu zeigen, wer die Führung übernommen hatte, wölbte er eine Hand über ihre Brust.
„Shan, willst du mehr?“
Sie seufzte sehnsüchtig.
„Dann sag es! Wer ist hier, in meinem Bett, die Lady?“
„Ich“, keuchte sie trotzig. „Und verdammt, es ist ein großartiges Gefühl!“
Er lachte amüsiert auf. „Na na, meine Liebe, du solltest allen Ernstes an deiner Ausdrucksweise arbeiten, denn die passt überhaupt nicht zu einer vornehmen Dame.“
Sie kicherte und drückte ihm einen Kuss auf die erotische Spalte in der Mitte seines markanten Kinns. „Seit wann bist du in Belangen der Etikette derart feinfühlig, Jack Duncon?“ Ihre Augen strahlten vor Abenteuerlust, als sie ihn musterte. „War dieses flüchtige Geplänkel eigentlich schon alles, Cowboy, was du zu bieten hast? Oder wie findest du die Idee, mit mir gemeinsam in den Sonnenaufgang zu reiten?“
„Das ist mal was Neues, du freches Biest“, brummte er und knabberte genüsslich an ihrem Hals. „Angesichts deiner Verfassung frage ich mich, ob du so lange durchhältst. Du zählst immerhin zum schwächeren Geschlecht.“
„Oh, an mir soll es nicht liegen“, lachte sie und verpasst ihm einen Klaps auf die Seite. „Worauf wartest du denn? Oder suchst du verzweifelt nach Ausreden ...“
Da ließ er sich mit ihr nach hinten fallen und rollte sich auf sie. Dass es nichts mehr gab, was ihn davon abhielt, mit ihr die betörenden Gipfel der Leidenschaft zu erklimmen, bewies er ihr in den darauffolgenden Stunden ausführlich.
Junia: Jetzt verstehe ich, warum du nicht errötet bist.
Shan: Haha.
Jack verschränkt die Arme vor der Brust und grinst zufrieden.
Wie viel echte Junia steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Mrs Highmore: Oh, das ist schwer zu sagen. Ich glaube, ich habe viel von ihr!
Jack: Und ich bin keine Lady. Deshalb haben wir wohl nichts gemeinsam.
Shannon: Mir ist nie langweilig. Vermutlich ergeht es Junia genauso.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Jack: Sie gräbt so lange nach den positiven Eigenschaften eines Menschen, bis sie diese findet. Manchmal dauert das ziemlich lange, wie in meinem Fall.
Junia: Ach, komm, Jack! Mir war auf den ersten Blick klar, dass du ein weiches Herz besitzt!
Shannon: Was, Jack hat ein Herz?
Jack: Womit meine Aussage bewiesen wäre.
Mrs Highmore: Mir kam zu Ohren, dass sie wieder mal ein leichtes, nicht allzu tiefschürfendes Buch schreiben wollte.
Turk: Da kann ich nur lachen! Ist ziemlich viel drin in dem Schmöker, das einen verzweifeln lässt.
Mrs Highmore: Sie kann eben nicht oberflächlich. Was aber eher an euch liegt, als an ihr.
Shannon: Nicht an uns, an Jack! Wäre er nicht nach Denver geritten …
Junia: Stopp! Das genügt.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr vielleicht sogar Mitspracherecht?
Junia: Aus ersichtlichem Grund habe ich bei der Titelwahl keinen meiner Protagonisten mitentscheiden lassen. Ich glaube, in dem Fall hätten wir heute noch keinen. Hier, im Wilden Westen geht´s nicht so zivilisiert zu, wie bei mir zuhause. Wie dem auch sein: Der Arbeitstitel lautete „Wildes, wildes Herz“. Dann hatte ich noch ein paar andere Ideen, bevor ich mich für „Showdown der Liebe in D.C.“ entschieden habe. Er ist für mich am treffendsten und passt zum Inhalt.
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Shannon: Ich habe braune Haare! Aber Junia meint, wenn man das ändern würde, sähe es übel aus.
Junia: Ja, tut mir wirklich leid, aber ich habe kein passenderes Pärchen gefunden, das deine Beziehung zu Jack in dieser Weise ausdrückt. Bis auf die Haarfarbe passt alles. Ich hoffe, du vergibst mir.
Shannon: Klar. Immerhin hält nicht nur Jack einen Colt in der Hand. Das ist wichtiger, als die Frisur.
Junia: Eben. Da ich das Cover selbst gestaltet habe, könnte ich es jederzeit ändern, wenn mir etwas nicht passt. Das kann in einigen Monaten durchaus passieren. Momentan bin ich voll und ganz damit zufrieden.
Lady Gin: Ich bin zu alt für Lover. Egal, ob ich mit ihnen zufrieden wäre oder nicht. Aber ändern würd ich sie alle! Ausnahmslos.
Shannon: Oh, Lady Gin …
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Jack: „Es hat nichts mit Fairness zu tun, mich zu küssen“, stellte er, ein wenig betrübt, klar. Seine Küsse zu erwidern, stand auf keiner verdammten Wettliste, geschweige denn waren sie dazu gedacht, Teil eines Handels zwischen ihnen zu werden! Allein ihr Angebot war zutiefst beleidigend.
„Ist dir bewusst, dass ich nie zuvor eine Dienstmagd hatte? Du bist meine erste.Und ich muss zugeben, dass es mir durchaus gefällt. Die Rangordnung zwischen uns verleiht dem Ganzen noch eine besondere Note, die ebenfalls nicht zu verachten ist. Tatsächlich überlege ich, ob ich darauf bestehen soll, von dir mit Mr Duncon angesprochen zu werden. Das wäre doch überaus angebracht, findest du nicht?“
Shannon: „Sie ist unbeschreiblich. Ich habe noch nie in meinem Leben etwas so Kleines gesehen.“
„Derweil ist sie schon ein schönes Stück gewachsen.“
„Was?“ Überrascht riss er die Augenbrauen empor, musterte sie ungläubig. „Willst du behaupten, sie war noch kleiner?“
Shannon nickte und lächelte ihn das erste Mal an.
„Aber wie soll das gehen? Noch kleiner?“
Windmill Luke: „Soll ich dir ins Bein schießen, du elender Schwerenöter?“ - „Nach dem Duell kannst du deine Fantasien zu Genüge ausleben und mich meinetwegen wie ein Sieb durchlöchern. Aber für den Moment verlange ich, dass du mich aufklärst. Woher kam der kleine Doc und vor allen Dingen, weshalb sitze ich in dieser verdammten Zelle?“
Turk Barns: „Grandpa sagt, dass wir uns nicht aussuchen können, wer unsere Eltern sind, aber dass wir, egal, ob sie bei uns sind oder nicht, etwas Gutes aus unserem Leben machen können.“
Mrs Highmore: „In eine Familie wird man ein Mal aufgenommen und das reicht für immer. Das kann man nicht nach Lust und Laune ändern.“
Lady Gin: „Ich würde sagen, die Menschen rennen ihr die Bude ein, weil man nirgendwo sonst, derart vergnügt seinen Whisky schlürfen kann. Die Plätze an der Bar sind stets besetzt.“
Vielen Dank für das Gespräch

Donnerstag, 3. Februar 2022

[Schnipseltime] Bestienbändigerin von Nia Hauser



Schweren Herzens löste sich die Yugo von ihr und trat einen Schritt zurück. „Mit dieser Leidenschaft wirst du es schaffen Maki“, sagte sie rau.

„Ts ts“, machte Silmoth und schüttelte den Kopf. „Also das reicht mir noch nicht.“

„Was meinst ...?“, fragte Maki, doch weiter kam sie nicht.

Die Pflanzendämonin hob die Arme und aus Wänden und Decke schossen Ranken hervor, die sich um Gelenke, Hals und Taille der beiden klammerten. Quiekend wurden sie in die Luft gehoben und wieder zu einem X gestreckt. Aus Silmoths Rücken wuchsen Äste, die sie auf die gleiche Höhe brachten.

„Du ...“, rief Saery, nur um ebenfalls unterbrochen zu werden. Äste mit einer weichen, fruchtigen Spitze drangen in die Münder der Mädchen ein und glitten bis in den Hals. Ein Teil von ihr war fasziniert, dass sie keinerlei Würgereiz verspürte.

Silmoth lachte raschelnd. „Ich warte schon so lange darauf, euch endlich in meine Äste zu bekommen. Wir werden jetzt gemeinsam richtig feiern – euren Abschied und unsere Verabredung.“

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Ivar drehte den Kopf und rotzte geräuschvoll auf den Steckbrief, der direkt neben Allies Bett lag. Sie kannte den Mann und seine ekelhafte Angewohnheit gut genug, um zu wissen, dass er Elisas Abbildung nicht zufällig traf. Mit jedem Tag wuchs ihre Abscheu gegen den Veteranen. Hatte sie sich anfänglich gerne dem groben Soldaten unterworfen und seine ruppige Art genossen, so war sie ihr nach drei Monaten engsten Zusammenlebens zuwider.

Wie wild und erregend es gewesen war, ihm zu gehorchen. Seine raue Sprache in ihren noblen Wortschatz aufzunehmen. Sie hätte so gerne das Gesicht ihres verfluchten Vaters gesehen, als sie auf seinem prächtigen Gemächt ihre kostbare Unschuld verloren hatte.

Doch das war in einem anderen Leben. Jetzt erwischte sie sich dabei, wie sie sich nach höflicher Gesellschaft und anregenden Gesprächen sehnte. Oder nach Zimmergenossen, die nicht ständig auf den Boden spien.

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Sie schlüpfte unter der kuscheligen Leinendecke hervor und tapste zur Tür. Der Steinfußboden war elendig kalt an ihren nackten Füßen, doch sie bemerkte es kaum.

Behutsam drückte sie die Tür einen Spalt auf. Da war der künstliche Kamin. Die Bücherregale. Mit angehaltenem Atem schob sie weiter und weiter, bis endlich die Sitzgruppe zu sehen war. Bei Alazi! Ihr Gehör hatte sie nicht getäuscht. Wieder stöhnte Elisa, gedämpft von der vernarbten Hand, die ihren Mund verschloss.

Ihre drei Weggefährten waren nackt, und vergnügten sich ohne sie! Erregung und Eifersucht stiegen in ihr auf, wie ein Sandsturm, der auf einen Blizzard trifft. Ihre schlanken Finger krallten sich in das harte Holz der Tür.

[Buchvorstellung einmal anders] Bestienbändigerin von Nia Hauser

 



Buchvorstellung einmal anders

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Nia Hauser, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus, ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Bestienbändigerin“ von Nia Hauser. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen. Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Hallo Claudia. Ich rede sehr gerne mit dir, wo du doch so viel Zeit damit verbringst, in mir und meinen Verwandten zu lesen.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Ich bin das fünfte Geschwisterbuch in Nias Thelis-Reihe. Obwohl man uns auch unabhängig genießen kann, gibt es dieses Mal für Fans viele Begegnungen mit alten Bekannten.
Ehrlich gesagt rumort es ganz schön in mir. Viele Konflikte werden ausgetragen. Gräben gegraben. So, wie es manchmal schmerzt, möchte ich nicht in der Haut meines nächsten Geschwisterchens stecken.
Auch reisen wir wieder quer durch die Welt, besuchen die Städte des Südens und natürlich die geheimnisvollen Dschungeltempel.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Ach, die lieben Charaktere haben es nicht leicht. Sie müssen sich Gefahren und der Dunkelheit in ihrem Inneren stellen. Nia schmerzt es, denn viele stehen ihr nahe, wie gute Freunde. Aber auch sie kann das Schicksal nicht stoppen.
Dafür liebt Nia es um so mehr, wenn sie Zeit für Zärtlichkeiten oder wilde Lust schaffen kann. Auch wenn sich manche meiner Bewohner:innen dabei etwas mehr Privatsphäre wünschen würden. Nia schaut schon sehr genau zu, wenn es zur Sache geht. *kichert verlegen*
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Oh, da ist eine, die ist wirklich lustig. Aber ich habe Angst, zu spoilern. Warte, ich nehme etwas anderes: das Wiedersehen mit Ália und ihren Begleitern.
Sie müssen untertauchen und Ália opfert ihr wundervolles, feuerrotes Haar und ihren adeligen Namen, um sich und die anderen zu schützen. Wirklich glücklich ist sie mit dem Ergebnis nicht, schließlich sieht sie, nach eigener Einschätzung, jetzt aus wie ein „Stallbursche“.
Hätte sich eben nicht die Haare von einer Soldatin schneiden lassen sollen.
Weißt du wie viel Nia tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Wir sind Nias Traum. Und manchmal auch ihr Albtraum, hihi.
Sie lebt in Thelis und Thelis in ihr. Ganz besonders spürt man es in den Charakteren, da hast du Recht. Manchmal glaube ich sogar, sie wandelt selbst in mir, aber dann bemerke ich meinen Irrtum schnell. Saery, Kris und die anderen sind ganz anders als Nia. Mutiger. Wilder. Und doch, in ihnen brennt das Feuer und das Verlangen nach Freiheit und Selbstbestimmung. Dann sehe ich unsere liebe Erschafferin ganz deutlich in ihnen.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Ich habe schon so viel erzählt. Lass uns meine Bewohner:innen fragen.
Kris: Uff. Nia. Danke nochmal, dass du immer nur meine unmöglichen Kämpfe zeigst, und nicht die glorreichen, einfachen Siege.
Krelli: Nun, nun. Also zeigt sie alle, ja?
Saery: Ihr habt nun wirklich kein Recht, euch zu beschweren! Sie weiß genau, wie sehr ich es hasse, mich zu unterwerfen. Und doch gibt sie mir Macht, nur um sie kurz darauf wieder zu entreißen.
Maki: Saery, zeig etwas mehr Dankbarkeit. Ohne das Siegel wären wir uns vielleicht nie so nahe gekommen.
Ália: Alles ist doch besser, als in unseren alten Leben zu verrotten. Nia gibt uns die Chance, uns zu beweisen. Und ihre schmutzigsten Einfälle liebe ich ganz besonders. *errötet*
Xan Dir: Pah. Menschen. Yugo. Quras. Ihr seht alle nur euer kleines, unbedeutendes Schicksal. Das Reich wird euch zurück auf den wahren Weg führen. Auch eure kleine Nia kann euch nicht davor bewahren, wieder dem Lebenden Gott zu dienen.
*Schweigen und wütende Blicke*
Nia: Äh, Claudia? Nächste Frage?
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Ach, mit den Titeln ist das immer so eine Sache. Erst gibt es einen hässlichen Arbeitstitel, mit dem wir Geschwister uns aufziehen. Selbst, nachdem der richtige Titel da ist. Ich hatte sogar noch Glück, eine von uns hieß lange nur „Halle“. Als wenn man darin turnen könnte. *kichert*
Wenn dann alles steht, rattert Nia die Titel durch, die zur fertigen Geschichte passen. Ich bilde mir gerne ein, sie hat meinen Ruf gehört, als „Bestienbändigerin“ im Raum stand. Er gefällt mir prima, und ich mag die Figur, die gemeint ist, wirklich gern.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Oh nein, es ist traumhaft. Ich passe gut zu meinen Geschwistern und habe doch eine eigene Note. Es zeigt den Lesenden, dass sie wie immer mit kämpferischen Protagonist:innen, Sinnlichkeit und heißen Szenen rechnen können.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren. 
Ich mag dieses hier, aus dem Gespräch von Elisa und Ália nach dem Frisurmassaker:
„Mir gefällt nicht, wie Ivar auf dich abfärbt. Eine Prinzessin sollte nicht ‚Titten‘ sagen.“
„Eine Prinzessin sollte Titten haben. Und lange, wallende Haare. Ich bin jetzt ein Stallbursche mit Mädchengesicht, da werde ich auch fluchen.“
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.

Dann vertiefe ich mich wieder in das Buch.

Mittwoch, 2. Februar 2022

[Buchvorstellung einmal anders] Jenseits von Worten von Sabine Schildgen

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Sabine Schildgen, um mit ihr über ihr Buch „Jenseits von Worten“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Hallo, ich freu mich sehr.
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
In meinem Buch findet ihr eine Sammlung von Gedichten, die ganz unterschiedliche Gefühle beschreiben oder behandeln. Mal dreht es sich um Erinnerungen, Tod, Trauer, Verlust, aber natürlich auch um Freude, Glück und die Liebe. Am Ende des Buches gibt es ein Kapitel mit Gedichten zu den sieben Todsünden.
Fällt es dir leichter über einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu schreiben?
Tatsächlich fällt es mir leichter, über dunkle und traurige Dinge zu schreiben. Dies ist zugleich für mich eine Möglichkeit, diese zu verarbeiten. Oft werden mir Dinge erst klarer oder bewusster, wenn ich über sie geschrieben habe. Es ist vielleicht eine Art Therapie für mich 😉
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Eine Lieblingsstelle aus einem Gedicht von mir lautet:
„… nach dem regen
erfind ich mich neu
ein glückskind
bin ich trotz der tränen
glaub ich dem sommer
eingebrannt in meiner haut“
Wie viel echte Sabine steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Natürlich steckt in vielen meiner Gedichten immer sehr viel von mir – Dinge, die ich erlebt habe, oft auch vor Jahren schon. Oder auch Dinge, die mich gerade inspirieren. Aber nicht alles, was ich schreibe ist autobiografisch und es gibt eben auch Sachen, über die ich schreibe, die überhaupt nichts mit meinem Leben zu tun haben.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Der Titel stand relativ früh fest, durch eines meiner Gedichte, die im Buch enthalten sind. Die Idee dazu entstand, weil ich mich oft so fühle, dass nicht ich die Worte finde, sondern sie mich. Wenn ich schreibe, finde ich mich, erkenne ich oft Dinge, die mir nicht bewusst waren oder verschüttet. Als wäre ich „Jenseits von Worten“ …
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Nein, ich würde nichts ändern wollen. Das Foto, das in Holland entstanden ist, ist eines meiner Lieblingsfotos und ich denke, es passt gut zum Titel und auch zu mir.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Da kann ich eigentlich nur wieder auf die o. g. Lieblingsstelle verweisen. Ansonsten mag ich auch folgenden Abschnitt:
„… verzeihen wir
bevor der winter kommt
und uns
den atem nimmt“
Danke für das Gespräch.
Ich danke dir.

[Autoreninterview] Sabine Schildgen

Autoreninterview
Sabine Schildgen

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin 54 Jahre jung und lebe mit Mann, zwei Nicht-Mehr-Pubertären, einem Hund, zwei Katzen, dreizehn Schafen, 15 Hühnern, und Tausenden von Bienen seit über 25 Jahren in Bonn. Ich habe in meinem bisherigen Leben nicht nur zwei Semester angewandte Religionswissenschaften studiert, sondern auch bei einem Anwalt, in einer Buchhandlung, einem Verlag, Arztpraxen, Altenheimen und Kneipen gearbeitet. Inzwischen bin ich Büromanagerin im heimischen Betrieb, mache zusätzlich eine Ausbildung zur Schreibpädagogin und plane meine Selbstständigkeit.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Meine Schreiblaufbahn begann in der siebten Klasse, als wir für den Deutschunterricht ein Gedicht über den Herbst schreiben sollten. Ich war so begeistert über diese Möglichkeit, Worte in eine „Form“ zu bringen, dass ich seitenweise (schlechte) Gedichte schrieb. Diese landeten größtenteils, ebenso wie die zig von mir begonnenen Jugendromane im Müll. Allerdings hatte ich Blut geleckt und neben meinen Tagebucheinträgen waren Gedichte bald die für mich sinnvollste (und auch schönste) Art und Weise meine Gefühle auszudrücken. Dies ist bis heute so – oft wird einiges für mich erst begreifbar, wenn ich darüber schreibe.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Letztes Jahr habe ich meinen Gedichtband „Jenseits von Worten“ veröffentlicht. Dort finden Leser:Innen Wortschöpfungen, Wörterflüsse und Wörterschlangen, die sie auf eine Reise quer durch Gefühle und Extreme mitnehmen. Dabei sprudeln Feuerwerke und Freudenstreusel oder tropfen schwarze Löcher und verletzte Tränen. Meine Gedichte sind nachempfindbar und berühren.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Zurzeit arbeite ich an einem Buch mit kürzesten Kurztexten, die teilweise nicht länger als zehn Sätze lang (oder kurz) sind. Außerdem habe ich einen Entwurf für ein Kinderbuch in meiner Schublade liegen, das ich gerne überarbeiten möchte. Und ich habe auch schon wieder so viele Gedichte geschrieben, dass ich eigentlich auch einen weiteren Lyrikband veröffentlichen könnte.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Natürlich schreiben oder lesenlesenlesen (mich gibt es nicht ohne Buch). Ansonsten verbringe ich gerne Zeit mit meiner Familie, liebe Spaziergänge mit unserer Hündin Maggie (außer, wenn es in Strömen regnet) und ich reise gerne (was zurzeit aufgrund der Situation etwas zu kurz kommt).
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich habe nicht die oder den Lieblingsautor:In, dafür lese ich zu viel quer durch alle Sparten und Genre. Hervorheben möchte ich allerdings die Lyrikerin Rose Ausländer, deren Gedichte ich sehr liebe. Ebenso ist es mit Lieblingsbüchern – es gibt so unendlich viele gute Bücher.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich schreibe überall, weil mich einfach alles inspirieren kann. Das kann eine Liedzeile sein, ein Buchabschnitt, der Blick aus dem Fenster, die Frau an der Kasse vor mir, der Klang der Regentropfen … Wenn es schnell gehen muss, schreibe oder diktiere ich ins Handy oder mache mir ein paar Notizen auf einem Zettel. Später setze ich mich dann an meinen alten Schreibtisch, schaue auf die wunderbaren Bilder, die ich bei Künstlern im Blog gekauft habe und schreibe in meine Notizbücher (per Hand), bevor ich es dann in meinen Laptop übertrage.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Aufstehen, frühstücken, bissel Haushalt, im Büro arbeiten. Wenn Zeit ist, zwischendurch ein wenig schreiben. Zeit mit Kids verbringen. Hundespaziergang. Lesen, essen, schreiben, schlafen. Relativ normal und unspektakulär. Langweilig ist es trotzdem nie.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen bevorzuge ich Fantasy, Coming-of-age-Romane, Jugendliteratur, auch gerne zwischendurch Liebesschmöker und Gedichte. Beim Schreiben ist es eindeutig die Lyrik, die ich bevorzuge. Und kürzeste Kurztexte. Mich reizt es, mit wenigen Worten oder Sätzen viel auszudrücken.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Es gibt etwas, das mein verstorbener Stiefvater einmal gesagt hat und ich versuche, dies in meinem Leben zu beherzigen (was aber, wie bei vielen Dingen, nicht so einfach ist):
„"Wer eine sinnvolle Tätigkeit in seinem Leben gefunden hat, die ihn ausfüllt, braucht keine Zeit zu vergeuden, um an den Tod zu denken, sondern lebt sein Leben bis zum letzten Atemzug mit voller Kraft."
Es gibt einen Teil aus einem Gedicht in meinem Buch, das ansatzweise beschreibt, wie es mir beim Schreiben geht:
„… worte finden mich
schreiben mich
meine worte
werden zu flügeln
wortknospen
auf leuchtendem papier“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Eindeutig Dänemark – ich liebe die Weite der Strände, das Rauschen des Meeres, das Licht, das sich auf dem Wasser bricht, die Luft, das platte Land, die Freundlichkeit der Menschen, das dänische Du…
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kritik vertrage ich eher als Lob 😉 Bei Lob frage ich mich leider immer noch, ob ich das auch wirklich verdient habe.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Das liegt ganz einfach an dem Genre, in dem ich schreibe. Lyrik wird eigentlich kaum von Verlagen veröffentlicht – leider, kann ich nur sagen. Dazu kommt, dass ich so ganz einfach sehr viel bzw. alles selbst entscheiden kann, wie mein Buch aussehen soll. Aber ganz ehrlich: Ich hätte überhaupt nichts dagegen, wenn ein Verlag meine Gedichte veröffentlichen möchte und ich dafür ein wenig Mitspracherecht aufgeben müsste (also liebe Verlage: Schreibt mich gerne an 😊 )
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Glaubt an Euch und Eure Träume. Ich wollte immer ein Buch veröffentlichen und habe dies mit 53 Jahren getan. Nun mache ich mich mit 54 Jahren wahrscheinlich selbstständig. Es ist nie zu spät!

Dienstag, 1. Februar 2022

[Buchvorstellung einmal anders] Liebeschaos - Mein Nachbar, meine beste Freundin und ich von Cora Jeffries




Buchvorstellung einmal anders


Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Cora Jeffries, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus, ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Liebeschaos – Mein Nachbar, meine beste Freundin und ich“ von Cora Jeffries. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Als ich gerade beginnen will, läuft Cora auf mich zu und setzt sich zu mir auf die Bank. Nach einer Begrüßung lege ich mal los. 😊

Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Hallo liebe Leserin. Klar, warum denn nicht?
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Cora: »Sehr gerne. Ich habe für die Einladung zu danken.«
Das Buch freut sich wie verrückt.
Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
In mir steckt eine verrückte Dreiecksbeziehungsstory. Die WG besteht aus drei Frauen. Alexa ist gerade mal mit ihren 20 Jahren das Küken. Antonia und Zoé sind 30. Als der neue und unverschämt gutaussehende Nachbar Malte über ihnen einzieht, kannst du dir sicherlich vorstellen, wie viel frischer Wind in die Truppe kommt.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihm leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Autorin genau so?
Für Cora war diese Story nicht gerade einfach. Immer wieder haben die Charakter ihr die Stirn gezeigt und machten, was sie wollten.
Cora: »Hey, komm´! Gerade das macht doch die Geschichte so interessant. Auch wenn ich Nerven gelassen hatte. Es war wieder ein Spaß, mit den Figuren zu spielen.«
Habt ihr Lieblingsstellen, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Da würde ich glaube etwas zu viel verraten. Aber ich mag die Stellen mit Martha sehr. Oder die Szene, als Zoé nach dem Abendessen mit Malte reden wollte …
Cora unterbricht das Buch. »Sei ja ruhig! Psst! Also, ich mag persönlich das Billardspielen und so viele andere Szenen. Die im … oh, nein, ich höre lieber auf!
Weißt du wie viel Cora tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Ich weiß nur, dass Cora mich geschrieben hat, als sie in einer schwierigen Phase war. Sie meinte, ich habe sie wieder aus dem Tief geholt. Sicherlich wird sie etwas Wahres mit eingebaut haben. Aber wer weiß das schon so genau?
Cora: »Dem stimme ich zu. Aber vielleicht sind mir dadurch einige Szenen so locker flockig von der Hand äh Tastatur gekommen. Ich konnte meine Gefühle vollkommen freien Lauf lassen. Für Abwechslung sorgten Antonia und Zoé schon von alleine. Was hätte ich ohne diese beiden nur gemacht?«
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Das Buch lacht. »Es ist ein bunter Haufen.«
Cora räuspert sich. »Ja, Regenbogenfarben.«
»Darf ich jetzt auch mal was sagen?«, mischt sich Antonia ein. »Die ganze Zeit redet ihr nur über Zoé und mich. Habt ihr eigentlich eine Ahnung, wie es mir ergangen war?« Empört verschränkt sie die Arme vor ihrer Brust.
»Toni, ich kann nichts dafür, dass du so bist, wie du bist«, kontert Cora. »Du hast mir gesagt, dass du Spaß in deinem Leben haben willst. Den hast du bekommen.«
»Spiel dich jetzt nicht so auf. Freunde für immer und ewig.« Zoé sieht auf ihre Handy. »Verdammt, ich komme zu spät in den Laden. Sorry, ich muss los.« Sie steht auf und rennt zur U-Bahnstation.
»Verpeilt wie immer. Aber dafür liebe ich sie.« Antonia grinst bis über beide Ohren.
»Darf ich auch was sagen?«, fragt Malte.
Alle nicken und Cora war gespannt, was nun folgen wird.
»Wenn sich Zoé etwas in den Kopf gesetzt hat, zieht sie es durch. Sie kümmert sich um ihre Freunde und ist immer für sie da.«
»Genau. Egal, was vorher gewesen war. In dem Moment vergisst sie es, bis alles wieder im Lot ist«, stimmt Cora zu.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Der Titel stand erst am Ende fest. Cora hat sich damit sehr viel Zeit gelassen.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich bin vollkommen zufrieden.
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
»Wir müssten noch einmal von null anfangen und ich weiß, dass uns das sehr schwerfallen wird. Aber wir können es schaffen.«
»Ich enthalte mich.« Cora grinst frech.
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.
Vielen Dank. Es hat sehr viel Spaß gemacht.
Dann wende ich mich der Autorin zu. »Danke dir für das sehr interessante Interview.«
Immer wieder gerne 😉
Als Cora weggeht, vertiefe ich mich wieder in das Buch.