Sonntag, 4. Oktober 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Die letzte Affäre - Winterheim Krimi 1 von Alex Skoi


Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Alex ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Die letzte Affäre“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Zeit?
Die nehme ich mir. Schließlich warten meine Geheimnisse schon lange darauf, entdeckt zu werden.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Ich bin ein Winterheim-Krimi. Ich bin düster, spannungsgeladen und voller Geheimnisse. Bei mir ist niemand nur gut oder nur böse. Und glaub mir: Nicht jede Wahrheit sollte gefunden werden.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Die schönen Momente schreibt sie mit einem Lächeln. Bei den düsteren merkt man, dass sie mit jeder Figur mitfühlt. Ich würde fast behaupten, manchmal leidet sie mehr als meine Charaktere.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Oh, da gibt es einige. Aber besonders gern mag ich die Szenen mit Alana, meiner Hackerin. Sie ist verdammt gut in ihrem Job. Wenn sie mit ein paar Klicks, technischem Fachwissen und einer überzeugenden Stimme Menschen dazu bringt, ihr freiwillig ihre Zugangsdaten zu verraten, wird selbst mir zwischen meinen Seiten kurz mulmig. Das Beste daran? Alles passiert völlig ohne Verfolgungsjagd oder Schusswechsel, nur mit Köpfchen.
Weißt du wie viel Alex tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Oh, mehr als sie wahrscheinlich zugeben würde. Ihre Liebe zur Familie steckt definitiv in meinen beiden Hauptfiguren. Von Lex hat sie sich das Talent abgeschaut, unangenehme Dinge manchmal lieber zu verdrängen. Keine besonders gesunde Eigenschaft, wenn du mich fragst. Ich glaube, Alex wünscht sich manchmal, genauso furchtlos zu sein wie meine Hackerin. Im zweiten Teil hat sie sogar ein Erlebnis aus ihrem eigenen Leben verarbeitet. Kurz bevor sie eine entscheidende Szene schrieb, erlebte sie einen Brand, der sie sehr erschütterte. Daraus entstand eine Feuerszene im neuen Buch.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben? 
Buch:
Alex ist eine Autorin, die ihre Figuren nicht einfach nur durch eine Geschichte schickt, sondern sie lässt sie wirklich leben. Sie gibt ihnen Stärken, Schwächen, Ängste und Geheimnisse. Sie liebt es, ihre Leser:innen mit falschen Fährten zu überraschen, aber vor allem möchte sie authentische Charaktere erschaffen, in die man sich hineinversetzen kann. Bei ihr gibt es kein klares Schwarz und Weiß, denn sie weiß: Menschen sind viel komplizierter als das.
Lex:
Ja, Alex hat es leicht, uns durch psychische Belastungen zu schicken. Sie braucht dafür keine Waffe und keine Verfolgungsjagd, ein paar gut gewählte Worte reichen völlig aus. Sie nennt es eine spannende Entwicklung unserer Charaktere. Ich bin mir da nicht immer so sicher.
Alana:
Ich würde sagen, Alex sieht mehr in uns, als wir manchmal selbst sehen. Sie gibt uns keine einfachen Antworten und lässt uns unsere eigenen Entscheidungen treffen, auch wenn diese nicht immer die richtigen sind. Genau dadurch fühlen wir uns echt an. Aber ein Psychologe wäre mir trotzdem manchmal lieber gewesen.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Mein Titel stand tatsächlich nicht von Anfang an fest. Er hat sich erst während des Schreibprozesses entwickelt, als Alex immer tiefer in meine Geschichte eingetaucht ist. Irgendwann wurde klar: Dieser Name passt, denn er beschreibt einen wichtigen Moment in meiner Handlung und trägt eine Bedeutung, die man erst beim Lesen vollständig versteht.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich liebe mein Cover. Es passt zu mir, zu meiner Stimmung und zu der Geschichte, die zwischen meinen Seiten steckt. Besonders schön finde ich, dass mein „Outfit“ von jemandem aus Alex’ Familie gestaltet wurde. Dadurch steckt nicht nur Kreativität, sondern auch viel Herz darin. Ich würde nichts daran ändern wollen.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Das ist eine schwierige Frage, denn ich habe mehrere Stellen, die Alex besonders am Herzen liegen. Wenn ich mich aber für eine entscheiden müsste, wäre es wohl mein Anfangssatz:
„Ich wusste, dass ich irgendwann für die Wahrheit sterben würde – nur nicht, dass sie mich mitten in einer verdammten Regenpfütze erwischt.“
Ich finde, dieser Satz zeigt ziemlich gut, was meine Leser erwartet: eine Geschichte über Wahrheit, Geheimnisse und Menschen, die bereit sind, viel zu riskieren. Und vielleicht verrät er auch schon ein kleines bisschen darüber, dass bei mir nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch antwortet. Leise flüstere ich dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«

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