Autoreninterview
Charlotte Candlewood
Ganz herzlichen Dank, dass ich bei dem Autorentag dabei sein darf. Ich liebe Bücher, Yoga und das Geräusch von Regentropfen, die auf Bananenblätter prasseln. Mein Herz gehört meinen beiden Töchtern, meinem Sohn, meinem Mann und meiner kleinen Fellnase. Aber auch jedem, der mir mit Freundlichkeit begegnet, schlägt es freudig entgegen. Wäre ich ein Tier, dann wahrscheinlich eine Küstenseeschwalbe – immer auf der Suche nach Sommer und Licht und in verschiedenen Teilen der Welt zuhause. Allerdings ernähre ich mich nicht von kleinen Meerestieren, sondern vegetarisch.Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Wie die Jungfrau zum Kinde. Ich arbeitete in einer internationalen Werbeagentur und plante vom Bereich Konzept und Kundenberatung zum Texten zu wechseln. Um sprachlich noch sattelfester zu werden, absolvierte ich das Fernstudium „Das Lyrische Schreiben“. Nur zum Spaß nahm ich anschließend an Gedichtwettbewerben teil. Doch die Texte wucherten wie Bambus und so wurden aus Gedichten zunächst Kurzgeschichten und schließlich Romane.Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Als Charlotte Charonne schreibe ich Bücher mit starken Frauen und scharfen Kanten. So beschäftigen sich meine Psychothriller mit empfindlichen Themen wie Kindesmissbrauch, Kindestötung und Mobbing. Der Urban Fantasy Roman Drachenkönigin, inspiriert durch meine Jahre in China, zeigt mit Schattenkindern ebenfalls ein kantiges Thema. Der Roman Hinter dem Lächeln basiert auf wahren Begebenheiten, die mir während meines Lebens in Thailand begegnet sind, und behandelt die harten Themen Menschenhandel und Prostitution. Alle Bücher, inklusive Cosy Krimi ohne kantige Charaktere und Themen, verbindet ein bildhafter Schreibstil: Kino auf Papier.Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Als Charlotte Candlewood plotte ich gerade den zweiten Cosy Krimi.Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringen, Lesen, Yoga und Reisen.Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Meine Lieblingsautorin wird wohl immer Astrid Lindgren bleiben. Jetzt greife ich zwar selten zu ihren Werken, aber meine Kinder und ich sind mit ihren Geschichten groß geworden. Meine Töchter tragen Namen ihrer Charaktere. Bei meinem Hund stand eine Figur von Erich Kästner Pate. Das verrät einen weiteren Lieblingsautor.Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Da mein Kopf schrecklich voll und lärmend ist, brauche ich beim Schreiben Ordnung und Stille. Ein leerer, weißer (Schreib)Tisch passt perfekt. Gern mit einer Tasse Kaffee mit Hafermilch.Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?Mein Tag startet mit Yoga, um Ruhe und innere Balance zu finden. Nützt nix.Wird trotzdem chaotisch.
Ein Lieblingsgenre habe ich tatsächlich nicht. Ich lese und schreibe sehr breit gefächert. Was ich sicherlich nie schreiben werde, sind z. B. Dark Romance und Science Fiction.Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Hast du ein Lieblingsland und warum?„In a world where you can be anything, be kind“ und „Man sieht sich immer zweimal im Leben.“Ein Zitat, das meine Arbeit beschreibt, habe ich spontan nicht, aber eine Erfahrung, die mich das Leben gelehrt hat: „Man kann viel über Menschen lernen, wenn man ihnen nicht gibt, was sie haben wollen.“ (Artemis, Psychothriller)
Thailand. Dort habe ich fast 10 Jahre lang mit meiner Familie gelebt. Was ich besonders schätze, sind die Freundlichkeit und Gelassenheit vieler Menschen, die Kultur, das Klima, die Küche und die üppige Natur. Vor allem aber die Vertrautheit. Nach 10 Jahren ist es nicht mehr nur ein exotisches Land, sondern ein Ort voller Erinnerungen und persönlicher Geschichten.Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Konstruktive Kritik nehme ich ernst, reflektiere sie und versuche daraus zu lernen. Kritik nur um der Kritik willen, um die eigene vermeintliche Expertise unter Beweis zu stellen oder andere zu verletzen, brauche ich nicht.Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
In einem Verlag arbeiten viele schlaue Köpfe, die sich oft seit Jahrzehnten mit Büchern und dem Buchmarkt beschäftigen. Dort steckt also ein unglaubliches Know-how, von dem Autor:innen profitieren können, wenn sie gewillt sind, Ratschläge anzunehmen.Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lesen, lesen, lesen! Und dabei auch über den Tellerrand schauen und in neue Genres eintauchen. Bücher bieten uns die Möglichkeit, Orte zu sehen, die wir nie bereisen werden, und Menschen zu verstehen, denen wir in unserem wirklichen Leben nie begegnen würden.Und ganz wichtig: Herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit!
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