Dienstag, 6. Oktober 2026

[Autoreninterview] A. D. Wilk



Autoreninterview
A. D. Wilk

Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Andrea, als Autorin A.D. WiLK. Ich lebe in Berlin und schreibe hauptberuflich Inspirationsromane, Liebesromane, Thriller und Autorenratgeber. Vor allem Geschichten, die berühren und zugleich stärken. Am liebsten erzähle ich aus der Ich-Perspektive, weil ich meinen Figuren so ganz nah bin. Ich bin selbst auch Spiritual Life Coach. Was mich antreibt, ist der Wunsch, Menschen ein Stück von ihren Zweifeln zu befreien und ihnen zu zeigen, dass sie ihr eigenes Leben leben dürfen. Dass sie für sich selbst losgehen dürfen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ehrlich gesagt schreibe ich schon immer, ich habe mich nur lange nicht getraut, es wirklich so zu tun, wie ich wollte. Ich habe gebloggt, für andere getextet, Lexikonbeiträge geschrieben. Der Wendepunkt war Stephen Kings »On Writing«. Er sagt: Setz dich jeden einzelnen Tag hin und schreib. Wenn du 1.000 Wörter am Tag schaffst, dann hast du in etwa drei Monaten einen durchschnittlichen Roman geschrieben. Also habe ich angefangen, jeden Morgen eine Stunde zu schreiben, um fünf Uhr, bevor meine Familie wach wurde. Und daraus ist mein Debütroman Wenn du wieder gehst geworden.
Welche Bücher sind bisher von dir erschienen?
Seit meinem Debüt »Wenn du wieder gehst« im Jahr 2018 habe ich über sechzig Bücher geschrieben, den Großteil habe ich im Selfpublishing veröffentlicht. Es sind Geschichten zum Fühlen, Wachsen und Fürchten. Über Liebe, Familie und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Viele davon gehören zu Reihen, etwa rund um Lu & Nik, die »Vielleicht«-Reihe oder »Einer dieser Sommer«. In den letzten Jahren sind außerdem einige Titel gemeinsam in Verlagen erschienen. 2025 hat es »Und wenn ich es selbst wert bin.« auf die SPIEGEL-Bestsellerliste geschafft. Und ganz neu ist »24 Kapitel auf dem Weg zu mir«, mein Adventskalender zum Lesen, der am 13. Oktober 2026 erscheint.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich schreibe gerade am vierten Teil der Tides of Hope Reihe. In meinem Kopf schwirren aber schon wieder viele Ideen. Einerseits ein sechster Band für meine Vielleicht-Reihe, andererseits ein Inspirationsroman, der noch ein bisschen anders sein wird.
Wenn du Freizeit hast, was machst du am liebsten?
Ich bewege mich ständig und gern: Laufen (dabei entstehen übrigens die besten Storylines), Callisthenics, Yoga und Segeln, Fahrradfahren. Ich lese viel und verbringe Zeit mit den Menschen, die mir wichtig sind. Ich liebe es, neue Dinge auszuprobieren und mich weiterzuentwickeln. Gerade lerne ich aber vor allem, mich immer wieder zu zentrieren und bei mir anzukommen.
Hast du Lieblingsbücher und einen Lieblingsautor?
Nein. Überhaupt nicht. Ich lese bunt durch die Regale. Von Philosophie über klassische Liebesromane und hin und wieder auch Fantasy oder einen Thriller.
Kannst du deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben?
Aktuell schreibe ich morgens nach Yoga und Meditieren im Garten. Aber auch gern in Café oder meinem Wintergarten oder im Wohnzimmer. Aber fast immer im Stehen.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich stehe früh auf, meist zwischen sechs und halb sieben, und beginne mit Yoga und Meditation. Dann schreibe ich, mache Sport und kümmere mich um all die anderen Aufgaben, die so anfallen, wenn man Selfpublisherin ist. Meist arbeite ich bis vier, aber das klappt nicht immer. Dafür höre ich an anderen Tagen früher auf oder gönne mir einen entspannten Vormittag.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Schreiben ist es ganz klar der Inspirationsroman, Feel-Good mit Tiefgang. Beim Lesen mag ich die Mischung: berührende Romane, biografische Geschichten und immer wieder ein gutes Sachbuch.
Hast du ein Lebens-Lieblingszitat, und ein Zitat aus einem deiner Bücher, das deine Arbeit beschreibt?
Aus meinem aktuellen Buch: „Ich bin wertvoll, weil ich ein Mensch bin.“
Auf meinem Unterarm steht außerdem I am, weil ich mich immer daran erinnern möchte, dass ich selbst meine eigene Wahrheit bestimme. Alles, was auf Ich bin folgt, ist diese Wahrheit.
Hast du ein Lieblingsland, und warum?
Nein. Ich bin gern in England, aber mein Lieblingsland ist es nicht.
Bist du ein kritikfähiger Mensch bzw. wie gehst du mit Kritik um?
Ich habe gelernt, dass Fehler uns wachsen lassen, wenn wir sie unbedingt vermeiden wollen, bleiben wir stehen. Kritik nehme ich deshalb als Einladung, mich zu verbessern, und trenne dabei die Meinung anderer von meinem eigenen Wert. Am Ende darf mir meine eigene Stimme wichtiger sein als die von Menschen, die mich kaum kennen. Es war ein ziemlicher Prozess, zu diesem Punkt zu kommen.
Warum hast du dich entschieden, Selfpublisherin zu werden, statt zu einem Verlag zu gehen?
Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch und treffe meine Entscheidungen gern selbst, vom ersten Satz bis zum Farbschnitt. Als Selfpublisherin kann ich genau die Bücher machen, an die ich glaube, dabei ständig dazulernen und ganz nah an meinen Leserinnen bleiben. Für mich ist das perfekt.
Gibt es etwas, das du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Fragt euch einmal ganz ehrlich: Warum ist uns die Meinung von Menschen, die wir kaum kennen, oft wichtiger als unsere eigene? Dein Wert hängt nicht davon ab, was du leistest oder wie viele dich sehen. Trau dich, dir selbst wichtig zu sein und dein eigenes Leben zu leben, der Rest wird leichter, wenn du bei dir anfängst.

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