Autoreninterview
T. B. Brandl
Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hey! Ich bin Tommy. Ich schreibe Romane und Lyrik und alles dazwischen. In meinen Texten versuche ich große Themen greifbar und erlebbar werden zu lassen und so auf unterhaltsame Art und Weise Fragen zu stellen, die mal wieder gestellt werden müssten. Mein Roman-Debüt »Runaways«, ein historischer Roman, ist 2024 erschienen. Seitdem habe ich noch meinen Gedichtband »7 – Sieben Gefühle in Siebzig Gedichten« und meinen Klima-Thriller »DIE LETZTE HOFFNUNG« veröffentlicht. 2025 habe ich außerdem das »Selfpublisher Speeddating« ins Leben gerufen, eine Initiative, die unabhängige Autor:innen und unabhängige Buchhandlungen zusammenbringt und so gemeinsam für mehr Vielfalt im Buchmarkt sorgt.Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Eigentlich wollte ich schon immer schreiben. Mit 12 hatte ich schon ein Word-Dokument auf dem gemeinsamen Familien-PC, in das ich meinen Bestseller tippen wollte. Ja, und dann blieb das leer, weil ich einfach keine Idee hatte. Das war für mich das Zeichen, dass ich das einfach nicht kann und es nicht weiter versuchen sollte. Eine (total beknackte) Einstellung, die sich erst geändert hat, als ich 2023 mit Baby in der Trage ganz, ganz, ganz (!) viel wach war, wenn ich eigentlich hätte schlafen müssen, und mir dachte: »Ach komm, dann mache ich jetzt wenigstens etwas produktives.« Also habe ich angefangen zu schreiben und seitdem einfach nicht mehr aufgehört.Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?»Runways«: Ist ein historischer Roman der im viktorianischen London des Jahres 1851 spielt, dem Jahr in dem die erste Weltausstellung im Crystal Palace stattfand. Es geht um Julie, die 16jährige Tochter des Londoner Polizeichefs, die von ihrem Vater zu Hause gefangen gehalten wird, ohne dass er ihr verrät wieso.»7 - Sieben Gefühle in Siebzig Gedichten« ist ein Sammelband von Texten, die ich in der Zeit von 2024 bis 2026 geschrieben habe. Alle Texte befassen sich mit unterschiedlichen Emotionen, von Liebe, Trauer, Einsamkeit bis Freude, und sind mein Versuch, in Worte zu fassen, was man manchmal selbst nicht richtig versteht. Denn: Gefühle sind eine Superkraft, die wir viel zu oft zur Seite schieben. Und ich muss es wissen, ich bin ein Mann …»DIE LETZTE HOFFNUNG« ist mein neuer Roman, der am 25.07.2026 erschienen ist. In dem Klima-Thriller geht es um die Frage, was eigentlich passiert, wenn sich in den nächsten 20 Jahren nichts mehr daran ändert, wie wir mit dem Klimawandel umgehen und einfach alles so weiterläuft wie bisher. 2046 gibt es dann eine große Flutkatastrophe im Pazifik, die dazu führt, dass die junge UN-Klimapolitikerin Chloe Cortez eine Idee entwickelt, wie das vielleicht doch noch klappen kann mit dem Überleben der Menschheit. Die Idee ist aber nicht ungefährlich, denn sie überschreitet jede moralische Grenze und bald schon befindet sich die Welt auf einem Weg, den Chloe so nie gewollt hat.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?Ich schreibe tatsächlich gerade an zwei Projekten: Einerseits ist »DIE LETZTE HOFFNUNG« als Auftakt einer Klima-Trilogie geplant, die anderen beiden Bände sind bereits in Arbeit.Darüber hinaus habe ich einen zeitgenössischen Roman über Vaterschaft, vererbte Traumata und fehlende männliche Vorbilder angefangen, der noch einmal in eine ganz neue Richtung gehen soll.
Haha – Freizeit. Also mittlerweile verschlingt meine Schreiberei und alles was ich Außenrum so mache, fast alles was neben Beruf, Familie und Atmen noch so an Zeit übrig bleibt. Aber hin und wieder schaffe ich es doch noch, die Gitarre auszupacken und ein bisschen Musik zu machen. Und ich habe neulich die Playstation abgestaubt und nach 2 Stunden Installations-Zeit dann auch tatsächlich mal wieder 20 Minuten Red Dead Redemption gespielt…Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?Andreas Eschbach. Großes (!) Vorbild.Ken Follett. Auch.Ganz frisch seit diesem Jahr: Annika Büsing. OMG kann die fantastisch schreiben. Ich habe in den letzten 6 Wochen ALLES gelesen, was sie je geschrieben hat.Und Marc-Uwe Kling dürfte mir gerne mal einen ganzen Abend einfach nur vorlesen.
So einen richtigen festen Arbeitsplatz habe ich nicht. Ich schreibe am Küchentisch, liegend auf der Couch, stehend im Flur, mit nassen Händen in der Küche, weil mir beim Abwasch etwas eingefallen ist und die allermeisten Ideen kommen mir, wenn ich mal für eine Stunde rausgehe, durch den Schlosspark spaziere und natürlich nichts zu schreiben dabei habe.Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ziemlich unspektakulär: Aufstehen, Kaffee, kein Frühstück, existieren, Feierabend, Kinderspielplatz, Abendessen, lesen oder schreiben, (zu spät) einschlafen.Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich liebe historische Romane und Polit-Thriller. Dazu kommen Romane, die sich sprachlich oder inhaltlich ein bisschen was trauen und mal Sachen ausprobieren. Beim Schreiben versuche ich diese Sachen irgendwie zusammenzubringen und mein eigenes Ding daraus zu machen.Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
»Don’t self-reject.« Das war der Startschuss für mein Schreiben, weil mir klar geworden ist, dass ich seit Jahren selbst verhindere, dass ich tue, was ich eigentlich wirklich möchte.Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich finde Deutschland eigentlich ziemlich cool. Keine Sorge, nicht auf Nazi-Weise. Falls es hier mal Kacke werden sollte, stehen aber Dänemark, Norwegen und Schweden ziemlich weit oben auf meiner »Ja, dann macht euren Scheiß doch alleine, ich hau ab«-Liste.Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Also ich finde ja, und jeder der etwas anderes sagt, hat einfach keine Ahnung. Spaß. Also, grundsätzlich freue ich mich immer über konstruktive Auseinandersetzung mit dem, was ich so mache. Viel davon passiert ja in schweigsamer Abgeschiedenheit und ich bin immer noch der Meinung, dass ich eigentlich gar keine Ahnung habe, was ich hier mache, insofern ist Feedback immer gut. Wie gut ich die Kritik annehmen kann, hängt aber immer auch davon ab, wie sehr ich emotional in meinen Text involviert bin. Spoiler: meistens sehr. Deswegen könnte es eventuell ab und an vielleicht manchmal vorkommen, dass ich erstmal etwas frustriert reagiere, bis ich vier mal ums Haus gerannt bin.Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
In kurz: Die Angebote, die ich hatte, haben nicht zu der Vision des Buches gepasst, die ich in meinem Kopf in Stein gemeißelt hatte.Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Kauft euer nächstes Buch bitte in einer kleinen, unabhängigen Buchhandlung. Die brauchen ganz, ganz dringend Hilfe und machen fantastische Arbeit!
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