
Buchvorstellung einmal anders
Nach dem Autoreninterview drückt mir Jule ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.
Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Nie wieder Liebe … im Büro“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«
Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊 Doch da klettern noch zwei Protagonisten aus dem Buch und setzen sich zu uns.
Wer seid ihr denn? Wollt ihr euch den Besuchern des Blogs vorstellen?
Herzlich Willkommen, Sophie und Jan. Wollen wir das Interview nun zu viert machen?"Claudia, hm? Freut mich wirklich sehr." Jans blaue Augen blitzen. "Ich bin Jan und das ist Sophie.""Pack den Charme wieder ein, Jan. Sie hört uns auch so zu." Sophie lacht und rempelt ihn mit der Schulter an.
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden."Ich denk noch drüber nach." Jan mustert Sophie misstrauisch."Zu spät." Sophie wendet sich mir zu. ""Ich freu mich drauf, dir von Jan zu erzählen. Fall nicht auf sein Lächeln rein. Er hat es faustdick hinter den Ohren."
Sophie und Jan haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?"Zeit hatte Sophie nicht immer, hab ich recht?", meint Jan."Ausnahmsweise, ja. Ich habe es mit dem Arbeiten übertrieben. Aber inzwischen weiß ich die schönen Seiten des Lebens zu schätzen.""Und? Wem hast du das zu verdanken?"Sophie verdreht nur die Augen.
"Oh, ich? Hm, ja. Passiert ja nicht so oft. Ich möchte nicht unbescheiden sein, aber man kann mich wohl als locker-leichten Sommerroman verstehen. Eisessen (ein scharfer Blick zu Jan), warme Sommerabende und Swingmusik, zu der Sophie tanzt wie ein Wirbelwind. Heiße Funkmusik, ein Sommerfest auf Stuttgarts Schlossplatz. Ich habe schon einiges zu bieten. Und dann die spannende Frage, wer Sophie so übel mitspielt."In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Seht ihr es als Protagonisten genau so?
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?Sophie kraust die Stirn. "Ich würde sagen, mein Charakter war es, der ihr am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat. Eigentlich hat mich die Lektorin gerettet."Das Buch nickt. "Anfangs warst du zu defensiv. Und defensive Charaktere kann sie einfach nicht."Jan lachte. "Stimmt. Mit mir hat sie sich viel leichter getan. Und Bürokram und Tanzen waren sowieso nicht das Problem. Nicht mal die fiesen Momente, die sie Sophie zugemutet hat.""Und sie hat euch zu wenig Gelegenheit gegeben, euch kennenzulernen, stimmts?"Sophie nickt. "Da musste sie nacharbeiten. Jetzt ist das Buch viel runder geworden.""Richtig. Ich war über jede Gelegenheit dankbar, Sophie von meinen Qualitäten zu überzeugen", ergänzt Jan.
Wisst ihr wie viel Jule tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?Jan grinst. "Sophie, mitten im Kabelsalat unter ihrem Schreibtisch, das fand ich schon lustig."Sophie lächelt schwach. "Haha. Meine Lieblingsstelle war auch unter dem Schreibtisch, aber viel später. Als du mich dort gefunden hast und mich, trotz Streit, einfach in den Arm genommen hast. Das fand ich wunderschön." Sie lächelt ihn liebevoll an. "Eigentlich warst du es, der in dem Buch über sich hinausgewachsen ist." Jan windet sich, peinlich berührt. Aber dann zieht er Sophie in seinen Arm und küsst sie einfach.
Das Buch grinst. "Naja, sie hat Buchhaltung gemacht, tanzt, lebt in Stuttgart. Ihr Mann spielt Keyboard und ist ITler. Ich würde sagen, es steckt eine Menge Jule drin. Und natürlich feiert sie gern.Habt ihr dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmt ihr dem Buch zu?
Sophie nickt. "Sie wollte bei ihrem Debüt bei Themen bleiben, in denen sie sich auskennt. Deshalb hat das Buch schon recht. Und nicht nur das. Sie weiß auch, was Burnout bedeutet."Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?"Uh, ich würde sagen, man merkt ihr an, dass sie mal Chefin war. Die Rolle ist ihr auf den Leib geschneidert. Wortgewandt, strukturiert. Sie wirkt laut und dominant."Jan legt dem Buch die Hand auf den Einband. "Mag sein. Das ist das erste, was die Leute an ihr wahrnehmen. Aber sie ist viel mehr als das.""Stimmt." Sophie lächelt Jan zu. "Das Buch zeigt, wie gefühlvoll, romantisch und lustig sie ist. Schau dahinter. Sie braucht Harmonie und eine breite Schulter zum Anlehnen, auch wenn man ihr das nicht anmerkt. Gut, dass sie dafür den richtigen Mann gefunden hat."
"Ha. Die Probeleser haben gesagt, der Titel geht gar nicht. Dann hat sie rumexperimentiert mit 'Let's swing – Das Leben ist zu kurz für Drama! Aber ich habe sie unterbewusst bearbeitet, weil das den Fokus des Buchs nicht richtig widergibt. Ich bin echt froh, dass sie kurz vor der Veröffentlichung zur ersten Idee zurückgekehrt ist. Da weiß man wenigstens gleich, was man bekommt. Obwohl das natürlich nicht alles ist, was das Buch zu bieten hat."Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
"OMG, das Cover." Sophie strahlt mich an. "Das ist der Hammer. Es hat Komplimente geregnet. Sicher spielt es eine wesentliche Rolle, warum es bei Amazon während des 0€-Deals auf Platz 1 gesprungen ist. Niemals würden wir das ändern, da sind wir uns alle einig."Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und seine Hauptcharaktere antworten. Leise flüstere ich den beiden, bevor sie wieder ins Buch zurückkehren, und dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«"Tu nichts, was ich nicht auch tun würde", flüsterte Lena, bevor sie sich zum Abschied umarmten, und zwinkerte ihr zu."Da sind die Grenzen ja nicht eng gesteckt", murmelte Sophie und seufzte. War ja klar, dass sie ihre Bedenken nicht teilte. Doch ihre Freundin lachte nur.
"Und uns erst 😉."Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«
"Ähm, ja, ich danke auch. Hoffe ich mal."
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Mit dem Abschicken des Kommentars bin ich mit den Datenschutzrichtlinien des Blogs einverstanden.