Dienstag, 24. März 2026

[Schnipseltime] Sweet Demons - Das Flüstern der Magie von Michael Hamannt


 

Wir hatten Juni und über zwanzig Grad, doch auf dem Wasser fühlte es sich kälter an. Der Wind zerrte an meinem Haar, biss in meine Wangen. Der alte Fischerkahn hüpfte über die Wellen, und meine Finger klammerten sich an die Reling. Mir war übel. Der Gedanke an das Treffen mit dem Leiter der Forschungsstation machte es nicht besser.

Es hätte schlimmer sein können, und vor Kurzem war es das auch noch. Doch das Leben ging weiter. Die Welt drehte sich weiter. So war es, so würde es bleiben. Bis es eines Tages nicht mehr so wäre. Aber bis dahin, sagten die Wissenschaftler, vergingen noch ein paar Milliarden Jahre.

Ich seufzte.

Schritte näherten sich, und ein Mann stellte sich neben mich. Sein Blick hing an der Nebelbank vor uns. Er war alt. Graues Haar flatterte um sein Gesicht, und die Falten um seine Augen wirkten tiefer als der Marianengraben. Salzkristalle funkelten darin. Vielleicht bildete ich mir das auch nur ein. Aber an einem Ort wie diesem wusste man das nie so genau. Hier, tief im Süden Englands, war die Magie der Fae noch immer stark.

»Sollten Sie nicht am Steuer sein, Kapitän?«

»Autopilot«, erwiderte er knapp.

Schon als ich ihn anheuerte, war er mir nicht wie der gesellige Typ vorgekommen. Egal. Ich blickte wieder zum Nebel.

»Sind Sie sicher, dass Sie zur Isle of Veil wollen?«, fragte er.

Ja, war ich.

»Die Leute dort sind ein eigener Schlag«, sagte er leise. »Und dann die Dämonen. Kein guter Ort für eine junge Frau wie Sie, Ms ...«

»Nennen Sie mich Ivy.«

Sein Nicken wirkte zögerlich, beinahe widerwillig.

»Sie mögen keine Dämonen?«, fragte ich.

»Ich traue ihnen nicht, wenn sie ungebunden sind.«

Das sollte man nie. »Es ist eine Aufzuchtstation, Kapitän. Die Exemplare dort sind alle noch sehr jung. Harmlos.« Zumindest redete ich mir das ein.

»Wenn Sie es sagen, Ms …«

»Ivy.«

Stille senkte sich zwischen uns. Unter uns glitt ein Schwarm leuchtender Wesen vorüber. Für einen Moment wirkte ihr Anblick beinahe tröstlich. Ich beugte mich vor, um besser sehen zu können. Da löste sich ein gewaltiger Schatten aus der Tiefe, verschluckte das Licht und schoss unter dem Boot hervor. Das Wasser wirkte plötzlich dunkler, schwerer. Mein Herz setzte einen Schlag aus.

»Alles gut.« Der Kapitän legte eine Hand auf meinen Unterarm. Die Berührung seiner rauen, schwieligen Finger fühlte sich seltsam beruhigend an. »Das ist nur sie

Ein weißer Buckel durchbrach die Wasseroberfläche. Größer als ein Wal, viel größer. Fasziniert starrte ich auf die Schuppen, die im Sonnenlicht wie Perlmutt funkelten. Dann glitt das Wesen wieder in die Tiefe. Kurz bevor es verschwand, peitschte sein Schwanz das Meer auf. Gischt spritzte, das Boot geriet ins Schlingern. Doch der Anblick war zu schön, um ihn mir von meinem rebellischen Magen verderben zu lassen.

»Sie mag Sie.« Der Kapitän lächelte zum ersten Mal, seit wir uns begegnet waren. »Die Herrin der Isle of Veil hat Sie persönlich willkommen geheißen. Ich denke, Sie werden sich auf der Insel zurechtfinden, Ivy.« Er wandte sich ab und ging mit dem schwankenden Schritt eines Mannes davon, der mehr Zeit auf dem Wasser verbracht hatte als an Land.

Wir tauchten in den Nebel ein, und seine feuchte Kühle legte sich auf mein Gesicht. Um mich herum nichts als stilles, friedliches Weiß. Kein Wind. Keine Wellen. Selbst der salzige Atem der See wirkte gedämpft. Der Nebel hatte immer wie ein schützender Ring um die Insel gelegen. Man erzählte sich, sie habe ihn erschaffen: Die Herrin der Insel, eine der letzten Fae, die nicht mit ihrem Volk weitergezogen war.

Dann, von einem Augenblick auf den anderen, lichtete sich der Dunst. Sonnenlicht blendete mich. Vor mir lag ein grünes Eiland. Auf den ersten Blick wirkte es wie ein unberührtes Paradies. Doch eine Straße durchschnitt das Grün, und über den Bäumen im Osten stieg Rauch auf.

[Buchvorstellung einmal anders] Sweet Demons - Das Flüstern der Magie von Michael Hamannt

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Ivy und Ben aus „Sweet Demons – Das Flüstern der Magie“, um mit ihnen über das Buch und ihren Autor zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Ivy: Danke, dass wir hier sein dürfen.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Ivy: „Also gut, mein Name ist Ivy Briggs. Ich arbeite als Reporterin, bin chronisch neugierig und laut offizieller Einschätzung „nicht immer vernünftig“. Zurzeit ermittle ich verdeckt in einer Aufzuchtstation für Dämonenwelpen und gerate dabei häufiger in Schwierigkeiten, als mir lieb ist. Meistens jedenfalls.“
Ben: „Ich bin Ben, ich meine Dr. Wyler und arbeite als Leiter der Aufzuchtstation. Laut Ivy bin ich ‚meistens viel zu ernst und auch ein wenig grummelig’.“
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Ivy schieb Ben beiseite: „Lass mich das mal machen.“ Sie räuspert sich. „Ursprünglich bin ich undercover auf die Isle of Veil gereist, um einer Reihe mysteriöser Einbrüche in der weltweit ersten Aufzuchtstation für Dämonenwelpen nachzugehen. Und dann steht plötzlich Ben vor mir: misstrauisch bis über beide Ohren, total nervig, aber leider auch viel zu attraktiv. Jetzt ist auch noch ein Mord passiert und wir zwei sind gezwungen, zusammenzuarbeiten. Das kann nur heiter werden.
Ben (leicht säuerlich): „Kein Kommentar.“
Glaubt ihr, macht es dem Autor Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Ivy: „Oh, definitiv. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er sich beim Schreiben jedes Mal gedacht hat: Haha, wie kann ich es ihnen heute besonders schwer machen!“
Ben: „Er nennt es Charakterentwicklung, pfft. Kaum läuft es für die Station halbwegs gut, wirft er uns Einbrüche, Morde oder irgendwelche emotionalen Verwicklungen vor die Füße.“
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Ivy (begeistert): „Oh ja, ich mochte unser allererstes Zusammentreffen. Ben kam ziemlich arrogant rüber. Der Schlagabtausch, der daraufhin zwischen uns folgte, war einfach nur herrlich. Und auch ein bisschen … heiß.“
Ben: „Hm, ich mag die ruhigen Szenen im Buch. Vor allem die, in denen deutlich wird, dass Ivy nicht nur eine neugierige Reporterin ist, sondern auch bereit, für andere einzustehen.“
Was glaubt ihr, wie viel von eurem Autor steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Ivy: „Oh, ich bin mir ziemlich sicher, dass ein bisschen von ihm auch in mir steckt. Dieser Drang, alles zu hinterfragen. Nicht lockerzulassen. Und die Dinge viel zu sehr zu überdenken, kann ich nur von ihm haben.“
Ben: „Er würde es vermutlich nie zugeben, aber diese grummelige Momente, zu denen ich manchmal neige, habe ich ganz sicher von ihm.“
Wie würdet ihr euren Autor beschreiben?
Ben: „Beobachtend. Geduldig. Manchmal fast schon zu neugierig, wenn es um unsere Gefühle geht. Gleichzeitig spürt man , dass er uns mag. Er lässt uns zwar stolpern, aber auch immer wieder aufstehen . Außerdem scheint er eine Vorliebe für dickköpfige Personen zu haben, die einem ständig widersprechen müssen.“
Ivy (blinzelt unschuldig): „Weiß nicht, was du meinst.“
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Ivy: „Mitspracherecht? Sehr witzig. Wir werden hier regelmäßig in Lebensgefahr gebracht, und du fragst nach Mitspracherecht beim Titel?“
Ben: „Da lässt er sich nicht reinreden. Ich hab’s versucht, wirklich. Ich dachte an so etwas wie: ‚Mord auf der Dämoneninsel!‘ Aber das schien ihm nicht so zu gefallen.“
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Ivy: „Wir haben ziemlich viel herum diskutiert, und dann gab es endlich das neue Cover. Und diesmal hat er tatsächlich auf mich gehört. Ich wollte mehr Atmosphäre, mehr Gefühl für die Insel, mehr von diesem Sturm-und-Herz-Vibe. Jetzt ist es genau richtig!“
Ben (nickt): „Was Ivy sagt.“
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Ben und Ivy lachen und sagen dann gleichzeitig: »Eine Aufzuchtstation für junge Dämonen ist kein Spielplatz für Leute, die ihre Nase gerne in Dinge stecken, die sie nichts angehen.«
Danke für das Gespräch
Ivy und Ben (unisono) : „Wir danken dir!“

[Autoreninterview] Michael Hamannt


Autoreninterview
Michael Hamannt

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Gerne. Mein Name ist Michael Hamannt, und ich arbeite seit über zwanzig Jahren als freiberuflicher Autor. In dieser Zeit habe ich unter verschiedenen Namen veröffentlicht. Einer davon war Michael Borlik, unter dem ich heute jedoch nicht mehr schreibe und der zu einem früheren Abschnitt meines Autorendaseins gehört. Inzwischen habe ich meinen kreativen Fokus ganz auf die Fantasy in all ihren Facetten und Spielarten gelegt.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Wie bei den meisten begann alles mit dem Lesen. :) Ich habe schon immer Unmengen an Büchern verschlungen. Irgendwann war es mir nicht mehr genug, nur in die Welten anderer Autorinnen und Autoren einzutauchen. Also begann ich damit, mir eigene Geschichten auszudenken.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher sind von mir mehrere Urban-Fantasy- und Romantasy-Romane erschienen, darunter die Reihen „Die Wispernden Bücher“, „Sweet Demons“ und „Die Hexer von London“. In meinen Geschichten verbinde ich Magie, Spannung und Romantik mit modernen Settings und Figuren, die ihren eigenen Weg zwischen Licht und Schatten finden müssen. Viele meiner Bücher erzählen von verborgenen Welten hinter unserer Realität, aber vor allem von Liebe, Freundschaft und persönlichen Entscheidungen. Mein Fokus liegt immer auf atmosphärischen Geschichten, die Herzklopfen, Humor und große Gefühle miteinander verbinden.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, aktuell arbeite ich am nächsten Band meiner Reihe „Sweet Demons“, der den Titel „Der letzte Zauber“ trägt. In diesem Roman warten neue magische Konflikte, persönliche Herausforderungen und emotionale Entwicklungen auf die Figuren. Es ist ein sehr intensiver Band, der die Fäden der bisherigen Geschichten zusammenbringt und zu einem epischen Finale führt.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Wenn ich einmal nicht schreibe, lese ich oder stürze mich auf Brettspiele. Meistens mit Fantasy- und Science-Fiction-Bezug. Außerdem erkunde ich gerne neue Städte, treffe meine Freunde und genieße gutes Essen (und Süßigkeiten!!!). Solche kleinen Auszeiten helfen mir, neue Energie zu tanken und oft entstehen dabei sogar neue Ideen.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Meine absoluten Lieblingsautoren sind Michael Ende und Terry Pratchett. In letzter Zeit bin ich aber leider nicht dazu gekommen, noch einmal eines ihrer Bücher zu lesen. Bei Michael Ende liebe ich diese besondere Mischung aus tiefschichtiger Erzählung und fantastischen Elementen, während mich bei Terry Pratchett vor allem sein Humor und seine kluge, oft augenzwinkernde Sicht auf die Welt begeistern. Beide schaffen Geschichten, in die ich jederzeit wieder eintauchen kann.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Mein Arbeitsplatz ist vermutlich genau so, wie man ihn sich bei einem Autor vorstellt: ein überladener Schreibtisch und mittendrin ein Computer. Drumherum herrscht ein kreatives Chaos aus Notizzetteln und Post-its, auf denen ich kleine Gedankenfetzen oder Szenenideen festgehalten habe. Es sieht vielleicht nicht ordentlich aus, aber genau in diesem Durcheinander entstehen meine Geschichten. :)) Neben dem Schreibtisch steht ein Aquarium, das leise vor sich hinblubbert und in das ich manchmal gedankenverloren starre.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Nach dem Frühstück, wenn ich halbwegs wach bin, geht es gegen acht Uhr an den Schreibtisch. Erst beantworte ich Mails und kümmere mich um Nachrichten auf Social Media. Danach tauche ich in mein aktuelles Schreibprojekt ein. Mittags mache ich bewusst eine Pause, und wenn es passt, gehe ich gerne spazieren, um den Kopf wieder freizubekommen. Danach setze ich mich dann gleich wieder an die Arbeit. Im Durchschnitt endet mein Arbeitstag so gegen 17 Uhr. Manchmal auch früher oder später.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Das ist leicht zu beantworten: Fantasy und Fantasy. ;)) Ich liebe es, fantastische Welten zu entdecken und noch mehr liebe ich es, selbst welche zu erschaffen.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich habe tatsächlich ein Zitat, das ich sehr mag. Ich habe es irgendwann einmal gelesen, weiß aber leider nicht mehr, von wem es ist: „Eine gute Geschichte ist wie eine Reise. Die Erinnerungen an sie werden uns für den Rest unseres Lebens begleiten.“ Es erinnert mich daran, warum einige Geschichten so wichtig für uns sind: Sie begleiten uns wie gute Freunde, machen uns Mut und manchmal verändern sie uns sogar.
Ein Zitat aus meinen Büchern, das meine Arbeit am besten beschreibt, fällt mir spontan nicht ein. Aber ich bin mir sicher, dass ich etwas in der Art immer mal wieder in meine Geschichten einfließen lasse. Wenn auch eher unbewusst.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Definitiv Schottland. Die Landschaft, die Burgen sowie seine zahlreichen Geschichten und Mythen faszinieren mich bis heute. Für mich fühlt es sich an, als würde hinter jedem Hügel eine neue Geschichten warten.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich sehe mich heute als kritikfähigen Menschen. Als ich vor über fünfundzwanzig Jahren mit dem professionellen Schreiben angefangen habe, war das noch anders. Damals hat mich jede Kritik sehr getroffen. Mit der Zeit habe ich jedoch verstanden, dass gerade die Rückmeldungen von Lektorinnen und Lektoren eigentlich nur ein Ziel haben: Das Buch gemeinsam mit mir noch besser zu machen. Wenn man Kritik als Zusammenarbeit und nicht als Angriff versteht, verändert das den Blick darauf schon sehr.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Der Weg ins Selfpublishing hat sich bei mir vor allem aus einer persönlichen Phase heraus ergeben. Vor einigen Jahren hatte ich ein Burnout und war gezwungen, bewusst kürzerzutreten. Bis dahin hatte ich bereits mit zahlreichen Verlagen zusammengearbeitet.
Inzwischen geht es mir wieder gut, aber ich arbeite weiterhin daran, vieles ruhiger anzugehen. Selfpublishing gibt mir die Freiheit, Tempo und Projekte selbst zu bestimmen. Gleichzeitig arbeite ich auch wieder mit Verlagen zusammen: Einige Buchprojekte sind bereits erschienen bzw. noch in Arbeit. Für mich ist es jedoch kein Entweder-oder, sondern eine Mischung aus beidem.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lest Geschichten, die euch berühren, trösten oder zum Träumen bringen. Das sind am Ende immer die besten.

Montag, 23. März 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Der Zorn der Schlange von Barbara Drucker

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Frederigo und Riccardo Visconti Marchese della Motta aus „Der Zorn der Schlange“ und deren Autorin Barbara Drucker.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Federigo: Seit wann umfasst eine Mission auch Interviews?
Autorin: Seit du sie zusammen mit dem Marchese bestreitest.
Federigo: Wäre das nicht eher eine Sache für ihn?
Marchese: Seit wann bist du auf den Mund gefallen, Strega?
Es wäre schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Federigo: Gut, dann mache ich den Anfang. Und zwei Sachen stelle ich gleich einmal klar: Erstens heiße ich nicht Strega, obwohl mir der Name, den mir Riccardo verliehen hat, viel besser gefällt als mein richtiger Kriegername. Der ist nämlich Volpe. Fuchs, nicht Hexe.
Autorin: Und zweitens?
Federigo: Das weißt du genau. Dass du mich für diesen Auftrag in einen Priesterrock gesteckt hast, darüber reden wir noch. Ich bin Schlangenkrieger!
Autorin: Ach komm! Es ist einfach die beste Tarnung.
Federigo: Sagt ausgerechnet die, die statt eines Degens die Feder schwingt.
Marchese: Sie hat aber recht.
Federigo: Willst du mir etwa weismachen, dass du dich als Pfaffe verkleiden würdest?
Autorin: Ich glaube nicht, dass es seine Durchlaucht unter einem Kardinal oder zumindest einem Bischof macht.
Marchese: Warum nicht? Wenn es dem Zweck dienlich ist, gebe ich Ihnen auch einen einfachen Priester.
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Marchese: Womit wir beim Thema wären. Federigo ist auf einer Mission in Passau. Unglücklicherweise grassieren dort Morde an Priestern.
Federigo: Die ich nicht aufklären darf, weil ich für den Orden den Fürstbischof ausspionieren soll. Und Riccardo …
Marchese: … kämpft mit seinen eigenen Dämonen. Ich muss mich vor dem Rat verantworten und meine Zukunft ist alles andere als gewiss. Und dann stellen sie mir auch noch dieses perfide Ultimatum!
Autorin: Das Ihr mit einer ausgewachsenen Intrige kontert. Ihr habt mir einen schönen Strich durch die Rechnung gemacht.
Marchese: Habt Ihr allen Ernstes gedacht, ich ließe es mir tatenlos gefallen?
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Autorin: Mit Spaß hat das ganz und gar nichts zu tun, eher im Gegenteil. Die schwierigen Situationen geben schriftstellerisch nun einmal mehr her und mir fällt es leichter, Intensität durch Action oder Drama aufzubauen als eine schöne Szene so zu gestalten, dass sie nicht flach wird oder gar in Kitsch abdriftet. Aber sie gehen auch ordentlich an die Substanz, weil ich ja tief hineinsteigen und sie selbst fühlen muss, um sie intensiv zu schreiben. Jedes Gefühl, das ich meinen Lesern vermitteln und in ihnen auslösen will, habe ich selbst während des Schreibens wieder und wieder ausgehalten.
Federigo: Das will ich auch stark hoffen.
Marchese: Gerechterweise muss man anmerken, dass wir sehr wohl auch schöne Situationen erleben dürfen.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Autorin: Und jetzt bitte nicht spoilern! Das ist nämlich gerade mein Problem. Ich habe einige Lieblingsstellen, aber mit den meisten davon würde ich den Lesern die Überraschung zerstören. Ich liebe Eure Intrige im Rat, Marchese, und den Unfall mit der Kutsche.
Marchese: Ausgerechnet die Kutsche! Doch die Intrige war fürwahr elegant.
Federigo: Da wäre ich zu gerne dabei gewesen. Ich mag unser Gespräch mit Giacomo und das torkelnde Huhn.
Marchese: Welches Huhn?
Federigo: Kannst du denn immer ernst bleiben, wenn die holde Magd ihre Knickse macht? Die schwankt stärker als ein Küstensegler. Welche Stelle magst du?
Marchese: Da musst du noch fragen?
Federigo: Stimmt. Wie hieß es noch? Nicht spoilern.
Wie viel echte Barbara steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Marchese: Ich denke, wir sind nicht von ungefähr Italiener.
Autorin: Auch wenn ich noch lerne, aber Italienisch ist zumindest leichter als historisches Fechten. Da ist es mit der Mode schon einfacher. Ich teile die Vorliebe des Marchese für elegante Kleidung.
Marchese: Sie haben Giacomo vergessen.
Autorin: Stimmt, der ist für uns beide ein kongenialer Partner. Da fällt mir ein, die Szene mit Eurer Verkleidung liebe ich auch.
Federigo: Verkleidest du dich gerne?
Autorin: Oh ja! Ich habe aber viel zu selten die Gelegenheit dazu.
Federigo: Was habe ich von dir?
Autorin: Deinen Humor. Deine freche, ironische Art kommt definitiv von mir. Obwohl ich nie das Jesuskind hinter der Orgel versteckt habe.
Federigo: Ja, der Streich war wirklich gut.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Federigo: Oje, das wird riskant. Ist sie rachsüchtig?
Marchese: Nein, keineswegs. Aber ich sehe ohnehin keinen Grund, sie zu schmähen. Sie gibt uns sehr viel Freiheit, unseren eigenen Weg zu finden, aber nie das Heft aus der Hand.
Federigo: Das stimmt, für Vorschläge von uns ist sie immer offen. Aber sie ist wie du, die Entscheidungen trifft sie letztendlich selbst. Mich wundert, dass ihr miteinander klarkommt.
Marchese: Warum nicht? Ich schätze ihre Gewissenhaftigkeit bei der Recherche und ihre Liebe zu historischen Details. Und die für große Szenen.
Federigo: Da seid ihr seelenverwandt. Mir hat sie die Bilder im Dom gezeigt. So überstehe ich die Messen wenigstens einigermaßen.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Autorin: Es war der Arbeitstitel. Normalerweise schafft der es nie aufs Cover, aber diesmal war er perfekt. Ich wollte eine starke, dunkle Emotion.
Marchese: Und ich Narr habe sie Ihnen auch noch geliefert.
Autorin: Ja, das habt Ihr. Und wie Ihr dann mit der Intrige losgelegt habt, hatte ich ständig Angst, dass Euer Zorn zu schnell wieder verraucht.
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Federigo: Würde das etwas ändern? Beim Cover haben wir nichts zu sagen.
Marchese: Ob es so klug war, unseren Ring abzubilden?
Federigo: Ausgerechnet um den Ring machst du dir Sorgen? Im Buch selbst plaudert sie doch noch viel mehr über den Orden aus.
Autorin: Ich bin mit dem Cover zufrieden, sonst hätte ich es nicht freigegeben. Und auf den Ring bin ich stolz, die Schlange darauf habe ich nämlich selbst gezeichnet.
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Marchese: Mir gefällt Sciarlottes Disput mit Scarlatti: „Der Marchese setzt auf den falschen Mann, Gräfin.“ – „Aber auf die richtige Frau.“
Autorin: Ich liebe Eure Worte, Marchese. „Rache ist ein niederes Motiv. Ein Motiv für kleine Geister, denen die Vorstellungskraft für wahre Ziele fehlt.“
Federigo: Ich mag auch eines im Zusammenhang mit Riccardo. „Er lächelte mit der Verbindlichkeit eines Krokodils.“
Vielen Dank für das Gespräch
Autorin: Danke für die Gelegenheit, Claudia.
Federigo: Das könnten wir ruhig öfter machen.

Sonntag, 22. März 2026

[Buchvorstellung einmal anders] The Maidens Fate von Rebecca Weiß


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Rebecca Weiß, um mit ihr über ihr neuestes Buch „The Maidens Fate“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Sehr gerne doch! Es ist ja nicht unser erstes Mal 🥰
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Es ist eine Märchenadaption zu dem Märchen „Die Gänsemagd“ von den Gebrüdern Grimm. Leute, die das Märchen kennen und lieben, werden aber trotzdem nicht gelangweilt und mit dem ein oder anderen Plot überrascht sein!
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Mal mehr, mal weniger. Es gibt Dinge, die mir sehr schwer fallen. Interessanterweise zählt der Tod eines geliebten Charakters nicht dazu. Schwieriger finde ich die kleinen hinterhältigen Intrigen zu spinnen und es alles so zu planen und schreiben, dass es zu Anfang nicht zu offensichtlich ist und überraschend für den Leser kommt.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Ich würde so gern, aber das wäre ein MEGA-SPOILER! Aber ich kann so viel verraten: Wahre Liebe findet sich immer 🥰
Wie viel echte Rebecca steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
In jedem meiner Charaktere die ich entwerfe steckt ein Teil von mir. Mal mehr, mal weniger. Manchmal sind es Kleinigkeiten, wie die Lieblingsfarbe, Hobbys oder Vorlieben beim Essen, manchmal aber auch große schwere Charakterzüge. Egal ob Anta- oder Protagonist*in.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben? 
Auria würde mich definitiv hassen. Bei Lucia und Dorian denke ich, herrschen eher gemischte Gefühle und Carasius … Ich glaube der würde mich von allen am ehesten mögen 🤣
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Das ist eine witzige Geschichte. Ich hatte eine Idee für einen Rollentausch, Prinzessin und Zofe. Ich habe meine lieben Schreibamiga Lucia davon erzählt und ihre Antwort war „Ähm… das Klingt 1:1 wie das Märchen Die Gänsemagd.“ Ich kannte es nicht, hab’s gegooglet und war schockiert über die Ähnlichkeiten zu meiner Idee, also habe ich gesagt „Warum keine richtige Märchenadaption draus machen?
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich war von Sekunde 1 SO SEHR VERLIEBT, dass mir nicht einmal ein kleiner Schreibfehler aufgefallen ist (der natürlich verbessert wurde, vor Veröffentlichung des Covers). Es war tatsächlich der erste Entwurf, den ich sofort abgesegnet habe. Auch meine Verlegerin war von Anfang an begeistert von dem Cover.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Es ist wirklich schwer da EIN Zitat auszuwählen. Ich liebe Humor und baue gerne den ein oder anderen Schmunzler ein. Hier habe ich eine witzige Stelle, in der zwei Brüder sich nicht ganz über die Absichten einig sind:
»Es ist nicht so, wie du denkst, Brüderchen! Wir haben uns nur unterhalten und Auria war so gerührt, dass wir uns umarmt haben!«
»War Auria so gerührt oder du?« Dieser freche Bursche …
Danke für das Gespräch.
Sehr gerne wieder ❤️

Samstag, 21. März 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Yes or No 3 - Mr. und Mr. Smith von Nadine Schwager und Yves Flavian


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Jack und Steffi aus „Yes or No 3 – Mr. und Mr. Smith“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Jack: Hi. Unsere Brüder waren zu beschäftigt damit, Väter zu sein, deshalb müssen wir das übernehmen.
Steffi: Hallo und danke, dass wir hier sein dürfen.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Jack: Ich bin Jack, Yanniks Schwester. Ja, ich weiß, du wunderst dich über den Namen. Eigentlich heiße ich Julia, aber den Spitznamen Jack hab ich seit meiner Jugend und bin ihn nie losgeworden.
Steffi: Yannik hat erzählt, du hast ihn gehegt und gepflegt. *grinst* Ich bin Stefanie, Neos Schwester. Unsere Brüder sind verheiratet. Was sind wir dann eigentlich voneinander, Jack?
Jack: Ähm … Schwippschwägerinnen?
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Steffi: Das ist knifflig, weil wirklich viel passiert. Versuchen wir es damit: Neo und Yannik bekommen unverhofft das Kind von Yanniks Ex-Freundin und müssen mit der neuen Situation irgendwie klarkommen.
Jack: Und zwischen einem zahnenden Baby, vollen Windeln und zwei Vollzeitjobs setzen sie sich gegen Niklas, unseren anderen Bruder, zur Wehr, der ihnen das Kind wegnehmen will.
Steffi: Und Neo fällt es echt schwer, sich mit der neuen Situation anzufreunden. Immerhin wusste er nicht einmal, ob er überhaupt Kinder will.
Jack: Währenddessen wird Yannik von Gewissensbissen zerfressen, weil er Neo das zumutet. Das waren fünf, oder?
Glaubt ihr, macht es dem Autorenduo Spaß eure Brüder in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Jack: Na ja, eigentlich haben sie ihnen ja nur dieses Kind gegeben. Alle die anderen Probleme der zwei sind hausgemacht. Dass Neo seinen Job vorerst aufgibt, um für das Baby dazusein, Yanniks zweite, aber diesmal schwule Pubertät …
Steffi: Die Dysphorie, die Neo dadurch wieder packt … Es soll eben authentisch sein, was die beiden da erleben. Und ich glaube, das ist ihnen schon auch gelungen. Spaß hatten sie dabei wahrscheinlich weniger, es wird doch viel gelitten, so summa summarum.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Jack: Die Testamentseröffnung von Claudia. Das war sehr emotional. Andererseits freue ich mich immer über die Stelle mit der Speisekammer. *lacht*
Steffi: Meine ist die, in der Neo zum ersten Mal von „unserem Baby“ spricht. Definitiv.
Was glaubt ihr, wie viel von Nadine und Yves steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Steffi: Wenn ich raten könnte, würde ich sagen, dass Yannik und Neo den beiden von all ihren Protas am ähnlichsten sind. Beide bodenständig, wollen nur das Beste füreinander, aber manchmal hapert's einfach an den äußeren Umständen, dass das Leben nicht so klappt, wie sie es wollen.
Wie kamen eure Autoren auf die Idee für das Buch?
Jack: *lacht* Das war tatsächlich nur ein Witz, den Yves mal irgendwann gerissen hat, als sie noch Teil 1 geschrieben haben. Und Nadine war sofort begeistert von der Idee, sodass daraus der Plot für Teil 3 entstanden ist. Teil 2 war da nämlich schon fertig geplant.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Steffi: Mr. und Mr. Smith war tatsächlich der Arbeitstitel der Reihe seit Band 1. Als es darum ging, alle drei Bände zu benennen, hat sich Yves gewünscht, dass ein Band genau so heißen soll. Also hat Band 3 diesen Titel bekommen.
Jack: Wir haben sowieso nie Mitspracherecht, wir sind ja „nur“ die Schwestern. Unsere Brüder hören nur höchst selten auf uns. Wobei es ihnen guttun würde, ab und an mal das zu machen, was wir sagen.
Steffi: *amüsiert* Du meinst, sie sollen eigentlich das machen, was du sagst.
Jack: Ganz genau.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Steffi: Nein, es ist perfekt, wie Yves es entworfen hat! Alle drei Cover erzählen eine kleine Geschichte. Auf dem ersten Band stehen die beiden noch getrennt voneinander. Beim zweiten stehen sie mit dem Rücken zum Betrachter, als würden sie in die Vergangenheit schauen.
Jack: Und auf dem dritten stehen sie ganz eng beieinander und wenden sich endlich der Zukunft zu. Total perfekt.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Steffi: Meins ist das hier: „Ich hab versprochen, dass ich immer bei dir bleibe. Ich habe nicht vor, das Versprechen zu brechen.“
Jack: Ich entscheide mich für das hier: „Gar nichts machst du kaputt. Du hältst uns zusammen, du sorgst dafür, dass das hier funktioniert, Neo. Ohne dich wäre ich nichts.“
Danke für das Gespräch.
Jack: Sehr gerne.
Steffi: Danke, dass wir als Nebenfiguren dabei sein durften.

Freitag, 20. März 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Nika - Falsche Neun von Frieda Feuerdorn

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Protagonistin Nika, um mit ihr zusammen über das Buch „Nika – Falsche Neun“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten.
Nika: Hi, ich bin auch froh, dass du dich bereiterklärt hast, mit mir ein wenig für zukünftige Interviews zu üben. *Seitenblick geht zu ihrer PR-Agentin*
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Nika: *räuspert sich* Ich bin Nika Sturm, 18 Jahre alt, und ich bin Mittelstürmerin bei der Damenmannschaft Union Berlin … und in der … deutschen Nationalmannschaft. Fußball ist mein Leben, darum habe ich es auch noch nicht geschafft, den Führerschein zu machen. Immerhin habe ich mein Abi schon in der Tasche.
Beschreibe uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.
Nika: Es geht darum, wie und wieso ich plötzlich zu den Profis komme und wie es mir dort ergeht. Es ist nicht leicht als Neuling, und schon gar nicht, wenn man „Das Experiment“ ist. Ich muss mich menschlich und bei den Spielen behaupten, finde und verliere Freunde und darf vor allem den Präsidenten nicht enttäuschen. Die Medien sind dabei ständig auf mich gerichtet und nebenbei lerne ich auch noch den Star meines Bruders kennen, von dem ich nicht so recht sagen kann, was er eigentlich bezweckt.
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?
Nika: Ich muss ganz schön was mitmachen und manchmal verfluche ich Frieda dafür. Aber sie gibt mir die Chance, zu spielen, und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Ich hoffe, dass ich am Ende mein Ziel erreichen darf. Meinen Traum lebe ich dank Frieda ja schon, auch wenn er sich oft nicht so glitzernd darstellt, wie man immer meint.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Nika: Mehrere. Mein Bruder würde sagen, es ist die Stelle, als ich bei Instagram einen peinlichen Fehler begehe. Meine Mutter würde sagen, als sie endlich Gelegenheit hatte, das Bayern-Trikot zu waschen, das ich am Anfang der Geschichte von dem Spieler bekommen hab. Für mich ist es wohl das Duell, auf das ich all die Zeit hingefiebert habe.
Was glaubst du, wie viel Frieda steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?
Nika: Das ist schwer zu sagen. Ich denke, Frieda hat viel von sich in meine Familie gesteckt. Vor allem Matteo soll ein wenig an ihren eigenen Bruder erinnern. Der nennt sie auch immer Bro.
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Nika: Ich habe sie im Schreibprozess vollkommen fokussiert erlebt. Sie hat so viel Herz und Liebe in meine Geschichte gepackt, dass mir ganz warm wird. Die Reihe bedeutet ihr was, da es um mehr als nur den Fußball geht. Es geht um Frauen, um Selbstwert, um Zerrissenheit und Mut. Ich denke, all das ist auch tief in ihr selbst Thema.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Nika: Der Titel trägt meinen Namen und das von Anfang an, auch wenn es erstmal nur ein Arbeitstitel sein sollte. Der Untertitel hat sich aber ein paarmal verändert, bis er feststand. Ich hab mich da rausgehalten und lieber noch ein paar Torschüsse geübt.
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Nika: Ich hatte große Angst, dass das Cover mir nicht gefällt. Es musste ja zum Genre passen und da gibt es 2 Möglichkeiten. Die andere war aber zu cozy und wenn meine Geschichte eins nicht ist, dann cozy. Also ja, ich bin sehr glücklich damit, wie es jetzt ist.
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?
Nika: Puh, das ist schwer, denn es gibt soooo viele tolle Sprüche und Sätze dieses mal.
Ich nehme dieses, weil mein Trainer auf dieser Pressekonferenz genau das gesagt hat, was ich in dem Moment gern gesagt hätte. Leider war ich da einfach noch zu grün hinter den Ohren.
„Mit Nika haben wir ein medial unverbrauchtes Gesicht und vor allem Zeit, sie so aufzubauen, wie wir es brauchen. Im Moment mag sie für ein Wagnis stehen, ein Experiment, wenn Sie so wollen. Aber ich gebe Ihnen Brief und Siegel, dass in wenigen Wochen oder Monaten dieses Gesicht hier für Mut und Ehrgeiz stehen wird, und für viele, viele Tore, von denen jedes einzelne für Männer wie Sie ein Tritt in die Eier sein wird.“
Danke für das Gespräch.