Samstag, 18. Juli 2026

[Schnipseltime] Das kleine Hotel in der Toskana von Heike Hamboch


 

Matteo tritt näher. Sehr viel näher. Ich spüre die Wärme seines Arms, bevor ich sie bewusst wahrnehme.

»Zu süß. Das ist eher Märchenschloss als Toskana.«

»Die meisten Frauen lieben Märchen«, gebe ich zurück.

Er schnaubt leise. »Das ist kein Argument.«

»Deins auch nicht.«

Eine Weile funkeln wir uns nur an. Dann will ich die Apricot-Karte etwas höher schieben, Richtung Terracotta-Ton. Im selben Moment greift er danach. Unsere Finger streifen sich. Nur ganz kurz. Trotzdem spüre ich ein leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen. Ich ziehe die Hand so schnell zurück, als hätte ich mich verbrannt.

Er springt ebenfalls weg von mir. Sein Kiefer ist verkrampft und er sieht aus, als habe ich ihn unsittlich berührt. Verdammt, es waren nur unsere Finger.

Einen Moment sagt keiner etwas. Dann räuspert er sich. »Du hältst das schief.«

»Tue ich nicht. Außerdem ist das egal. Das ist nur eine Karte – damit wir die Wirkung sehen.«

»Nein, das ist wichtig.«

Mit einem Augenrollen rücke ich die Karte demonstrativ gerade. »Besser, Mister Tausendprozent?«

Er beugt sich leicht vor, kommt mir dabei wieder viel zu nah. »Immer noch schief.«

»Du stehst schief«, murre ich.

Giorgio lacht. »Ihr zwei seid wie ein altes Ehepaar.«

»Sicher nicht«, sagen Matteo und ich gleichzeitig.

Stille. Aber die Blicke, die Mama und Giorgio sich zuwerfen, gefallen mir ganz und gar nicht.

»Vielleicht sollten wir erst einmal die Farbe für den Tresen und die Stühle aussuchen«, sagt Matteo. Spürt er auch diese seltsamen Vibes zwischen unseren Eltern? Als ob sie etwas wüssten, das wir nicht wissen?

Er tritt einen Schritt zurück, nimmt die Karte mit dem Ebenholz-Farbton und hält sie gegen den Tresen. »Wie findet ihr das?«

So gut die schwarzbraune Farbe im Foyer aussah, hier verschluckt sie alles. Ich verziehe das Gesicht. »Viel zu hart.«

»Das ist hochwertig«, entgegnet er.

»Aber es vermittelt keine Wärme. Nur Strenge.«

»Das nennt sich Eleganz.«

»Die hat ein Beerdigungsinstitut auch.«

Matteo tritt näher. Sehr viel näher. Ich spüre die Wärme seines Arms, bevor ich sie bewusst wahrnehme.

»Zu süß. Das ist eher Märchenschloss als Toskana.«

»Die meisten Frauen lieben Märchen«, gebe ich zurück.

Er schnaubt leise. »Das ist kein Argument.«

»Deins auch nicht.«

Eine Weile funkeln wir uns nur an. Dann will ich die Apricot-Karte etwas höher schieben, Richtung Terracotta-Ton. Im selben Moment greift er danach. Unsere Finger streifen sich. Nur ganz kurz. Trotzdem spüre ich ein leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen. Ich ziehe die Hand so schnell zurück, als hätte ich mich verbrannt.

Er springt ebenfalls weg von mir. Sein Kiefer ist verkrampft und er sieht aus, als habe ich ihn unsittlich berührt. Verdammt, es waren nur unsere Finger.

Einen Moment sagt keiner etwas. Dann räuspert er sich. »Du hältst das schief.«

»Tue ich nicht. Außerdem ist das egal. Das ist nur eine Karte – damit wir die Wirkung sehen.«

»Nein, das ist wichtig.«

Mit einem Augenrollen rücke ich die Karte demonstrativ gerade. »Besser, Mister Tausendprozent?«

Er beugt sich leicht vor, kommt mir dabei wieder viel zu nah. »Immer noch schief.«

»Du stehst schief«, murre ich.

Giorgio lacht. »Ihr zwei seid wie ein altes Ehepaar.«

»Sicher nicht«, sagen Matteo und ich gleichzeitig.

Stille. Aber die Blicke, die Mama und Giorgio sich zuwerfen, gefallen mir ganz und gar nicht.

»Vielleicht sollten wir erst einmal die Farbe für den Tresen und die Stühle aussuchen«, sagt Matteo. Spürt er auch diese seltsamen Vibes zwischen unseren Eltern? Als ob sie etwas wüssten, das wir nicht wissen?

Er tritt einen Schritt zurück, nimmt die Karte mit dem Ebenholz-Farbton und hält sie gegen den Tresen. »Wie findet ihr das?«

So gut die schwarzbraune Farbe im Foyer aussah, hier verschluckt sie alles. Ich verziehe das Gesicht. »Viel zu hart.«

»Das ist hochwertig«, entgegnet er.

»Aber es vermittelt keine Wärme. Nur Strenge.«

»Das nennt sich Eleganz.«

»Die hat ein Beerdigungsinstitut auch.«

[Buchvorstellung einmal anders] Das kleine Hotel in der Toskana von Heike Hamboch

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Nele und Matteo aus „Das kleine Hotel in der Toskana“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Nele: Wir freuen uns sehr, dass du uns die Chance dazu gibst.
Matteo (seufzt leise): Solange es nicht allzu lange dauert – die Küche wartet …
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Matteo: Prego, die Dame zuerst. Senorina Wirbelwind kann sowieso nicht lange warten. Stimmt’s, tempesta? (Er grinst Nele zu.)
Nele: Hat dir schon mal jemand gesagt, dass Sturm kein Kosename ist? (Sie verdreht die Augen, dann lächelt sie Claudia zu.) Also, mein Name ist Nele und ich bin Junior Managerin in einem Luxus-Hotel. Diesen Job liebe ich sehr und ich knie mich ziemlich rein, weil ich einiges erreichen möchte. Nach Meinung meiner Mutter etwas zu viel. Deswegen hat sie mich zu vier Wochen Entspannung in der Toskana verdonnert.
Matteo (zieht die Augenbrauen hoch): Verdonnert! Du genießt das Privileg, vier Wochen an einem wunderschönen Fleckchen Erde zu verbringen. Und etwas Ruhe würde dir ganz guttun … Nele bringt nämlich gerade das Leben von meinem Vater und mir ziemlich durcheinander. Sie ist fest entschlossen, zusammen mit Papá unser kleines Hotel zu modernisieren. Ich passe auf, dass die beiden nicht übertreiben. Mein Vater hat nämlich Probleme mit dem Herzen, er darf sich nicht übernehmen. Und Nele fegt nun einmal wie ein Sturm durch alles hindurch.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Nele: Eine Auszeit in der Toskana soll mir helfen, zur Ruhe zu kommen – doch ich kann mich nicht mit diesem ganzen Digital Detox und „Finde dein inneres Kind“ anfreunden. Deswegen flüchte ich und stoße in Porto Bella Luma auf diesen Sturkopf hier. Matteo betreibt mit seinem Vater Giorgio ein kleines Familienhotel, das dringend modernisiert werden muss. Aber Matteo will nichts davon wissen, wie sein Vater angeblich zu krank ist …
Matteo (verschränkt die Arme vor der Brust): Das ist Papá ja auch! Er muss sich schonen, da kann er keinen Wirbelwind brauchen, der ihn aufstachelt. Aber am Ende einigen wir uns auf einen Kompromiss: eine Stunde Arbeit, eine Stunde Genuss. Und währen dieser Zeit lernen Nele und ich uns dann etwas besser kennen ...
Glaubt ihr, es macht der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Matteo: Wenn ich mich an ein paar Stellen im Buch erinnere, würde ich sagen: definitiv. Das, was sie Nele später machen lässt, hätte fast mein Vertrauen in sie zerstört.
Nele: Und sie hat dir auch nicht gerade zugeredet, netter zu sein. (Sie seufzt schwer.) Aber ich bin und bleibe Optimistin. Irgendwie wird es gut. Irgendwann. Hoffentlich
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Nele: Ich mag diese Stelle:
»Heute hast du übrigens nur die Touristenversion von Porto Bella Luna gesehen«, sagt Matteo mit einem Lächeln.
Ich ziehe eine Augenbraue hoch. »Ach ja?«
»Definitiv.« Sein Blick wandert kurz zu mir. Diesmal ohne jede Schärfe. »Warte erst mal den Vollmond ab.«
»Was passiert dann? Verwandelt ihr euch alle in Werwölfe, die arme Touristen zerfleischen?«
Ein leises Lachen entweicht ihm. »Nein, piccola Tedesca. Dann weißt du, woher der Ort seinen Namen hat.«
Matteo (Er lächelt ihr verschmitzt zu): Wobei ich den Werwolf auch gut finde … (Beide lachen.) Mir gefällt diese Szene, weil sie so typisch Nele ist.
»Alle Achtung, du kannst also auf dein Ziel konzentriert sein.«
Nele verzieht den Mund. »Nur solange es einen Anreiz gibt.«
Ich lache rau und wundere mich darüber, wie sie mich anschaut. Es ist anders als vorher. Intensiver. Einen Augenblick schauen wir uns weiter in die Augen. Irgendwann grinse ich. »Wie wäre es mit Unentschieden?«
»Mit leichtem Vorsprung für mich.«
Lachend nicke ich. »Sì. Wenn du darauf bestehst.«
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Matteo (grinst): Das Temperament hat Nele eindeutig von ihr. Mamma mia, hat sie manchmal beim Schreiben geflucht!
Nele (lacht leise): Das nennt sich, Gefühle expressiv auszudrücken. Aber ja, ich glaube schon, dass Heike und ich einiges gemeinsam haben. Sie geht beruflich genauso in ihren Aufgaben auf und muss manchmal aufpassen, sich nicht zu übernehmen. Aber eines weiß ich sicher: Sie wäre auch aus der Casa Essenza abgehauen. Darauf gehe ich jede Wette ein!
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Nele: Sie ist ziemlich direkt und sagt meistens, was sie denkt. Für uns Figuren ist das allerdings nicht immer ein Vorteil. Sie bringt uns in ziemlich unangenehme Situationen, sorgt für Missverständnisse und lässt uns auch mal ordentlich leiden. Aber sie meint es gut. Sie glaubt an zweite Chancen, an ehrliche Gespräche und daran, dass Liebe manchmal dort entsteht, wo man sie am wenigsten erwartet. Deshalb verzeihe ich ihr das meiste.
Matteo (grinst): Da sprichst du nur für dich.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Nele (zuckt mit den Achseln): Das lief recht entspannt. Digital Publishers hat den Titel vorgeschlagen und wir haben zugestimmt.
Matteo: Wir? (zieht eine Augenbraue hoch.) Mich hat keiner gefragt …
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Matteo: Ich finde, das zeigt viel von meiner wunderschönen Heimat. Deswegen mag ich es.
Nele (stößt ihn mit der Schulter an): Ich hätte vielleicht noch ein Eis darauf gepackt. Oder einen Cappuccino.
Matteo: Natürlich mit Macadamia-Aroma. (Er zwinkert ihr zu.)
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Nele: Zu mir passt wohl am besten das: »Stille und ich, wir mögen uns nicht so gern.«
Matteo (prustet los): O ja, das passt definitiv zu dir!
Nele: Und was ist mit dir, Mr. Kontrolletti??
Matteo (Er denkt eine Weile nach, nickt schließlich): Das hier finde ich gut: »Manchmal reicht das, was man hat. Schon mal darüber nachgedacht?«
Danke für das Gespräch

Freitag, 17. Juli 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Nie wieder Liebe ... im Büro von Jule Marek


 
Buchvorstellung einmal anders


Nach dem Autoreninterview drückt mir Jule ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Nie wieder Liebe … im Büro“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊 Doch da klettern noch zwei Protagonisten aus dem Buch und setzen sich zu uns.

Wer seid ihr denn? Wollt ihr euch den Besuchern des Blogs vorstellen?
"Claudia, hm? Freut mich wirklich sehr." Jans blaue Augen blitzen. "Ich bin Jan und das ist Sophie."
"Pack den Charme wieder ein, Jan. Sie hört uns auch so zu." Sophie lacht und rempelt ihn mit der Schulter an.
Herzlich Willkommen, Sophie und Jan. Wollen wir das Interview nun zu viert machen?
"Ich denk noch drüber nach." Jan mustert Sophie misstrauisch.
"Zu spät." Sophie wendet sich mir zu. ""Ich freu mich drauf, dir von Jan zu erzählen. Fall nicht auf sein Lächeln rein. Er hat es faustdick hinter den Ohren."
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
"Zeit hatte Sophie nicht immer, hab ich recht?", meint Jan.
"Ausnahmsweise, ja. Ich habe es mit dem Arbeiten übertrieben. Aber inzwischen weiß ich die schönen Seiten des Lebens zu schätzen."
"Und? Wem hast du das zu verdanken?"
Sophie verdreht nur die Augen.
Sophie und Jan haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
"Oh, ich? Hm, ja. Passiert ja nicht so oft. Ich möchte nicht unbescheiden sein, aber man kann mich wohl als locker-leichten Sommerroman verstehen. Eisessen (ein scharfer Blick zu Jan), warme Sommerabende und Swingmusik, zu der Sophie tanzt wie ein Wirbelwind. Heiße Funkmusik, ein Sommerfest auf Stuttgarts Schlossplatz. Ich habe schon einiges zu bieten. Und dann die spannende Frage, wer Sophie so übel mitspielt."
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Seht ihr es als Protagonisten genau so?
Sophie kraust die Stirn. "Ich würde sagen, mein Charakter war es, der ihr am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat. Eigentlich hat mich die Lektorin gerettet."
Das Buch nickt. "Anfangs warst du zu defensiv. Und defensive Charaktere kann sie einfach nicht."
Jan lachte. "Stimmt. Mit mir hat sie sich viel leichter getan. Und Bürokram und Tanzen waren sowieso nicht das Problem. Nicht mal die fiesen Momente, die sie Sophie zugemutet hat."
"Und sie hat euch zu wenig Gelegenheit gegeben, euch kennenzulernen, stimmts?"
Sophie nickt. "Da musste sie nacharbeiten. Jetzt ist das Buch viel runder geworden."
"Richtig. Ich war über jede Gelegenheit dankbar, Sophie von meinen Qualitäten zu überzeugen", ergänzt Jan.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Jan grinst. "Sophie, mitten im Kabelsalat unter ihrem Schreibtisch, das fand ich schon lustig."
Sophie lächelt schwach. "Haha. Meine Lieblingsstelle war auch unter dem Schreibtisch, aber viel später. Als du mich dort gefunden hast und mich, trotz Streit, einfach in den Arm genommen hast. Das fand ich wunderschön." Sie lächelt ihn liebevoll an. "Eigentlich warst du es, der in dem Buch über sich hinausgewachsen ist." Jan windet sich, peinlich berührt. Aber dann zieht er Sophie in seinen Arm und küsst sie einfach.
Wisst ihr wie viel Jule tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Das Buch grinst. "Naja, sie hat Buchhaltung gemacht, tanzt, lebt in Stuttgart. Ihr Mann spielt Keyboard und ist ITler. Ich würde sagen, es steckt eine Menge Jule drin. Und natürlich feiert sie gern.
Habt ihr dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmt ihr dem Buch zu?
Sophie nickt. "Sie wollte bei ihrem Debüt bei Themen bleiben, in denen sie sich auskennt. Deshalb hat das Buch schon recht. Und nicht nur das. Sie weiß auch, was Burnout bedeutet."
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
"Uh, ich würde sagen, man merkt ihr an, dass sie mal Chefin war. Die Rolle ist ihr auf den Leib geschneidert. Wortgewandt, strukturiert. Sie wirkt laut und dominant."
Jan legt dem Buch die Hand auf den Einband. "Mag sein. Das ist das erste, was die Leute an ihr wahrnehmen. Aber sie ist viel mehr als das."
"Stimmt." Sophie lächelt Jan zu. "Das Buch zeigt, wie gefühlvoll, romantisch und lustig sie ist. Schau dahinter. Sie braucht Harmonie und eine breite Schulter zum Anlehnen, auch wenn man ihr das nicht anmerkt. Gut, dass sie dafür den richtigen Mann gefunden hat."
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
"Ha. Die Probeleser haben gesagt, der Titel geht gar nicht. Dann hat sie rumexperimentiert mit 'Let's swing – Das Leben ist zu kurz für Drama! Aber ich habe sie unterbewusst bearbeitet, weil das den Fokus des Buchs nicht richtig widergibt. Ich bin echt froh, dass sie kurz vor der Veröffentlichung zur ersten Idee zurückgekehrt ist. Da weiß man wenigstens gleich, was man bekommt. Obwohl das natürlich nicht alles ist, was das Buch zu bieten hat."
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
"OMG, das Cover." Sophie strahlt mich an. "Das ist der Hammer. Es hat Komplimente geregnet. Sicher spielt es eine wesentliche Rolle, warum es bei Amazon während des 0€-Deals auf Platz 1 gesprungen ist. Niemals würden wir das ändern, da sind wir uns alle einig."
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
"Tu nichts, was ich nicht auch tun würde", flüsterte Lena, bevor sie sich zum Abschied umarmten, und zwinkerte ihr zu.
"Da sind die Grenzen ja nicht eng gesteckt", murmelte Sophie und seufzte. War ja klar, dass sie ihre Bedenken nicht teilte. Doch ihre Freundin lachte nur.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und seine Hauptcharaktere antworten. Leise flüstere ich den beiden, bevor sie wieder ins Buch zurückkehren, und dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«
"Und uns erst 😉."
Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«
"Ähm, ja, ich danke auch. Hoffe ich mal."

[Autoreninterview] Jule Marek



Autoreninterview
Jule Marek

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen? 
Hallo, ihr Lieben. Ich bin Jule und habe trotz grauer Haare eine Menge Temperament und Flausen im Hirn. Und Ideen für Bücher.
Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Es war immer ein vager Traum, bis ich mit meinem Mann in Australien und Neuseeland war. Ich habe einen Reiseblog geschrieben (travel-down-under.com) Auf langen, schweigsamen Wanderungen ist der erste Plot in meinem Kopf entstanden. Als wir nach Hause kamen, konnte mich nichts mehr davon abhalten, den Roman zu schreiben. Doch dieses erste Werk wartet noch auf seine Veröffentlichung. Ich habe inzwischen technisch und stilistisch so viel dazugelernt, dass ich ihn komplett überarbeiten muss, auch wenn mich meine Testleser schon lang dazu drängen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben? 
Die Romance, um die es hier geht, ist mein Debüt. Ein Roman über Liebe wider Willen, Swingtanzen und Burnout aus den Perspektiven von Jan und Sophie.
Am 28.8. erscheint mein neuer Roman. Er schildert aus vier Perspektiven sehr unterschiedlicher Frauen, welche Chancen wir vergeben, wenn wir uns mit typisch weiblichem Hickhack das Leben schwer machen. Der Roman ist kurzweilig und spannend erzählt, aber was ganz anderes als die Romance davor.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Oh ja. Ich versuche die Lebensgeschichte meiner Oma und meiner Tante als autofiktionalen Roman über Emanzipation in der Nachkriegszeit zu schreiben. Aber bis der rauskommt, wird es noch lange dauern. Vielleicht schaffe ich es, dazwischen eine bereits zur Hälfte geschriebene Romance über Noah und Lily rauszubringen, die beide als Radiomoderatoren arbeiten.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten? 
Ich muss Sport treiben, sonst gehe ich auseinander, denn ich koche gern kreativ und mit Einflüssen aus der ganzen Welt. Deshalb fahre ich Rad, wandere, tanze, und ja, ich spiele Golf. Keine Vorurteile bitte. Das ist ein wunderbares Spielvergnügen, auch für ganz normale Leute, mit sehr viel Zeit im Grünen.
Hast du auch Lieblingsbücher und Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst? 
Ich liebe Saskia Louis. Hinsichtlich humorvoller Liebesromane ist sie mein unerreichtes Vorbild, genau wie Susan Elizabeth Phillips. Zum Schreiben gebracht hat mich Diana Gabaldon mit ihrer Outlanderreihe. Vor allem mit dem ersten Buch. Früher waren es auch Bücher von Marion Zimmer-Bradley oder Barbara Wood – Fantasy at it's best. Aber tatsächlich ist die Liste der Genre und Autoren endlos.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst? 
Ich arbeite meist am Schreibtisch, gegenüber vom Homeoffice-Arbeitsplatz meines Mannes. Ich bin einfach gern in seiner Nähe. Musik in den Ohren, zwei große Bildschirme vor der Nase – und los geht's.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen? 
Ich starte den Morgen gegen 7 mit Kaffee und Sudoku. Dann gibt es veganen Quark mit Obst, Walnüssen und Kürbiskernen, und spätestens um 9 sitze ich am Schreibtisch. An den drei Tagen, an denen mein Mann im Homeoffice ist, koche ich uns ganz spießig zwischen 12.30 und 13.30 Uhr, wenn ich allein bin, auch gerne mal erst gegen drei oder vier. Wenn ich ganz viel Glück habe, kocht mein Sohn Noah, das letzte meiner Kinder, das noch zu Hause wohnt. Er ist Kochlehrling und hat, wie alle meine Kinder, einen ausgezeichneten kulinarischen Geschmack. Man könnte auch sagen, wir sind alle verfressen 😊
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben? 
Ich habe weder beim einen noch beim anderen einen Liebling. Ich liebe die Ablenkung. Nur Krimis, Psychothriller oder Horror findet bei mir nicht statt. Dafür fiebere ich zu sehr mit. Aber Sci-Fi-Krimis wie Ready Player One sind auch dabei. Deshalb erwarten euch bei meinen Büchern auch noch einige Genre mehr als bisher. Die Plotideen stapeln sich.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mein Lieblingszitat:
"Gott, gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ (Ich hole mir nämlich gern mal eine blutige Stirn 😊)
Hinsichtlich meiner Bücher würde ich sagen, dass deren gesamte Handlung am besten widergibt, was meine Arbeit ausmacht und warum ich schreiben muss.
Hast du ein Lieblingsland und warum? 
Ich mag Italien sehr gern, aber Neuseeland hat mich auch unglaublich beeindruckt. Ich liebe die Sonne, die Wärme und die Natur.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich bin unglaublich analytisch. Ich schiebe die Verletzung, die Kritik in mir bewirkt, zur Seite und untersuche, was dran ist und was ich annehmen kann. Insbesondere in persönlichen Beziehungen versuche ich die Sichtweise des Kritikers nachzuvollziehen, um der Kritik gerecht zu werden. Aber ich weigere mich, mich wie früher, selbst zu zerfleischen angesichts meiner Fehler. Bestimmte Punkte kann ich nicht ändern. Ich habe es erfolglos versucht. Aber dann verstehe ich zumindest die Kritik und gestehe meinen Fehler ein.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen? 
Anfangs war es keine Wahl. Die Wahrscheinlichkeit jenseits der 50 noch einen Verlag zu finden, ist noch geringer, als für alle anderen. Inzwischen hatte ich ein Angebot. Aber ich entscheide gern (mit) über Inhalte, Cover und Vermarktung. Das Angebot müsste echte Vorteile haben, wie z.B. Präsens in Buchhandlungen, um es anzunehmen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest? 
Ja natürlich. Gebt meinen Büchern bitte eine Chance. Ich verspreche euch Lesevergnügen. Und danke, für euer Interesse an mir und meinen Geschichten.

Mittwoch, 15. Juli 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Küss mich wach im Apfelland von Karo Stein


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Kasimir und Lorenz aus „Küss mich wach im Apfelland“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.


Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Lorenz: Ich freue mich, hier zu sein. Es war jedoch nicht leicht, Kasimir vom Webstuhl wegzubekommen.
Kasimir: Am Webstuhl vergesse ich die Zeit und leider auch alle möglichen Termine. Zum Glück hat Lorenz alles im Blick. Dabei habe ich mich schon die ganze Zeit auf das Interview gefreut.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Kasimir: Ich heiße Kasimir Brünink und bin der Erbe von Brünink Stoffe, einem großen Familienunternehmen. Zum Glück muss ich mein Erbe noch nicht antreten, sondern lebe auf dem Bauernhof „Gaymeinsam“, wo ich entweder am Webstuhl oder am Spinnrad sitze. Ich liebe die alten Handwerkstechniken. Wir betreiben den Hof im Übrigen mit sechs anderen Männern, ach nein, jetzt sind es nur noch fünf, aber das ist eine andere Geschichte.
Lorenz: Mein Name ist Lorenz Wagner. Ich bin Privatdetektiv und habe zusammen mit meinem Vater eine kleine Detektei. Früher habe ich in Hamburg gewohnt, aber nun lebe ich auch auf dem Bauernhof und suche nach meiner handwerklichen Bestimmung.
Kasimir: Spinnen ist es schon mal nicht.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Kasimir: Es ist eine Geschichte, die an ein Märchen erinnert. Ich hatte vor acht Jahren einen heftigen Streit mit meinen Eltern und habe mich seitdem vor ihnen versteckt. Obwohl ich mir auf dem Bauernhof „Gaymeinsam“ ein neues Leben aufbauen konnte, wusste ich, dass sie mich irgendwann finden würden. Vermutlich war es die Angst vor diesem Moment, die mich furchtbar müde gemacht hat. Es ist gewissermaßen eine Geschichte über das Erwachen, über Liebe, aber auch über Freundschaft und Zusammenhalt.
Lorenz: Da gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen, abgesehen vielleicht davon, dass die freundschaftlichen Beziehungen der Männer, die gemeinsam auf dem Hof leben, echt intensiv und für einen Außenstehenden ziemlich verwirrend sein können.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Lorenz: Auf jeden Fall. Ich habe sie verflucht, dass ich mich so arschig verhalten habe, obwohl ich selbst keinen besseren Plan gehabt habe.
Kasimir: Ich glaube, sie ist viel zu nett. Ich hätte dich viel lieber in der Brombeerhecke hängengelassen.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Kasimir: Meine Lieblingsstelle ist tatsächlich die Szene mit der Brombeerhecke. Lorenz hat mich an meinem Lieblingsort entdeckt. Das war schon ein märchenhafter und magischer Moment.
Lorenz: Unsere erste Begegnung ist meine Lieblingsstelle. Ich bin noch nie einem Mann wie dir begegnet und es hat mich richtig umgehauen… und gleichzeitig war es so schräg und witzig. Es kommt nicht oft vor, dass ich sprachlos bin, aber dein Anblick hat mein Gehirn leergefegt.
Kasimir: Das klingt nicht nach einem Kompliment. Im Übrigen ist das eine ganz furchtbare Szene.
Lorenz: Nein, unbestreitbar die beste im ganzen Buch.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Kasimir: Ich habe ihre Lieblingsserie geerbt. Außerdem konnte sie meine ständige Müdigkeit sehr gut nachvollziehen. Sie schläft nämlich auch gern überall ein.
Lorenz: Sie konnte ihre Liebe für Märchen ausleben.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Kasimir: Dass sie meine Geschichte erst im dritten Anlauf geschafft hat, hat mich ziemlich genervt, aber wenn das Setting für sie nicht stimmt, schreibt sie auch nicht. Da ist sie ein bisschen perfektionistisch. Sie glaubt an die Liebe auf den ersten Blick. Das haben wir natürlich zu spüren bekommen.
Lorenz: Sie ist ungeduldig, wenn sie nicht vorankommt, mag lieber lustige als ernste Szenen und manchmal ist sie auch ein bisschen konfliktscheu.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Kasimir: Der Titel spielt natürlich auf das Märchen „Dornröschen“ an. Ich glaube, der stand schon recht lange fest, aber der Zusatz „im Apfelland“ kam neu hinzu. Gewissermaßen um zu zeigen, dass die Geschichten Gemeinsamkeiten haben.
Lorenz: Dabei habe ich das Apfelland bisher nur aus der Ferne gesehen und warte immer noch auf den versprochenen Appletini, von dem du so schwärmst. Den letzten hast du mit Michel getrunken.
Kasimir: Du bekommst deinen Appletini und natürlich auch einen Besuch im Apfelland. Dann kannst du mich unter einem Apfelbaum küssen.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Kasimir: Ich sehe echt verschlafen darauf aus. Und meine Locken…
Lorenz: Hey, ich liebe deine Locken und diesen Schlafzimmerblick.
Kasimir: Aber das Meer aus Rosen gefällt mir richtig gut. Ich kann ihren Duft regelrecht riechen.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Lorenz: »Sind da Enten auf deinem Schlafanzug?«, fragt Lorenz mit einem amüsierten Unterton in seiner Stimme. »Wo ist der Pokémon - Anzug?«
»Den kannst du gleich anziehen und draußen übernachten, wenn du weiterhin so frech bist.«
»Schon gut. Die Entchen sind sehr süß. Vor allem die auf deinem Arsch.«
»Guck da nicht hin. Die Enten mögen das nicht«, grummle ich und spüre, wie Hitze durch meinen Körper schießt.
Kasimir: »Du siehst aus wie Dornröschen. Ich bin versucht, dich mit einem Kuss aufzuwecken.« Die dunkle Stimme jagt mir einen erregenden Schauer über den Körper. Blinzelnd öffne ich die Augen und schaue direkt in Lorenz‘ Gesicht. Er hockt vor mir. Seine dunkelblauen Augen mustern mich. Ein Lächeln, das mein Herz zum Stolpern bringt, umspielt seinen Mund.
»Jemanden ungefragt zu küssen, ist übergriffig und alles andere als nett.«
»Ich weiß, deshalb habe ich auch nur darüber nachgedacht und meinen Wunsch nicht einfach in die Tat umgesetzt.«
»Wofür ich dir sehr dankbar bin.« Es ist gelogen, denn seine Lippen ziehen mich magisch an. Ich würde zu gern wissen, wie sie sich auf meinen anfühlen.
»Aber jetzt habe ich doch irgendwie gefragt.«
»Leider bin ich nun schon wach.«

Danke für das Gespräch

Lorenz: Wir danken dir. Deine Fragen haben viel Spaß gemacht.
Kasimir: Ja, vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast. Ich verschwinde jetzt wieder an meinen Webstuhl.

Dienstag, 14. Juli 2026

[Coverinterview] Spirits of Violence von C. I. Ryze


 
Coverinterview „Spirits of Violence“

Heute habe ich C. I. Ryze zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem Cover beantworten.

Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Das Cover kam tatsächlich nach dem Titel. Ich muss zu meiner Schande eingestehen, dass das Buch fast „Ghosts of Violence“ als Titel gehabt hätte, aber das hat irgendwie nicht so den Kick.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?
Eigentlich hatte ich nur zwei Kriterien an den Coverdesigner: Es soll am besten einen der Anhänger der großen Tiergeister aufs Cover (Es wurde dann der Schwan mit den sechs Flügeln) und ich will absolut keine Menschen. Das finde ich nämlich ganz schrecklich :D Aber ansonsten habe ich den Designer einfach machen lassen.
Welche Bedeutung haben für dich die Federn, Ornamente, die Streben und der Diamant?
Die meisten Teile des Covers repräsentieren die Teile der Cygna, also die Anhänger des Schwanengeistes, besonders die Federn und der Diamant. Der Designer hat hier ganz wunderbar den Anhänger nachgebaut, wie er auch im Buch vorkommt.
Für den Rest des Covers haben wir versucht, die Fantasy und SciFi-Elemente zu kombinieren, was wie ich finde auch ganz gut geworden ist.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Mir war dieser Scifi/Fantasy Mix wichtig, da beides in der Geschichte unweigerlich miteinander verwoben ist. Ich finde es gut, dass man das Cover nicht auf den ersten Blick sofort zu einem Genre zuordnen kann.
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt?
»Du kannst nicht gewinnen.« Ihr Atem wollte kaum ihre Lungen verlassen. »Du wirst dich und alle anderen umbringen!«
Dann sei es so.
Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht noch einmal etwas daran ändern wollen?
Vielleicht hätte ich heute noch etwas mehr mit den Farben gespielt, da die eine schwere Bedeutung für die Geschichte haben, aber ich bin nach wie vor sehr zufrieden mit dem Cover <3
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊
❤️❤️❤️❤️

Montag, 13. Juli 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Der rote Apfel von Anja Sander-Theis


 
Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Anja ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das in letzter Zeit schon öfter passiert ist, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Der rote Apfel“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Anke lächelt. »Sehr gerne. Wobei ich zugeben muss, dass ich etwas nervös bin. Normalerweise werde ich nicht interviewt.« Axel fällt ihr ins Wort. »Klar, Engel .... normalerweise interviewst du andere Menschen ungefragt.«
»Axel! Wir sind seit fünf Sekunden im Gespräch. Lass das!«
Eriks Stimme dringt zu uns durch. »Mama … sorry … er hat aber recht.«
Anke pustete. »Du auch noch?«
Herr Weidemann taucht wie aus dem Nichts auf. »Ich finde Ehrlichkeit grundsätzlich ein guter Einstieg.«
»Sie sollen hier gar nichts finden.«
»Zu spät.«
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Anke rümpft die Nase. »Das ist gar nicht so einfach. Schließlich besteht mein Leben aus einer Familie, die mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns treibt.«
»Und du sie.« Der Apfel zwinkert.
»Das ist nicht bewiesen.«
»Ich bin eine Geschichte über Familie, Schuld, Liebe, Erkenntnisse und die kleinen Katastrophen des Lebens.« Der Apfel bleibt sachlich.
Anke ergänzt. »Und über Menschen, die lernen müssen, dass sie nicht für alles und jeden verantwortlich sind.«
»Genau. Wobei manche etwas länger dafür brauchen als andere.«
Anke hebt den Zeigefinger. »Jetzt werde nicht frech.«
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Der rote Apfel blickt mich von unten heraus an. »Das ist eine interessante Frage. Ehrlich gesagt glaube ich, dass Anja sich in beiden Welten wohlfühlt. Sie lässt ihre Figuren lachen, lieben, und manchmal sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Wobei … wenn ich wählen müsste, würde ich sagen, dass sie schwierige Situationen sogar bevorzugt.«
»Na toll. Das erklärt einiges«, fällt Pia ihm ins Wort.
»Sie ist neugierig auf das, was hinter den Fassaden steckt. Wenn Menschen ins Wanken geraten, wenn sie Fehler machen oder sich ihren Schattenseiten stellen müssen, dann kommt sie erst so richtig in Fahrt.«
Aus dem Hintergrund schleicht Erik näher zum Mikro. »Kann ich bestätigen. Das war teilweise anstrengend.«
»Teilweise?« Axel fühlt sich berufen sich einzumischen.
Der junge Mann zuckt mit der Augenbraue. »Gut. Oft.«
»Aber sie quält ihre Figuren nicht aus Bosheit. Sie glaubt nur, dass Menschen sich meist dann verändern, wenn das Leben unbequem wird.« Der rote Apfel verteidigt die Autorin mit Bravour.
Herr Weidemann kann sich nicht zurückhalten. »Eine Erkenntnis kommt selten auf einem Silbertablett daher.«
»Sie hätten das jetzt auch einfach beantworten können, ohne geheimnisvoll zu klingen«, knirscht Anke.
»Wo bliebe denn da der Spaß?«
Der Apfel wackelte mit dem Stiel. »Und genau deshalb hat die Autorin ihn erschaffen.«
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Anke antwortet fix. »Ja. Die Stelle, an der ich begreife, dass Schuld und Liebe nicht dasselbe sind. Mehr verrate ich aber nicht. Schließlich soll das Buch noch gelesen werden.«
Weißt du wie viel Anja tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
»Oh, das weiß ich ganz genau. Sie behauptet zwar gerne, dass wir alle frei erfunden sind, aber das ist höchstens die halbe Wahrheit. Ein bisschen von ihr steckt in fast jedem von uns.« Der Apfel beschwert sich. »Was ist mit den anderen?«
»Die haben ebenfalls etwas von ihr abbekommen. Manche ihre Stärken. Manche ihre Schwächen. Aber wer genau was bekommen hat, das dürfen die Leser gerne selbst herausfinden.«
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Anke antwortet als erstes spontan. »Neugierig.«
»Stur«, ertönt es.
Die Protagonistin verrollt die Augen. »Mensch Axel Schatz!«
»Hartnäckig«, stellt Erik fest.
Jetzt beginnt Anke laut zu lachen. »Und … sie ist fest davon überzeugt, dass Menschen mehr sind als ihre Fehler.«
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Der Apfel streichelt seinen Bauch. »Tatsächlich stand der Titel nicht von Anfang an fest. Aber je länger die Geschichte wuchs, desto deutlicher wurde, dass kein anderer Titel besser zu ihr passen würde. Ein Apfel ist schon sehr symbolträchtig. Du verstehst?«
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
»Never kill a running System.«
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Ich schloss die Haustür hinter mir und statt Putenbraten schlug mir der Geruch von Männerfaulheit entgegen.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch antwortet. Leise flüstere ich dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«