Freitag, 20. Februar 2026

[Schnipseltime] Faded Days - Liebe auf Bewährung von Bridget Lionhill

 

Mummy und ich singen unser Lieblingslied: Nick Nack Paddy Whack. Dabei hüpfen wir wie zwei Verrückte durch den Garten. Bis Daddy unsere Tanzbühne stürmt, mich durch die Luft wirbelt und dann auf seine Hüfte setzt. Er gibt mir ein Küsschen auf die Wange, lächelt mich kurz an und legt den zweiten Arm um Mummys Rücken. Mummy schlingt ihren ebenfalls um Daddy und küsst ihn. Ich lasse meine Arme um beide fallen und muss herzhaft lachen, weil George und William wie Indianer um uns hüpfen. Sie geben Würggeräusche wegen des Kusses von Mummy und Daddy von sich.

Doch der glückliche Moment zerplatzt wie eine Seifenblase. Gerade waren wir noch am Kichern und Tanzen – im nächsten Augenblick herrscht Panik und Angst.

Alle laufen Richtung Haus. Daddy trägt mich und Mummy zieht die Jungs an den Händen hinter sich her. Wir erreichen als Erste die Tür. In der Küche sieht sich Daddy kurz um und stürmt dann zur Abstellkammer.

„Ich hole noch die anderen. Bleib du hier und sei ganz still!“ Eine letzte Berührung, ein letztes gezwungenes Lächeln von ihm. Dann verschwindet er durch den Türrahmen und verriegelt von außen das Schloss.

Ich mache mich möglichst klein, in der Hoffnung unsichtbar zu sein. Es poltert vor der Tür und tiefe Stimmen dröhnen in der Ferne. Ich nehme gar nicht wahr, was sie sagen. Alles, was ich höre, ist das Hämmern meines eigenen Herzschlages und das Rauschen meines Blutes. Mein Körper bebt vor Angst und je mehr ich versuche, das Zittern zu unterdrücken, desto heftiger fühlt es sich an.

„Mummy.“ Meine Stimme ist nicht mehr als ein Wispern. Ich muss still sein, um mich nicht zu verraten. Doch am liebsten würde ich laut nach ihr rufen. Ich kann es kaum erwarten, bis sie zu mir kommt, mich in ihre Arme schließt und meine Angst wegküsst. An Mummys Seite ist immer alles nur noch halb so schlimm.

Mit geschlossenen Augen konzentriere ich mich auf das Bild meiner Mutter, wie wir vorhin durch den Garten getanzt sind. Ihre blonden Haare strahlten im Sonnenlicht mit ihrem Lachen um die Wette.

Dann dringt ein kurzes, dumpfes Geräusch zu mir. Und alles ist für einen Moment still.

 


[Buchvorstellung einmal anders] Faded Days - Liebe auf Bewährung von Bridget Lionhill


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Mrs Sophie, James und Jonathan aus „Faded Days – Liebe auf Bewährung“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Mrs. Sophie reicht lächelnd Kaffee & Kuchen: „Machen wir doch gern. Wir haben viel zu selten Gäste bei uns.“
James ergänzt mit einem Zwinkern: „Und wenn es leckeren Kuchen von Mrs. Sophie gibt, bin ich sowieso für alles zu haben.“
Jonathan: „Da bin ich ganz bei dir, Dad.“
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Mrs Sophie nimmt eine stolze Haltung ein und wirkt sofort ein Stück größer: „Ich bin Sues Haushälterin und kenne sie schon seit sie ein Baby war. Seit dieser eine Tag damals ihr Leben … oder vielmehr das Leben von uns allen … auf den Kopf gestellt hat, versuche ich so gut es geht für sie da zu sein.“
Nachdem ihn Mrs Sophie tadeln anblickt, schlingt James schnell seinen Bissen Kuchen hinunter, um ebenfalls antworten zu können: „Auch ich bin schon genauso lange hier an Susannas Anwesen im Dienst. Erst als Vorarbeiter und nun im etwas ruhigeren Lebensabschnitt als Helfer rund um Haus und Hof. Susanna ist wie eine Tochter für mich und ich wünsche ihr von Herzen, dass sie ihr Glück im Leben findet.“
Als letztes stellt sich Jonathan vor: „Ich wohne schon lange nicht mehr auf dem Pferdegestüt. Trotzdem bin ich Stammgast hier.“ Er überlegt kurz, bevor er fortfährt: „Sue und ich sind wie Geschwister – wir necken uns, streiten uns und sind aber dennoch für einander da, wenn der jeweils andere Unterstützung braucht. Sue bezeichnet uns gern als ihren Inneren Kreis. Denn sie hat es nicht so mit Besuchern und Fremden. Am liebsten hat sie einfach nur uns drei um sich.“
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Mrs Sophie wischt über die Theke, an der James etwas Kaffee verschüttet hat: „Oh, wie soll man das so kurz beschreiben.“ Nachdem der Lappen in der Spüle gelandet ist, trocknet sie ihre Hände an ihrer Schürze ab. Ein Lächeln zieht sich über ihr Gesicht. „Es ist aufwühlend, mitreißend und gleichzeitig auch so gefühlvoll. Das Buch ist wie meine kleine Susanna.“
Jonathan nickt und ergänzt: „Es ist eine Reise in die Vergangenheit und zeitgleich ein Aufbruch in die Zukunft. Wobei eines ohne das andere nicht möglich wäre.“
Wieder streift ein strenger Blick James, der sich intensiv seinem zweiten Kuchenstück widmet. Es dauert etwas, bis ihm die Stille auffällt und er Mrs Sophies Blick begegnet. „Ähm, ja – ja genau.“ Man merkt ihm an, dass er einen Moment braucht, um sich im Klaren zu werden, um welche Frage es gerade ging. Er sieht erleichtert aus, als ihm doch noch eine passende Ergänzung einzufallen scheint. „Eine Reise, die nicht nur Sue und Collin einiges abverlangt hat. Sie war für uns alle eine große Achterbahnfahrt der Gefühle.“ Sein Blick wandert nochmal zu Mrs Sophie, als wollte er sich eine Bestätigung holen, dass sie mit seiner Antwort zufrieden ist.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
„Und ob.“ Dieses Mal kommt Jonathans Antwort mehr als spontan. „Gerade in Szenen, in denen ich das komplette Gefühlsgewitter von Sue abbekomme, sehe ich Bridget förmlich mit einem schelmischen Grinsen vor ihrem Laptop sitzen.“
„Na, na.“ Die strenge in ihrer Stimmfarbe lässt keinen Zweifel, dass ihr diese Antwort nicht gefällt. Sofort nimmt sie Bridget in Schutz: „Das glaube ich nicht. Sie ist eine gutmütige Person und ich bin mir sicher, sie lässt uns nur so viel ertragen, wie es nötig ist, damit es den Lesern gefällt.“ Dann wendet sie sich zur Spüle und möchte gerade Wasser einlassen, als sie sich doch nochmal umdreht. „Außerdem kennt sie uns gut genug, um genau zu wissen, wie viel sie uns zumuten kann.“
Ein Räuspern von James lenkt die Aufmerksamkeit auf ihn. „Kann schon sein …“ Er ringt etwas mit seinen Worten und es wirkt, als würden sich Tränen in seinen Augenwinkeln sammeln. „Doch hätte sie Joliens Geschichte ruhig einen anderen Ausgang geben können.“ Er wendet sich ab und wischt sich übers Gesicht.
Mrs. Sophie fasst über die Theke nach James Hand und drückt sie. „Ach James. Du bist alt genug um zu wissen, dass man manchem Schicksal nicht auskommt.“ Auch sie braucht einen Moment, um ihr Fassung zu wahren, bevor sie weiterspricht. Ihre Stimme ist dabei kraftlos und leise. „So ist das Leben: Es ist ein Kommen und Gehen. Ein stetes Wechselspiel von Anfang und Ende.“
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Dieses Mal ist es James, der sofort eine Antwort parat hat: „Definitiv als Collin diesem blöden Mark alle Knochen brechen möchte. Wäre er dabei doch nur nicht unterbrochen worden.“
„James!“ Schon wieder fängt sich James tadelnde Blicke von Mrs Sophie ein. Dann streckt sie genussvoll den Kopf mit geschlossenen Augen in die Höhe, als würde sie sich an einen besonders schönen Moment erinnern. „Es war definitiv der Epilog … Soooo schön.“ Dieses Mal stehen ihr Tränen in den Augen – aber glückliche.
„Ja, da kann ich Mrs Sophie nur zustimmen.“ Mehr hat Jonathan zu dieser Frage scheinbar nicht zu sagen.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Jonathan überlegt: „Ich glaube Bridget teilt Collins liebe für ferne Länder.“
James ergänzt: „Uns sie backt mindestens so gern wie Mrs Sophie.“
Mrs Sophie braucht noch einen Moment zum Überlegen, dann fällt ihr etwas ein. „Und sie kann sich gut in Collin hinein versetzen, weil sie einen Bruder hat, der ebenfalls körperliche Beeinträchtigungen hat. Wie Collins Schwester.“
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Die Interviewpartner werfen mit einigen Schlagwörtern um sich:
„kreativ“ – „Romantikerin“ - „sadistisch“ – „eine Träumerin“ – „Familienmensch“
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Gerade als James etwas antworten möchte, fährt ihm Mrs Sophie dazwischen. „Der erste Teil des Titels stand schon nach dem Plot fest. „Liebe auf Bewährung“. Er passt einfach in mehrfacher Hinsicht zur Geschichte. Beim Untertitel gab es mehrere Varianten und erst Bridget Tochter brachte die tolle Idee mit „Faded Days“ ein. Finde ihn wunderschön und auch mehr als passend.“
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Jonathan scrollt auf seinem Handy, als würde er was suchen. „Ich hätte euch jetzt gern den ersten Entwurf gezeigt, der wirklich auch schön war. Aber ich finde ihn gerade nicht.“
James überlegt. „Meinst du die Blumenwiese im Sonnenuntergang mit Pusteblumen im Mittelpunkt?“
An Mrs Sophies Nicken erkennt man, dass sie den Entwurf auch kennt. „Ja, stimmt. Der war auch sehr schön. Aber halt als Cover nicht so geeignet. War zu wenig Eye-Catcher.“ Sie räumt ein paar Sachen in der Küche herum, weil ihre Hände einfach nie stillstehen können. „Aber dieses Cover, dass sie sich von @100covers4you gestalten hat lassen, ist ja nun wirklich ein Traum. Was sollte man daran aussetzen? Es ist perfekt.“
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Mrs Sophie muss nicht lange überlegen. „Wie ich es oben schon erwähnt habe: So ist das Leben: Es ist ein Kommen und Gehen. Ein stetes Wechselspiel von Anfang und Ende.“
Jonathan: „Mir gefällt dieses besonders: Darf man in seinen Gefühlen nicht auch mal für den Bruchteil eines Augenblicks schwanken?“
James enthält sich der Stimme und lässt sich dieses Mal auch von Mrs Sophies strengen Blick nicht aus der Ruhe bringen, während er noch etwas Sprühsahne auf sein Kuchenstück gibt.
Danke für das Gespräch
James antwortet, bevor sein letztes Kuchenstück in seinen Mund wandert: „Gerne!“
Jonathan pflichtet ihm bei und greift nach seiner Jacke. „Ja, war schön. Gerne mal wieder. Jetzt muss ich aber los. Die Pflicht ruft.“
Und auch Mrs Sophie verabschiedet sich: „Ja, es war wirklich schön mit dir. Besuch uns gerne mal wieder.“ Dann nimmt sie einen Papierteller aus einer Schublade. „Und du musst auf jeden Fall noch etwas von meinem Kuchen für die Leser mitnehmen.“

[Autoreninterview] Bridget Lionhill


Autoreninterview
Bridget Lionhill

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Bridget, komme aus einer ländlichen Kleinstadt in Oberbayern und wohne mit meiner 5-köpfigen Familie und Hund auf einer alten Hofstelle. Ich liebe dort die Ruhe und die Nähe zur Natur – besonders unsere uralte Trauerweide und herrliche Sonnenauf- & Untergänge.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das Lesen begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich genieße es, in andere Leben und Länder einzutauchen und dort Auszeit vom Alltag zu tanken.
Da ich schon immer gerne Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben habe, fing ich ohne großes Nachdenken irgendwann mal an eine Geschichte in den Laptop zu „klopfen“, die mir plötzlich durch den Kopf geisterte. Und so wurde ich nach und nach in die „Buchbubble“ gesogen …
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Ich habe bisher meine Debüt-Dilogie „Dark Brightness“ veröffentlich (Teil 1 „Neu geboren“ + Teil 2 „Liebe ist nicht gleich Liebe“). Es sind Romantic Suspense Bücher, in denen sich ein großer Spannungsfaden durch die Liebesgeschichte zieht.
In beiden Büchern begleiten wir Samantha auf Ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Nachdem sich ihre Ehe über viele Jahre hinweg vom großen Verliebtsein in eine toxische Zweckgemeinschaft verwandelt hatte, gibt ihr ein Seitensprung ihres Ehemannes endlich den Anstoß, daraus auszubrechen. Doch obwohl sie vorerst von anderen Männern nichts wissen möchte, tritt der wesentlich jüngere Ricardo in ihr Leben und zeigt ihr wieder, was Leben und Sinnlichkeit bedeuten …
Doch das Glück hält nicht lange an und es ziehen dunkle Wolken auf, die sie zu verschlingen drohen.
„Sanftmut und Wildheit – Helligkeit und Düsternis – Gut gegen Böse!“
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Es wartet eine weihnachtliche Liebesgeschichte auf meinem Laptop, die ich eigentlich schon seit 3 Jahren fertig schreiben möchte. Das wird voraussichtlich mein nächstes Projekt.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Zeit mit meiner Familie verbringen, lesen und als ganz neues Hobby habe ich das Häkeln für mich entdeckt. Doch leider habe ich viel zu wenig Freizeit.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Aktuell liebe ich die Bücher von Lilly Lucas. Da die freie Zeit fürs Lesen leider sehr begrenzt ist, hole ich mir ihre Bücher meist als Hörbuch. Sie hat wirklich tolle Hörbuchsprecher.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Im Winter schreibe ich am liebsten gemütlich auf der Couch, in eine Decke gewickelt und eine heiße Tasse Tee neben mir. Im Sommer sitze ich dazu gern im Garten mit einem Glas Weinschorle.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Wie oben erwähnt ist Freizeit bei mir ein knappes Gut. Auch wenn meine drei Kinder langsam erwachsen und unabhängiger werden, brauchen sie noch meine Unterstützung. Außerdem arbeite ich in der Firma meines Mannes mit und habe einen zusätzlichen Bürojob. Als Herzensangelegenheit betreue ich auch noch Schulen mit dem Klasse2000 Projekt.
Wenn ich dann noch die Zeit für Kochen, Haushalt und Hundespaziergänge wegrechne, bleibt nicht mehr viel …
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Egal ob Lesen oder Schreiben – ich brauche immer eine Prise Liebe in den Geschichten.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mein Lieblingszitat ist: „Die Jahre lehren uns Dinge, die Tage nicht mal erahnen.“ Denn da steckt so viel Wahrheit drin.
Das zweite Lieblingszitat habe ich in das neue Buch verpackt: „Man kann einen störenden Nagel aus eine Stück Holz ziehen, doch es wird an der Stelle für immer ein Loch zurückbleiben.“ – Denn ich sehe darin ein großes Problem in der heutigen schnelllebigen Zeit. Die Leute werfen schnell mit Urteilen, Beschimpfungen und der gleichen um sich und gehen davon aus, dass eine Entschuldigung danach alles wiedergutmachen kann. Doch oft verursachen solche Worte „Löcher“, die sich nie mehr ganz schließen …
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Mein Lieblingsland ist definitiv Kanada. Ich war selbst schon zweimal dort – das letzte Mal 2024 mit der ganzen Familie. Ein Lebenstraum, meinen Kindern diese unvorstellbare Weite und Natur dort zu zeigen.
Dort tickt die Zeit irgendwie anders, alles läuft relaxter und auch die Menschen dort sind viel offener und zuvorkommender.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Es kommt immer darauf an … Konstruktive Kritik ist immer willkommen. Natürlich hört sie niemand gern und man muss sie oft erst verarbeiten. Aber sie bringt einen am Ende ja auch weiter.
Kritik, die mehr etwas mit stichpunktartigen Vorwürfen zu tun hat, aus denen man nichts schließen kann, kann ich nicht leiden – weil sie niemanden etwas bringen, außer vielleicht für einen kurzen Augenblick dem, der damit gerade seinem Frust abbaut.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich habe gleich zum Beginn kurz in die Zusammenarbeit mit einem Kleinverlag „geschnuppert“, fühlte mich da aber nicht gut aufgehoben. Ich wurde dort angenommen, obwohl meine Geschichten überhaupt nicht in das sonstige Programm des Verlags passten. Da ich dann aber schon viele Kontakte mit Selfpublishern geknüpft hatte und mir da Tipps und Unterstützung holen konnte, stürzte ich mich in das Abenteuer Selfpublishing und fühle mich dort ganz wohl.
Aus Erfahrungen befreundeter Autoren habe ich gelernt, dass man als „kleiner Autor“ auch bei Verlagsbüchern viel der Marketingarbeit selbst leisten muss, dafür aber einiges an Mitspracherecht einbüßt.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Es würde mich freuen, wenn es mehr und mehr Leser werden, die auch Selfpublishern eine Chance geben, auch wenn sie nicht so präsent wie große Verlagsautoren sind. Und was besonders wichtig ist: Nehmt euch Zeit für Feedback und Rezensionen! So können auch kleine Autoren ein klein wenig ins Rampenlicht treten.

Donnerstag, 19. Februar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Zweipfennings geisterhafte Detektei - Erster Fall von Felix Bartsch


 
Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Felix seinen Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch des Autors „Zweipfennings geisterhafte Detektei – Erster Fall“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist er weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben dem Autor am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. Doch da klettert jemand aus dem Buch und setzt sich zu uns.

Wer bist du denn? Willst du dich den Besuchern des Blogs vorstellen?
Rufus: Blog? Was für ein Blog? Ich war eigentlich auf der Suche nach einem Geist, der hier irgendwo sein müsste. Lange Tentakel, gefräßiges Maul, leerer Blick. Ich bin dem schon seit ein paar Tagen auf den Fersen. Hast du ihn zufällig gesehen? Nicht? Das ist dann wohl ein Problem. Aber gut, wenn ich sowieso schon hier bin, kann ich auch kurz durchschnaufen. Ich heiße Rufus Zweipfennig.
Herzlich Willkommen, Rufus. Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Rufus: Zu dritt? Ist der Geist etwa doch hier? Ach so, es geht um das Buch. Wie langweilig.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Rufus: Hatte ich denn eine Wahl? Ich bin hier ja nur zufällig reingestolpert.
Buch: Sei still, Rufus. Jetzt reden die Erwachsenen.
Rufus haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Buch: Ich bin voll mit verschrobenen Charakteren, viel Humor, seltsamen Geistern und offenbar einer recht packenden Kriminalgeschichte. Da gibt es ein paar Wendungen, aber ich möchte nicht zu viel verraten: Nur so viel: Rufus wird im Verlauf der Geschichte ordentlich in die Mangel genommen. Aber er sitzt ja noch hier, also kann es gar nicht so schlimm gewesen sein.
Rufus: Das sagst du. Du musstest dich ja nicht in einen Kofferraum sperren lassen.
Buch: Jetzt fängt er wieder damit an …
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit dem Autor zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihm leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Protagonist genau so?
Buch: Dieser Felix Bartsch macht seine Sache schon gut. Ich bin zufrieden mit ihm als meinem Schöpfer.
Rufus: Bleib mir bitte weg mit dem. Dem habe ich den ganzen Irrsinn doch zu verdanken.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Rufus: Ich mag die Stelle, an der es endlich vorbei ist und ich wieder meine wohlverdiente Ruhe habe. Eine Tüte Gummibärchen, eine leckere Limo und einfach mal die Füße hochlegen. Dann muss ich mich auch nicht mit diesem Hexenzirkel herumschlagen.
Wisst ihr wie viel Felix tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Rufus: In mir steckt niemand, denn noch bin ich nicht völlig geisteskrank geworden. Das kann wirklich passieren, wenn man zu viel Zeit mit Geistern verbringt. Berufsrisiko, quasi. Dann setzen sie sich im Körper fest und brechen immer mal wieder hervor, um die Kontrolle zu übernehmen. Aber noch ist das nicht passiert, hier ist kein Felix drin.
Buch: So meinte sie das doch nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viel von ihm in mir steckt. Immerhin spiele ich in Koblenz und damit in seiner direkten Lebenswelt. Und auch der Humor kommt ja nicht von ungefähr.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller den Autor beschreiben?
Rufus: Dem ist nicht zu trauen. Der lässt sich immer jede Menge Quatsch einfallen, die mir das Leben schwer macht.
Buch: Aber ohne ihn, würde es uns alle nicht geben.
Rufus: Das ist … faszinierend. Wenn man bedenkt … mit dem richtigen Blickwinkel … mal R zum Quadrat … Also ist er eine Art Gott? Mit Göttern kenne ich mich aus, die regieren die zwölf Sektionen der Nebenwelt. Und wenn er wirklich ein Gott ist, sollte er sich bitte auch da aufhalten und uns nicht das Leben schwer machen.
Buch: Am Ende geht es doch gut aus. Was hast du denn?
Rufus: Du hast ja leicht reden. Du läufst ja nicht mitten in der Nacht nur in Unterwäsche durch die Koblenzer Innenstadt, weil dich ein verrückter Frosthexer angegriffen hat.
Buch: Also ich finde, du übertreibst. Dieser Felix scheint ein echt netter und unterhaltsamer Kerl zu sein.
Rufus: Pfff …
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du als Buch oder du als Hauptcharakter viel Mitspracherecht?
Buch: Der Titel sucht das Buch aus, nicht umgekehrt. Und ich bin sehr zufrieden.
Rufus: Das Buch heißt nach meiner Detektei. Die Werbung kann ich echt gebrauchen. Im Moment werde ich noch wahnsinnig davon, dass mich das Telefon andauernd anschweigt.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Buch: Ich sehe fantastisch aus. Was sollte man daran ändern?
Zum Abschluss würde mich noch jeweils euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Rufus: An einer Stelle darf ich „Heureka“ sagen. Damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen.
Nun betritt der Autor wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und sein Protagonist antworten. Leise flüstere ich den beiden noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich dem Autor zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«

[Autoreninterview] Felix Bartsch


Autoreninterview
Felix Bartsch

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Mein Name ist Felix Bartsch, ich bin 33 Jahre alt und lebe an der Untermosel. Nachdem ich über zehn Jahre als Slam Poet im deutschsprachigen Raum unterwegs war, habe ich es mir nun aus unerfindlichen und vermutlich masochistischen Gründen in den Kopf gesetzt, mich am Buchmarkt als Autor für Urban Fantasy zu etablieren.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das war irgendwie Zufall. Ich habe immer schon gerne kreativ gearbeitet, aber so richtig ging es dann bei einem Schreibworkshop kurz vor dem Abitur los. Da hat mein Deutschlehrer gemerkt, dass ich mehr kann als nur verträumt in der Gegend herumschauen. Davon motiviert, bin ich dann für zehn Jahre in die Poetry-Slam-Szene abgetaucht, wobei auch mein erster Roman, eine satirische Großstadtgeschichte, entstanden ist. Mit Aufkommen von Corona war die Poetry-Slam-Sache für mich dann irgendwie auserzählt und ich habe mich stärker auf Romane konzentriert, habe viel ausprobiert, das Handwerk gelernt und schließlich mit Urban Fantasy das passende Genre gefunden. Ein paar abgelehnte Manuskripte und frustrierende Jahre später und schon kam endlich mein Debüt in dem Bereich raus.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Zweipfennigs geisterhafte Detektei“ – ein humorvoller Urban-Fantasy-Krimi rund um den Hexer und Geisterjäger Rufus Zweipfennig. Seit er sich von seinem Hexenzirkel abgewendet hat, läuft es nicht sonderlich gut bei ihm. Als er dann bei einem seiner seltenen Jobs einen eigenartigen Geist einfängt, tritt besagter Hexenzirkel bei ihm auf den Plan, reißt die Ermittlung an sich und zwingt ihn zur Mitarbeit. Schnell steckt er bis zum Hals in einer großen Verschwörung, in der es um mehr als nur um eigenartige Geister geht, sondern um das Fortbestehen der gesamten Hexenzirkel.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Rund um den Protagonisten Rufus Zweipfennig baue ich gerade eine Reihe auf. Der zweite Fall erscheint im November 2026, den dritten überarbeite ich gerade. Danach wollte ich mich mal einem anderen Buchprojekt widmen, dazu möchte ich aber noch nichts verraten.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Der Großteil meiner Freizeit wird – neben dem Schreiben – von meiner Tochter und meinem Hund sehr gut ausgefüllt. Wenn dann noch Zeit bleibt, fotografiere ich gerne. Außerdem stehe ich auch gerne am Herd und koche. Ansonsten natürlich auch viel lesen oder auch Serien bzw. Filme schauen.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Bei mir sind natürlich so die Klassiker in meinem Genre sehr angesagt, also Ben Aaronovitch, CK McDonell, Royce Buckingham & Co. Zuletzt habe ich auch mit großer Begeisterung mal mit Brandon Sanderson angefangen. Stephen King geht eigentlich auch immer, aber auch Krimiautor:innen wie Tess Gerritsen landen bei mir immer mal wieder auf der Leseliste. Mein derzeitiges Lieblingsbuch ist die Stranger-Times-Reihe von CK McDonnell. Die macht einfach alles richtig, was ich persönlich an Büchern liebe und brauche.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Das ist wirklich langweilig, denn ich schreibe einfach an meinem Schreibtisch. Meinen Hauptberuf als Texter übe ich vor allem im Homeoffice aus und sobald die Arbeit rum ist, wird der Arbeitslaptop einfach gegen meinen Privatlaptop ausgetauscht.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Der ist wirklich nicht besonders, sondern vermutlich wie bei allen Menschen mit Familie: sehr durchstrukturiert und voll mit lauter kleinen Aufgaben. Die meiste Zeit geht es darum, die verschiedenen Bedürfnisse von Kind, Hund, Frau, mir selbst sowie meinen Hauptberuf irgendwie zu jonglieren und dann noch genug Zeit zu finden, um zu schreiben. Ist nicht ganz einfach, aber es funktioniert.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
In beiden Fällen Urban Fantasy. Ich mag einfach die Vermischung von Magischem und Alltäglichem unglaublich gerne. Besonders, wenn dann noch ein wenig Humor und Krimi-Elemente dazukommen.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Damit kann ich leider nicht dienen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Nein, überhaupt nicht. Ich bin kein großer Weltreisender, sondern fühle mich am Wohlsten bei meiner Familie zu Hause.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Puh, schwierig. Also anfangs habe ich mich immer schwer damit getan, wenn jemand Kritik geäußert hat. Inzwischen habe ich mir da aber ein dickeres Fell zugelegt. Da hilft vermutlich auch mein Hauptberuf als Texter, weil ich da ständig mit Feedback zu meiner Arbeit konfrontiert bin. Dazu bin ich mit „Zweipfennigs geisterhafte Detektei“ auch einfach so zufrieden, dass ich die Kritik gut abnicken kann. Es kann einfach nicht allen gefallen, kein Buch ist perfekt und irgendwelche Schwächen gibt es immer.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Für mich gibt es drei klare Gründe: Zeit, Geld und Teamwork. Selfpublishing ist enorm kostenintensiv, wenn man Lektorat, Korrektorat, Cover etc. aus der eigenen Tasche zahlen muss. Im Normalfall bekommt man die Kosten nie wieder rein. Außerdem muss man sich da um eine Vielzahl an Aufgaben kümmern, die nichts mit dem Schreiben zu tun haben. Leider habe ich vor allem wenig Zeit und die möchte ich im Idealfall fürs Schreiben und die aktive Bewerbung meiner Bücher verwenden. Wenn mir also Aufgaben rund um die Veröffentlichung abgenommen werden, ist das super. Dazu ist das Schreiben selbst eine eher einsame Tätigkeit und deshalb mag ich es, dann zumindest rund um die Veröffentlichung im Team zu arbeiten. Bisher fühle ich mich bei meinem Verlag Realm & Rune sehr gut aufgehoben und hoffe, dass wir noch lange zusammenarbeiten werden.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Kauft mein Buch. Ich brauche das Geld, um meinen Hund auf die Universität zu schicken, damit er spätestens 2030 meinen Job für mich macht und ich Vollzeit schreiben kann.

Mittwoch, 18. Februar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Sweras - Durch Raum und Zeit von Susanne Sachs


 
Buchvorstellung einmal anders

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Susanne Sachs, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus, ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Sweras – Durch Raum und Zeit“ von Susanne Sachs. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Als ich gerade beginnen will, läuft Susanne auf mich zu und setzt sich zu mir auf die Bank. Nach einer Begrüßung lege ich mal los. 😊

Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Buch: Wir alle zusammen? Ich weiß nicht.
Sus: Tu nicht so. Das wird schon gut. Ich freue mich auf das Gespräch.
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Sus: Sehr gerne.
Buch: Danke. Ich bin fürchterlich aufgeregt. Für mich ist das eine ganz neue Erfahrung.
Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Buch: Beinahe wäre ich nur ein Kapitel geworden, aber ich durfte selbstständig werden, weil zu viel passiert. Paula muss Abschied nehmen, den auch verkraften. Sie ist nicht besonders gut auf die Reise vorbereitet und Klet kennt sie noch nicht lange. Dann auch noch Familie … Und ich staune selbst, was für Probleme auf dem Raumschiff einen ereilen können. Mal hapert es mit der Gesundheit, mal spinnt die Technik. Außerhalb lauern unglaubliche Gefahren, die machen mir immer noch Angst. Mein Überleben hängt doch mit dran, an den Wesen in mir, die auf der Linsus meine ich. Die müssen ordentlich bangen. Bis Sweras ist es weit und sie sind auf sich gestellt.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihm leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Autorin genau so?
Buch: Sie ist eine komische Mischung. Mal liebt sie es schön, dann wieder muss es schwierig werden, richtiggehend gefährlich. Zu einfach macht ihr Mühe und zu düster ist, glaube ich, nicht ihr Ding. Warum sie so tickt, kann ich nicht sagen.
Sus: Ha! Du kennst mich gut. Aber spannend sollst du schon sein. Dich trifft es nur indirekt, die Charaktere leiden mehr.
Buch: Hast du ne Ahnung!
Habt ihr Lieblingsstellen, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Buch: Ich habe mich über die Diskussion mit der KI amüsiert.
Sus: Ernsthaft? Für mich war die Passage des Wurmlochs interessant, schräg und bedrohlich mit einem krassen Ereignis am Schluss. Die Flucht kurz vor Ende fand ich auch aufregend. Allerdings mochte ich das Kennenlernen einiger Eigenheiten ebenfalls. Und die Entdeckungen.
Weißt du wie viel Susanne tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Buch: Ein paar Ansichten und Eigenschaft hat sie eingebaut, denke ich. Sie fühlt mit ihren Protas mit, besonders mit Paula. So ist sie.
Sus: Selbstverständlich ist das so. Wie sollte ich gegen mich schreiben? Als gesamtes Buch gelänge mir das nicht.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Buch: Sie sitzt neben uns!
Sus: Soll ich etwa gehen?
Buch: Hör einfach weg. Beklagen kann ich mich nicht. Sus gibt alles und sie neigt nicht zu Grausamkeiten. Sie ist wissbegierig, aber ein bisschen empfindsam. Hihi, bestimmt hätten Paula, Klet und die anderen trotzdem auf einige Erfahrungen gern verzichtet.
2 Stimmen aus der Tiefe: Und ob! Aber nicht auf alle. Ansonsten hast du Buch sicher recht.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Buch: Ach, der Titel. So ähnlich stand der von Beginn an. Aber nein, Sus rätselt rum, probiert und fragt. Am Ende vom Lied ist es doch dieser. Hab mich durchgesetzt.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Buch: Da gibt’s nichts zu meckern. Es vervollständigt den ersten Gesamteindruck.
Sus: Ich bin glücklich damit.
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Buch: Wir haben uns stumm auf eins aus der ersten Szene geeinigt.
„… sah Paula ferne Sterne, denen sie unaufhaltsam entgegenrasten. Als Bild im Bild war ein schwach blauer Punkt abgebildet, die Erde. Nicht mehr lange, dann würde sie nur noch Erinnerung ein.“
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.
Buch (flüstert zurück): Hat Spaß gemacht. Danke, dass du die Leute ignoriert hast.
Dann wende ich mich der Autorin zu. »Danke dir für das sehr interessante Interview.«
Sus: Herzlich gern. Ich danke dir.
Als Susanne weggeht, vertiefe ich mich wieder in das Buch.

Dienstag, 17. Februar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Schmetterlinge und verlorene Erinnerungen von Finja Spencer

 


Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Finja ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Schmetterlinge und verlorene Erinnerungen“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. Doch da klettert jemand aus dem Buch und setzt sich zu uns.


Wer bist du denn? Willst du dich den Besuchern des Blogs vorstellen?
Ich versuche es sehr gern! Hi, ich bin Lena, 28 Jahre alt und komme gebürtig aus Berlin … naja, zumindest ist es das, woran ich mich erinnern kann, denn mir ist etwas ganz Verrücktes passiert. Nach einem Unfall in den Alpen musste ich feststellen, dass ich mich an die letzten 18 Monate meines Lebens nicht mehr erinnern kann. Und in dieser Zeit scheint viel passiert zu sein, denn auf einmal stecke ich in einem mir völlig fremden Leben … und irgendwie auch zwischen zwei Männern. Also, manchmal weiß ich grad selbst nicht so richtig, wer ich bin.
Herzlich Willkommen, Lena. Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Lena: Das würde mich sehr freuen. Schließlich geht es in dem Buch ja um mich und meine Geschichte. (Zwinkert dem Buch zu, das zustimmend nickt).
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Buch: Wir danken dir, dass du dieses Interview mit uns führen magst.
Lena haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Buch (mit vor Stolz geschwellter Brust): Ich bin die Erfüllung eines Lebenstraumes meiner Autorin Finja Spencer: ihr erstes veröffentlichtes Buch! Die Geschichte in mir steckt voller Spannung, Emotionen und einer Liebe, die unter die Haut geht. Ich kann dir sagen, die liebe Lena macht so einiges durch. Auf der Suche nach sich selbst durchläuft sie schwere und schöne Zeiten, entdeckt tiefe Abgründe und Momente, in denen sie auf Wolken schwebt. Bis ich als Buch das Licht der Welt erblicken durfte, war es ein langer Weg, aber ich bin absolut glücklich, dass Finja ihn genau so mit mir gegangen ist.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Protagonistin genau so?
Buch: Oh, ich glaube, alle Szenen, die emotionsgeladen sind, ob wegen schöner oder schwieriger Situationen, liebt Finja besonders. Da fließen die Worte nur so aus ihr heraus und füllen im Nu unzählige neue Buchseiten.
Lena (pustet hörbar Luft aus): Ja, das Gefühl habe ich tatsächlich auch. Wobei es sich für mich manchmal schon so anfühlt, als wenn sie mich besonders gern durch schwierige Zeiten schickt und ihre Schreibleidenschaft so richtig in Fahrt kommt, wenn sie mir eine unerwartete Überraschung nach der nächsten serviert. Ab und an habe ich es echt nicht besonders leicht mit ihr.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Buch: Oh, da gibt es so viele schöne Stellen, aber ich will vorab ja auch noch nicht zu viel verraten. Eine Stelle, die ich toll und sehr unterhaltsam finde, ist aber beispielsweise die, wo Lena nach ihrem Unfall in dem Bett eines Fremden aufgewacht ist. Mit ihren anfänglichen Gedankengängen beim Wachwerden musste ich innerlich sogar etwas Schmunzeln.
Lena (mit schriller Tonlage): Bitte was? Das war überhaupt nicht witzig, eher ein absolut schrecklicher Moment für mich, ernsthaft. Tze … (schüttelt ungläubig den Kopf).
Ich selbst finde die Stellen besonders schön, die mein Herz bewegt haben, in denen sich zarte Flügelschläge von Schmetterlingen in meinem Inneren regen.
Wisst ihr wie viel Finja tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Buch: Hm, ich glaube da steckt einiges von Finja drin: von ihren Erlebnissen und vielleicht auch Erfahrungen mit unterschiedlichen Charakteren, die sie im Laufe ihres Lebens gesammelt hat, Orte, die sie kennt und ich glaube, Lena teilt auch die ein oder andere Vorliebe oder Eigenschaft mit ihr.
Lena (nickt eifrig): Ja, wir lieben zum Beispiel beide die italienische Küche… und tun uns oft schwer damit, Entscheidungen zu treffen… (zuckt verlegen mit den Schultern).
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Lena: Finja hat definitiv eine blühende Phantasie, was da alles in ihrem Kopf entsteht… Aber wenn sie dann schreibt, hat sie oft gar keinen genauen Plan, wohin das ein oder andere Kapitel sie führt. Da steht nur die Grundstory und sie schaut dann beim Schreiben einzelner Kapitel fasziniert zu, was wir daraus machen. Also, sie ist kreativ, aber auch ein bisschen chaotisch, finde ich.
Buch (räuspert sich): Naja, so chaotisch finde ich Finja jetzt nicht. Also beim Überarbeiten des Manuskriptes war ihr Perfektionismus schon ziemlich nervenaufreibend. Unzählige Male ist sie akribisch über irgendwelche Textstellen oder Formulierungen, um sie zu verbessern. Da habe ich innerlich schon ab und an mit den Augen gerollt.
Lena (lacht kurz auf): Ja, das stimmt auch wieder. Einigen wir uns darauf, dass beim Schreiben scheinbar zwei Herzen in Finjas Brust schlagen.
Buch: Genau, das beschreibt sie ziemlich gut.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du als Buch oder du als Hauptcharakter viel Mitspracherecht?
Buch: In der gesamten Entstehungszeit der Geschichte war der Arbeitstitel „Schmetterlinge am Horizont“. Als es dann in die Überarbeitungsrunden ging, meldete ich mich ganz leise mit Zweifeln zum Titel bei Finja. Ich fand, er passte nicht mehr so hundertprozentig zu meiner Geschichte, klang zu romantisch und blumig und verriet zu wenig, dass es eine spannende Geschichte mit Tiefgang ist. Finja hörte zum Glück auf mich und überdachte den Titel nochmal.
Lena: Ich kann dir sagen, sie kam da echt in dieser Phase nochmal auf die sonderbarsten Ideen zum Buchtitel. Letzten Endes war aber klar, dass im Titel auch weiter erwähnt werden sollte, dass Schmetterlinge eine Rolle spielen (das Cover mit dem Schmetterling war zu dieser Zeit auch schon ausgesucht) und naja, außerdem geht es in dem Buch ja um meine Reise, nachdem ich meine Erinnerungen verloren habe. Und so wurde es dann dieser einfache Titel, der einfach zum Inhalt passt.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Lena: Ich finde das Cover wunderschön. Das war Liebe auf den ersten Blick.
Buch: Oh ja, ich liebe mein Outfit. Der Schmetterling, die Lichtfunken, die Schneeflocken und diese wundervollen Farben passen perfekt zu mir und meinem Inhalt.
Zum Abschluss würde mich noch jeweils euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Buch: Eines meiner Lieblingszitate richtete einer der beiden männlichen Protas an Lena, als sie sich Sorgen gemacht hat: „Alles kommt, wie es kommen soll. Darauf haben wir keinen Einfluss. Ob wir uns nun Gedanken darüber machen oder nicht. Was das Leben uns bringt, passiert so oder so. Wichtig ist, den Augenblick zu leben und nicht über das Morgen zu grübeln.“
Lena (lächelt): Ja, ich erinnere mich genau an den Moment, wahre Worte, die mich mit etwas mehr Leichtigkeit erfüllten. Eines meiner Lieblingszitate ist: „Man sollte kein neues Kapitel beginnen, bevor man das alte nicht richtig beendet hat.“ Besonders wegen dem Zusammenhang und der Situation, in der es gefallen ist. Welche das ist, möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und seine Protagonistin antworten. Leise flüstere ich den beiden noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«
Buch und Lena: Wir danken dir, für dieses tolle Gespräch.
Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«