
Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Grace und Luciano aus „Neue Zeiten auf der Kö – Die Designerin“ und deren Autorin Bettina Lausen.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Es wäre schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.Bettina: „Ich lasse Grace und Luciano gern den Vortritt.“Grace: „Das hat ja schon gut geklappt. Immer hat sie das erste Wort.“Luciano: „Also ich unterstütze Grace immer!“
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.Grace: „Ich bin eine Nippy aus London, doch ich liebe es, neue Kleider zu entwerfen, und Düsseldorf, die Stadt der Mode, hat mich von Anfang an fasziniert.“Luciano: „Vielleicht verstehen die Zuhörer kein Englisch. Sie hat dort als Kellnerin gearbeitet. Reine Verschwendung ihres Talents. Ich habe noch nie jemanden erlebt, der so viel raffinierte Ideen hat, wenn es um Mode geht. Ich bin übrigens gelernter Schneider und habe eine Schneiderei in Düsseldorf. Ursprünglich stamme ich aus Italien und bin während des Krieges hier gestrandet.“Bettina: „Gestrandet ist gut, deine Eltern haben dich verstoßen. Und Grace hat noch vergessen zu sagen, dass ihre Großmutter aus Deutschland stammt, doch ihr Vater diesen Umstand am liebsten verheimlichen würde. Ich lebe übrigens in Haan, ganz in der Nähe von Düsseldorf.“
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?Luciano: „Eine Liebesgeschichte in der deutschen Stadt der Mode.“Grace: „Das Buch ist doch noch viel mehr! Was ist mit deiner Schwester, meiner Großmutter und meinem Bruder? Und dann die vielen Ideen und Kleider … und unsere Träume.“Bettina: „Ich fasse das lieber mal kurz von außen zusammen. Die Londonerin Grace reist gegen den Willen ihrer Eltern zur Hochzeit ihrer Freundin nach Düsseldorf. Dort verliebt sie sich Hals über Kopf in den attraktiven Schneider Luciano. Gemeinsam träumen sie von einer eigenen Modemarke.“
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?Bettina grinst: „Natürlich tut es das.“Grace grinst ebenfalls: „War so klar.“Bettina: „Aber ohne Stolpersteine wäre eine Geschichte langweilig. Mir ist es auch wichtig, dass die Figuren eine interessante Vergangenheit und Familiengeschichte haben. Meist steckt da noch so viel drin, dass die Vorgeschichte auch einen Roman wert wäre.“Grace: „Du könntest einen Roman über meinen Bruder schreiben, wie er in Dünkirchen …“Bettina: „Lieber über deine Großmutter, wie sie aus dem Elternhaus in Bad Godesberg geflohen ist, um dem Mann ihres Herzens nach London zu folgen.“Grace bekommt feuchte Augen: „Ja, bitte.“
Wie viel echte Bettina steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?Bettina: „Ich habe es geliebt, die Tanzszenen zu schreiben.“Grace: „Ich liebe es, zu tanzen.“Bettina: „Wusstest du, dass du ursprünglich Tänzerin werden solltest, mit Liebe zu Musik und Rhythmus im Herzen?“Grace: „Das hast du mir noch gar nicht erzählt, aber das wäre auch etwas für mich gewesen. In einem anderen Leben, einem anderen Universum.“ Sie gibt Luciano einen Kuss auf die Wange.Bettina: „Hier mal ein kleiner Ausschnitt.“»Noch einen Tanz?«, fragte Luciano kokett.»Habe ich nicht gesagt, das war der letzte?« Ihr Widerstand war nur halbherzig. Natürlich könnte sie die ganze Nacht mit Luciano Rosati über die Tanzfläche schweben und würde keine Sekunde bereuen, aber ihre Füße schmerzten wirklich. Hätte sie geahnt, dass sie heute stundenlang das Tanzparkett unsicher machen würde, hätte sie flache Schuhe angezogen oder sich welche zum Wechseln mitgebracht.»Das haben Sie gesagt, aber gedacht haben Sie etwas anderes.« Er zog sie in die Arme und schob sie wieder über die Tanzfläche. Grace lachte und ließ sich von ihm treiben. Sie hatte sich noch nie so leicht und gleichzeitig so geschunden gefühlt. Der Schwebezustand war wie eine Sucht.
In jedem meiner Bücher steckt ein wenig von mir. Genauso wie meine Charaktere tanze ich gern und habe früher auch mal Formation getanzt.Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?Luciano: „Offenherzig und kreativ. Sie hat Verwandte in Italien genauso wie ich.“Grace: „Sie ist aber auch sehr durchstrukturiert und sie liebt Tee, genauso wie ich.“
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?Grace: „Zuerst sollte ich eine Verlegerin werden und eine Modezeitschrift herausbringen, aber Bettina hat schnell gemerkt, dass gar nicht mein größter Wunsch ist. Ich wollte lieber Kleider entwerfen, obwohl ich beim Schneidern zwei Linke Hände habe und gerade mal einen Knopf annähen kann.“ Grace verschränkt die Arme. „Ich habe mich quer gestellt und Bettinas kreativen Prozess lahmgelegt. Sie musste mich neu überdenken und die ganze Handlung umarbeiten.Bettina: „Ja, dann musste ich sogar zu meiner Verlegerin gehen und fragen, ob ich alles anders machen darf. Zum Glück war sie einverstanden. Der Titel stand dann relativ schnell fest.“Grace: „Wobei du recherchieren musstest, ob es den Begriff „Designerin“ bereits 1954 gab.“Bettina: „Das war ein Problem. Geläufig war der Begriff damals noch nicht, dafür heute. Und ich habe einen Beweis in einer Zeitung gefunden, dass der Begriff „Designer“ damals zumindest schon mal aufgetaucht ist.“
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.Grace strahlt: „Ich mag es, dass meine rötlichen Haare gut getroffen sind.“Luciano: „Schade, dass ich nicht auf dem Cover zu sehen bin.“Grace stößt ihn mit dem Ellenbogen in die Seite: „Es sind immer die Frauen auf dem Cover zu sehen. Das war bei Eva und Zuria doch auch so.“Luciano: „Stimmt. Die Journalistin und die Fotografin. Da konnten wir die Tradition natürlich nicht brechen.“Bettina: „Ich mag das Cover auch. Außerdem finde ich es super, dass das Düsseldorfer Rathaus und das Jan-Wellem-Reiterstandbild zu sehen sind. Der Lokalkolorit wird hier sehr deutlich, aber natürlich ist das Buch für alle interessant, die sich für Mode und Geschichte interessieren oder einfach eine schöne Liebesgeschichte lesen möchten.“
Vielen Dank für das GesprächGrace: „Liebe Gott und dich selbst. Dann wird dir alles gelingen. Das stammt von meiner Großmutter.“ Sie grinst.Luciano: „Du bist immer so sentimental. Mein Lieblingszitat ist: Herr Rosati legte eine Hand auf sein Herz. »Für mich ist Schneidern Leidenschaft.«Bettina: „Ich mag es, wenn die beiden sich necken. Zum Beispiel, als sie sich das Benrather Schloss anschauten.“ Bevor sie ins Innere durften, mussten sie Filzpantoffeln anziehen. Mit ihren Pumps schwankte Grace anfangs, worüber Luciano herzhaft lachte.»Probier du mal, mit Pumps in diesen Schluffen zu laufen«, warf sie ihm entgegen.
Grace: „Wir bedanken uns auch.“Bettina: „Ich danke dir!“




