Mittwoch, 3. Juni 2026

[Schnipseltime] Übersinnliche Gefährten - Anderswelt von Sabine Reifenstahl


 

Stolpernd hetzte ich durch den Wald, ohne nach links und rechts zu sehen. Mir war egal, dass ich die falsche Richtung einschlug und mich von der Höhle entfernte. Alle Hoffnung, die in den vergangenen Monaten gewachsen war, löste sich auf wie Nebel im Wind.

Man darf Göttinnen nicht glauben!

Der Schnee wurde höher, und ich kam kaum noch voran. Irgendwann ließ ich mich einfach fallen.

Reif legte sich auf meine Wangen. Tränen, die ich nicht gespürt hatte, erstarrten zu Kristallen und sanken lautlos in den Schnee. Kälte fraß sich tiefer, bis in mein Innerstes.

Ich blieb liegen.

Selbst wenn ich nicht sterben konnte – eingefroren müsste ich nichts mehr fühlen, nicht denken. Würde nie mehr verraten werden.

Und nie wieder hoffen.

Müdigkeit umfing mich mit gnädigen Armen und ich ergab mich erleichtert. Schlaf kam dem Tode nahe, ich wünschte mir, nie mehr aufzuwachen.

Mein ganzes Leben lang ertrug ich jeden Schmerz, ich litt, fiel und stand auf. Doch dieser letzte Bruch, die Wärme, die Máire in mein Herz gepflanzt hatte, damit die Morrigan sie mir wieder entriss, überschritt das Maß des Erträglichen und raubte mir den Willen, weiterzumachen.

Etwas Kaltes strich über meine Schläfe.

Mühsam öffnete ich die Augen.

Das Erste, was ich hinter einem Vorhang aus Eiskristallen wahrnahm, war ein riesiger Schatten, der sich gegen die Dunkelheit abhob. Ein breiter Schädel, Schlappohren, eine warme Zunge, die über meine Wange glitt.

Die Luft flirrte.

Im nächsten Moment kniete ein Mann neben mir im Schnee. »Du musst aufstehen.« Seine Stimme war dunkel, ruhig. Er hielt mir die Hand hin.

Ich schüttelte kaum merklich den Kopf.

»Du erfrierst, wenn du liegen bleibst.« Sacht strich er mein Haar zurück. »Zumindest wird dir erbärmlich kalt. Umbringen wird es dich wohl nicht, du bist ein Sidhe.«

Blinzelnd schaute ich ihn an und erkannte den Mann, der neben meinem Bruder gesessen hatte. Panisch versuchte ich, von ihm wegzukriechen.

»Nicht, ich tue dir nichts.« Er sprach sanft, fast lockend. »Komm mit, ich bringe dich ans Feuer.«

Als ich mich nicht rührte, setzte er sich nahe bei mir hin. »Dann frieren wir eben beide.« Eine Wolke aus Dampf bildete Eiskristalle in seinem dunklen Bart. Leiser fügte er hinzu: »Ich vermutlich mehr als du.«

Er trug dünne Kleidung wie alle in Morrigans sommerlichen Gefilden. Ich dagegen hatte Wintersachen an, weil ich außerhalb des geschützten Bereiches wohnte. Der Gedanke, dass er meinetwegen fror, gefiel mir nicht. Außerdem war er keiner ihrer Wölfe, sondern etwas anderes. Seine runden Ohrmuscheln wiesen ihn als Menschen aus. »Geh weg!« Meine Stimme klang rau.

»Früher war ich wie du. Es gab niemanden, dem ich traute. Ich war einsam und beobachtete die Leute – getrieben von der Sehnsucht, dazuzugehören – und mit der Gewissheit, dass ich nie einer von ihnen würde.« Erneut bot er mir die Hand an. »Komm, das Feuer der Morrigan ist warm und sicher.«

»Sie ist eine Göttin«, stieß ich hervor. »Man kann ihr nicht trauen.«

»Da widerspreche ich nicht. Aber vertrau mir.«

Wie konnte ein so großer Mann so weich mit einem anderen reden? Als fühle er wirklich, wie es mir ging.

[Buchvorstellung einmal anders] Übersinnliche Gefährten - Anderswelt von Sabine Reifenstahl


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit dem Protagonisten Nick, um mit ihm über das Buch „Übersinnliche Gefährten – Anderswelt“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten.
»Sehr gern, wobei ich heute Morgen kurz überlegt habe, ob ich einfach absagen und mich drücken soll. Weil vielleicht Themen angesprochen werden, über die ich nicht reden möchte. Nicht auf alles, was ich getan habe, bin ich stolz.
Aber dann habe ich gedacht, wenn das Buch ohnehin schon da ist und unsere Geschichte für alle offen liegt, kann ich auch dazu stehen. So bin ich nun einmal, ich stehe zu den Dingen, die ich verzapft habe.«
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
»Mein Name ist Nick Behrendt. Von Beruf bin ich Polizist und war ein ganz normaler Mensch, bis mir der Sidhe Ulik über den Weg lief. Keine schöne Geschichte, die ich nur überlebt habe, weil Sasha mich gebissen hat. Jetzt bin ich ein Wandelwolf. Klingt seltsam, fragt mich mal, oder lest Plötzlich Wolf.
Jedenfalls kann ich mich in einen Wolf verwandeln, leider muss ich mich vorher ausziehen, sonst gehen die Klamotten flöten. Mein Mann Botho ist ein echtes Zauberwesen, er kann seine Kleidung mitnehmen. Praktisch. Mit ihm, unserer Tochter Enid und ihren zauberhaften Onkeln wohne ich am Rand der Ruhner Berge. Die beiden sind das Beste, was mir je passiert ist.«
Beschreibe uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.
»Mein Mann muss seine Tochter in die Anderswelt begleiten, weil er der Krieger von uns beiden ist. Als Hundewandler unter Wolfswandlern hat er einen schweren Stand, der sich durch den Sidhe, den er im Schnee findet, noch verkompliziert. Dass die beiden Gefühle füreinander entwickeln und ich semibegeistert darauf reagiere, lässt sich denken. Plötzlich gibt es auch noch göttlichen Familienzuwachs.
Aber am Ende wird alles gut.«
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?
Ein kurzes, bitteres Lachen erklingt.
»Ich war monatelang allein. Botho war weg, Enid war weg, und ich habe nachts versucht, nicht an den Schmerz zu denken, den die Trennung verursacht. Ohne Maeron und Sasha hätte ich das nie überstanden.
Die Autorin ließ mich brennen ( das ist keine Metapher), wollte mich eigentlich in einer anderen Geschichte über die Klinge springen lassen, und hat es mir auch jetzt nicht leicht gemacht. Zumindest für mich bevorzugt sie eher die düsteren Situationen. Sie scheint wohl zu denken, ich kann das vertragen. Oder ich habe es verdient. Aber dafür schenkt sie mir auch schöne Szenen, das söhnt mich damit aus.«
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Sogar mehrere, die Nacht im Wald, als Lorcan zum ersten Mal den Wolf losließ. Oder unser Ausflug nach Waren, als Lorcan der Dame ein Kompliment machen wollte und ihr sagte, ihr Hund sei wohlgenährt. Ja, inzwischen weiß ich, dass fettes Vieh in der Anderswelt ein Zeichen von Wohlstand ist, aber in dem Augenblick wäre ich am liebsten im Boden versunken.
Aber meine liebste Szene ist die, in der Botho und Enid nach Hause kommen. Acht Monate musste ich ohne sie auskommen – und dann waren sie plötzlich wieder da. Verändert zwar, mit Anhang, aber sie waren wieder da.
Was glaubst du, wie viel Sabine steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?
Das ist eine interessante Frage für jemanden wie mich. Ich bin beruflich darin geschult, Menschen zu lesen, Muster zu erkennen und Lücken zu bemerken zwischen dem, was jemand sagt, und dem, was jemand meint.
Botho hat ihre Sturheit, glaube ich, diese Art, Probleme anzugehen und hinterher nachzudenken.
Lorcans tiefe Überzeugung, nicht dazugehören zu dürfen, nicht genug zu sein, schreibt man nicht aus dem Nichts. Das kennt man von irgendwo.
Und Enid. Sie ist vielleicht der ehrlichste Teil von ihr. Dieses Kind – diese Göttin, die Wunder wirken und heilen kann. Ich glaube, das ist ein tiefer Wunsch, den Sabine da schreibt.
Und ich? Vielleicht der Teil von Sabine, der will, dass alle sicher nach Hause kommen. Und der lernen muss, dass sicher manchmal anders aussieht, als man es geplant hat.
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Direkt und ehrlich bis zur Grenze des Unbequemen. Sie schreibt nicht drumherum, sie trifft die Stellen, die wehtun.
Ich mag keine halben Wahrheiten und keine Geschichten, die aufhören, bevor sie schwierig werden. Sabine hört nicht auf, sie schreibt durch die schwierigen Szenen hindurch und schaut, was auf der anderen Seite wartet.
Manchmal hätte ich ihr gerne gesagt: Jetzt reicht es aber.
Als Figur in einem Buch habe ich keine Stimme, sondern muss mich fügen.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Ein kurzes, trockenes Lachen erklingt.
Mitspracherecht? Nein, Figuren haben kein Mitspracherecht. Das habe ich früh gelernt.
Aber »Anderswelt« trifft es, nicht nur als Ortsbezeichnung. Für mich persönlich war das gesamte Jahr eine Anderswelt. Ich war noch derselbe Mensch, aber die Welt um mich herum hatte sich verschoben. Botho und Enid waren fort und ich musste herausfinden, wer ich bin, wenn die fehlen, die mich definieren.
Das ist eine Anderswelt. Nicht unbedingt ein anderer Ort, manchmal nur ein anderer Zustand.
Der Titel trifft es also, und er stand bereits ganz am Anfang fest. Vielleicht hatte ich doch Mitspracherecht, ohne es zu wissen.
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Ich bin ein praktischer Mensch und beurteile Bücher nicht nach dem Cover.
Aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir gewünscht, darauf zu sein. Nicht als Hauptfigur, das ist Bothos Geschichte genauso wie Lorcans. Aber irgendwo. Ein Schatten im Hintergrund, jemand, der wartet.
Das wäre ich gewesen.
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?
Botho hat einmal zu Enid gesagt: »Du bleibst meine Tochter, unsere Tochter, Göttin hin oder her. Und ich erwarte, dass du mir dennoch gehorchst und dich nicht wie eine verzogene Gottheit benimmst!« Ja, das hat Botho wirklich gesagt.
Und wenn es ein Zitat von mir sein soll: »Du bist nicht mehr allein.«
Fünf Worte, die ich an Lorcan gerichtet habe, in einem Moment, der mich mehr gekostet hat, als es nach außen aussah. Damals entschied ich, dass meine Liebe zu Botho groß genug ist, um einen zweiten Mann zu akzeptieren.
Danke für das Gespräch.
Gern. Und danke, dass du gefragt hast, liebe Claudia. Die meisten fragen Botho, weil er der ist, der in zwei Welten lebt und mit einer Göttin als Tochter aufgewacht ist. Oder Lorcan, weil er das Geheimnis ist, das gelüftet werden will.
Ich bin der, der zu Hause geblieben ist und der gesagt hat: Du bist willkommen. Das klingt unspektakulär. Aber ich glaube, manchmal ist das Mutigste, was man tun kann, einfach die Tür aufzumachen und nicht wegzulaufen, wenn jemand hindurchkommt, mit dem man nicht gerechnet hat.

Dienstag, 2. Juni 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Keeper of my Loving Heart von Sarah Herbst


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Alex und Lara aus „Keeper of my Loving Heart“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Lara: Tja, mir bleibt gar nichts anderes übrig. Ich freue mich sehr über dein Interesse, versteh mich bitte nicht falsch. Aber eigentlich habe ich anderes zu tun, als die Babysitterin für diesen Spinner hier zu spielen.
Alex *lehnt sich zurück*: Ich könnte durchaus auch allein Interviews geben.
Lara *schnaubt*: Was dabei rauskommt, haben wir ja gesehen. Ganz Deutschland hat es gesehen – leider …
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Lara: Darf ich vorstellen: Alex König, die Nummer 1 im deutschen Tor und auf der Weltrangliste der Kotzbrocken.
Alex: Welttorhüter des Jahres hast du vergessen.
Lara *verdreht die Augen*
Alex: Zweimal hintereinander.
Lara: Interviews geben ohne einen Skandal zu verursachen kannst du leider trotzdem nicht. Ich bin übrigens Lara. Eigentlich PR-Fachfrau, aber aktuell hauptberuflich Babysitterin von diesem Riesenbaby.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Alex: Ich denke, es ist eine hervorragende Hommage an meine sportlichen Leistungen in der Nationalmannschaft.
Lara: Natürlich geht es mal wieder nur über dich.
Alex: Immerhin ist es eine Sports Romance, keine PR Romance.
Lara: Jedenfalls handelt der Roman davon, dass Alex ununterbrochen Scheiße baut und ich ihm ein bisschen unter die Arme greife, damit das nicht noch mal passiert.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Lara: Wieso der Autorin? Sarah kann doch nichts dafür. Alex ist derjenige, der uns nur Ärger macht.
Alex: Ich möchte dich nicht mit Tatsachen verwirren. Aber dir ist schon klar, dass Sarah sich das ausgedacht hat, oder?
Lara: Sicher doch, schieb die Schuld wieder auf andere. Das kannst du ja so gut.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Alex *grinst und holt tief Luft*
Lara *auffällig hastig*: Nächste Frage, bitte.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Lara: Also, wenn etwas von ihr in Alex steckt, möchte ich sie nicht persönlich kennenlernen.
Alex: Bist du dir da sicher?
Lara: Absolut. Ich kann mir vorstellen, Sarah ist genauso diszipliniert wie ich. Wenn sie etwas anfängt, dann zieht sie das auch durch.
Alex: So ein bisschen wie ein Terrier, meinst du?
Lara: Besser als ein Faultier.
Alex: Ich bin Profisportler. Wie sollte ich da faul sein?
Lara *schnaubt*: Ich bitte dich. Du stehst im Tor. Ist ja nicht so, als müsstest du über den Platz laufen wie die richtigen Fußballer.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Alex: Ungerecht. Sie stellt mich sehr unvorteilhaft dar.
Lara: Du bist unvorteilhaft. Ich würde sagen, sie ist schonungslos ehrlich. Sarah konfrontiert uns mit unseren eigenen Schwächen und Unsicherheiten – vermutlich in der Hoffnung, dass wir daran wachsen.
Alex: Wachsen solltest du dringend, Giftzwerg.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Lara: Den Titel hat unsere Verlagslektorin vorgeschlagen; wir durften mit entscheiden und waren von Anfang an begeistert.
Alex: Mir war wichtig, dass ich im Titel vorkomme. Das ist ja der Fall, also bin ich zufrieden.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Alex: Ich hätte es schön gefunden, wenn ich etwas größer abgebildet wäre.
Lara *seufzt*: Dein Riesenego hat nun mal leider nicht aufs Cover gepasst. Meiner Meinung nach ist es absolut perfekt. Es fängt die Stimmung im Roman ein und sieht einfach nur hammer aus.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Lara: Meins kann ich leider nicht verraten. Das ist nämlich von mir selbst, genauer gesagt mein eigener letzter Satz. Aber der spoilert das Ende.
Alex: Da sind wir tatsächlich mal einer Meinung.
Lara: Wie bitte?
Alex: Ich sehe das genauso wie du.
Lara *verzieht das Gesicht*: Toll, jetzt muss ich mir also eine andere Antwort überlegen.
Alex: Du kannst es nicht ertragen, mit mir einer Meinung zu sein, oder?
Lara: Das gibt’s ja nicht, du hast es verstanden.
Danke für das Gespräch

[Autoreninterview] Sarah Herbst


Autoreninterview
Sarah Herbst

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo ihr Lieben! Es ist schön, hier zu sein. Ich bin Sarah Herbst, Ende dreißig und komme aus dem Rheinland.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe mir schon immer Geschichten ausgedacht. Sobald ich –zumindest halbwegs – schreiben konnte, habe ich sie aufgeschrieben. Den einen Schlüsselmoment gab es nicht. Dass ich hauptberuflich Autorin bin, hat sich eher zufällig ergeben. Mit dem Ende meiner Ausbildung zur Kosmetikerin vor mittlerweile gut dreizehn Jahren fiel die Veröffentlichung meines ersten Buchs zusammen. Da musste ich mich entscheiden … und ich habe zum Glück die richtige Option gewählt.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Als Genovefa Adams habe ich bereits Fußball-Sports Romance geschrieben. In den letzten Jahren habe ich jedoch fast ausschließlich Gay Romance veröffentlicht. Vorwiegend spielen meine Romane in einer fiktiven Kleinstadt an der Ostsee. Unter dem Namen Sarah Herbst veröffentliche ich nun erstmalig und zwar wieder eine Fußball-Sports Romane mit einem Heteropaar. Euch erwarten Enemies-to-Lovers, Opposites Attract und sehr viele fliegende Funken. ;)
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Wieso denn nur an einem? :D Ich arbeite zum Zeitpunkt dieses Interviews parallel an zwei Romanen, über die ihr schon sehr bald mehr erfahren werdet. In meiner Notiz-App im Handy sind zudem noch gut siebentausend Ideen für weitere Bücher. Ihr werdet mich noch lange nicht los … ;)
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Lesen, lesen, lesen! Ohne Bücher verhungert meine Seele.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich lese tatsächlich querbeet und habe nicht die eine Autorin oder den einen Autor, den ich bevorzuge. Gleiches gilt für ein Lieblingsbuch.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Sehr gern. Das hier ist mein Schreibtisch.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ein ganz normaler Tag fängt bei mir mit Cappuccino und Frühstück an. Dann folgt die erste Runde mit dem Hundi und anschließend setze ich mich an den Schreibtisch. Vormittags überarbeite ich immer das, was ich am Vortag geschrieben habe, nachmittags schreibe ich dann das nächste Kapitel. Abends entspanne ich meistens beim Lesen. Selten schaue ich auch mal eine Serie oder einen Film.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen und Schreiben bevorzuge ich dieselben Genres, nämlich – große Überraschung – Gay Romance und Sports Romance. Hin und wieder darf es aber auch gern mal Fantasy sein.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich mag den Spruch Go big or go home. Für mich bedeutet das, nicht aufzugeben, sondern für meine Ziele und Träume zu arbeiten.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Mein Traumurlaubsziel ist Schottland. Leider hat sich noch nie eine Reise dorthin ergeben. Das möchte ich aber unbedingt noch nachholen.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Konstruktive Kritik schätze ich sehr. Die finde ich total wichtig, um mich weiterzuentwickeln.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich bin Hybridautorin, habe also schon sowohl als Selfpublisher als auch in einem Verlag veröffentlicht. Als Selfpublisher bin ich eine One-Woman-Show, was mir schon viel Spaß macht.
Für eine Fußballromanze, die auch noch pünktlich zur WM erscheint, habe ich mir aber etwas mehr professionelle Unterstützung gewünscht. Dass ich den Roman bei be.HEARTBEAT veröffentlichen möchte, war mir bereits nach dem ersten Mailwechsel mit meiner wundervollen Verlagslektorin klar. Die Zusammenarbeit ist klasse und wir liegen total auf einer Wellenlänge, was unsere Vorstellungen angeht.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich wünsche euch alles Liebe und ganz viel Nervenkitzel und Torjubel bei der WM!

Montag, 1. Juni 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Ordo Sanctus von Rebecca Weiß

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Lara, Blake und Mira aus „Ordo Sanctus“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.


Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Sehr gerne! – Lara
Wir freuen uns – Mira
Was auch immer das hier wird - Blake
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
„Ja klar! Ich bin Lara, 24 Jahre alt, betreibe rhythmische Sportgymnastik und bin noch eine ganz frische Dämonenjägerin im Orden. Mira hat mich rekrutiert und ausgebildet“ - Lara
Ja, sie war eine gute Schülerin! Hat die Ausbildung beinahe so schnell abgeschlossen wie ich. Lara und ich waren zusammen im Kindergarten und auf der Grundschule bis ihre Mutter einen Vollschuss hatte … – Mira.
Mira, bitte! - Lara
Kurze Zwischenfrage: Dürft ihr zwei überhaupt so offen über den Orden und das alles sprechen? Gilt da nicht irgendwas wie Geheimhaltung oder so? Ich bin übrigens Blake, 30 Jahre jung und Webdesigner – Blake
Alter, wir sind Fiktion! Glaubst du etwa, alles was in den ganzen Spion-Filmen und Serien passiert ist echt? – Mira
… - Blake
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
„Es fängt eigentlich ganz vorbildlich und spannend mit Laras Prüfungskampf gegen gleich 3 Dämonen auf einmal an, bis dieser Depp da ihr später den Kopf verdreht.“ Mira deutet auf Blake
„Lara hat eben so etwas wie Mitgefühl und Empathie, im Gegensatz zu dir!“ – Blake.
„Könnt ihr mal aufhören? Also in dem Buch geht es um den Orden genannt Ordo Sanctus, der von echten Engeln geleitet wird und dafür sorge trägt, dass die Dämonen nicht in unsere Welt gelangen. Aber die Jagd auf sie übernehmen Menschen, wie Mira und ich! Es gibt einen Kodex an den sich jedes Mitglied zu halten hat, unter anderem, dass Halbdämonen genau wie Dämonen getötet werden müssen.“ – Lara
„Und dann tritt der da auf den Plan und versaut Laras Karriere“ – Mira
„Ich hab’ ihr die Karriere nicht versaut! Sie hat sich nur entschieden, mich am leben zu lassen. Du hättest mich mit deiner komischen goldenen Pieke da sicher sofort niedergestreckt!“ – Blake
„Seelengleve, und ja, das hätte ich!“ – Mira
„Laras Seelengleve ist viel hübscher, weil sie weiß ist und leuchtet“ – Blake
Mira brummt zornig.
Was genau hat es mit diesen Seelengleven auf sich?
„Oh, die sind wirklich cool! Es sind lange Stangenwaffen, mit einer Art Axtkopf. Auf den Illustrationen und auf dem Cover der Autorin seht ihr sie! Wir müssen keine Waffen mit uns rumschleppen, sobald wir in der Lage sind, unsere Seelengleve zu beschwören. Sie kommt von Herzen durch unseren Glauben und schickt die Dämonen wieder in die Hölle zurück.“ – Lara
„Ich dachte die kommen aus der Seele und nicht aus dem Herzen?“ – Blake
„Boa alter … Ignoriert Blake einfach! So halte ich es auch. Es gibt unterschiedliche Seelengleven. Meine ist golden, die von Lara, wie bereits erwähnt, weiß und leuchtend. Das hat etwas mit unserer jeweiligen Bestimmung zu tun, doch am Ende besitzen sie alle dieselben Fähigkeiten.“ – Mira
„Ja, Lara ist eben etwas Besonderes“ – Blake
Mira knurrt.
„Jedenfalls, bevor wir dazu in der Lage sind, sie zu rufen, werden uns speziell von den Engeln gesegnete Waffen gestellt, die wir dann allerdings auch bei uns tragen, was gerade in der Öffentlichkeit auffällt und eine große Last sein kann.“ – Lara
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
„Als Lara und ich uns das erste Mal küssen“ – Blake. Lara lächelt verlegen. Mira streckt würgend die Zunge raus.
„Was ist denn deine? Die, wo du deine feste Freundin hinrichtest?“ – Blake
„BLAKE!“ - Lara
„Nein, aber die, wo ich dich endlich aufschlitze! Ach warte, das passiert ja gar nicht … Schade eigentlich!“ – Mira
„Kein Wunder, dass du keine so hübsche und reine weiße Gleve hast, bei diesen Aggressionen“- Blake
„Gott, ihr beide seid echt anstrengend …“ - Lara
„Meine Lieblingsstelle kommt gar nicht vor. Sie passiert im Hintergrund. Als ich meinen Schutzengel nach meiner Beförderung treffe. Mehr sage ich dazu nicht“ – Mira
„Mira …“ - Lara
Welche Besonderheiten stecken eurer Meinung nach in diesem Buch?
„Es ist sehr besonders, da es von einer alten Serie „Jeanne die Kamikaze-Diebin“ inspiriert wurde, die heute kaum noch jemand kennt. Sie stellt die Religionen der Welt in Frage und trifft die klare Aussage: In jeder Religion steckt ein Funken Wahrheit, aber oft auch sehr viel Blödsinn." - Lara
„ja! Zum Beispiel sind die Engel vollkommen fein damit, dass ich auf Frauen stehe und sogar eine Freundin habe. Sex vor der Ehe ist auch kein Thema, weil die wahre Heiligkeit in der Liebe an sich steckt. Kein Vertrag und kein Ring ändert etwas an der Reinheit, wahrer Liebe.“ – Mira
„Und trotzdem willst du mich und Lara nicht zusammen sehen“ – Blake
„Lara wird schon noch schlau werden! Bald bist du Geschichte“ - Mira
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
„Höflich und nett mit einem guten Sinn für Humor!“ - Lara
„Dramaqueen“ – Mira
„Wen?“ - Blake
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
„Oh je, wie lange unsere Autorin da überlegt hat …“ – Lara
„Ich fand die Idee mit unseren beiden Namen eigentlich ganz gut, das würde es mit der Reihe unabhängiger Bände allerdings etwas schwierig machen. Der Titel ist gut gewählt!“ – Mira
„Im Titel geht es nur um euch, ich komme da gar nicht vor … Ordo Sanctus, Laras Bestimmung … Warum nicht Ordo Sanctus Lara und Blake?“ – Blake
„Hey, immerhin bist du zusammen mit Lara auf dem Cover! Ich bin nur hinten unterm Klappentext zu sehen!“ - Mira
Apropos Cover … Gefällt es euch zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
„Die Autorin / Illustratorin (Ja, sie macht alles selbst), hätte ihre ursprüngliche Idee mit mir und Lara zusammen auf dem Cover ruhig so lassen können!“ – Mira
„So wurde aber das wichtigste, der Romantasy Anteil, nicht deutlich! Da war ich mit Lara die bessere Wahl. Sei froh, dass man dich überhaupt irgendwo sieht!“ – Blake
„Ich fand beide Versionen toll. Die Aktuelle vor allem, seit sie noch ein paar Details ergänzt hat.“ - Lara
Habt ihr zum Abschluss noch etwas zu sagen?
„Ich freue mich sehr, dass unser Buch erscheint und die Autorin ihren lang gehegten Traum einer Reihe, inspiriert durch ihre frühere Lieblingsserie und den Manga veröffentlichen kann. Es wird eine Reihe von unabhängigen Geschichten geben, die sich alle um Mitglieder des Ordens und ihre Geschichten drehen. Ich habe gehört, es ist auch ein Sequel mit Mira geplant, wenn’s gut läuft“ -Lara
„Warte was?“ – Mira
„Warum bekommt die ein Sequel? Ich will wissen, wie es mit uns weitergeht!“ – Blake
„Pff, sei froh, dass du überhaupt für ein Buch erfunden wurdest!“ - Mira
Danke für das Gespräch
„Sehr gern!“ – Lara
„Vielleicht sieht man sich ja sehr bald wieder?“ – Mira
„Ja, war nett, danke!“ - Blake

Sonntag, 31. Mai 2026

[Coverinterview] Olver and out von Fanny Remus


 
Coverinterview „Olver and out“

Heute habe ich Fanny Remus zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.

Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Irgendwie beides. :D Der Titel, den das Buch eigentlich haben sollte, kenne ich seit 2 Jahren. Eine (wichtige) Nebenfigur sagt an einer Stelle „So einfach. Und so verdammt schwer.“
Und daraus ist auch die Cover-Idee entstanden. Das genauer zu erklären, wäre aber ein Spoiler. Beim Lesen der Szene wird aber sofort klar werden, was ich meine.
Aber dann kam das Korrektorat und der Kommentar von Lauri Mattis. Denn auch „Olver and out“ ist ein Satz, der im Buch fällt. Und Lauri schrieb so salopp ran. „Das wäre auch ein guter Titel.“ Na ja, und dann habe ich in einer Nacht und Nebelaktion alles geändert. Das Cover-Design ist aber gleichgeblieben, weil die Symbolik nach wie vor passt.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?
Nein. Ich hatte den Titel und dann habe ich eine Canva-Datei aufgemacht und habe viel rumprobiert. Recht schnell kam die Idee, meinen Protagonisten abzubilden. Aber wie und in welcher Form war mir völlig unklar. Ich hab viel mit Bildern, mit Farben und mit Stilen rumprobiert. Nur, dass es Gelb werden sollte, war klar.
Welche Bedeutung haben für dich die Zeichnung, die Farbe Gelb und das (scheinbar) zerknüllte gelbe Papier?
Die Zeichnung auf dem Blatt Papier kommen genau so im Roman vor. Kunst in vielen Formen ist ein Motiv, das sich durch Olvers gesamte Geschichte zieht. Und das Bild selbst spielt eine große Rolle für das Ende des Buches. Deswegen bin ich super glücklich, dass @e.r.aranyos es so toll umgesetzt hat. Direkt von zwischen den Zeilen in die Realität.
Gelb ist das Buch, weil auch Olvers Geschichte von Anfang gelb in meinem Kopf war. Alle meine Geschichten habe eine bestimmte Farbe für mich. Sie spiegelt sich meistens im Cover wider. Und ich war richtig happy, dass es diesmal gelb ist, denn ein gelbes Cover hatte ich noch nicht. Außerdem passt gelb auch wunderbar zu dem anderen Leitmotiv „Beige vs Farbe“. Schon im Klappentext wird „beige“ angeteasert und Gelb ist die perfekte Mischung zwischen Beige und Kitzelbunt.
Was man wahrscheinlich nicht auf den ersten Blick sieht: Das gelb hat eine Betontextur. Die blaue Schrift ist also auf eine Betonwand gemalt. Ich mag dieses Detail, das einem vermutlich erst auffällt, wenn man das Buch gelesen hat.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Ich habe bewusst darauf verzichtet, mich nach Trends zu richten. Denn das Buch ist eher nichts für die trendbewusste Leserschaft. Ich wollte, dass der Entwicklungsaspekt deutlich wird, dass klar wird, dass es hier nicht um einen spannenden Plot, sondern um eine persönliche Reise geht. Ich hoffe, das ist mir gelungen.
Es ist gleichzeitig laut (plakativ, knallige Farbe, starker Kontrast) und leise (nur wenige Elemente, Bleistift, dezente Textur) – genau wie Olvers Geschichte.
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt? 

Schwierig. :D Weil es so viele Textstellen gibt.
Zuerst fällt mir der Vers ein, der bei der Widmung steht. Er war im Halbschlaf auf einmal in meinem Kopf, ganz am Anfang schon, wo ich noch nicht viel über Olver wusste. Er begleitet mich also schon seit 3 Jahren und ist unverändert aus dem Traum ins Buch gekommen:
Ich drehe Worte im Munde herum
Prüfe jeden Bezug
Doch nichts davon ist am Ende genug
Also bleibe ich stumm
Ein Ausschnitt, der Olvers Geschichte gut zusammenfasst, findet kurz vor der Hälfte statt (und dass das so lange dauert, bis Olver diese Worte sagen kann, ist auch bezeichnend):
„Hier in dieser cool-siffigen VIP-Lounge zwischen Pfand, Rauch und Jacken lege ich Wahrheiten in Cems Schoß, die schon lange hinter meinen Zähnen lauern. […] Ich zeige ihm meine Welt in Beige.
Ich gebe Dinge zu, die ich nicht mal selbst wusste. Oder vielleicht schon wusste, mich aber nicht zu wissen getraut habe.
»Ich will manchmal einfach weg, neu anfangen«, höre ich mich sagen. »Aber ich weiß, dass das albern ist. In meinem Alter. Ist doch alles schon vorgezeichnet.«
Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?
Ich liebe es. Die Zeichnung, die Olver und das Bild im Buch so gut einfängt, das Plakative, das Leise, das das Bild beim Print auf den Buchrücken ragt, alles. Wäre auch doof, wenn nicht, denn ich hab es ja selbst gemacht. :D
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊

Samstag, 30. Mai 2026

[Schnipseltime] Jascha & Toke - Secret Silent Heroes 5 von Laura Lee Johnes


 

„Makayla, Kleines, was ist passiert?“, brüllte ich im Losrennen. „Wo verdammt nochmal bist du? Antworte doch!“

So sehr ich mich bemühte auf eine Antwort zu lauschen, ich hörte nichts! Doch, Moment. Da war plötzlich wieder ein hektisches Platschen und Kreischen zu hören! Und das bei den Temperaturen!

„Wo zum Teufel bist du?“ So schnell ich konnte, hastete ich zwischen den Bäumen durch, bis ich an das Ufer eines Flusses kam. Viel zu spät wurde mir der aufgeweichte Boden bewusst, in dem auch das Fahrrad feststeckte, als ich ausrutschte und in den Matsch fiel. Hektisch rappelte ich mich auf, machte ohne nachzudenken einen Satz ins Wasser. Im Sprung sah ich einen dunkel gekleideten, zotteligen Typen, der voll angezogen hinter Makayla her ins Wasser hechtete, bevor ich selbst mit einem Aufschrei im Wasser landete.

Panik ergriff mich, als um mich herum nur eiskaltes Wasser war, von dem eine ordentliche Ladung in meinen Atemwegen landete. Hustend und spuckend schaffte ich es mit Mühe, den Kopf kurz an die Luft zu bekommen, bevor ich wieder versank.

Hektisch schlug ich mit den Armen um mich, versuchte, irgendwie wieder nach oben zu kommen. Mir wurde Übel vor Angst und Entsetzen, nicht nur wegen mir, sondern auch meiner Tochter, die ebenso wie ich in Lebensgefahr schwebte. Die Sekunden schienen sich zu Minuten zu dehnen und ich war mir sicher, dass ich nun die letzten Sekunden meines Lebens vor mir hatte.

Weiß der Sensenmann, wie lange ich strampelte und mit den Armen ruderte, als ich plötzlich einen starken Arm um mich spürte. „Halt still und beruhige dich!“, raunte mir jemand energisch, aber mit zittrigem Unterton zu.

Das sagte diese dunkle Stimme so leicht. Der Typ, hinter dem ich die Worte vermutete, kämpfte nicht gerade um sein Leben!

„Je schneller du aufhörst, um dich zu schlagen, um so zügiger kann ich dir helfen. Also halt endlich still! Zumal es hier so flach ist, dass es für Panik keinen Grund gibt“, motzte er mich an, während meine Zähne zu klappern begannen.

Mit Mühe kämpfte ich gegen den Drang an, mich aus dieser beschissenen Situation zu retten, und meinen Körper ruhig zu halten. Das ging mir gegen jeden Überlebensinstinkt.

Erst als ich einen zweiten Arm um meinen Oberkörper spürte, ich so weit angehoben wurde, dass ich endlich wieder zu Atem kam, gelang es mir, mich halbwegs zu beruhigen.

Wie ein nasser Sack wurde ich aus dem Wasser gezogen und am Ufer abgelegt. Nur kurz tauchte ein bärtiges, von ungepflegtem Haar umgebenes Gesicht in meinem Blickwinkel auf. Aus diesem schauten mich wunderschöne meerblaue Augen an. Blöd nur, dass sie einem Kerl gehörten.