Donnerstag, 23. Juli 2026

[Schnipseltime] Zwischen Sehnsucht, Begierde und Angst - Ungeahnte Tiefen (Vegas 1) von Jay J. Walker

 

Er schließt die Augen und presst seine Lippen aufeinander. »Also ungefähr eine Million.«

Ich nicke wortlos und verziehe meinen Mund.

Seine Nasenflügel blähen sich auf, er atmet tief ein und ich befürchte das Schlimmste.

Mein Inneres Ich zieht sich zu ihrer Sicherheit einen Helm auf und geht unter dem Tisch in Deckung.

»Ich hatte nicht daran gedacht, dass man in einer Beziehung solche Gespräche führen muss.«

»Naja, die Gespräche hören sich bei anderen vielleicht etwas anders an, aber im Endeffekt ist es das, was eine Beziehung ausmacht. Man redet, man plant, man geht Kompromisse ein. Vielleicht streitet man sich auch das ein oder andere Mal. Ganz sicher sogar! Und wir haben da sicher auch sehr viel Potenzial für.«

»Und man muss daran denken, was passiert, wenn etwas passiert…«

»Ja, das sollte man. Du bist Polizist, ich bin eine tollpatschige Katastrophe auf zwei Beinen…«

Er lacht leise und schüttelt den Kopf. »Okay. Du kannst das Haus kaufen. Aber es wird vertraglich festgehalten, dass ich dir Miete zahle, wenn ich wieder einziehen sollte. Ich werde es vermieten und die Miete auf ein separates Konto einzahlen, womit ich dann Dinge so gut es geht selbst zahlen kann, wie Flüge oder was auch immer. Die Kreditkarte ist für Notfälle und Haushaltszeug und ich werde dich informieren, wenn ich sie nutze.«

»Einverstanden. Danke.«

Jake lacht. »Du schenkst mir Geld und bedankst dich noch dafür?«

Ich lehne mich an seine Schulter und atme erleichtert auf.

Mein Inneres Ich kriecht wieder aus dem Versteck hervor und setzt den Helm ab.

»Aber…«, setzt er an und mein Inneres Ich geht wieder panisch in Deckung und lässt dabei beinahe den Helm fallen.

»Aber ich möchte, dass du dich jetzt endlich schonst, kleines Äffchen.«


[Buchvorstellung einmal anders] Zwischen Sehnsucht, Begierde und Angst - Ungeahnte Tiefen (Vegas 1) von Jay J. Walker

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Jake, Jay und Spot aus „Zwischen Sehnsucht, Begierde und Angst – Ungeahnte Tiefen (Vegas 1)“ und deren Autorin Jay J. Walker.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Jay: Sie sieht Jake mit erhobener Augenbraue an. »Brauchst Du Hilfe, oder schaffst du das allein?«
Jake: »Ich bin Cop, das werde ich jawohl noch hinkriegen!«
Spot schaut zwischen den beiden hin und her.
Ich hatte ein langes Gespräch mit eurer Autorin, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Jay: »Also, das ist Jake …«
Jake: »Hatte ich nicht gerade gesagt, dass ich das alleine schaffe? Hi, ich bin Jacob Daniel Coulson, bin 34 Jahre jung und Police Officer beim LVMPD.«
Jay: »Das war alles? Name, Alter und Dienstgrad? Ich glaube nicht, dass die Leser das interessiert!«
Jake: Er rollt mit den Augen. »Willst du's übernehmen? Bitte.«
Jay: »Gerne. Jake ist eigentlich ganz nett, wenn man …«
Jake: »Soll ich dann auch was zu dir sagen?«
Jay: »Was soll das jetzt?«
Jake: »Das ist Jay. Sie stolpert über flache Teppiche. Über gar nichts. Über Luft. Ich hab in den letzten Tagen mehr Zeit damit verbracht, mir Sorgen zu machen, dass sie sich beim Treppensteigen umbringt, als bei der Arbeit.«
Jay: »Das ist übertrieben.«
Jake: »Letzte Woche. Küche. Kein Grund, kein Hindernis. Einfach so.«
Jay: »Ich war müde!«
Jake: »Sie ist immer müde. Vor dem zweiten Kaffee ist mit ihr sowieso nicht zu reden. Ich hab gelernt, ihr morgens keine wichtigen Fragen zu stellen. Oder scharfe Gegenstände zu geben.«
Jay: »Das war ein mal.«
Jake: Er lacht laut.
Jay: »Okay, gut. Dann reden wir mal über dich. Er lässt einfach alles liegen. Schuhe. Jacke. Waffengurt. Mitten im Weg. Ich glaube, die Hälfte meiner Stolperunfälle geht direkt auf sein Konto.«
Jake: »Das ist nicht …«
Jay: »Deine Stiefel standen heute Morgen mitten im Flur.«
Jake: »Okay, das war ich.«
Jay: »Siehst du.«
Jake: »Trotzdem stolperst du auch ohne meine Stiefel.«
Jay: »Nicht der Punkt.«
Jay: »Und dann ist da noch Spot. Unser Gecko. Er sitzt meistens irgendwo, wo man ihn nicht erwartet, und beobachtet uns beide beim Streiten, als wäre das seine Lieblingsserie.«
Jake: »Er liebt Marmelade … und mich.«
Jay: »Weil du ihn immer bestichst! Aber egal. Ich bin übrigens Jay und 29 Jahre alt. Trotz dem Chaos, der in meinem Leben schon Überhand nimmt, habe ich mir Jake ans Bein gebunden – mehr Chaos geht also nicht.«
Jake: »Das solltest du nicht zu laut sagen!«
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Jay: »Gut, dann jetzt zum Buch. Kurz gefasst.«
Jake: »Zwei Menschen, zwei Kontinente. Wir hätten uns beinahe verpasst, wenn ich nicht einen Flug geschwänzt hätte.«
Jay: »Das war jetzt nicht kurz genug.«
Jake: »Okay. Liebe trotz allem, was dagegenspricht.«
Jay: »Besser. Aber vielleicht sollten wir noch erwähnen, dass es in Las Vegas spielt – nicht nur Glitzer und Spieltische, sondern auch die Seiten der Stadt, die keiner sieht.«
Jake: »Und dass wir beide unsere eigenen Dämonen mitbringen. Manche laut. Manche leise. Manche in sexy Uniform.«
Jay: »Es geht um Angst, nicht um Uniformen, du Quatschkopf!. Und darum, sich trotzdem zu zeigen.«
Jake: »Kurz gesagt: Wir kämpfen. Wir scheitern. Wir bleiben.«
Jay: »Das war jetzt fast ein bisschen zu poetisch für dich.«
Jake: »Einmalig. Zitiere mich nicht.«
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Ich sie quälen? Ganz ehrlich? Sie quälen mich! Ich glaube ab Seite 70 oder so des ersten Bandes hatte ich kaum noch Mitspracherecht darüber, was passieren sollte. Warum es nicht einfach und schön ist? Weil das Leben nun mal nicht immer so spielt!
Ich hatte ehrlich gesagt geplant, dass es an einer bestimmten Stelle ruhiger wird. Ein Kapitel zum Durchatmen, sozusagen. Und dann saß ich da, die Finger auf der Tastatur, und plötzlich passierte etwas, das ich so nicht vorgesehen hatte. Ich habe noch versucht dagegenzuhalten – umgeschrieben, gelöscht, neu angesetzt. Aber es fühlte sich falsch an, es wegzulassen. Also habe ich aufgehört, dagegen anzukämpfen, und einfach zugelassen, dass die Geschichte macht, was sie will.
Vielleicht ist das der eigentliche Grund: Ich will keine perfekten Menschen, denen nichts passiert. Ich will Menschen, die sich trotzdem entscheiden, weiterzumachen – gerade, weil es schwer ist. Das interessiert mich mehr als eine glatte Geschichte ohne Ecken und Kanten.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Jay: »Meine Lieblingsstelle ist die am Pool.«
Jake: »Die, bei der du einen Faustschlag ins Gesicht bekommen hast? Das ist deine Lieblingsstelle?«
Jay: »Nicht der Schlag, du Klugscheißer. Der Moment danach. Wie süß du warst.«
Jake: »Ich war genervt.«
Jay: »Du hast mein Gesicht angefasst, als könnte ich zerbrechen. Das war nicht genervt.«
Jake: »Das war Erste Hilfe. Meine Lieblingsstelle ist der Bungeesprung.«
Jay: »Die, bei der ich fast wieder umgedreht bin?«
Jake: »Genau die. Du bist direkt in meine Arme gelaufen.«
Jay: »Das war ein Unfall.«
Jake: »Ein Unfall, bei dem du dich an mir festgeklammert hast wie an einem Rettungsring.«
Jay: »Du warst genauso nervös wie ich.«
Jake: »Ich hab's aber besser versteckt.«
Jay: »Na, versteckt hast du da nicht viel … Egal. Meine Szene ist besser.«
Jake: »Meine hat wenigstens keine Verletzung mit sich gebracht.«
Jay: »Meine hat gezeigt, wie du wirklich bist, wenn's drauf ankommt.«
Jake: »Meine hat gezeigt, dass du auch ohne Faustschlag Chaos anziehst.«
Jay: »Das ist nicht dasselbe Argument.«
Jake: »Ist es doch.«
Jay: »Ist es nicht.«
Wie viel echte Jay J. steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Mehr als mir lieb ist und dann auch wieder weniger als mir lieb ist.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Jake: »Gnadenlos.«
Jay: »Das ist unfair.«
Jake: »Sie hat dir einen Faustschlag verpasst und uns von einem Wolkenkratzer springen lassen. Am gleichen Tag!«
Jay: »Sie ist halt kreativ.«
Jake: »Sie ist eine Sadistin mit Laptop, die vorwiegend nachts arbeitet. Vermutlich denkt sie sich unsere schlimmsten Momente aus, während normale Menschen schlafen.«
Jay: »Das erklärt einiges.«
Jake: »Nämlich?«
Jay: »Warum unsere dunkelsten Szenen sich anfühlen, als kämen sie aus echter Dunkelheit. Um drei Uhr morgens ist man ehrlicher. Sie hat uns aber auch zusammengebracht.«
Jake: »Nachdem sie uns beide durch die Hölle geschickt hat.«
Jay: »Ohne sie würden wir gar nicht existieren.«
Jake: »Ohne sie hätte ich auch keine Narben.«
Jay: Sie verdreht die Augen. »Sie ist ehrlich. Sie schreibt nichts, das sich nicht auch echt anfühlt. Selbst wenn's wehtut.«
Jake: »Besonders wenn's wehtut.«
Jay: »Also ich mag sie! Sie hat dich in eine Uniform gesteckt!«
Jake: »Ja, das hat sie gut gemacht. Ich sehe darin schon hot aus!«
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Das erste Band hatte erst einen anderen Haupttitel »Zuhause ist ein Gefühl«. Das wurde dem Buch aber irgendwann absolut nicht mehr gerecht, also habe ich ihn abgeändert. Erst war ich mir nicht sicher, wegen der Länge, aber je öfter ich ihn gesehen habe, desto passender wurde er, weil es die Zerrissenheit widerspiegelt.
Jay: Eigentlich habe ich ihn ja ausgesucht! Weil es einfach passt. Die Sehnsucht, die wir haben, wenn wir getrennt sind. Die Begierde, wenn wir nicht an uns halten können …
Jake: »Ja sag schon … und meine Angst!«
Jay: »Unsere, es ist unsere Angst!«
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Jay: »Wir haben tatsächlich nachträglich etwas geändert – und zwar den Stil und die Farben.«
Jake: »Sie wollte es unbedingt bunt und blumig …«
Jay: Ist ja auch schön!
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Jake: »Meins ist einfach. ›Dir gilt mein erster Gedanke am Morgen und der letzte vor dem Schlaf. Ich liebe jede Minute mit dir.‹«
Jay: »Du zitierst dich selbst.«
Jake: »Es ist trotzdem gut.«
Jay: »Es ist eitel.«
Jake: »Es ist wahr. Was ist deins?«
Jay: »›Ich orientiere mich lieber einfach von Tag zu Tag und versuche, jeden davon ohne größere Schäden zu überstehen.‹«
Jake: »Das ist ziemlich deprimierend für ein Lieblingszitat.«
Jay: »Es ist ehrlich. Nicht jeder Satz muss romantisch sein, um wichtig zu sein.«
Jake: »Meiner ist romantisch und wichtig.«
Jay: »Meiner ist wahr. Ich habe mich sehr lange von Tag zu Tag gehangelt, bis ich irgendwann aufgeben wollte. Aber habe ich nicht – ich bin noch hier. Und jeder Tag ohne etwas, was mich runterzieht – ist ein guter Tag!«
Jake: Kurze Pause. »Fairer Punkt.«
Jay: »Danke.«
Jake: Er gibt Jay einen Kuss auf die Stirn. »Wir albern hier rum, und den Lesern ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie tief das Ganze geht und wieviel wir kämpfen. Aber Humor ist das, was uns rettet – immer.«
Vielen Dank für das Gespräch

[Autoreninterview] Jay J. Walker


Autoreninterview
Jay J. Walker

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Jay, Mitte 30 und wollte tatsächlich nie Bücher schreiben! Ich lese sie gern, aber schreiben? Auf gar keinen Fall! Diese Kunst überlasse ich lieber anderen. So dachte ich zumindest. Und dann kam es anders …
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
… und da ist das Thema auch schon. Es war ein Unfall!
Mir ging es eine ganze Zeit lang nicht gut – ich habe mit meinen eigenen Dämonen gekämpft und dachte, ich verliere diesen Kampf. Dann kam die Idee, alles aufzuschreiben, was mich verletzt hat – Dinge, mit denen ich seit Jahren kämpfte. Ich dachte: »Hey, vielleicht hilft's.« Und es half. Ich habe meinen Dämonen ein Zuhause gegeben. Eine Geschichte, in der sie mich nicht beherrschen – sondern ich sie erzähle.
Was als Notiz auf meinem Handy begann, wurde zu einer Seite. Dann zu einem Kapitel. Irgendwann hatte ich ein Buch – und zwei Charaktere, die plötzlich lebendiger waren als ich selbst. Jay und Jake haben mir die Worte gegeben, die ich für mich selbst nie gefunden hatte. Und je mehr sie sprachen, desto leiser wurden meine Dämonen.
Ich schreibe immer noch. Aus demselben Grund wie am Anfang.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher ist Ungeahnte Tiefen, der erste Band meiner Reihe Zwischen Sehnsucht, Begierde & Angst, erschienen. Er erzählt die Geschichte von Jay und Jake, die sich in Las Vegas ineinander verlieben, und dabei lernen müssen, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Band zwei, Reißende Strömung, ist kurz vorm Release und vertieft, was zwischen den beiden begonnen hat, während neue Konflikte an die Oberfläche kommen. Beide Bücher spielen mit Nähe und Angst zugleich – Liebe, die heilt, aber auch fordert.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Aktuell arbeite ich an weiteren Bänden der Reihe, darunter Band 3: Leuchtfeuer im Sturm, Band 4: Wenn die Flut kommt und Band 5: Im Atem der Gezeiten
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich genieße die freie Zeit manchmal einfach nur – es kommt selten vor bei mir, dass ich mal ganz bei mir sein kann. Ich gehe auch gern mit Freunden essen oder mache auch durchaus gerne Spieleabende.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich liebe Bücher von Sebastian Fitzek mit viel Spannung. Allerdings zieht es mich in letzter Zeit eher zu Büchern von Selfpublishern, weil ich da das Gefühl habe, dass die Geschichten viel freier erzählt werden – besonders Themen, die noch nicht ganz so gesellschaftsfähig sind für die breite Masse, wie Mental Health. Momentan lese ich »Echo« und »Universum, du sadistischer Witzbold« von Anne J. Hale.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich arbeite überall. Wirklich ÜBERALL! Ob in der Küche, auf dem Sofa oder in einem Freizeitpark auf einer Bank. Mein Equipment, bestehend aus einem Macbook und einem Stromkabel, ist immer dabei.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Das würde ich auch gern wissen. Keiner meiner Tage würde ich als normal bezeichnen. Aber wie sagt man so schön? »Normal ist das, was man kennt.« Also: Ich bin eine Nachteule. Vor 04:00 Uhr morgens gehe ich meistens nicht ins Bett. Ich schlafe auch nicht sehr viel, dank meiner Schlafstörungen. Ich mach einfach das Beste draus. Morgens gibt es erstmal gut einen Liter Kaffee – ohne bin ich zu nichts zu gebrauchen. Und dann steht da auch schon der Staubsauger, der mich daran erinnert, dass ich gestern vergessen habe zu saugen, also hole ich das nach. Meine Tage sehen immer unterschiedlich aus – je nachdem, wie ich mich fühle. Oft sitze ich gedankenversunken da und komme dennoch zu keinem Ergebnis. Was aber fast jeden Tag passiert ist, dass ich schreibe, lösche, schreibe…, wieder lösche…
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich liebe Thriller, Krimis, Psychothriller zum Lesen. Schreiben tue ich Hybrid-Romane mit jeder Menge Herzschmerz, Mental Health und spicy kann es mitunter auch werden.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
Der kleine Prinz (Originaltitel: Le Petit Prince) von Antoine de Saint-Exupéry.
Eigenes Buchzitat: »Ich wollte stark sein, aber vielleicht ist das die Wahrheit: Ich bin’s nicht. Ich war’s nie …« (Sneak aus Band 4)
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Eindeutig die USA. Ich habe dort geheiratet – in Las Vegas. Ich habe diese Stadt verflucht. Sie ist voller Menschen, dreckig und stinkt. Das war meine Einstellung dazu, als ich da ankam. Und dann kam alles ganz anders. Ich habe mich verliebt. In die Berge, die trockene Hitze und den Sonnenauf- und -untergang. Als ich dann im Valley of Fire war, war es restlos um mich geschehen.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich bin sehr kritikfähig, neige aber dazu, dass ich es zu meinem persönlichen Plan mache, diese Kritik anzunehmen – manchmal zu wörtlich. Ich zerlege sie, drehe sie um, suche nach dem Kern, der mich weiterbringt. Das ist gut, wenn es um meine Texte geht. Schlecht wird es, wenn ich anfange, jede Rückmeldung zur Bestätigung meiner eigenen Zweifel zu machen. Ich arbeite daran, den Unterschied zwischen "das kann ich besser machen" und "das beweist, dass ich nicht gut genug bin" nicht zu verwischen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich habe mir beide Wege offen gehalten, habe sogar Angebote von Verlagen bekommen und musste dann schlucken, als ich die Verträge las. Ich war nicht bereit all das abzugeben, was mir gehört. Diese Bücher sind mein Herz, mein Leben und ich war nicht bereit die Rechte dafür abzutreten und Passagen ändern zu lassen nur damit sie gesellschaftsfähiger werden. Das würde alles verfälschen und wäre dann nicht mehr meins.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Gebt Selfpublishern eine Chance – es gibt so viele unentdeckte Diamanten darunter!

Dienstag, 21. Juli 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Oscuro - Meine dunkle Blüte von Khris Bile


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Khris Bile, um mit ihr über ihr Buch „Oscuro – meine dunkle Blüte“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Hallo, ich freue mich wieder dabei sein zu dürfen
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Oscuro – Meine dunkle Blüte ist Band 2 meiner Adler-Kartell Reihe und der Abschluss zur Geschichte rund um Alejandro und Kassandra. In diesem Buch werden nun alle Geheimnisse gelüftet und man lernt Alejandro von einer ganz anderen Seite kennen.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Ich mag tatsächlich beides sehr gerne. Traurige Szenen, sind natürlich auch für mich nicht einfach zu schreiben, umso schöner ist es für mich, mit den Charakteren gemeinsam die Situation zu überstehen und daran zu wachsen.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
In Band 2 zeigt sich Alejandro von seiner weichen Seite und stellt Kassandra seiner Mutter vor, zu der er eine sehr enge Bindung hat und die ihm sehr wichtig ist. Das Kapitel ist für mich sehr besonders, da ich dem Leser damit zu verstehen geben möchte, dass mein MMC zwar ein gefährlicher und skrupelloser Mann ist, aber dennoch seine menschliche Seite nicht verloren hat.
Wie viel echte Khris steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
In Oscuro gibt es zwei Nebencharaktere (ein Mann und eine Frau) die sehr viele Eigenschaften von mir haben. Zum einen, liebe ich es, andere Leute zum Lachen zu bringen und zum anderen, bin ich ein guter Zuhörer und möchte meinem Gegenüber dadurch zeigen, dass er mit seinen Problemen nicht allein ist.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Sie würden mich als sehr zielstrebig und etwas zu perfektionistisch veranlagt beschreiben. Außerdem würden sie sich über die Achterbahnfahrt in Band 2 sehr beschweren.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Nein, dass kam erst einige Wochen vor der Fertigstellung. Ich wollte so gut es geht an den ersten Teil anknüpfen, aber auch ein Titelwort, dass den Inhalt gut widerspiegelt. Mit Oscuro (Dunkel/Dunkelheit) habe ich in meinen Augen eine super Titelwahl getroffen. Mir war es wichtig, spanische Wörter zu verwenden, da es in meinen Büchern nun einmal um heiße Latinos geht
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Nein ich liebe es genauso, wie es ist.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Mein Lieblingszitat ist ein Gedankengang zu Alejandro.
Trotz all dem, was ich gesehen habe und nun endgültig verstanden habe, was für ein Mann Alejandro ist, verzehrt sich ein Teil von mir nach ihm. Er hat all das für mich getan, damit ich in Sicherheit bin und dieser kranke Teil in mir fühlt sich geschmeichelt. Gott, ich muss genauso verrückt sein wie er. Doch was soll ich machen? Ich kann und will nicht ohne ihn sein. Er sieht mich, er beschützt mich, er kümmert sich um mich. Nur eben auf seine Art und Weise. Er hat für mich getötet und hat meine Sicherheit über seine eigene gestellt. Ist es daher falsch, immer noch das zu fühlen, was ich nun einmal für ihn fühle?
Danke für das Gespräch.
Ich danke dir für dein Interesse.

Montag, 20. Juli 2026

[Schnipseltime] Oscuro - Meine dunkle Blüte von Khris Bile

 



Kassandra

»Ich wähle deine Schwärze. Denn mein Herz gehört doch sowieso schon dir und ohne dich wird mein Leben in einem tristen Grau an mir vorbeiziehen.«

»Ja, ich will hier sein. Ich bin das erste Mal in meinem Leben wirklich glücklich und ja, Alejandro ist ein gefährlicher Mann, aber, glaube mir, ich brauche keine Angst vor ihm zu haben. Ich fühle mich auf eine unbeschreibliche Art und Weise frei, wenn er mich umgibt.«

Immer wieder stelle ich mir diese Fragen, doch am meisten frage ich mich, warum er nicht hier ist, bei mir? Trotz all dem, was ich gesehen habe und nun endgültig verstanden habe, was für ein Mann Alejandro ist, verzehrt sich ein Teil von mir nach ihm. Er hat all das für mich getan, damit ich in Sicherheit bin und dieser kranke Teil in mir fühlt sich geschmeichelt. Gott, ich muss genauso verrückt sein wie er. Doch was soll ich machen? Ich kann und will nicht ohne ihn sein. Er sieht mich, er beschützt mich, er kümmert sich um mich. Nur eben auf seine Art und Weise. Er hat für mich getötet und hat meine Sicherheit über seine eigene gestellt. Ist es daher falsch, immer noch das zu fühlen, was ich nun einmal für ihn fühle?




Lucia

»Ich verstehe deinen Zwiespalt, denn jeder würde nur das Schlechte in dieser Tat oder seinem Wesen sehen, doch du kennst ihn. Du weißt, wie er wirklich ist und das, was du heute gesehen hast, ist nur ein Bruchteil von ihm. Das ist Alejandro, wenn er der Sensenmann, der gehorsame Sicario ist. Doch du kennst die weiche Seite in ihm, die Seite, die dich vergöttert. Und das ist das Einzige, was zählt. Hör auf dein Herz und nicht auf die wilden Gedanken in deinem Kopf oder das, was du glaubst, fühlen zu müssen.«




Alejandro

Ich liebe es, wenn sie so herrisch und kratzbürstig wird. Ihre Wut und Gegenwehr nährt meine Dunkelheit, es ist ein berauschendes Gefühl und ich will immer mehr davon spüren. Deshalb war ich so wütend, als sie wieder eine solche Angst verspürte. Sie soll, nein, sie darf niemals solche Angst vor mir haben. Lieber soll sie mich anschreien, anzicken und mir ihre kratzbürstige Seite zeigen, einfach ihr wahres aufbrausendes Naturell, denn genau das ist es, was ich an ihr verehre. Diese Wut, diese Leidenschaft, einfach sie.

Wenn man genau hinschaut, erkennt man noch die dunklen Augenringe, aber selbst diese können ihrer Schönheit nichts anhaben. Sie ist und bleibt eine wunderschöne, unverwüstliche Blume. Meine Blume.

»Liebe beschreibt nicht einmal ansatzweise das, was ich für dich empfinde. Du bist die Luft, die meine Lungen mit Sauerstoff füllt. Du bist das Blut, das mein Herz zum Schlagen bringt. Du bist das Licht, das durch meine Dunkelheit dringt und die Kraft, die meinen Dämon zähmt. Allein du bist es, für die ich die ganze Welt in Schutt und Asche legen würde. Ich würde immer wieder für dich töten. Ich würde für dich sterben. Weil ich dich begehre und so unfassbar besessen von dir bin, dass ich dich am liebsten mit Haut und Haar in mich aufsaugen würde.«

»Alles was ich tue, alle Entscheidungen, die ich treffe, dienen einzig und allein zu deinem Schutz. Denn du gehörst jetzt zu mir und ich beschütze, was mir gehört.«

Sonntag, 19. Juli 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Ein Schulfreund auf 4 Pfoten von Michaela Göhr




Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Mila und Grisel aus „Ein Schulfreund auf 4 Pfoten“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Griesel: Wuff! *wedelt heftig mit dem Stummelschwanz
Mila: Merhaba! *winkt
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Mila: Ich heißen Mila. Ich geht in Klasse 4b von Frau Merten. Aber noch nicht lange. Meine Familie aus Syrien. Deutsch ist schwer. Ich Angst vor Hunden. Das hier Grisel.
Grisel: Wuff! *hechelt, denkt: Schade, dass die Menschen so wenig Hundesprache verstehen. Sonst würden sie sofort riechen, dass ich ein super Schulhund, treuer Freund, begnadeter Schauspieler und Top-Fährtensucher bin.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Mila *seufzt, schaut verlegen zu Boden. Das ist genau wie in der Schule. Ob hier auch alle lachen, wenn ich die deutschen Sätze nicht richtig herausbringe und mir Wörter fehlen? Dabei ist dieses Buch so wichtig!
*blickt entschlossen auf. „Ist Geschichte von Grisel und Mila. Grisel ist Schulhund von Frau Merten. Ich habte Angst vor Grisel zuerst. Jetzt nicht mehr. Buch ist auch mit Enzo und andere Kinder in Klasse.“
Grisel *schnauft, setzt sich, blickt Mila erwartungsvoll an. Sagt sie jetzt noch, dass ich meine Erlebnisse mit den Mini-Menschen auch erzähle? Schließlich bin ich ein echter Schulhund, der eben erst seine Ausbildung abgeschlossen hat und jetzt endlich in der Schule arbeiten darf. O ja, es gibt für mich immer viel zu tun. Glücksrad drehen, sich streicheln lassen, Leckerlis einheimsen, brav sein, Socken ziehen, gut aufpassen, was Frauchen von mir möchte …
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Mila: Spaß? Nein, nicht lustig. Kinder lachen für mich. Ich weine. Was ist Autorenin? *denkt:
Kann es wirklich sein, dass sich diese Frau meine Geschichte nur ausgedacht hat? Das wäre gemein! Immerhin musste ich ganz schön viel aushalten. Trotzdem bin ich froh, weil ich sonst nie so einen tollen Schulhund kennengelernt hätte.
Grisel *winselt. Schwierige Situationen? Was ist das? Menschen sind manchmal kompliziert und sprechen gerne in Rätseln, das sage ich immer wieder.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Grisel: Wohouuuh! Ich liebe das Wettrennen mit den Mini-Menschen! Und den Moment, in dem Mila mich das erste Mal berührt.
Mila: Ich gewonnen bei Jüri. Schönster Tag in mein Leben. Und Grisel mich finden. Auch ganz toll.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Grisel *schnauft. Dafür, dass sie eine Menschenfrau ist, die nicht mal einen vierbeinigen Freund zu Hause hat, versteht sie meine Hundegedanken ziemlich gut. Vielleicht war sie selber mal Hund?
Mila: Ist wie Frau Merten. Aber ist auch ein bisschen Mila und Enzo.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Mila: Ist lang. Mag rennen und lachen. Und ist Lehrerin.
Grisel: Was soll ich dazu sagen? Sie riecht nach Mensch, sieht aus wie alle Zweibeiner und benimmt sich auch so. Typisch Mensch also.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Mila: Was ist Titel? Verstehe ich nicht.
Grisel *jault. Titel? Meinst du damit, wie unser Buch heißt? Interessiert mich zwar nicht, aber wenn mich nicht alles täuscht, hat die Menschenfrau diesen Namen von Anfang an benutzt.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Mila: Kower? Du meinst Bild auf dem Buch? Ist mein Bild. Schön, nicht? Ich und Grisel im Wald.
Grisel *gähnt. Wieder so eine komische Frage. Was ist ein Cover? Kann man das essen? Wenn nicht – ich hätte jetzt gerne ein Leckerli.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Grisel: “Wuff!“ „Ja, so ist es fein.“ (sagt Frauchen zu mir).
Mila: Das ist schönste Stelle für mich:
‚„Ich wollte fragen, ob du am Dienstag zu meiner Geburtstagsfeier kommen möchtest.“
Verblüfft schaue ich mein Gegenüber an. „Wirklich?“
„Klaro. Wir machen eine Mädels-Party.“‘
Danke für das Gespräch

Samstag, 18. Juli 2026

[Schnipseltime] Das kleine Hotel in der Toskana von Heike Hamboch


 

Matteo tritt näher. Sehr viel näher. Ich spüre die Wärme seines Arms, bevor ich sie bewusst wahrnehme.

»Zu süß. Das ist eher Märchenschloss als Toskana.«

»Die meisten Frauen lieben Märchen«, gebe ich zurück.

Er schnaubt leise. »Das ist kein Argument.«

»Deins auch nicht.«

Eine Weile funkeln wir uns nur an. Dann will ich die Apricot-Karte etwas höher schieben, Richtung Terracotta-Ton. Im selben Moment greift er danach. Unsere Finger streifen sich. Nur ganz kurz. Trotzdem spüre ich ein leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen. Ich ziehe die Hand so schnell zurück, als hätte ich mich verbrannt.

Er springt ebenfalls weg von mir. Sein Kiefer ist verkrampft und er sieht aus, als habe ich ihn unsittlich berührt. Verdammt, es waren nur unsere Finger.

Einen Moment sagt keiner etwas. Dann räuspert er sich. »Du hältst das schief.«

»Tue ich nicht. Außerdem ist das egal. Das ist nur eine Karte – damit wir die Wirkung sehen.«

»Nein, das ist wichtig.«

Mit einem Augenrollen rücke ich die Karte demonstrativ gerade. »Besser, Mister Tausendprozent?«

Er beugt sich leicht vor, kommt mir dabei wieder viel zu nah. »Immer noch schief.«

»Du stehst schief«, murre ich.

Giorgio lacht. »Ihr zwei seid wie ein altes Ehepaar.«

»Sicher nicht«, sagen Matteo und ich gleichzeitig.

Stille. Aber die Blicke, die Mama und Giorgio sich zuwerfen, gefallen mir ganz und gar nicht.

»Vielleicht sollten wir erst einmal die Farbe für den Tresen und die Stühle aussuchen«, sagt Matteo. Spürt er auch diese seltsamen Vibes zwischen unseren Eltern? Als ob sie etwas wüssten, das wir nicht wissen?

Er tritt einen Schritt zurück, nimmt die Karte mit dem Ebenholz-Farbton und hält sie gegen den Tresen. »Wie findet ihr das?«

So gut die schwarzbraune Farbe im Foyer aussah, hier verschluckt sie alles. Ich verziehe das Gesicht. »Viel zu hart.«

»Das ist hochwertig«, entgegnet er.

»Aber es vermittelt keine Wärme. Nur Strenge.«

»Das nennt sich Eleganz.«

»Die hat ein Beerdigungsinstitut auch.«

Matteo tritt näher. Sehr viel näher. Ich spüre die Wärme seines Arms, bevor ich sie bewusst wahrnehme.

»Zu süß. Das ist eher Märchenschloss als Toskana.«

»Die meisten Frauen lieben Märchen«, gebe ich zurück.

Er schnaubt leise. »Das ist kein Argument.«

»Deins auch nicht.«

Eine Weile funkeln wir uns nur an. Dann will ich die Apricot-Karte etwas höher schieben, Richtung Terracotta-Ton. Im selben Moment greift er danach. Unsere Finger streifen sich. Nur ganz kurz. Trotzdem spüre ich ein leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen. Ich ziehe die Hand so schnell zurück, als hätte ich mich verbrannt.

Er springt ebenfalls weg von mir. Sein Kiefer ist verkrampft und er sieht aus, als habe ich ihn unsittlich berührt. Verdammt, es waren nur unsere Finger.

Einen Moment sagt keiner etwas. Dann räuspert er sich. »Du hältst das schief.«

»Tue ich nicht. Außerdem ist das egal. Das ist nur eine Karte – damit wir die Wirkung sehen.«

»Nein, das ist wichtig.«

Mit einem Augenrollen rücke ich die Karte demonstrativ gerade. »Besser, Mister Tausendprozent?«

Er beugt sich leicht vor, kommt mir dabei wieder viel zu nah. »Immer noch schief.«

»Du stehst schief«, murre ich.

Giorgio lacht. »Ihr zwei seid wie ein altes Ehepaar.«

»Sicher nicht«, sagen Matteo und ich gleichzeitig.

Stille. Aber die Blicke, die Mama und Giorgio sich zuwerfen, gefallen mir ganz und gar nicht.

»Vielleicht sollten wir erst einmal die Farbe für den Tresen und die Stühle aussuchen«, sagt Matteo. Spürt er auch diese seltsamen Vibes zwischen unseren Eltern? Als ob sie etwas wüssten, das wir nicht wissen?

Er tritt einen Schritt zurück, nimmt die Karte mit dem Ebenholz-Farbton und hält sie gegen den Tresen. »Wie findet ihr das?«

So gut die schwarzbraune Farbe im Foyer aussah, hier verschluckt sie alles. Ich verziehe das Gesicht. »Viel zu hart.«

»Das ist hochwertig«, entgegnet er.

»Aber es vermittelt keine Wärme. Nur Strenge.«

»Das nennt sich Eleganz.«

»Die hat ein Beerdigungsinstitut auch.«