Donnerstag, 1. Oktober 2026

[Schnipseltime] Elemental Souls - Fire von Ava Cooper


 

»Also …«, beginnt sie gedehnt, »… wer schläft wo?«

Fragend schaut sie mich an und ich reiße den Blick von ihrem Ausschnitt los. Hoffentlich hat sie mein Gaffen nicht bemerkt. »Das Bett ist groß genug für zwei.«

Ihre Augen weiten sich. »Du meinst, wir sollen beide darin schlafen? Nebeneinander?«

»Das wäre am einfachsten. Es sei denn, du willst unter mir liegen. Oder auf mir.« Spöttisch lächle ich sie an.

»Haha, sehr lustig.« Sie verdreht die Augen. Noch einmal schaut sie sich im Zimmer um. »Gibt es kein Sofa, auf das ich mich vielleicht legen könnte?«

»Nein. Nur den harten Boden. Und auf dem habe ich nicht vor, die Nacht zu verbringen. Die Reise wird anstrengend genug, daher brauche ich echte Erholung.«

Sie beißt sich auf die Unterlippe. »Ich weiß nicht …«

Ich mache einen Schritt auf sie zu, lege meine Hände auf ihre Schultern und sehe sie an. »Wovor hast du Angst? Dass ich mich an dir vergehe? Glaube mir, nichts liegt mir ferner. Ich bin dein Wächter, dein Beschützer und dein Lehrer. Du bist vor mir also völlig sicher.«

Ein seltsamer Ausdruck huscht über ihr Gesicht, als fühle sie sich gekränkt. Weswegen? Weil ich ihr verspreche, mich zusammenzureißen? Doch dann nickt sie. »Okay. Der Boden sieht nicht gerade besonders einladend aus.«

»Gut, also wäre das ja geklärt.« Ich gehe in das Bad, ziehe mein zerknittertes Hemd aus und lasse Flüssigfeuer in eine Schüssel laufen. Wenn es nicht so spät wäre, würde ich am liebsten auch noch ein Bad nehmen. Es wird die letzte Möglichkeit für eine Weile sein. Aber diesen Luxus habe ich Tilaya gegönnt. Nun ist es zu spät dafür, die nächsten Tage werden all unsere Kräfte erfordern. Es wird schon so gehen. Ich stelle die Schüssel in die dafür vorgesehene Halterung vor einem Spiegel und tauche einen Waschlappen hinein. Mit einem leisen Seufzer der Erleichterung drücke ich ihn gegen mein Gesicht. Die Flüssigkeit wischt Dreck und Schweiß weg und entspannt gleichzeitig durch seine angenehme Wärme.

Für einen Moment schließe ich die Augen, presse den weichen Stoff noch enger gegen meine Haut. Dann nehme ich den Lappen weg, lasse ihn sich wieder mit dem reinigenden Nass vollsaugen, um mit dem Oberkörper und den Armen weiterzumachen. Das Glutwasser färbt sich allmählich dunkler. Kein Wunder, das ist der Staub der Reise.

Ich schütte die alte Flüssigkeit aus und fülle neue hinein, lasse erneut den warmen Lappen über meinen Körper gleiten. Nun fehlt bloß der Rücken. An den ich allerdings schlecht herankomme. Ich versuche es trotzdem. Doch egal, wie ich mich verrenke, es klappt nicht. Und einen Diener habe ich hier natürlich nicht. Bleibt nur eine Möglichkeit, wenn ich nicht stinken will wie ein Otter.

»Tilaya, könntest du mir bitte helfen?«

»Beim … Baden?« Ich höre ihr Entsetzen.

»Nein, beim Waschen. Ich komme nicht an meinen Rücken. Es wäre nett, wenn du das übernehmen könntest. Und keine Sorge, ich bin nicht nackt.«

Ein kurzes Zögern. Dann höre ich leise Schritte. Im Spiegel sehe ich, wie sie ins Bad kommt. Ihr Blick fällt auf meinen Rücken, der ebenso von Brandnarben gezeichnet ist wie der Rest des Körpers. Kein schöner Anblick, das weiß ich selbst nur zu gut. Zu viele Frauen sind schon zusammengezuckt, nachdem ich mich ausgezogen habe. Doch ihr Gesichtsausdruck verändert sich kaum. Sie wirkt nachdenklich. Aber weder angeekelt noch abgestoßen.

Schweigend reiche ich ihr den Waschlappen, der mit dem Flüssigfeuer vollgesogen ist. Unsere Finger berühren sich und es durchläuft mich wie ein Schock. Mein Herzschlag setzt einen Moment aus, rast danach wie ein Funkenläufer im Endspurt. Warum reagiere ich bloß so auf sie?

Es darf nicht sein. Ich muss ihr beibringen, sich zu fokussieren. Ihre Kraft und sich selbst zu kontrollieren. Gefühle sind dabei alles andere als förderlich, das weiß ich aus Erfahrung. Aber obwohl ich all das weiß, ändert es nichts daran, dass ich in Flammen stehe, wenn sie mich so berührt. Ihre Haut auf meiner fühlt sich an wie etwas Vertrautes. Als hätte mein innerer Funke auf sie gewartet. Als wäre ihre Berührung keine Schwäche, sondern der Teil von mir, den ich zu lange verdrängt habe.

Sie drückt den Lappen gegen meinen Rücken und es kommt mir fast so vor, als spüre ich ihre schlanken Finger auf meiner Haut. Die Wärme sickert tiefer, als sie sollte. Tilaya fährt sacht mit dem feuchten Stoff über meine verspannten Schultern. Mein ganzer Körper gerät in Vibrationen. Ich kralle meine Finger um das eiserne Gestell, in dem die Schale steckt. Aber die Kälte des Metalls reicht nicht, um das Feuer in mir zu löschen.

Plötzlich fühle ich ihre andere Hand auf meiner Haut. Sie streicht mit der Kuppe des Daumens sanft über das vernarbte Schulterblatt. »Woher hast du diese Wunden? Hattest du einen Unfall?«

Ich sauge scharf die Luft ein. Diese Berührung. Diese warme Anteilnahme. Das ist zu viel für mich. Ich umklammere das Gestell so fest, bis das Weiß meiner Fingerknöchel hervortritt. Ich senke den Kopf, konzentriere mich auf mich selbst. Beiße die Zähne zusammen. »Nein«, stoße ich gepresst hervor. »Es ist eine Art … Krankheit. Es liegt an dem Feuer, das durch meinen Körper fließt.« Das kommt meiner Bürde nahe genug. Mehr darf sie nicht wissen.

»Tut es weh?«

Erstaunt hebe ich den Kopf und unsere Blicke treffen sich im Spiegel. Das ist also die Anteilnahme? Nicht wegen der Absonderlichkeit, sondern weil sie denkt, ich habe Schmerzen? Gegen meinen Willen lächle ich sie an. »Nein, das tut es nicht. Zumindest meistens nicht. Es ist nur da.«

Sie nimmt den Lappen weg und streicht mit der flachen Hand meinen Rücken entlang. Ihre Fingerspitzen gleiten über narbige ebenso wie über unversehrte Haut, sie unterscheiden nicht dazwischen. Tilayas Hand löst sich von meinem Rücken und ich hätte fast geseufzt. Erneut taucht sie den Waschlappen in die Flüssigkeit, geht damit ebenso sanft über meinen Körper wie zuvor mit ihren Fingern.

»Irgendwie passt diese Eigenheit zu dir. Sie macht dich zu etwas Besonderem. Einem kleinen Kunstwerk. Geschaffen von dem Element dieser Welt.« Ihre Stimme klingt weich, während sie mit dem feuchten Tuch über meine Haut streicht.

Ich erstarre beinahe bei diesen Worten. Dieses tiefe Verständnis für das Wesen des Feuers haut mich genauso um wie die Bedeutung, die sie meinen Narben fast beiläufig verleiht. Ein Kunstwerk bin ich für sie. Nicht entstellt. Nicht beschädigt. Sondern erschaffen. Gezeichnet von der Glut, die ich manchmal verflucht habe.

Wie wenig ich mich selbst so sehe. Wenn sie nur wüsste, welche Wahrheit ich verberge!

 

[Buchvorstellung einmal anders] Elemental Souls - Fire von Ava Cooper


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Tilly und Alyanon aus „Element Souls – Fire“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Alyanon (nickt Claudia knapp zu): Wir wurden nicht gefragt.
Tilly (schüttelt den Kopf): Ignoriere das Grummelchen. Wir freuen uns sehr darüber!
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Tilly (redet, bevor Alyanon den Mund aufmachen kann): Sehr gerne. Ich bin Tilly, Protagonistin des Buchs „Elemental Souls – Fire“. Ich wollte eigentlich in Singapur ein Umweltprojekt abschließen – eine ziemlich wichtige Sache für mich, übrigens – als dieser Typ hier aufgetaucht ist und mich beschimpft hat.
Alyanon (runzelt grimmig die Stirn): Naja, du warst ja anfangs auch nicht gerade sehr auf Zack. Ich sage dir, dass die Welt dich braucht, damit sie nicht untergeht, und du hast nichts Besseres zu tun, als nach einem Drogentest zu brüllen.
Tilly: Was hätte ich denn sonst machen sollen – die Hacken zusammenschlagen und salutieren?
Alyanon (grinst spöttisch): Mir hätte das gefallen.
Tilly (schüttelt den Kopf): War ja klar.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Tilly: Wie gesagt, die Story beginnt in Singapur, aber dort bleiben wir nicht besonders lange. Ziemlich bald landen wir in der Feuerdimension, weil ich als Erwählte des Feuers einen uralten Splitter an seinen Bestimmungsort bringen soll. Was man halt so macht, wenn man sich langweilt. Nicht. (Sie grinst Alyanon an.) Und dann bekommt man so einen Typen zur Seite gestellt. Unfreundlich, wortkarg und niemals zufrieden.
Alyanon (verschränkt die Arme vor der Brust und sieht sie böse an): Ich habe nun einmal gewisse Ansprüche … Außerdem könntest du ruhig erwähnen, dass ich dir mehrfach das Leben rette …
Tilly (hebt eine Augenbraue an): Und ich deins – aber wer zählt schon mit? Jedenfalls muss ich lernen, meine Magie zu beherrschen, während wir uns durch eine ziemlich gefährliche Welt schlagen. Dabei bekomme ich zunehmend den Verdacht, dass mein grummeliger Begleiter mir etwas verschweigt. Und das ist echt beschissen.
Alyanons Blick wird noch dunkler: Vielleicht hatte ich meine Gründe.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß, euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Alyanon (stößt einen tiefen Seufzer aus): Gegen mich muss sie definitiv etwas haben, hätte sie mich sonst mit einer Elementseele wie Tilly gestraft? Dickköpfig, hitzig und sie hat von nichts Ahnung. Alles muss ich ihr zeigen. Und die Zeit rast.
Tilly (piekst ihn in die Seite): Wenn du das anständig gemacht hättest, wäre sicher alles besser gelaufen. Aber es stimmt schon, Ava kann schon ganz schön fies sein. Da sind zwei Szenen in dem Buch, die beinahe mein Herz gebrochen hätten …
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Tilly (wackelt mit den Augenbrauen): Also, ich mag die Szene sehr, wo ich Alyanon das erste Mal richtig Paroli biete:
Er schnaubt. »Mädchen, das ist keine Illusion, sondern die Realität dieser Welt, die noch ungefähr sechs Wochen hat. Wenn du ihre letzte Rettung bist, sehe ich schwarz.«
Ohnmächtiger Zorn packt mich. Was fällt diesem Arschloch nur ein? Wie kann er mich nur so von oben herab behandeln – wo ich noch nicht einmal weiß, was er hier will? Mit einem Schrei stürze ich mich auf ihn und schubse ihn von mir weg. In meiner Wut ist es mir total egal, dass er größer ist als ich. Ich springe ihn an wie eine angreifende Löwin. Und er bewegt sich einen halben Schritt zurück.
»Du hast mir nichts zu sagen, Alyanon Valanthor! Du hast meinen Befehlen zu gehorchen und nicht umgekehrt.« Hä? Was rede ich denn da? Und woher kenne ich seinen Nachnamen?
Alyanon: Da hat sie sich endlich bei dir gezeigt – die hitzige Natur des Feuers. (Er lächelt erstaunlich weich.) Uns Anfangsgeplänkel fand ich auch sehr amüsant. Ich erinnere mich besonders an den Moment, an dem ich gemerkt habe, dass sie mich anders sieht als andere Frauen. Als wir auf dem Markt sind und ich einen Umhang anprobiert habe.
Sie tritt einen Schritt näher. Ernst schaut sie an mir auf und ab, sieht mir zum Schluss direkt ins Gesicht. Das ist mir wegen meiner Narben unangenehm, da ihre Haut absolut makellos ist. Aber sie scheint meine Abscheulichkeit nicht zu bemerken, vielmehr lächelt sie. »Er steht dir gut. Das Grün passt hervorragend zu deinen bernsteinfarbenen Augen. Der Kontrast lässt dich sehr markant aussehen.«
Verwirrt sehe ich sie an. Benutzt sie wirklich das Wort markant für mein Gesicht? Ich schaue in den Spiegel, doch ich erkenne nur unschöne Narben. Die Zeiten, in der meine Züge die Frauen und mich erfreut haben, sind lange vorbei. Wut erfasst mich wegen dieses Schicksals.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Alyanon (grinst): Ich bin das, was sie gerne wäre: stark, klug und unerschrocken.
Tilly (rollt mit den Augen): Vergiss nicht bescheiden … Also ehrlich, hätte sie sich keinen netteren Typen ausdenken können?
Alyanon: Das wäre dir viel zu langweilig geworden.
Tilly (muss schmunzeln): Vielleicht … Also, ich denke, ich habe schon ein paar von Avas Seiten: Impulsiv und dickköpfig können wir nämlich beide sein. Außerdem haben wir beide rote Haare. Allerdings hat Ava es nicht so sehr mit den Naturwissenschaften wie ich. Und sie wäre sicher nicht so geduldig wie ich mit Alyanon.
Alyanon (verschluckt sich fast vor Lachen): Ja, klar – du und geduldig.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Alyanon: Wie Tilly in nett.
Tilly (verengt de Augen): Sehr reizend, danke. Ich denke, Ava ist eine Autorin, die besonders gerne dramatische Szenen schreibt – und brutale Prüfungen. Das ist wirklich schrecklich, denn dabei kann sie ziemlich kreativ sein. (Sie erschauert)
Alyanon (zieht sie an sich und haucht ihr einen Kuss auf die Haare): Allerdings schreibt sie auch gerne Liebesszenen. Das ist ein guter Ausgleich, oder?
Tilly (schmiegt sich an ihn): Das stimmt.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Tilly: Der entstand relativ schnell im Team; das Buch ist ja Teil einer 5-bändigen Reihe. Die Autorinnen wollten einen Titel haben, der die Verbundenheit ihrer Protagonistinnen – also von uns – zu ihrem jeweiligen Element verdeutlicht. Das erfüllt „Elemental Souls“. So wurden wir zu Elementseelen und unsere Begleiter heißen Elementwesen oder auch Elementare.
Alyanon (zwinkert ihr zu): Und wenn Tilly gut drauf ist, nennt sie mich Feuerherz.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Alyanon: Es ist okay.
Tilly (schnaubt): Von wegen okay. Hey, schau dir doch mal diese wundervollen Farben und diesen Farbschnitt an. Und den tollen Funkenregen. Das Cover ist ein absoluter Traum.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Tilly: Ich mag diesen Spruch besonders: »Sei das Ende meiner Welt! Oder ihr Beginn. Anfang oder Ende. Wer kann das schon sagen?« Meine Welt wird morgen sowieso enden. Und ich will zumindest heute glücklich sein – weil er mich glücklich macht.
Alyanon (streicht über ihre Wange): Ich bin lieber dein Anfang als dein Ende. Aber manchmal kann man sich das nicht aussuchen. Mir gefällt diese Aussage besonders – weil sie bei meinem Volk eine besondere Bedeutung hat: »Das Feuerherz schlägt nur für dich. Wenn du es haben willst, schenke ich es dir.«
Danke für das Gespräch

Mittwoch, 30. September 2026

[Reiheninterview] Der Mond von Yazahaan von Johanna Brenne

 

 


Reiheninterview

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Johanna Brenne, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich die darauf enthaltenen Bücher. Es sind genau die um das es heute gehen soll. „Der Mond von Yazahaan I - Problem 73“ und „Der Mond von Yazahaan II - Casdans Traum“ von Johanna Brenne. Ich beginne ein wenig in beiden Büchern zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich feine Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen.« »Interview einfach uns, deshalb sind wir ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über die Bücher? Vermutlich die Bücher selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Y1: Hallo! Wir reden unglaublich gerne mit Lesern. Y2: Das stimmt!
Könnt ihr euch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Y1: Wir handeln von einem jungen Wissenschaftler, der seinem Traum nachjagt. Es scheint, als könnte er ihn erfüllen, aber dann erfährt er Dinge … Y2: Genau. Dinge, die ihn seine Welt kritischer betrachten lassen. Du hast vergessen zu erwähnen, dass es eine fiktive Welt ist, die aber unserer sehr ähnlich ist! Y1: Hätte ich ja noch, wenn du mich nicht unterbrochen hättest! Jedenfalls muss er sich entscheiden, was ihm wichtiger ist: sein Traum oder … Y2: … seine Ideale.
In eurem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in euch enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Y1: Also ich finde, unsere Autorin macht es den Figuren nicht leicht. Ein paar Infos bekommt der arme Protagonist ganz schön spät. Y2: Stimmt, aber hätte er früher etwas damit anfangen können? Ich meine, hätte ihn das alles nicht zu sehr verwirrt? Y1: Ach, du musst mir immer widersprechen. Johanna lässt Casdan manchmal ziemlich zappeln. Y2: Aber er macht sich doch ganz gut in diese Situationen. Ohne Anstrengung keine Belohnung, oder? Y1: Da hast du schon recht.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Y1: Ich mag es sehr, wie am Anfang die Beziehung zwischen Casdan und seinem Großvater dargestellt wird. Und das Geplänkel der Wissenschaftler aus … Y2: Psst! Nicht spoilern! Y1: Oh, stimmt. Y2: Ich mag die Astronautenzeremonie sehr gerne. Y1: Das ist auch ein Spoiler! Y2: Ist es nicht. Ich sage ja nicht, wer und wann und wie.
Wisst ihr wie viel Johanna tatsächlich in euch oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Y1: Schwere Frage. Sie verrät nicht viel über sich. Aber ich hab beobachtet, dass sie auch nicht gerne fremde Leute anruft, genau wie Casdan. Y2: Sie liebt Bücher, wie Fossi! Und sie hat es nicht so mit Autorität, glaube ich. Wie Fossi und wie … Y1: Stopp! Nicht verraten. Y2: Ups.
Wie würdet ihr oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Y1: Sie liebt Geschichten. Und für sie sind die real. Y2: Deshalb kann sie auch manche Bücher nicht lesen, weil die zu schrecklich sind. Y1: Und Filme nicht anschauen, da ist es noch schlimmer. Y1: Sie ist sehr ehrlich und loyal. Vertrauensbruch geht gar nicht. Y2: Und sie macht sich dauernd Gedanken, ob sie alles richtig macht. Ob sie einen Fehler gemacht oder übersehen hat. Y1: Ja! Deshalb hat sich uns auch so oft durchgelesen. Immer wieder hat sie noch was gefunden. Y2: So einen fehlenden Punkt oder so. Y1: Sie ist ein bisschen verkopft. Deshalb ist es gut, dass sie so gerne draußen ist. Y2: Wie Casdan. Der braucht auch manchmal was Grünes. Y1: Und sie wird richtig böse, wenn jemand ungerecht behandelt wird. Da möchte man ihr nicht in die Quere kommen. Y2: Besser nicht.
Wie seid ihr eigentlich zu den Titeln gekommen? Standen die schon im Vorfeld fest oder haben sie sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr viel Mitspracherecht?
Y1: Eigentlich gab es ursprünglich nur einen „Der Mond von Yazahaan“. Wir waren ein einzelnes Buch. Y2: Aber dann hat die Verlegerin gemeint, wir wären zu lang. Also musste Johanna uns teilen. Y1: Um die Untertitel gab es dann ein hin und her zwischen uns und ihr. Meinen Untertitel „Problem 73“ hat sie zwei Mal geändert. Das war ursprünglich ein Abschnitts-Titel. Y2: Ich hätte zwischendurch fast „Die Rakete“ geheißen. Aber das war dann zu einfallslos, fand ich. „Casdans Traum“ klingt besser! Das hat sie dann auch eingesehen.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit eurem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Y1 & Y2 im Chor: Die Cover sind toll! Y1: Wenn man die Geschichte gelesen hat, weiß man, dass eine gezeichnete Rakete darin ein paar Mal vorkommt. Y2: Nicht als sehr wichtiges Element, aber als ein schönes Detail. Es zeigt, wie sehr Casdan die Rakete immer schon geliebt hat.
Zum Abschluss würden mich noch eure Lieblingszitate aus dem Buch interessieren.
Y1: „Sie wird fliegen.“ Y2: Das mag ich auch. Und: „Ich glaube fest daran, dass man immer eine Wahl hat.“
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz den Büchern »Danke, für eure Geduld und Antworten« zuzuflüstern.

Dann vertiefe ich mich wieder in die Bücher.

[Autoreninterview] Johanna Brenne


Autoreninterview
Johanna Brenne

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hallo, ich bin Johanna und schreibe in den phantastischen Genres: Science-Fiction, Fantasy, Dystopie und den ganzen Mix dazwischen. Dabei liebe ich es, eigene Welten zu bauen. Meine Charaktere sind keine klassischen Helden, sondern ein bisschen anders. Verletzlich, unkonventionell. Aber wenn es sein muss, setzen sie sich für das ein, das ihnen wichtig ist.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich hatte schon immer Geschichten im Kopf. Sobald ich scheiben konnte, habe ich versucht, sie auf Papier zu bringen. Am Anfang in meiner schrecklichen Handschrift, irgendwann dann mit einer Schreibmaschine, später am Computer.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Von mir gibt es erstens Kurzgeschichten aus allen Bereichen der Phantastik (in Antholgoien erschienen), zweitens meine Roman-Dilogie „Der Mond von Yazahaan“. Teil 1, „Problem 73“ ist im April 2026 erschienen, Teil 2 „Casdans Traum“, im September 2026. „Der Mond von Yazahaan“ ist dystopische Science-Fiction mit Schwerpunkt auf den Figuren und den Geheimnissen, nicht auf Technik.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich überarbeite gerade einen Jugendroman mit Zielgruppe „Mädchen ab 12“. Der Roman spielt auch auf einer fiktiven Welt. Auch hier wird es eine Menge Geheimnisse geben.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Lesen, in der Natur sein (Gartenarbeit oder Spazieren/Wandern), mit meiner Familie oder Freunden zusammen sein.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich liebe alles von Terry Pratchett, habe aber via Instagram auch viele tolle Bücher von Self-Publishern und kleinen Verlagen gefunden.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich tippe am liebsten ganz klassisch am Schreibtisch am Computer. Wenn ich brainstorme oder über meine Figuren nachdenke, gerne auf dem Boden mit riesigen Flipchart-Bögen. Oder im Garten mit einem kleinen Notizbuch.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich hab keine ganz feste Struktur, aber schreiben kann ich am besten am Vormittag oder frühen Nachmittag. Später ist sind dann eher Notizen dran, Recherche oder Schreibbücher-Lesen. Aber momentan ändert sich gerade im familiären Bereich einiges, vielleicht ändert sich dann auch mein Schreib-Rhythmus?
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich liebe Phantastik, sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen. Zur Zeit lese ich viel Urban Fantasy. Beim Schreiben ist es eher eine Art Science-Fiction ohne viel Technik oder Fantasy ohne Magie … Allerdings habe ich auch schon Kurzgeschichten mit Magie drin geschrieben.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst?
Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt? Ich liebe einen Satz aus Terry Pratchetts „Wintersmith“: „This I choose to do.“ Und in „Der Mond von Yazahaan“ sagt jemand: „Zeit, etwas Neues zu träumen.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Das ist schwer. Ich wohne seit längerer Zeit in den Niederlanden, und das auch gerne, aber es zieht mich in mein Heimatland Österreich zurück. Ich liebe die Natur dort sehr.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um? 
Ich hoffe, dass ich mit Kritik umgehen kann. Aber leicht ist das natürlich nie. Ich glaube, es hängt davon ab, wie sie formuliert wird. Konstruktive, respektvolle Kritik versuche ich als Chance zu sehen. – Und wenn es mein Schreiben betrifft: Da gibt es natürlich immer noch viel zu verbessern, insofern sehe ich Kritik als Hilfe auf meinem Weg.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Gerade als Anfänger im Veröffentlichungsprozess bin ich unglaublich dankbar für die professionelle Hilfe an meiner Seite. Falls es sich später auf meinem Weg anbietet, eine Geschichte im Selfpublishing zu veröffentlichen, könnte ich mir das inzwischen aber auch vorstellen. Wenn ich bis dahin genug gelernt habe. ;-)
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Seid anders. Seid ihr selbst. Und steht zu euren Träumen.

Dienstag, 29. September 2026

[Buchvorstellung einmal anders]Bellena - Tobys Geschichte - Wenn Licht die Dunkelheit berührt von Nicole Kwiatkowski


Buchvorstellung einmal anders

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Nicole Kwiatkowski, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.


Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Bellena – Tobys Geschichte – Wenn Licht die Dunkelheit berührt“ von Nicole Kwiatkowski. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen. Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«


Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊


Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.

„Sehr gern. Du sollst schließlich nicht umsonst hier herum sitzen.“
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
„Meine Geschichte handelt von Toby, einem verwaisten Engel, der durch einen Zufall auf seinen totgeglaubten Vater trifft. Doch er ist nicht irgendwer und ich Beziehung zueinander, darf weiterhin nur im stillen stattfinden. Toby erträgt dies nicht länger und begeht eine folgenschwere Entscheidung, die einen Stein ins Rollen bringt, der nicht nur sein Leben auf den Kopf stellt, sondern einen uralten Kampf, zwischen Himmel und Hölle erneut entfacht.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
„Ich würde sagen, dass es bei Nicole stark von ihrer Stimmung abhängig ist. Aber die leichten, humorvollen Stellen liegen ihr am meisten."
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
"Meine Lieblingsstelle ist der Spaziergang von Toby mit Bellena. Sein Vater hat da etwas Langeweile und naja ... Er versteht sich, auf besonders humorvolle Weise, sich in Gespräche einzumischen."
Weißt du wie viel Nicole tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
„In jedem Charakter ein wenig. "Zum einen ist es der Humor, beim nächsten ihr Sinn für Gerechtigkeit, beim anderen wieder ihr Ehrgeiz.“
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
„Sie kann manchmal echt witzig sein, aber auch schnell genervt, wenn die Charaktere mal wieder aus der Reihe tanzen wollen. Außerdem ist sie sehr ehrgeizig. Wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, zieht sie es auch durch.“
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
"Es standen mehrere Titel zur Auswahl. Über Instagram gab es dann eine Abstimmung."
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
"Ich liebe das Cover und würde nichts daran ändern. Ich bin schon auf den 2. Teil gespannt. Ich habe bereits eine Vorstellung, wie es aussehen könnte."
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren. 
"Ich bin gefallen, weil ich liebte. Ich bin gefallen, weil ich geliebt werden wollte. Ich bin gefallen, weil ich frei sein wollte."
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.

Dann vertiefe ich mich wieder in das Buch.

Montag, 28. September 2026

[Coverinterview] Schattenrabe von Luzi Morgenstern

 

 
Coverinterview „Schattenrabe“

Heute habe ich Luzi Morgenstern zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihren neuen Covern beantworten.

Wann kamen die Cover? Vor oder nach dem Titel?
Tatsächlich kam der Titel quasi gleichzeitig mit dem Cover. Ich habe stundenlang Premade-Cover durchforstet und mir dabei vorgestellt, wie ein Titel aussehen könnte. Mich hat allerdings nichts 100% überzeugt, daher habe ich dann selbst gebastelt und mit den ersten Versuchen ploppte plötzlich der Titel in meinem Kopf auf.
Warum haben das Print und das E-Books unterschiedliche Cover bekommen?
Das ist jetzt vielleicht mein persönlicher Spleen, aber ich mag schlichte ebook-Cover (mit hübschen Männern hust), aber lieber neutralere Prints. Daher habe ich mich bei Schattenrabe dafür entschieden, dass aufs ebook ein hübscher Mann soll und das Print neutraler aussehen soll, aber auch hübsch im Regal. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist (und dass nicht nur ich das so sehe, haha)
Hattest du schon eine genaue Vorstellung von den Covern, was sich darauf befinden sollte?
Dass ein Rabe auf dem Print oben sein muss, stand für mich von Anfang an fest. Dahingehend habe ich auch die Premades durchforstet. Als ich beschlossen habe, es selbst zu gestalten, war für mich auch der Vollmond schnell klar. Der Rest hat sich in gefühlt eintausend Überarbeitungen ergeben.
Beim ebook wusste ich auch schnell, was ich wollte – als ich das entsprechende Foto gefunden hatte, wusste ich auf den ersten Blick, dass es das wird. Ein Nackedei hätte nicht zur Story gepasst :D Es wird zwar durchaus spicy, aber die Story ist so viel mehr aus das.
Welche Bedeutung haben für dich der Mond, der Rabe bzw. auf dem anderen Cover der Mann, dessen Augen wir nicht sehen?
Der Rabe ist ein wiederkehrendes Thema im Buch. Daher war es mir wichtig, ihn am Cover abzubilden. Der Mond steht einerseits für die Nacht, aber auch für das Mysteriöse, Mystische, Geheimnisvolle. Das fängt in meinen Augen die Stimmung des Buches perfekt ein.
Der Mann am ebook-Cover: Für mich repräsentiert er einerseits die Adeligen, um die sich das Buch drehen (I mean, habt ihr sein Halstuch gesehen?!), aber andererseits fängt es meiner Meinung nach die Stimmung des Buches ein: ein wenig mysteriös und gefährlich, aber es knistert auch. Sein halbes Gesicht fehlt, weil ich möchte auch der Fantasie der Lesery etwas überlassen. Stellt euch die Charaktere so vor, wie ihr sie fühlt. Lasst eurem Kopfkino seinen Lauf.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit deinen Covern ausdrücken?
Ich wollte mit den Covern einerseits eine Stimmung transportieren: das Mysteriöse, Mystische; und andererseits sollte man gleich erkennen, dass es sich um ein Fantasy-Buch handelt, ohne klischeehaft die „typischen“ Cover zu reproduzieren (schaut mal, wie oft auf Romantasy-Covern z.B. Schwerter und Rosen sind... :D )
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt?
»Monster lauern nicht nur in den Schatten.«
Bist du nun zu 100% zufrieden mit deinen Covern oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?
Ich bin absolut zufrieden und überrascht, wie gut sie mir gelungen sind. Ich bin ja alles andere als ein Profi, was das betrifft… 😊 ich hoffe, meine Leserschaft empfindet das auch so.
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊
Sehr gerne, vielen Dank für deine Zeit 💜

Sonntag, 27. September 2026

[Schnipseltime] Please Me - Nimm mich - und ich vergesse, wer ich bin. von Johanna Maria K.


 

Matteo grüßt mich nicht, als ich das Büro betrete. Er sieht nicht einmal zu mir hoch und doch weiß ich, dass er jeden meiner Schritte verfolgt. Erst als ich direkt vor ihm stehe und ihm den Briefumschlag hinhalte, kann er mich nicht mehr ignorieren.

    »Was ist das? Deine schriftliche Entschuldigung?« Er greift nach dem Brief, seine rechte Augenbraue hebt sich leicht. Er will vermutlich witzig sein, aber ich bin zu wütend, um darauf einzugehen.

     »Meine Kündigung.« Meine Stimme klingt selbst für mich erstaunlich fest. Ich bin mir sicher in meiner Entscheidung, und doch hatte ich auf dem Weg hierher gezweifelt, ob ich das – direkt in seine Augen blickend – auch umsetzen kann. Ich weiß nur zu gut, wie stark sein Einfluss auf mich ist. Aber hier stehe ich: selbstbewusst und entschlossen. Matteo sieht mich für den Bruchteil einer Sekunde an, als würde ein Geist vor ihm schweben, doch sein Gesichtsausdruck versteinert so schnell, dass ich mir diese Verwirrung seinerseits auch nur eingebildet haben könnte. Das provokante Grinsen, das seine Lippen nun umspielt, ist allerdings definitiv keine Einbildung.

    »In dem Fall kannst du das Schreiben behalten. Du wirst nicht kündigen.«  Er hält mir den ungeöffneten Umschlag wieder hin.

    »Ich habe das Recht zu kündigen. Ich werde nicht mehr für dich arbeiten. Ich werde dir nicht noch einmal helfen, einen Schuldigen zu decken.«

    »Deine Moralvorstellungen. Verstehe.« Er nickt, aber in seinen Augen blitzt es. Kein Verständnis. Nur Spott. »Glaubst du, du kommst dafür in die Hölle?« Ich sage nichts. »In der Hölle ist es wenigstens heiß… Jule.«

    »Hör auf, mich Jule zu nennen.« Ich hasse es. Ich hasse, wie er diesen Namen sagt. Wie er in mir ins Ohr haucht, wenn er eindeutige Absichten hat.  

    »Diese Jule gefällt mir aber viel besser als dieser Moralzwerg Julia.« Er lehnt sich zurück, zufrieden mit sich selbst. Als hätte er das letzte Wort gesprochen. Er könnte es mir gar nicht leichter machen, diese Tür hinter mir zuzuziehen und für immer zu verschwinden. Gerade verabscheue ich ihn zutiefst.

    »Ich werde nicht mehr für dich arbeiten.« Mit einem entschlossenen Ruck schmettere ich den Brief auf seinen Schreibtisch.

    »Dann schuldest du mir 25.000 Euro.«

    »Was?« Ich halte inne. Mitten im Schritt drehe ich mich ihm wieder zu.

    »Du bist gut, keine Frage. Aber nicht so gut, dass ich dir 25.000 Euro für vier Wochen zahle.« Sein Grinsen ist verschwunden und durch eine Maske aus Arroganz und Berechnung ersetzt.

    »Du weißt genau, dass ich das Geld in die Behandlung meiner Mutter investiert habe.«

    »Wo wir wieder am Anfang wären: Du kündigst nicht.« Matteo lehnt sich vor, stützt das Kinn auf die gefalteten Hände und mustert mich. »Ist sonst noch was?« Ich kann mich nicht bewegen. Wie versteinert stehe ich vor seinem Schreibtisch, starre ihn an und weiß nicht, ob ich vor Wut schreien oder vor Verzweiflung weinen will.

    »Du kannst mich doch nicht zwingen, für dich zu arbeiten.« Von meiner selbstsicheren Haltung ist nichts mehr übrig. Meine Stimme ist nur noch ein schwaches Flüstern.

    »Das tue ich nicht. Ich habe dir einen rechtlich sauberen Deal angeboten. Du hast deinen Vertrag doch gelesen, oder?« Ja. Ja, das hatte ich.

    »Das ist ein Deal, den ich mir nicht leisten kann.«

    »Nicht mein Problem.« Er zuckt mit den Schultern, als ginge es um die Auswahl eines Kaffees. »Es ist ganz einfach, Jule: Solange du nicht zahlen kannst, arbeitest du deine Schuld ab. Ein Jahr. Das hast du unterschrieben.« Matteo hat recht. So stand es im Vertrag. Ich habe zugestimmt. Ich habe genau das unterzeichnet. Ich hatte es verdrängt oder gehofft, dass er mich dennoch gehen lässt.

    »Das kannst du nicht tun.« Ich weiß nicht einmal mehr, ob ich zu ihm spreche oder zu mir selbst. Matteo antwortet dennoch.

    »Ich kann alles tun. Glaub mir.« Er nimmt den Brief, reißt ihn, ohne mit der Wimper zu zucken, in zwei Hälften und wirft ihn in den Papierkorb.