
Protagonistensteckbrief
Überall das Christentum durchsetzen und sein Reich einen.
Seine härtesten Gegner sind die Sachsen, die sich seinem Willen und dem Glauben widersetzen.





Hallo liebe Claudia, das machen wir doch gerne. Warum? Weil es immer wieder Spaß sich von dir interviewen zu lassen.Es wäre toll, wenn du dich meinen Lesern vorstellen würdest, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.Ich bin Kriminalhauptkommissar Martin Rebmann und leite ein Ermittlerteam. Unsere Fälle, mit denen wir uns beschäftigen, spielen in Mannheim, dem Geburtsort von Carola - also unserer Autorin.Mord ist mein Alltag auch wenn man sich nie wirklich daran gewöhnt.Ich bin keiner, der viele Worte macht. Ich verlasse mich nicht nur auf Fakten, sondern auch auf mein Bauchgefühl. Wenn ich eine Spur habe, lasse ich nicht locker – selbst dann nicht, wenn es gefährlich wird.Mein Beruf fordert seinen Preis. Die Dinge, die ich gesehen habe, verschwinden nicht einfach, wenn der Arbeitstag endet. Und auch meine eigene Vergangenheit trägt dazu bei, dass ich manche Fälle vielleicht persönlicher nehme, als ich sollte.Trotz allem glaube ich daran, dass jedes Opfer Gerechtigkeit verdient. Solange ich meine Dienstmarke trage, werde ich alles daransetzen, denjenigen zu finden, der anderen das Leben nimmt – ganz gleich, wie hoch der Preis dafür ist.
Stirb, alter Mann ist ein packender Psychokrimi über die zerstörerische Macht von Kindheitstraumata und den schmalen Grat zwischen Opfer und Täter. Als ein Serienmörder gezielt alte Männer tötet, gerate ich (Kommissar Martin Rebmann) in einen Wettlauf gegen die Zeit. Während die Zahl der Opfer steigt, werde ich von den Schatten meiner eigenen Vergangenheit eingeholt.Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen? Hat er dich richtig eingeschätzt?
Ohne Frage und eindeutig gefallen Carola die düsteren Augenblicke und die Mordszenen. Ich sehe sie wie sie mit geschlossenen Augen ganz vertieft den Mord ausführt und ihre Finger währenddessen über die Tasten fliegen. Dann ist sie ganz in ihrem Element und es wird … grausam.Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Was glaubst du, wie viel Carola steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?Carola meldet sich zu Wort: Oh da gibt es einige, aber die Szene in der Martin mit seinem Chef über die Notwendigkeit der Spurensicherung für die Kirche diskutiert. Und welche Szene gefällt dir Martin?Der Schluss. Auf Martins Gesicht zeichnet sich ein verschmitztes Lächeln ab.
Ein bisschen von Carola steckt sicherlich in jeder ihrer Geschichten. Nicht eins zu eins, aber Erfahrungen, Gedanken und Beobachtungen fließen immer mit ein. Die Figur Tinker trägt, wenn auch stark überzeichnet, Züge ihrer Tochter. Außerdem weiß ich, dass Carolas Mutter 1939 geboren wurde und in der Nachkriegszeit unter schwierigen Bedingungen aufgewachsen ist.Hat er alles gefunden oder gibt es da noch etwas verstecktes?
Für mich ist es schwer mich in einem Krimi zu finden. Aber die Erzählungen meiner Mutter über ihre harte Kindheit, mit Schlägen in der Schule und zuhause habe ich mit einfließen lassen.Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?Meine Autorin? Sie hat die unangenehme Angewohnheit, mich ständig in Schwierigkeiten zu bringen. Kaum habe ich einen Fall gelöst, wartet schon der nächste auf mich – und der ist garantiert noch persönlicher und gefährlicher als der letzte.Manchmal würde ich mir wünschen, sie wäre etwas gnädiger mit mir. Andererseits weiß ich, dass sie ihren Charakteren eine Vergangenheit, die sie prägt, und Entscheidungen, die nicht immer leicht sind. Und gerade diese schweren Momente einen Menschen ausmachen, mich mit eingeschlossen.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?Der Titel stand tatsächlich schon sehr früh fest. Stirb, alter Mann war von Anfang an der Arbeitstitel und ist es bis zum fertigen Buch geblieben. Mitspracherecht? Sagen wir so: Meine Autorin hört mir nur selten zu.Allerdings musste ich mich in Geduld üben. Das Manuskript lag fast drei Jahre in einer digitalen Schublade, weil Carola in dieser Zeit selbst eine schweren Schicksalsschlag zu bewältigen hatte. Dagegen war mein Dasein zwischen Bits und Bytes wirklich das kleinere Problem. Natürlich wäre ich lieber früher auf Verbrecherjagd gegangen, aber manche Dinge im Leben sind wichtiger als ein Buch. Umso mehr freut es mich, dass unsere Geschichte jetzt endlich erzählt und in die Welt getragen kann.
Was ist jeweils euer Lieblingszitat aus dem Buch?Das Cover hat mich von Anfang an beeindruckt. Es stammt von art.and.design und war sofort das Richtige für unsere mörderische Geschichte. Es fängt die Stimmung des Buches perfekt ein und hat genau die Wirkung, die ein Krimi-Cover haben sollte: Es fällt auf und macht neugierig.Besonders gelungen finde ich, dass sich das Design auch auf die folgenden Bände und sogar auf den Kurzkrimi Weil du schön bist, musst du sterben übertragen lässt. Das grelle Grün ist ein echter Blickfang: ungewöhnlich, kraftvoll und unverwechselbar.Wir hoffen beide, dass das Cover genauso viele Leserinnen und Leser erreicht, wie die Geschichte verdient hat.
Danke für das Gespräch.Carola: „Du kommst zu spät!“ Die Stimme seines Vaters krächzte, als ob ihm jemand brutal die Kehle zudrücken würde.“Martin: „Es dauerte Sekunden, bis ein greller Aufschrei das Kirchenschiff füllte.“
Danke, dass ich bei diesem Interview dabei sein durfte. Es war schön, einmal nicht nur als Kommissar und Ermittler gesehen zu werden, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und zu erfahren, wie viel Arbeit, Herzblut und Leidenschaft Carola in dieses Buch und in alles, was dazugehört, steckt. Es ist viel mehr, als man auf den ersten Blick sieht – und ich freue mich, dass ich ein Teil davon sein darf.Danke Claudia, dass du uns zu diesem Interview eingeladen hast. Ja auch dieses ist Arbeit, aber eine sehr angenehme. 😃
Ich bin in einem kleinen Dorf im Erzgebirge aufgewachsen. Ich studierte in Würzburg und Liverpool Rechtswissenschaften. Heute lebe ich mit meiner Familie in Dresden.Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich bin schon immer eine Träumerin und als meine Kinder klein waren, habe ich angefangen, Geschichten aufzuschreiben und sie ihnen vorzulesen.Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?Mein Debütroman war eine Märchenadaption „The Falcon and the Rose“. Es ist quasi eine Mischung aus Dornröschen und Robin Hood.Dazu habe ich noch ein Prequel geschrieben: „Der Falke“
Ja, ein historischer Roman, der zur Zeit Napoleons in Preußen spielt. Also zur Zeit des Regency.Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Mein Hobby ist Geschichte. Ich schaue mir gern Museen und mittelalterliche Städte an.Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Unbedingt. Ich liebe die Bücher von Rebecca Gablé. Aber ich lese auch gern Fantasy, also Sarah J. Maas und Rebecca Yarros.Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Am liebsten schreibe ich an meinen Schreibtisch, der am Fenster steht. Da kann ich die Vögel beobachten, die im Baum davor nisten.Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
An einem ganz normalen Tag widme ich mich zunächst meiner Arbeit als Juristin. Danach mache ich am Nachmittag gern einen Spaziergang, wenn es das Wetter zulässt. Und dann beginnt das Schreiben und Recherchieren.Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Bei beiden sind es historische Romane und Romantasy.Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
„Es ist gut zu wissen, dass man eigentlich alles machen kann. Man muss nur damit anfangen.“ Julie DeaneHast du ein Lieblingsland und warum?
Am liebsten reise ich nach Italien. Daran liebe ich vor allem die Geschichte, die Architektur, die Freundlichkeit der Leute und das Essen.Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Als Autorin muss man sich an Kritik gewöhnen. Ich bin grundsätzlich allem aufgeschlossen. Aber sachlich muss die Kritik sein.Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Zunächst fehlte mir das Selbstvertrauen, die Technik zu meistern und mich um alles kümmern zu müssen.Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich wünsche viel Freude beim Lesen. Und hoffe, dass meine Protagonisten die Leser genauso bewegen können, wie mich beim Schreiben.

Mein Vater lehnt auf dem Stock. Seine Krankheit hat einen Greis
aus ihm gemacht. Seine Wangen sind eingefallen, da sind Bartstoppeln auf seinem
sonst immer glattrasierten Gesicht. Sein Haar ist schütter und ergraut. Er ist
ein Schatten seiner selbst. Wo ist der strenge Mann, der mich stets gemaßregelt
hat, wenn ich mich nicht züchtig genug verhielt?
„Noah.“ Die Tonlage ist undeutbar.
„Wie … geht es dir, Papa?“ Ich fühle mich unwohl, hier zwischen
Tür und Angel. Reinbitten werden meine Eltern mich aber vermutlich nicht. Viel
eher jagen sie mich gleich davon.
„Ich sterbe.“ Die Gelassenheit, mit der er spricht, jagt mir eine
Gänsehaut über den Rücken.
Ich öffne den Mund und schließe ihn wieder. Die passenden Worte
wollen nicht kommen. Was sagt man auch darauf?
„Aber das ist in Ordnung. Ich bin bereit für das Paradies. Ich bin
bereit, deinen Bruder wieder zu treffen.“
„Wenn er denn da ist.“ Die Stimme meiner Mutter ist leise, ihr
Blick ist gen Boden gerichtet.
Das ist wohl DIE Gelegenheit, um sie zu fragen, doch mein Vater
durchkreuzt meine Pläne.
„Komm doch rein.“
Ich denke, mich verhört zu haben. Lädt er mich ernsthaft ins Haus
ein?
„Ahm …“
Er dreht sich um und wackelt mit seinem Stock den Flur lang. Auch
meine Mutter ist sichtlich überrascht, sagt jedoch nichts und folgt ihrem Mann.
Wie immer. Eine gute Frau widerspricht ihrem Ehemann nicht.
Eilig streife ich meine Schuhe ab und betrete das Haus, in dem ich
aufgewachsen bin. Es sieht alles noch aus wie früher. An den Wänden hängen
Kinderfotos, auch von mir, was mich überrascht. Ich habe angenommen, sie hätten
mich aus ihrem Leben gelöscht.
Ich wende meinen Blick ab und folge meinen Eltern ins Wohnzimmer.
„Ich setze uns Tee auf“, sagt meine Mutter und verschwindet in der
Küche.
Mein Vater sitzt bereits in seinem alten Schaukelstuhl. Ob das
eine gute Idee ist? Kommt er da wieder raus? Ich verkneife mir jeden Kommentar
und nehme ihm gegenüber auf der alten Couch Platz. Es ist dieselbe, auf der
Adam und ich als Kinder herumgesprungen sind, wenn meine Eltern es nicht
mitbekommen haben. Auch diesen Raum schmücken etliche Bilder. Erst jetzt fällt
mir auf, ich bin auf keinem älter als zwölf Jahre. Vermutlich, weil der Teufel
erst in der Pubertät von mir Besitz ergriffen hat. Da habe ich angefangen,
alles zu hinterfragen, frech zu werden und mit Jungs zu schlafen. Mit zehn
Jahren war ich wohl noch nicht vom Weg abgekommen, wie es meine Eltern
formulieren würden.
„Früher sind wir beide in diesem Schaukelstuhl gesessen“, sagt
mein Vater plötzlich. „Genau hier hab ich dich gehalten.“ Er beugt seinen Arm
und schaut hinab, als könnte er tatsächlich ein Baby sehen. „Du hast mich mit
deinen dunklen Augen angesehen. Du hast sie von deiner Großmutter geerbt. Sie
war auch immer sehr eigensinnig.“ Ich frage mich, ob mein Vater meine
Anwesenheit schon vergessen hat, so weggetreten ist er, als er plötzlich seinen
Blick hebt und mich direkt ansieht. „Wenn du jetzt so vor mir sitzt, dann kann
ich kaum glauben, dass du jemals hier reingepasst hast.“ Tränen glitzern in
seinen Augen. „Manchmal frage ich mich, ob ich dich nicht fest genug gehalten
habe. Vielleicht könntest du immer noch hierher passen, wenn ich mir mehr Mühe
gegeben hätte.“
Mein Hals wird trocken und meine Augen feucht. Ich verstehe, was
er mir sagen will. „Papa, du …“
„Ich konnte ihn nicht retten“, werde ich unterbrochen. „Und dich
auch nicht.“
„Du musst mich nicht retten.“ Heftig blinzele ich. „Papa, ich muss
nicht gerettet werden. Es geht mir gut.“
„Hast du ein Mädchen?“
„Nein.“
„Willst du für immer allein sein?“
„Ich bin doch nicht allein.“
Da
ist so viel Unverständnis in seinem Blick und abermals schmerzt es tief in
meiner Brust. Es ist, als würden wir zwei verschiedene Sprachen sprechen.
Vermutlich tun wir das.