Sonntag, 4. Oktober 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Die letzte Affäre - Winterheim Krimi 1 von Alex Skoi


Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Alex ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Die letzte Affäre“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Zeit?
Die nehme ich mir. Schließlich warten meine Geheimnisse schon lange darauf, entdeckt zu werden.
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Ich bin ein Winterheim-Krimi. Ich bin düster, spannungsgeladen und voller Geheimnisse. Bei mir ist niemand nur gut oder nur böse. Und glaub mir: Nicht jede Wahrheit sollte gefunden werden.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Die schönen Momente schreibt sie mit einem Lächeln. Bei den düsteren merkt man, dass sie mit jeder Figur mitfühlt. Ich würde fast behaupten, manchmal leidet sie mehr als meine Charaktere.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Oh, da gibt es einige. Aber besonders gern mag ich die Szenen mit Alana, meiner Hackerin. Sie ist verdammt gut in ihrem Job. Wenn sie mit ein paar Klicks, technischem Fachwissen und einer überzeugenden Stimme Menschen dazu bringt, ihr freiwillig ihre Zugangsdaten zu verraten, wird selbst mir zwischen meinen Seiten kurz mulmig. Das Beste daran? Alles passiert völlig ohne Verfolgungsjagd oder Schusswechsel, nur mit Köpfchen.
Weißt du wie viel Alex tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Oh, mehr als sie wahrscheinlich zugeben würde. Ihre Liebe zur Familie steckt definitiv in meinen beiden Hauptfiguren. Von Lex hat sie sich das Talent abgeschaut, unangenehme Dinge manchmal lieber zu verdrängen. Keine besonders gesunde Eigenschaft, wenn du mich fragst. Ich glaube, Alex wünscht sich manchmal, genauso furchtlos zu sein wie meine Hackerin. Im zweiten Teil hat sie sogar ein Erlebnis aus ihrem eigenen Leben verarbeitet. Kurz bevor sie eine entscheidende Szene schrieb, erlebte sie einen Brand, der sie sehr erschütterte. Daraus entstand eine Feuerszene im neuen Buch.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben? 
Buch:
Alex ist eine Autorin, die ihre Figuren nicht einfach nur durch eine Geschichte schickt, sondern sie lässt sie wirklich leben. Sie gibt ihnen Stärken, Schwächen, Ängste und Geheimnisse. Sie liebt es, ihre Leser:innen mit falschen Fährten zu überraschen, aber vor allem möchte sie authentische Charaktere erschaffen, in die man sich hineinversetzen kann. Bei ihr gibt es kein klares Schwarz und Weiß, denn sie weiß: Menschen sind viel komplizierter als das.
Lex:
Ja, Alex hat es leicht, uns durch psychische Belastungen zu schicken. Sie braucht dafür keine Waffe und keine Verfolgungsjagd, ein paar gut gewählte Worte reichen völlig aus. Sie nennt es eine spannende Entwicklung unserer Charaktere. Ich bin mir da nicht immer so sicher.
Alana:
Ich würde sagen, Alex sieht mehr in uns, als wir manchmal selbst sehen. Sie gibt uns keine einfachen Antworten und lässt uns unsere eigenen Entscheidungen treffen, auch wenn diese nicht immer die richtigen sind. Genau dadurch fühlen wir uns echt an. Aber ein Psychologe wäre mir trotzdem manchmal lieber gewesen.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Mein Titel stand tatsächlich nicht von Anfang an fest. Er hat sich erst während des Schreibprozesses entwickelt, als Alex immer tiefer in meine Geschichte eingetaucht ist. Irgendwann wurde klar: Dieser Name passt, denn er beschreibt einen wichtigen Moment in meiner Handlung und trägt eine Bedeutung, die man erst beim Lesen vollständig versteht.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich liebe mein Cover. Es passt zu mir, zu meiner Stimmung und zu der Geschichte, die zwischen meinen Seiten steckt. Besonders schön finde ich, dass mein „Outfit“ von jemandem aus Alex’ Familie gestaltet wurde. Dadurch steckt nicht nur Kreativität, sondern auch viel Herz darin. Ich würde nichts daran ändern wollen.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Das ist eine schwierige Frage, denn ich habe mehrere Stellen, die Alex besonders am Herzen liegen. Wenn ich mich aber für eine entscheiden müsste, wäre es wohl mein Anfangssatz:
„Ich wusste, dass ich irgendwann für die Wahrheit sterben würde – nur nicht, dass sie mich mitten in einer verdammten Regenpfütze erwischt.“
Ich finde, dieser Satz zeigt ziemlich gut, was meine Leser erwartet: eine Geschichte über Wahrheit, Geheimnisse und Menschen, die bereit sind, viel zu riskieren. Und vielleicht verrät er auch schon ein kleines bisschen darüber, dass bei mir nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch antwortet. Leise flüstere ich dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«

[Autoreninterview] Alex Skoi


Autoreninterview
Alex Skoi

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Alex Skoi, Selfpublisherin und Krimiautorin. Als echtes Millennial liebe ich Musik (nur mit Schlager werde ich nicht warm), spannende Krimiserien und gute Bücher. Privat lese ich am liebsten Fantasy, Krimis und historische Romane. Geschichten, die mich komplett in ihre Welt ziehen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Während meiner Elternzeit hatte ich plötzlich Zeit, etwas auszuprobieren, wovon ich lange geträumt hatte: einen Krimi zu schreiben. Am Anfang wusste ich nur, wer das Opfer, der Täter und das Motiv sind. Alles andere entwickelte sich Kapitel für Kapitel ganz von selbst.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
2025 erschien mein Debüt-Krimi „Die letzte Affäre“ als Taschenbuch, eBook und Hörbuch. Im Herbst folgt die Fortsetzung „Archiv 97“. Meine Winterheim-Krimis sind eher noir und stark ermittlungsorientiert. Im Mittelpunkt stehen eine Hackerin und ein Privatdetektiv, die gemeinsam Fälle lösen. Mal als Team, mal gegeneinander. Erzählt wird aus zwei Ich-Perspektiven, wodurch Leser oft mehr wissen als die Figuren selbst.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja! Mein zweiter Winterheim-Krimi „Archiv 97“ befindet sich in den letzten Zügen und erscheint im Herbst als Taschenbuch und eBook.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben ist für mich die beste Möglichkeit abzuschalten. Sobald ich in einer Geschichte bin, verschwindet der Alltag für ein paar Stunden. Ansonsten lese ich leidenschaftlich gern und verbringe Zeit mit meiner Familie.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich habe Sarah J. Maas tatsächlich erst vor Kurzem für mich entdeckt. Ich weiß, etwas spät. Seitdem verschlinge ich ihre Bücher und liebe die Welten, die sie erschafft.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Einen festen Schreibplatz habe ich tatsächlich nicht. Meistens schreibe ich am Küchentisch, manchmal auch gemütlich im Bett. Hauptsache, die Ideen fließen.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Mein Alltag besteht aus Familie, Beruf und Schreiben. Eigentlich ist der Freitag mein fester Schreibtag. Zumindest in der Theorie. In der Praxis gewinnt das echte Leben allerdings ziemlich oft.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen ist es aktuell Fantasy. je weiter weg von der Realität, desto besser. Beim Schreiben schlägt mein Herz aber für Krimis, denn dort entscheide ich selbst, was passiert. Vielleicht steckt doch ein kleiner Kontrollfreak in mir.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ein klassisches Lebensmotto habe ich nicht. Aber der Satz „You do not yield.“ aus Throne of Glass begleitet mich schon lange und erinnert mich daran, nicht aufzugeben.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Niemand ist perfekt, ich genauso wenig. Konstruktive und respektvolle Kritik hilft mir, mich weiterzuentwickeln. Ich möchte jeden Tag ein bisschen besser werden: als Mensch, als Mama und als Autorin.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich wollte den gesamten Weg selbst gehen und alle Entscheidungen eigenverantwortlich treffen. So lerne ich aus Erfolgen genauso wie aus Fehlern. Selfpublishing bedeutet zwar viel Arbeit, Zeit und auch finanzielle Investitionen, gibt mir aber die Freiheit, meine Geschichten genau so zu erzählen, wie ich sie mir vorstelle.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest? 
Vielen Dank, dass ihr Büchern und ihren Geschichten eine Chance gebt! Gerade auch von Selfpublishern. Jede gelesene Seite, jede Rezension und jede Weiterempfehlung bedeutet uns unglaublich viel. Und falls ihr meine Winterheim-Krimis begleitet: Passt auf, wem ihr vertraut. 😉

Samstag, 3. Oktober 2026

[Autoreninterview] Michelle Bianca

 

 

Autoreninterview
Michelle Bianca


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?

Sehr gerne. 😊 Hey hey, mein Name ist Michelle Bianca und ich bin Autorin. Am besten fühle ich mich in der queeren Buch-Bubble aufgehoben und schreibe unheimlich gerne MM-Romance in allen möglichen Fassetten. Wie sage ich immer so schön? * deep, dramatic and mostly queer *. Ich schreibe über Themen, die mir besonders nah gehen und was mir gerade so auf dem Herzen liegt. Deshalb stehen mental health, Bodyshaming, Mobbing, Vielfalt und Trauer immer ganz oben mit dabei – gemischt mit groooßen Gefühlen, tiefen Emotionen und dem ein oder anderen WTF-Moment. Außerdem lese ich gerne New Adult Romance und spannende Fitzek-Thriller, gehe in Cafés zum Schreiben und besuche laute, bunte Konzerte. K-Pop? Metalcore? Jo, dafür bin ich immer zu haben. Ohhh und ich liebe Eulen, Geister und Bienen. Kann gar nicht genau sagen, wieso.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Schreiben war schon immer die Welt, in die ich mich geflüchtet habe, wenn das echte Leben kompliziert ist. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich mal nicht geschrieben habe. xD Ob Poetry Slams, kleine Geschichten oder Briefe – mich gab es irgendwie nie so richtig ohne Schreiben. Ich denke, ich habe schon früh versucht, Liebe zu verstehen und Herzschmerz zu verarbeiten. Also habe ich darüber geschrieben und es hat mich heute hierher geführt. Zwei Schreib-Momente sind mir besonders im Kopf geblieben: Eine Kurzgeschichte, die ich zu Realschulzeiten in der 7. Klasse mit Papier und Kulli geschrieben habe, über einen Jungen, der fürchterliche Angst vor Spiegeln hatte. Und eine Romantasy, die ich im Italienurlaub am Pool geschrieben habe. Während andere Wasserball gespielt haben, hatte ich Musik auf den Ohren und habe eine Liebesgeschichte gezaubert.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher „nur“ die MM-Bikerromance, die ich gemeinsam mit meiner Co-Autorin Livia Veros geschrieben habe. Racing hard – Loving harder. Eine Liebe, die nie auf dem Plan stand. Eine, die aus Rache entstand und dann zu etwas wird, was das Herz heilt. Wer auf Found Family, Touch him and you die, Bi Awakening und Flirty Spice mit einer gehörigen Portion Biker-Vibes, einem guten Hauch Spannung und einer Prise Tränen steht, macht mit „Racing hard – Loving harder“ nichts falsch. Irgendwie klang das jetzt etwas nach einem Rezept. Sorry, falls ich euch hungrig gemacht habe, hahaha.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Oh ja. Und wisst ihr, was das Beste ist? Dieses Werk darf nächstes Jahr zu euch ins Regal ziehen und steckt gerade im Make-Over. Dem Lektorat. Es wird … bisschen anders. Es ist auch gar nicht so einfach, einem Genre zuzuordnen. Soll ich schon was verraten? Okay. Eine Kleinigkeit. Es wird wieder MM. Überraschung.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich treffe mich gerne mit meinen Freunden; haue in die Tasten, um neue Geschichten zu schreiben und besuche unglaublich gerne Konzerte.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Uhhhhh ja, ich liebe diese Frage. „Wie die Ruhe vor dem Sturm“ zählt zu einem meiner absoluten Herzensbücher. Was habe ich geweint … schon beim Prolog. BEIM PROLOG! Ansonsten liebe ich alle Bücher von Brittainy C. Cherry (schaut euch da unbedingt die Kompass-Reihe an), Antonia Wesseling, Livia Veros (ich liebe die More Than I Reihe) und Sebastian Fitzek. Ach, jetzt träume ich mit einer Autor:innen-Runde mit den Vieren.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Im Bett… xD Kein Scherz, da schreibe ich sehr gerne. Ansonsten auf meinem runden Esstisch oder im Café. Meistens gibt es dazu gute Mucke passend zum Vibe des Buches, ein leckeres Getränk und was zum Knabbern. Im Hintergrund schaue ich auf die Ästhetik, die das Buch widerspiegelt – der Moodboard auf Pinterest. Oft habe ich noch einen Notizblock und einen Stift neben mir liegen, um Gedanken notieren zu können. Oder um herum zu kritzeln … nennt sich auch Prokrastination. :D
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Unter der Woche startet mein Tag mit einem lauten Gäääähn um 5:30 Uhr, um zur Arbeit zu fahren. Da habe ich es mit Zahlen, Telefonaten und Steuergesetzen zu tun – Gehirn rattert auf Hochtouren und Michelle schaltet in den professionellen Modus (so gut es geht haha). Nachmittags mache ich mich auf den Heimweg, kümmere mich um Family, Friends und Haushalt. Wenn noch Zeit zum Schreiben bleibt, tauche ich abends in meine eigenen Welten ein und schalte den Alltag auf stumm.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen liebe ich Romance in allen möglichen Fassetten. Vor allen Dingen New Adult Romance und MM-Romance, außerdem liebe ich es zur Herbst- und Winterzeit, einen spannenden Thriller oder eine Romance Suspense zur Hand zu nehmen. Beim Schreiben fühle ich mich mit (queerer) Romance am wohlsten. Kann auch gerne mal Suspense sein, oder Biker… ihr wisst ja.😉
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
„Seid bunt, laut und öffnet eure Herzen füreinander.“ Das Zitat stammt von meinem Protagonisten Lian aus meinem absoluten Herzensbuch, was ihr hoffentlich so schnell wie möglich lesen könnt. Ich denke, das beschreibt ganz gut meine Werte. Ich habe so viele Zitate aus meinen Büchern gesammelt. Aber ich möchte euch hier mal eines aus meinem aktuellen Werk mitgeben, wo ich denke, dass man sehr gut spürt, wie tief meine Geschichten gehen können: „Aber nun ist da Heyes, der mich im Grunde gar nicht kennt, der etwas von mir weiß, was sonst keiner weiß, der einfach dasitzt und mich mit seltsamen Fragen konfrontiert. Der kein Licht braucht, um hinzusehen, weil er das Licht ist.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Spanien hihi. Warum? Ich habe spanische Wurzeln und möchte noch so vieles dort erkunden. Vielleicht, aber psssst, habe ich sogar ein Projekt, das in Andalusien spielt. Palmen, Mosaik, Orangenbäume und Chiringuitos am Strand. Herrlich. Ansonsten würde ich gerne nach Norwegen, Japan und Südkorea reisen. Ich denke, dort könnte es mir sehr gut gefallen.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich bin ein kritikfähiger Mensch, muss nur immer etwas aufpassen, dass ich sie mir nicht zuuuu sehr zu Herzen nehme. Als kleines Sensibelchen, Perfektionistin und Overthinkerin ist es nicht immer so leicht, aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Communication is the key. Wenn ich nicht weiß, wie Kritik gemeint ist, rede ich darüber. Das hilft mir enorm.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Salopp gesagt – ich hatte einfach keine Geduld mehr zu warten und mich immer von der „besten Seite“ zeigen zu müssen. xD Bewerbungen, Absagen, Tränen, dann wieder neu anfangen – irgendwann hat mich das in ein tiefes Schreib-Loch gezogen und das konnte ich nicht akzeptieren, weil Schreiben für mich ein wichtiger Bestandteil im Leben ist. Außerdem habe ich das Gefühl, im Selfpublishing weniger eingeschränkt zu sein. Ich kann Schreiben, ohne „Michelle“ zu verlieren bzw. mich verstellen zu müssen. Aber bitte versteht mich nicht falsch. Ich möchte die Verlagsarbeit nicht schlecht reden. Es ist ganz normal für den Bewerbungsprozess. Man muss nur wissen, ob man das möchte und ob das gut für einen ist.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lass dich nicht davon abhalten, in Geschichten abzutauchen – es warten noch so viele Welten auf dich, die dir zeigen, wie wertvoll das Träumen eigentlich ist. Also: Hör niemals auf zu träumen. Und vor allem: Hör niemals auf zu lieben. Weil Liebe gewinnt. Immer.
Fühlt euch lieb umarmt (wenn ihr wollt). Danke an alle Leserherzen da draußen, dass ihr Bücher lest! Ohne euch wäre die Buchwelt sooo öde.

Freitag, 2. Oktober 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Vertraute Schwingen von Runa Helheim


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Jimmy und Ren aus „Vertraute Schwingen“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten. Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Jimmy: Ich bin Jimmy und irgendwie hab ich in Vertraute Schwingen nur Pech. Dabei hab ich’s echt teuflisch drauf und durfte als jüngster Dämon überhaupt von der Unterwelt in die Oberwelt auswandern. Mein Lieblingsessen ist Schokolade und in meiner Freizeit erfinde ich gerne magische Gadgets.
Ren: Ich bin Ren, Jimmys Rabenfamiliar. Bevor ich Jimmy getroffen habe, waren meine einzigen Interessen mein Zwillingsbruder und Abenteuerreisen. Na gut, Glitzersachen und Waffen sind auch ein Hobby von mir… und Horrorfilme und dann gibt es da diese Death Metal Band „Dying Devils“
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Jimmy: Also, ich hab ja nichts zu lachen in dem Buch und kann aufgrund meiner Albträume nicht mehr schlafen. Da dachte ich es wäre eine gute Idee einen Dämonenpakt mit dem Fürst der Lust auszuhandeln…
Ren: Was sich als echt dummer Plan raus stellt, weil er mich im Handel eintauschen soll. Stell dir das vor, mich und dabei dachte ich er wäre bis über beide Ohren in mich verknallt.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Jimmy: Ja, sie ist eine Sadistin
Ren: Aber eigentlich ist es okay, Langeweile wäre schlimmer.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Ren: Ich liebe den Ausflug in die Unterwelt, da ist es so aufregend anders. Es gibt komische Tiere und unterschiedliche Dämonen, Kämpfe und eine Party…
Jimmy: Und ich dachte du magst die süßromantischen und sexy Szenen von uns! Ich liebe jede Stelle, in der Ren mit mir kuschelt oder *hust* mehr als kuschelt.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Ren: Keine Ahnung. Sie mag Horrorfilme und Death Metal, wie ich. Außerdem hasst sie emotionales Drama, wie mein alter Meister.
Jimmy: Wie ich ist die garantiert nicht. Sie mag nichtmal süßes Gebäck oder heiße Schokolade mit Zucker und Milch.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Jimmy: Diabolisches, sadistisches Weib.
Ren: … mit gutem Musikgeschmack.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Jimmy: Also es dreht sich ja viel darum, dass ich endlich meine Flügel bekomme und Ren ist ein Familiar, also ein Vertrauter.
Ren: Jimmy will sagen, dass der Titel schon ziemlich schnell feststand.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Ren: Ich mag keine roten Rosen und Jimmys Hoodie ist grün. Eigentlich sollte das alles schwarz sein…
Jimmy: Ich liebe es. Es ist romantisch und ein bisschen kitschig. Außerdem mag ich die roten Rosen und die Anzahl hat sogar eine tiefere Bedeutung, die zum Buch passt.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Ren: „…ich will dich so sehr, dass es mich in den Wahnsinn treibt.“ Es ist so schön, als mir Jimmy das sagt. Ich meine, wer will so etwas nicht von seinem Partner hören?
Jimmy: „Wirklich, Süßer.“ Es sind nur zwei Worte, aber für mich ist es der Wichtigste Satz, den Ren im ganzen Buch zu mir spricht.
Danke für das Gespräch

[Autoreninterview] Runa Helheim


Autoreninterview
Runa Helheim

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin eine horrorverrückte Gay-Romance-Liebhaberin aus dem Nordschwarzwald. Ein bisschen Grusel muss bei mir immer dabei sein, auch wenn es nur ein winzig kleiner Geist ist.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe Geschichten für mich geschrieben, da ich nicht immer Bücher gefunden habe, die genau meinen Vorstellungen entsprechen. Irgendwann hat mir jemand gesagt, dass es komisch ist Bücher nur für sich selbst zu schreiben.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Vertraute Schwingen“ erscheint am 02.10.
In Vertraute Schwingen wird Jimmy, ein junger flügelloser Dämon, von quälenden Albträumen geplagt und schließt aus Verzweiflung einen Pakt mit Asmodeus, einem der mächtigsten dämonischen Herrscher. Der Preis für die Flügel, die all seine Probleme lösen sollen, ist Ren, ein Rabenfamiliar. Doch als sich der Rabe in einen Mann verwandelt, zu dem Jimmy sich sofort hingezogen fühlt, gerät sein Plan ins Wanken. Wofür wird er sich entscheiden: Erlösung oder Liebe?
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Sogar an mehreren. Band 2 „Vertraute Schatten“, die Fortsetzung von Jimmys und Rens Geschichte darf bald ins Lektorat. Außerdem schreibe ich die erste Fassung von Band 3 „Vertrauter Verräter“ und an einer weiteren Serie, die eher ins Genre MM Paranormal Horror fällt.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Sport, ich bin zwar total unsportlich, aber davon lasse ich mich nicht abhalten. Außerdem habe ich noch eine Familie, die manchmal meine Aufmerksamkeit benötigt.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Mein absolutes Lieblingsbuch ist „Salt Magic Skin Magic“ von Lee Welsh. Außerdem lese ich gerne alles von KJ Charles, Jordan L Hawk und Stephen King
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich hab gar keinen eigenen Platz. Meistens sitze ich am Spieltisch von meinem Mann. Wenn hier keine Brettspiele gespielt werden, darf ich hier arbeiten.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Anstrengend :). Ich stehe um 5 Uhr auf, schreibe oder erledige andere Autorenaufgaben. Dann darf ich Frühstück für die Kinder vorbereiten, selbst arbeiten mich ab 15 Uhr um die Hausaufgaben, Lernvorbereitung und Sport/Musikvereinaktivitäten der Kinder kümmern. Danach habe ich Zeit zum Schreiben und Abends darf ich entweder nochmal schreiben oder gehe zum Sport.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim lesen sind es Gay Romance, Horror und Krimis. Beim Schreiben ebenfalls Gay Romance entweder mit Urban Fantasy oder Paranormal Horror gemischt. Leider habe ich kein Talent für Krimischreiben.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich denke „Alles hat einen Preis“ ist ein ganz gutes Lebenszitat und es findet sich auch in „Vertraute Schwingen“ wieder.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich mag Island sehr gerne, weil es eine raue Schönheit besitzt mit Gletschern, heißen Quellen und schwarzen Stränden. Außerdem bin ich ein riesiger Wikingerfan.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich kann mit berechtigter konstruktiver Kritik sehr gut umgehen. Mit meinen Lektorinnen und selbst ausgewählten TestleserInnen konnte ich bis jetzt immer sehr gut zusammenarbeiten und sie haben mir sehr geholfen. Allerdings hatte ich auch schon einen Testleser (den ich mir nicht selbst ausgesucht hatte) und dessen Kritik war zum einen extrem anmaßend und zum anderen nicht konstruktiv, da war ich schon sehr beleidigt und ich möchte mit solchen Menschen nicht zusammenarbeiten.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich habe nie darüber nachgedacht zu einem Verlag zu gehen, da ich alle rechte des Manuskripts behalten möchte und die Arbeit rund ums Selfpublishing liebe. Derzeit überlege ich z.B. in den englischsprachigen Markt zu gehen und das wäre mit einem Verlag nicht so einfach möglich.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Die Realität kann manchmal ganz schön anstrengend sein. Deshalb wünsche ich euch viele schöne Lesestunden voller Magie, Grusel und großer Gefühle. Taucht ein, vergesst die Welt für eine Weile und vielleicht sehen wir uns ja in der Welt von Jimmy und Ren wieder.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

[Schnipseltime] Elemental Souls - Fire von Ava Cooper


 

»Also …«, beginnt sie gedehnt, »… wer schläft wo?«

Fragend schaut sie mich an und ich reiße den Blick von ihrem Ausschnitt los. Hoffentlich hat sie mein Gaffen nicht bemerkt. »Das Bett ist groß genug für zwei.«

Ihre Augen weiten sich. »Du meinst, wir sollen beide darin schlafen? Nebeneinander?«

»Das wäre am einfachsten. Es sei denn, du willst unter mir liegen. Oder auf mir.« Spöttisch lächle ich sie an.

»Haha, sehr lustig.« Sie verdreht die Augen. Noch einmal schaut sie sich im Zimmer um. »Gibt es kein Sofa, auf das ich mich vielleicht legen könnte?«

»Nein. Nur den harten Boden. Und auf dem habe ich nicht vor, die Nacht zu verbringen. Die Reise wird anstrengend genug, daher brauche ich echte Erholung.«

Sie beißt sich auf die Unterlippe. »Ich weiß nicht …«

Ich mache einen Schritt auf sie zu, lege meine Hände auf ihre Schultern und sehe sie an. »Wovor hast du Angst? Dass ich mich an dir vergehe? Glaube mir, nichts liegt mir ferner. Ich bin dein Wächter, dein Beschützer und dein Lehrer. Du bist vor mir also völlig sicher.«

Ein seltsamer Ausdruck huscht über ihr Gesicht, als fühle sie sich gekränkt. Weswegen? Weil ich ihr verspreche, mich zusammenzureißen? Doch dann nickt sie. »Okay. Der Boden sieht nicht gerade besonders einladend aus.«

»Gut, also wäre das ja geklärt.« Ich gehe in das Bad, ziehe mein zerknittertes Hemd aus und lasse Flüssigfeuer in eine Schüssel laufen. Wenn es nicht so spät wäre, würde ich am liebsten auch noch ein Bad nehmen. Es wird die letzte Möglichkeit für eine Weile sein. Aber diesen Luxus habe ich Tilaya gegönnt. Nun ist es zu spät dafür, die nächsten Tage werden all unsere Kräfte erfordern. Es wird schon so gehen. Ich stelle die Schüssel in die dafür vorgesehene Halterung vor einem Spiegel und tauche einen Waschlappen hinein. Mit einem leisen Seufzer der Erleichterung drücke ich ihn gegen mein Gesicht. Die Flüssigkeit wischt Dreck und Schweiß weg und entspannt gleichzeitig durch seine angenehme Wärme.

Für einen Moment schließe ich die Augen, presse den weichen Stoff noch enger gegen meine Haut. Dann nehme ich den Lappen weg, lasse ihn sich wieder mit dem reinigenden Nass vollsaugen, um mit dem Oberkörper und den Armen weiterzumachen. Das Glutwasser färbt sich allmählich dunkler. Kein Wunder, das ist der Staub der Reise.

Ich schütte die alte Flüssigkeit aus und fülle neue hinein, lasse erneut den warmen Lappen über meinen Körper gleiten. Nun fehlt bloß der Rücken. An den ich allerdings schlecht herankomme. Ich versuche es trotzdem. Doch egal, wie ich mich verrenke, es klappt nicht. Und einen Diener habe ich hier natürlich nicht. Bleibt nur eine Möglichkeit, wenn ich nicht stinken will wie ein Otter.

»Tilaya, könntest du mir bitte helfen?«

»Beim … Baden?« Ich höre ihr Entsetzen.

»Nein, beim Waschen. Ich komme nicht an meinen Rücken. Es wäre nett, wenn du das übernehmen könntest. Und keine Sorge, ich bin nicht nackt.«

Ein kurzes Zögern. Dann höre ich leise Schritte. Im Spiegel sehe ich, wie sie ins Bad kommt. Ihr Blick fällt auf meinen Rücken, der ebenso von Brandnarben gezeichnet ist wie der Rest des Körpers. Kein schöner Anblick, das weiß ich selbst nur zu gut. Zu viele Frauen sind schon zusammengezuckt, nachdem ich mich ausgezogen habe. Doch ihr Gesichtsausdruck verändert sich kaum. Sie wirkt nachdenklich. Aber weder angeekelt noch abgestoßen.

Schweigend reiche ich ihr den Waschlappen, der mit dem Flüssigfeuer vollgesogen ist. Unsere Finger berühren sich und es durchläuft mich wie ein Schock. Mein Herzschlag setzt einen Moment aus, rast danach wie ein Funkenläufer im Endspurt. Warum reagiere ich bloß so auf sie?

Es darf nicht sein. Ich muss ihr beibringen, sich zu fokussieren. Ihre Kraft und sich selbst zu kontrollieren. Gefühle sind dabei alles andere als förderlich, das weiß ich aus Erfahrung. Aber obwohl ich all das weiß, ändert es nichts daran, dass ich in Flammen stehe, wenn sie mich so berührt. Ihre Haut auf meiner fühlt sich an wie etwas Vertrautes. Als hätte mein innerer Funke auf sie gewartet. Als wäre ihre Berührung keine Schwäche, sondern der Teil von mir, den ich zu lange verdrängt habe.

Sie drückt den Lappen gegen meinen Rücken und es kommt mir fast so vor, als spüre ich ihre schlanken Finger auf meiner Haut. Die Wärme sickert tiefer, als sie sollte. Tilaya fährt sacht mit dem feuchten Stoff über meine verspannten Schultern. Mein ganzer Körper gerät in Vibrationen. Ich kralle meine Finger um das eiserne Gestell, in dem die Schale steckt. Aber die Kälte des Metalls reicht nicht, um das Feuer in mir zu löschen.

Plötzlich fühle ich ihre andere Hand auf meiner Haut. Sie streicht mit der Kuppe des Daumens sanft über das vernarbte Schulterblatt. »Woher hast du diese Wunden? Hattest du einen Unfall?«

Ich sauge scharf die Luft ein. Diese Berührung. Diese warme Anteilnahme. Das ist zu viel für mich. Ich umklammere das Gestell so fest, bis das Weiß meiner Fingerknöchel hervortritt. Ich senke den Kopf, konzentriere mich auf mich selbst. Beiße die Zähne zusammen. »Nein«, stoße ich gepresst hervor. »Es ist eine Art … Krankheit. Es liegt an dem Feuer, das durch meinen Körper fließt.« Das kommt meiner Bürde nahe genug. Mehr darf sie nicht wissen.

»Tut es weh?«

Erstaunt hebe ich den Kopf und unsere Blicke treffen sich im Spiegel. Das ist also die Anteilnahme? Nicht wegen der Absonderlichkeit, sondern weil sie denkt, ich habe Schmerzen? Gegen meinen Willen lächle ich sie an. »Nein, das tut es nicht. Zumindest meistens nicht. Es ist nur da.«

Sie nimmt den Lappen weg und streicht mit der flachen Hand meinen Rücken entlang. Ihre Fingerspitzen gleiten über narbige ebenso wie über unversehrte Haut, sie unterscheiden nicht dazwischen. Tilayas Hand löst sich von meinem Rücken und ich hätte fast geseufzt. Erneut taucht sie den Waschlappen in die Flüssigkeit, geht damit ebenso sanft über meinen Körper wie zuvor mit ihren Fingern.

»Irgendwie passt diese Eigenheit zu dir. Sie macht dich zu etwas Besonderem. Einem kleinen Kunstwerk. Geschaffen von dem Element dieser Welt.« Ihre Stimme klingt weich, während sie mit dem feuchten Tuch über meine Haut streicht.

Ich erstarre beinahe bei diesen Worten. Dieses tiefe Verständnis für das Wesen des Feuers haut mich genauso um wie die Bedeutung, die sie meinen Narben fast beiläufig verleiht. Ein Kunstwerk bin ich für sie. Nicht entstellt. Nicht beschädigt. Sondern erschaffen. Gezeichnet von der Glut, die ich manchmal verflucht habe.

Wie wenig ich mich selbst so sehe. Wenn sie nur wüsste, welche Wahrheit ich verberge!

 

[Buchvorstellung einmal anders] Elemental Souls - Fire von Ava Cooper


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Tilly und Alyanon aus „Element Souls – Fire“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Alyanon (nickt Claudia knapp zu): Wir wurden nicht gefragt.
Tilly (schüttelt den Kopf): Ignoriere das Grummelchen. Wir freuen uns sehr darüber!
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Tilly (redet, bevor Alyanon den Mund aufmachen kann): Sehr gerne. Ich bin Tilly, Protagonistin des Buchs „Elemental Souls – Fire“. Ich wollte eigentlich in Singapur ein Umweltprojekt abschließen – eine ziemlich wichtige Sache für mich, übrigens – als dieser Typ hier aufgetaucht ist und mich beschimpft hat.
Alyanon (runzelt grimmig die Stirn): Naja, du warst ja anfangs auch nicht gerade sehr auf Zack. Ich sage dir, dass die Welt dich braucht, damit sie nicht untergeht, und du hast nichts Besseres zu tun, als nach einem Drogentest zu brüllen.
Tilly: Was hätte ich denn sonst machen sollen – die Hacken zusammenschlagen und salutieren?
Alyanon (grinst spöttisch): Mir hätte das gefallen.
Tilly (schüttelt den Kopf): War ja klar.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Tilly: Wie gesagt, die Story beginnt in Singapur, aber dort bleiben wir nicht besonders lange. Ziemlich bald landen wir in der Feuerdimension, weil ich als Erwählte des Feuers einen uralten Splitter an seinen Bestimmungsort bringen soll. Was man halt so macht, wenn man sich langweilt. Nicht. (Sie grinst Alyanon an.) Und dann bekommt man so einen Typen zur Seite gestellt. Unfreundlich, wortkarg und niemals zufrieden.
Alyanon (verschränkt die Arme vor der Brust und sieht sie böse an): Ich habe nun einmal gewisse Ansprüche … Außerdem könntest du ruhig erwähnen, dass ich dir mehrfach das Leben rette …
Tilly (hebt eine Augenbraue an): Und ich deins – aber wer zählt schon mit? Jedenfalls muss ich lernen, meine Magie zu beherrschen, während wir uns durch eine ziemlich gefährliche Welt schlagen. Dabei bekomme ich zunehmend den Verdacht, dass mein grummeliger Begleiter mir etwas verschweigt. Und das ist echt beschissen.
Alyanons Blick wird noch dunkler: Vielleicht hatte ich meine Gründe.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß, euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Alyanon (stößt einen tiefen Seufzer aus): Gegen mich muss sie definitiv etwas haben, hätte sie mich sonst mit einer Elementseele wie Tilly gestraft? Dickköpfig, hitzig und sie hat von nichts Ahnung. Alles muss ich ihr zeigen. Und die Zeit rast.
Tilly (piekst ihn in die Seite): Wenn du das anständig gemacht hättest, wäre sicher alles besser gelaufen. Aber es stimmt schon, Ava kann schon ganz schön fies sein. Da sind zwei Szenen in dem Buch, die beinahe mein Herz gebrochen hätten …
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Tilly (wackelt mit den Augenbrauen): Also, ich mag die Szene sehr, wo ich Alyanon das erste Mal richtig Paroli biete:
Er schnaubt. »Mädchen, das ist keine Illusion, sondern die Realität dieser Welt, die noch ungefähr sechs Wochen hat. Wenn du ihre letzte Rettung bist, sehe ich schwarz.«
Ohnmächtiger Zorn packt mich. Was fällt diesem Arschloch nur ein? Wie kann er mich nur so von oben herab behandeln – wo ich noch nicht einmal weiß, was er hier will? Mit einem Schrei stürze ich mich auf ihn und schubse ihn von mir weg. In meiner Wut ist es mir total egal, dass er größer ist als ich. Ich springe ihn an wie eine angreifende Löwin. Und er bewegt sich einen halben Schritt zurück.
»Du hast mir nichts zu sagen, Alyanon Valanthor! Du hast meinen Befehlen zu gehorchen und nicht umgekehrt.« Hä? Was rede ich denn da? Und woher kenne ich seinen Nachnamen?
Alyanon: Da hat sie sich endlich bei dir gezeigt – die hitzige Natur des Feuers. (Er lächelt erstaunlich weich.) Uns Anfangsgeplänkel fand ich auch sehr amüsant. Ich erinnere mich besonders an den Moment, an dem ich gemerkt habe, dass sie mich anders sieht als andere Frauen. Als wir auf dem Markt sind und ich einen Umhang anprobiert habe.
Sie tritt einen Schritt näher. Ernst schaut sie an mir auf und ab, sieht mir zum Schluss direkt ins Gesicht. Das ist mir wegen meiner Narben unangenehm, da ihre Haut absolut makellos ist. Aber sie scheint meine Abscheulichkeit nicht zu bemerken, vielmehr lächelt sie. »Er steht dir gut. Das Grün passt hervorragend zu deinen bernsteinfarbenen Augen. Der Kontrast lässt dich sehr markant aussehen.«
Verwirrt sehe ich sie an. Benutzt sie wirklich das Wort markant für mein Gesicht? Ich schaue in den Spiegel, doch ich erkenne nur unschöne Narben. Die Zeiten, in der meine Züge die Frauen und mich erfreut haben, sind lange vorbei. Wut erfasst mich wegen dieses Schicksals.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Alyanon (grinst): Ich bin das, was sie gerne wäre: stark, klug und unerschrocken.
Tilly (rollt mit den Augen): Vergiss nicht bescheiden … Also ehrlich, hätte sie sich keinen netteren Typen ausdenken können?
Alyanon: Das wäre dir viel zu langweilig geworden.
Tilly (muss schmunzeln): Vielleicht … Also, ich denke, ich habe schon ein paar von Avas Seiten: Impulsiv und dickköpfig können wir nämlich beide sein. Außerdem haben wir beide rote Haare. Allerdings hat Ava es nicht so sehr mit den Naturwissenschaften wie ich. Und sie wäre sicher nicht so geduldig wie ich mit Alyanon.
Alyanon (verschluckt sich fast vor Lachen): Ja, klar – du und geduldig.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Alyanon: Wie Tilly in nett.
Tilly (verengt de Augen): Sehr reizend, danke. Ich denke, Ava ist eine Autorin, die besonders gerne dramatische Szenen schreibt – und brutale Prüfungen. Das ist wirklich schrecklich, denn dabei kann sie ziemlich kreativ sein. (Sie erschauert)
Alyanon (zieht sie an sich und haucht ihr einen Kuss auf die Haare): Allerdings schreibt sie auch gerne Liebesszenen. Das ist ein guter Ausgleich, oder?
Tilly (schmiegt sich an ihn): Das stimmt.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Tilly: Der entstand relativ schnell im Team; das Buch ist ja Teil einer 5-bändigen Reihe. Die Autorinnen wollten einen Titel haben, der die Verbundenheit ihrer Protagonistinnen – also von uns – zu ihrem jeweiligen Element verdeutlicht. Das erfüllt „Elemental Souls“. So wurden wir zu Elementseelen und unsere Begleiter heißen Elementwesen oder auch Elementare.
Alyanon (zwinkert ihr zu): Und wenn Tilly gut drauf ist, nennt sie mich Feuerherz.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Alyanon: Es ist okay.
Tilly (schnaubt): Von wegen okay. Hey, schau dir doch mal diese wundervollen Farben und diesen Farbschnitt an. Und den tollen Funkenregen. Das Cover ist ein absoluter Traum.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Tilly: Ich mag diesen Spruch besonders: »Sei das Ende meiner Welt! Oder ihr Beginn. Anfang oder Ende. Wer kann das schon sagen?« Meine Welt wird morgen sowieso enden. Und ich will zumindest heute glücklich sein – weil er mich glücklich macht.
Alyanon (streicht über ihre Wange): Ich bin lieber dein Anfang als dein Ende. Aber manchmal kann man sich das nicht aussuchen. Mir gefällt diese Aussage besonders – weil sie bei meinem Volk eine besondere Bedeutung hat: »Das Feuerherz schlägt nur für dich. Wenn du es haben willst, schenke ich es dir.«
Danke für das Gespräch