Freitag, 10. April 2026

[Schnipseltime] Lubbock Firefighters 6 - Looking ahead von Laura Lee Johnes


 

Auf einem Rollwagen standen mehrere Schalen, darin befanden sich kleine, mundgerechte Häppchen. Obst- und Käsewürfel, Mini-Würstchen, Cracker und Brotstücke, Tomaten-Mozzarella-Spießchen, Gemüsesticks mit Kräuterquark, Röllchen mit Lachs und Frischkäse und so viel mehr.

„Wie lange willst du in der Wanne sitzen bleiben?“, rutschte es mir heraus.

Sein dunkles Lachen ließ es wohlig in meinem Unterleib prickeln. „Entweder bis die Schüsseln leer oder unsere Hintern plattgesessen sind. Als ich mit Thi darüber nachdachte, wie ich dich überraschen könnte, sind unsere Kolleginnen im Anschluss vielleicht ein wenig eskaliert. Bis auf Kat haben die es ja voll mit Romantik.“

„Das sieht ihnen ähnlich.“ Ich schmunzelte. „Aber es gefällt mir wirklich sehr, obwohl ich mich auf die Kuschelzeit mit dir viel mehr freue.“

„Kuscheln … und vielleicht ein bisschen Fummeln?“ Neckisch knabberte mein Süßer an meinem Ohrläppchen.

[Buchvorstellung einmal anders] Lubbock Firefighters 6 - Looking ahead von Laura Lee Johnes


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Laura Lee Johnes, um mit ihr über ihr Buch „LFF 6 – Looking ahead“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Hallo Claudia! Ich freue mich immer wieder sehr, bei dir sein zu dürfen.
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Aber gerne doch! Es geht um den 6. Band meiner Lubbock Firefighters. Raphael hofft, mal wieder vergeblich, dass es endlich ruhiger um ihn und sein Team wird. Irgendwer schickt ihm Pakete, deren Inhalt sehr mit seiner Vergangenheit verknüpft ist. Auf Thiagos Hilfe kann er nur bedingt hoffen, denn dieser kämpft mit seiner eigenen Vergangenheit. Viel mehr kann ich nicht verraten, ohne zu spoilern.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Da gerade meine Beteiligten der Firefighters-Serie mir sehr ans Herz gewachsen sind, würde ich sie am liebsten nur durch schöne, angenehme Situationen führen. Aber, sind wir mal ehrlich, das wäre auf Dauer langweilig. Dummerweise fallen mir schwere Situationen bei ihnen immer schwerer.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Puh, mit einer einzelnen Stelle tu ich mich bei diesem Band echt verdammt schwer! Es sind mehr die Entwicklungen meiner Männer, die mir hier sehr gut gefallen. Marc, der endlich zeigt, wie stark er wirklich sein kann. Umgekehrt wird Thiago viel zugänglicher und offener. Und immer wieder staune ich über Raphael, wie er all das handhabt, was ihn, seine Freunde und die Twenty betrifft.
Wie viel echte Laura steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Im Buch selbst weniger. In Raphael vielleicht die Fähigkeit, irgendwie einen Spagat zwischen Freunden, Liebstem und Beruf zu vereinbaren. Marcs Temperament und Thiagos Dickschädel auf jeden Fall ebenso. Ja, und auch in den starken, unabhängigen Frauen und deren Fürsorglichkeit in Raphaels Familie finde ich viel von mir selbst.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?

Marc: Sie ist fies und gemein, uns immer so leiden zu lassen!
Raphael: Sie hört mir zu, ist immer für mich da, und sorgt dafür, dass es mir gut geht.
Thiago: Kein Wunder, du bist ja ihr Liebling! Ich schließe mich Marc an, mich lässt sie auch immer Sachen machen, die ich nicht mag.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Da Looking ahead „nach vorne schauen“ bedeutet, passt es hier einfach perfekt. Denn genau das müssen und wollen meine Charaktere tun.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich bin 100% zufrieden damit, an der Stelle auch ein dickes Danke an Mona Lange dafür! Es spiegelt eine Szene, die ich jetzt natürlich noch nicht verraten kann.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
„Mein Lieber, du weißt, dass du sehr viel dazu getan hast, dass er so glücklich ist? Jedes einzelne Mal, in dem ich mit ihm telefonierte, hörte ich es aus dem heraus, was er mir von euch erzählte. Weniger aus den Worten, mehr aus dem liebevollen Unterton, den seine Stimme dabei annahm.“
Danke für das Gespräch.
Ich habe dir zu danken, liebe Claudia! Deine Unterstützung ist unheimlich wertvoll für uns Autorinnen und Autoren.

Donnerstag, 9. April 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Die Magie des Prinzgemahls - Band 2 der Chaoschroniken von Tina Ariam


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Edwin und Asher aus „Die Magie des Prinzgemahls – Band 2 der Chaoschroniken“ und deren Autorin Tina Ariam.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Asher: Liebend gerne.
Tina: Ich freue mich auf das Chaos. ;)
Es wäre schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
Asher: Mein Name ist Asher. Ich bin der Prinz des Blütenkönigreiches und werde das Land – wenn ich einmal König bin – in eine glorreiche und blumige Zukunft führen.
Edwin: Herzogin Rose hat einen Brief geschrieben und fragt, wann du für das Feuer in ihrem Rosengarten aufkommen wirst.
Asher: Gar nicht! Sag ihr das! Das war Absicht und ich würde es wieder tun! Das ist übrigens mein bester Freund Edwin. Er arbeitet als mein persönlicher Diener im rosaroten Schloss.
Edwin: Und ich beseitige dein Chaos.
Asher: Das auch.
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Edwin: Es ist der zweite Band meiner Geschichte. Ich reise zusammen mit dem Chaosprinzen zu den schwebenden Inseln.
Asher: Und ich tue alles, um Edwin zurückzuholen.
Tina: Der erste Band ist übrigens unter dem Titel „Der Gemahl des Chaosprinzen“ erschienen.
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
Tina: Ich würde nicht sagen, dass es mir Spaß macht, sondern dass schwierige Situationen meinen Charakteren dabei helfen, über sich hinaus zu wachsen. Vor allem Edwin, der bisher immer hinter den geschützten Palastmauern gelebt hat, hat ein paar Abenteuer verdient.
Edwin: Asher sorgt für seine eigenen Probleme.
Tina: Ja, das auch.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Edwin: Meine Lieblingsstelle ist mein erster Besuch auf den schwebenden Inseln. Ganz oben, bei den Teehäusern.
Tina: Meine Lieblingsstelle ist ein Gespräch in einem Gasthaus mit einem Charakter, über den ich noch nicht zu viel verraten möchte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, über diesen sonderbaren Prinzen zu schreiben und ich kann verraten, dass er noch öfter vorkommen wird.
Wie viel echte Tina steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Edwin: Tina ist genauso chaotisch wie Asher, würde ich sagen.
Tina und Asher: Hey!
Edwin: Und so ruhig wie ich. ;) Aber ich glaube, jede*r Autor*in hat auch ein Stück von sich selbst in den eigenen Romanen. Und wenn es nur ein bisschen Herzblut ist.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Asher: Leidenschaftlich. Sie brennt für ihre Geschichten und für ihre Charaktere. Für jeden einzelnen.
Edwin: Und sie lässt es zu, dass wir uns auf unsere Art entfalten, auch wenn wir letztendlich nicht so sind, wie sie es eigentlich geplant hatte.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Tina: „Die Magie des Prinzgemahls“ setzt Edwin mehr in den Fokus. Der Arbeitstitel war ein wenig poetischer, aber er hat sich in dem Roman versteckt, wenn man genau sucht. Mitspracherecht hatten Edwin und Asher nicht. Die haben schon im Roman selbst für genug Umwege gesorgt!
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Tina: Ich liebe das Cover. Es stammt von Limes Design und es ist noch schöner geworden, als ich es mir vorgestellt habe.
Edwin: Ich liebe es, vor allem aufgrund der kleinen Details.
Asher: Es sieht so episch aus, wie die Geschichte darin ist.
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Edwin: »Auch wenn es ein mir fremdes Land ist, so haben die Menschen verdient, dass man sich um sie kümmert. Sie haben einen König verdient, der all diese Schwierigkeiten auf sich nimmt, der bereit ist, zu verhandeln, zu kämpfen und mit anzupacken. Ich würde versuchen, ihnen der König zu sein, den die Chaosgründe verdient hätten.«
Asher: »Du bist es, warum alle Verhandlungen des Blütenkönigreiches funktionieren, Edwin. Du bist es, der Asher die richtigen Dinge einflüstert, der ihn die richtigen Dinge tun lässt, bevor wir auch nur dazu kommen, überhaupt darüber nachzudenken. Du bist gerissen und vorausschauend. Du bist der Schatz des Blütenkönigreiches. Ohne dich kann Asher nicht regieren.«
Tina: Es war Edwins Blume, die da auf dem Fensterbrett starb und so war, wie Edwin sich fühlte.
Vielen Dank für das Gespräch
Tina: Gerne.
Edwin: Asher, wir müssen wirklich an Herzogin Rose schreiben. Ihr Garten-
Asher: Schick ihr Rosensamen! Und wenn sie sich beschwert, dann zünde ich ihr Schloss an.
Edwin: Schon wieder?

Mittwoch, 8. April 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Rasputins Traum von Monika Grasl und Asmodina Tear


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Autorinnen Monika Grasl und Asmodina Tear, um mit ihnen über ihr Buch „Rasputins Traum“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden hast, um für euer Buch zu antworten.
Monika: Freut uns auch sehr. 😊
Asmodina: Freut mich ebenso…hallo
Könnt ihr uns das Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Monika: Also es ist ein Urban Fantasy Roman, der sich um Grigori Rasputin, die Zarenfamilie und eine ganz besondere mystische Figur dreht.
Asmodina: Ein historischer Roman mit starken Fantasy und Mystik Einflüssen
Eure Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es euch leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Asmodina: Bei Rasputin ist alles möglich. Wobei mir besonders die Authentizität der Zarenschwestern am Herzen liegt
Monika: Ich mag es, wenn ich die Figuren zuweilen an ihre Grenzen bringen kann. Das lässt sie authentisch wirken und verleiht ihnen noch mal eine zusätzliche Tiefe.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdest?
Asmodina: Die Vorstellung ließ Grigori Rasputin erschaudern. Obwohl er lange Zeit in der Natur gelebt und sich durchaus als ein Verbündeter von Flora und Fauna sah, hatte er vor wilden Tieren immer den höchsten Respekt, wenn nicht sogar ein wenig Angst besessen. Aber das würde er niemals vor anderen zugeben. Ein Magier, als der Rasputin sich selbst sah, kannte keine negativen Gefühle wie Angst oder Traurigkeit.
Monika: Obwohl der Magier schon einiges erlebt hatte, jagte das Augenpaar ihm selbst im Wachzustand einen Schauder über den Rücken.
Wie viel echte Monika oder Asmodina steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Monika: Also würde sagen, diesmal beschränkt sich ein gewisser Einfluss auf die Nebenfiguren. Nicht wahr, Asmodina?
Asmodina: Stimmt.
Wie würden euch eure Charaktere beschreiben?

Monika: Als absolut gemein und hinterhältig, bei mir.
Asmodina: Als Freundin, also Maria und Anastasia definitiv
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Monika: Beim Titel gab es tatsächlich eine kleine Schwierigkeit. Das Buch erschien bereits 2025 unter einem anderen Titel, der jedoch bereits vergeben war. Wir mussten das Buch somit dann zurückziehen und einen neuen Titel find. Allerdings hatten wir uns auf diesen innerhalb weniger Minuten geeinigt.
Asmodina: Allgemein einigen wir uns sehr schnell auf Cover und Titel, also auch hier
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Asmodina: Meiner Meinung nach, gibt es niemand besseren für dieses Cover als Detlef
Monika: Da muss ich Asmodina zustimmen, mir gefällt das Cover ebenfalls. Detlef Klewer / Kritzelkunst hat unsere Idee großartig umgesetzt.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Asmodina: Anastasia brachte dafür so viel Verständnis auf, wie es ihr in der aktuellen Lage möglich erschien
Monika: »Anastasia Nikolajewna Romanowa!«, keifte Grigori erbost. »Komm sofort her!«
Danke für das Gespräch.
Asmodina: Danke dir :)
Monika: Wir bedanken uns bei dir 😊

Dienstag, 7. April 2026

[Schnipseltime] KAORK - Dein Kampf ist der meine von Ailis Regin

 

Textschnipsel 1

»Mmpf!«

Wie lange musste sie denn jetzt noch warten? Schlimm genug, dass ihr Vater sie dazu gedrängt hatte, überhaupt hier zu erscheinen. Und dann ließ man sie auch noch eine Stunde warten.

Kiara war ein friedfertiger Mensch und sie konnte es durchaus verstehen, dass sich in solch einem wichtigen Amt auch einmal etwas verzögerte. Das hatte sie von den Erzählungen ihres Vaters, der im Innendienst tätig war, oft genug mitgekriegt.

Aber Kiara war leider kein geduldiger Mensch. Hinzu kam, dass sie nicht wirklich hier sein wollte.

Etwa seit einem halben Jahr war sie mit dem Studium fertig, hatte den ersten Monat mit Städtereisen verbracht und war dann durch verschiedene Kellnerjobs geschlittert. So ließ es sich leben. Es machte Spaß und finanzierte ihre Wohnung. Ihr Vater aber konnte das nicht akzeptieren.

»Warum hast du denn studiert, wenn du jetzt nichts daraus machst? Du warst  so gut in deinem Fachbereich. Wofür hast du so hart gearbeitet, wenn du jetzt nicht nach Höherem strebst?«

Ja, wofür? Das fragte sich Kiara auch.

Nur, um diese Frage nicht beantworten zu müssen, hatte Kiara zugestimmt, zu dem Vorstellungsgespräch für die Stelle als Empfangsdame im Außenministerium zu gehen. Und, weil Kiara tief im Inneren wusste, dass ihr Papa recht hatte. Ihr hatte das Studium Spaß gemacht, sie war mit Eifer dabei gewesen, Wirtschaftswissenschaften zu lernen. Und hätte er mit seinen ständigen Nörgeleien nicht erst angefangen, hätte Kiara den Hintern wohl nie hochgekriegt und würde immer noch kellnern. Der Job klang jetzt nicht gerade nach Höherem, wie ihr Vater immer zu sagen pflegte, war aber besser als Kellnerin, und sie hätte dann den Fuß für eben Höheres schon mal in der Tür.

Sie liebte das Kellnern, den Umgang mit den Menschen, und zweifelsohne würde sie das nebenbei immer noch machen. Aber sie hatte sich doch nicht wirklich jahrelang in die Lesungen geschleppt, um später dann nichts daraus zu machen.

Resigniert seufzte Kiara und betrachtete wieder den fremden Mann, der ihr gegenüber auf einem der Wartestühle saß. Er war etwa eine halbe Stunde nach Kiara erschienen. Sie hatten ein paar Belanglosigkeiten gewechselt, doch was er hier wollte, hatte er für sich behalten.

Komisch, Kiara war bis jetzt noch gar nicht aufgefallen, dass er ihr auf die Frage keine Antwort gegeben hatte.

Seither schwiegen sie, und Kiara musterte immer wieder sein Antlitz. Und jedes Mal baute sich eine eigenartige Nervosität auf. Er wirkte eigentlich wie ein ganz durchschnittlicher Typ. Die Haare waren auf einer Seite etwas länger als auf der anderen und glatt gekämmt, in einem Ohr hatte er einen Ohrstecker. Seine Augen waren das, was sie wohl so irritierte. Sie waren hell. Hätte die Iris nicht einen dicken schwarzen Rand, würde man nur die Pupille sehen und der Rest würde im Weiß untergehen.

Und diese eine Augenbraue.

Die linke Augenbraue verlief zur Hälfte in einem schönen Schwung nach außen und dann machte sie einen steilen Knick nach oben. Wie kam man nur auf die Idee, sich das so zu machen? Wobei – Kiara konnte sich nicht vorstellen, dass das beabsichtigt war.

Der junge Mann hatte bisher zwar in ihre Richtung geschaut, war aber weit weg mit seiner Aufmerksamkeit.  Jetzt riss er plötzlich den Kopf etwas in die Höhe und starrte Kiara für Sekunden in die Augen.

Kiara durchfuhr ein Zittern, als sie sah, wie seine Augen dunkler wurden. Es schien sich regelrecht ein Schatten darauf zu legen.

Ein Knacken war vernehmbar. Die Tür ging auf. Kiara atmete erleichtert aus. Endlich hatte das Warten ein Ende. Dieser merkwürdige Moment war vorbei.

Aber es war nicht die Tür des Außenministers, der die Wahl seiner Empfangsdame stets selbst traf, sondern die Tür, die Kiara selbst vor etwa einer Stunde durchquert hatte. Die Frustration darüber blieb ihr im Halse stecken, als sie die zwei Gestalten sah. Sie schritten nicht, sie glitten fast schon majestätisch. Zumindest die eine, die andere hatte etwas Raubtierartiges an sich.

 

 

Textschnipsel 2

»Großer Vater, ist das wirklich wahr?«

Maige wollte einen Luftsprung vollführen, aber sie bremste sich. Schließlich musste sie sich benehmen. Bei Hofe war alles sehr offiziell. Ihr Vater – Khar, König von Ka Ha – schmunzelte verhalten. Mit dem nächsten Wimpernschlag war sein Gesicht wieder ernst und erhaben. Maige fragte sich, ob sie sich sein Lächeln nur eingebildet hatte.

»Beim Übergang erwartet dich ein Wanderer. Er kennt sich bestens aus in der Menschenwelt und bringt dich sicher auf direktem Wege in das Außenministerium, wo du dem Minister den Vertrag bringst. Wenn er unterschrieben hat, kehrt ihr unverzüglich nach Kaork zurück. Hast du das verstanden?«

Während ihr Vater sprach, verlor Maige immer mehr an Farbe und Fröhlichkeit. Sie durfte nur den Boten spielen. Sie hatte keine Zeit, sich die Welt etwas genauer anzusehen. Dabei war das schon als kleines Mädchen ihr innigster Wunsch gewesen, wenigstens einmal in die Menschenwelt reisen zu dürfen und so viel wie möglich dort zu erkunden. Zu jedem Hianertag – dem einen Tag im Jahr, an dem die ganze Arbeit niedergelegt und zur Huldigung der Götter Hi Ho Nal gefeiert wurde – hatte sie sich das gewünscht. Immer hatte es geheißen, es sei zu gefährlich. Aber jetzt war sie erwachsen. Und wenn Vater König sie schon in die Ehe mit dem Prinzen aus dem benachbarten Königreich zwang – hätte er da nicht einmal an sie denken können und ihren einzigen Wunsch erfüllen?

»Kann ich nicht länger ...«

Maiges Mutter, Lady Nacan, brachte sie mit einem Blick zum Schweigen. Das schaffte sie nicht oft, denn die schönste Frau im Lande mit ihren rotblonden Haaren und den unverwechselbar dunkelblauen Augen, war von Grund auf eine liebenswerte Persönlichkeit. Es irritierte Maige, gleichzeitig war sie verletzt. Fiel ihr Mutter Königin jetzt auch noch in den Rücken?

»Über den Inhalt des Bündnisses weißt du ja Bescheid. Deine Aufgabe ist zudem, ihm unser Versprechen zu geben, ihnen zu helfen, falls die Menschenwelt einmal Hilfe benötigt.«

Ja, sie wusste Bescheid. Kaork wurde bedroht. Bisher war noch nicht bekannt, von wem. Es war auch noch nicht direkt etwas passiert, aber eine ungreifbare Gefahr lag in der Luft. Es gab Erzählungen, dass der ein oder andere Kaorker wie vom Erdboden verschluckt schien, und Tage später war er wieder da, gesund, aber im Wesen verändert.

Die Hi Ho Nal – die Herrscher dieser Welt – waren tatenlos. In Maige baute sich mit dem Wechsel der Tage immer mehr eine Vermutung auf. Sie wagte es aber nie, sie auszusprechen. Vaters Handeln ließ sie allerdings erahnen, dass er das Gleiche dachte.

Maige sollte die Prinzen von Ka Kr heiraten, um sich ihre Unterstützung zu sichern. Denn kam es hart auf hart und hatte man zu keinem anderen Königreich eine Bindung, half man nur sich selbst. Ka Ha war ein Handwerksreich, Ka Kr hingegen bildete Krieger aus. Dann gab es noch Ka An, die untergebensten Anbeter und Diener der Hi – wie die Gottheiten kurz genannt wurden –, und die Ka La – die Landwirte.

Ka Kr war definitiv die beste Wahl für eine Zusammenkunft. Maige hatte den Prinzen schon etliche Male gesehen. Man konnte fast sagen, sie waren gute Freunde. Krian war gar keine schlechte Partie, er sah gut aus, hatte Humor und das Herz am rechten Fleck. Aber Maige hatte sich doch etwas mehr vom Leben mit einem Mann erwartet. So etwas wie Liebe. Sie glaubte nicht daran, dass diese im Laufe der Zeit entstand. Entweder man spürte das berühmt- berüchtigte Kribbeln gleich, oder es würde nie da sein, da war sie sich sicher.

Seufzend nickte Maige. Ihr blieb gar nichts anderes übrig, als sich ihrem Schicksal zu fügen. Ihr Vater war der König, sowohl Mutter als auch sie hatten Folge zu leisten. Zum Wohle des Volkes.


[Buchvorstellung einmal anders] KAORK - Dein Kampf ist der meine von Ailis Regin

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Maige und Kiara aus „Kaork – Dein Kampf ist der meine“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Maige: Danke, dass wir dabei sein dürfen.
Kiara: Ja, danke. Wir freuen uns auf die Fragen.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Kiara: Natürlich. Ich bin Kiara, stamme aus Wien, Österreich. Ich habe vor kurzem mein Studium in Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen, nebenbei und auch danach habe ich gekellnert, was mir sehr Spaß macht. Dann habe ich Maige getroffen und bin ihr in ihre Welt gefolgt …
Maige: Und das bin ich. Prinzessin Maige von Ka Ha, einem der vier Königreiche in der Welt Kaork. Ich soll eigentlich den Prinzen der Krieger heiraten, um den Schutz meines Königreiches zu gewährleisten. Nur ist das so gar nicht mein Traum von Liebesgeschichte …
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Maige: Es geht um Freundschaft, plötzlich entstanden, sich aber anfühlt, als bestünde sie schon immer. Um eine Liebe, die sich langsam entwickelt und aussichtslos ist. Es geht um einen bevorstehenden Kampf, bei dem anfangs noch gar nicht klar ist, gegen wen. Wie soll man ihn dann gewinnen?
Kiara: Ich falle von meiner Welt in eine völlig fremde, in eine stürmische Liebe. Und für mich tut sich etwas Wunderschönes auf, das ich nie erwarten hätte können. Eine Vergangenheit und Gegenwart, die sich durch mein Mitwirken an dem Kampf plötzlich ändert.
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Kiara: Oh, ja. Sie liebt das
Maige: Quatsch. Ich glaube nicht, dass Ailis das gerne macht. Aber manche Dinge müssen erst negativ sein, um sich in etwas viel Besseres wandeln lassen zu können.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Kiara: Ich glaube, ich mag das Aufeinandertreffen mit Maige ganz gerne. Als sie durch die Türe trat … Ich glaube, unterbewusst war mir da schon klar, dass zwischen uns eine besondere Freundschaft entstehen wird.
Maige: Mmh, ja. Das würde ich auch meinen. Nur dass mein bewusstes erstes Treffen später war. Aber ja, in diesem Moment war nichts anderes wichtig, als zu erfahren, wer Kiara ist.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Maige: Ich glaube, da kann ich für uns beide sprechen. Definitiv steckt das ein oder andere von Ailis in uns. Meine Unsicherheit zum Beispiel, oder Kiaras Gerade heraus-Art. Und rund um diese Eigenschaften hat sie wohl das Beste aus uns herausgeholt.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Kiara: fürsorglich, freundlich, selbstzweifelnd,
Maige: ehrlich, direkt
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Kiara: Oh, damit hat sie sich richtig schwer getan. Der stand erst lange nach dem Cover fest.
Maige: Der Titel sollte eigentlich etwas mit Seelenverbundenheit zu tun haben und ohne Untertitel. Schließlich war das aber nicht so umsetzbar und sie hat sich für ein sehr prägnantes Merkmal aus dem Buch als Haupttitel entschieden.
Kiara: Der Untertitel geht auf meine Kappe. Mit meiner Entscheidung, Maige zu begleiten, hat er sich geformt.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Maige: Oh, ich liebe es. Alles daran. Die Farben, dass es uns zeigt (wenn auch nur symbolisch – mit Krone und Schwert)
Kiara: Und das Cover von Teil 2 erst … Das ist der Hammer, aber dazu dürfen wir noch nichts verraten.
Danke für das Gespräch
Kiara: Sehr gerne
Maige: Wir haben zu danken.

[Autoreninterview] Ailis Regin


Autoreninterview
Ailis Regin

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hey, ich bin Ailis, 34 und lebe mit meinem Mann und meinen zwei Wirbelwinden von Jungs in Oberösterreich. Neben meiner Leidenschaft, dem Schreiben und lesen, komme ich beim Hula Hoop gerne etwas zur Ruhe oder powere mich beim Sport aus.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe es immer schon als Ventil benutzt, meine Gefühle zu ordnen. Seit ich schreiben kann, habe ich Geschichten verfasst, die mit den Jahren immer länger wurden.
Anfangs Detektivgeschichten, mit der Zeit bin ich dann aber in den Fantasy- und Liebensbereich gewechselt, weil ich das später selbst gern gelesen habe.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Derzeit sind von mir keine Bücher auf dem Markt erhältlich. Ich hatte bereits 4 als Ebook veröffentlicht, habe sie aber wieder zurückgezogen, weil ich mit dem Inhalt nicht ganz zufrieden war, diese erhalten zu gegebener Zeit ein neues Release.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Neben der Romance mit dem Arbeitstitel „Träume und Lebe“, das derzeit in der Lektoratsphase steckt, schreibe ich zwischendurch an einer neuen Romantasy. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber sie trägt den Arbeitstitel „under ice“
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Also …
Schreiben. Natürlich ;)
Lesen, mit meinen Kindern Ausflüge machen, mich mit meiner Freundin treffen. Und der Sport spielt in meinem Leben eine große Rolle. Ob Hula Hoop, laufen, Home Workouts, wandern, Rad fahren, ... Ich bin für nahezu alles offen.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Meine absolute Lieblingsautorin seit langem ist Jenny-Mai Nuyen. Mit ihren Büchern bin ich groß geworden und ich lese sie auch immer wieder, wenn es mein stetig wachsenden SUB zulässt.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Mein ganzer Stolz ist mein neuer Schreibtisch mit Blick ins Freie. Aber grundsätzlich kann ich mit Block und Stift überall schreiben. Mit Krabbelstubenkind und einem 1.Klässler nutze ich jede Minute, in denen sie alleine spielen wollen und schreibe so meist auf dem Esstisch – im Sommer auf dem Terrassentisch.)
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Aufstehen, Frühstücken, 20 Minuten Schreibzeit (ab Herbst vielleicht sogar mehr :D ), Arbeiten im Brotjob. Dann ist schon Mittagszeit – Haushalt, Hausaufgaben, Spielen mit den Kids …
Dazwischen bei Kaffee werden (wenn’s gut läuft) ein paar Zeilen geschrieben.
Abends wenn die Kinder dann schlafen sind, ist meine Zeit. Sport, Schreiben, Instagram füttern …
Ziemlich unspektakulär – und dennoch oft gar nicht so einfach, Brotjob, Mamasein und Autorinnenleben unter einen Hut zu bekommen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim lesen sind sämtliche Genres von Romance (auch spicy, dark, … ab und an) und Fantasy dabei. Da mische ich immer durch, mal reine Liebesgeschichten, dann wieder ein Buch mit magischen Einflüssen.
Schreibtechnisch bin ich in der Romantasy und Romance (new Adult, cozy, bisschen spice ;) …) unterwegs.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Träume nicht dein Leben. Lebe deinen Traum.
Danach lebe ich. Auch wenn ich schon ein paar Mal den Traum aus den Augen verloren habe, bin ich immer wieder dahin zurück, habe nie ganz aufgegeben, und werde es auch nie.
Man lebt nur einmal und dieses Leben sollte man mit allem füllen, was einen glücklich macht.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Nein, ich habe kein Lieblingsland. Ich bin in Österreich geboren und aufgewachsen und habe nie groß etwas von der Welt gesehen (abgesehen, von ein paar All inclusive Urlauben am Meer.)
Nach Kaork würde ich gerne mal ;)
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich arbeite daran …
Nein, also – im ersten Moment bin ich tatsächlich oft eingeschnappt. Aber wenn ich über die Kritik in Ruhe nachdenke, dann kann ich sie grundsätzlich schon gut annehmen und Lehren daraus ziehen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Also, ich habe mich nicht für oder gegen etwas entschieden. Ich habe nur für mich entschieden, dass ich es zu schade fände, meine Buchbabys in einer Schublade versauern zu lassen. Deshalb werde ich alles dafür tun, sie der Buchwelt näher zu bringen. Ob mit Verlag oder ohne, ist da eher nebensächlich.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lebt und liebt, als gäbe es kein Morgen