Freitag, 27. März 2026

[Protagonisteninterview] Frederigo aus Der Zorn der Schlange von Barbara Drucker

 


Protagonisteninterview
mit Frederigo



Ich treffe mich heute mit Frederigo aus dem Buch „Der Zorn der Schlange“ von Barbara Drucker.

Hi, schön, dass du heute Zeit findest, ein wenig mit mir über das Buch zu sprechen.
Klar doch. Abwechslungen zur Arbeit in der bischöflichen Kanzlei sind mir immer willkommen.
Wie geht es dir heute?
So gut es einem in einer Soutane eben gehen kann. Was gäbe ich darum, die Morde aufzuklären, aber nein, ich muss den Fürstbischof bespitzeln. Dafür bin ich nicht Schlangenkrieger geworden.
Würdest du dich meinen Lesern vorstellen?
Ich bin Federigo, Nachnamen können wir uns sparen. Ihr könnt mich auch Volpe nennen, das ist mein Kriegername. Meine Kameraden haben mich immer Strega gerufen, das ist italienisch und bedeutet Hexe. Wegen meiner Tarotkarten, verstehst du? Und weil ich meinen Zopf immer schlampig binde. Aber die Meister haben sich für Fuchs entschieden. Angeblich als Anspielung auf meine List, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass auch meine Haarfarbe dabei eine Rolle gespielt hat.
Was ist dein höchstes Lebensziel?
Als dritter Sohn eines umbrischen Hufschmieds entwickelst du keine sonderlich hohen Ziele. Ich wollte vor allem weg aus meinem Dorf, hinaus in die Welt und Abenteuer erleben. Hat ja großartig funktioniert, denn jetzt sitze ich hier in Passau fest und Abenteuer dürfen die anderen bestreiten. Insofern kann ich den beiden Attentätern auch noch dankbar sein, wenigstens hatte ich für einen kurzen Moment mein Leben zurück. Von daher also: Meine Mission erfüllen und dann einen aufregenderen Auftrag übernehmen.
Wie kann man sich deinen ganz normalen Alltag vorstellen?
Momentan? Aufstehen zu nachtschlafender Zeit und mit den Mönchen die Stundengebete herunterleiern. Im Kloster essen, dann in die Kanzlei und die Augen nach interessanter Korrespondenz offenhalten. Dienst im Dom, du weißt schon, Messe lesen, Beichte abnehmen. Und mir Kontakte aufbauen, um an Informationen zu kommen. Waffenübungen mache ich heimlich in meiner Zelle und mit kräftigen Spaziergängen sorge ich für meine Kondition. Wahrscheinlich nennt mich halb Passau hinter meinem Rücken den rennenden Pfaffen.
Welche Stolpersteine und Hoppalas würdest du gerne aus deinem Leben eliminieren?
Wozu eliminieren? Aus Fehlern und Hindernissen lernt man, außerdem machen sie das Leben erst interessant. Wenn ich etwas loswerden will, dann diesen frommen Fetzen.
Wenn du einen Wunsch frei hättest, wie würdest du ihn verwenden?
Nur einen Wunsch? Ich habe alles, was ich brauche, aber Riccardo würde ich gerne von seinen Schuldgefühlen befreien.
Herzlichen Dank für deine Zeit.
Das war’s schon wieder? Schade. Also ab in die Kanzlei zur täglichen Langeweile. Vielleicht verkürzt mir ja ein weiterer Mord die Zeit.

Donnerstag, 26. März 2026

[Schnipseltime] Little Big City - Fataler Fall von Katja Kleiber


 

Nieselregen fiel mir ins Gesicht. Ich schniefte. Hoffentlich erkältete ich mich nicht bei dem miesen Wetter. Im Radio sagten sie, es sei zu warm für die Jahreszeit. Konnte ja sein, aber das ewige Grau ging mir auf die Nerven. Ich zog meinen Schal enger.

Der Altbau, in dem Helga wohnte, wirkte würdevoll, auch wenn der Putz abblätterte. Ornamente umrandeten jedes Fenster, in beige von der rötlichen Fassade abgesetzt. Das Beige war verblichen.

Nur das Gerüst störte den Anblick der Fassade. Ich machte ein Foto. Ab jetzt würde ich alles dokumentieren, was an diesem Haus verändert wurde.

Oben turnte ein Arbeiter herum, ohne Helm oder sonstigen Schutz. Mir wurde beim Anblick schon schwindelig. War es der gleiche Mann, den ich gestern vom Küchenfenster aus gesehen hatte? Ein drahtiger Typ in Blaumann. Er schaute zu mir runter, grüßte aber nicht.

Direkt neben der Eingangstür waren Graffiti gesprüht: „Spekulantenschwein“ in kräftigem Rot. Daneben ein verblichener Schriftzug „Stadt für alle.“ Hier hatte man offenbar versucht, die Farbe zu entfernen, doch die Buchstaben waren noch zu erkennen. Klick, wieder ein Foto.

Ich senkte meinen Finger auf die Klingel von „Besier“, Helgas Nachname. Da die Tür offenstand, war es nicht nötig zu schellen, aber ich wollte sie nicht erschrecken.

Im Hausflur ging ich an einer langen Reihe Briefkästen vorbei. Alle Schlitze waren mit Malerkrepp zugeklebt, außer beim Kasten „Besier“. Erneut machte ich ein Foto.

Eine Schicht Staub und Zement bedeckte die Treppe. Sicher durch die Arbeiten mit dem Presslufthammer, die Dreck durchs ganze Haus geblasen hatten. Ich stieg zu Helga in den dritten Stock hoch. 

Oben angekommen, musste ich einen Moment verschnaufen. Nachts war ich nicht besonders viel zum Schlafen gekommen, denn Wombel und ich hatten neue Positionen ausprobiert. Mein Freund Mattu musste ja nichts davon wissen. Er arbeitete ohnehin meistens, so dass wir uns selten sahen.

„Helga?“

Sie saß am Küchentisch, trug eine adrette Bluse. Das Fenster stand leicht geöffnet, so dass es zog. Ich machte es zu.

„Hab dir was mitgebracht.“ Ich legte eine Packung Pralinen aus dem Supermarkt auf den Tisch. Wollte mich für die Kekse gestern revanchieren. Der Duft des Gebäcks hing immer noch in der Luft.

„Das ist aber nett, danke sehr.“ Ihr runzliges Gesicht strahlte. „Nimm dir doch eine Tasse, es gibt Kaffee.“ Zwei Tassen mit einer dünnen Flüssigkeit standen schon auf dem Tisch. Als ich zögerte, sagte Helga: „Oder magst du lieber Tee? Elena trinkt meinen Kaffee nicht. Schau mal, in der Kanne dahinten hat sie Tee aufgegossen, bedien dich.“

Ich überlegte, ob Tee besser wäre als zu dünner Kaffee, entschied mich aber für den Kaffee. Mit einer Praline dazu ließ er sich trinken. Ich lutschte an der Schokokugel herum. Dann fiel mir auf, dass Helga irgendwie besorgt wirkte. „Wie war deine Nacht?“

„Gut soweit.“

„Haben die Bauarbeiter wieder genervt?“

„Nein, bisher gab es keine Probleme heute. Aber, hör mal, Elena ist verschwunden.“

„Wie, verschwunden? Sie schläft doch hier?“

„Ja, wir haben zusammen gefrühstückt.“ Helga wies auf die Tassen. „Aber jetzt ist sie weg. Sie wollte Kartoffeln aus dem Keller holen und ist nicht zurückgekehrt.“

„Sie kommt bestimmt gleich wieder.“ Ich nahm noch eine Praline und ließ sie genüsslich im Mund zergehen, trank einen weiteren Schluck von dem Herzschoner-Kaffee.

„Kannst du mal nach ihr sehen? Sie braucht sonst nie so lange.“

„Gleich.“ Ich hatte keine Lust, schon wieder die Altbautreppe herunter und wieder hoch zu laufen. Es war so gemütlich bei Helga in der Küche.

Doch als sie mich flehentlich anschaute, konnte ich ihr den Wunsch nicht abschlagen. Elena flirtete vielleicht mit den Arbeitern. Oder nahm sich eine kleine Auszeit, um auf ihrem rosa Handy Nachrichten anzuschauen. Helga ließ ihr bestimmt keine Ruhe, solange sie in der Wohnung war. Mir war schon aufgefallen, wie sauber alles war. Helga erspähte bestimmt jede Fluse und Elena musste sie wegsaugen.

Ich machte mich daran, die Treppen wieder runterzusteigen.

In der Mitte traf ich einen Bauarbeiter, der mir nur unwillig auswich. „Guten Morgen!“, sagte ich betont fröhlich.

Er brummte nur.

Ich ging die Treppe weiter herunter und fand die Tür zum Keller, öffnete sie. Eine trübe Funzel erhellte nur notdürftig den Kellerabgang. Eine Holzstiege, auf den Stufen klebte ausgetretenes Vinyl. Unten lag etwas, das ich im Halbdunkel nicht erkannte. Ein Bündel Stoff?

Ich stieg herunter, vorsichtig, um nicht zu stolpern. Die letzten Stufen sprang ich.

Unten lag kein Stoffbündel, es war ein Mensch.

Ich erkannte Helgas Pflegerin an der Kleidung. Ihr Kopf war in einem seltsamen Winkel abgeknickt.

„Elena?“ Ich berührte sie an der Schulter.

Ihr Körper gab nach und fiel auf die Seite. Ich blickte in leblose Augen.

Fuhr zurück.

„Elena!“

Ich schluckte. Dann näherte ich vorsichtig meine Hand ihrem Gesicht.

Ihre Haut war noch warm, aber da war kein Atem. Ihre Brust hob und senkte sich nicht.

Ich fummelte hektisch an ihrem Hals herum.

Kein Pochen. Kein Puls.

 

[Buchvorstellung einmal anders] Little Big City - Fataler Fall von Katja Kleiber

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Katja Kleiber, um mit ihr über ihr Buch „Little Big City – Fataler Fall“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Danke, dass ich hier sein darf und danke für Dein Engagement für Bücher.
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
In dem Buch geht es um Privatdetektivin Sandy, die einer älteren Dame helfen will, in ihrer Wohnung zu bleiben. Der Vermieter versucht, sie hinauszuekeln. Dann findet Sandy die Pflegerin der alten Dame tot auf und die Probleme eskalieren. Sandy stößt auf Skandale, die von ganz vertuscht werden. Ein hochspannender Krimi darüber, wie unser Wohlstand auf Billiglöhnen beruht.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Es ist viel spannender, sie in schwierige Situationen zu bringen. Es hat mir einen diebischen Spaß gemacht, Sandy in einen Transporter einzusperren, mit dem sie an einen unbekannten Ort verbracht wird – mal sehen, wie sie da nur rauskommt!
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
„Kaum war das Fenster nach unten geglitten, sagte der Beamte: „Papiere bitte. Haben Sie getrunken?“
Klar, der dachte, ich wäre besoffen, so wie ich in Schlangenlinien über die Straße gerast war. Dass mir jede Fahrpraxis fehlte, konnte er ja nicht ahnen.
„Sorry, hab keine dabei, ich wurde entführt.““
Wie viel echte Katja steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Das ist natürlich 100 % pure Katja, aber ich möchte das nicht alles erleben oder erlebt haben, was die Figuren durchmachen. Nur die Emotionen sind echt.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Die hat auch sonst nichts zu tun, als sich immer neue Abenteuer für uns auszudenken. Sie ist ruhig, kann sich aber über Ungerechtigkeiten schnell aufregen.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Der Titel musste dem Muster folgen, dass er das Wort „fatal“ enthält, um zu dieser Staffel der Reihe zu passen. Die ersten drei Bände heißen alle „Der tote …“ und die nächsten heißen alle was mit „fatal“.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Jetzt bin ich ganz zufrieden, aber es ist der dritte Entwurf. Die vorherigen hatten nicht genug Kontrast. Ich denke, nun reflektiert das Cover sowohl Genre als auch Inhalt. Es gefällt mir wirklich gut.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Gleich der erste Satz: „Klos und Duschtassen zu bewachen, war eine der dämlichsten Tätigkeiten der Welt.“
Danke für das Gespräch.
Danke für die Einladung.

[Autoreninterview] Katja Kleiber



Autoreninterview
Katja Kleiber

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich morde mit Begeisterung, aber nur literarisch. Im echten Leben kann ich kein Blut sehen. Meine Krimis sind auch nicht besonders blutrünstig, ich schreibe Spannungsliteratur mit großem Interesse an gesellschaftlichen Missständen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
ich schreibe eigentlich schon immer, sowohl beruflich als auch privat.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher sind zwei Bände meiner Spanienkrimi-Trilogie erschienen, der nächste folgt im Sommer. Das ist eher Romantic Suspense, da ist immer eine Liebesgeschichte mit dem Krimi verwoben. In meiner Frankfurtkrimi-Reihe erscheint im März der fünfte Band, zwei weitere sind noch geplant.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, ich habe gerade den fünften Frankfurt-Krimi beendet und schreibe nun den dritten Spanien-Krimi. Das macht viel Spaß, weil ich mich gedanklich ans Mittelmeer versetze.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich gehe mit meinem Hund in den Wald, um zu entspannen und einen Gegenpol zum ständigen Arbeiten am Computer zu haben.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Klar, ich lese eigentlich täglich, und zwar vom Sachbuch über den Krimi bis hin zu Thrillern. Zu meinen Lieblingsautoren zählt momentan Jussi Adler-Olsen mit seinem Sonderdezernat Q und Carl Mörck.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich schreibe meistens auf dem Sofa 😉 Da bin ich ganz entspannt und tippe vor mich hin.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Langweilig. Ich gehe mit dem Hund raus, dann schreibe ich eine Stunde lang an meinem aktuellen Krimi. Danach schreibe ich journalistische Artikel. Mittags gibt es was Leckeres zu essen und dann geht es wieder an den Schreibtisch. Es gibt ja auch viel Organisatorisches zu erledigen, von Buchhaltung bis Marketing.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ganz klar der Krimi, sowohl beim Lesen wie beim Schreiben.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
„Die Inspiration existiert, aber sie muss dich bei der Arbeit finden.“ Pablo Picasso
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Spanien, weil da zuverlässig schönes Wetter ist und ich dort Freunde habe.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kritik hilft, sich weiterzuentwickeln, muss aber berechtigt und konstruktiv sein.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich habe drei Eifelkrimis im Emons-Verlag veröffentlicht und würde nicht ausschließen, dort auch wieder ein Buch zu platzieren. Momentan habe ich jedoch viele Ideen, die ich möglichst rasch zu Papier bringen und veröffentlichen möchten. Mit einem Verlag dauert es länger und es ist nur ein Buch pro Jahr möglich.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Unterstützt bitte uns freie Autor/innen, damit wir sichtbar werden. Das ist jedes Jahr schwerer, weil immer mehr Bücher auf den Markt geworfen werden. Jede Erwähnung und jede Rezension hilft uns, danke.

Mittwoch, 25. März 2026

[Coverinterview] Visionen aus der Tiefe von Lisa U. Fantasy


 

Coverinterview
„Visionen aus der Tiefe“


Heute habe ich Lisa U. Fantasy zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.

Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Das Cover kam nach dem Titel. Ich brauchte zuerst den Titel, um mir dann darüber Gedanken zu machen.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?
Nur ungefähr. Ich mag z.B. keine Menschen auf dem Cover, da sich die Lesenden die Charaktere selbst vorstellen sollen. Und es soll nicht zu überladen sein.
Ich habe das Glück, dass Renee daraus sehr schnell genau das zaubert, was mir dann super gefällt ^^
Welche Bedeutung haben für dich die Linien, die hellen Spots und die Stadt?
Die Linien stehen für mich für die digitale Welt, die Stadt für den Megakomplex und die hellen Spots – die werden im Buch erklärt. Was sie alles sein können ^^
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Es sollte zum Genre Cyberpunk passen und den Inhalt der Geschichte widerspiegeln. Ich finde, dass ist zumindest für mich, gelungen.
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, dass das Buch am besten beschreibt?
Am besten beschreibt der Klappentext das Buch. Klappentexte sind für mich extrem schwer und deswegen bin ich so zufrieden, dass er so gut passt ^^ Wer gerne mehr über den Inhalt wissen will, darf mir gerne folgen. Ab demnächst erscheinen immer wieder Zitate aus dem Buch auf meinen Account.
Klappentext:
In einer Welt aus Daten, Stahl und dem beständigen Rauschen des Regens sucht Norman einen Ausweg. Die Sehnsucht nach einem blauen Himmel treibt ihn an, während die Enge des Megakomplexes ihn erdrückt.
Da verheißt ihm ein Spalt im digitalen Gefüge einen Weg in eine Welt jenseits der Kuppel.
Für seine Anhänger ist er damit ein Prophet. Für die Regierung ein Aufrührer. Doch die Zeit wird knapp, denn der Riss schließt sich - und mit ihm Normans einzige Hoffnung.
Auf der Suche nach der Wahrheit überschreitet Norman die Grenze. Doch was, wenn jeder Ausweg nur ein anderer Käfig ist?
Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?
Ich bin zu 100% zufrieden. Es ist genau passend ^^
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊
Sehr gerne. Danke für Deine Einladung mitzumachen.

[Buchvorstellung einmal anders] Visionen aus der Tiefe von Lisa U. Fantasy

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit dem Charakter Rynna und ihrer Autorin, um mit ihnen über das Buch „Visionen aus der Tiefe“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Wir freuen uns beide sehr, dass Du uns eingeladen hast
Es wäre toll, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen würdet, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Als LiSa Fantasy schreibe ich fantastische Geschichten, innere Filme, die ich in Worte packe und hoffe, dass die Lesenden einen ähnlich Film erleben
Als Rynna bin ich ein wichtiger Nebencharakter, der in dem Buch eine wichtige Rolle für die Hauptfigur spielt, aber zu viel darf ich nicht verraten.
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Normans einziges Ziel ist es, dass er und jene, die ihm wichtig sind, endlich aus dem Gefängnis des Megakomplexes entfliehen können. Dafür tut er alles und doch ist er blind.
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen? Hat sie dich richtig eingeschätzt?
Da ich meine Rolle als Rynna ja kenne, kann ich sagen, dass meine Autorin ihre Charaktere durch tiefe Täler führt. Nicht, weil sie daran Spaß hat, sondern weil es echt ist und die Charaktere dann am meisten fühlen.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Als Autorin mag ich die Stelle, die in der Digitalis – der digitalen Ebene des Komplexes – spielt.
Ich habe eine Stelle, an der Norman eine Erkenntnis zu mir, Rynna, hat. Sie ist im letzten Kapitel. Sie gefällt mir so gut, auch wenn sie tragisch ist. Mehr darf ich nicht verraten, ohne zu spoilern.
Was glaubst du, wie viel Lisa steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter? Hat sie alles gefunden oder gibt es da noch etwas verstecktes?
Ich glaube, wir als Charaktere sind frei erfunden. Aber die Gefühle, die Zweifel und all das, das ist was, das LiSa selbst gut fühlen kann und deswegen sind die Handlungen nachvollziehbar.
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Sie ist chaotisch, kreativ und kann mit ihren Figuren sehr gemein sein – vor allem mit mir und Norman. Aber sie hat das Herz am rechten Fleck.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Der Titel kam am Ende, da ich den alten Titel von 2016 nicht nehmen durfte. Ich habe das Manuskript überarbeitet und dann darüber nachgedacht, welcher Titel am besten passt. Den Gewinner kennt ihr ^^ Das gute am Selfpublishing ist, dass ich selbst entscheide, was ich wie haben oder nicht haben möchte. Deswegen war der Titel auch meine Entscheidung.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Das Cover ist 100% meins und ich bin sehr dankbar, dass Renee von Cover and Art Design meine wirren Gedanken so zu Bildern erschaffen kann.
Naja, ich hätte mich natürlich gerne auf dem Cover drauf gehabt ^^ aber LiSa mag keine Personen vorne drauf. Sie will, dass sich jeder die Personen selbst vorstellt ^^
Was ist jeweils euer Lieblingszitat aus dem Buch?
Das ist wirklich schwierig, da gibt es so viele. Das erste Zitat ist direkt im Prolog „DIE ARCHE HÄLT.“ Es ist so viel Propaganda und zeigt so deutlich für mich, warum Norman aus dem Megakomplex fliehen will.
Meines ist definitiv das hier „Norman hoffte, dass Rynna verstand, was er zwischen den Zeilen schrieb und nicht ausdrücken konnte.“ Und ja, ich hatte es verstanden. Mehr darf ich dazu nicht sagen, denn das wäre wieder gespoilert.
Danke für das Gespräch.
Es hat uns gefreut. Vielen Dank dafür.

Dienstag, 24. März 2026

[Schnipseltime] Sweet Demons - Das Flüstern der Magie von Michael Hamannt


 

Wir hatten Juni und über zwanzig Grad, doch auf dem Wasser fühlte es sich kälter an. Der Wind zerrte an meinem Haar, biss in meine Wangen. Der alte Fischerkahn hüpfte über die Wellen, und meine Finger klammerten sich an die Reling. Mir war übel. Der Gedanke an das Treffen mit dem Leiter der Forschungsstation machte es nicht besser.

Es hätte schlimmer sein können, und vor Kurzem war es das auch noch. Doch das Leben ging weiter. Die Welt drehte sich weiter. So war es, so würde es bleiben. Bis es eines Tages nicht mehr so wäre. Aber bis dahin, sagten die Wissenschaftler, vergingen noch ein paar Milliarden Jahre.

Ich seufzte.

Schritte näherten sich, und ein Mann stellte sich neben mich. Sein Blick hing an der Nebelbank vor uns. Er war alt. Graues Haar flatterte um sein Gesicht, und die Falten um seine Augen wirkten tiefer als der Marianengraben. Salzkristalle funkelten darin. Vielleicht bildete ich mir das auch nur ein. Aber an einem Ort wie diesem wusste man das nie so genau. Hier, tief im Süden Englands, war die Magie der Fae noch immer stark.

»Sollten Sie nicht am Steuer sein, Kapitän?«

»Autopilot«, erwiderte er knapp.

Schon als ich ihn anheuerte, war er mir nicht wie der gesellige Typ vorgekommen. Egal. Ich blickte wieder zum Nebel.

»Sind Sie sicher, dass Sie zur Isle of Veil wollen?«, fragte er.

Ja, war ich.

»Die Leute dort sind ein eigener Schlag«, sagte er leise. »Und dann die Dämonen. Kein guter Ort für eine junge Frau wie Sie, Ms ...«

»Nennen Sie mich Ivy.«

Sein Nicken wirkte zögerlich, beinahe widerwillig.

»Sie mögen keine Dämonen?«, fragte ich.

»Ich traue ihnen nicht, wenn sie ungebunden sind.«

Das sollte man nie. »Es ist eine Aufzuchtstation, Kapitän. Die Exemplare dort sind alle noch sehr jung. Harmlos.« Zumindest redete ich mir das ein.

»Wenn Sie es sagen, Ms …«

»Ivy.«

Stille senkte sich zwischen uns. Unter uns glitt ein Schwarm leuchtender Wesen vorüber. Für einen Moment wirkte ihr Anblick beinahe tröstlich. Ich beugte mich vor, um besser sehen zu können. Da löste sich ein gewaltiger Schatten aus der Tiefe, verschluckte das Licht und schoss unter dem Boot hervor. Das Wasser wirkte plötzlich dunkler, schwerer. Mein Herz setzte einen Schlag aus.

»Alles gut.« Der Kapitän legte eine Hand auf meinen Unterarm. Die Berührung seiner rauen, schwieligen Finger fühlte sich seltsam beruhigend an. »Das ist nur sie

Ein weißer Buckel durchbrach die Wasseroberfläche. Größer als ein Wal, viel größer. Fasziniert starrte ich auf die Schuppen, die im Sonnenlicht wie Perlmutt funkelten. Dann glitt das Wesen wieder in die Tiefe. Kurz bevor es verschwand, peitschte sein Schwanz das Meer auf. Gischt spritzte, das Boot geriet ins Schlingern. Doch der Anblick war zu schön, um ihn mir von meinem rebellischen Magen verderben zu lassen.

»Sie mag Sie.« Der Kapitän lächelte zum ersten Mal, seit wir uns begegnet waren. »Die Herrin der Isle of Veil hat Sie persönlich willkommen geheißen. Ich denke, Sie werden sich auf der Insel zurechtfinden, Ivy.« Er wandte sich ab und ging mit dem schwankenden Schritt eines Mannes davon, der mehr Zeit auf dem Wasser verbracht hatte als an Land.

Wir tauchten in den Nebel ein, und seine feuchte Kühle legte sich auf mein Gesicht. Um mich herum nichts als stilles, friedliches Weiß. Kein Wind. Keine Wellen. Selbst der salzige Atem der See wirkte gedämpft. Der Nebel hatte immer wie ein schützender Ring um die Insel gelegen. Man erzählte sich, sie habe ihn erschaffen: Die Herrin der Insel, eine der letzten Fae, die nicht mit ihrem Volk weitergezogen war.

Dann, von einem Augenblick auf den anderen, lichtete sich der Dunst. Sonnenlicht blendete mich. Vor mir lag ein grünes Eiland. Auf den ersten Blick wirkte es wie ein unberührtes Paradies. Doch eine Straße durchschnitt das Grün, und über den Bäumen im Osten stieg Rauch auf.