
Matteo tritt näher. Sehr viel näher. Ich spüre die Wärme
seines Arms, bevor ich sie bewusst wahrnehme.
»Zu süß. Das ist eher Märchenschloss als Toskana.«
»Die meisten Frauen lieben Märchen«, gebe ich zurück.
Er schnaubt leise. »Das ist kein Argument.«
»Deins auch nicht.«
Eine Weile funkeln wir uns nur an. Dann will ich die
Apricot-Karte etwas höher schieben, Richtung Terracotta-Ton. Im selben Moment
greift er danach. Unsere Finger streifen sich. Nur ganz kurz. Trotzdem spüre
ich ein leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen. Ich ziehe die Hand so schnell
zurück, als hätte ich mich verbrannt.
Er springt ebenfalls weg von mir. Sein Kiefer ist verkrampft
und er sieht aus, als habe ich ihn unsittlich berührt. Verdammt, es waren nur
unsere Finger.
Einen Moment sagt keiner etwas. Dann räuspert er sich. »Du
hältst das schief.«
»Tue ich nicht. Außerdem ist das egal. Das ist nur eine
Karte – damit wir die Wirkung sehen.«
»Nein, das ist wichtig.«
Mit einem Augenrollen rücke ich die Karte demonstrativ
gerade. »Besser, Mister Tausendprozent?«
Er beugt sich leicht vor, kommt mir dabei wieder viel zu
nah. »Immer noch schief.«
»Du stehst schief«, murre ich.
Giorgio lacht. »Ihr zwei seid wie ein altes Ehepaar.«
»Sicher nicht«, sagen Matteo und ich gleichzeitig.
Stille. Aber die Blicke, die Mama und Giorgio sich zuwerfen,
gefallen mir ganz und gar nicht.
»Vielleicht sollten wir erst einmal die Farbe für den Tresen
und die Stühle aussuchen«, sagt Matteo. Spürt er auch diese seltsamen Vibes
zwischen unseren Eltern? Als ob sie etwas wüssten, das wir nicht wissen?
Er tritt einen Schritt zurück, nimmt die Karte mit dem
Ebenholz-Farbton und hält sie gegen den Tresen. »Wie findet ihr das?«
So gut die schwarzbraune Farbe im Foyer aussah, hier
verschluckt sie alles. Ich verziehe das Gesicht. »Viel zu hart.«
»Das ist hochwertig«, entgegnet er.
»Aber es vermittelt keine Wärme. Nur Strenge.«
»Das nennt sich Eleganz.«
»Die hat ein Beerdigungsinstitut auch.«
Matteo
tritt näher. Sehr viel näher. Ich spüre die Wärme seines Arms, bevor ich sie
bewusst wahrnehme.
»Zu
süß. Das ist eher Märchenschloss als Toskana.«
»Die
meisten Frauen lieben Märchen«, gebe ich zurück.
Er
schnaubt leise. »Das ist kein Argument.«
»Deins
auch nicht.«
Eine
Weile funkeln wir uns nur an. Dann will ich die Apricot-Karte etwas höher
schieben, Richtung Terracotta-Ton. Im selben Moment greift er danach. Unsere
Finger streifen sich. Nur ganz kurz. Trotzdem spüre ich ein leichtes Kribbeln
in den Fingerspitzen. Ich ziehe die Hand so schnell zurück, als hätte ich mich
verbrannt.
Er
springt ebenfalls weg von mir. Sein Kiefer ist verkrampft und er sieht aus, als
habe ich ihn unsittlich berührt. Verdammt, es waren nur unsere Finger.
Einen
Moment sagt keiner etwas. Dann räuspert er sich. »Du hältst das schief.«
»Tue
ich nicht. Außerdem ist das egal. Das ist nur eine Karte – damit wir die
Wirkung sehen.«
»Nein,
das ist wichtig.«
Mit
einem Augenrollen rücke ich die Karte demonstrativ gerade. »Besser, Mister
Tausendprozent?«
Er
beugt sich leicht vor, kommt mir dabei wieder viel zu nah. »Immer noch schief.«
»Du
stehst schief«, murre ich.
Giorgio
lacht. »Ihr zwei seid wie ein altes Ehepaar.«
»Sicher
nicht«, sagen Matteo und ich gleichzeitig.
Stille.
Aber die Blicke, die Mama und Giorgio sich zuwerfen, gefallen mir ganz und gar
nicht.
»Vielleicht
sollten wir erst einmal die Farbe für den Tresen und die Stühle aussuchen«,
sagt Matteo. Spürt er auch diese seltsamen Vibes zwischen unseren Eltern? Als
ob sie etwas wüssten, das wir nicht wissen?
Er
tritt einen Schritt zurück, nimmt die Karte mit dem Ebenholz-Farbton und hält
sie gegen den Tresen. »Wie findet ihr das?«
So
gut die schwarzbraune Farbe im Foyer aussah, hier verschluckt sie alles. Ich
verziehe das Gesicht. »Viel zu hart.«
»Das
ist hochwertig«, entgegnet er.
»Aber
es vermittelt keine Wärme. Nur Strenge.«
»Das
nennt sich Eleganz.«
»Die
hat ein Beerdigungsinstitut auch.«




