Sonntag, 25. Oktober 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Echo of breaking ice von Trisha Brown

 



Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Trisha ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das in letzter Zeit schon öfter passiert ist, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Echo of breaking ice“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Hallo! Ich bin ganz aufgeregt!



Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Also: Ich wurde ja von Trisha Brown geschrieben, was bedeutet, dass ich harmloser beginne, als ich Ende. Am Anfang flimmert zwischen Ria und Costin, so heißen die Hauptfiguren, eine recht oberflächliche Anziehung. Kurz: Die sehen sich und sind scharf aufeinander. Rias Freundin Cam findet das überhaupt nicht gut; also so gar nicht! Sie ist stinksauer auf Costin und nach und nach versteht man auch warum. Cam weiß, sollte Ria sich in ihn verlieben, wird es unweigerlich damit enden, dass er ihr das Herz bricht, denn in Costins Leben ist kein Platz für so was. Und das weiß er auch. Was Ria nicht weiß, ist, dass er nicht einfach ein Typ ist, der in einer WG lebt. Costin ist Eiskunstläufer und auch da ist er nicht irgendwer. Er ist der beste. Zumindest war er das, bevor er einen schweren Unfall hatte, der auch noch seine eigene Schuld war. Ria, der man immer vorwirft, sie sei zu sensibel, schafft es genau damit, hinter seine Mauern zu kommen. Was dahinter liegt müsst ihr selbst lesen. Aber ich rate zu Taschentüchern.



In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt dich durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Sie ist definitiv der Typ für die schwierigen Szenen😒 Dann hat sie mal einen guten Tag und lässt alle glücklich und fröhlich sein, nur um es danach für die armen Figuren noch schlimmer kommen zu lassen.



Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Wie war das? Er sagt nicht „ich liebe dich …“, Costin sagt:
»Ich weiß nicht, was ich tun kann, damit du nicht wieder weggehst. Was immer es ist, sag es mir, ich mache es.«
Ria sagt:
»Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du diesen Test bestehst und alles bekommst, wovon du träumst. Aber noch viel mehr wünsche ich dir, dass du siehst, wer du bist, und dass es völlig ausreicht.«
Oh, und diese Stelle. Costin ist eher Pragmatiker 😅
»Das war mit Abstand die blamabelste Nacht meines Lebens«, resümiere ich frustriert.
Er wendet das Rührei. »Ist doch gut. Du bist erst zwanzig und hast das schon hinter dir.«





Weißt du wie viel Trisha tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Sie verteilt den Trisha-Anteil ziemlich gerecht in alle Richtungen. In meiner Geschichte spürt die Protagonistin allerdings permanent den Druck, mit anderen mithalten zu müssen, um dazuzugehören. So geht sie zum Beispiel auf Partys, obwohl sie lieber ein Buch lesen würde. Sie ist auch unheimlich konfliktscheu und kann durch einen Streit richtig krank werden. Das ist schon sehr Trisha.



Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Costin: Brutal!
Cam: Sie ist nur realistisch!
Costin: Du warst aber schon dabei, oder?
Cam: …
Ria: Ich denke, sie versucht nur, auf schwierige Themen aufmerksam zu machen und sie ungeschönt darzustellen.
Costin: Bin ich der Einzige, der sie grausam findet?
Ria: Ich glaube, sie liebt uns sehr und hat beim Schreiben selbst viel geweint.
Costin: Zu recht!
Cam: Sie kann ja auch nett sein. Und hilfsbereit ist sie auch.
Costin: Zu mir nicht!
Cam: Das wird wohl seine Zeit brauchen, bis er das verarbeitet hat …
Ria: Ich denke auch …





Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Mein Titel hat sich beim Schreiben ergeben. Ich habe der Autorin da gar keine Wahl gelassen und klipp und klar gesagt: du, das hier ist es! Sie musste das dann beim Verlag vortragen und dort wurde der Titel auch genommen.



Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich bin absolut zufrieden. Die Autorin hat alle meine Wünsche weitergeleitet und sie wurden ganz toll umgesetzt. Der Riss im Eis, das Gold in der Schrift … alles Kleinigkeiten, die mich wunderschön machen und perfekt zur Geschichte passen. Sports Romance hat zurzeit eher illustrierte Cover, aber ich habe sofort gesagt, dass es überhaupt nicht zu mir passen würde.



Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
»Ich bin jemand, der von einem sehr hohen Ross gefallen und verdammt hart aufgeschlagen ist.«
Ich denke, das ist es.




Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch antwortet. Leise flüstere ich dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«



[Autoreninterview] Trisha Brown


Autoreninterview
Trisha Brown

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Trisha und schreibe New Adult Romance mit sehr starkem Fokus auf Mental Health. Ich selbst nenne es Deep New Adult, was ein Begriff ist, den ich vor ein paar Jahren mit meiner Community kreiert habe. Es bedeutet, dass ich sehr tief in die Themen reingehe, auch da weitermache, wo es wehtut, und die ungeschönte Wahrheit zeige. Ganz wichtig ist mir die Botschaft: Liebe heilt nicht. Auch wenn wir uns das alle wünschen.
Im wahren Leben bin ich Mama zweier Mädchen im Grundschulalter und lebe an der niederländischen Grenze. Wir haben zwei Katzen, die Kimchi und Daishi heißen, und vier Ratten wuseln auch noch herum😄


Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Mein Beruf ist Theaterschauspielerin und das ist ein ziemlich einnehmender Job. Im Grunde dreht sich rund um die Uhr alles ums Theater, wo man sich auch fast rund um die Uhr aufhält. Ich habe damals etwas gesucht, um meine Gedanken runterzufahren. Einen Fernseher hatte ich nicht, wohl aber einen Laptop. Dann hab ich einfach mal angefangen zu schreiben😊


Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Set on You-Dilogie (My mind Set on You, My Heart Set on You)
In dieser Geschichte geht es im Callie, die nach einem Vorfall mit ihren Freunden auf ein College in einer Kleinstadt geschickt wird, wo sie David kennenlernt. David ist wahnsinnig beliebt, gilt als Sonnyboy, doch er trägt selbst im Sommer niemals ein T-Shirt. Ein Lächeln ist nicht immer die Wahrheit und das möchte diese Geschichte über Selbstverletzung und Depression zeigen.
A Joyful Summer (momentan nicht erhältlich)
Gabriel kommt aus einem gewalttätigen Elternhaus, hat keinen Schulabschluss und in den Meinungen aller auch keine Zukunft. Niemand weiß, dass er ein herausragendes musikalisches Talent hat und an eine Musikhochschule nach England gehen wird. Doch vorher lernt er Joyce kennen, die in aller Augen oberflächliche Influencerin, bei der er schnell merkt, dass sehr viel mehr hinter einer Fassade stecken kann. Die Geschichte behandelt das Thema Bulimie und die Angst der Betroffenen, nicht krank genug zu sein, um Hilfe annehmen zu dürfen.
Staged. Play it off.
In dieser Geschichte hat Catalin, ein berühmter Fußballspieler, einen Ohrwurm, tanzt dazu in der Umkleidekabine, und ein Video davon landet im Internet. Die Sängerin, Zoe, wird hierdurch praktisch über Nacht berühmt und muss die Nationalmannschaft nach dem WM-Sieg auf ihrer Siegestour begleiten. In diesem Buch geht es um Leistungsdruck und den Druck der Öffentlichkeit, wenn jeder deiner Schritte gesehen und vor allem bewertet wird. Es geht um die Frage, ob ein Traum es wert ist, sich selbst dafür aufzugeben.
Echo of breaking Ice (Erscheint am 4. Dezember und ist bereits vorbestellbar)
Hier geht es um Ria, die wahnsinnig sensibel, aber genauso konfliktscheu ist. Die vor vielen Dingen Angst hat und unaufhörlich versucht, von anderen akzeptiert und gemocht zu werden. Und es geht um Costin, dem die Sport-Welt zu Füßen lag, bis er durch einen Fehler alles verloren hat, was ihn ausmacht. Ria muss an ihre Grenzen gehen, nicht nur, weil alle ihr sagen, er sei nicht gut für sie. Sondern vor allem, weil sie sensibel genug ist, zu sehen, dass es ihm auf eine ganz bestimmte Art nicht gut geht.


Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Immer 🤗 Momentan sind es sogar zwei gleichzeitig.


Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Kinder sind versorgt, Tiere gefüttert, und keiner will was von mir? Selbst mein Garten ist wunschlos glücklich? Also dann spiele ich Zelda 🥰 Vor einem Jahr ist durch Zufall ein Spiel in mein Leben geraten und seitdem verstehe ich, was die Leute an dieser Story so fesselt.


Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Mein Lieblingsautor ist Stephen King. Ich lese gerade zum sechsten Mal ES, was auch mein Lieblingsbuch ist. Also meine Lesegewohnheiten stimmen nicht ganz mit meinem Schreiben überein😅Ich lese aber querbeet und wähle das nach Stimmung.



Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich sitze meistens auf dem Sofa und habe so einen kleinen, ausklappbaren Laptop-Tisch. Abends sitze ich mit diesem Tischchen im Bett.


Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Morgens versuche ich erst mal, alle sauber und pünktlich in Schule und Kindergarten abzusetzen. Danach habe ich ein paar Stunden zum Schreiben, bevor ich alle um die Mittagszeit wieder einsammle. Nachmittags bin ich ein persönliches Uber und bemühe mich, jeden zu seinen Verabredungen oder Vereinen zu bringen. Abends sitze ich wieder am Laptop oder schaue am Wochenende mit meinem Mann eine Serie. Alles sehr unspektakulär bei mir😄


Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese nach Stimmung. Mal Stephen King, danach Ali Hazelwood, danach ein Buch über Nordkorea. Ich bin wirklich so gar nicht festgelegt. Bei KU stöbere ich auch sehr viel und habe parallel zum Papier-Buch immer ein Elektro-Buch😁 Beim Schreiben bewege ich mich seit längerem in der New Adult Ecke, wobei ich den Fokus stark auf Mental-Health-Themen lege.


Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
„Angst kann man nicht einfach abstellen. Aber du darfst dich von ihr auch nicht in die Ecke drängen lassen.“
Das ist ein Zitat aus „Echo of breaking Ice“. Darin steckt viel von mir. Ich habe vor etlichen Dingen große Angst, aber ich mache sie trotzdem. Ich kann gar nicht in Worte fassen, was für eine Angst ich vor jeder Theater-Premiere hatte. Oder vor jeder Veröffentlichung eines neuen Buches. Ich habe unglaubliche Flugangst, aber nach Asien fährt nun einmal kein Bus. Das sind nur ein paar Beispiele. Ich glaube, mein Motto ist „Hilft ja nix“ 😂




Hast du ein Lieblingsland und warum?
Japan. Ich habe zwei Jahre dort gelebt und nehme bis heute einmal die Woche Japanisch-Unterricht. Ein japanischer Freund sagte mal: „Ich kenne niemanden, der mein Land so sehr liebt wie du.“ 🫠
Korea mag ich auch unheimlich gern. Ich war zweimal dort. Einmal nur in Seoul, später habe ich das ganze Land einmal von der Grenze oben bis ganz unten bereist.
Diese Ecke der Welt werde ich wohl immer allen anderen vorziehen.


Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kritik kann mich voll aus der Bahn werfen. Ich will dann dramatisch alles an den Nagel hängen und wegen meiner Unfähigkeit in die Schafzucht einsteigen😂Ich glaube, das ist so ein künstlerding. Wir sind sensible Seelchen😅Aber ich nehme Kritik trotzdem an, anders funktioniert es auch gar nicht. Gerade beim Schreiben suche ich mir aktiv mehrere Testleser:innen, die ich auch bitte, ungefiltert alles zu kritisieren und aufzulisten, was ihnen komisch vorkommt. Also kurzgefasst kann man sagen, ich schmolle erst, dann denke ich drüber nach, und wenn Kritik gerechtfertigt ist, nehme ich sie auf jeden Fall an.




Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich bin ja auch Selfpublisherin und denke auch darüber nach, nächstes Jahr wieder ein Buch im SP zu veröffentlichen. Aber das ist sehr viel Arbeit und ich bin unsicher, ob ich die Kapazitäten dafür habe. Das ist beim Verlag etwas einfacher. Auch finanziell. Beim SP muss man natürlich in Vorkasse gehen. Dafür hat man eben auch freie Hand; in allem.


Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Lest immer, was ihr möchtet und nach eurem eigenen Tempo. Es herrscht ohnehin überall so viel Druck, wir sollten uns diese Freiheit bewahren🤗
























Samstag, 24. Oktober 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Marry me (k)not von Jessica Graves


 

Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Jessica Graves, um mit ihr über ihr Buch „Marry me (k)not“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Immer wieder sehr gern!
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Na klar! In Marry me (k)not geht es um Noah, der als einziger Omega seines Mafiaclans an den Mafiaboss des Feindesclans, Alessandro, verheiratet wird. Noah hat panische Angst vor Alphas und davor, dass man ihm auf die eine oder andere Art die Kontrolle raubt. Diese Angst liegt in seiner Vergangenheit begründet. Alessandro, der die Ehe sehr ernst nimmt und pragmatisch betrachtet, gibt alles, um ein gutes Verhältnis zu Noah aufzubauen. Doch ob es ihm gelingt, Noah um den Finger zu wickeln, müsst ihr selbst lesen.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Aktuell könnte ich am liebsten die ganze Zeit cozy, spicy Szenen schreiben. Das fällt mir also definitiv leichter. Ich habe ja schon einige Charaktere ziemlich heftig leiden lassen, aber das Buch ist trotz des Mafiaumfeldes ein kleines Durchatmen.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Habe ich, aber Instagram würde den Beitrag deshalb sperren. xD Ich sage nur so viel: Sobald Noah Mut und Vertrauen fassen kann, gesteht er sich Wünsche ein, für die vorher nie Raum dagewesen ist. Diesen Raum nehmen in meiner Lieblingsstelle gleich drei Alphas ein.
Wie viel echte Jessica steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
In jedem meiner Bücher steckt eine Erfahrung von mir oder eine Charaktereigenschaft. Noah hat eine psychisch dunkle Episode meines Lebens bekommen – und hat das Glück, sie mit Hilfe überwältigen zu können. Alessandro teilt meinen Wunsch nach Frieden, aber auch den großen Gerechtigkeitssinn. Wir können einfach nicht stillsitzen, wenn (uns) Unrecht getan wurde.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Ich denke, Alessandro würde feststellen, dass wir beide konsequent aber gewillt sind. Wir wären wohl sehr gute Geschäftspartner, weil wir ähnlich ticken. Noah würde mir vermutlich nicht trauen, aber dafür kann keiner von uns beiden was. Das liegt an seiner Vorgeschichte. Und auch darin haben Alessandro und ich immerhin eine Gemeinsamkeit.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Witzigerweise stand der Titel diesmal recht schnell fest, obwohl ich sonst schnell an Titeln verzweifle. Da der Titel ja zwei Dinge andeutet – die arrangierte Ehe und den Knoten / die Bindung nach Omegaverse-Logik – ist es natürlich sehr direkt und eindeutig, worum es geht. Mir gefällt der Titel. Eins meiner guilty pleasure sind Wortwitze und da spielt der Titel direkt rein.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich habe das Glück von zwei Covern. Jaqueline Kropmanns hat das recht neutrale Motiv mit Waffe und Rosen designed, das den Blick aufs Wesentliche lenkt: den Titel.
Die Special Edition, die es ausschließlich bei mir geben wird, hat als Cover die Charakterzeichnung von Yum.a.rt erhalten und zeigt damit Noah und Alessandro in einem Moment im Buch.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Ich liebe Alessandros ermächtigende Art, daher ist es: „Gier ist in diesem Haushalt eine Tugend, mein Sternchen.“
Wobei er, wenn wir konsequent nach Todsünden gingen, wohl eher Wollust sagen müsste … Das verrät wohl genug über den Kontext des Zitats.
Danke für das Gespräch.

Donnerstag, 22. Oktober 2026

[Schnipseltime] Am Ende des Korridors von Christian Tobias Krug

 

Zahlreiche Türen zäunten den Korridor. Zimmer, aus denen kein Laut drang.
     Nicht das leiseste Lebenszeichen war zu hören.
     Nichts.
     Auf dem Flur herrschte eine Totenstille, die selbst seine Schritte und das Rollen der Kofferräder unnatürlich dumpf wirken ließ … als würde der Gang jedes Geräusch verschlucken.
     Ein endlos langer Läufer bedeckte den Boden, auf dem ein verschlungenes Muster zu sehen war: schwarze Linien, die sich schlangenhaft zu einem undurchdringlichen Geflecht verzweigten. Das verworrene Teppichdesign erinnerte unwillkürlich an ein Spinnennetz. Eine todbringende Falle, gewebt für ahnungslose Fliegen.
     Gespenstische Schatten spukten über die Holzvertäfelung. Für schaurige Sekunden hatte er das Gefühl, sie bewegten sich nicht zufällig – sondern beobachtend. Die Leuchtröhre oben an der Decke flackerte, und jedes Flimmern ließ das Dunkel an den Wänden für einen Herzschlag länger wirken. Als würde es zögern, wieder zu weichen.
     Etliche Schrammen entstellten das kalkweiße Holz der Hotelzimmertüren, abscheulichen Narben ähnlich. In regelmäßigen Abständen säumten hohe Ständer mit Zierkerzen den Flurgang, alten Gaslaternen nachempfunden: Wachslichter hinter rechteckigen Scheiben aus Mattglas, eingefasst in eiserne Halterungen mit Kuppel obendrauf.
     Seinen Rollkoffer in der Hand, blieb er vor der letzten Tür am Ende des Korridors stehen. 311 war auf einem Messingschild über dem winzigen Guckloch eingraviert.
     311 … 3.11. Die Zimmernummer ließ ein schmerzliches Lächeln über seine Lippen huschen und erinnerte ihn daran, dass der dritte November nur noch wenige Wochen entfernt war. Seinen Geburtstag würde er dieses Jahr höchstwahrscheinlich einsam ohne jede Gesellschaft verbringen. Schließlich stand er im Begriff, sein vorheriges Leben hinter sich zu lassen und sämtliche Brücken zur Vergangenheit abzureißen.
     Viele Stunden lang war er gefahren – südwärts über nächtliche Straßen. Würde seine Flucht gelingen? Zweifel hatten ihn längst eingeholt. Was, wenn es kein Entkommen gab? Kein Versteck, das sicher war? Vielleicht waren die Schrecken bereits auf seiner Spur, folgten ihm unbarmherzig, unaufhaltsam. Seine Ängste klammerten sich an ihn wie Dämonen an einen schuldbeladenen Sünder.
     Mit einem beklemmenden Gefühl im Magen angelte er die Schlüsselkarte aus seiner Jackentasche, die ihm der greise Kahlschädel unten im Foyer übergeben hatte. Der metallene Slot oberhalb der Klinke glänzte unheimlich im fahlen Schein der Flurbeleuchtung. Seine Finger zitterten, als er die Karte langsam hineinsteckte. Ein kurzes Summen ertönte; die Tür glitt auf … lautlos, ohne Widerstand … und enthüllte uferlose Dunkelheit.
     Mit zusammengekniffenen Augen erkannte er schwere Vorhänge, die drinnen vor die Fenster gezogen waren. Von Bett und Mobiliar ließen sich lediglich die Umrisse ausmachen. Ein merkwürdiger Modergeruch stieg ihm in die Nase, der sonst häufig in muffigen Kellern oder auf staubigen Dachböden hauste – so dicht und alt, dass er ihn instinktiv mit etwas Leblosem verband. Als würde das Zimmer verwesen. Unweigerlich drängte sich der absonderliche Eindruck auf, dass der Raum seit Urzeiten nicht mehr betreten worden war. Als wäre dieses Hotelzimmer allein … auserwählten Gästen vorbehalten?
     Als hätte es auf mich gewartet … ein Jäger, lauernd auf der Pirsch, schoss ihm ein skurriler Gedanke durchs Hirn, den er durch heftiges Kopfschütteln augenblicklich niederrang. Bin nur übermüdet … einfach erschöpft von der langen Fahrt, das ist alles!
     Durch die geöffnete Zimmertür wehte ihm Kälte entgegen, die sich mit eisigem Griff in seiner Haut festkrallte. Himmel, war die Heizung intakt? Für einen schaudernden Moment packte ihn der Impuls, auf dem Absatz umzukehren und das Hotel schleunigst wieder zu verlassen. Das Weite zu suchen und sich schnellstens in Sicherheit zu bringen, bevor …
     … es zu spät ist …?
     Doch wohin? Er besaß kein Zuhause mehr, wo er willkommen gewesen wäre. Keinen Ort, an den er heimkehren konnte.
     Zaghaft wagte er einen Schritt näher, spähte angestrengt ins Dunkel und streckte den Arm nach dem Lichtschalter aus, den er drinnen unmittelbar neben der Tür vermutete. Vergebens tastete er ins Leere. Der Schalter musste sich irgendwo im Inneren befinden – und die Taschenlampenfunktion seines Handys half ihm ebenfalls nicht weiter. Das ausgeschaltete Gerät lag tief im Koffer verstaut. Schließlich wollte er für niemanden erreichbar sein.
     Frag den alten Knacker unten am Empfang wenigstens nach einem anderen Zimmer!, rief ihm eine warnende Stimme in seinem Hinterkopf verzweifelt zu. Aber in seinen Schuhen schienen Bleiklumpen zu stecken und der Weg zurück zur Rezeption kam ihm plötzlich unerreichbar weit vor. Zweifellos, die anstrengende Autofahrt und die ihn übermannende Müdigkeit forderten ihren Tribut!
     Bin halt im Eimer … Ich wette, morgen nach ‘ner ordentlichen Runde Schlaf sieht die Welt schon anders aus …
     Die Deckenleuchte über seinem Kopf flackerte erneut.
     Seufzend packte er seinen Koffer, ein banges Klopfen in der Brust … trat zögerlich über die Schwelle – und die Finsternis verschlang ihn, dem Schlund einer Bestie gleich.

***

 

Vier Tage später saß Dario im Büro seines Chefs Carsten Berger. Seine Frühschicht hatte vor einer halben Stunde begonnen und draußen dämmerte allmählich der Morgen – ein Blick aus dem Fenster verriet es. Trübe kroch der neue Tag über Frankfurts Dächer, als wolle die Nacht nur widerwillig weichen. Die Lichter der Straßenlaternen würden schätzungsweise in einigen Minuten erlöschen, sterbenden Glühwürmchen in gläsernen Gefängnissen gleich.
     Bergers Augen flogen über die Zeilen von Darios Bericht, der die jüngsten Ereignisse rund um die Entführung in der leer stehenden Fabrikhalle behandelte. »Ehrlich, ich verstehe nicht, weshalb du dich auf solche Geschichten einlässt.« Schummriger Morgenschimmer fiel durch die Scheibe und tauchte die steinernen Züge des Kriminaldirektors in blassgraues Licht. »Du willst mir ernsthaft erzählen, die Situation hat dir keine andere Wahl gelassen? Soweit ich informiert bin, trug Sebastian Kessler nicht mal eine Schusswaffe bei sich.«

     »Nein, aber ein Messer, mit dem er den kleinen Felix bedroht hat – hab ich doch geschrieben! Als ich reinkam, wollte der Mistkerl gerade zustechen. Konnte in dem Moment einfach nur an die Sicherheit des Jungen denken!«
     Mit skeptischer Miene blickte Berger von dem ausgedruckten Schriftstück auf. Seine Mundfalten gruben sich tiefer in sein Gesicht und ließen ihn, gemeinsam mit den ergrauten Schläfen, älter erscheinen, als es seine Lebensjahre erlaubten. »Und dabei musstest du ihm direkt zwei Finger und den halben Genitalbereich wegballern? Versehentlich, nehme ich an?«
     Dario antwortete mit teilnahmslosem Schulterzucken.
     »Hättest du nicht wenigstens auf die Verstärkung warten können, bevor du einen Kleinkrieg im Alleingang anzettelst?«
     »Und währenddessen Däumchen drehen? Dann wäre das Kind jetzt tot!«
     »Wie steht es um die beiden, um Kessler und den Jungen?«, erkundigte sich Berger.
     »Felix ist wieder daheim bei seinen Eltern. Die Familie erhält in den kommenden Tagen psychologische Unterstützung. Kessler befindet sich im St. Elisabethen Krankenhaus. Ich vermute … na ja, die Ärzte versuchen wahrscheinlich zu retten, was noch zu retten ist.«
     »Das wird sicher ein Nachspiel haben. Du musst dich auf rechtliche Konsequenzen einstellen – je nachdem, ob Kessler Anzeige erstattet oder …«
     »Komm endlich zur Sache«, unterbrach Dario unwirsch. »Hast du mich bloß herbestellt, um mir eine Predigt zu halten?«
     Sein Chef schnaubte. »Nein. Es geht um einen Mord.«
     »Wer? Wann? Wo?«
     »Ein junger Mann. Stranguliert. Gestern Abend in Erlenmoor – irgendein winziges Hundertseelendorf hinterm Taunus.«
     »Tja … und? Sollen sich die Kollegen dort darum kümmern.«
     »Ich habe mit dem zuständigen Staatsanwalt gesprochen. Er will einen Spezialisten – jemanden, der sich mit Sexualverbrechen auskennt.«
     »Ist es denn ein solches?«
     »Das lässt sich bislang nicht mit Gewissheit sagen, aber einiges deutet darauf hin. Dafür spricht, dass der Leichnam des Opfers vollkommen unbekleidet war – und unter Umständen aufgefunden wurde, die Fragen aufwerfen. Die Ermittlungen werden sicherlich eine Weile dauern. Ich buche dir ein Zimmer. In der Gegend gibt’s ein kleines Landhotel. Abgelegen. Ruhig.«
     »Ach, Gottchen, wie heimelig!«, spottete Dario.
     Berger sah ihn nur an, zuckte mit den Schultern. »Allzu viel Auswahl hat das Kaff nicht zu bieten. Bist da sowieso nur zum Schlafen.« Sein Blick ruhte ernst auf ihm. »Ein vorübergehender Tapetenwechsel und ein bisschen frische Landluft wird dir bestimmt guttun. Wenigstens hoffe ich, du richtest draußen in der Provinz weniger Schaden an. Also, übernimmst du den Fall?«
     Dario nickte knapp und verkniff sich ein missmutiges Grummeln. Er kannte Berger bereits seit ihrer gemeinsamen Zeit als Streifenpolizisten. Lange bevor sein jetziger Vorgesetzter die Regentschaft über das administrative Reich angetreten hatte, waren sie beide Patrouillengänger gewesen, knallhart und schlagfertig. Ihrer jahrelangen Kollegialität allein war es wohl zu verdanken, dass Berger stets die schützende Hand über ihn hielt – und aufgrund seiner blinden Gewaltaktionen oftmals ein Auge zudrückte.
     Während der vergangenen dienstfreien Tage hatten die Erlebnisse in der Lagerhalle hinter Darios Schläfen weitergespukt: Die Entführung, die kinderpornografischen Fotografien an den Wänden; die beiden Schüsse, abgefeuert von seiner Dienstwaffe. Auf beängstigende Weise war ihm schleichend bewusst geworden, dass er nur eine Haaresbreite davon entfernt gewesen war, Sebastian Kessler zu erschießen und somit einen Menschen umzubringen. Seine Sorge vor strafrechtlichen Konsequenzen wiederum hielt sich vorerst in Grenzen. Tatsache war: Kessler hatte den kleinen Felix mit einem Messer bedroht und Dario war zu blitzschnellem Handeln gezwungen gewesen. Natürlich durfte man von ihm als geübtem Schützen wahrscheinlich eine zielsicherere Leistung erwarten – aber letztendlich: Wer sollte ihm nachweisen, dass er Kesslers lebensspendendem Körperteil nicht bloß durch einen tragischen Zufall, quasi im Eifer des Gefechts, den Todesschuss versetzt hatte?
     Sein jüngster Gewaltausbruch brachte Dario dennoch zum Grübeln. Gedanken kreisten um jene Anflüge ausufernder Brutalität, die sich seiner des Öfteren bemächtigten, seinen Verstand lähmten und zum Äußersten trieben. Schon als Kind galt er unter seinen Lehrern als Hitzkopf: Hamza aus der Grundschule, der Dario auf dem Pausenhof hänselte – und einen ausgeschlagenen Eckzahn als Antwort kassierte. Boris in der achten Klasse – ein Blick zu viel auf Darios Freundin, eine verbeulte Nase als Quittung. Tief in seinem Inneren verbarg sich etwas Dunkles, das zuweilen die Kontrolle über Darios Bewusstsein übernahm, sein Gewissen schachmatt setzte – und ihn nach Blut lechzen ließ.
     Der Kripochef überreichte ihm einen dünnen Papierstapel, frisch aus dem Drucker. »Die ersten Ergebnisse der Untersuchungen vor Ort.«
     Wortlos hasteten Darios Augen über die vollgetippten Seiten.
     »Ich gebe den Kollegen in Erlenmoor Bescheid, dass sie dich morgen erwarten dürfen. Und falls es Neuigkeiten wegen Kessler gibt …« Ein halb unterdrückter Seufzer entfloh Bergers Mund. »Ich ruf dich an, in Ordnung?«


[Buchvorstellung einmal anders] Am Ende des Korridors von Christian Tobias Krug

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit dem Autor Christian Tobias Krug, um mit ihm über sein Buch „Am Ende des Korridors“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Klar, immer doch!
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Mord in der Provinz: Kommissar ermittelt in einsamem Landhotel – und erlebt das nackte Grauen ...
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Weil wir es hier mit einem Horror-Roman zu tun haben, erleben die Charaktere auf jeden Fall so allerhand düstere Situationen – und ich hab mir da definitiv allerlei Schauriges einfallen lassen ;)
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Ich mag am Buch besonders, wie die Stimmung von Kapitel zu Kapitel unheimlicher wird: Was als scheinbar klassischer Krimi beginnt, driftet schnell in psychologischen und übernatürlichen Horror ab.
Wer also düstere Atmosphäre und Spukhotel-Grusel mag, ist hier genau richtig. Ein knallharter Ermittler, ein unheimliches Landhotel, Furcht und Paranoia garantiert!
Wie viel echter Christian steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Es geht ziemlich abgründig zur Sache – von daher hoffe ich, nicht zu viel. Oder vielleicht gerade deswegen mehr als mir lieb ist?
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Dario: „Voll kaputt, der Typ. Sollte man einbuchten.“
Samira: „Na ja, er kommt halt gerade aus einer schwierigen Phase.“
Ich: „Tja … aber vergesst nicht: Ich bin derjenige, der euch erfunden hat. Was sagt das wohl am Ende über euch aus? Wenn ich mir eure Lebensgeschichten so anschaue, kommt da ja auch ein recht großer Sack mit dunklen Steinen zusammen.“
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Der Titel war ursprünglich für eine Kurzgeschichte mit völlig anderem Thema gedacht. Durch Zufall hat es sich ergeben, dass er für dieses Buch aber ebenfalls hervorragend passt.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich bin mit meinen eigenen Büchern grundsätzlich niemals 100 % zufrieden. Wahrscheinlich würde ich im Nachhinein immer irgendetwas finden, was man hier und da theoretisch noch ändern könnte, am Cover oder auch am Text. Aber was soll’s? Damit kann ich leben ;)
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
»Menschen sind selten, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen – und häufig sehen wir in unserem Gegenüber nur, womit wir selbst im Inneren hadern.«
Danke für das Gespräch.
Gerne jederzeit wieder!

Dienstag, 20. Oktober 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Don't kiss the Coach von Fallon Brooks


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Ella und Logan aus „Don’t kiss the Coach“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten. Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
„Ich bin Ella, 20 Jahre alt und studiere an der Lake Side U Journalismus.“ Ella deutet auf Logan, und ihre Wangen werden rot. „Das ist Logan, der beste Freund meines Bruders.“
Langsam hebt er eine Braue. „Ist das alles?“
Sie nickt. „Okay. Er trainiert das Footballteam. Und er ist verdammt heiß.“
„Shortcake. Flirtest du schon wieder mit mir?“
„Wer weiß?“ Ella zuckt mit den Achseln. „Soll ich?“
„Nächste Frage“, brummt Logan.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
„Emotional. Witzig. Aber auch ernst“, sagt Ella. „Ich musste einiges durchmachen.“ Ihr Blick wandert zu Logan. „Zum Glück warst du da.“
„Ich bin immer da. Das solltest du mittlerweile wissen.“ Er drückt ihre Hand. „Die Geschichte hat Tiefe. Und Charaktere, die man einfach lieben muss.“
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Ella und Logan nicken beinahe gleichzeitig. Dann grinst Logan. „Hat sie gut gemacht. Ohne die herausfordernden Situationen wären wir jetzt nicht hier.“
„Das wäre echt schade“, murmelt Ella.
Logan sieht sie verblüfft an. „Kein dummer Spruch?“ Leicht lehnt er sich zu ihr. „Dass ich das noch erleben darf.“
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
„Ich liebe diese Stelle“, sagt Ella grinsend.
Sie verschränkt die Arme. „Uns könnte man nackt aneinanderbinden, und es würde nichts passieren.“
Meine Mundwinkel zucken. „Stimmt. Abgesehen davon würde das die Bewegungsfreiheit ziemlich einschränken.“
„Das wäre das kleinste Problem.“ Ihr Blick gleitet an mir herunter und wieder hinauf. „Ich glaube, damit könnte ich leben.“
Ich verenge die Augen. „Flirtest du mit mir, Shortcake?“
„Nein. Warum sollte ich?“
„Das habe ich mich, ehrlich gesagt, auch gerade gefragt.“
Logan räuspert sich. „Jetzt weiß ich ja, dass du damals mit mir geflirtet hast.“
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
„Ziemlich viel, schließlich hat sie sich uns ausgedacht.“ Zwischen Logans Brauen gräbt sich eine Falte. „Sie muss auf jeden Fall Plüschtiere mögen.“
Ella lacht. „Die Bergziege. Schläfst du eigentlich immer noch mit der?“
„Das weißt du doch.“ Logan wirft ihr einen liebevollen Blick zu. „Aber das Original ist mir lieber.“
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
„Also, ich mag sie“, sagt Logan. „Sie ist nett und hat einen guten Sinn für Humor.“
„Ich auch.“ Ella schmunzelt. „Dich hat sie echt gut umgesetzt.“
Logan nickt. „Zielstrebig. Ambitioniert. Fokussiert.“
„Ja, das auch“, sagt sie. „Spontan hatte ich eher an dein Aussehen gedacht. Attraktiv. Und dein Hintern.“
„Du kannst es einfach nicht lassen“, murmelt Logan.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
„Das war schon der Arbeitstitel“, sagt Logan und mustert Ella. „Don’t Kiss the Coach. Was hast du daran eigentlich nicht verstanden?“
Ella hebt das Kinn. „Du hast doch mich geküsst.“
„Habe ich das wirklich?“ Logan schlägt das Taschenbuch auf und beginnt zu blättern.
„Hat er nicht. Ich war’s“, formt Ella tonlos mit den Lippen. Dann räuspert sie sich. „Machen wir einfach mit der nächsten Frage weiter, solange er die Stelle im Buch sucht.“
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Logan blättert immer noch im Buch, schlägt es dann aber zu. „Mir gefällt es. Auch wenn ich jetzt nicht unbedingt aufs Cover gemusst hätte.“
„Das ist ein Kaufargument. So wie du aussiehst“, sagt Ella und betrachtet das Cover.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
„Diesmal darf ich.“ Ein schiefes Grinsen legt sich auf Logans Lippen.
„Von mir aus. Ich bin gespannt“, sagt Ella.
„Muss ich das jetzt bewerten?“, frage ich und habe mich wieder unter Kontrolle.
„Was willst du denn bewerten?“ Sie klimpert mit den Wimpern. „Ich habe doch noch gar nicht angefangen.“
Scheiße.
„Aber du darfst mir gern Feedback geben.“
Obwohl ich es besser nicht tun sollte, lehne ich mich ein Stück näher zu ihr. „Gefährlich“, flüstere ich. „Du könntest mit der Bewertung am Ende nicht zufrieden sein.“
Danke für das Gespräch

Montag, 19. Oktober 2026

[Wusstest du schon ...] KO-Tropfen aus dem Buch Kein liebes Kind von Sandra Halbe



Wusstest du schon, dass ...

... K.-o.-Tropfen auch K.-o.-Mittel, Knockout-Tropfen, Date-Rape-Drogen oder Vergewaltigungsdrogen genannt werden?

... K.-o.-Tropfen sedierend wirkende Stoffe bezeichnet werden, die meist im Zusammenhang mit Straftaten genutzt werden?

... dies auch Chemische Unterwerfung genannt wird, da sie meist unbemerkt verabreicht werden?

... K.o.-Tropfen meist einen Gedächtnisverlust verursachen, damit sich die Opfer nicht mehr an die Tat oder den Hergang erinnern?

... K.o.-Tropfen meist farb- und geruchslos sind, sich schnell abbauen und schwer nachweisbar sind?

... eine geringe Dosis euphorisierend, enthemmend und stimulierend wirkt?

... bei einer zu hohen Dosierung von z.B. GHB (Liquid Ecstasy) es zu Koordinationsstörungen, Schwindel, Müdigkeit oder Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod durch Atemlähmung kommen kann?

... gewisse Wirkstoffe nur dann als K.-o.-Tropfen gelten, wenn sie unwissentlich eingenommen werden?