
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?Ian: „Muss ja. Helena meinte, das gehört zu meinen Pflichten als Patenonkel.“Johnny: „Hättest du den Job halt nicht angenommen. Ich hätte ihn mit Freuden übernommen. Dann müsstest du jetzt auch nicht hier sitzen. Mit deinen Ja- und Nein-Antworten kann hier ohnehin keiner etwas anfangen.“Ian: „Du bist immer noch beleidigt?“Johnny: „Natürlich bin ich beleidigt. Ich wäre ein hervorragender Patenonkel geworden.“Ian: „Du? Ein nicht zugelassener Arzt mit einer ungesunden Neigung zu Messern und einem Hang zur Dramatik?“Johnny: „Ja.“Ian: „Genau deshalb bist du es nicht geworden.“
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.Ian: „Ich bin Ian ...“Johnny: „... ein grummeliger Morgenmuffel. Ein Spaßverderber. Ein Schrank von einem Mann mit der Ausstrahlung eines Gefängniswärters.“Ian: brummt missmutigJohnny: „Ich hingegen bin ein Virtuose in dem, was ich tue.“Ian: „Leute foltern? Sie mit deinem Gelaber in den Wahnsinn treiben? Uns auf die Nerven gehen?“Johnny: „Alles davon.“Ian: verdreht die Augen „Ich bin Ian. Ich sorge dafür, dass Atlas am Ende des Tages noch weiß, was richtig und was falsch ist. Und ich bin für Helena da, wenn alles um sie herum zusammenzubrechen droht.“Johnny: „Und ich bin Johnny. Arzt, Genie und tragischerweise nicht der Patenonkel ihrer Tochter.“Ian: „Zu Recht.“
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?Johnny: „Es geht um Familie. Für die einen ist das ein warmer Ort voller Liebe, für die anderen eine lebenslange Quelle traumatischer Erlebnisse. Dann mischt man Geheimnisse, Schuldgefühle, Loyalität und eine Prise Paranoia dazu und bekommt genau die Art von Katastrophe, die wir hier erleben. Alle wollen das Richtige tun und verursachen dabei ein mittelschweres Chaos. Und das Ende ... das habe ich bis heute nicht verkraftet.“Ian: „Es geht um Familie. Um Loyalität. Um Schuld, Geheimnisse und die Menschen, für die wir alles riskieren würden. Jeder kämpft auf seine Weise darum, das zu bewahren, was ihm wichtig ist. Stell dich nicht so an. Das Ende ist nicht annähernd so schlimm, wie du es darstellst.“Johnny: „Für dich vielleicht nicht.“
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?Ian: „Unsere Welt ist nicht einfach. Die Situationen, in die sie uns bringt, sind es deshalb auch nicht.“Johnny: „Das klingt deutlich vernünftiger als meine Antwort.“Ian: „Was wäre deine Antwort gewesen?“Johnny: „Ja.“
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?Ian: „Maisies Taufe. Nicht wegen der Zeremonie selbst. Sondern weil für einen kurzen Moment alles still war. Keine Bedrohungen. Keine Geheimnisse. Keine Gewalt. Nur Familie.“Johnny: „Das war klar. Aber du hast recht. Es war ein berührender Moment. Genauso wie Heiligabend. Die Kirche. Das Essen danach. Die ruhigen Szenen, in denen alles in Ordnung scheint.“Ian: „Das ist es doch, worum es geht. Selbst bei Männern wie uns.“Johnny: „Stimmt schon. Aber als Luther seine Smith & Wesson Magnum 500 abgefeuert hat, war das ebenfalls ein denkwürdiger Moment.“Ian: schließt kurz die Augen „Und da ist er wieder. Der Grund, warum du nicht Patenonkel geworden bist.“
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?Ian: „Mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Nicht unbedingt in den Entscheidungen, die wir treffen, sondern in den Eigenschaften, die uns ausmachen. Der Wunsch nach Selbstbestimmung. Die Loyalität gegenüber den Menschen, die man liebt. Der Wille, weiterzumachen, auch wenn es schwierig wird.“Johnny: „Und der Wahnsinn.“Ian: „Der hoffentlich nicht.“Johnny: „Doch. Ein bisschen schon. Ich glaube, sie schreibt nicht nur, was sie ist. Sie schreibt auch, was sie gern wäre, was sie niemals sein möchte und all die Dinge dazwischen. Den brutalen Vater. Die unerschütterliche Löwenmutter. Das Chaos. Die Liebe. Das Monster. Den Menschen. Deshalb fühlt sich jeder von uns ein bisschen nach ihr an und gleichzeitig überhaupt nicht.“
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?Ian: „Hartnäckig. Ehrgeizig. Loyal. Nachtragend, wenn man es sich mit ihr verscherzt. Sie gibt nicht auf, wenn ihr etwas wichtig ist. Und sie ist deutlich fürsorglicher, als sie andere glauben lässt.“Johnny: „Verletzlicher, als sie auf den ersten Blick wirkt. Sie tut immer auf taff und stark, aber tief im Inneren ist sie auch nur ein Mädchen, das vor einem Jungen steht und ihn bittet, es zu lieben.“Ian: „Hast du gerade Notting Hill zitiert?“Johnny: „Vielleicht.“Ian: „Du bist unerträglich kitschig.“
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?Johnny: „Mitspracherecht? Natürlich nicht. Sie hatte den Titel schon lange vor dem Buch. Erst Helena, dann Atlas. Sollte irgendwann ein dritter Teil kommen, würde der vermutlich Maisie heißen. Man erkennt also ein Muster.“Ian: „Das nennt man eine Reihe.“Johnny: „Sie hat einfach ein Faible für besondere Namen. Atlas trägt die Welt auf seinen Schultern. Natürlich konnte ich mit so etwas nicht konkurrieren.“Ian: „Ach was? Ian bedeutet 'Gott ist gnädig'.“Johnny: „Und Johnny bedeutet ebenfalls 'Gott ist gnädig'. Atlas bekommt die Bedeutung eines Titanen, der die Welt trägt. Ian und ich teilen uns denselben Namen in unterschiedlichen Verpackungen. Ich glaube, bei uns gingen ihr langsam die Ideen aus.“
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?Ian: „Es gefällt mir. Die Rosen stehen für Helena und für die Liebe. Die Waffen für die Welt, in der wir leben. Der Schlagring für Atlas und die Dinge, die er mit sich herumträgt. Es zeigt genau den Konflikt der Geschichte: Liebe und Gewalt. Familie und Schuld.“Johnny: „Mir ist etwas anderes aufgefallen. Helena war hell. Rein. Hoffungsvoll. Dieses Cover ist dunkel. Schwer. Fast verdorben. Als hätte die Dunkelheit alles eingefärbt, was vorher unberührt war. Eigentlich passt das ziemlich gut zu Atlas.“Ian: „Das war überraschend tiefgründig.“Johnny: „Ja, das erschreckt mich selbst ein bisschen.“
Danke für das GesprächJohnny: „›Beim nächsten darfst du Taufpate sein, versprochen.‹“„Das hat Atlas ganz zu Beginn zu mir gesagt. Und ich schwöre, ich werde ihn bis an mein Lebensende daran erinnern. Ein Versprechen ist ein Versprechen.“Ian: „›Ich starte in mein neues Leben.‹“„Ohne zu viel zu verraten: Dieser Satz bedeutet am Ende etwas völlig anderes als am Anfang. Im Verlauf der Geschichte habe ich erkannt, was mir wirklich wichtig ist. Manche Menschen verändern deine Prioritäten. Und manchmal merkt man erst, was Heimat bedeutet, wenn man Gefahr läuft, sie zu verlieren.“
Johnny: „Wir sagen danke.“Ian: nickt




