
Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Sophie und Albrecht aus „Süß auf der Zunge, bitter im Abgang“ und deren Autorin Sabrina Kyrell.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Es wäre schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.Sabrina: Selbstverständlich unterstütze ich meine Protagonisten!Sophie: Sehr gern.Albrecht lächelt und nickt.
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.Sophie: Ich bin Sophie, die einzige Tochter des Barons von Lonsheim. Meine Mutter starb bei meiner Geburt, deshalb führe ich schon seit frühester Jugend den Haushalt meines Vaters. Er ist ein sehr fürsorglicher Vater, der mir viele Freiheiten erlaubt. Allerdings will er mir jetzt einen Ehemann suchen, damit ich versorgt bin. Darauf könnte ich gut verzichten.Albrecht: Mein Name ist Albrecht von Hebenstein. Vater hat meinen Bruder und mich gleichermaßen in der Führung eines Landgutes erzogen, obwohl mein Bruder als Erstgeborener natürlich Titel und Ländereien erben wird. Ich habe die Möglichkeit, in den Dienst der Kirche zu treten oder eine militärische Laufbahn einzuschlagen. Beides liegt mir nicht, doch die Entscheidung liegt allein bei meinem Vater. Ich werde mich seinem Rat beugen.Sabrina: Neben Romance und Abenteuerromanen schreibe ich hauptsächlich Fantasy. Doch die Geschichte unseres Dorfes und ein alter Turm als einer der Schauplätze inspirierten mich zum Schreiben eines historischen Romans. Einen Hauch Magie konnte ich mir dennoch nicht verkneifen.
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?Albrecht: Sophie ist die Hauptperson in diesem Roman, daher sollte sie diese Frage beantworten.Sophie: Wir Frauen haben es in keiner Gesellschaft leicht, doch in meiner Zeit trifft dies ganz besonders zu. Die Familie, die Kirche, die Gesellschaft – alle sagen uns, wie wir uns zu verhalten und wie wir zu leben haben. Eine Frau mit eigenen Ideen betrachtet man mit Misstrauen und sogar Ablehnung. Könnt ihr euch vorstellen, wie schwer es ist, in einer solchen Welt einen Weg zu Glück und einem ausgefüllten Leben zu finden?
Sabrina: Spaß würde ich es nicht unbedingt nennen, aber meine Protagonisten sollen ja im Laufe der Geschichte reifen und das geht eben nicht ohne Stolpersteine.Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Wie viel echte Sabrina steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?Albrecht (schmunzelt): Die Weihnachtsfeier bei Sophies Tante auf der Kyrburg. Sophie ließ sich von Gräfin Kreuzthal und ihrem eingebildeten Sohn nicht unterkriegen.Sophie (lacht): Ja, das war ein denkwürdiger Abend. Aber meine Lieblingsstelle ist die allererste Szene des Romans: die Weinlese in Lonsheim und das Traubenstampfen mit bloßen Füßen.
Sabrina: Außer meiner Fantasie und meinem Herzblut? Relativ wenig. Dafür unterscheidet sich die Zeit um 1607 viel zu sehr von unserer jetzigen Zeit. Hätte ich damals gelebt, wäre Sophie sicher eine gute Freundin geworden.Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?Sophie: Einfühlsam. Bei allem Leid, das sie mir zumutet, zeigt sie mir auch Auswege auf.Albrecht: Sabrina ist gerecht. Jeder bekommt, was er verdient.Sophie: Das stimmt nicht ganz. Nicht jeder! Mehr darf ich hier aber nicht verraten…
Sabrina: Der Titel kam ganz zum Schluss, als der Roman schon fix und fertig war. Ich habe mir sogar sehr schwer damit getan! Dutzende Ideen kamen und wurden wieder verworfen, bevor ich den (für mich) richtigen Titel fand.Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Albrecht: Ich bin vollkommen zufrieden mit dem Cover. Es zeigt ja unsere rheinhessische Heimat mit ihren Weinbergen, dazu passend einen Weinkelch und natürlich Sophie.Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Vielen Dank für das GesprächSophie: Mein Lieblingszitat ist das Lob meines Vaters am Weihnachtsabend: „Sophie kennt sich sehr gut aus im Weinbau. Sie weiß, wenn ein Rebstock krank ist und wenn die Trauben die richtige Reife für die Weinlese erreicht haben, sie schaut dem Kellermeister über die Schulter und kennt jeden Schritt bis zum fertigen Wein.“Albrecht: Für mich ist es eine Szene in den Weinbergen von Hebenstein, als Sophie ihr Wissen über den Weinanbau unter Beweis stellt und dabei so bezaubernd natürlich wirkt: Sophie ging zum nächsten Weinstock und nahm einen Henkel in die Hand. „Die Beeren sehen gesund aus. Keine Krankheit, kein Ungeziefer.“ Sie steckte eine Beere in den Mund. „Die Süße fehlt noch etwas, aber bis zur Weinlese ist ja noch Zeit.“Sabrina: Bei dieser Frage halte ich mich zurück und lasse die Antworten von Sophie und Albrecht unkommentiert stehen.
Vielen lieben Dank für deine Fragen und deine Begeisterung für Geschichten!




