Dienstag, 22. September 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Ohne Musik wär alles nichts 1 von N. P. Sterling


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit dem Protagonisten Wolfgang Amadé Mozart und seine Autorin, um mit ihnen über das Buch „Ohne Musik wär alles nichts 1“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Wolfgang: „Freilich! Nur, wo fangen wir an? Seit Jahrhunderten hat mich niemand mehr zu Wort kommen lassen. Da gibt es tausend Dinge zu erzählen.“
Sein rechtes Bein wippte unaufhörlich auf und ab, während seine Finger auf den Oberschenkeln eine Melodie spielten, die außer ihm niemand hören konnte.
„Wenn Ihr mich fragt, sollten wir als erstes über meine Musik sprechen. Die ist ja ein Wunder für sich! Hält sich hartnäckig in den Schweinsohren der Menschheit, wenn man bedenkt, dass so manch einer schon längst vergessen ist. Oder Wien! Über Wien gibt es einiges zu erzählen. Und die Oper natürlich. Habt Ihr gewusst, was ich alles auf mich nehmen musste, um den Kaiser auf mich aufmerksam zu machen?“
N. P. Sterling lachte und schüttelte den Kopf: „Wolfgang…“
Wolfgang: „Ach, und Constanze! Über mein liebstes, bestes Stanzerl, das süße Wanzerl, müssen wir sprechen. Und Papa Haydn! Den dürft Ihr auf keinen Fall vergessen. Und überhaupt…“
N. P. Sterling: „Wolfgang, hör dir die Fragen an.“
Wolfgang: „Ja ja, ich bin ganz Ohr.“
Die Finger spielten weiter auf seinen Oberschenkeln Klavier.
Da ich gerade lange mit deiner Autorin gesprochen habe, wäre es toll, wenn du dich meinen Lesern vorstellen würdest, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Wolfgang blinzelte irritiert. »Mich vorstellen?«
Er deutete mit beiden Händen auf sich, als hätte er sich verhört.
„Wolfgang Amadé Mozart? Mein Name ist auf der ganzen Welt bekannt! Meine Opern werden noch immer gespielt – vor ausverkauften Häusern, möchte ich hinzufügen – und jetzt soll ich erklären, wer ich bin?“
N. P. Sterling atmete tief durch. „Über die vergangenen Jahrhunderte hättest du ruhig an deiner Bescheidenheit arbeiten können.“
Wolfgang lachte charmant. Er räusperte sich. „Der Vollständigkeit halber: Mein Name ist Wolfgang Amadé Mozart. Geboren wurde ich 1756 in Salzburg. Ich bin Komponist, Pianist und Geiger – wobei ich das Klavier eindeutig bevorzuge. Schon als Kind bin ich mit meiner Familie durch halb Europa gereist und habe vor Kaisern, Königen und allem, was sonst noch Rang und Namen hatte, gespielt. Später bin ich nach Wien gegangen, weil mir Salzburg zu eng geworden ist.“
Ein selbstzufriedenes Lächeln huschte über sein Gesicht. „Und wie Ihr bereits richtig festgestellt habt, kennt man mich heute noch. Ich würde also behaupten, die Entscheidung war goldrichtig.“
N. P. Sterling verdrehte die Augen.
Wolfgang grinste. „Was? Ein bisschen stolz wird man ja wohl sein dürfen.“
Beschreibt uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.
N. P. Sterling warf Wolfgang einen kurzen Blick zu. Die Frage war eindeutig an sie gerichtet. „Ohne Musik wär alles nichts – Band I erzählt aus dem Leben des 25-jährigen Komponisten Wolfgang Amadé Mozart. Thematisiert werden die Jahre 1781 bis 1783 – jene Zeit, in der er sich zunehmend von seiner Salzburger Familie abkapselt, nach Wien übersiedelt und versucht, sich dort ein selbstständiges Leben aufzubauen. Er findet in Constanze Weber seine Traumfrau und heiratet aus Liebe. Band I beschäftigt sich damit mit einigen der wohl glücklichsten und erfolgreichsten Jahre seines Lebens.“
Wolfgang nickte bestätigend. „Das ist aber noch nicht alles! Sie hat das Buch geschrieben, als wäre sie selbst dabei gewesen. Als wäre sie mit mir durch die Wiener Gassen spaziert, hätte neben mir gestanden, während ich komponierte, gestritten, geliebt und versucht habe, meinen eigenen Weg zu gehen.“
In seine Stimme legte sich Ernst. „Sie hat meine Musik gehört. Jahrhunderte später. Und dann hat sie die Gefühle, die sie darin gefunden hat, genommen und in Worte verwandelt.“
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen? Hat sie dich richtig eingeschätzt?
Wolfgang lachte auf. „Oh, die schwierigen natürlich! Darin hat sie eine geradezu beunruhigende Freude.“
N. P. Sterling verschränkte empört die Arme vor der Brust und schlug die Beine demonstrativ übereinander.
Wolfgang: „Was denn? Kaum läuft es einmal gut für mich, kommt sie schon daher und denkt sich: Das hält jetzt aber schon verdächtig lange an.“
Er grinste. „Ein Streit mit meinem Vater hier, ein Problem mit dem Fürsterzbischof dort, ein bisschen Geldnot zwischendurch – und wenn ihr das noch nicht genügt, darf ich mich auch noch mit meinem eigenen Dickschädel herumschlagen.“
N. P. Sterling grinste schelmisch. „Man könnte fast meinen, ich hätte mir das ausgedacht. Aber das hast du dir damals alles selbst eingebrockt.“
Wolfgang ignorierte sie gekonnt. „Aber ob sie mich richtig eingeschätzt hat? Leider ja. Erschreckend gut sogar. Sie weiß genau, wann ich etwas Dummes tun werde, obwohl ich selbst noch fest davon überzeugt bin, dass es eine ausgezeichnete Idee ist.“
Er warf seiner Autorin einen wohlwollenden Seitenblick zu.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Wolfgang lächelte verträumt. „Ich habe für Constanze eine ganze Oper geschrieben! Natürlich ist das meine Lieblingsstelle. Die Entführung aus dem Serail. Mein Stanzerl war meine Inspiration. Ich konnte ihr vielleicht nicht die Welt zu Füßen legen, aber ich konnte Musik schreiben. Also habe ich genau das getan.“
N. P. Sterling betrachtete ihn amüsiert. „Du bist und bleibst ein alter Romantiker.“
Er zuckte mit den Schultern. „Ich sage nur so viel: Meine Liebesarien sind unangefochten.“
Was glaubst du, wie viel N. P. Sterling steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter? Hat sie alles gefunden oder gibt es da noch etwas verstecktes?
Wolfgang: „In mir? Hoffentlich nicht allzu viel. Ich bin schließlich schon jemand.“
N. P. Sterling verdrehte die Augen.
Wolfgang: „Was denn? Die Frage war doch, wie viel von dir in diesem Buch steckt.“
Er grinste, wurde dann aber ernster. „Ihre Liebe zur Musik. Die steckt darin. Und zwar überall. Sie hört Musik nicht einfach nur – sie fühlt sie mit dem ganzen Körper. Besonders klassische Musik. Wenn ein ganzes Orchester zusammenspielt, jedes Instrument seinen eigenen Teil beiträgt und daraus etwas Großes entsteht … das versteht sie. Deshalb konnte sie auch verstehen, was Musik für mich bedeutet.“
N. P. Sterling nickte. „Das ist der größte Teil von mir, den ich bewusst in den Roman einfließen ließ. Meine Verbindung zur Musik hat mir geholfen, Wolfgangs Welt nicht nur zu recherchieren, sondern sie emotional nachzuempfinden. Ansonsten habe ich versucht, mich selbst so weit wie möglich zurückzunehmen. Ich wollte seine Gefühle, seine Gedanken und seine Lebensentscheidungen einfangen – auch dann, wenn ich selbst vielleicht anders gehandelt hätte.“
N. P. Sterling schmunzelte. „Am Ende sollte es ein Roman über ihn werden. Nicht über mich.“
Wolfgang nickte zufrieden. „Einer von uns beiden im Mittelpunkt reicht vollkommen.“
N. P. Sterling: „Du meinst dich.“
Wolfgang: „Wen denn sonst?“
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Wolfgang öffnete den schief lächelnden Mund, um einen frechen Kommentar loszuwerden. Er sah seine Autorin an und bekam einen ernsten Gesichtsausdruck. „Neugierig.“
N. P. Sterling schnaubte amüsiert. „Das ist das erste, das dir einfällt?“
Wolfgang: „Ja, furchtbar neugierig. Diese Frau will alles wissen. Wirklich alles. Vermutlich hat sie mehr Fragen über mein Leben gestellt, als ich mir damals selbst. Sie hört auch zu. Richtig zu, vor allem bei Musik. Sie ist einfühlsam und sensibel. Sie versucht nicht bloß zu verstehen, was ein Mensch getan hat, sondern warum er es getan hat. Was er dabei gefühlt hat. Was ihn angetrieben hat. Und selbst wenn sie eine Entscheidung nicht versteht, hört sie nicht auf zu fragen, bis sie zumindest den Menschen dahinter begreift.“
Er denkt eine Sekunde nach und sagt das, was ihm durch den Kopf geht. „Ich glaube, wäre sie mir damals in Wien begegnet, wären wir Freunde geworden. Gute sogar. Sie wäre mir auf Augenhöhe begegnet. Sie hätte mir widersprochen, wenn sie mich für einen Narren gehalten hätte, und mir gleichzeitig zugehört, wenn ich jemanden gebraucht hätte.“
N. P. Sterling schluckte gerührt. „Geh hör auf, bevor ich auf der Schleimspur ausrutsche, die du ziehst.“
Sofort kehrte das schelmische Funkeln in Wolfgangs Augen zurück. „Warte nur. Ich war noch nicht fertig. Sie kann nämlich mindestens genauso frech sein wie ich.“
N. P. Sterling: „Mindestens?“
Wolfgang: „Na schön. Fast.“
N. P. Sterling lachte. „Da ist er wieder.“
Wolfgang: „Du wolltest doch wohl nicht, dass deine Leser am Ende noch glauben, ich sei sentimental geworden.“
N. P. Sterling: „Wo kämen wir da hin?“
Wolfgang zwinkerte ihr zu. „Siehst du? Genau deshalb wären wir Freunde gewesen.“
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Wolfgang: „Der Titel stand bereits fest, bevor sie das erste Kapitel geschrieben hatte. Und Mitspracherecht hatte ich gewissermaßen auch – schließlich stammen die Worte von mir. „Ohne Musik wär alles nichts“. Das habe ich einmal in einem Brief geschrieben.“
Seine Finger bewegten sich unbewusst auf seinen Oberschenkeln, als spielten sie eine Melodie. „Ich weiß noch, warum ich diese Worte geschrieben habe. Musik war für mich nie bloß Arbeit. Sie war auch kein hübscher Zeitvertreib und schon gar nichts, das ich einfach ablegen konnte, wenn ich nach Hause kam. In meinem Kopf ist immer Musik. Eine Melodie, eine Harmonie, irgendein Takt – manchmal alles gleichzeitig. Ich hörte sie, bevor eine einzige Note auf dem Papier stand.“
N. P. Sterling schmunzelte. „Praktisch. Da hast du mir die Titelsuche abgenommen.“
Wolfgang: „Bitte. Gern geschehen. Ein besseren hättest du ohnehin nicht gefunden.“
N. P. Sterling grinste: „Wo er recht hat, hat er recht.“
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
N. P. Sterling betrachtete das Cover. „Zu hundert Prozent? Nein. Ich glaube, da darf ich ganz ehrlich sein. Das Cover ist ein Kompromiss zwischen meiner ursprünglichen Vorstellung und dem Budget, das mir damals zur Verfügung stand. Das Lektorat des Romans war eine große finanzielle Investition und hatte für mich Priorität. Für die Covergestaltung blieb danach schlicht nur noch ein begrenzter Rahmen. Manchmal wird vermutet, ich hätte das Cover selbst mit KI erstellt. Tatsächlich stammt es von einer Grafikdesignerin, die ich über Fiverr beauftragt habe. Sie hat mit dem Budget gearbeitet, das ich damals zur Verfügung hatte, und daraus ist das Cover entstanden, das Band I heute trägt.“
Wolfgang schüttelte verständnislos den Kopf. „Also ich hätte mir Geld geliehen. Bei Freunden, Bekannten – irgendjemand hätte sich schon gefunden. Dann hätte ich das prächtigste Cover entwerfen lassen, das man je gesehen hat.“
N. P. Sterling: „Und danach?“
Wolfgang: „Danach wäre ich vermutlich zahlungsunfähig gewesen.“
N. P. Sterling: „Und genau deshalb habe ich mich um das Cover gekümmert.“
Was ist jeweils euer Lieblingszitat aus dem Buch?
N. P. Sterling: „Mein Lieblingszitat ist: „Musik ist geschaffen für Jedermann.““
Wolfgang nickte anerkennend. „Eine ausgezeichnete Wahl. Stammt schließlich von mir.“
N. P. Sterling ignorierte den Einwurf gekonnt. „Ich mag diesen Satz, weil er in wenigen Worten ausdrückt, was Musik für mich bedeutet. Sie braucht keinen bestimmten Bildungsstand, keinen gesellschaftlichen Rang und auch kein besonderes Vorwissen. Musik darf jeden Menschen erreichen. Und gerade klassische Musik wird heute manchmal behandelt, als müsste man sie erst verstehen lernen, bevor man sie fühlen darf. Das sehe ich anders.“
Wolfgang lächelte zufrieden. „Da sind wir uns einig.“
N. P. Sterling: „Und dein Lieblingszitat?“
Wolfgang: „“Außerdem bin ich ein Fürst der Musik.“ Mein Name ist Jahrhunderte nach meinem Tod noch bekannt, meine Musik wird auf der ganzen Welt gespielt und meine Opern füllen die Häuser.“
Er grinste. „Wenn das keinen Fürsten der Musik aus mir macht, weiß ich auch nicht.“
Danke für das Gespräch.
N. P. Sterling: „Vielen Dank für die Einladung. Es hat mir Spaß gemacht.“
Wolfgang: „Ich bedanke mich ebenfalls. Und falls noch Fragen offen sind – Ihr wisst ja jetzt, wo Ihr mich findet.“
N. P. Sterling zog die Augenbrauen hoch. „Am Zentralfriedhof, gleich neben Beethoven?“
Er zwinkerte. „In deinem Buch. Dort erzähle ich Euch den Rest selbst.“

[Autoreninterview] N. P. Sterling



Autoreninterview
N. P. Sterling

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Mein bürgerlicher Name ist Nicole Plaimer, ich bin 25 Jahre alt, ich wohne in Wien, bin verheiratet und zweifache Katzen-Mama.
Neben dem Schreiben ist die Musik eines meiner größten Hobbys. Seit 3 Jahren nehme ich regelmäßig Geigenunterricht. Das ist aber nur für mich, wenn ich vor Leuten musiziere, bin ich aufgeregt.
Mit den Büchern ist das anders. Ich liebe es vor Menschen vorzulesen, von meinen Geschichten zu erzählen und mit Leuten in Kontakt zu treten. Das merkt man auch auf meinem Instagram Account. Am Anfang war es schwierig, aber mittlerweile macht es mir viel Spaß neue Reels zu drehen und über alles mögliche rund um mich bzw. meine Bücher zu reden.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe bereits in meiner Kindheit Kurzgeschichten geschrieben. Bereits im Kindergartenalter konnte ich lesen und schreiben. Es hat mich schlichtweg interessiert. Ich kann mich erinnern, dass wir Schablonen hatten, mit denen die Kinder Bilder malen konnten. Ich habe eine einzige Schablone benutzt und dann eine Geschichte dazu geschrieben, während die anderen Kinder gebastelt haben. ˆˆ
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Gefunden, Vergessen, Gewonnen“ ist ein Familiendrama, welches sich rund um den Lehrer Alexander Sommer dreht. Er ist sehr unzufrieden mit seinem Leben, hängt seiner längst verflossenen Liebe nach und bemüht sich nicht das vor seinen Schülern zu verbergen. Als er ein finsteres Familiengeheimnis aufdeckt, ändert sich vieles für ihn.
„Ohne Musik wär alles nichts – Band I“ erzählt aus dem Leben des 25-jährigen Komponisten Wolfgang Amadé Mozart. Thematisiert wird die Zeit zwischen 1781 und 1783. Jene Jahre, in denen er sich von seiner Salzburger Familie abgekapselt und nach Wien übersiedelt ist. Wolfgang findet seine Traumfrau Constanze Weber und heiratet aus Liebe. Band I beschäftigt sich mit den reichsten Jahren seines Lebens.
„Ohne Musik wär alles nichts – Band II“ setzt direkt nach Band I fort. Die Geschichte erzählt von 1784 bis ins Jahr 1791, in welchem Mozart stirbt. Mozart entwickelt sich vom jungen Wirbelwind hin zum sechsfachen Vater, geschätzten Pianisten sowie Komponisten und Familienmensch. Der zunehmende Druck als freischaffender Künstler genug Geld zu verdienen, stürzt ihn in Alkohol- und Spielsucht. Am Ende seines Lebens blickt er mit einem Augenzwinkern zurück – denn, Mozart hat gelacht, geweint, geliebt, gelebt und das stets mit Musik im Herzen.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, ich arbeite aktuell an zwei neuen Werken. Zu diesen möchte ich allerdings noch nichts sagen.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Geige spielen und schreiben. Das sind meine größten Leidenschaften.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Andy Long ist ein befreundeter Autor. Seit 14 Jahren schreibt er Bücher und ist im Business vertreten. Mit ihm halte ich einige Lesungen in Wien ab. Wir beratschlagen uns gegenseitig. Ich bin froh jemanden mit Erfahrung an meiner Seite zu haben.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Am liebsten schreibe ich am Tablet. Ich habe mir eines mit guter Laufleistung gegönnt und eine Tastatur dazu. Das ist mein absolutes Traumwerkzeug zum Schreiben.
Wenn ich eine Schreibblockade habe, dann greife ich allerdings auf Notizbücher und Füllfeder zurück.
Wenn ich unterwegs bin, dann habe ich kein Problem damit auch am Handy zu schreiben. Besonders in der Straßenbahn bietet sich das an. Damit nutze ich die 20 Minuten in die Arbeit mit Produktivität.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Mein normaler Tag ist nichts besonderes. ˆˆ Ich bin für 38,5 Stunden bei einem namhaften Eisenbahnverkehrsunternehmen angestellt. Dort verbringe ich also zwischen 8 und 10 Stunden am Tag, damit ich am Freitag Mittag den Laptop abdrehen kann. Danach komme ich nach Hause und begrüße (füttere) meine Stubentiger Schnurrbert und Mauzelot. Die beiden leben seit ca. 1 Jahr bei uns. Meistens gehe ich im Anschluss Hausarbeit nach und dann kommt die Quality-Time. Ein bisschen Geige spielen (wenn es nicht schon zu spät dafür ist. Ich bemühe mich ab 20 Uhr in der Wohnung nicht mehr zu musizieren) und schreiben.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Lesen ist für mich ein schwieriges Thema. Ich pflege auf diese Frage zu antworten: „Ich lese nur das, was ich selbst schreibe.“ Das bedeutet, wenn ich etwas lese, dann ist es meistens Korrekturlesen meiner eignen Bücher bzw. Texte. Lesen an sich hat mir nie Spaß gemacht. Heute lese ich Bücher von Autoren, die ich persönlich kenne.
Beim Schreiben gibt es eine ganz klare Antwort: Historische Romane. Ich habe das Familiendrama beendet und mir gedacht „Nö, das ist nicht ganz so meins.“ Beim Mozart wusste ich: „Ja, mehr davon!“ Es bereitet mir Freude zu Recherchieren, vergangene Zeiten zu verstehen, Parallelen in die Gegenwart zu entdecken und nachvollziehbar hineinzuinterpretieren, was nicht dokumentiert ist. So viel kann ich sagen: Die beiden weiteren Projekte sind historische Romane.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ufff… Zitate sind schwierig für mich. An sich beschäftige ich mich viel damit, was Menschen gesagt haben und ich zitiere ihre Briefe in meinen Büchern. Aber ein Zitat, das ich wie einen Kalenderspruch über mein Leben hängen würde, diesem Gedanken kann ich nichts abhaben. Vielleicht sowas wie „Leben und leben lassen“ kommt am ehesten an mich heran.
Der Titel meines Buches ist ein Zitat Mozarts. „Ohne Musik wär alles nichts“, das passt gut zu mir. Man stelle sich Unterhaltung ohne Musik vor. Ein fades Unterfangen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Österreich: Ich fühle mich wohl, besonders in Wien. Ich liebe die Stadt, das Feeling, selbst die grantigen Leute, die gehören einfach dazu. ˆˆ Wenn ich im Ausland Urlaub mache, dann bin ich immer wieder froh, wenn ich in Wien am Flughafen aussteige und denke mir „Mein Gott, hab‘ ich es schön daheim.“
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich würde mich als kritikfähig einstufen. Ich versuche Kritik so gut es geht umzusetzen. Das wende ich in allen Lebensbereichen an. Für Instagram habe ich mir ein Coaching gegönnt und alles, was ich dort gelernt habe, umgesetzt. Dort wurde besonders mein Feed unter die Lupe genommen, also eine sehr persönliche Angelegenheit.
Was meine Bücher betrifft nehme ich jedes Feedback an, sofern es mich weiterbringt. Eine Freundin hat mich darauf hingewiesen, dass ich am Ende des Buches Quellen für die Recherche angeben sollte. Das werde ich definitiv bei der nächsten Auflage umsetzen!
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Das hat finanzielle Gründe. Als Selfpublisher bekomme ich einen größeren Anteil an den verkauften Exemplaren. Natürlich ist es jetzt schwieriger die Menschen zu erreichen, die ich erreichen möchte, weil ich für die Vermarktung allein bin. Aber dafür kann ich mir alles frei einteilen. Ich habe keinen Verlag im Nacken, der mir Druck mit Verkaufszahlen, Lesungen oder sonstigem macht. Das ist mir neben meinem Hauptberuf sehr wichtig.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Interessiert euch für Geschichte. Schaut in die Vergangenheit zurück, zieht Lehren daraus und wiederholt sie nicht. Das meiste, was uns heutzutage beschäftigt, sind keine neuen Probleme. Vieles hat sich bereits in einer ähnlichen Form in der Geschichte abgespielt. Geschichte ist nur dann langweilig, wenn man sich auf Jahreszahlen konzentriert.

Montag, 21. September 2026

[Schnipseltime] Im Echo meiner Takte 1 & 2 von Katja Bleeker

 

 „Scheiße“, flüstere ich und stelle fest, dass ich total blockiert bin. Wenn ich schon Probleme habe, einem Fan ein paar unverbindliche Worte zukommen zu lassen, wie unfähig bin ich dann geworden, überhaupt irgendwas zu Papier zu bringen?

 

Ein Klopfen an meiner Tür lässt mich zusammenzucken. Ich schrecke auf und erhebe mich vom Bett.

Sam!

„River?“, höre ich von draußen.

„Komme!“, kratze ich aus meiner trockenen Kehle, schreite zur Tür und öffne sie.

„Alles klar?“, fragt Sam und sieht mich prüfend an. Er ist genauso groß wie ich. Seine blauen Augen tragen eine gewisse Sorge in sich.

„Ich … ja. Alles okay.“ Ich senke den Blick.

„Hat sie geschrieben?“, fragt er, als er auf das Handy in meiner Hand sieht, das noch immer hell erleuchtet ist.

„Äh, ja“, murmele ich.

„Und? War das Konzert gut oder mega gut?“, lacht er und schielt auf das Display, hält kurz inne und sieht mich wieder an. „Vielen Dank? Du antwortest ihr?“

„Ich weiß noch nicht“, sage ich und räuspere mich.

Sam drängt sich an mir vorbei ins Zimmer. Ich schließe die Tür.

„Fuck man, River. Die Kleine ist pünktlich wie die Schweizer Bahn, ha? Hat ihr das Konzert gefallen? Wo hat sie gestanden?“

„Hinten.“ Ich lege das Handy auf dem Bett ab und stecke die Hände in die Hostentaschen. „Sie hatte Kritik im Gepäck.“

Sam lacht.

„Und hat damit nicht hinterm Berg gehalten. Butternut hat sie auseinandergenommen wie eine Weihnachtsgans.“

„Zurecht!“, findet er. „Gully hatte keine Idee. Ich bin sicher, er hat den Vierzeiler beim Abendessen mit Frau und Tochter zusammengemixt.“

Ich schenke ihm ein halbes Lächeln.

„Dass das Management zugestimmt hat, wundert mich. Wahrscheinlich nur, weil das Rad sich gerade so gut dreht.“ Er zuckt mit den Schultern und sieht wieder zum Handy. „Aber die Idee zu antworten, die finde ich nicht schlecht. Was hast du zu verlieren?“

„Bitte?“, lache ich kurz auf.

„Na“, zuckt er mit den Schultern. „Im schlimmsten Fall gibst du dich nach zwei Nachrichten als PR-Tussi aus. Das nimmt dich als Person aus dem Fokus.“

„Ich weiß“, nicke ich. „Darüber habe ich auch schon nachgedacht.“

Aufmerksam sieht Sam mich an.

„Ich will ihr das hier nicht kaputtmachen“, überlege ich. „Sie schreibt seit so langer Zeit und ich vermute, dass das eine Art Ventil für sie ist. Wenn ich antworte, nehme ich es ihr weg.“

Sam schürzt die Lippen.

„Andererseits schreibt sie mir. In meinem Postfach. Sie hat angefangen und führt seit Monaten ein einseitiges Gespräch. Und die Ansätze, die sie hat, sind nicht schlecht.“

„Hast du Erwartungen, wenn du ihr schreibst?“

„Nein“, sage ich und bin ehrlich. „Ein Danke ist nicht verkehrt. Sie muss nicht wissen, für was genau ich mich bedanke, das geht zu weit. Ich kann mich für die Kritiken zu meinen Songs bedanken.“

Langsam nickt Sam.

„Ich kann ihre Fragen beantworten.“

„Welche Fragen?“

„Kleinigkeiten. Was mit Butternut gemeint ist. Was ich selbst nicht mal weiß“, lache ich und fuchtele mit der Hand in der Luft herum. „Ansonsten belangloses Zeug. Ich … will sie nicht vertreiben, aber …“

Sam sieht mich an, während ich nach den richtigen Worten suche.

„Ihre Nachrichten haben kein Fundament und ich denke, dass sie weiß, dass ihre Gedanken im Nichts verpuffen. Dabei ist so viel Emotion darin enthalten. Es wäre vielleicht schade, die Kraft, die sie aufwendet, und die Zeit, unbeachtet zu lassen.“ Ich rede mir Argumente herbei, ihr zu antworten. Sams Floh in meinem Ohr ist zu einem Elefanten in meinem Kopf geworden, an dem ich Gefallen gefunden habe. Weil ich möchte, dass es weitergeht und ich will, dass das Netz, was sie gestern Abend gesponnen hat, nicht reißt.

„Dann mach das!“, nickt Sam. „Nimm das Handy und schreib ihr. Und dann guck, was pas-siert.“

Ich spüre, wie mein Herz schneller schlägt.

„Wenn du das vorhast, weiß ich, du machst wenigstens heute keinen Unsinn.“ Er entspannt sich und erst jetzt erkenne ich, wie müde er tatsächlich aussieht. Die Augenringe, die sich dunkel auf seiner Haut abzeichnen, lassen erkennen, dass ihm Schlaf fehlt. Ich vermute, ich sehe ganz ähnlich aus. „Ich lasse dich allein, River. Dann kannst du dich sammeln.“

Ich bringe Sam zur Tür und als ich zwei Minuten später wieder allein bin, greife ich erneut zu meinem Telefon, öffne Fines Nachrichten, setze mich an den Rand des Bettes und lösche auch das unverbindliche Vielen Dank wieder.

 

NoodlePoodle ist ein Salmonellensammelbecken. Wenn du zum Konzert aufs Festival willst, lass die Finger davon, Fine.

[Coverinterview] Im Echo meiner Takte 1 & 2 von Katja Bleeker

 

Coverinterview „Im Echo meiner Takte 1 – Wo unsere Nächte widerhallen“ und „Im Echo meiner Takte 2 – Wo unsere Tage widerhallen“

Heute habe ich Katja Bleeker zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.

Die Cover sind noch während des Schreibens entstanden. Da zuerst nur ein Einzelband geplant war, habe ich ein Cover gewählt, in dem einfach mehr zu finden ist. Als klar wurde, dass es zwei Bände werden, weil der Umfang immer größer wurde, habe ich das Cover geändert.
Hier der ursprüngliche Entwurf:


Wann kamen die Cover? Vor oder nach dem Titel? Bzw. wann kam die Idee auf eine Dilogie zu schreiben?
Kurz vor Ende der Fertigstellung des Manuskriptes.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung von den Covern, was sich darauf befinden sollte?
Ich wusste, ich möchte einen Mond darauf haben, sowie maritime Elemente und den nächtlichen Sternenhimmel.
Welche Bedeutung haben für dich das Blau der Nacht, die Sterne und der Mond bzw. das Gelb des Tages, die Sonne und die Nähe zum Ufer?
Da der Roman besonders auf die Nächte und auch auf die Dunkelheit in den Köpfen der Protagonisten Bezug nimmt, war es mir wichtig, dass es ein nächtliches Cover wird. Im Gegensatz zum zweiten Teil: Der spielt überwiegen am Tag, deshalb sollte auch der Tagesanbruch zu sehen sein, sowie erste Hoffnungsschimmer, dass die Gesamtsituation sich vielleicht verbessern kann.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Tiefe, Melancholie, Romantik, Aufbruch, Hoffnung
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt? 
 


Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?
Ich glaube, ich bin soweit zufrieden damit-
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊

Sonntag, 20. September 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Die letzte Hoffnung von T. B. Brandl


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Chloe und Jack aus „Die letzte Hoffnung“, um mit ihnen über das Buch und ihrem Autor zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Chloe: Sehr gerne, ich freue mich, hier sein zu dürfen!
Jack: Was für ein Buch?
Chloe *rollt mit den Augen einmal rum*
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Chloe: Mein Name ist Chloe Cortez, ich bin Anfang 20, gebürtig aus Barcelona und arbeite mittlerweile für die wichtigste Organisation der Menschheit, am schönsten Arbeitsplatz der Welt. Ich darf nämlich für die Vereinten Nationen, genauer gesagt das Klimaschutz-Sekretariat des UNFCCC, im Palais des Nations in Genf arbeiten und dabei helfen, den Menschen auf der Welt eine lebenswerte Erde zu erhalten. Was gar nicht so leicht ist, weil wir in den letzten 50 Jahren viele Fehler gemacht haben und es ganz dringend Zeit wird, dass endlich was passiert und überhaupt muss sich ganz viel ändern und ich hätte da ein paar Ideen, vielleicht haben wir ja nachher noch Zeit, darüber zu sprechen.
Jack: Fertig? Mein Gott, labert die. Äh, ich bin Jack. … Ich mache Sachen. Ich war mal an der New York Film Academy, bin jetzt aber im… Distributionsbusiness und würde mal gerne eine rauchen gehen. Wie lang geht das hier?
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Chloe: Puh, das ist schwierig, es passiert so viel in dem Buch. Also es geht einerseits um den Klimawandel, also nein, eigentlich um die Klimakatastrophe, und wie wir in allerletzter Sekunde noch verhindern können, dass die Menschheit ausstirbt und alles in Flammen aufgeht. Dazu habe ich eine Idee entwickelt, die ganz schön mutig, aber endlich auch mal konsequent ist und ich glaube, dass sie tatsächlich funktionieren könnte, wenn nur jemand genug Rückgrat hätte, sie mit mir auszuprobieren.
Jack: Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Ich habs nicht gelesen. Liest überhaupt noch irgendwer außer so Sterbertussis wie der Alten hier?
Chloe *rollt mit den Augen zweimal rum*
Glaubt ihr, macht es dem Autor Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Jack: Hahaha, ja, der Typ ist definitiv nicht ganz richtig in der Murmel.
Chloe: Also, manche von uns *massives Side-Eye Richtung Jack* sind an ihren Situationen vielleicht auch einfach selbst Schuld.
Jack: Was soll das denn jetzt heißen?
Chloe: Ehrlich? Hast du das nicht verstanden? Himmel.
Jack: Boa, ist die immer so ätzend?
Chloe: Ich bin ätzend? Sagt der, der nie liest und ein Buch nichtmal dann erkennen würde, wenn man es ihm ins Gesicht schlägt.
Jack: Also, wenn die sich aufregt, ist die schon etwas hot, oder?
Chloe: ALTER!
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Chloe: Also mir fallen da spontan 3 Stellen ein, die ich sehr befriedigend finde. Ich sage nur Knast, Pieks, Peng.
Jack: Verstehe ich nicht. Äh, also, ich find das mit der Erdkugel auf dem Cover sieht ganz cool aus.
Chloe: JUNGE, sie meint nicht Stelle-Stelle, sondern einen Abschnitt im Text, du Amöbe.
Jack: Achso… mhm…
Chloe: Sag halt »der Prolog«, wenn Du es nicht gelesen hast. *schnauft*
Jack: Was ist den ein Prolog?
Chloe: Wie lange geht das hier noch?
Was glaubt ihr, wie viel von eurem Autor steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Chloe: Ich glaube ganz schön viel, wobei ich hoffe, dass das meiste schon in der Hauptfigur gelandet ist.
Jack: Bist nicht du die Hauptfigur?
Chloe: Ganz genau.
Jack: Also, ich hoffe, nicht so viel, weil alle, die hier rumlaufen, ganz schöne Psychos sind.
*Chloes Augen bleiben beim Rollen kurz stecken*
Wie würdet ihr euren Autor beschreiben?
Jack: Streber mit zu viel Zeit, der dringend ein anderes Hobby braucht.
Chloe: Ein mutiger Mann, der einfach konsequent mal etwas ausprobiert und schaut, wo die Geschichte ihn hinführt, wenn man das Gedankenexperiment einfach mal laufen lässt.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Chloe: Ursprünglich gab es mal einen anderen Titel, da war das Buch aber auch noch nicht als Reihe geplant, sondern als Einzeltitel. Nur dann wurde das Buch über 900 Seiten lang und die Planung musste sich etwas anpassen.
Jack: Ja, welcher Spacken liest schon 900 Seiten am Stück.
Chloe: Also es gibt schon Menschen, die das gerne machen, aber dafür muss man natürlich lesen können. *you go girl*
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Jack: Also ich finds cool. Vor allem diese Supermegaspecial-Edition mit dem Farbschnitt sieht schon ziemlich porno aus.
Chloe: Also ich bin sehr gespannt, wie das bei den anderen beiden Büchern aussehen wird. Da sehe ich momentan noch nicht, wie er das passend umsetzen will, aber ich lasse mich mal überraschen.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Chloe: Also mein Lieblingszitat ist: »… und überhaupt war er so gar kein Leinen-Typ, sondern eher eine »NFL-Trikot tragende Platzverschwendung, die ihr Potenzial verschwendete und völlig zugekifft nur schemenhaft am Leben teilnahm«, wie seine Mutter ihn jedes Mal begrüßte, wenn er sie an ihrem Geburtstag anrief.«
Jack: Krass, bist du fies.
*Chloe grinst*
Jack: Also mein Lieblingszitat ist: »Anfängerfehler, Chloe.« Das kommt immer wieder vor. Aus Gründen.
Chloe: Also mir reicht das jetzt hier, sind wir endlich fertig?
Danke für das Gespräch
Chloe: Sehr gerne.
Jack: … *schon draußen eine rauchen*
Chloe: Der ist so anstrengend. Jesus.

[Autoreninterview] T. B. Brandl



Autoreninterview
T. B. Brandl

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Hey! Ich bin Tommy. Ich schreibe Romane und Lyrik und alles dazwischen. In meinen Texten versuche ich große Themen greifbar und erlebbar werden zu lassen und so auf unterhaltsame Art und Weise Fragen zu stellen, die mal wieder gestellt werden müssten. Mein Roman-Debüt »Runaways«, ein historischer Roman, ist 2024 erschienen. Seitdem habe ich noch meinen Gedichtband »7 – Sieben Gefühle in Siebzig Gedichten« und meinen Klima-Thriller »DIE LETZTE HOFFNUNG« veröffentlicht. 2025 habe ich außerdem das »Selfpublisher Speeddating« ins Leben gerufen, eine Initiative, die unabhängige Autor:innen und unabhängige Buchhandlungen zusammenbringt und so gemeinsam für mehr Vielfalt im Buchmarkt sorgt.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Eigentlich wollte ich schon immer schreiben. Mit 12 hatte ich schon ein Word-Dokument auf dem gemeinsamen Familien-PC, in das ich meinen Bestseller tippen wollte. Ja, und dann blieb das leer, weil ich einfach keine Idee hatte. Das war für mich das Zeichen, dass ich das einfach nicht kann und es nicht weiter versuchen sollte. Eine (total beknackte) Einstellung, die sich erst geändert hat, als ich 2023 mit Baby in der Trage ganz, ganz, ganz (!) viel wach war, wenn ich eigentlich hätte schlafen müssen, und mir dachte: »Ach komm, dann mache ich jetzt wenigstens etwas produktives.« Also habe ich angefangen zu schreiben und seitdem einfach nicht mehr aufgehört.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
»Runways«: Ist ein historischer Roman der im viktorianischen London des Jahres 1851 spielt, dem Jahr in dem die erste Weltausstellung im Crystal Palace stattfand. Es geht um Julie, die 16jährige Tochter des Londoner Polizeichefs, die von ihrem Vater zu Hause gefangen gehalten wird, ohne dass er ihr verrät wieso.
»7 - Sieben Gefühle in Siebzig Gedichten« ist ein Sammelband von Texten, die ich in der Zeit von 2024 bis 2026 geschrieben habe. Alle Texte befassen sich mit unterschiedlichen Emotionen, von Liebe, Trauer, Einsamkeit bis Freude, und sind mein Versuch, in Worte zu fassen, was man manchmal selbst nicht richtig versteht. Denn: Gefühle sind eine Superkraft, die wir viel zu oft zur Seite schieben. Und ich muss es wissen, ich bin ein Mann …
»DIE LETZTE HOFFNUNG« ist mein neuer Roman, der am 25.07.2026 erschienen ist. In dem Klima-Thriller geht es um die Frage, was eigentlich passiert, wenn sich in den nächsten 20 Jahren nichts mehr daran ändert, wie wir mit dem Klimawandel umgehen und einfach alles so weiterläuft wie bisher. 2046 gibt es dann eine große Flutkatastrophe im Pazifik, die dazu führt, dass die junge UN-Klimapolitikerin Chloe Cortez eine Idee entwickelt, wie das vielleicht doch noch klappen kann mit dem Überleben der Menschheit. Die Idee ist aber nicht ungefährlich, denn sie überschreitet jede moralische Grenze und bald schon befindet sich die Welt auf einem Weg, den Chloe so nie gewollt hat.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich schreibe tatsächlich gerade an zwei Projekten: Einerseits ist »DIE LETZTE HOFFNUNG« als Auftakt einer Klima-Trilogie geplant, die anderen beiden Bände sind bereits in Arbeit.
Darüber hinaus habe ich einen zeitgenössischen Roman über Vaterschaft, vererbte Traumata und fehlende männliche Vorbilder angefangen, der noch einmal in eine ganz neue Richtung gehen soll.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Haha – Freizeit. Also mittlerweile verschlingt meine Schreiberei und alles was ich Außenrum so mache, fast alles was neben Beruf, Familie und Atmen noch so an Zeit übrig bleibt. Aber hin und wieder schaffe ich es doch noch, die Gitarre auszupacken und ein bisschen Musik zu machen. Und ich habe neulich die Playstation abgestaubt und nach 2 Stunden Installations-Zeit dann auch tatsächlich mal wieder 20 Minuten Red Dead Redemption gespielt…
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Andreas Eschbach. Großes (!) Vorbild.
Ken Follett. Auch.
Ganz frisch seit diesem Jahr: Annika Büsing. OMG kann die fantastisch schreiben. Ich habe in den letzten 6 Wochen ALLES gelesen, was sie je geschrieben hat.
Und Marc-Uwe Kling dürfte mir gerne mal einen ganzen Abend einfach nur vorlesen.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
So einen richtigen festen Arbeitsplatz habe ich nicht. Ich schreibe am Küchentisch, liegend auf der Couch, stehend im Flur, mit nassen Händen in der Küche, weil mir beim Abwasch etwas eingefallen ist und die allermeisten Ideen kommen mir, wenn ich mal für eine Stunde rausgehe, durch den Schlosspark spaziere und natürlich nichts zu schreiben dabei habe.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ziemlich unspektakulär: Aufstehen, Kaffee, kein Frühstück, existieren, Feierabend, Kinderspielplatz, Abendessen, lesen oder schreiben, (zu spät) einschlafen.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich liebe historische Romane und Polit-Thriller. Dazu kommen Romane, die sich sprachlich oder inhaltlich ein bisschen was trauen und mal Sachen ausprobieren. Beim Schreiben versuche ich diese Sachen irgendwie zusammenzubringen und mein eigenes Ding daraus zu machen.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
»Don’t self-reject.« Das war der Startschuss für mein Schreiben, weil mir klar geworden ist, dass ich seit Jahren selbst verhindere, dass ich tue, was ich eigentlich wirklich möchte.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich finde Deutschland eigentlich ziemlich cool. Keine Sorge, nicht auf Nazi-Weise. Falls es hier mal Kacke werden sollte, stehen aber Dänemark, Norwegen und Schweden ziemlich weit oben auf meiner »Ja, dann macht euren Scheiß doch alleine, ich hau ab«-Liste.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Also ich finde ja, und jeder der etwas anderes sagt, hat einfach keine Ahnung. Spaß. Also, grundsätzlich freue ich mich immer über konstruktive Auseinandersetzung mit dem, was ich so mache. Viel davon passiert ja in schweigsamer Abgeschiedenheit und ich bin immer noch der Meinung, dass ich eigentlich gar keine Ahnung habe, was ich hier mache, insofern ist Feedback immer gut. Wie gut ich die Kritik annehmen kann, hängt aber immer auch davon ab, wie sehr ich emotional in meinen Text involviert bin. Spoiler: meistens sehr. Deswegen könnte es eventuell ab und an vielleicht manchmal vorkommen, dass ich erstmal etwas frustriert reagiere, bis ich vier mal ums Haus gerannt bin.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
In kurz: Die Angebote, die ich hatte, haben nicht zu der Vision des Buches gepasst, die ich in meinem Kopf in Stein gemeißelt hatte.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Kauft euer nächstes Buch bitte in einer kleinen, unabhängigen Buchhandlung. Die brauchen ganz, ganz dringend Hilfe und machen fantastische Arbeit!

Samstag, 19. September 2026

[Coverinterview] Shadow Element - Wenn die Liebe zerbricht von Julia Abel


 
Coverinterview „Shadow Element – Wenn Liebe zerbricht“


Heute habe ich Julia Abel zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.

Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Die Coveridee hatte ich tatsächlich vor dem finalen Titel. Erstellt bzw. designt wurde das Cover allerdings erst nachdem der Titel feststand.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?
Ja, da hatte ich relativ schnell eine genaue Vorstellung und diese wurde auch perfekt umgesetzt, ohne größere Änderungen durch den Verlag. Mir war klar, dass ich unbedingt Feuer und Wasser auf dem Cover haben wollte, gemeinsam mit dem Schloss und dem schwarzen Hintergrund. Das Cover entspricht genau meinen Vorstellungen und übertrifft sie sogar😊
Welche Bedeutung haben für dich das Schloss, die Elemente Feuer und Wasser und die darin sichtbaren Blumen (Rose/Wasserlilie)?
Die Elemente Feuer und Wasser stehen für meine Protagonisten Merelia und Theros. Beide sind Elementmagier und so sind sie auch Teil des Covers. Es symbolisiert sie als eigene Person, aber auch ihre Unterschiede und doch auch ihren Zusammenhalt. Das weiße Schloss, welches schwarz anläuft, steht für die Dunkelheit, die sich im Land breitmacht und gegen welche meine Protas bestehen müssen. Die strahlende Wahrheit entpuppt sich als dunkle Lüge. Die Blumen stehen für die Liebe in meinem Buch, das Erblühen des Bandes zwischen Merelia und Theros.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Es sollte die Stärke zeigen, die meinen Protagonisten innewohnt, die Schatten zeigen, gegen welche sie kämpfen müssen. Gleichzeitig sollt es auf dem ersten Blick Eindruck schinden und fesseln. Die Farben des Feuers und des Wassers sollten so präsent und deutlich sein, um die Bedeutsamkeit von Merelias und Theros Band hervorzuheben. Das Cover soll die Leidenschaft widerspiegeln, die ich beim Schreiben empfunden habe und welche in der Geschichte zwischen den Charakteren herrscht.
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt?
»Sollen Kollo zeigen, wie gehen? Me schlechte Lehrerin.«
Kollo sah mich vielsagend an und zwinkerte mir zu. Merelia hingegen funkelte ihn böse an. »Was soll das denn jetzt heißen? Ich bin keine schlechte Lehrerin. Theros hat einfach keine Kampferfahrung und muss das alles üben. Da wir allerdings gerade auf dem Weg nach Solonas sind, hat er nicht Jahre Zeit dafür. Da muss ich ihn hart rannehmen.«
Mein Blick zuckte zu ihr, doch sie reagierte nicht. Ihre Worte brachten mich auf unpassende Gedanken und ich musste schlucken.
»Papperlapapp«, winkte Kollo hingegen ab. »Kollo besser, auch ohne Schimpfen.« Schwerfällig erhob sich der kleine Troll und stapfte einige Schritte vorwärts. »Kollo nun zeigen ein paar Tricks.« Breitbeinig stellte er sich hin und hob seine kleinen Fäuste.
Merelia verschränkte genervt die Arme vor der Brust. Ich hingegen sah Kollo aufmerksam zu, wobei meine Augenlider eigentlich vor Müdigkeit jeden Moment zuzufallen drohten und, zugegeben, mein Blick das ein oder andere Mal auch an Merelia hängen blieb.
Der kleine grüne Troll vollführte ein paar Hiebe und Tritte in die Luft, als würde er gegen einen unsichtbaren Gegner kämpfen. Dabei drehte er sich so schnell um die eigene Achse, dass ich kaum hinterherkam. Erstaunt klappte meine Kinnlade herunter. Ein solches Geschick und Tempo hätte ich Kollo niemals zugetraut. Auf einmal hielt er ein kleines Messer in der Hand und stach damit nach seinem unsichtbaren Gegner. Als ich an unser Gespräch in der Höhle zurückdachte, bereute ich es augenblicklich, Kollo unterschätzt zu haben. Es tat mir leid, denn offensichtlich konnte ich von ihm noch so einiges lernen.
Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?
Ich liebe es von ganzem Herzen! Es übertrifft sämtliche meiner Erwartungen und ich würde nichts daran jemals ändern wollen. Ich bin einfach verliebt😉
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊