Donnerstag, 31. Dezember 2020

[Buchvorstellung einmal anders] Falsches Spiel von Markus Schnobrich

 



Buchvorstellung einmal anders 

Heute ist ein komischer Tag 😊 Ich warte seit einer Ewigkeit auf den Autor Markus Schnobrich, aber er kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus, ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Falsches Spiel“ von Markus Schnobrich. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Er wird nicht kommen. Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben dem Autor am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Es ist mir eine riesengroße Ehre, dich kennenlernen zu dürfen. ☺
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Meinen Namen kennt ihr ja nun bereits. Im Dezember 2018, kurz vor Weihnachten, durfte ich das Licht der Welt erblicken.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit dem Autor zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihm leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Aus einem bestimmten Grund, den er mir nicht verraten möchte, gehen ihm düstere Szenen einfacher von der Hand.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Da fällt mir spontan der Showdown auf dem Dach des Krankenhauses ein. Will aber nicht Spoilern.😉 Nur so viel: Es ist sehr brutal.
Weißt du wie viel Markus tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?
Peter, der Protagonist, besitzt einige Charakterzüge von Markus. Darf aber nicht verraten, um welche es sich handelt. 🤐
Wie würdest du oder seine Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller den Autor beschreiben?
Jedes Mal, wenn ich mit ihnen (den Charakteren) plaudere, höre ich ausschließlich positive Worte über Markus. Durchaus sympathisch und charmant. 😉
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Geplant war, mich „Das Krankenhaus" zu nennen. Schlussendlich wurde ich doch „Falsches Spiel“ getauft.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Mit meinem äußeren Erscheinungsbild bin ich absolut glücklich.🤗
Kannst du uns vielleicht auch schon verraten, ob der Autor viele echte Plätze eingebaut hat oder ob die Orte im Buch der Fantasie entspringen?
Zu 90% befindet sich der Leser in einer fiktiven Welt.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
„Du bist ein richtig zäher Bursche, Miller. Sehen wir uns doch ein letztes Mal Silvester an.“
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.

Dann vertiefe ich mich wieder in das Buch.

Mittwoch, 30. Dezember 2020

[Buchvorstellung einmal anders] Abzweigungen von Roland Hebesberger

  


Buchvorstellung einmal anders 

Heute treffe ich mich mit dem Protagonisten Cornell Rohde, um mit ihm über das Buch „Abzweigungen“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten.
Als Protagonist meines Buches hat man Abseits davon sehr viel Zeit. Also gerne 😊
Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Mein Name ist Cornell Rohde, geboren am 28. August 1984 in Budweis. Meine Mutter Adela ist leider früh verstorben und so zog mich mein Vater Hans-Peter in München auf. Ich folgte den Beispiel meines Vaters und wurde Polizist. 2007 hatte ich die Polizeischule abgeschlossen und trat meinen Dienst an. Aus Spoiler-Gründen kann ich euch leider nicht sagen, warum ich 2015 aus der Polizei ausgeschieden bin und seitdem als Sachbearbeiter in einer Personalfirma und als Sicherheitsmann in einer Bank arbeite. 😉
Beschreibe uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.
Ihr habt die Chance, mich dabei zu beobachten, wie ich versuche die Wahrheit aufzudecken nach einem Verbrechen, das ich nicht verhindern konnte. Dabei habe ich etwas beobachtet, was mir allerdings niemand glaubt. Dadurch geriet ich einen Strudel aus Vertuschung, Verheimlichung und Intrigen. Nun liegt es an mir, die richtigen Abzweigungen zu wählen, da mein Leben an einem seidenen Faden hängt!
Glaubst du macht es dem Autor mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?
Der hat sicher Freude daran, nur hatte ich meines Wissens nach noch keine leichte und einfache Situationen zu bewältigen. Der hält mich hier ganz schön auf Trapp.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Kapitel 2 gefällt mir das Protagonist sehr gut. Der Rest ist leider für mich nicht so toll.
Was glaubst du, wie viel Roland steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?
Er redet nicht sehr viel mit mir. Aber ich meine zu wissen, dass die ganzen Charaktere auf verschiedene Leute beruhen, mit denen er irgendwann mal etwas zu tun hatte. Oder eine Mischung daraus. Er selbst kommt glaube ich nicht vor. Ansonsten würde ich ihm fragen, was in seinem Kopf vorgeht, dass er mich auf seine Reise geschickt hat!
Wie würdest du deinen Autor beschreiben?
Er wirkt so freundlich und harmlos. Wenn ich mir aber meine Welt ansehe, muss tief in seinem Kopf viel verrücktes und auch Sadistisches vorgehen!
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Ich darf gar nichts mitentscheiden, ansonsten wäre es ein freundliches und ruhiges Buch, wo ihr niemals auch nur eine Sekunde Spannung verspüren würdet. Der Titel stand schon fest, bevor er mich auf die Reise geschickt hat. Sein Bruder sollte eine Rolle gespielt haben, wenn ich richtig zugehört habe
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Ich stehe in einer dunklen Welt und bin von Nebel und Blut umgeben. Mir gefällt das gar nicht. Ein ruhiges und ehrliches Leben wollte ich, doch der Autor konnte nicht so freundlich sein. Also mir gefällt das Cover, wie auch die Geschichte gar nicht.
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?
Eine ganz wichtige Person in meinem Leben sagte zu mir: Ich sehe einen gebrochenen Mann. Aber einen guten Mann, der es verdient hat, dass wieder jemand an ihn glaubt. 
Das war ein schöner Moment!
Danke für das Gespräch.
Bitte holt mich hier raus!

[Autoreninterview] Roland Hebesberger

 

  


Autoreninterview
Roland Hebesberger

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen? 
Ich heiße Roland Hebesberger, bin 34 Jahre alt, geboren im schönen Lungau, genauer gesagt in Tamsweg. Seit 18 Jahren arbeite ich in der Spedition und betreue dort Großkunden, führte Warehouse-Tätigkeiten durch und verwalte auch die Lademittel. Schon als Jugendlicher habe ich gerne geschrieben. Mit Stargate SG-1 Fanfictions fing ich an, Ende der 90iger. Am Anfang der 2000er hatte ich dann zwei virtuelle Serien am Start. Nach einer Hörspielreihe zu meiner virtuellen Serie „Teen Agents“, die es übrigens noch immer auf YouTube gibt, habe ich durch den Job und andere Interessen etwas den Faden am Schreiben verloren. Zum Beispiel war ich 10 Jahre lang Radiomoderator beim LiveRadio und ich hatte kleinere journalistische Tätigkeiten, wie Spielberichte, Vereinszeitungen, Interviews etc. am Start. 2019 habe ich mich dann entschieden, meinen Lebenstraum zu erfüllen und habe mein erstes Buch geschrieben: Abzweigungen – Cornell Rohde. Es kam gut an und deshalb habe ich meine Autorentätigkeit vorgesetzt und mittlerweile sind drei Bücher und eine Kurzgeschichte in einer Anthologie erschienen. 2021 sollten weitere drei Bücher erscheinen und weitere Pläne sollten umgesetzt werden 😊

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Wie schon erwähnt war ich ein großer Stargate SG-1 Fan. Ich hatte eine Fan-Website, die sehr hoch besucht war. Dort wurde jede Folge genau besprochen und da ich immer wieder Ideen hatte, wie man etwas umsetzen konnte, hatten meine Besucher die Idee, dass ich doch selbst mal probieren könnte, einzelne Stargate Folgen zu entwerfen. So entstanden meine ersten Fanfictions. Ich hatte damals um die 400 Stammleser und es hat so viel Spaß gemacht, dass ich immer mehr geschrieben habe. Und plötzlich war ich 2004 und 2005 der gekürte beste deutschsprachige Mainwriter bei DVT – Deutsche virtuelle Television. Eigentlich war mein Traumberuf als Jugendlicher -Drehbuchautor. Doch die Schriftstellerei steht dem nichts nach 😉

Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?

Drei Bücher sind bis jetzt erschienen:
Abzweigungen – Cornell Rohde: Ein Ex Polizist versucht sich ein neues Leben aufzubauen und arbeitet als Sicherheitsmann in einer Bank. Diese wird Überfallen, er kann es nicht verhindern und beobachtet dabei etwas ungewöhnliches. Da ihm niemand glaubt, forscht er selbst nach und rutscht dabei in eine Verschwörung, die sein ganzes Leben verändern sollte… 
Red Bird – Ava Canary: Ava ist eine junge CIA Agentin, die allerdings von oberer Stelle blockiert und zur Bürokraft eingeteilt wird. Also die Nichte der verstorbenen CIA Legende Agent Kestrel, möchte sie es allen beweisen. Als sie ihre erste Außenmission bekommt, geht diese gründlich schief und plötzlich befindet sie sich in einem Spionage-Verwirrspiel und muss alles riskieren, um ihre Unschuld zu beweisen und die Menschheit vor einer großen Gefahr zu schützen. 
The Backdoor Link – Cyberella: Sarah, eine verurteilte Hackerin, arbeitet für die Europol, damit sie nicht ins Gefängnis gehen muss. Doch sie verbirgt ein dunkles Geheimnis, was niemals ans Licht kommen darf. Als nach ihrer wahren Identität innerhalb des Europol-Netzwerkes gesucht wird, muss sie alles riskieren, um dieses Geheimnis zu schützen. 
2021 sollten die Fortsetzungen zu diesen Büchern folgen 😉

Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?

Ja – aktuell bin ich in der Überarbeitungsphase von Cornell Rohde 2 und arbeite an der Recherche für den Plot von Ava Canary 2. Cyberella 2 kommt sofort danach dran. Alle drei Werke sollten 2021 erscheinen, wenn alles nach Plan läuft

Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?

Schreiben 😊 Da ich kein Vollzeitautor bin, muss ich eben Vollzeit arbeiten und schreibe meine Bücher in der Freizeit. Ansonsten schaue ich gerne Serien/Filme, lese auch sehr viel und bin ein Fußball Fan 😊

Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?

Direkt ein Lieblingsbuch oder Autor/Autorin habe ich so nicht. Aber Dan Brown hat mich schwer begeistert mit Illuminati, Sakrileg und Co. Auch Simon Beckett mit der Dr. David Hunter Reihe ist ganz weit vorne. Ganz am Anfang habe ich sehr viel Hohlbein gelesen, dann kam Harry Potter, Herr der Ringe, die Tribute von Panem und Co. Aktuell bin ich sehr begeistert von der Selfpublisher Szene. Simon Geraedts und Michael Hirtzy zum Beispiel haben mich 2020 total beeindruckt. Das Buch „Am Abgrund – Bilder der Apokalypse Teil 1“ von Hirtzy und „Teufels Qual“ von Geraedts streiten sich darum, wer mein Lesehighlight 2020 sein wird.

Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?

Komplett unspektakulär. Ein Eckschreibtisch in meinem Zimmer. Darauf stehen zwei Bildschirme, eine Tastatur, eine Maus, Lautsprecher und die Kopfhörer dazu. Ein schwarzer Bürostuhl und das war es. Dort schreibe ich meine Bücher.

Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?

Die sind sehr verschieden 😊 Ich arbeite 8-12 Stunden am Tag, den Abend verbring ich meistens damit an den Büchern und deren Marketing zu arbeiten. Wenn ich eine Pause brauche, schaue ich Serien oder Filme. Früher habe ich noch viel FIFA gespielt, das hat sich mit der Schreiberei aber sehr gelegt. Am Wochenende bin ich meist auf Fußballspielen und abends lese ich dann gerne. Wenn es keine Spiele am Wochenende gibt, dann arbeite ich an meinen Büchern. Im Urlaub verreise ich oder schreibe das nächste Buch 😊

Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?

Ich bin prinzipiell offen für alles. Nur romantische Bücher sind jetzt nicht so meines. Meistens bin ich aber im Thriller Bereich unterwegs. Ermittlerkrimis bzw. Thriller müssen bei mir aber einen besonderen Touch haben, ansonsten ist es mir zu langweilig. Gerne darf es mysteriös, aber auch übernatürlich sein. Sci-Fi und Fantasy lese ich auch sehr gerne. Im Prinzip muss mich ein Buch aber einfach nur fesseln können! 
Beim Schreiben sage ich klar Thriller – aber keine Krimis. Thriller bedeutet für mich, dass es eine spannende Geschichte sein soll. Allerdings vermische ich gerne die Untergenres. Spionage, Techno, Mystery, Suspense, Übernatürliches etc. kann alles vorkommen oder eben auch nicht.

Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?

Ich bin nicht so ein Zitat Mensch, aber ich denke mir jeden Tag: Wenn ich in den Spiegel schaue und mich dabei nicht beschimpfe, dann habe ich alles richtig gemacht! 
Ein Zitat aus Abzweigungen beschreibt ganz gut, wie ich an meine Storys rangehe: Gibt es Gut und Böse? Oder nur die eine und die andere Seite?

Hast du ein Lieblingsland und warum?

Ich lebe sehr gerne in Österreich und habe nicht vor wie hier wegzugehen, weil es meine Heimat ist, das Land sehr viel zu bieten hat und ich mich einfach wohlfühle. Meine schönste Reise war aber Albanien. Ein unglaublich schönes Land, sehr nette Leute und in diesem Land kann man sehr viele interessante Sachen entdecken. Außerdem ist es dort überhaupt nicht überlaufen. Es gibt aber generell sehr schöne Länder. Bis jetzt hatte ich noch keine Reise bereut!

Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?

Ja, ich bin eindeutig kritikfähig! Aber ich diskutiere auch gerne darüber, um mehr zu erfahren, wieso eine Kritik ausgesprochen wird und manchmal muss man mir ein paar Augenblicke nach der Kritik Zeit geben, um mich zu sammeln. Da ich auch ein sehr emotionaler Mensch bin, kann sich das oft überschneiden und um ruhig und sachlich zu bleiben, nehme ich mir dann öfters mal die eine oder andere Minute Zeit, um es zu verdauen und dann darüber zu sprechen. Aber gerade bei meinen Büchern habe ich festgestellt, dass ich sehr kritikfähig und auch ruhig bin. Selbst wenn das Feedback alles andere als gut ist. Was aber zum Glück bis jetzt nur ganz selten vorgekommen ist 😊

Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?

Hier zitiere ich jetzt gerne einmal Sebastian Fitzek: Einen Verlag zu finden ist wie Lotto spielen. Damit ist eigentlich alles gesagt. Nur weil man einen Verlag hat, heißt das nicht, dass das Buch gut ist. Wiederrum bedeutet das auch, wenn man keinen Verlag hat, heißt das noch lange nicht, dass das Skript nicht gut ist. Ich wollte unbedingt rausfinden, ob ich mit meinen Geschichten Menschen begeistern kann und wollte hier auch nicht auf einen Verlag warten. Deshalb habe ich mich für das Selfpublishing entschieden. Außerdem ist es sehr schwer, einen Verlag zu finden, wenn man eine etwas „andere“ Geschichten erzählt und so wie ich, auch mal gerne Untergenres vermischt. Deshalb bleibe ich bei diesen Geschichten auch beim Selfpublishing, kann mir aber schon vorstellen in Zukunft sogenannte „Stand alone“ Bücher bei Verlagen einzusenden. Falls nur Absagen kommen, kann ich es dann noch immer als Selfpublisher veröffentlichen. 😊

Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?

In der heutigen Zeit ist es so wichtig, dass man sich nicht nur in den Streams verliert. Ich suchte auch gerne die Portale durch, doch gerade das Lesen von Büchern füttert das Hirn und sorgte für eigene Kreativität, im Alltag, wie im künstlerischen Bereich. Deshalb freue ich mich, dass es noch genug Menschen gibt, die gerne lesen. Behaltet euch das bei und arbeiten wir alle daran, dass „Lesen“ wieder richtig angesagt wird. Und es würde mich natürlich freuen, wenn ihr meinen Büchern eine Chance geben würdet 😊

Donnerstag, 6. Juni 2019

[Protagonisteninterview] mit Alexander Merahwi und Julian Melnik aus Tanz der Ikonen und Poker mit Hai von B.D.Winter

 Krimitag B.D. Winter – 

Shark Temptations 1 + 2

Wie schon so oft, darf ich heute im Zuge meiner Krimitage ein Interview mit Alexander Merahwi und Julian Melnik führen. Wieder treffe ich mich in den Räumen der Firma „Merahwi & Martin“ mit den beiden. Im Empfangsbereich werde ich von Julian begrüßt.
Wenig später holt mich Dana ab, um mich in das Büro von Merahwi zu bringen. Kurz darauf folgt auch Julian mit einem Tablet.

Schön Sie wiederzusehen, Herr Merahwi. Es freut mich, dass Sie die Möglichkeit ergreifen, um die Fälle „Tanz der Ikonen“ und „Poker mit Hai“ noch einmal vorzustellen.
Merahwi: Es ist schon ein paar Monate her, dass wir uns zuletzt getroffen haben. Doch einer Einladung von Ihnen und zu Ihrem Blog folge ich immer wieder gerne.
Herr Merahwi, um auch denen, die die Bücher noch nicht kennen, einen kleinen Einblick zu gewähren, würden Sie anhand der bisherigen Fälle ihren Tätigkeitsbereich der Firma erklären?
Merahwi: Auf dem Firmenschild und im Branchenbuch lesen Sie "Verhandlungsstrategen". Ich bin Unterhändler und unterstütze Leute, die sich emotional oder rhetorisch nicht in der Lage sehen, schwierige Verhandlungen selbst gewinnbringend zu führen.
Julian: Und die sich deine Honorare leisten können. Den besten Unterhändler Wiens zu engagieren, ist nämlich nicht billig. Aber dass sich jeder Cent lohnt, ist auch klar. Sandro, äh, Herr Merahwi, lässt nämlich nicht locker, bis er gewinnt. Und dafür setzt er auch Methoden ein, bei denen ein normaler Anwalt Herzflattern bekäme.
Merahwi: In "Tanz der Ikonen" hätte ein Anwalt so lange herumlaviert, bis die Karriere unseres Auftraggebers unwiderruflich zerstört gewesen wäre.
Julian: Der hat nämlich für die Russenmafia eine Ikone geschmuggelt, und die ist bei der Übergabe in die falschen Hände geraten. Es hieß also her mit der Ikone oder ade mit den Knochen eines begnadeten Ballettstars. Und in "Poker mit Hai" hast du ein Herz für Kinder bewiesen.
Merahwi: Vor allem wollte ich nicht hinnehmen, dass ihr Vater, ein Mafiaboss, den Kontakt mit ihrer Mutter unterbindet.
Julian, würdest du die Teammitglieder und deren Aufgaben meinen Lesern erklären?
Julian: Dass dir unser Team gefällt, hab ich schon mitbekommen. Wir sind aber auch eine coole Truppe! Dana haben sie ja schon kurz kennengelernt, als sie dich hereingeführt hat. Sie ist Sandros Sekretärin. Die Einzige, die ihn so einigermaßen im Griff hat und nicht nur ihn. Sie ist ein liebenswürdiger Feldwebel, und mit ihr solltest du dich gar nicht erst anlegen. Stella ist die Frau fürs Grobe, sprich für den Außendienst. Was Alarmanlagen ebenso einschließt wie Beschattungen, Einbrüche und noch so manche andere nicht koschere Sachen. Wenn du ihr blöd kommst, liegst du schneller auf dem Kreuz, als du dir vorstellen kannst, und das meine ich nicht bildlich gesprochen. Eine richtig coole Socke ist Jan. Vergiss alles, was du über Computermenschen gehört hast. Jan ist überhaupt nicht nerdig und hackt sich trotzdem in die gefinkeltsten EDV-Systeme ein. Dragan ist offiziell unser Grafiker und Mediendesigner, inoffiziell organisiert er Bild- und Videomaterial, das unseren Gegnern den Schweiß ins Gesicht treibt. Bernd jongliert mit Zahlen. Und mit Offshorekonten und Briefkastenfirmen, Sandros eigenen und denen der Gauner, die sich einbilden, unsere Klienten übers Ohr hauen zu können. Phil fehlt noch. Er ist für alles Künstlerische zuständig. Und darin ist er ein wahres Genie.
Mittlerweile kenne ich ja das Team ziemlich gut und immer wieder drängt sich mir der Vergleich mit James Bond auf. Wie weit würden Sie, Herr Merahwi oder auch du Julian, in einem Fall gehen, um etwas oder jemanden zu retten?
Merahwi: Das hängt von den Umständen ab, vom Auftrag und den Beteiligten. Von Gewalt halte ich nichts. Jemandem, der taktisch denken und kaltblütig verhandeln kann, stehen andere Möglichkeiten offen.
Julian: Kannst du das bitte auch unseren Gegnern sagen? Mir gefällt gar nicht, dass du zu manchen Besprechungen eine Pistole mitnehmen musst. Und was du in "Tanz der Ikonen" abgezogen hast, während ich mich schon die Donau hinabschwimmen sah, werde ich dir nie vergessen. Aber mit James Bond liegst du absolut richtig, Claudia. Sandro ist Bond und ich bin Miss Moneypenny.
Wie geht das Team damit um, wenn der Auftraggeber oder auch ein Teammitglied aus der ihm zugedachten Rolle ausbricht?
Merahwi: Natürlich erschwert das einen Auftrag, ist aber emotional oft verständlich. Die Stärke unseres Teams ist neben seiner hohen Spezialisierung seine Flexibilität. Wir springen für einander ein, richten uns in jeder Situation neu aus und jeder erhält genau die Aufgabe, für die er bestens geeignet ist.
Julian: Bis auf mich in "Poker mit Hai". Ich war hoffnungslos überfordert.
Merahwi: Und hast deine Sache trotzdem sehr gut gemacht. Obwohl ich dich höchst ungern in diese Teile unseres Geschäfts hineinziehe. Ich möchte, dass Julian eine weiße Weste behält.
Mit welchen Zitaten würden Sie die Bücher am treffendsten vorstellen, Herr Merahwi? Oder Julian, gibt es ein Lieblingszitat, das du uns gerne vorstellen würdest?
Merahwi: "Beim Poker gewinnt nicht der mit dem besseren Blatt, sondern der mit den besseren Nerven."
Julian: Oh Mann, wie soll ich mich denn da entscheiden? Das hier ist eines meiner Lieblingszitate: "Ab ins Haifischbecken. Wie hoch war die Überlebenschance einer kleinen Sardine?" Die Sardine bin übrigens ich, der Hai ist Sandro. Gut ist auch das von Dana: "Und genau so läuft es, Julian, es ist tabu. Können Sie sich das merken, oder muss ich Ihnen ein Memo schreiben?"
Wie wichtig erscheint die sexuelle Orientierung oder auch die Kunst in den Fällen zu sein. Ist es für Sie persönlich wichtig, diese Themen aufzunehmen und wenn ja, warum?
Julian: Also das mit der Homosexualität ist mir schon wichtig. Wir leben in Wien, im 21. Jahrhundert. Da muss man das wirklich nicht mehr verstecken.
Merahwi: Ich sehe das anders. Die sexuelle Orientierung ist Privatsache und geht niemanden etwas an. Kunst ist ebenso eine persönliche Angelegenheit, nur dass man mit ihr selten andere vor den Kopf stößt. Ich kann mir ein Leben ohne Kunst nicht vorstellen.
Julian: Und ich mir kein Leben ohne Männer.
Gibt es noch Szenen, die das Wesen der Bücher perfekt umschreiben?
Julian: Wie viel Zeit hast du?
Merahwi: Es wird nicht nur um die Zeit gehen, sondern auch um den Platz auf Claudias Seite. Ich finde die Verhandlungen unter Druck sehr aussagekräftig. Wenn die Gangster alle Trümpfe in der Hand haben.
Julian: Klar, weil du in denen deinen Mythos aufbauen und gleichzeitig deine Fassade aufrecht halten kannst. Du bist beim Verhandeln cool und brillant, aber noch besser gefallen mir die Coups, die du durchziehst. Wenn du es mit der Legalität nicht so genau nimmst und die Mistkerle austrickst. Und die Teammeetings, die liebe ich.
Merahwi: Gar nicht die Liebesszenen? Jetzt verblüffst du mich.
Julian: Hey, du hast gerade gesagt, dass die Liebesszenen Privatsache sind. Ich bin ja schon froh, dass die Leser bei den schönsten Momenten dabei sein dürfen. Und damit meine ich jetzt nicht nur Sex, obwohl ich in dieser Beziehung durchaus auf meine Kosten …
Merahwi: Ich denke, Claudia hat genug Material für ihr Interview ;-)
Danke für das sehr interessante Gespräch und ich hoffe, dass man sich sehr bald wiedersieht.

[Autoreninterview] B.D.Winter

 Autoreninterview

B.D.Winter


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
B.D. Winter ist mein Pseudonym für Geschichten mit schwulen Protagonisten. Ich veröffentliche auch unter meinem Klarnamen Barbara Drucker und mit beiden Autorenmarken habe ich mich auf Spannungsliteratur spezialisiert. Ich schreibe Geschichten mit charismatischen Helden, Liebe zwischen starken Charakteren, Geheimnisse und Gefahr. Als Wienerin bringe ich in einige Romane die Atmosphäre und den Charme meiner Stadt ein, so auch in die "Shark Temptations"-Reihe.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das war in meinem Fall ein sehr langer Weg, obwohl sich die Kreativität früh und immer wieder meldete. In meiner Kindheit, als ich Bücher weiterspann oder auf Jungscharlagern Theaterstücke entwarf. Meine Versuche als Jugendliche zähle ich nicht mit, richtig gepackt hat es mich erst mit knapp 30. Ich schrieb einen Wirtschaftsthriller, der allerdings unveröffentlicht in meiner Schublade liegt und auf eine sorgfältige Überarbeitung wartet. Dann schob ich ein Literaturwissenschaftsstudium nach und publizierte wissenschaftlich. Über eine dieser Publikationen wurde ein Fanfiction-Verlag auf mich aufmerksam und lud mich ein, eine Geschichte für eine Karl-May-Anthologie zu schreiben. Innerhalb einer Viertelstunde sagte ich zu und ab da war ich angefixt. Ich machte noch die Ausbildung zur Schreibpädagogin und lernte so das Handwerk des belletristischen Schreibens von der Pike auf.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Als Barbara Drucker schreibe ich historische Geheimbundromane im Mantel-und-Degenstil. Bereits erschienen sind "Das Gift der Schlange" und "Der Schwur der Schlange", in denen sich ein aristokratischer Spion zwischen Hofintrigen und einem mächtigen Geheimbund behaupten muss. Als B.D. Winter veröffentlichte ich bislang "Tanz der Ikonen" und "Poker mit Hai" aus der Reihe "Shark Temptations". Die Reihe ist Romantic Suspense und verbindet eine Liebesbeziehung mit raffinierten Coups. Außerdem bin ich in fünf Anthologien mit Kurzerzählungen vertreten.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, ich schreibe an einer Urban Fantasy über einen unkonventionellen Schutzengel. Er hat mit seinem von Arbeitsüberlastung und Burnout bedrohten Schützling ebenso Probleme wie mit traditionellen Kollegen und muss sich extrem anstrengen, um seinen Schützling zu retten. Dabei greift er zu mehr als fragwürdigen Methoden.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich gehe sehr gerne ins Kino oder schaue mir Qualitätsserien an. "Suits", "Lucifer", "White Collar", "Die Borgias", um nur einige zu nennen, die mich auch beim Schreiben inspirieren. Außerdem lese ich sehr gerne und ich mache Ikebana, das ist die japanische Kunst des Blumenarrangierens. Früher tanzte ich auch Turnier und ich focht historisch, doch beides schaffe ich körperlich nicht mehr.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Mein absoluter Lieblingsdichter und mein Vorbild ist Friedrich Schiller, aber ich lese nicht nur Klassik ;-) Ich mag Wirtschafts- und Anwaltsthriller und Romane mit raffinierten Coups. Ich greife sehr gerne zu John Grisham und Dan Brown, Elizabeth George mag ich wegen der großartigen Milieustudien und Figuren.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Im Grunde genommen kann ich überall schreiben, wo ich einen Tisch zur Verfügung habe, am liebsten schreibe ich aber bei mir zu Hause. Mein Schreibtisch steht im Wohnzimmer und ich blicke dabei in den Raum hinein, auf eine Reproduktion eines Selbstportraits von Andy Warhol, meinem Lieblingsmaler. Ich halte sehr viel von Ordnung, weil da der Geist am besten fließen kann. Mein Schreibtisch ist immer aufgeräumt, Chaos macht mich wahnsinnig. Auf ihm stehen eine Schillerbüste, Blumen, eine Kerze, eine Duftlampe, etwas zum Trinken, der Stiftköcher und das Telefon. Und ein Bild meiner Tochter.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich schreibe die Morgenseiten, mache ein paar Kreativitätsübungen oder Aufgaben zur Persönlichkeitsentwicklung und eine Office-Stunde mit Facebook und Bürokram. Dann schreibe ich in zwei bis drei längeren Blöcken. Dazwischen lese ich ein wenig oder sehe mir eine Folge einer Serie an und gegebenenfalls coache oder lektoriere ich. Und einmal pro Woche mindestens unternehme ich etwas, um mir Inspirationen von außen zu holen. Dabei ist mir der Erlebnischarakter wichtig. Ich erforsche Wien wie ein Tourist oder gehe ins Kino, manchmal auch in Museen. Je mehr Abenteuer desto schöner sind diese Touren J
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Oh, da hatte ich vorgegriffen. Ich liebe Anwalts- und Wirtschaftsthriller, Geheimbundromane und Politthriller. Verschwörungen, Spione, raffinierte Coups. Durchaus auch historische Romane und Liebesromane, die müssen aber wirklich gut geschrieben sein und ein interessantes Thema haben, keine Kitschromane und Romanzen. Ich will von einem Buch gefesselt werden und atemlos lesen. Fürs Schreiben gilt das Gleiche, wobei ich mich noch nicht über einen Anwalts- oder Hochfinanzthriller traute.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mein Lebensmotto ist "I do it my way", mein Lieblingszitat stammt von Schiller und lautet "Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt." Bei meinen Büchern ist es schon schwieriger, weil die Zitate jeweils auf die Geschichte und die Figuren zugeschnitten sind. Allgemein könnte vielleicht dieses aus "Der Schwur der Schlange" zutreffen: "Selbstvorwürfe sind keine Stärke. Stärke ist, mit den Konsequenzen seiner Taten zu leben und seine Pläne neu auszurichten."
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Italien. Es verbindet den Süden, das Meer, Kunst und Kultur und sehr gutes Essen. Ich finde den italienischen Lifestyle schön, die hohe Bedeutung der Bella figura und der Ästhetik. Die Italiener sind Designweltmeister, ihre Mode ist unübertroffen und die Menschen haben einen ganz eigenen Chic. In Italien liegt auch mein Kraftort.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Wenn ich sagte, ich liebe sie, würde ich lügen. Ich habe gelernt, mit ihr umzugehen. Konstruktive Kritik nehme ich mir zu Herzen, oft bringt sie mich ja auch weiter. Reine Geschmacksurteile oder wenn jemand meine Geschichten komplett falsch versteht tun natürlich weh, aber so etwas muss man abhaken, wenn man sich nicht verrückt machen will. Manche Leser erwarten sich, dass ihre eigenen Moralvorstellungen und Lebensentwürfe unreflektiert bestätigt werden, dagegen kannst du als Schriftstellerin nichts ausrichten. Schon gar nicht, wenn du wie ich nicht affirmativ schreibst, sondern Dinge hinterfragst. Eine Sängerin brachte mir etwas ganz Wichtiges bei, nämlich zu unterscheiden, von wem und aus welchen Motiven heraus Kritik kommt. Was ich jedoch nie tue, ist, den Kritiker anzugreifen oder schlechtzureden. Wenn meine Bücher eine bestimmte Reaktion auslösen, dann ist das so, und jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Bei den "Marchese"-Büchern hatte ich schlicht und einfach zu kurzen Atem. Nach 14 Absagen warf ich das Handtuch und erfuhr erst sehr viel später, dass das zu jeder Autorenkarriere dazugehört und eine lächerlich kleine Zahl ist. Wobei ich da von richtigen Verlagen spreche, also von großen Publikumsverlagen. Bevor ich zu einem Miniverlag gehe, der selbst on demand drucken lässt und ausschließlich bei Amazon veröffentlicht, kann ich die Dinge gleich selbst in die Hand nehmen. Für einen Verlag sprechen ein professionelles (!) Lektorat und Korrektorat, ein professionelles (!) Cover und die Verbindungen zu Journalisten und zum stationären Buchhandel. Deshalb interessieren mich auch die Imprints der Verlage nicht. Wenn ich einen beträchtlichen Teil meiner Tantiemen abtrete, will ich auch eine entsprechende Gegenleistung dafür. Mein Ego braucht das Etikett Verlagsautor nicht, ich schließe jedoch nicht aus, bei einem Publikumsverlag zu publizieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Der Vorteil am Selfpublishing ist, dass ich auch kontroversielle Stoffe behandeln kann und selbst entscheide, ob ich den Massengeschmack bediene oder eben nicht. Im Selfpublishing verzichte ich dabei auf Umsatz, bei Verlagen würde es bei manchen Geschichten gar nicht erst zu einer Veröffentlichung kommen, weil der Verlag ein Wirtschaftsunternehmen ist, das verdienen muss. Und ein ganz besonderes, wenngleich kostspieliges Highlight ist im Selfpublishing die Arbeit am Cover und den Werbemitteln, wobei ich hier immer mit Profis zusammenarbeiten werde. Man sieht einfach den Unterschied zwischen einem begabten Laien und einem ausgebildeten Grafiker.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Taucht ein in die Bücher und genießt sie, schlüpft in die Perspektiven der verschiedenen Figuren und seht euch auch einmal andere, überraschende Meinungen an. Lest auch mal zwischen den Zeilen. In erster Linie aber unterhaltet euch, denn dafür habe ich die Bücher geschrieben.

Sonntag, 18. November 2018

[Teammeeting] Poker mit Hai von B.D. Winter

 


Teammeeting

Wie auch letztes Jahr, darf ich bei einem Teammeeting dabei sein. Da ich bereits alle Personen kenne, bin ich nicht mehr so aufgeregt wie das letzte Mal. Julian und Sylvie empfangen mich freundlich. Während Sylvie wieder hinter ihrem Schreibtisch verschwindet, gehe ich mit Julian den Gang zurück zum Konferenzraum. Alexander Merahwi, Jan Kaminski, Dragan Radic, Bernd Novak, Phil Miller und Stella Fuchs sitzen bereits an ihren Plätzen.
Kaum haben sich Julian und ich uns auch in die Reihe eingefügt, beginnt Alexander Merahwi schon den neuen Fall „Poker mit Hai“ zu analysieren und die Aufgaben zu verteilen.
Als jeder seine Aufgabe erhalten hat, bekomme ich die Erlaubnis, meine Fragen zu stellen.

Wie ich mich nun selbst wieder überzeugen konnte, sind sie immer noch ein äußerst gut eingespieltes Team, das einem James Bond Feeling sehr nahe kommt. Was wäre für euch das schlimmste anzunehmende Szenario in das sich dieser Fall entwickeln könnte?
Julian: Noch eine Entführung.

Merahwi: Das ist richtig. Seit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben, sind alle Mitarbeiter angewiesen, ihre Sicherheitsvorkehrungen auf Vordermann zu bringen. Der Schutz der Teammitglieder hat oberste Priorität.

Stella: Obwohl ich mit diesem Scheißkerl zu gerne mal alleine in einem Raum wäre. Dem täte ich so einiges ins Fell gerben.

Jan: Hältst du das für so besonders schlau?

Stella: Hältst du es für schlau, dich in seine Systeme zu hacken? Manche Dinge muss man einfach machen.

Dragan: Bei solchen Aktionen darf man sich nicht erwischen lassen.

Phil: Das sagst ausgerechnet du. Wie hält es denn dein Ego aus, keine große Show daraus zu machen?

Dragan: Du kannst mich mal!

Merahwi: Wir schweifen ab, das war nicht die Frage.


Wie weit würden sie alle bei einem derart taktisch verzwickten Fall gehen?

Stella: Wie ich schon gesagt hab, gebt mir einen geschlossenen Raum, setzt diese Arschgeige hinein und sperrt nach einer Viertelstunde wieder auf.

Julian: Bei dem kann man wirklich vom Pazifisten zum Mörder werden.

Stella: Als ob du jemanden umbringen könntest, Doc.

Jan: Kannst du es denn?

Stella: Ich bin doch nicht blöd und schmeiß für so einen Wichser mein Leben weg! Nein, bei Mord ist Schluss.

Merahwi: Auch bei Körperverletzung, wenn sie nicht in Notwehr geschieht. Wir sind keine Schlägertruppe.

Jan: Stimmt, wir haben das nicht nötig, denn wir haben Köpfchen.

Stella: Aber ausreizen würdest du es trotz deines IQs von 1000, oder, Einstein?

Jan: Selbstverständlich. Wo er unsere Nasen nicht drinhaben will, wird es für uns erst interessant.

Bernd: Exakt. Und Strohfirmen und Unternehmensverschachtelungen aufdröseln ist genau mein Ding.

Stella: Es gibt Orte, wo ich meine Nase wirklich nicht drinhaben will. Im Schlafzimmer dieses …

Merahwi macht eine mäßigende Handbewegung und erspart uns damit den nächsten Kraftausdruck.

Was machen Sie, wenn jemand während des Einsatzes aus seiner zugeteilten Rolle fällt? Sei es aus dem eigenen Team oder auch der Klient?
Stella: Über die Scherben steigen und selbst in die Bresche springen, was sonst?

Jan: Bei uns fällt keiner aus der Rolle. Jeder hat die Aufgaben, die er bewältigen kann.

Phil: Ganz genau. (Er bedenkt Julian mit einem sarkastischen Blick und fängt sich dafür einen harten von Merahwi ein.)

Julian: Ja, stimmt, ich schmeiße eben leicht die Nerven. Deswegen mache ich auch nur die Recherche.

Merahwi: "Nur" wird der Sache nicht gerecht. Ihre Recherche ist ebenso wichtig wie Bernds Hintergrundarbeit zu den Finanzen oder Dragans Fähigkeiten, an Bilder und Videos zu kommen und sie auszuwerten. Jedes Mitglied dieses Teams trägt zum Gelingen bei. Wir sind eben keine Verbrecherorganisation, in der man sich durch die Bereitschaft zu kriminellen Machenschaften Lorbeeren verdient.


Welche Möglichkeiten haben sie, um an Informationen zu kommen und wie weit würden sie gehen?
Jan: Hacken.

Dragan: Kameras anzapfen und Bilder suchen in zig Datenbanken.

Bernd: Firmenbücher und Grundbuchauszüge, Finanztransaktionen, Börsenberichte. Und wenn ich zu den Daten keinen legalen Zugang habe, mache ich es wie Dragan: Wir bitten Jan, sich in die Systeme zu hacken und uns Zugriff zu verschaffen.

Stella: Beobachten, beschatten und belauschen. Mit oder ohne technische Hilfsmittel. Wenn nötig auch einbrechen oder etwas mitgehen lassen.

Julian: Recherchieren. Über Fachliteratur, Zeitungsberichte, Internet. Und dann vergleichen, kombinieren und Schlüsse ziehen.

Phil hebt abwehrend die Hände, als ich ihn ansehe: Ich bin hier nicht gefragt. Ich bin nicht für die Informationsbeschaffung zuständig.

Jan kichert: Eher für die Informationsverbiegung.

Ich will Sie jetzt nicht mehr länger von ihrer Arbeit abhalten und vielleicht sieht man sich ja bald wieder.
Merahwi: Es wäre uns eine Freude. Spätestens bei Ihren Interviews zum dritten Band.

Samstag, 17. November 2018

[Protagonisteninterview Jan] Poker mit Hai von B.D. Winter

 



Protagonisteninterview Jan

Heute ist es soweit, schon oft habe ich von den heiligen Hallen gehört und gelesen, heute darf ich Jan Kaminski in seinem Büro besuchen. Wofür ich aber erst einmal ungefähr fünfzig Göttern opfern und Merahwi beknien musste.

Hallo, es freut mich, dass ich heute meine Fragen dir persönlich stellen darf.
Mich freut das auch. Es wäre ja schon schneller gegangen, wenn du nicht auch das Büro hättest sehen wollen. In das dürfen nämlich Außenstehende nicht.

Es war auch die eine der schwierigsten Aufgaben, die ich zu meistern hatte. :D Was ist deine Hauptaufgabe bei „Merahwi & Martin“?
Ich bin der IT-Administrator, das heißt, ich achte darauf, dass die ganze EDV läuft, die Daten stets gesichert sind und unsere Server nicht ausfallen. Die DSVGO haben sie mir auch umgehängt, was sowieso ein Witz ist. Oder auch wieder nicht, denn wer Hacken kann, weiß auch, wie er ein System schützen muss.

Wer, wenn nicht du, das ist wahr. :) Was ist das Gefährlichste oder Wagemutigste, das du jemals machen musstest?
Gefährlich wird es ab dem Moment, wo es heißt, das ist ein Fall fürs Team. Aber mal ehrlich, gerade diese Fälle machen auch am meisten Spaß. Je besser ein fremdes System abgesichert ist, desto lustiger ist es, es zu knacken. Gefährlich oder wagemutig? Hm. Mich bei den Russen einzuhacken kann mir eine Kugel in den Kopf bescheren, und wenn die Polizei mitbekommt, was ich bei ihr alles lese, sitze ich im Häfen. Wienerisch für Knast, falls du deutsche Leser hast. Einmal hab ich mich zu Übungszwecken bei der NSA eingehackt, da war Feuer am Dach. Aber das haben wir dir eh schon letztes Jahr im Teammeeting erzählt.

Stimmt, da war ich letztes Jahr schon erstaunt, wie weit deine Kenntnisse oder besser gesagt Wagemut gehen. Was mich allerdings noch interessieren würde ist: Hast du Informatik studiert oder ist es einfach auch viel „learning by doing“?
Das Informatikstudium ist die Basis, ich habe an der TU studiert [Anm. BD: Technische Universität] und bin Diplomingenieur. Aber Hacken lernst du, indem du dich selbst damit beschäftigst. Außerdem sind die technischen Entwicklungen so rasant, dass du dich ständig weiterbilden musst.

Also eine Mischung aus beiden Teilen. Doch wie weit reichen deine Kontakte, wenn es eng wird?
Frag lieber, wie weit die Kontakte des Hais reichen.

Bis wohin würdest du für dein Team gehen?
Ich stehe sowieso schon mit einem Fuß im Häfen. Mord oder Körperverletzung würde ich nicht begehen und meine Familie halte ich auch raus. Aber an sich herrscht bei uns die Devise "Einer für alle, alle für einen". Der Spruch würde Julian gefallen, für ihn sind wir die Musketiere des 21. Jahrhunderts. ;-)

Ja, da hast du vermutlich recht. ;) Danke für das Gespräch.
Gerne doch. Und kein Wort über diesen Raum hier, zu niemandem. By the way, ändere bald mal dein Passwort. Schwach, ganz schwach!