Freitag, 5. Juni 2026

[Autoreninterview] Sarah Weidmann

 
Autoreninterview
Sarah Weidmann


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?

Ich bin Sarah, lebe in der Schweiz und arbeite in der Kommunikation in der Weinbranche. Frankreich begleitet mich seit meiner Kindheit. Als Kind habe ich die Sommer dort verbracht, und seitdem hat mich die Liebe zur Sprache, zur Kultur und zum Wein nie mehr losgelassen. Irgendwann habe ich angefangen, Geschichten in diese Welt hineinzuschreiben – und gemerkt, dass sich Weinberge und Familiengeheimnisse erstaunlich gut vertragen. Mord in Rochefort ist mein Debüt, und ich könnte nicht stolzer sein, dass es jetzt in der Welt ist.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Geschrieben habe ich eigentlich immer – beruflich in der Kommunikation und im Marketing, privat in Notizbüchern, die sich irgendwann gefüllt haben. Die Idee zu einem Roman kam, als mir klar wurde, dass die Geschichten, die mich am meisten faszinieren, alle mit Frankreich zu tun haben: mit schönen Fassaden und dem, was dahinter liegt. Der Schritt vom Schreiben-als-Hobby zum Schreiben-als-Berufung war dann eigentlich gar kein großer Sprung.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Mord in Rochefort ist mein Debütroman und der Auftakt der Helena-Mureau-Reihe. Helena kehrt nach Jahren auf das Weingut ihrer Familie in der Charente zurück und stößt auf ein Netz aus Betrug, alten Loyalitäten und Familiengeheimnissen – alles eingebettet in die Welt der Cognac-Region, zwischen Weinbergen, stillen Provinzstädtchen und einer Vergangenheit, die nicht ruhen will.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja! Der zweite Band der Helena-Mureau-Reihe ist in Arbeit. Helena bekommt es diesmal mit einem neuen Fall zu tun. Mehr verrate ich noch nicht, aber wer den ersten Band gelesen hat, wird ein paar vertraute Gesichter wiedersehen.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Wein genießen (natürlich!), gut essen, ich gehe gerne ins Kino und mache Sport, und mich mit Interior Design und schönen Dingen fürs Zuhause beschäftigen. Und wenn es die Zeit erlaubt: Frankreich bereisen und die Orte entdecken, die vielleicht irgendwann in einem meiner Bücher auftauchen.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich lese quer durch die Genres. Bei Krimis liebe ich Autoren, die Atmosphäre schaffen. Melinda Mullet mit ihrer Whisky-Reihe aus Schottland gehört da ganz oben dazu, und Keri Lake lese ich ebenfalls sehr gerne. Bei Unterhaltungsliteratur greife ich zu Emily Rudolff, die mich zuverlässig für ein paar Stunden in eine andere Welt entführt. Am Ende sind es immer Bücher, in denen Orte lebendig werden und man beim Lesen das Gefühl hat, selbst dort zu sein. Das inspiriert mich auch beim Schreiben.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Mein Schreibplatz ist direkt am Fenster mit Blick ins Grüne, das brauche ich. Vor mir steht ein großer Bildschirm, daneben meistens eine Tasse Kaffee und viel zu viele offene Notizen.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Morgens starte ich mit meiner Arbeit in der Kommunikation, abends gehört die Zeit meinen Geschichten. Es gibt Phasen, in denen ich bis spät in die Nacht schreibe, weil eine Szene mich nicht loslässt – und andere, in denen ich tagelang nur recherchiere oder nachdenke. Das Schreiben ist kein Nine-to-Five-Job, eher eine Parallelwelt, die immer mitläuft.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Beim Lesen: Krimis mit Atmosphäre und starken Figuren, dazu gerne Unterhaltungsromane mit Tiefgang. Beim Schreiben: genau dasselbe, nur dass ich noch die Landschaft Frankreichs dazupacke. Ich liebe es, schöne Kulissen mit dunklen Geheimnissen zu kombinieren.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Mein Motto ist tatsächlich der Slogan: Schöne Fassaden. Dunkle Geheimnisse. Das beschreibt nicht nur Helenas Welt, sondern auch meine Faszination als Autorin. Es gibt immer mehr unter der Oberfläche zu entdecken.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Frankreich. Ohne Zögern. Die Verbindung reicht bis in meine Kindheit zurück. Über die Familie, über Reisen, über diese ganz bestimmte Mischung aus Schönheit und Melancholie, die französische Orte haben können. Es gibt keinen Ort, an dem ich mich so sehr als Autorin fühle wie dort.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Absolut. Ich habe einen beruflichen Hintergrund in der Kommunikation, da lernt man früh, dass Feedback kein Angriff ist, sondern ein Werkzeug. Mein Roman hat ein intensives Lektorat durchlaufen, und jede Runde hat das Buch besser gemacht. Kritik, die mir hilft, mein Schreiben weiterzuentwickeln, nehme ich dankbar an.
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich wollte von Anfang an den klassischen Weg gehen, also mit Agentur, Lektorat und einem Verlag, der hinter dem Buch steht. Als Debütautorin muss man sonst wirklich sehr viel alleine stemmen: Lektorat, Covergestaltung, Vertrieb, Marketing und das neben dem eigentlichen Schreiben. Ich schätze die Expertise meiner Agentin und meines Verlags in diesen Bereichen enorm. dp Verlag war von Anfang an die richtige Wahl: professionell, herzlich und auf Augenhöhe. Man merkt, dass dort Menschen arbeiten, die Bücher lieben.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Traut euch, das eine Buch aufzuschlagen, das nicht in eurem üblichen Genre liegt. Manchmal warten die besten Geschichten dort, wo man sie nicht erwartet. Und wenn ihr Lust auf einen Krimi habt, der nach Wein, Sonne und alten Geheimnissen duftet: Helena freut sich auf euch.

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