
„Meinen Sie, das passt alles in ihre kleine Gucci Handtasche?“, raunte
mir eine wohlbekannte Stimme von hinten ins Ohr.
Sofort wurden meine Knie weich wie Wackelpudding. Ich schaffte es gerade
noch mein Paket nicht fallen zu lassen, bevor ich mich zu Clemens umdrehte.
Unsere Blicke trafen sich und ich fühlte mich sofort wieder wie ein
hypnotisiertes Kaninchen. Dieser Mann war wirklich unglaublich!
„In meiner Tasche sind ausschließlich die wichtigen und manchmal
vielleicht auch verbotene Dinge“, konterte ich mit einem süffisanten Lächeln
und war froh über meine Schlagfertigkeit. „Wo haben Sie denn Corinna gelassen?
Normalerweise klebt sie doch an jedem männlichen Wesen wie Kaugummi unter der
Schuhsohle?“ Mein Tonfall klang etwas zu schnippisch und herausfordernd, was
mich ärgerte.
Clemens schien sich zu amüsieren. Er lächelte verschmitzt. Dann beugte
er sich verboten nah zu mir vor und sagte: „Mein Interesse gilt zweifelsfrei
nur Frauen, die über eine gewisse Klasse verfügen.“
Er kam noch näher, so dass sein Atem nun direkt mein Ohr kitzelte.
„Gibst Du mir nun endlich Deine Telefonnummer oder was?“, forderte er in einer
unglaublich selbstsicheren Art und Weise, was ihn für mich noch attraktiver
machte.
Das warme und gleichzeitig bestimmende in seinem Tonfall, gemixt mit
seinem herben, männlichen Aftershaveduft, der mir unweigerlich in die Nase
stieg, betörte mich und mein ganzer Körper quittierte die Situation mit einem
Kribbeln und Ziehen an den passenden Stellen.
Ich drehte mich vorsichtig zu ihm um, um nicht mein Paket fallen zu
lassen.
„So, so“, flüsterte ich und verlor mich augenblicklich in seinen
tiefgründigen graublauen Augen. „Da ich die Hände voll habe, fassen Sie doch
einfach mal in meine Handtasche, dort finden Sie meine Visitenkarte.“ Ich
funkelte ihn verführerisch an.
Verblüfft über meine Direktheit, aber durchaus angetan wie es schien,
trat Clemens noch näher an mich heran, unsere Blicke aufeinander geheftet,
streifte er meine Hüfte, öffnete meine Tasche und fischte mit einer
geschmeidigen Bewegung meine Visitenkarte aus derselben.
„Ich melde mich, Cinderella!“ Er zwinkerte mir zu und verschwand.
©2026 Gabriela De Forrest, „Ein Lächeln im Herzen-
Gefühlschaos inklusive“, Leseprobe
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