Freitag, 27. März 2026

[Protagonisteninterview] Frederigo aus Der Zorn der Schlange von Barbara Drucker

 


Protagonisteninterview
mit Frederigo



Ich treffe mich heute mit Frederigo aus dem Buch „Der Zorn der Schlange“ von Barbara Drucker.

Hi, schön, dass du heute Zeit findest, ein wenig mit mir über das Buch zu sprechen.
Klar doch. Abwechslungen zur Arbeit in der bischöflichen Kanzlei sind mir immer willkommen.
Wie geht es dir heute?
So gut es einem in einer Soutane eben gehen kann. Was gäbe ich darum, die Morde aufzuklären, aber nein, ich muss den Fürstbischof bespitzeln. Dafür bin ich nicht Schlangenkrieger geworden.
Würdest du dich meinen Lesern vorstellen?
Ich bin Federigo, Nachnamen können wir uns sparen. Ihr könnt mich auch Volpe nennen, das ist mein Kriegername. Meine Kameraden haben mich immer Strega gerufen, das ist italienisch und bedeutet Hexe. Wegen meiner Tarotkarten, verstehst du? Und weil ich meinen Zopf immer schlampig binde. Aber die Meister haben sich für Fuchs entschieden. Angeblich als Anspielung auf meine List, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass auch meine Haarfarbe dabei eine Rolle gespielt hat.
Was ist dein höchstes Lebensziel?
Als dritter Sohn eines umbrischen Hufschmieds entwickelst du keine sonderlich hohen Ziele. Ich wollte vor allem weg aus meinem Dorf, hinaus in die Welt und Abenteuer erleben. Hat ja großartig funktioniert, denn jetzt sitze ich hier in Passau fest und Abenteuer dürfen die anderen bestreiten. Insofern kann ich den beiden Attentätern auch noch dankbar sein, wenigstens hatte ich für einen kurzen Moment mein Leben zurück. Von daher also: Meine Mission erfüllen und dann einen aufregenderen Auftrag übernehmen.
Wie kann man sich deinen ganz normalen Alltag vorstellen?
Momentan? Aufstehen zu nachtschlafender Zeit und mit den Mönchen die Stundengebete herunterleiern. Im Kloster essen, dann in die Kanzlei und die Augen nach interessanter Korrespondenz offenhalten. Dienst im Dom, du weißt schon, Messe lesen, Beichte abnehmen. Und mir Kontakte aufbauen, um an Informationen zu kommen. Waffenübungen mache ich heimlich in meiner Zelle und mit kräftigen Spaziergängen sorge ich für meine Kondition. Wahrscheinlich nennt mich halb Passau hinter meinem Rücken den rennenden Pfaffen.
Welche Stolpersteine und Hoppalas würdest du gerne aus deinem Leben eliminieren?
Wozu eliminieren? Aus Fehlern und Hindernissen lernt man, außerdem machen sie das Leben erst interessant. Wenn ich etwas loswerden will, dann diesen frommen Fetzen.
Wenn du einen Wunsch frei hättest, wie würdest du ihn verwenden?
Nur einen Wunsch? Ich habe alles, was ich brauche, aber Riccardo würde ich gerne von seinen Schuldgefühlen befreien.
Herzlichen Dank für deine Zeit.
Das war’s schon wieder? Schade. Also ab in die Kanzlei zur täglichen Langeweile. Vielleicht verkürzt mir ja ein weiterer Mord die Zeit.

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