Dienstag, 31. März 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Rebellin im Sturm von Simone Gütte

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin Simone Gütte, um mit ihr über ihr neuestes Buch „Rebellin im Sturm“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Ja, vielen Dank für die Fragen. Da mein Buch am 06. März 2026 erscheint, hat es darauf bestanden, dass ich ein paar Antworten gebe.
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Während eine Sturmflut auf die Insel zurollt, plant die Helgoländerin Gesa, den in die Klippen gesperrten Seefahrer Ole Sprinkholt zu befreien. Die Zeit drängt, denn er droht zu ertrinken. Aber was verspricht sich Gesa davon, ihr Leben für einen Fremden zu riskieren?
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Oh, da muss ich drüber nachdenken. Tatsächlich fallen mir die Situationen in düsteren Zeiten leichter, wenn die Charaktere Angst haben, wütend sind, sich verstecken oder kämpfen müssen. Oder sie werden einsichtig, beginnen, sich selbst zu verstehen. Das bringt Emotionen mit sich, lässt sie hochkochen. Vielleicht handelt es sich um Gefühle, die ich selbst nicht auslebe. Diese Gefühle den Prota- oder Antagonisten aufzudrücken, sie im Roman durch die Dunkelheit zu führen und gleichzeitig einen Ausweg (oder ein Ende) aufzuzeigen, fühlt sich befreiend und erleichternd an.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
»Jede Frau sollte selbst entscheiden dürfen, was sie im Leben will«, sagte Gesa. »Wir sind Helgoländerinnen, Friesen, wir standen niemals unter Knechtschaft. Warum sollte das nicht auch für uns Frauen gelten?« Sie lächelte traurig. Swantje schien unschlüssig, ob sie dem zustimmen sollte.
Schließlich nickte die Jüngere. »Mein Vater ist dein Vormund, er sorgt für uns alle. Nur ich werde ständig ausgeklammert, wenn die Familie etwas beschließt. Daher wusste ich nichts von deiner Gefangenschaft in Eimsens Keller. Wäre sonst gar nicht losgelaufen …«
»Ich weiß«, beruhigte sie ihre Nichte, die sich in Rage geredet hatte. »Du bist ein Teil der Familie. Unsere ewigen Streitereien müssen aufhören. Weißt du, was wir ab jetzt tun sollten? Wir beide, jede auf ihre Weise, hören auf unser Herz und führen das Leben, das wir uns wünschen.«
Wie viel echte Simone steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Ob »gute« oder »böse« Charaktere, zu beiden habe ich irgendwie eine Beziehung. Entweder habe ich solche Menschen schon live erlebt, sie bewundert oder abgelehnt, mich mit ihnen gestritten oder war anders mit ihnen verstrickt. Diese Erlebnisse übernehme ich in meine Geschichten, manchmal sogar ganz unbewusst. Im Roman bekommt der oder die »Böse« noch einen Denkzettel. Im richtigen Leben trenne ich mich eher von diesen Menschen. Einem Charakter wie Habbo Eimsen bin ich glücklicherweise noch nicht begegnet. Da schlummern eher ein paar Eigenschaften von Ole Sprinkholt in mir wie Trotz oder Wut.
Wie ist es bei meiner Protagonistin Gesa? Sie ist mutig und unbeirrbar. Sie widerspricht. »Sei still, wenn Männer reden«, darf sie sich anhören. »Na, dann rede nicht!«, gibt sie belustigt zurück.
Widerspreche ich oft? Sicherlich mehr als früher, als junger Mensch. Für mich einzustehen, musste ich erst lernen im Laufe meines Lebens und lerne noch immer. Manchmal schmerzhaft, manchmal mutig und bewusst. Ich bewundere diese Eigenschaft, daher fließt sie mit ein.
Genau wie Gesa bin ich recht zielstrebig. Wenn auch nicht so unbeirrbar wie sie. Ich zweifle, schmeiße entnervt alles hin, nehme es wieder auf, prokrastiniere (verbringe also Zeit mit Dingen, die mich nicht voranbringen, aber prima ablenken). - Das tut Gesa nicht. Ihr Ziel ist es, zu erfahren, was mit ihrem Mann geschehen ist und dafür riskiert sie sogar ihr Leben.
Mitgefühl und Hilfsbereitstellung, das haben wir beide. Liebe für die Menschen um uns herum. Und natürlich die Liebe zu Helgoland, Wind und Wellen. Es gibt also Parallelen. Aber Gesa ist eine Rebellin, die sich als selbstbewusste junge Frau gegen die Normen ihrer Zeit auflehnt. Und als Rebellin würde ich mich nicht bezeichnen.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Ole: Zu Beginn, 2015, war ich ja eigentlich als Hauptfigur eingeplant. Alles drehte sich um »Die Legende von Ole Sprinkholt«. Aber dann kam unsere Autorin nicht in die Pötte, hatte keine richtige Idee, keine Handlung, die sie umsetzen wollte. Es war sehr mühselig mit ihr.
Gesa: Ja, ich weiß. Sie nahm das Manuskript auf, legte es weg, nahm es wieder auf. Stattdessen schrieb sie zwischendurch zwei Romane und nahm mit ihrem Mann eine CD auf, weil das angeblich leichter voran ging. Und unsere Geschichte blieb liegen!
Ole: Sehr ärgerlich. Dann hatte sie endlich eine Idee für eine Zeitreisegeschichte.
Gesa: Und auch in die verhedderte sie sich, bis sie das Manuskript entnervt zur Seite warf. War keine schöne Zeit für uns.
Ole: Ne, wirklich nicht. Aber dann hat sie sich auf den Hosenboden gesetzt und endlich mit der Recherche begonnen. Auf Helgoland, im Helgoländer Museum, in Bremerhaven. Dann, einige Jahre später – im März 2024 – stand endlich der Plot. Mann, das hat echt gedauert. Wirklich, Gesa, ich dachte, unsere Geschichte schafft es in diesem Leben nicht mehr in diese Welt.
Gesa: Du sagst es! Aber sie biss die Zähne zusammen und zeigte Durchhaltevermögen: Sie schrieb den Plot, dann die Rohfassung. Sie fasste die Recherche im Helgolandblog Klippenschatz zusammen, der jetzt auf ihrer Website zu lesen ist. Sie gab das Manuskript ins Lektorat, überarbeitete alles mehrmals, stöhnte über die Technik, die falschen Covermaße und ihren schmerzenden Rücken. Und – sie hat’s gepackt. Ole, wir sind fix und fertig in der Buchwelt angekommen.
Ole: Ja, ist schon ein Schulterklopfer wert. Nein, im Ernst. Ich bin stolz auf unsere Autorin. Sie war zielstrebig und in den letzten zwei Jahren sehr fokussiert. Jetzt kann sie sich eine Pause gönnen.
Gesa: Auf Helgoland?
Ole: Nein, Föhr. Auch eine Frieseninsel, ist also okay.
Gesa: Wie großzügig ;) Ich freu mich jedenfalls, dass es unsere Geschichte gibt, Ole.
Ole: Klar, ich auch! Und schön, dass wir mal so harmonisch geplaudert haben. Klappte ja nicht immer.
Gesa: (schnauft) Also, an mir hat das nicht gelegen!
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
Als Arbeitstitel hatte ich anfangs »Die Legende von Ole Sprinkholt« gewählt, später in »Helgolandhistorie« umbenannt. Das ist auch das spezielle Genre und steht unter dem Titel des Buches. Bereits im Januar 2025 habe ich mein Cover gefunden und direkt gekauft. Auf dem Cover habe ich sofort Gesa erkannt, ihr im Wind wehendes rotes Haar, die rote Kleidung, die die Helgoländerinnen tragen, der liebevolle und selbstbewusste Blick, die leuchtenden meergrünen Augen. Für den Titel habe ich im Internet bei buchhandel.de, börsenblatt.net und vielen anderen Titelschutzanbietern, aber auch bei Amazon als Onlinevertrieb recherchiert. Das Wort Sturm musste unbedingt in den Titel und ein Wort zur Beschreibung meiner Protagonistin. Mein Wunschtitel wurde »Rebellin im Sturm«. Diesen habe ich mir mit einer Titelschutzanzeige gesichert.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Ich liebe es, genauso wie es ist. Es ist meine Gesa, die auf dem Cover abgebildet ist. Sie stellt eine starke Frau dar, die darüber hinaus ein mitfühlendes Herz hat.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Im Angesicht der Katastrophe werden alle Probleme banal, hatte ihre Mutter einst gesagt. Und alle Ängste, ergänzte Gesa für sich.
Danke für das Gespräch.
Sehr gerne. Dem Buch und mir hat es viel Freude gemacht, deine Fragen zu beantworten. :)

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