
Buchvorstellung einmal anders
Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin MaxSy Multerer, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.
Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Wild Ocean Blue – Ein Jahr, so wild wie der Pazifik“ von MaxSy Multerer. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Sie wird nicht kommen. Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«
Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊
Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um mit mir zu reden.
Buch: Liebe Claudia. Ich freue mich so sehr, dass du da bist.Gerne doch. Deine Vorgänger waren ja auch schon bei mir.
Buch: Möglicherweise gibt es da …Psst. Verrate doch nicht alles.
Buch: Okay. Du hast recht.Kannst du dich meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Na klar. In mir geht es ganz schön rund. Da findest du Neuseeland, und zwar nicht nur die typischen Touri-Orte und türkisfarbenen Seen. Wir treiben uns ganz viel auf dem Surfbrett in den Wellen vor Waihī Beach herum. Hier ist Yulee zu Hause. Also nicht nur in Waihī Beach, sondern auch auf dem Wasser. Das ist Yulees Element. Und dann kommt da dieser Ben aus Dresden, der überhaupt nicht hier sein will, aber auch sonst nicht weiß, was er machen und wohin er gehen soll. Bis er Yulee trifft. Und dann … ja dann geschehen noch Dinge, die ihn ganz schön an seine Grenzen bringen. Und zwar vollkommen anders als bisher. Yulee und Ben haben eine ganz besondere, verborgene Verbindung.In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Definitiv die schwierigen Zeiten. Sie scheint ein Faible für die Männer zu haben, die struggeln. Aber sie will unbedingt ein Happy End.Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Weißt du wie viel MaxSy tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt?Also, ich mag es, wo sich Yulee und Ben das erste Mal in der Bar in Queenstown begegnen.Und dann, wo Ben glaubt, dass sich Yulee mit Tangaroa und einem Marakihau verbündet. Wer oder was die zwei sind, verrate ich jetzt aber nicht.Was in der Ōtara Bay zwischen den beiden passiert, finde ich total witzig.Später, nachdem Ben noch etwas Schreckliches geschieht, händelt Yulee die Situationen auf ihre ganz eigene und besondere Art.Ach, eigentlich könnte ich mich gleich selbst von vorn bis hinten vorlesen, aber ich glaube, das würde den Rahmen deines Formats sprengen.
MaxSy hat, genau wie Yulee, meistens einen Plan von allem. Außerdem lieben beide Cranberry-Rosinen-Scones. Die hat MaxSy übrigens in Neuseeland das erste Mal gegessen. In Ben steckt nicht so viel von ihr drin. Der wollte ja nicht einmal nach Neuseeland. Tss.Wie würdest du und Ben und Yulee die Autorin beschreiben?
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?Ben: Puh.Yulee: Komm schon, Ben. Sie ist lieb.Ben: Lieb? Sie lässt mich durch die Hölle gehen.Yulee: Das hast du dir selbst zuzuschreiben.Ben: Nur zu Beginn. Das andere nachher nicht mehr:Yulee: Stimmt. MaxSy, da warst du wirklich gemein zu Ben.MaxSy: Aber da kann ich gar nichts dafür. Ihr wolltet das so. Ich habe es nur aufgeschrieben.Ben: Ich wollte nur Spaß im Leben und mit Yulee. Ich glaube, da bist du etwas neidisch.MaxSy: Ja, das könnte sein. Durch dich habe ich die Abenteuer erlebt, die ich mir niemals zutrauen würde. Aber darüber schreiben hat echt Spaß gemacht.Yulee: Gibs zu! Du hast es doch bereut, dass du nicht selbst das Bungeejumping gewagt hast.MaxSy: (atmet durch) Ja, ich geb´s zu.Ben: Und den SkywalkMaxSy: Ja, den auch. Aber nicht so, wie du den gemacht hast.Ben: (rollt mit den Augen) Und du bist ein bisschen neidisch, weil wir so jung sind und so echt heiße Sachen machen.MaxSy: (räuspert sich laut)Buch: Ich glaube, wir müssen hier abbrechen, denn sonst wird MaxSy noch rot. Schreiben kann sie ja solche spicy Szenen, aber darauf ansprechen sollten wir sie lieber nicht. Kommen wir zur nächsten Frage.
Ich hatte da kaum Mitspracherecht. Diesmal war es für MaxSy auch nicht so schwer. Aber ich kann die Bedeutung des Titels (und auch von Band 2) nicht verraten. Das muss jeder selbst herausfinden. Auf jeden Fall sind sie absolut treffend.Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Es ist absolut großartig. Es gab schon soooo viiiiele Komplimente.Kannst du uns vielleicht auch schon verraten, ob die Autorin viele echte Plätze eingebaut hat oder ob die Orte im Buch der Fantasie entspringen?
Du kannst sie alle besuchen. An vielen war MaxSy selbst. Nur die Lokale hat sie mal wieder erfunden.Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Mein Herz pocht wild und ich will von diesen Lippen kosten, quasi als Geburtstagsgeschenk. Die Musik und die Gespräche verblassen zu einem Hintergrundrauschen.Yulee tritt zu mir und ich erhebe mich, sehe zu ihr hinunter. »Hi. Wie kann ich dir helfen?« Mein Lächeln fühlt sich irgendwie unbeholfen an. In ihren Augen blitzt es keck auf. »Da du mein Mann-für-alles bist, überlege ich mir was Passendes.«Ben knurrt wieder, nur lauter. Es könnte sein, dass mein Name dazwischen auftaucht, doch sein Widerstand schwindet und ich kann mein Becken frei und wohlig kreisen lassen. Wenn er wüsste, wie kurz ich vor dem Absprung stehe.»Fuck«, presst er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor…Ich gebe ihm, was er jetzt braucht. Nähe. Wärme. Meine Haut auf seiner. Das hat nicht das Geringste mit Sex zu tun. Das ist Vertrauen pur.Ich stehe ebenfalls barfuß im saukalten Sand, die Hände habe ich in die Hosentaschen geschoben, und begnüge mich mit dem Anblick von Yulee im Meer. Allein das entfacht in mir eine wohlige Wärme. Ich habe gedacht, ich hätte gewusst, wie sehr sie es vermisst hat. Aber ich habe mich getäuscht. Jetzt weiß ich es.Die Geister sind weg, meine Tränen des Mitleids versiegen. Bens Atem geht ruhig und gleichmäßig, sein Herzschlag verliert an Härte. Wir sprechen nicht.»Du hast mir auf den Hintern gestarrt«, raunt Ben.Als Antwort klimpere ich mit den Wimpern.»Warum?« Fragt er das ernsthaft? Er hat das Gleiche auch schon bei mir gemacht.Ich schenke ihm ein charmantes Lächeln. »Er sieht verführerisch aus.«»So? Tut er das?«»Ja.« Ben kommt mir mit seinem Gesicht etwas entgegen. »Ich denke, du solltest jetzt vorausgehen.Ben steht ganz vorn am Abgrund, breitet die Arme aus und lässt sich von der Natur umfangen. Es bräuchte nur ein Stein unter ihm wegbrechen und er würde auf den Felsen im Wasser zermatscht und sofort von Wellen weggespült werden. Ich stehe wie angewurzelt da, presse die Kiefer so fest aufeinander, dass mir die Zähne wehtun, und grabe schmerzhaft die Fingernägel in die Handflächen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.
Das Buch flüstert ebenfalls: Danke, dass du mir zugehört hast. Und Ben ertragen hast. Das ist manchmal nicht leicht. (Yulee und MaxSy nicken zustimmend, Ben verdreht die Augen)Ach, ich bin zuversichtlich, dass er sich wunderbar entwickelt.
Dann vertiefe ich mich wieder in das Buch.
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