
Buchvorstellung einmal anders
Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Suketo, Mânil und Lilian aus „Mânil 3 – Irgendwas mit neuen Jacken“ und deren Autor Desiderius M. Rainbow.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Es wäre schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.Suketo: „Ich will nicht, aber Desiderius schuldet mir dann was. Also ja.“Lilian: „Ja, klar – und ignorier die drei Pappnasen am besten einfach.“Desiderius: „He! Ich bin euer Tintenkobold… quatsch, jetzt sag ich das auch schon – euer AUTOR!“Mânil: „Was? Ich hab nicht zugehört… Oh, hi Claudia. Schön dich wieder zu sehen! Hast du Kekse da?“
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.Lilian: „Ihr haltet den Rand. Ich mach das.“Suketo: „Moment – war ich nicht euer Lehrer, der, der das Sagen hat und so?!“Lilian: „Ja, aber Desiderius hat mir neulich gesagt, dass ich die Einzige bin, der er das hier zutraut. Also – das ist Mânil. Er ist 18, die ultimative Nervensäge, aber eine, die man trotzdem gern um sich hat. Er ist wandelndes Chaos, baut ständig Mist und ist in ein paar Magiebereichen zweifelsohne genial. In anderen Bereichen… nicht so. Der hier ist Suketo. Er ist Mitte vierzig, misanthropisch, sarkastisch und sadistisch, hat einen echt fiesen Humor, ist als Mentalmagier unschlagbar und nervt mindestens genauso. Ich bin Lilian, Anfang zwanzig, bin zu meinem Glück keine Magierin und beweise dafür, dass man keine Magie in sich haben muss, um welche zu wirken. Ich studiere die Magie…“Mânil: „Ehe du wieder total untertreibst – keiner in diesem Haus weiß so viel über jegliches Thema rund um Magie wie Lilian und was Zaubertränke anbelangt, können wir gegen sie einpacken. Außerdem behält sie im größten Chaos einen kühlen Kopf und ohne sie hätten so einige Situationen ein desaströses Ende gefunden.“Lilian (lacht): „Was er sagt. Ich bestreite nichts davon. Und das hier ist Desiderius. Er ist Fantasy-Autor (wir nennen ihn unseren bekloppten Autor oder Tintenkobold oder so) und Tänzer und wie die meisten seiner Charaktere ist er queer und neurodivergent. Außerdem hat er gewaltig einen an der Waffel – lest mal seine Bücher! Ich dachte ja immer, Suketo sei fies…“
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein? Wie seht ihr das als betroffene Charaktere?Suketo: „Hast du die Bücher gesehen? Wirkt das so, als könnte sich irgendjemand von uns kurzfassen?!“Desiderius: „Moment! Ich hab viel gelernt in den letzten drei Jahren! Also: bei „Mânil 3 – Irgendwas mit neuen Jacken“ handelt es sich um einen magischen, intensiven und skurrilen Mix aus cozy Happyplace und düster-bösem Psychochaos, mit Tiefgang, Casual Queerness und Subtext. Viel Subtext. Nach Klischees könnt ihr bei mir lange suchen, dafür gibt es schrullige Charaktere mit Ecken und Kanten und Macken, die auch mal Mist bauen und nicht immer moralisch einwandfrei sein müssen. Zwar gibt es hier und da kleine Romance-Nebenplots, da wir die Charaktere über einige Jahre hinweg begleiten, aber das zentrale Verhältnis der Reihe ist platonisch, kompliziert, explosiv, sehr intensiv und es fliegen die Fetzen. Ob die Welt gerettet werden muss, ist hier trotz des Genres fraglich – falls ja, scheint meine Charaktere das nur so mäßig zu interessieren, oder sie wissen es noch nicht einmal. Aber man weiß es halt nicht. Oder? - “Suketo: „Okay, für deine Verhältnisse war das kurz.“Desiderius: „Du hast mich auch unterbrochen!“
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?Desiderius (etwas zu enthusiastisch): „Ja, total! Ich hab da eine Mordsfreude dran! Ich liebe es, sie in fiese Situationen zu bringen, sie gemeine Unfälle erleiden zu lassen, sie emotional zu überfordern und ihnen grauenhafte Vorgeschichten zu verpassen!“Suketo: „Die meine spricht Bände. Mehr muss man zu der Frage nicht sagen.“Desiderius: „Du hättest als Alternative auch draufgehen können.“Suketo: „Das bringst du nicht.“Desiderius: „Niemals! Also musst du da durch. Aber hey – ich lieb’s genauso, meine Charaktere schöne Momente erleben zu lassen, Augenblicke, die unter die Haut gehen, die mich und meine Lesenden strahlen lassen. Ich mag das Gleichgewicht aus fiesen Ideen und richtigen Wohlfühlmomenten.“Mânil: „Und du schaffst es spielend, beide Aspekte in ein und derselben Situation zusammenzubringen.“Desiderius: „Das tue ich am liebsten.“
Wie viel echter Desiderius steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?Desiderius: „Ja, ich hab einige, aber das sind alles Schlüsselszenen, die heftig spoilern würden. Schließlich ist es der dritte Teil. Aber ich kann sie umschreiben. Da wäre zum einen diese Situation in der Gartenlaube ziemlich zu Anfang. Das passiert einen Tag nachdem meine Lesenden mich wahrscheinlich einfach nur an die Wand klatschen möchten. Oder als Mânil überraschenden Besuch bekommt, der ihn dazu bringt, einige viel zu ehrliche Dinge zuzugeben – das zu schreiben war toll. Generell liebe ich auch alle Szenen, in denen Suketo mit Leuten, die nicht bei ihm wohnen, agiert. Er sagt ja immer, dass er zu seinen Mitbewohnenden viel netter ist – und das stimmt definitiv! Ich lieb’s!! Und allen voran natürlich die Racheaktion, eine meiner absoluten Lieblingsszenen in der Reihe – und auch eine der ersten Szenen, die ganz zu Anfang da waren, um die ich diese Geschichte herumgeschrieben habe. Da dürfen wir uns alle einfach mal die Frage stellen: wie fies und rachsüchtig ist Suketo eigentlich wirklich und zieht er das ernsthaft durch?!“Lilian: „Ich glaube, das lassen wir mal so stehen.“Suketo: „Dem schließe ich mich an – ich teile ausnahmsweise mal deine Lieblingsszene.“Mânil: „Ich werde mich dazu nicht äußern.“
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere euren Autor beschreiben?Desiderius: „Ja.“Lilian: „Er könnte sich dir vorstellen. Aber effektiver und umfassender lernst du ihn kennen, wenn du seine Mânil-Bücher liest. Kennst du Suketo und Mânil, kennst du ihn – besser als du wolltest…“Desiderius: „Es war nie der Plan gewesen, aber das hier ist ohne mein Zutun ein ziemlich schräger, wilder und extrem gnadenloser Selbstfindungstrip. Suketo und Mânil wissen mehr über mich als ich selbst und sie teilen unfassbar viel mit mir – das gesamte Verhalten, meinen sehr pragmatischen Umgang mit Konflikten, die Queerness, Mânils gespaltene Persönlichkeit (bei mir eine DIS, bei ihm aber nicht!), die Neurodivergenz, Mânils gesamte Klamotten (und anteilig auch Suketos), die Vorlieben, das Klarträumen, meine damalige sehr flexible Arbeitsmoral in der Schule, Suketos Geduld und seine fiese Ader – und so viel mehr…“
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?Mânil: „Dass er ein fieser Sadist ist, haben wir ja schon betont.“Suketo: „Es schadet nicht, es zu wiederholen.“Mânil: „Da hast du recht. Ansonsten platzt er vor Kreativität. Er schreibt, zeichnet, tanzt, gießt Kerzen und bastelt eigentlich ständig. Keine Ahnung, wie vielen kreativen Hobbies er nachgeht, wenn er nicht gerade an uns schreibt und seine Tanzschule leitet. Aber ich glaube, er schläft und isst eher selten – oder er beherrscht Zeitschleifenmagie.“Suketo: „Ich möchte hier Desiderius‘ Wunsch anmerken, nichts über seine magischen Fähigkeiten zu verraten. Und seine Drohungen, sollte irgendjemandem doch etwas rausrutschen. Zeitmagie ist schließlich eine heikle Angelegenheit und nur wenigen vorbehalten.“Mânil: „Meinst du, das juckt ihn?“Suketo: „Nein, er hat eine ähnliche Aversion gegen Regeln, Verbote und Autoritäten wie du.“Mânil: „Und du!“Suketo: „Das ist selbsterklärend. Er lehnt ebenfalls jede Art von Schubladisierung ab und geht unbeirrbar seine eigenen Wege – auch, wenn die meist schwerer sind.“Mânil: „Er ist Tänzer – logisch, dass er aus der Reihe tanzt. Selbst, wenn er das gar nicht immer will.“Suketo: „Zum Glück verfügt er über fast kein Schamgefühl. Ähnlich wie du übrigens. Außerdem neigt er dazu, nahezu alles in seinem Leben irgendwie umzubauen und nach seinen Vorstellungen zu verbessern – wirklich alles. Er ist nicht einmal in der Lage, sich eine Dose Ravioli zu machen, ohne die zu verbessern.“Desiderius: „Kann ich dazu auch mal was sagen?!“Suketo: „Nein. Claudia hat explizit uns beide gefragt. Oder bist du ein Hauptcharakter in unseren Büchern?“Desiderius: „Du weißt, nach wem ich mich benannt habe.“Suketo: „Ja, aber der hat seine erste Szene erst im vierten Teil.“
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?Lilian: „Das war wie beim ersten Teil. Desiderius wollte, dass der Titel irgendwas mit neuen Jacken enthält. Irgendwann stand das als Arbeitstitel über dem Manuskript und in einem total umnachteten Moment fand Desiderius es dann genial und erhob es zum finalen Titel.“Desiderius: „Komm schon, die Vorstellung ist lustig – da geht jemand in den Buchladen und will ‚Irgendwas mit neuen Jacken‘. ‚Weißt du den Titel genauer?‘ ‚Irgendwas mit neuen Jacken.‘ ‚Häh?‘ ‚Häh?‘ Ich finde das lustig!!“Suketo: „Das ist uns klar, dass du das lustig findest.“Mânil: „Das ist jawohl extrem lustig!“Suketo: „Ich geb’s auf…“Desiderius: „Dafür gehört der nächste Titel dir!“Suketo: „Im wahrsten Sinne des Wortes.“
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.Suketo: „Ich hasse es.“Mânil: „Ich auch. Das hat Desiderius getan, weil er eben doch ein mieser Sadist ist.“Suketo: „Ich ertrage es kaum, das zuzugeben, aber ich stimme dir voll und ganz zu.“Lilian: „Hatte ich erwähnt, dass die beiden ziemlich gruselig sind, wenn sie sich einig sind. Das ist schlimmer, als wenn sie einander terrorisieren.“Desiderius: „In Anbetracht dessen, dass ich es gezeichnet habe, bin ich verdammt stolz drauf und ich liebe es. Es sieht genauso aus, wie ich es wollte – und vielleicht wollte ich damit meinen beiden geliebten Pappnasen ja eins auswischen. Es ist mir offensichtlich gelungen.“
Vielen Dank für das GesprächDesiderius: „Das würde leider massiv spoilern. Aber eines meiner absoluten Lieblingszitate ist etwas Wunderschönes, das Suketo auf Seite 359 sagt – und ja, es ist wirklich Suketo, der etwas richtig Schönes sagt. Ich hatte Gänsehaut beim Schreiben. Tatsächlich sagt er so einige richtig schöne Dinge in diesem Buch, wenn ich genauer drüber nachdenke – das fällt aber nicht so auf, weil er die meiste Zeit einfach ein totaler Arsch ist.“Suketo: „Ich entsinne mich nicht, so etwas gesagt zu haben – und wenn, war das ein Versehen.“Desiderius: „Nein, DAS war definitiv kein Versehen.“Lilian: „Ich hab das zwar nicht gehört, aber ich glaube, ich weiß, worum es geht. Ich hab hinterher das Gesicht desjenigen gesehen, zu dem Suketo das gesagt hat – und das nach diesem desaströsen Tag, an dem ich beide hätte erwürgen mögen! Seid mir und Amadeus einfach dankbar, dass wir euch gedeckt haben! Und nein – DAS war kein Versehen, Suketo.“
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