Samstag, 25. April 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Die Kühle von Wasser von Stina Milner


 

Buchvorstellung einmal anders

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Stina Milner, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus, ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Die Kühle von Wasser“ von Stina Milner. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Als ich gerade beginnen will, läuft Stina auf mich zu und setzt sich zu mir auf die Bank. Nach einer Begrüßung lege ich mal los. 😊

Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Buch: Na klar! Das wäre toll!
Stina: Sehr gern! (an das Buch gewandt) Aber wehe, du spoilerst, du alte Plaudertasche.
Buch: Ja, ja …
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Stina: Vielen Dank, dass DU dir die Zeit nimmst, liebe Claudia. Und es immer eine große Freude, den eigenen Roman vorzustellen.
Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Buch: Aaalso, ich bin ein Liebesroman voller Romantik und tiefer Gefühle, versteht sich. Außerdem ist das Setting toll, Sardinien ist wirklich wunderschön und eine archäologische Grabung ist mal etwas anderes. Die LeserInnen bekommen da tolle Einblicke. Ach ja, und richtig spannend wird es auch noch! Sehr lange weiß man nicht, welche Protagonist*innen es gut mit Beatrice meinen und welche nicht. (kichert): Insgesamt glaube ich, dass meine Story eine ziemliche Überraschung für Stina war. Ich schätze, mit einem Kriminalfall hatte sie eher nicht gerechnet.
Stina: Das kann man wohl sagen … Aber die Protas haben eben ihren eigenen Kopf und es war auch interessant, mal etwas Neues auszuprobieren. Lange dachte ich, mir fehlt die kriminelle Energie, um einen solchen Roman zu schreiben (lacht), aber irgendwo schlummert sie wohl doch. Da war ich schon ein bisschen irritiert.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt, sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Autorin genauso?
Buch: Ich glaube, Stina genießt es besonders, romantische Szenen zu schreiben, die Interaktion zwischen den Figuren, die Gefühle, Gedanken und so. Sie versteht es auch sehr gut, Beatrices innere Zerrissenheit, ihre Selbstzweifel und seelischen Nöte nachvollziehbar zu beschreiben. Und bei den dunklen Szenen ist es mir kalt den Rücken hinuntergelaufen.
Stina (grinst): So soll es sein. Wobei ich schon auch Hemmungen hatte, in die Abgründe einiger Figuren einzutauchen. Aber natürlich schreibe ich am liebsten über zärtliche Gefühle, schließlich bin ich Liebesroman-Autorin!
Habt ihr Lieblingsstellen, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Buch (seufzt begeistert): Also, meine Lieblingsstelle ist ja die mit der Schmetterlingslichtung. Kannst du dir das vorstellen? Eine sonnendurchflutete Lichtung voller blühender Kräuter, unzähliger Schmetterlinge und summender Insekten. Und mittendrin ein Liebespaar. (Seufzt erneut) So schön …
Stina: Stimmt, die Szene mag ich auch sehr gern. Aber die Stelle, als Beatrice und Salvatore sich zum ersten Mal tief in die Augen sehen, finde ich auch schön.
Buch: Ja, das war fast ein bisschen magisch.
Weißt du, wie viel Stina tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Buch: Also, die Sache mit der Archäologie ist natürlich Stina pur. Beatrices Freundin Anne teilt ihre Begeisterung für Archäologie. Stina hat ja Vor- und Frühgeschichte studiert …
Stina: Habe ich, aber nur im Nebenfach. Ich bin also keine Archäologin im eigentlichen Sinn. Allerdings habe ich tatsächlich einmal für ein paar Wochen an einer Grabung teilgenommen. Wir haben auf einem Berg in einem provisorischen Camp gelebt mit Zelten, Feuerstelle und einer aufgespannten Plane und eiskaltem Quellwasser als „Dusche“…. (lacht) Das würde ich heute nicht mehr durchhalten. Aber seitdem habe ich ein fast schon nerdiges Interesse an Geschichts- und Archäologie-Dokus.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben? 
Buch: Hm. Eigentlich ist sie sehr umgänglich, finde ich. Sie lässt den Figuren beim Schreiben oft freie Hand und ist auch bereit, sich auf Unerwartetes einzulassen. Suspense-Elemente waren je eigentlich nicht vorgesehen, aber als sie dann da waren, hat sie sich darauf eingestellt. Dabei ist sie so harmoniebedürftig, offene Enden sind ihr ein Gräuel. Der Kreis muss sich schließen, damit alle zufrieden sind.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Stina: Der Titel „Die Kühle von Wasser“ stand tatsächlich sehr schnell fest. Wasser und Hitze / Kälte spielen schließlich eine wichtige Rolle in der Geschichte. Und auch wenn die beiden Bände inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, sollte der Titel zu „Das Knirschen von Schnee“ passen.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Stina: Ich finde das Cover wunderschön und absolut perfekt. Ich hätte nicht gedacht, dass die Kombination aus Blau und Orange so gut passt, aber ich war sofort ganz geflasht, als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe. Eigentlich war es ein fertiges Premade, das die Coverdesignerin für mich ein wenig angepasst hat, damit es zum Titel passt. Ein absoluter Glücksgriff. Und die Schmetterlinge vom Cover sind dann in die Geschichte eingeflossen. Änderungen ausgeschlossen.
Buch: Ein Glück! Ich finde mich schon sehr hübsch, muss ich sagen.
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Stina: Mein Lieblingszitat hat es sogar auf die Buchrückseite geschafft: „Das Glück ist wie ein Schmetterling, unstet und wankelmütig fliegt es bald hierhin, bald dorthin. Je mehr man ihm hinterherjagt, desto schneller entflieht es.“ Und dann geht es noch weiter: „Es entwischt deinem Griff und lässt sich anderswo nieder. Doch wenn du einfach still verweilst, kommt es vielleicht unversehens zu dir und beschenkt dich für eine Weile mit seiner Gegenwart.“
Buch (seufzt und lächelt glücklich).
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Danke dir für das sehr interessante Interview.«

Als Stina weggeht, vertiefe ich mich wieder in das Buch.

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