Freitag, 24. April 2026

[Schnipseltime] Lubbock Firefighters - Spin-off 4 - Blood Hunt von Laura Lee Johnes

 

Immer schön den Fokus auf dem Job haltend, kratzte ich meinen blanken Oberkörper unter dem Harness. Die Lederhose begann inzwischen unangenehm zu kleben, die Hitze in dem Laden wurde fast unerträglich, ließ mir den Schweiß in Strömen vom Körper laufen. So schnell ich die Brühe verlor konnte ich kaum Flüssigkeit in mich schütten.

Doch die Typen, auf die der Captain mich angesetzt hatte, tauchten nicht auf. Eine kleine kurzfristige Planänderung aus uns unbekannten Gründen? Oder hatten sie Wind davon bekommen, dass wir sie beobachteten? Wie auch immer, nach mehr als zwei Stunden über dem geplanten Übergabetermin wandte ich mich ab, suchte mir eine halbwegs ruhige Ecke, und betätigte den winzigen Sprechfunk, der als Niete meines Harness getarnt war. „Hernandez hier, ich breche ab. Keine Spur von den Typen. Schönen Feierabend, Leute.“

„Taylor hier“, meldete sich die junge Policewoman laut und deutlich über den Knopf, den ich dafür kurz ans Ohr steckte. „Bestätige: Abbruch.“ Die nächsten Worte waren fast nur ein lüsternes Hauchen, damit die übrigen Kollegen bei ihr nicht mithören konnten. „Lass es ordentlich krachen, Thiago.“

Nicht immer von Vorteil, wenn Kollegen um die eigenen Vorlieben wussten, doch bei Gianna wusste ich, dass sie meine Neigung und die daraus resultierende längere Anwesenheit im Club für sich behielt. Und verdammt, ich war durch die aufgeheizte Stimmung rattig ohne Ende. Es war schwer die Typen, die mich über den gesamten Abend anbaggern wollten, auf Abstand zu halten. Den ‚Verpiss dich!‘-Blick hatte ich, nicht zuletzt dank meiner eisgrauen Augen und massiven Statur, zur Perfektion entwickelt. Der genügte, um ungebetene Vögel zum Umdrehen zu bewegen. Bevor sie mich anquatschten!

Nachdem ich das kleine Gerät aus dem Harness gefummelt hatte, deaktivierte und mit dem anderen in der Hosentasche verschwinden ließ, suchte ich die Waschräume auf. Am Pissoir hielt ich mir die Kerle mühelos mit der antrainierten Unnahbarkeit vom Hals. Nach dem Händewaschen ließ ich mir Wasser über die Arme laufen, klatschte mir mehrere Handvoll davon ins Gesicht und über den Oberkörper, um mir den gröbsten Schweiß abzuwaschen. So erfrischt machte ich mich auf den Weg zur Tanzfläche, klopfte auf dem Weg dorthin meine Hosentaschen ab, ob ich noch alles an mir trug. Handy, Gummis, Gleitgel – perfekt.


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