
Buchvorstellung einmal anders
Nach dem Autoreninterview drückt mir Angela ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.
Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Nebelflucht – Zwischen den Welten“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«
Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊 Doch da klettern noch zwei Protagonisten aus dem Buch und setzen sich zu uns.
Wer seid ihr denn? Wollt ihr euch den Besuchern des Blogs vorstellen?
Herzlich Willkommen, Nerio und Henry. Wollen wir das Interview nun zu viert machen?Henry: Klar, also ich bin Henry! Fahrlehrer von Nerios kleinem Bruder. Und das neben mir ist Nerio.Nerio* schaut skeptisch zu Henry rüber: Ich kann mich selber vorstellen, danke!Henry* rollt mit den Augen und flüstert: Wenn du nicht gerade bekifft bist.Nerio* schubst Henry fast vom Stuhl, da beherrschen sich beide und schauen erwartungsvoll in die Runde.
Nerio: Neben Henry wird kaum einer zu Wort kommen, aber sehr gerne.Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Nerio und Henry haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?Nerio* setzt ein freundliches Lächeln auf und legt den Kopf leicht schief: Dafür nehmen wir uns gerne Zeit.Henry: Oh, lässt du jetzt wieder den sexy Barkeeper raushängen? Du bist vergeben!Nerio* schließt genervt die Augen und atmet tief durch.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Seht ihr es als Protagonisten genau so?In mir steckt ganz viel psychologische Tiefe (Zwinkert zu Nerio). Nerios bisheriges Leben wird komplett umgekrempelt. Ihm wird eröffnet, dass er eine ganz eigene wichtige Rolle in diesem Buch hat, denn es gibt mehr als nur unsere Welt. Jeder kennt die Welt der Träume, doch für diese beiden hier (fixiert abermals Nerio und Henry) wird der Traum mehr und mehr zur Realität. Verwirrend? Auf jeden Fall. Besonders, wenn die Welten in Verbindung stehen. Nerio wird sich seiner Vergangenheit stellen müssen, um sein Abenteuer zu bestehen. Und Dadurch eröffnen sich ihm ganz neue Möglichkeiten. Ebenso sollte er seine Liebe akzeptieren, egal an wen sie gerichtet ist.Nerio* kann ein verliebtes Schmunzeln nicht unterdrücken.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?Henry: Da muss ich mich gleich mal einmischen. Ich sollte Protagonist sein und werde offiziell als Nebencharakter dargestellt!Nerio* fährt sich genervt durch die Haare: Weil du ein Nebencharakter bist! Du bekommst noch dein eigenes Buch, aber dieses hier erzählt meine Geschichte!Henry: Ohne mich wüsstest du gar nichts von den Welten und würdest immernoch fröhliche Bilder von mir als Ikarinu zeichnen. Im Dunkeln würdest du tappen und bekifft in der Ecke hocken.Nerio: Hör auf zu spoilern! Um auf die Frage zurück zu kommen: Ich hatte viele Diskussionen mit Angela! Bereits vor dem Roman haben wir gemeinsam die Geschichte gestaltet und ihr glaubt gar nicht, wie viele Versionen es gibt. Diese hier gefällt mir am besten, obwohl sie teilweise verdammt schmerzhaft ist.
Wisst ihr wie viel Angela tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Habt ihr dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmt ihr dem Buch zu?Nerio* blickt wieder verliebt ins Leere: Ich habe mehrere!Henry: Ich bin auch noch da! Und ich habe eine ganz unscheinbare Szene. Erinnerst du dich, Nerio? Dein Auto war schrott. Ich habe jemanden gerufen, um es abzuschleppen. Wir haben ewig bei der Werkstatt gewartet, bis du einen Kostenvoranschlag erhalten hast. Bei diesem Gespräch ist das wichtigste Zitat vom ganzen Buch entstanden und es stammt von mir: Frieden ist keine Frage von Schwarz oder Weiß, sondern der Mut, in der Grauzone zu leben.Nerio: Ja du hast recht, das war gelungen. Ich muss gestehen, dass Henry mir tatsächlich ans Herz gewachsen ist. Aber zu den Lieblingsstellen:1. Wie ich das erste Mal durch den Wald der Ikarinu gelaufen bin. Ich war noch immer der Meinung, es sei nur ein Traum. Es war warm, ich spürte die Lebensenergie in den dunklen Bahnen auf meiner Haut pulsieren und fühlte mich einfach frei und leicht. So habe ich mich lange nicht gefühlt.Der zweite Moment war, als ich Luca das erste Mal im Riff-Club gesehen habe. Ich kannte ihn bereits, logisch, er ist der Cousin meines besten Freundes. Aber da habe ich ihn mit ganz anderen Augen gesehen. Vielleicht auch, weil meine Innere Stimme ihn auch sehr sexy fand, mir ständig reingeredet hat und mich gezwungen hat ihn anzusehen. Zurecht! Es gibt keinen der mein Leben so sehr zum Besseren verändert hat. Er hätte mit herkommen sollen.Henry: Jetzt wird’s aber kitschig! Luca hat keine Ahnung von den Welten, wäre also nicht so geil, wenn er jetzt hier wäre! Er würde dich für verrückt erklären!
Buch: Da sage ich mal etwas zu. In jedem Charakter steckt etwas von ihr. In dem einen mehr, in dem anderen weniger. Manchen hat sie ihre Erfahrungen gegeben, manchen ihre Ängste oder Hoffnungen.Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?Nerio* grinst verschmitzt: Sie hat mir etwas von sich gegeben, was mich ziemlich ankotzt – Selbstzweifel.Buch* lacht: Ja, so oft wollte sie mich dann doch einstampfen, aber ich konnte sie überzeugen, dass ich es wert bin, in die Welt getragen zu werden.Henry* kopfschüttelnd: Ihr seid so oberflächlich. Also: Dieses Buch beinhaltet viele Themen, auch ernste, die zum Nachdenken anregen. Angela ist emotional und fantasievoll. Mit Arkadien hat sie eine Welt erschaffen, die sie teilweise liebt und ihr dann doch wieder Angst macht. Sie ist stark und hat Durchhaltevermögen, das hat sie mehr als einmal bewiesen. Mich wundert es dennoch, dass sie so ein Buch geschrieben hat, obwohl sie so ein starkes Harmoniebedürfnis hat *nachdenklicher Blick*
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?Buch: Ich hieß zu Beginn „Buchidee“. Ja, ich weiß, sehr kreativ. Sie hatte wohl am Anfang nie gedacht, dass ich wirklich mal veröffentlicht werden. Dann sollte ich „Weltenwanderer“ heißen. Ein sehr unspezifischer, abgenutzter Name. Wie es dann zu „Nebelflucht“ kam, weiß ich gar nicht mehr. War eine Kurzschlussidee während des Schreibprozesses :DNerio: Der Titel hat schon ein wenig mehr Hintergrund, liebes Buch. Der violette Nebel ist die Konstante. Ohne diesen Nebel wäre ein Wandeln zwischen den Welten gar nicht möglich. Und ich habe Arkadien, also die andere Welt, zu Beginn als meine Flucht vor der Realität gesehen. Daher der Name.Henry: Bin ich froh, dass ich ein Mitspracherecht bei MEINEM Buch haben werde!
Henry will etwas sagen, doch Nerio hält ihn zurück und redet selbst: Ich wollte das Cover zuerst zeichnen. Ich hatte eine tolle Vorlage, sah super aus. Aber die Schrift passte irgendwie überhaupt nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie ich den Titel so einfügen sollte, dass es gut aussieht :D So entstand das jetzige Cover, das die Silhouetten der beiden Welten zeigt, den violetten Nebel und die einzigartige Waffe der Ikarinu.Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und seine Hauptcharaktere antworten. Leise flüstere ich den beiden, bevor sie wieder ins Buch zurückkehren, und dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«Henry: Da sind wir uns wohl alle einig, dass das MEIN Zitat ist:„Frieden ist keine Frage von Schwarz oder Weiß, sondern der Mut, in der Grauzone zu leben.“Das Buch und Nerio zucken mit den Schultern und nicken.
Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«
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