
Buchvorstellung einmal anders
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Es wäre schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.Federigo: Seit wann umfasst eine Mission auch Interviews?Autorin: Seit du sie zusammen mit dem Marchese bestreitest.Federigo: Wäre das nicht eher eine Sache für ihn?Marchese: Seit wann bist du auf den Mund gefallen, Strega?
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.Federigo: Gut, dann mache ich den Anfang. Und zwei Sachen stelle ich gleich einmal klar: Erstens heiße ich nicht Strega, obwohl mir der Name, den mir Riccardo verliehen hat, viel besser gefällt als mein richtiger Kriegername. Der ist nämlich Volpe. Fuchs, nicht Hexe.Autorin: Und zweitens?Federigo: Das weißt du genau. Dass du mich für diesen Auftrag in einen Priesterrock gesteckt hast, darüber reden wir noch. Ich bin Schlangenkrieger!Autorin: Ach komm! Es ist einfach die beste Tarnung.Federigo: Sagt ausgerechnet die, die statt eines Degens die Feder schwingt.Marchese: Sie hat aber recht.Federigo: Willst du mir etwa weismachen, dass du dich als Pfaffe verkleiden würdest?Autorin: Ich glaube nicht, dass es seine Durchlaucht unter einem Kardinal oder zumindest einem Bischof macht.Marchese: Warum nicht? Wenn es dem Zweck dienlich ist, gebe ich Ihnen auch einen einfachen Priester.
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?Marchese: Womit wir beim Thema wären. Federigo ist auf einer Mission in Passau. Unglücklicherweise grassieren dort Morde an Priestern.Federigo: Die ich nicht aufklären darf, weil ich für den Orden den Fürstbischof ausspionieren soll. Und Riccardo …Marchese: … kämpft mit seinen eigenen Dämonen. Ich muss mich vor dem Rat verantworten und meine Zukunft ist alles andere als gewiss. Und dann stellen sie mir auch noch dieses perfide Ultimatum!Autorin: Das Ihr mit einer ausgewachsenen Intrige kontert. Ihr habt mir einen schönen Strich durch die Rechnung gemacht.Marchese: Habt Ihr allen Ernstes gedacht, ich ließe es mir tatenlos gefallen?
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?Autorin: Mit Spaß hat das ganz und gar nichts zu tun, eher im Gegenteil. Die schwierigen Situationen geben schriftstellerisch nun einmal mehr her und mir fällt es leichter, Intensität durch Action oder Drama aufzubauen als eine schöne Szene so zu gestalten, dass sie nicht flach wird oder gar in Kitsch abdriftet. Aber sie gehen auch ordentlich an die Substanz, weil ich ja tief hineinsteigen und sie selbst fühlen muss, um sie intensiv zu schreiben. Jedes Gefühl, das ich meinen Lesern vermitteln und in ihnen auslösen will, habe ich selbst während des Schreibens wieder und wieder ausgehalten.Federigo: Das will ich auch stark hoffen.Marchese: Gerechterweise muss man anmerken, dass wir sehr wohl auch schöne Situationen erleben dürfen.
Wie viel echte Barbara steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?Autorin: Und jetzt bitte nicht spoilern! Das ist nämlich gerade mein Problem. Ich habe einige Lieblingsstellen, aber mit den meisten davon würde ich den Lesern die Überraschung zerstören. Ich liebe Eure Intrige im Rat, Marchese, und den Unfall mit der Kutsche.Marchese: Ausgerechnet die Kutsche! Doch die Intrige war fürwahr elegant.Federigo: Da wäre ich zu gerne dabei gewesen. Ich mag unser Gespräch mit Giacomo und das torkelnde Huhn.Marchese: Welches Huhn?Federigo: Kannst du denn immer ernst bleiben, wenn die holde Magd ihre Knickse macht? Die schwankt stärker als ein Küstensegler. Welche Stelle magst du?Marchese: Da musst du noch fragen?Federigo: Stimmt. Wie hieß es noch? Nicht spoilern.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?Marchese: Ich denke, wir sind nicht von ungefähr Italiener.Autorin: Auch wenn ich noch lerne, aber Italienisch ist zumindest leichter als historisches Fechten. Da ist es mit der Mode schon einfacher. Ich teile die Vorliebe des Marchese für elegante Kleidung.Marchese: Sie haben Giacomo vergessen.Autorin: Stimmt, der ist für uns beide ein kongenialer Partner. Da fällt mir ein, die Szene mit Eurer Verkleidung liebe ich auch.Federigo: Verkleidest du dich gerne?Autorin: Oh ja! Ich habe aber viel zu selten die Gelegenheit dazu.Federigo: Was habe ich von dir?Autorin: Deinen Humor. Deine freche, ironische Art kommt definitiv von mir. Obwohl ich nie das Jesuskind hinter der Orgel versteckt habe.Federigo: Ja, der Streich war wirklich gut.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?Federigo: Oje, das wird riskant. Ist sie rachsüchtig?Marchese: Nein, keineswegs. Aber ich sehe ohnehin keinen Grund, sie zu schmähen. Sie gibt uns sehr viel Freiheit, unseren eigenen Weg zu finden, aber nie das Heft aus der Hand.Federigo: Das stimmt, für Vorschläge von uns ist sie immer offen. Aber sie ist wie du, die Entscheidungen trifft sie letztendlich selbst. Mich wundert, dass ihr miteinander klarkommt.Marchese: Warum nicht? Ich schätze ihre Gewissenhaftigkeit bei der Recherche und ihre Liebe zu historischen Details. Und die für große Szenen.Federigo: Da seid ihr seelenverwandt. Mir hat sie die Bilder im Dom gezeigt. So überstehe ich die Messen wenigstens einigermaßen.
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?Autorin: Es war der Arbeitstitel. Normalerweise schafft der es nie aufs Cover, aber diesmal war er perfekt. Ich wollte eine starke, dunkle Emotion.Marchese: Und ich Narr habe sie Ihnen auch noch geliefert.Autorin: Ja, das habt Ihr. Und wie Ihr dann mit der Intrige losgelegt habt, hatte ich ständig Angst, dass Euer Zorn zu schnell wieder verraucht.
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.Federigo: Würde das etwas ändern? Beim Cover haben wir nichts zu sagen.Marchese: Ob es so klug war, unseren Ring abzubilden?Federigo: Ausgerechnet um den Ring machst du dir Sorgen? Im Buch selbst plaudert sie doch noch viel mehr über den Orden aus.Autorin: Ich bin mit dem Cover zufrieden, sonst hätte ich es nicht freigegeben. Und auf den Ring bin ich stolz, die Schlange darauf habe ich nämlich selbst gezeichnet.
Vielen Dank für das GesprächMarchese: Mir gefällt Sciarlottes Disput mit Scarlatti: „Der Marchese setzt auf den falschen Mann, Gräfin.“ – „Aber auf die richtige Frau.“Autorin: Ich liebe Eure Worte, Marchese. „Rache ist ein niederes Motiv. Ein Motiv für kleine Geister, denen die Vorstellungskraft für wahre Ziele fehlt.“Federigo: Ich mag auch eines im Zusammenhang mit Riccardo. „Er lächelte mit der Verbindlichkeit eines Krokodils.“
Autorin: Danke für die Gelegenheit, Claudia.Federigo: Das könnten wir ruhig öfter machen.
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