Freitag, 6. Februar 2026

[Schnipseltime] Alpenzauber - Fini & Silvio von Holly O'Rilley


 

Nach einem Abendessen mit Brot und etwas Leberwurst aus einer Glaskonserve, ging ich frühzeitig ins Bett. Immer wieder setzte starker Regen ein und der Sturm rüttelte an meinen Holzfensterläden. Es wurde eine unruhige Nacht und ich schlief nur wenig. Immer wieder schaute ich zum Fenster hinaus, sah im schwachen Mondlicht, wie sich die Bäume bogen.

Der nächste Morgen empfing mich mit Regen, zumindest wehte nur noch ein leichtes Lüftchen, als ich mich auf den Weg in den Schuppen machte. Zum Glück waren meine Mädels wohlauf und hatten auch einige Eier für mich im Nest.

Für eine Weile kraulte ich Lene und Berta. „Heute müsst ihr leider mal drinnen bleiben“, tröstete ich sie. „Das Wetter ist richtig eklig und ich muss morgen erst nach eurem Gehege schauen, nicht dass da etwas hinüber ist und der Fuchs euch holt. Zum Glück habt ihr hier ja Platz genug.“

Während ich sprach, spürte ich einen sanften Lufthauch im Genick.

„Du hast einen schönen warmen Platz bei mir in der Hütte, liebe Fini“, sprach ich in den Raum, sicher, dass sie sich bemerkbar gemacht hatte.

Doch plötzlich spürte ich sehr deutlich, dass ein Luftzug durch den Schuppen zog. Fast wie Zugluft. „Ich weiß nicht, was du mir damit sagen willst“, redete ich mit meiner unsichtbaren Mitbewohnerin weiter. Ich begann die Hühnerecke zu reinigen, dabei trafen mich immer stärkere Luftströme, die unmöglich von irgendwelchen Ritzen und Spalten, an denen es durchzog, kommen konnten. Die gab es nämlich nicht!

„Fini, die Mädels müssen doch versorgt werden“, brummte ich. „Die mögen es sauber und wollen frisches Futter und Wasser haben.“

Prompt fielen einige meiner Gartengeräte um. „Es reicht jetzt, Josefine!“ Dabei wurde ich etwas lauter, sodass meine Hühner erschrocken von mir wegsprangen. „Ich bin gleich fertig, dann kann ich dir dein Hörbuch anschalten. Falls ich das dann überhaupt will“, setzte ich nach.

Ungläubig schüttelte ich den Kopf, als schließlich die Schubkarre umfiel. So hatte Fini sich noch nie aufgeführt. Bisher war mein Almgeist sehr friedlich und ruhig, von ihren kleinen Streichen abgesehen.

„Was willst du denn von mir?“, brummte ich vor mich hin, ohne eine Antwort zu erwarten. Denn gesprochen hatte sie nie mit mir.

 

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