
Nach einem Abendessen mit Brot
und etwas Leberwurst aus einer Glaskonserve, ging ich frühzeitig ins Bett.
Immer wieder setzte starker Regen ein und der Sturm rüttelte an meinen
Holzfensterläden. Es wurde eine unruhige Nacht und ich schlief nur wenig. Immer
wieder schaute ich zum Fenster hinaus, sah im schwachen Mondlicht, wie sich die
Bäume bogen.
Der nächste Morgen empfing mich
mit Regen, zumindest wehte nur noch ein leichtes Lüftchen, als ich mich auf den
Weg in den Schuppen machte. Zum Glück waren meine Mädels wohlauf und hatten
auch einige Eier für mich im Nest.
Für eine Weile kraulte ich Lene
und Berta. „Heute müsst ihr leider mal drinnen bleiben“, tröstete ich sie. „Das
Wetter ist richtig eklig und ich muss morgen erst nach eurem Gehege schauen,
nicht dass da etwas hinüber ist und der Fuchs euch holt. Zum Glück habt ihr
hier ja Platz genug.“
Während ich sprach, spürte ich
einen sanften Lufthauch im Genick.
„Du hast einen schönen warmen
Platz bei mir in der Hütte, liebe Fini“, sprach ich in den Raum, sicher, dass
sie sich bemerkbar gemacht hatte.
Doch plötzlich spürte ich sehr
deutlich, dass ein Luftzug durch den Schuppen zog. Fast wie Zugluft. „Ich weiß
nicht, was du mir damit sagen willst“, redete ich mit meiner unsichtbaren
Mitbewohnerin weiter. Ich begann die Hühnerecke zu reinigen, dabei trafen mich
immer stärkere Luftströme, die unmöglich von irgendwelchen Ritzen und Spalten,
an denen es durchzog, kommen konnten. Die gab es nämlich nicht!
„Fini, die Mädels müssen doch
versorgt werden“, brummte ich. „Die mögen es sauber und wollen frisches Futter
und Wasser haben.“
Prompt fielen einige meiner
Gartengeräte um. „Es reicht jetzt, Josefine!“ Dabei wurde ich etwas lauter,
sodass meine Hühner erschrocken von mir wegsprangen. „Ich bin gleich fertig,
dann kann ich dir dein Hörbuch anschalten. Falls ich das dann überhaupt will“,
setzte ich nach.
Ungläubig schüttelte ich den
Kopf, als schließlich die Schubkarre umfiel. So hatte Fini sich noch nie
aufgeführt. Bisher war mein Almgeist sehr friedlich und ruhig, von ihren
kleinen Streichen abgesehen.
„Was willst du denn von mir?“,
brummte ich vor mich hin, ohne eine Antwort zu erwarten. Denn gesprochen hatte
sie nie mit mir.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Mit dem Abschicken des Kommentars bin ich mit den Datenschutzrichtlinien des Blogs einverstanden.