
Buchvorstellung einmal anders
Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Raphael und Philipp aus „Raphael – Die Freiheit zu fallen“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?Zwinkernd sagt Philipp: »Für dich immer, liebe Claudia. Es ist uns eine Ehre, nicht wahr, Raph?«»Was immer du sagst.« Raphael sieht aus, als hätte er in eine Zitrone gebissen. Liegt vielleicht daran, dass er genau weiß, wie viel Macht Worte besitzen.Philipp lächelt entschuldigend. »Wir freuen uns wirklich, hier zu sein. Auch wenn mein Begleiter das gerade anders klingen lässt.«»Ich bin Anwalt und misstraue Situationen, in denen ich keine Akten vor mir habe und trotzdem reden soll.« Raphael fährt sich durchs dunkle Haar und seufzt.»Raph.«Obwohl leise gesprochen, richtet er sich auf. »Es ist schön, hier zu sein.«
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.Philipp lehnt sich zurück. »Ich bin Philipp. Von Beruf bin ich Lehrer, und auch in anderen Kontexten jemand, der gern die Kontrolle behält.« Er wirft Raphael einen kurzen Seitenblick zu. »Du verstehst, was ich meine, oder?«»Raphael Falk, Fachanwalt für Wirtschaftsrecht. Und bevor hier falsche Schlüsse gezogen werden, eigentlich wollte ich meine neu gewonnene Freiheit genießen, denn ich bin frisch getrennt. Und entdecke gerade … die anderen Kontexte.«
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?»Es ist die Geschichte eines Mannes, der glaubt, er weiß genau, wer er ist und feststellt, dass er sich gründlich geirrt hat.« Philipp lächelt Raphael an und fährt fort: »Jemanden dabei zu begleiten, wie er sich selbst neu entdeckt, ist alles nur nicht langweilig.«»Es ist außerdem eine Geschichte über Vertrauen«, fügt Raphael mit säuerlicher Miene hinzu. »Leider auch darüber, wie es missbraucht wird.«
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?»Ganz sicher, auch wenn ich es nicht beweisen kann. Das Gefühl, dass sie sich heimlich über meine Not amüsiert, hat mich nie ganz verlassen.«»Echt, Raph, ich glaube nicht, dass sie es genossen hat, dich zu quälen, sondern weiß, dass Charaktere erst unter Druck ihre wahre Stärke und innere Schönheit zeigen. Glück schätzt man mehr, wenn man Unglück kennt und kämpfen muss, so wie wir zwei. Ich mag unsere Geschichte, besonders das Ende.«
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?Philipp seufzt. »Da gibt es viele. Unser erstes Mal zum Beispiel, wie Raph sich auf mich eingelassen hat. Aber am liebsten mag ich die Stelle, an der Raphael aufhört zu kämpfen. Nicht weil er aufgibt, sondern weil er versteht, dass er es nicht muss. Weil ich da bin.«Nach kurzer Pause sagt Raphael: »Unser Ausflug nach Seepferdchens Grund war magisch, genau wie alles, was dort passiert ist. Den Sonnenuntergang über dem See werde ich nie vergessen. Bei dir auf dem Schoß, Phil.«
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?Philipp: »Ich glaube, sie kennt das Gefühl, jemanden begleiten zu wollen. Diese Mischung aus Geduld und dem stillen Wunsch, dass der andere einfach endlich zu sich kommt, fühlt sich persönlich an.«Raphael: »Und dieser Wille, Dinge zu Ende zu denken, die man besser ruhen lassen sollte? Das kenne ich aus erster Hand. Ich vermute, das ist auch autobiografisch.«
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?»Sie verliert keine Worte, die sie nicht braucht«, erwidert Raphael mit einem feinen Lächeln.»Einfühlsam«, fügt Philipp hinzu. »Und mutig genug, Themen aufzugreifen, bei denen andere lieber wegschauen. Dieses Mal ging es zur Sache, doch sie hat unsere Gefühle nie aus den Augen verloren.«
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?Philipp: »Ich würde ja gern sagen, der Titel stand von Anfang an fest, aber es gibt Beweise, dass es vorher einen anderen gab. Irgendwas mit gefesselt.«»Mitspracherecht hatten wir natürlich nicht. Was mich, wenn ich ehrlich bin, nicht weiter überrascht«, ergänzt Raphael trocken. »Wir wurden ja nie nach unserer Meinung gefragt.« Leise fügt er hinzu: »Aber er passt. Die Freiheit zu fallen. Freier Fall ins … lassen wir das. Passt jedenfalls.«
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?Raphael: »Ich habe gelernt, manche Dinge zu akzeptieren, ohne sie kommentieren zu müssen. Nur so viel: Es hätte nicht unbedingt ein Bild von mir sein müssen.«»Er mag es. Ich übrigens auch, denn Raph sieht niedlich darauf aus.«Raphaels Wangen schimmern zartrosa. Er grinst. »Vielen Dank.«
Zum Abschluss – habt ihr noch etwas, das ihr den Lesern mitgeben möchtet?Raphael:»Möglicherweise musste ich erst scheitern, um mir eingestehen zu können, dass das keine Katastrophe war, sondern lediglich ein Schritt in Richtung Heilung.«Philipp:Behutsam streichelte ich Raphaels Rücken, fühlte jeden einzelnen Wirbel unter meiner Handfläche, die Rippen, die sich zu deutlich abzeichneten, und kraulte seinen Nacken.»Philipp?«»Du bist in Sicherheit«, wisperte ich immer wieder gegen sein Haar. »Ich hab dich. Ich hab dich. Niemand tut dir mehr weh.«Als ich ihn hielt, in diesem Moment der Erleichterung, fiel mir etwas auf, das mich erschreckte. Die Anspannung in seinen Muskeln, eine Distanz, die vorher nicht da gewesen war. Eine unsichtbare Mauer, die er zwischen uns aufzubauen begann, Stein für Stein. Es war kaum wahrnehmbar, nur ein Hauch, ein subtiles Zurückweichen in sich selbst, aber ich spürte es. Und es machte mir Angst.»Tut mir leid, dass ich nicht anders konnte«, murmelt Raphael.»Du konntest nichts dafür.«
Danke für das GesprächPhilipp lächelt. »Nur das: Manchmal braucht man jemanden, der einem zeigt, dass Fallen keine Niederlage ist, sondern dass es der erste Schritt zu etwas sein kann, das sich wie Freiheit anfühlt.«»Lest das Buch und urteilt selbst«, sagt Raphael. »Ab dem 28. Februar, könnt ihr nachlesen, ob wir das alles zu Recht gesagt haben. Wir wünschen euch viel Freude dabei.«
»Wir bedanken uns bei dir, liebe Claudia«, erwidert Philipp.
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