Autoreninterview
Felix Bartsch
Felix Bartsch
Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Mein Name ist Felix Bartsch, ich bin 33 Jahre alt und lebe an der Untermosel. Nachdem ich über zehn Jahre als Slam Poet im deutschsprachigen Raum unterwegs war, habe ich es mir nun aus unerfindlichen und vermutlich masochistischen Gründen in den Kopf gesetzt, mich am Buchmarkt als Autor für Urban Fantasy zu etablieren.Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das war irgendwie Zufall. Ich habe immer schon gerne kreativ gearbeitet, aber so richtig ging es dann bei einem Schreibworkshop kurz vor dem Abitur los. Da hat mein Deutschlehrer gemerkt, dass ich mehr kann als nur verträumt in der Gegend herumschauen. Davon motiviert, bin ich dann für zehn Jahre in die Poetry-Slam-Szene abgetaucht, wobei auch mein erster Roman, eine satirische Großstadtgeschichte, entstanden ist. Mit Aufkommen von Corona war die Poetry-Slam-Sache für mich dann irgendwie auserzählt und ich habe mich stärker auf Romane konzentriert, habe viel ausprobiert, das Handwerk gelernt und schließlich mit Urban Fantasy das passende Genre gefunden. Ein paar abgelehnte Manuskripte und frustrierende Jahre später und schon kam endlich mein Debüt in dem Bereich raus.Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Zweipfennigs geisterhafte Detektei“ – ein humorvoller Urban-Fantasy-Krimi rund um den Hexer und Geisterjäger Rufus Zweipfennig. Seit er sich von seinem Hexenzirkel abgewendet hat, läuft es nicht sonderlich gut bei ihm. Als er dann bei einem seiner seltenen Jobs einen eigenartigen Geist einfängt, tritt besagter Hexenzirkel bei ihm auf den Plan, reißt die Ermittlung an sich und zwingt ihn zur Mitarbeit. Schnell steckt er bis zum Hals in einer großen Verschwörung, in der es um mehr als nur um eigenartige Geister geht, sondern um das Fortbestehen der gesamten Hexenzirkel.Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Rund um den Protagonisten Rufus Zweipfennig baue ich gerade eine Reihe auf. Der zweite Fall erscheint im November 2026, den dritten überarbeite ich gerade. Danach wollte ich mich mal einem anderen Buchprojekt widmen, dazu möchte ich aber noch nichts verraten.Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Der Großteil meiner Freizeit wird – neben dem Schreiben – von meiner Tochter und meinem Hund sehr gut ausgefüllt. Wenn dann noch Zeit bleibt, fotografiere ich gerne. Außerdem stehe ich auch gerne am Herd und koche. Ansonsten natürlich auch viel lesen oder auch Serien bzw. Filme schauen.Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Bei mir sind natürlich so die Klassiker in meinem Genre sehr angesagt, also Ben Aaronovitch, CK McDonell, Royce Buckingham & Co. Zuletzt habe ich auch mit großer Begeisterung mal mit Brandon Sanderson angefangen. Stephen King geht eigentlich auch immer, aber auch Krimiautor:innen wie Tess Gerritsen landen bei mir immer mal wieder auf der Leseliste. Mein derzeitiges Lieblingsbuch ist die Stranger-Times-Reihe von CK McDonnell. Die macht einfach alles richtig, was ich persönlich an Büchern liebe und brauche.Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Das ist wirklich langweilig, denn ich schreibe einfach an meinem Schreibtisch. Meinen Hauptberuf als Texter übe ich vor allem im Homeoffice aus und sobald die Arbeit rum ist, wird der Arbeitslaptop einfach gegen meinen Privatlaptop ausgetauscht.Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Der ist wirklich nicht besonders, sondern vermutlich wie bei allen Menschen mit Familie: sehr durchstrukturiert und voll mit lauter kleinen Aufgaben. Die meiste Zeit geht es darum, die verschiedenen Bedürfnisse von Kind, Hund, Frau, mir selbst sowie meinen Hauptberuf irgendwie zu jonglieren und dann noch genug Zeit zu finden, um zu schreiben. Ist nicht ganz einfach, aber es funktioniert.Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
In beiden Fällen Urban Fantasy. Ich mag einfach die Vermischung von Magischem und Alltäglichem unglaublich gerne. Besonders, wenn dann noch ein wenig Humor und Krimi-Elemente dazukommen.Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Damit kann ich leider nicht dienen.Hast du ein Lieblingsland und warum?
Nein, überhaupt nicht. Ich bin kein großer Weltreisender, sondern fühle mich am Wohlsten bei meiner Familie zu Hause.Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Puh, schwierig. Also anfangs habe ich mich immer schwer damit getan, wenn jemand Kritik geäußert hat. Inzwischen habe ich mir da aber ein dickeres Fell zugelegt. Da hilft vermutlich auch mein Hauptberuf als Texter, weil ich da ständig mit Feedback zu meiner Arbeit konfrontiert bin. Dazu bin ich mit „Zweipfennigs geisterhafte Detektei“ auch einfach so zufrieden, dass ich die Kritik gut abnicken kann. Es kann einfach nicht allen gefallen, kein Buch ist perfekt und irgendwelche Schwächen gibt es immer.Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Für mich gibt es drei klare Gründe: Zeit, Geld und Teamwork. Selfpublishing ist enorm kostenintensiv, wenn man Lektorat, Korrektorat, Cover etc. aus der eigenen Tasche zahlen muss. Im Normalfall bekommt man die Kosten nie wieder rein. Außerdem muss man sich da um eine Vielzahl an Aufgaben kümmern, die nichts mit dem Schreiben zu tun haben. Leider habe ich vor allem wenig Zeit und die möchte ich im Idealfall fürs Schreiben und die aktive Bewerbung meiner Bücher verwenden. Wenn mir also Aufgaben rund um die Veröffentlichung abgenommen werden, ist das super. Dazu ist das Schreiben selbst eine eher einsame Tätigkeit und deshalb mag ich es, dann zumindest rund um die Veröffentlichung im Team zu arbeiten. Bisher fühle ich mich bei meinem Verlag Realm & Rune sehr gut aufgehoben und hoffe, dass wir noch lange zusammenarbeiten werden.Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Kauft mein Buch. Ich brauche das Geld, um meinen Hund auf die Universität zu schicken, damit er spätestens 2030 meinen Job für mich macht und ich Vollzeit schreiben kann.
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