Dienstag, 13. Januar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Zita und Joris - Eine besondere Freundschaft von Sonja Bethke-Jehle


 
Buchvorstellung einmal anders

Ich warte seit einer Ewigkeit auf die Autorin Sonja Bethke-Jehle, aber sie kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus, ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Zita und Joris – Eine besondere Freundschaft“ von Sonja Bethke-Jehle. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Als ich gerade beginnen will, läuft Sonja auf mich zu und setzt sich zu mir auf die Bank. Nach einer Begrüßung lege ich mal los. 😊

Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Ja, sehr gerne :)
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Wir freuen uns auch!
Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Ich entstand eigentlich nur, weil meine Autorin ihr Jubiläum feiern wollte. Sie hatte schon länger die Idee, dass Zita und Joris miteinander befreundet sind. Joris ist die Hauptfigur ihrer aktuellsten Veröffentlichung, Zita die Hauptfigur ihrer Debüt-Trilogie. Zur Feier ihres Jubiläums formulierte Sonja dann diese Freundschaft aus. Und so entstand ich: Ein kleines, dünnes Büchlein. Zu lang für eine Kurzgeschichte, aber auch zu kurz für einen Roman, was dazwischen halt.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Autorin genau so?
Sonja schreibt gerne über Protagonist*innen, die sich in schwierigen Lagen befindet. Sie hat ein Herz aus Stein.
Moment, da muss ich einhaken, ich bin Sonja, die Autorin. Ich plotte meine Projekte immer gut durch. Da ich weiß, in welchem versöhnlichen Ende die Situation mündet, fällt es mir auch leichter, meine Protagonist*innen leiden zu lassen.
Habt ihr Lieblingsstellen, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Eindeutig das Ende. Das stand bereits am Anfang fest und Sonja hatte es bereits vor Augen, als sie angefangen hat zu schreiben. Es ist ein so wundervoller Moment, der die beiden Trilogien endgültig zu einem Projekt zusammenzurrt.
Weißt du wie viel Sonja tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Vieles von dem, was im Buch steht, hat Sonja genau so erlebt. Einiges aber auch nicht. Es ist in einigen Stellen eine sehr persönliche Erzählung, aber Sonja hat ihre privaten Erzählungen an Zita, Ben und Joris verliehen und wie die damit umgegangen sind, unterscheidet sich in Details von dem, wie die Autorin damit umgegangen ist.
Dem kann ich nichts hinzufügen :) In meinen Büchern verarbeite ich oft eigene Erlebnisse. Aber vieles ist auch schlicht erfunden, es ist ja keine Autobiographie.
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Also da haben wir Zita. Sie ist eine von Sonjas ältesten Protagonist*innen. Zita ist eine sehr starke Frau, von außen oft als oberflächlich verurteilt und sehr häufig unterschätzt. Sie hat die Umdrehungen-Trilogie getragen. Und dann hätten wir da Joris. Er trat erstmals in Sonjas siebter Veröffentlichung auf und ist seit dem nicht mehr wegzudenken. Joris ist schon länger unzufrieden mit seinem Leben, aber er fühlt sich auch wie erstarrt und benötigt einen Schubs, um notwendige Änderungen in Gang zu setzen. Eine familiäre Ausnahmesituation ist dann der wortwörtliche Tritt in den Hintern. Ben und Fabio (die Partner von Joris und Zita) sind Nebenfiguren und treten nur in wenigen Szenen auf. Ben ist manchmal ein wenig impulsiv, möchte Änderungen am liebsten mit dem Kopf durch die Wand erzwingen (ist somit ein klein wenig der Gegensatz zu Joris) und Fabio ist eine sehr träumerische, aber tief verletzte Figur, die sowohl Glück als auch Schmerz sehr extrem empfindet. Beide sind für unsere Hauptfiguren sehr wichtig.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Der Titel lautet Zita und Joris … der Name der Figuren. Um klar zu machen, dass es sich nicht um eine Romance handelt, gab es den Beititel: Eine besondere Freundschaft.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Nein, das Cover ist perfekt! Es wurde von Irene von Zitronenzart geschneidert und schmiegt sich perfekt an den Inhalt auf den Seiten an.
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
"Joris schaffte nicht nur eine räumliche Distanz zu ihr, sondern er bewegte sich auch emotional von ihr weg, obwohl er physisch nie nah bei ihr gewesen war. Er streifte alles ab, was sie sich in den letzten Jahren erkämpft hatte. Während er durch Skandinavien wanderte, nackt in wilden Seen schwamm und Fabio in einem kleinen Zelt küsste, verweilte sie in einer seltsamen Wartestellung. Alles war bereit. Das Haus. Ihre Beziehung. Selbst das Kinderzimmer. Genau das hatte sie sich gewünscht. Doch ihr war auch bewusst, dass Benny und sie seit vielen Jahren Platz für etwas gemacht hatten, das noch nicht da war. Und das vielleicht auch niemals kommen würde."
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Danke dir für das sehr interessante Interview.«


Als Sonja weggeht, vertiefe ich mich wieder in das Buch.

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