
Buchvorstellung einmal anders
Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Miro und Emre aus „Dreh mich, Baby“ und deren Autor Marc Weiherhof.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Ich hatte ein langes Gespräch mit eurem Autor, deshalb wäre es schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.Miro: Klar. Ich rede gern. Ich habe ein ganzes Buch über nur geredet. Gedanken, Dialoge und Reime.Emre: Worte sind nicht so meins.Miro: Das kann ich bestätigen. Bis ich diesen Kerl so weit hatte, dass er mir von seinem Hund erzählt hat, hätte ich ihn am liebsten geschüttelt.Emre: Und trotzdem hast du mich lieb, Aşkım.Miro: *lächelt verträumt* Immer, Dönermännchen.
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?Miro: Ich bin Miro. Mitte zwanzig, zu viele Ideen, zu wenig Geduld. Ich wollte ein ruhiges Leben und habe stattdessen beschlossen, einen Dönerladen zu eröffnen. Ihr könnt euch vorstellen, dass das nicht gerade zu einem ruhigen Lebensstil beigetragen hat.Emre: Emre. Ich habe schon einen Imbiss. Läuft gut.Miro: Und er ist leider unfassbar gut darin, sein dickes, schmackhaftes Fleisch sinnlich zu schneiden und Kebabs im Akkord zu verkaufen. Während ich am ersten Tag kaum Besucher hatte.Emre: Also bitte. Wenn man vergisst, das Schild auf „geöffnet“ zu drehen, dann kann ich auch nichts dafür.Miro: *streckt Zunge raus*
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?Marc: Auf jeden Fall. Meine Protas sollen sich ja entwickeln dürfen und dafür braucht es nun mal Herausforderungen.Miro: *lacht auf* Du hättest es wenigstens so drehen können, dass mein Traumladenlokal nicht direkt auf der anderen Straßenseite von Emres Kebab liegt.Marc: Wo wäre denn da der ganze Spaß geblieben? Außerdem hättet ihr euch dann nicht über die Straße hinweg anschmachten können.Emre: Das stimmt, so kann ich dich wenigstens im Blick behalten und weiß, dass du dir nicht aus Versehen einen Finger abtrennst.Miro: Das war einmal!Emre: Zweimal.Miro: Eben, das ist nichts. Völlig normal zu Beginn einer Karriere im Dönerbusiness.
Wie viel echter Marc steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?Emre: Also mir gefiel unser erstes Date besonders gut. Das war romantisch.Miro: Du meinst das, wo du mich zur alten Kiesgrube gezerrt hast und ich nicht wusste, ob du ein Serienkiller bist, der seinen Konkurrenten unter dem Kies verscharrt.Emre: Deine Gedanken sind unfassbar. Es gab Croissants.Marc: Das war ja nicht alles. Danach gings noch zum Foodtruck Festival. Das war dann so richtig romantisch.Miro: Stimmt. Der erste richtige Kuss.
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere euren Autor beschreiben?Marc: Ich habe mich schon lange gefragt, was passiert, wenn ein Schweizer eine Dönerbude eröffnet. Darum war dieses Buch für mich quasi eine Feldstudie.Miro. Damit du es nicht selbst machen musst?Marc: Ganz genau. Außerdem liebe ich einfach chaotische, tollpatschige Protas. Das ist irgendwie mein Markenzeichen. Ganz zu schweigen von Nebenfiguren, die Herzen erobern.Emre: Sprichst du auf Pogo an? Unseren Hund?Marc: Absolut. Er ist der kleine Star der Geschichte. Zusammen mit ein paar anderen Dorfbewohnern.
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?Emre: Der Typ beobachtet zu viel.Miro: Und er merkt sich alles.Emre: Und schreibt es auf.Miro: Gemein, aber effektiv. Und er hat manchmal seltsame Formulierungen. Schweizer halt. Aber eigentlich kann man ihn schon irgendwie brauchen.
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?Marc: Der Titel kam nach langen Nächten voller Assoziationen und Wortspielen als leicht zweideutiges Resultat heraus, das irgendwie perfekt zu Drehspieß, Döner und schwuler Zweisamkeit passt.Miro: Er meint, dass er sich den Titel ausgesucht hat, der sicher am wenigsten gut für ein Gay Romance Buch geeignet aber immerhin lustig ist.Emre: Aşkım! Nicht so frech. Ich zumindest, drehe dich super gern, Baby.Miro: *wird rot*
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.Miro: Da Emre und ich auf dem Cover sind und beim Taschenbuch auch Pogo abgebildet ist, bin ich sehr happy.Emre: Ich hätte auch ohne meine Fresse auf dem Cover leben können.Marc: Die Rückmeldungen haben gezeigt, dass meine Cover nicht dem aktuellen Zeitgeist entsprechen. Da ist alles in Pastell, mit gezeichneten Figuren und verspielten Schriften. Das bin ich aktuell noch nicht, aber ich werde mich den Wünschen in Zukunft fügen und versuchen, mehr Mainstream Cover zu gestalten.
Vielen Dank für das GesprächMiro: Meines ist von Emre: „Aşkım …“, sagt er, und seine Stimme klingt weich, warm und vertraut. „Ich liebe dich und ich möchte mit dir zusammen sein.“Emre: Meines ist von Miro: „Mir ist klar, dass es Mut braucht, und ich gebe dir so viel Zeit, die du brauchst.“Marc: Meine Lieblingsstelle ist: „Und ich liebe dich, Miro. Seit dem Tag, als du auf der anderen Straßenseite aufgetaucht bist, um mir Kunden abzujagen.“
Miro, Emre, Marc: Danke auch. Es hat super viel Spaß gemacht.
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