
Die Tür öffnet sich und eine weitere Person tritt ein. Ein
Mann. Heilige Scheiße! Maxwell Kyle betritt die Sauna. Nackt, ebenfalls nur mit
einem winzigen Handtuch für seinen Po bewaffnet. Er setzt sich zwei Stufen
unter mich, genau bei der Tür. Sofort schießt mir wieder der Schweiß aus den
Poren, doch dieses Mal ist es nicht wegen der Hitze. Oder vielleicht ist es
Hitze, aber diesmal eine, die sich in meinem Inneren gebildet hat. Eine
Mischung aus Scham und Erregung, denn – und das muss ich einfach
zugeben – Maxwell Kyle hat einen verdammt heißen Körper. Athletisch, stark
und verdammt heiß. Ob er mich gesehen hat? Hat er seinen Blick überhaupt durch
den Raum schweifen lassen? Hat er sich absichtlich genau unter mich gesetzt? So
leise wie möglich versuche ich, zu atmen, traue mich aber kaum, mich zu
bewegen, weil ich auf gar keinen Fall will, dass er sich umdreht und direkt auf
meine nackten Brüste starrt. Obwohl ich mich in meiner Haut im Allgemeinen wohl
fühle, möchte ich es doch vermeiden, meinem neuen Boss splitterfasernackt zu
begegnen, noch bevor wir unser erstes offizielles Meeting hatten. Ich werfe
einen Blick auf die Uhr. Eigentlich sollte ich nur noch drei Minuten hier drin
bleiben, aber das bedeutet, dass ich an ihm vorbeilaufen muss. Nackt. Das Handtuch
wird kaum ausreichen, um meinen Po zu verdecken, also wie zum Teufel soll ich
dann an Maxwell Kyle vorbeikommen? Mist, wieso muss das ausgerechnet mir
passieren? An meinem zweiten Arbeitstag? Ein Mann auf der gegenüberliegenden
Seite steht auf und verlässt die Sauna. Oh, wie gern würde ich auch den Raum
verlassen. Der Schweißfilm, der sich auf meinem kompletten Körper gebildet hat,
bringt meinen Kreislauf durcheinander. Oder ist es vielleicht doch der Anblick
des perfekten Körpers des Mannes, der nur zwei Stufen unter mir sitzt? Ich kann
nicht aufhören, ihn anzustarren. Ich betrachte seinen Rücken. Obwohl das Licht
im Raum diffus ist und die hohe Luftfeuchtigkeit eine hundertprozentig klare
Sicht verhindert, kann ich doch alles an Maxwell Kyle erkennen. Er streicht
sich mit der Hand durch die blonden Haare und dehnt sein Kreuz. Die definierten
Schultern und seine trainierten Oberarme passen perfekt zu seinem starken
Rücken. Mein Blick wandert nach unten und als meine Sicht auf dem Beginn seines
Hinterns liegt, spüre ich, wie mir die Röte ins Gesicht schießt. Ich schlucke
schwer. Nein, ich kann meinem Boss nicht auf den blanken Arsch gaffen. So eine
Frau bin ich nicht und will ich auch nicht sein. Wieso stelle ich mich denn so
an? Es ist doch vollkommen normal, dass man in der Sauna nackt ist. Bestimmt
sehen sich hier viele Kollegen ständig nackt und keiner macht so eine Szene wie
ich. Es ist so unangenehm heiß in diesem Raum! Ein Keuchen entweicht mir und
ich schlage mir die Hand vor den Mund. Ich muss den Raum verlassen. Jetzt
sofort. Wenn ich auch nur eine Minute länger bleibe, werde ich ohnmächtig. Und
bewusstlos und nackt vor meinem Boss in der Sauna zu liegen, ist eine Sache,
die ich definitiv um jeden Preis vermeiden will. Mein Kreislauf protestiert. Ach
komm schon! Ich nehme all meinen Mut zusammen, stehe auf und halte mir das
winzige Handtuch vor den Intimbereich, während ich die zwei Stufen nach unten
trete und husche dann, so schnell ich kann, an Maxwell Kyle vorbei und durch
die Glastür hinaus in die Freiheit. »Heilige Scheiße!«, stoße ich hervor, als
ich endlich wieder atmen kann. Langsam normalisiert sich mein Puls und ich
dusche mich ab. Gerade schlinge ich das große Handtuch um meinen Körper, als
ich eine sehr bekannte Stimme hinter mir höre. »Ms. Broome, Sie sind also auch
eine begeisterte Saunagängerin?« Ich erstarre für einen Moment. Dann drehe ich
mich um, weil ich unbedingt professionell bleiben will. Doch es verschlägt mir
den Atem. Maxwell Kyle sieht von vorne ja noch viel besser aus als von hinten!
Seine stechend grünen Augen funkeln, als er bemerkt, wie ich seinen Körper
betrachte. Geschickt hält er sich das kleine Handtuch vor den Intimbereich, was
bei ihm völlig lässig und ungezwungen aussieht. Sofort muss ich daran denken,
wie unbeholfen ich eben an ihm vorbeigehuscht bin. »Mr. Ky…« Meine Stimme
klingt hell und quietscht. Schnell räuspere ich mich und starte von Neuem. »Mr.
Kyle, ich ähm … ich habe das heute zum ersten Mal gemacht.« »Ah, eine
Saunajungfrau.« Er fährt sich mit der freien Hand durchs Haar und zwinkert mir
zu. Irgendwie hat die Art, wie er es betont, etwas Anrüchiges an sich. »Wenn
ich gewusst hätte, dass Sie hier sein würden, dann hätte ich den Spa-Bereich an
einem anderen Tag getestet, um ehrlich zu sein.« »Dann dürfen Sie in Zukunft
donnerstags nicht mehr herkommen. Wobei …«, er hält kurz inne, »… ich
freue mich immer über schöne Gesellschaft.« Ich versuche, diesen Kommentar zu
ignorieren. »Und? Wie fanden Sie es?« »Was genau?« »Na Ihren ersten
Saunabesuch?« »Heiß.« Maxwell Kyle lacht. »Daran gewöhnt man sich schnell.
Haben Sie sich schon abgeduscht? Sie sollten danach unbedingt kalt duschen.
Oder …«, er zeigt auf ein kleines Becken hinter sich, »oder sie testen den
Eiskübel. Aber das ist nur was für Fortgeschrittene.« Wieder zwinkert er mir zu
und dann wirft er plötzlich sein kleines Handtuch in den dafür vorgesehenen
Wäschekorb und läuft splitternackt an mir vorbei zu den Duschen. Ich kann nicht
glauben, dass das gerade wirklich passiert!
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