Dienstag, 17. Februar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Schmetterlinge und verlorene Erinnerungen von Finja Spencer

 


Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Finja ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Schmetterlinge und verlorene Erinnerungen“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. Doch da klettert jemand aus dem Buch und setzt sich zu uns.


Wer bist du denn? Willst du dich den Besuchern des Blogs vorstellen?
Ich versuche es sehr gern! Hi, ich bin Lena, 28 Jahre alt und komme gebürtig aus Berlin … naja, zumindest ist es das, woran ich mich erinnern kann, denn mir ist etwas ganz Verrücktes passiert. Nach einem Unfall in den Alpen musste ich feststellen, dass ich mich an die letzten 18 Monate meines Lebens nicht mehr erinnern kann. Und in dieser Zeit scheint viel passiert zu sein, denn auf einmal stecke ich in einem mir völlig fremden Leben … und irgendwie auch zwischen zwei Männern. Also, manchmal weiß ich grad selbst nicht so richtig, wer ich bin.
Herzlich Willkommen, Lena. Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Lena: Das würde mich sehr freuen. Schließlich geht es in dem Buch ja um mich und meine Geschichte. (Zwinkert dem Buch zu, das zustimmend nickt).
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Buch: Wir danken dir, dass du dieses Interview mit uns führen magst.
Lena haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Buch (mit vor Stolz geschwellter Brust): Ich bin die Erfüllung eines Lebenstraumes meiner Autorin Finja Spencer: ihr erstes veröffentlichtes Buch! Die Geschichte in mir steckt voller Spannung, Emotionen und einer Liebe, die unter die Haut geht. Ich kann dir sagen, die liebe Lena macht so einiges durch. Auf der Suche nach sich selbst durchläuft sie schwere und schöne Zeiten, entdeckt tiefe Abgründe und Momente, in denen sie auf Wolken schwebt. Bis ich als Buch das Licht der Welt erblicken durfte, war es ein langer Weg, aber ich bin absolut glücklich, dass Finja ihn genau so mit mir gegangen ist.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Protagonistin genau so?
Buch: Oh, ich glaube, alle Szenen, die emotionsgeladen sind, ob wegen schöner oder schwieriger Situationen, liebt Finja besonders. Da fließen die Worte nur so aus ihr heraus und füllen im Nu unzählige neue Buchseiten.
Lena (pustet hörbar Luft aus): Ja, das Gefühl habe ich tatsächlich auch. Wobei es sich für mich manchmal schon so anfühlt, als wenn sie mich besonders gern durch schwierige Zeiten schickt und ihre Schreibleidenschaft so richtig in Fahrt kommt, wenn sie mir eine unerwartete Überraschung nach der nächsten serviert. Ab und an habe ich es echt nicht besonders leicht mit ihr.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Buch: Oh, da gibt es so viele schöne Stellen, aber ich will vorab ja auch noch nicht zu viel verraten. Eine Stelle, die ich toll und sehr unterhaltsam finde, ist aber beispielsweise die, wo Lena nach ihrem Unfall in dem Bett eines Fremden aufgewacht ist. Mit ihren anfänglichen Gedankengängen beim Wachwerden musste ich innerlich sogar etwas Schmunzeln.
Lena (mit schriller Tonlage): Bitte was? Das war überhaupt nicht witzig, eher ein absolut schrecklicher Moment für mich, ernsthaft. Tze … (schüttelt ungläubig den Kopf).
Ich selbst finde die Stellen besonders schön, die mein Herz bewegt haben, in denen sich zarte Flügelschläge von Schmetterlingen in meinem Inneren regen.
Wisst ihr wie viel Finja tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Buch: Hm, ich glaube da steckt einiges von Finja drin: von ihren Erlebnissen und vielleicht auch Erfahrungen mit unterschiedlichen Charakteren, die sie im Laufe ihres Lebens gesammelt hat, Orte, die sie kennt und ich glaube, Lena teilt auch die ein oder andere Vorliebe oder Eigenschaft mit ihr.
Lena (nickt eifrig): Ja, wir lieben zum Beispiel beide die italienische Küche… und tun uns oft schwer damit, Entscheidungen zu treffen… (zuckt verlegen mit den Schultern).
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Lena: Finja hat definitiv eine blühende Phantasie, was da alles in ihrem Kopf entsteht… Aber wenn sie dann schreibt, hat sie oft gar keinen genauen Plan, wohin das ein oder andere Kapitel sie führt. Da steht nur die Grundstory und sie schaut dann beim Schreiben einzelner Kapitel fasziniert zu, was wir daraus machen. Also, sie ist kreativ, aber auch ein bisschen chaotisch, finde ich.
Buch (räuspert sich): Naja, so chaotisch finde ich Finja jetzt nicht. Also beim Überarbeiten des Manuskriptes war ihr Perfektionismus schon ziemlich nervenaufreibend. Unzählige Male ist sie akribisch über irgendwelche Textstellen oder Formulierungen, um sie zu verbessern. Da habe ich innerlich schon ab und an mit den Augen gerollt.
Lena (lacht kurz auf): Ja, das stimmt auch wieder. Einigen wir uns darauf, dass beim Schreiben scheinbar zwei Herzen in Finjas Brust schlagen.
Buch: Genau, das beschreibt sie ziemlich gut.
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du als Buch oder du als Hauptcharakter viel Mitspracherecht?
Buch: In der gesamten Entstehungszeit der Geschichte war der Arbeitstitel „Schmetterlinge am Horizont“. Als es dann in die Überarbeitungsrunden ging, meldete ich mich ganz leise mit Zweifeln zum Titel bei Finja. Ich fand, er passte nicht mehr so hundertprozentig zu meiner Geschichte, klang zu romantisch und blumig und verriet zu wenig, dass es eine spannende Geschichte mit Tiefgang ist. Finja hörte zum Glück auf mich und überdachte den Titel nochmal.
Lena: Ich kann dir sagen, sie kam da echt in dieser Phase nochmal auf die sonderbarsten Ideen zum Buchtitel. Letzten Endes war aber klar, dass im Titel auch weiter erwähnt werden sollte, dass Schmetterlinge eine Rolle spielen (das Cover mit dem Schmetterling war zu dieser Zeit auch schon ausgesucht) und naja, außerdem geht es in dem Buch ja um meine Reise, nachdem ich meine Erinnerungen verloren habe. Und so wurde es dann dieser einfache Titel, der einfach zum Inhalt passt.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Lena: Ich finde das Cover wunderschön. Das war Liebe auf den ersten Blick.
Buch: Oh ja, ich liebe mein Outfit. Der Schmetterling, die Lichtfunken, die Schneeflocken und diese wundervollen Farben passen perfekt zu mir und meinem Inhalt.
Zum Abschluss würde mich noch jeweils euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Buch: Eines meiner Lieblingszitate richtete einer der beiden männlichen Protas an Lena, als sie sich Sorgen gemacht hat: „Alles kommt, wie es kommen soll. Darauf haben wir keinen Einfluss. Ob wir uns nun Gedanken darüber machen oder nicht. Was das Leben uns bringt, passiert so oder so. Wichtig ist, den Augenblick zu leben und nicht über das Morgen zu grübeln.“
Lena (lächelt): Ja, ich erinnere mich genau an den Moment, wahre Worte, die mich mit etwas mehr Leichtigkeit erfüllten. Eines meiner Lieblingszitate ist: „Man sollte kein neues Kapitel beginnen, bevor man das alte nicht richtig beendet hat.“ Besonders wegen dem Zusammenhang und der Situation, in der es gefallen ist. Welche das ist, möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten.
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und seine Protagonistin antworten. Leise flüstere ich den beiden noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«
Buch und Lena: Wir danken dir, für dieses tolle Gespräch.
Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«

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