Autoreninterview
Gabriel Schütz
Ich hatte immer schon vielfältige Interessen: Naturwissenschaften, Kulturen, Wirtschaft, Politik und vieles mehr – mit einem besonderen Fokus auf Menschen und Beziehungen. Literatur vereint all das für mich, weil sie die Dinge verbindet, reflektiert und in spannende Geschichten verpackt. Ich bin durch Zufall auf die Idee gekommen, das Schreiben etwas professioneller anzugehen. Seitdem habe ich vor allem in Literaturzeitschriften veröffentlicht und – für Kurzgeschichten und Lyrik – auch einige Preise gewonnen.Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Mir ist vor über zehn Jahren eine Pointe eingefallen. Aus der Pointe wurde eine Kurzgeschichte. Ich habe mich dann gefragt, was ich damit anfangen soll und die Geschichte bei einer Literaturzeitschrift eingereicht. Sie wurde gleich angenommen - mit dem Feedback, dass sie der Redaktion am allerbesten gefallen habe. Das hat mich sehr motiviert, weiter zu schreiben und so wurde aus der Kurzgeschichte nach und nach eine kleine literarische Karriere.Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
"Jenseits der Erinnerung" ist mein Debüt.Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich habe ein Konzept für einen Thriller ausgearbeitet. Daneben gibt es auch eine gewisse Nachfrage nach einer Fortsetzung von „Jenseits der Erinnerung“, was mich natürlich sehr freut. Wie lange das dauert hängt aber davon ab, wieviel Freizeit ich dafür aufbringen kann, weil natürlich Beruf und Privatleben vorgehen und dann erst das Schreiben kommt.Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Reisen und Freunde/Menschen treffen, Sport betreiben, über interessante Dinge recherchieren, wobei ich bei all dem auch Inspiration finde - und dann natürlich schreiben. Lesen gehört auch dazu, in letzter Zeit vermehrt auch Hörbücher, weil das – z.B. beim Autofahren – praktisch ist.Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Was neuere AutorInnen betrifft: Von Schirach, Zeh, Fitzek, Wolf Haas, … Generell lese ich leider sicher weniger als ich gern würde und auch als ich sollte, um meine eigenen Schreibfähigkeiten weiter auszubauen.Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
In einem Sitzsack im Garten, der unter einem riesigen Nussbaum baumelt.Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
An einem ganz normalen Tag wird wenig geschrieben. Geschrieben wird am Wochenende, oder manchmal spät abends, wenn alle schlafen, alles erledigt ist und ich mich ohne gedankliche Ablenkung auf einen Text konzentrieren kann.Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich habe kein Lieblingsgenre. Ein Text muss berühren. Texte, die mich berühren, schaffen Intimität mit Charakteren, sind originell und anspruchsvoll. Letzteres kann auf ganz verschiedene Art verwirklicht werden. Im Idealfall beinhalten sie auch lehrreiche Informationen, so dass man am Ende des Buches mehr über die Welt weiß, als zuvor. Über eine Epoche, einen Kulturkreis oder eine Subkultur, einen Beruf, etwas Technisches, die Tierwelt … es braucht nicht viel, um meine Neugierde zu wecken. Nur zu trivial darf es nicht sein.Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich mag Zitate, Sprüche und Redewendungen generell sehr gerne. Ein Spruch, der mit besonders gut gefällt, ist „Die Dosis macht das Gift“. Wir tendieren ja generell oft dazu, Eindrücke rasch zu werten und sie dabei erst einmal in gut und schlecht einzuteilen. Ich finde es als alternative Perspektive sehr spannend, das wirklich alles in einer gewissen Dosis „gut“ oder zumindest „ok“ ist und auch „gute Dinge“ in einer Überdosis „giftig“ sein können – selbst wenn das beides auch nicht immer stimmt.Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich bin schon sehr heimatverbunden und insofern kann ich Österreich getrost als mein Lieblingsland bezeichnen. Aber es gefällt mir an vielen Orten auf der Welt.Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich bin es auch beruflich gewohnt, stetig zu verbessern und dabei Feedback zu geben und zu bekommen. Ich verstehe zwar, dass Kritik in der Kunst für manche ein sensibles Thema ist – für mich aber überhaupt nicht. Ich freue mich immer, wenn sich jemand mit meinen Texten auseinandersetzt und mir sagt, was er/sie daran gut findet und was nicht. Ich möchte ja mit meinen Texten die LeserInnen berühren – und wie soll ich mich dabei verbessern, wenn ich keine Rückmeldung dazu erhalte?Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich habe das Manuskript einigen – vor allem großen – Verlagen geschickt und bis auf ein paar anerkennende Worte wenig zurück bekommen. Da ich ohnehin bereits eine tolle Lektorin hatte, war der Weg zum fertigen Buch im Eigenverlag nicht weit. Ich sehe auch einige Vorteile des Self Publishings (man hat alles selbst unter Kontrolle, der Markzugang ist vor allem Online mittlerweile sehr einfach usw.). Man muss aber sagen, dass sowohl für einen Verlag als auch im Self Publishing ein literarischer Kriminalroman von einem neuen Autor kommerziell schwer darzustellen ist. Das ist schon in breitenwirksameren Genres, wie beispielsweise klassischen Thrillern, und auch bei bekannteren Autoren mit „Stammleserschaft“, schwer. Insofern habe ich auch nicht erwartet, dass sich ein größerer Verlag für ein Romandebüt darauf einlässt und dann recht bald an Self Publishing gedacht.Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Falls ihr den Februar mit meinem Roman starten möchtet, freue ich mich natürlich sehr. Lasst euch gerne darauf ein: es ist kein klassischer „Whodunit“-Krimi sondern eben ein literarischer Kriminalroman, der viele kleine Geheimnisse in sich birgt. Wenn ihr Fragen dazu habt, freue ich mich auch, wenn ihr mir einfach direkt schreibt – auf lovelybooks gibt es außerdem eine recht aktive Leserunde dazu.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Mit dem Abschicken des Kommentars bin ich mit den Datenschutzrichtlinien des Blogs einverstanden.