Freitag, 12. Dezember 2025

[Buchvorstellung einmal anders] Unfrei - Im Besitz eines Anderen von M.-G. Mortissimo


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Autorin M.-G. Mortissimo, um mit ihr über ihr Buch „Unfrei – Im Besitz eines Anderen“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für dein Buch zu antworten.
Hallo, ich danke dir, dass ich über mein Werk „Unfrei – Im Besitz eines Anderen“ sprechen darf. Dieses Buch ist für mich mehr als nur eine Geschichte. Es ist ein Stück von mir, geschrieben in einer meiner dunkelsten Lebensphasen. Umso mehr bedeutet es mir, wenn neue Dark-No-Romance Leser den Mut haben, sich auf Lydia Büchels Weg einzulassen.
Kannst du uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen beschreiben?
Unfrei ist ein Roman (Einzelband) über Macht, Abhängigkeit und den verzweifelten Hunger nach Freiheit.
Wir begleiten Lydia Büchel, eine Frau, die von Männern umgeben ist, die sie nicht lieben, sondern besitzen wollen: ihren Vater, ihren Verlobten, ihre „Mitbewohner“.
Es ist kein Wohlfühlbuch, sondern eine schonungslose Reise durch psychische und physische Abgründe mit einer Protagonistin, die trotz allem nicht aufhört zu kämpfen.
Wenn du toxische Dynamiken, seelische Abgründe und emotional zerstörerische Beziehungen lesen kannst, ohne sie zu romantisieren, dann ist Unfrei für dich.
Deine Charaktere erleben ja so einiges. Fällt es dir leichter sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen?
Ehrlich? Mir fällt es leichter, meine Protagonisten durch die düsteren Zeiten zu führen.
Nicht, weil ich Leid „mag“, sondern weil Schmerz und Verzweiflung oft ehrlicher sind als heile-Welt-Momente. In den schlimmsten Situationen fallen Masken. Da zeigt sich, wie jemand wirklich ist. Und genau das macht die Geschichte so roh und echt – sie ist nicht glattgebügelt, sondern unbequem.
Die hellen Momente, die es auch in Unfrei gibt, sind ganz bewusst klein und zerbrechlich gehalten. Wie ein kurzes Aufatmen, bevor die Luft wieder knapp wird. Gerade dadurch fühlen sich diese Augenblicke intensiv an, sowohl für Protagonistin Lydia als auch für die Leser.
Hast du eine Lieblingsstelle, die du uns gerne vorstellen würdest?
Es gibt keine „Lieblingsstelle“ im klassischen Sinn, aber vielleicht ist es der Moment, in dem Lydia innerlich zum ersten Mal wirklich begreift, dass sie niemanden hat, der sie rettet – und dass sie sich selbst die einzige Konstante in ihrem Leben ist.
Da stürzt für sie zwar eine Welt ein, aber genau in diesem Zusammenbruch entsteht auch etwas Neues: eine leise, trotzige Form von innerer Stärke. Kein Hollywood-Moment, keine plötzliche Powerfrau, sondern eine kaputte, verletzte Frau, die beschließt: Ich will leben. Irgendwie.
Wie viel echte M.-G. steckt in dem Buch oder auch in dem ein oder anderen Charakter?
Sehr viel – mehr, als man auf den ersten Blick ahnt. Das ist in all meinen Werken so.
Ich habe Unfrei in einer Zeit geschrieben, in der ich selbst emotional am Boden lag. Einige Gefühle, Gedanken und auch Sätze im Buch sind ungeschönt aus meinem eigenen Schmerz entstanden. Die toxischen Männerfiguren sind keine 1:1-Abbilder realer Personen, aber sie bestehen aus Puzzleteilen von Erfahrungen, Verhaltensmustern und Dynamiken, die ich beobachtet habe.
Wie würden dich deine Charaktere beschreiben?
Lydia Büchel: „Sie hat mich in die Hölle geworfen und mit meiner Hoffnung allein gelassen. Sie kennt meinen Schmerz, manchmal vielleicht zu gut. Ich hasse sie dafür, was sie mir angetan hat, und gleichzeitig bin ich ihr dankbar, dass sie mir eine Stimme gegeben hat.“
Der Verlobte: „Die Autorin ist viel zu weich. Und trotzdem gnadenlos, wenn sie dir die hässliche Wahrheit vor Augen hält. Sie hätte kooperativer sein können, war sie aber nicht.“
David und Raphael: Sie beobachtet und sie verurteilt uns nicht plakativ. Sie zeigt einfach, was wir tun. Und das reicht, damit jeder Leser um unsere Bedrohung weiß.“
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert?
„Unfrei“ war eines dieser Wörter, die sofort etwas in mir ausgelöst haben: kurz, hart, kompromisslos. Es beschreibt, wie der Roman, ein System im Hintergrund: Männer, die glauben, dass ein Mensch ihnen gehört. Dass sie ein Recht auf Körper, Entscheidungen und Leben eines anderen Menschen haben. Nicht einvernehmlich. Toxisch.
Bist du zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Zu 100 % zufrieden ist man als Kreative wohl nie – aber das Cover fängt die Stimmung von Unfrei sehr gut ein. Es ist kein verspieltes Romance-Cover, sondern signalisiert: Hier wird es dunkel. Wenn ich etwas ändern würde, dann vielleicht nur Nuancen. Aber grundsätzlich: Ich stehe dahinter. Es gehört zu diesem Buch so, wie es ist.
Zum Abschluss würde mich noch dein Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
„Man kann einem Menschen alles nehmen – sein Zuhause, seine Sicherheit, seine Träume. Aber solange irgendwo in ihm noch ein Funken Hoffnung glimmt, ist er nicht vollständig verloren.“
Danke für das Gespräch.
Ich danke dir – und allen, die bis hierher gelesen haben.
Wenn du dieses Interview fühlst, wenn dich toxische Dynamiken interessieren, dann kontaktiere mich für ein Rezensionsexemplar. Aber bitte: Lies die Triggerwarnungen. Sorge gut für dich.

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