Donnerstag, 5. März 2026

[Buchvorstellung einmal anders] The Panthers Mate von Jule Sternbock

 

 

Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Percy und Amanda aus „The Panthers Mate“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Amanda: mega gerne!
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Amanda: Natürlich! Ich bin eine reiselustige New Yorkerin Ende 20, verlobt und im Begriff zu heiraten.
Percy: Und ich bin der Pantherwandler aus dem Amazonas, der das zu verhindern weiß.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Amanda: Puh, also ich will natürlich nicht zu viel verraten. Ich treffe Percy bei einem Urlaub. Das Treffen offenbart meine Eigenschaft, mich in eine Rennmaus verwandeln zu können. Zwischen Percy und mir beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel im wahrsten Sinne, in dem er mir sagt, dass er mein Fated Mate ist, also mein Seelenverwandter. Ich kann das natürlich nicht erwidern, immerhin bin ich mit einem anderen verlobt!
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Percy: Ich glaube, wie jede gute Göttin, mutet sie uns nur Herausforderungen zu, die uns wachsen lassen.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Amanda: Rückblickend betrachtet gefällt mir unsere erste Begegnung am meisten.
Percy: Mir unsere zweite.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Percy: An mir hat sie ihre Vorliebe für Panther und Wandlergeschichten ausgelebt – und da ich dabei sehr gut wegkomme, beklag ich mich nicht.
Amanda: Ich habe ein paar ihrer Charaktereigenschaften bekommen – und den Kosenamen, den ihr Mann für sie hat.
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Percy: Geduldig.
Amanda: Ja, ich glaube, Geduld brauchte sie bei uns auch, es war nicht leicht mit uns.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Percy: Der Titel passt natürlich wie die Faust aufs Auge. Er sagt alles aus, worum es im Kern geht. Daher lag er quasi auf der Hand.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Percy: Wir dürfen uns über zwei Cover freuen – eins für das Ebook, eins fürs Taschenbuch mit Farbschnitt. Mir gefallen beide.
Amanda: Kein Wunder, auf beiden ist ein Panther zu sehen. *lacht* Das Ebook entspricht dem typischen Wandler-Romance-Klischee vom großen A und wird darum dort direkt erkannt. Das Print kommt ein wenig subtiler und zugleich farblich auffälliger daher, weil es hoffentlich in vielen Buchhandlungen landen wird – und das klischeehafte Ebookcover da vielleicht abschrecken würde.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Percy: Meins ist „Percy schenkte mir ein dermaßen charmantes Lächeln, dass ich dahinschmolz. Wahrscheinlich leitete mein Körper gerade allein wegen dieses Lächelns einen Eisprung ein.“ Ich fühle mich geschmeichelt.
Amanda: Du hast keine Ahnung, wie heiß ich dich fand und finde! Das hier ist meins: „Er sagte meinen Namen, als wollte er ihn sich ins Herz gravieren und mir dafür seinen schenken.“
Percy: Sehr romantisch.
Danke für das Gespräch
Percy: Sehr gerne.

Mittwoch, 4. März 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Der Halloweenzirkus - Esmeraldas Fluch von Stephanie Kaiser


 
Buchvorstellung einmal anders


Nach dem Autoreninterview drückt mir Stephanie ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Der Halloweenzirkus – Esmeraldas Fluch“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. 😊 Doch da klettern noch zwei Protagonisten aus dem Buch und setzen sich zu uns.

Wer seid ihr denn? Wollt ihr euch den Besuchern des Blogs vorstellen?
Nora: „Ich bin Nora Marlow, siebzehn Jahre jung und bei meiner Tante Wyn in Darkmoore aufgewachsen. Aber seit der Fluch mich erfasst hat, lebe ich im Halloweenzirkus und teile mir ein Zelt mit Ruby, dem einzigen Werwolfsmädchen hier.“
Skye: „Und ich bin Skye. Ich bin einer der Todesengel und bekleide den Posten des Mentors. Ich lebe schon seit über fünfzig Jahren im Halloweenzirkus.“
Herzlich Willkommen, Nora und Skye. Wollen wir das Interview nun zu viert machen?
Nora: „Klar, gerne.“
Skye: „Ja, ich bin bereit.“
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Nora: „Danke, dass ich hier sein darf, liebe Claudia.“
Skye: „Ich habe mir gern Zeit genommen.“
Nora und Skye haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Zwischen meinen Zeilen werdet ihr auf jeden Fall finden, was ihr nicht erwartet habt. Ich bin eine Mischung aus Geheimnissen, die entschlüsselt werden wollen, und einem Fluch, der jedem zum Verhängnis wird, der erkennt, was sich wirklich hinter den schwarz-orange gestreiften Zeltplanen verbirgt. Ihr werdet mehr über einige Familiengeschichten erfahren, die lange im Verborgenen lagen, und mystischen Kreaturen, die früher einmal normale Menschen waren, kennenlernen. Aber vor allem geht es um Freundschaft, Mut, Vertrauen und das Magische.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Seht ihr es als Protagonisten genau so?
Skye: „Ehrlich gesagt hatte ich gehofft, dass wir keinen Neuling im Zirkus mehr verwandeln müssen. Dass Nora in dieser Halloweennacht ausgerechnet Tobin gesehen und der Fluch sich auch auf sie gelegt hat, ist bei mir also nicht auf Begeisterung gestoßen. Für mich ist es also nie leicht oder schön, wenn wieder ein Mensch bei uns in ein magisches Geschöpf verwandelt werden muss. Aber ich denke, ich bin einfache Zeiten genauso gewohnt wie schwierige Situationen. Ich finde mich auf beiden Seiten gut zurecht.“
Nora: „Ich komme mit einfachen, aber auch mit schwierigen Situationen klar. Mein Leben ist schon seit meiner Kindheit ein bunter Mix aus beidem, immerhin hat meine abergläubische Tante mich nach dem Autounfall meiner Eltern bei sich in Darkmoore aufgenommen. Und in dieser düsteren Zeit habe ich Mo kennengelernt. Mit ihm war mein Leben auf einmal wieder leichter. Und so ähnlich erging es mir auch im Halloweenzirkus. Es war natürlich ein riesiger Schock für mich, zu erfahren, dass ich Teil eines Fluchs geworden bin. Aber die wunderbaren Bewohner hier helfen mir, wo sie können. Ganz egal, ob es beim Training am Himmelsparcours ist, oder beim Kampf gegen die Dämonen, die meine Heimatstadt in Unruhe versetzen. Ich gebs zu, ich habe mir das eine oder andere Mal ehrlich gewünscht, man hätte mich im Zirkus in etwas anderes verwandelt, aber im Nachhinein betrachtet, bin ich nun ganz froh, dass alles so gekommen ist, wie es ist.“
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Nora: „Oh, ich habe viele Lieblingsstellen. Zum einen wäre da meine Bekanntschaft mit meiner Mitbewohnerin Ruby - habt ihr gewusst, dass sie Vegetarierin ist? Habt ihr schon mal einen vegetarischen Werwolf kennengelernt? Ich sags euch, Ruby kann unglaublich toll kochen und backen. In unserem Zelt riecht es immer nach Himbeeren und Süßkram. Und dann ist da noch der Moment, in dem ich festgestellt habe, dass Skye ein richtig guter Mentor ist. Dass ich den Himmelsparcours so schnell meistern und anschließend einen Auftritt im Zirkus übernehmen konnte, verdanke ich vor allem ihm. Aber besonders im Gedächtnis geblieben ist mir mein erstes Gespräch mit Beelzebub in der Unterwelt.“
Skye: „Auch ich habe einige Lieblingsstellen. Ich erinnere mich gerne an die Schneeballschlacht mit den anderen zurück. Und an den Weihnachtsabend mit Nora, als wir sie im Todesengelzelt mit einem ganz besonderen Geschenk überrascht haben. Und ich werde nie vergessen, wie wir in Winchester das Teleportdreieck gefunden haben.“
Wisst ihr wie viel Stephanie tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Habt ihr dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmt ihr dem Buch zu?
Nora: „Meine Spinnenphobie habe ich definitiv von Stephanie veranlagt bekommen. Auch meine Skepsis und die gelegentliche Ungeduld. Vor allem aber, dass ich für meine Freunde alles tun würde.“
Skye: „Ich habe von Stephanie gelernt, dass man auch mal Vertrauen in jemanden haben muss. Als Nora uns zum Beispiel aufgefordert hat, gegen die Inkuben zu kämpfen, war ich absolut dagegen. Aber Nora war sich ihrer Sache so sicher, dass ich mich entschieden habe, ihr zur vertrauen. Ich glaube, manchmal muss man einfach über seinen Schatten springen.“
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Nora: „So wie ich Stephanie kennengelernt habe, haben sie einige meiner Handlungen ziemlich überrascht. Ich will öfter mal mit dem Kopf durch die Wand und manchmal ist mein Mund schneller als mein Kopf.“
Skye ( wirft Nora einen belustigten Blick zu): „Ja, besonders, wenn es um deine Familie und Freunde geht. Ich für meinen Teil hatte gehofft, dass Stephanie Nora nicht dazu verleiten wird, die Dämonen schon vor dem Ende des Fluchs anzugreifen. Aber bei einer Sache muss ich Stephanie und Nora wohl recht geben: Es ist besser zu wissen, als sich zu fragen. Wir hätten die Inkuben wirklich schon längst ausschalten müssen. Dann hätten wir auch eher von Gerald Walcroft erfahren und hätten verhindern können, dass er sich an einem von uns vergreift, wenn wir die Menschenwelt betreten.“
Zirkusdirektor Moncelli: „Im Nachhinein betrachtet, gebe ich euch recht. Ich hielt es jedoch für vernünftiger, noch zu warten. Wäre meine Vergangenheit nicht die, die sie ist, hätte auch wohl auch ich den Zirkus öfter verlassen und einiges verhindern können. Wahrscheinlich musste einfach erst etwas passieren, damit ich wirklich aufwache. Stephanie hat mich das erkennen lassen.“
Ruby ( die ihren Kopf an Rons Schulter schmiegt und gerade ihren Keks herunterkaut) : „Ich finde nicht, dass Sie sich Vorwürfe machen müssen, Direktor Moncelli. Manchmal haben wir eben einfach auch keine Kraft, bestimmte Orte wieder zu betreten. Und das ist auch nicht schlimm. Viel schlimmer ist es doch, wenn man aus Fehlern nicht lernt. Und für mich haben Sie nie wirklich einen Fehler begangen. Seit der Fluch über uns liegt, behandeln Sie jeden von uns gleich. Sie sind da, wenn jemand Sie braucht. Sie singen sogar mit den Kindern Weihnachtslieder und haben zusammen mit dem Rat und Stephanie jedes noch so kleine Detail abgewogen, um zu bestimmen, in welches Wesen Sie uns verwandeln müssen. Also ich für meinen Teil bin gerne ein Werwolf. Und ich bin froh, dass Ronnie auch einer ist.“
Ron ( der seinen Arm um Rubys Schulter gelegt hat und grinst) : „Ich bin vor allem froh darüber, dass du in der Unterwelt etwas zu essen bekommen hast. Auch, wenn es nur Toast war. Ich war so krank vor Sorge um dich.“
Ruby (die einfach nur grinst, weil sie schon auf dem nächsten Keks herumkaut): „Um mich musst du dich erstmal eine ganze Zeit lang nicht mehr sorgen. Im Halloweenzirkus wird zwar auch in Zukunft viel passieren, aber ich verspreche, dass ich nicht noch einmal entführt werde.“
Ceci ( die gerade eine ihrer roten Haarlocken um den Finger dreht) : „Und falls doch, dann werden wir dich mithilfe einer der Teleportzonen sicher finden. Oder mithilfe unserer Stadthexe. Oder vielleicht fällt Stephanie ja noch ein anderer Weg ein - ganz bestimmt.“
Violet ( die ihr grünes langes Haar nach hinten wirft ): „Ich bin einfach nur froh, dass Stephanie, Colin und Pamela so schnell erkannt haben, dass irgendetwas nicht stimmt.“
Glitter ( die nachdenklich auf eine ihrer blauen Haarsträhnen schielt und dabei die Luft ausbläst): „Okay, sind wir dann jetzt mal fertig mit der Lobhudelei? Ruby hat Himbeermuffins gebacken. Geht das Interview noch sehr lange?“
Rhys ( dem ein kehliges Werwolfslachen entfleucht): „Ich würde sagen, wir beschließen die Runde damit, dass wir Stephanies Arbeit fantastisch finden.“
*vereintes Nicken*
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Skye: „Als ich 1973 zum Zirkus gekommen bin, hieß unser Wanderzirkus noch gar nicht Halloweenzirkus. So wie ich das verstanden habe, sind die Bewohner Darkmoores dafür verantwortlich, dass unser Zirkus diesen Namen bekommen hat.“
Nora ( nickt zustimmend): „Ja. Als ich das erste Mal von diesem Zirkus gehört habe, war Mo derjenige, der mir davon erzählt hat. Ich meine - ihr wisst schon … diese Panik, die überall herrscht. Immer dieses Salzkreise ziehen um Häuser und Autos. Oder wenn alle vor Schreck aufspringen, sobald sie eine Krähe erspäht haben. Und dann rennen sie alle zum nächstgelegenen Baum, um drei Mal aufs Holz zu klopfen, um irgendwelches Unglück abzuwenden. Es wundert mich nicht, dass die Bewohner Darkmoores auch dem Zirkus einen möglichst gruseligen Namen angedichtet haben. Ich finde den Buchtitel also ziemlich passend, besonders, weil über dem Halloweenzirkus ja dieser Fluch liegt.“
Skye: „Das finde ich auch.“
*Aus dem Off erklingt eine mystisch magische Stimme, die ergänzend hinzufügt :
„Der Titel stand schon von Anfang an fest. Man munkelt, dass einer der Zaubervögel der Autorin das Wort Halloweenzirkus zugeflüstert hat, doch das konnte bis heute nie bewiesen werden.“
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Skye und Nora ( im Chor) : „Wir sind mit dem Cover zufrieden.“
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Skye ( lächelt verwegen und schiebt sich eine braune Strähne nach hinten): „Weil du eine von uns bist.“
Nora (weiß ganz genau, welche Szene er meint, nämlich den ersten Weihnachtstag, den sie im Halloweenzirkus verbringt. Sie lächelt und denkt nun über ihre Antwort nach. Nach einiger Zeit antwortet sie): „Ich werde also nie wieder ein normaler Mensch sein.“
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und seine Hauptcharaktere antworten. Leise flüstere ich den beiden, bevor sie wieder ins Buch zurückkehren, und dem Buch noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«
Es hat mir großen Spaß gemacht, liebe Claudia. Danke, dass ich dabei sein durfte und du dir die Zeit genommen hast - für meine Charaktere, für mein Buch und natürlich auch für mich.
Mögen dich die Zeilen, die du im Halloweenzirkus lesen wirst, immer daran erinnern, dass Träume wichtig sind.
Namaste, Stephanie

Dienstag, 3. März 2026

[Autoreninterview] Stephanie Kaiser


Autoreninterview
Stephanie Kaiser


Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Sehr gern. Ich bin Stephanie, 35 Jahre jung und trage schon seit meiner Jugend riesengroßes Fernweh in mir. Deswegen bin ich damals auch schon mit 16 ans andere Ende Deutschlands gezogen, habe dort meine Lehre gemacht und bin danach nie länger irgendwo geblieben. Mit 21 Jahren bin ich dann per One-Way-Ticket nach Australien geflogen - und das war der Startschuss fürs Reisen. Seit über 2 Jahren lebe ich jetzt in meinem umgebauten Van und tingel durch die Welt. Bisher war ich in 23 Ländern auf 4 Kontinenten - mal mit dem Flieger, als Backpacker, als Urlauber und seither mit dem Auto.
Ich liebe es, mich kreativ auszuleben. Ich male, häkle, schreibe und lese gern und probiere gern Neues aus. Und ich möchte immer alles über das jeweilige Land wissen, in dem ich mich befinde - deswegen unterhalte ich mich gern mit Einheimischen.
Ich glaube, ich bin einfach nur ein kleiner Hippie, der der in der Welt zu Hause ist und das Leben nicht so ernst nimmt. Auf Reisen wird man mit der Zeit irgendwie entspannt. Wahrscheinlich kann ich gerade deswegen hier draußen meine Bücher schreiben.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Meine erste Buchidee habe ich damals mit 12 Jahren auf einer alten Schreibmaschine eingetippt. Aber so richtig habe ich erst auf Reisen gemerkt, wie gerne ich Geschichten schreibe - über Abenteuer, das Fantastische, über Freundschaft und Liebe. Über all das, was mir auch in der Welt begegnet.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Am 30.9.2025 hat „Der Halloweenzirkus - Esmeraldas Fluch“ das Licht der Bücherwelt erblickt. ( In diesem Jahr erscheinen auch Band 1 meiner Buchreihe „Der Schiffszirkus“, sowie „Der Halloweenzirkus“ ( Band 2) )
„Der Halloweenzirkus - Esmeraldas Fluch“:
Geister, Vampire, Werwölfe und Hexen – Übernatürliches gibt es für Nora und ihren besten Freund Mo nur in Büchern, ebenso wie Unglückboten. Doch die Bewohner Darkmoores sind da anderer Meinung: In Darkmoore hat der Aberglaube Einzug gehalten, dass man vom Unglück verfolgt wird, wenn man eine Krähe erspäht, Spiegel zerbricht oder unter Leitern hindurchgeht – und nachts sollte man erst recht nicht rausgehen, schon gar nicht an Halloween! Ein Grund mehr für Mo, in dieser Nacht doch endlich mal den sagenumwogenen „Halloweenzirkus“ zu besuchen, wo sich nur die ganz Mutigen hin trauen. Nora hat darauf gar keine Lust, lässt sich aber schließlich überreden und muss schon bald feststellen, dass übernatürliche Wesen und ängstliche Bewohner ihr kleinstes Problem sind. Über dem Zirkus liegt nämlich ein Fluch – und Nora ist nun ein Teil davon. 🎃✨
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Tatsächlich arbeite ich sogar an vier weiteren Werken. Drei davon sind ebenfalls im Bereich Urban Fantasy angesiedelt. Das vierte ist eine Dystopie.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ganz klar: mit meinem Board aufs Meer rausfahren, das Wellenrauschen genießen und Vitamin D tanken.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Au ja! Nicht selten kommt es sogar vor, dass ich die Bücher meiner Lieblingsautoren immer und immer wieder lese.
Dazu gehören: J.K. Rowling - Harry Potter
Marisha Pessl - Niemalswelt
Alix E. Harrow - Starling House
Sowie auch Tina Köpke - Hunting Souls
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
So gern. 😊 Stellt euch einen ausgebauten Van vor, in dem sich eine kleine Küchenzeile, ein kleines Bad und ein gemütlicher Schlafplatz in der Größe 1.70 x 1.60 m befinden. Mit ganz viel Stauraum für Geschirr, Klamotten, Putzzeug, Lebensmittel und Werkzeug. Alles ist in einem hellen Vintage-Stil gehalten. Inklusive Tagesdecke und Klappschrank. Und Deko und Pflanzen gibt’s natürlich auch.
Und auf diesem Bett sitze ich immer, mit dem Laptop auf dem Schoß und zumeist auch wunderschöner Aussicht - aufs Meer, auf Wälder, auf Felder.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Einen normalen Tag habe ich nie. Jeder Tag ist anders. Je nachdem, wo ich stehe und welche Witterungsbedingungen vorherrschen, beginnt jeder Tag auf andere Weise. Aber meistens läuft der Tag so ab: erstmal gibt’s Frühstück und eine Serienfolge, der Serie, die ich gerade schaue. Im Anschluss daran ( je nach Stellplatz, Wetterlage oder Internetempfang) heißt es dann entweder: Abwasch erledigen, Einkaufen gehen oder Wäsche waschen. Oder einfach ins Meer hüpfen. Oder Buch schreiben. Manchmal bin ich auch längere Tage an einem Ort und kann mir die Stadt oder Landschaft ansehen.
Manchmal gibt es auch viele Regentage in folge, die ich einfach nur im Van verbringe, an anderen Tagen bin ich nur unterwegs.
Was so schön klingt, ist aber auch oft mit Sorgen, Ängsten und dem Ungewissen verknüpft. Wartet hinter der nächsten Ecke das nächste große Erlebnis oder fährt man sich fest und ist auf Hilfe angewiesen? Im Prinzip ist jeder Tag ein einziges Abenteuer. Man weiß nie, was kommt. - Und ich liebs!
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben, liebe ich Urban Fantasy. Aber beim Lesen darf sich gerne auch das eine oder andere Häppchen Romance, Psycho, Mystery oder New Adult mit einschleichen.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich ein Zitat ist : „Es ist immer besser, zu wissen, als sich zu fragen.“ - Aber danach lebe und handle ich. Einfach, weil ich glaube, dass sich hinter unseren Ängsten so viel mehr verbirgt - zum Beispiel das Leben. Deswegen springe ich auch wagemutig über Klippen oder aus 4000 m Höhe aus Flugzeugen. Oder buche One-Way-Tickets ans andere Ende der Welt. Ich möchte mich in 40 Jahren nicht fragen, was gewesen wäre, wenn ich nur den Mut gehabt hätte, irgendetwas zu wagen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich habe viele Lieblingsländer. Allen voran Australien, Irland und Spanien. Egal, in welchen Ländern ich bisher war, sind mir wundervolle Menschen begegnet oder Abenteuer passiert. Aber am meisten sind mir die Gastfreundlichkeit in Australien, die grünen Weiten in Irland und die Leichtigkeit in Spanien im Herzen geblieben.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Interessante Frage 😊 Durch meinen Lebensstil war ich schon oft Kritik ausgesetzt. Ich würde sagen: konstruktive Kritik nehme ich gern auf. Auch Kritik zu meinen Büchern stehe ich absolut offen gegenüber, damit ich lernen kann, wo noch Potenzial für Verbesserung ist.
Am Ende kommt es auch auf mein Gegenüber an - was ist das Thema? Worum geht’s? Ist die Kritik gerechtfertigt oder nur eine Meinung?
Warum hast du dich entschieden zu einem Verlag zu gehen und nicht Selfpublisher zu werden?
Ich hatte von Anfang an den Wunsch, in einem Verlag unterzukommen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Ich hoffe sehr, dass alle Leser des Halloweenzirkus finden, was sie nicht erwartet haben, und sich im Zelt meiner Fantasie wohlfühlen werden.

[Buchvorstellung einmal anders] Unerreichbar vertraut - Roundabout Love 3 von Nadine Schwager

 



Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Hector, Abril, Henry und Blake aus „Unerreichbar vertraut“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Hector: Sehr gern. Danke, dass du uns eingeladen hast.
Abril: Auch wenn's nicht mal um uns geht.
Blake: Ich weiß sowieso nicht, was ich hier soll.
Henry: Wir wollen für Dad und Daddy auch mal was Nettes machen.
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Henry: Wir sind die Kinder von Seth und Jesse Parker. Ihre und unsere Geschichte könnt ihr in „Unerreichbar vertraut“ lesen. Ich kenne sie am längsten, ich bin am Tag nach meiner Geburt zu ihnen gekommen als ihr erstes Adoptivkind.
Blake: *stöhnt *
Abril: *mit einem Augenrollen* Der da ist Blake. Er ist eins von den Pflegekindern, die unsere Väter aufgenommen haben. Das andere ist Carly, aber sie ist noch ein Baby, sie durften wir nicht mitbringen. Dafür ist Blake der älteste Teenie im Haus.
Hector: Abril und ich sind Zwillinge, ich bin der Ältere. Und obwohl Henry am längsten bei unseren Vätern ist, ist er der jüngste Teenie. Er ist vierzehn, Abril und ich sind fünfzehn, Blake ist sechzehn.
Blake: Ich weiß echt nicht, was ich hier soll. Ich will nicht mal bei euren Alten sein.
Abril: Krieg dich ein.
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Teenies tauschen Blicke.
Blake: Kurz zusammengefasst: Die Alten knutschen, die anderen nerven und ich will bloß weg. Das Baby ist der einzige Mensch in diesem Haus, den man ertragen kann.
Abril: Diese zwei Sätze gelten nicht, weil sie überhaupt nicht stimmen.
Henry: Aber Dad und Daddy knutschen wirklich oft.
Abril: Das war aber auch das einzig Richtige.
Hector *entnervt *: Lasst mich das machen, okay? Also, im Buch geht es um unser Zusammenleben als Familie, das Zusammenwachsen mit den Pflegekindern und …
Abril: Und um das, was passiert, wenn Dad Seth eins seiner Pflegekinder wieder abgeben muss.
Henry: Da geht’s ihm nämlich gar nicht gut.
Wie geht ihr damit um, wenn eure Väter in so manche schwierige Situation gestoßen werden?
Henry: Die Frage ist ja eher, wie sie damit umgehen.
Abril: *nickt bedeutungsschwer* Und das können unsere Väter echt gut. Dad Seth war ganz lange Sanitäter und kann mit stressigen Situationen total gelassen umgehen. Und Daddy Jesse hat immer eine Lösung. Sie arbeiten beide hart und es ist ihnen wichtig, alles richtig zu machen. Ich glaube, deshalb kommen auch so viele Pflegekinder zu uns. Weil die bei der Fürsorge wissen, dass sie bei unseren Vätern gut aufgehoben sind.
Hector: *sieht Blakes genervten Blick * Das kannst nicht mal du leugnen, Blake.
Blake: *widerwillig seufzend * Nee, kann ich nicht. Auch wenn die Alten mich ultra abnerven. Die mit ihrer Weichspül-Erziehung.
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Henry: Ich mag die Stelle, wo uns Onkel James und Onkel Louis besuchen kommen. Und Mark mit uns zockt.
Abril: Meine Lieblingsstelle ist die auf dem Konzert mit Dad Seth.
Hector: *überlegt lange* Und meine die, bei der Abril die Bolognesesoße über jemandes Kopf kippt. Der hatte es echt verdient.
Blake: *verbirgt ein Schmunzeln* Absolut. Ich mag gar nichts an dem Buch.
Böse Blicke der anderen.
Blake: Okay, okay. Ich fand's ganz nett, als ich Carly mal halten durfte. Und … und als Seth mir Fahren beibringt. Und … und das ganz am Ende.
Geschwister nicken zufrieden.
Henry: Es passiert echt 'ne Menge in dem Buch. Auch 'ne Menge gutes Zeug.
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Abril: Na ja, unser Zwillingsdasein haben wir sicherlich den Kindern der Autorin zu verdanken. Zwillinge sind halt einfach cool.
Hector: Und unsere Väter führen eine ganz ähnliche Ehe wie sie: Zwei Menschen, die sich immer unterstützen und bedingungslos lieben.
Blake: Das Kinder-Haushalts-Chaos kennt sie bestimmt aus ihrem eigenen Leben.
Henry: Und das Gefühl, alles für die eigenen Kinder tun zu wollen. Sie in Sicherheit wissen zu wollen. Sie beschützen zu wollen.
Dieses Buch ist der letzte Band der Unerreichbar-Reihe. Wie würdet ihr die Gefühle eurer Autorin dazu beschreiben?
Henry: Sie ist echt traurig. Seth ist ihr ans Herz gewachsen.
Blake: Er war ihr erster queerer Protagonist. Den vergisst man nicht so schnell. Mit ihm hat das alles angefangen.
Hector: Mann, du taust ja auf einmal auf. - Aber Blake hat recht. Seth und Jesse sind einfach was Besonderes für sie. Vor allem, weil das alles so nie geplant war.
Abril: *verschwörerisch* Okay, ich plaudere aus dem Nähkästchen! Eigentlich war der Plan in Band 1, dass Dad Seth mit James zusammenkommt. Aber er wollte nicht. Er hat sich geweigert, bis sie ihm das Ende mit Jesse gegeben hat. Nur deshalb gibt es uns überhaupt.
Henry: Zum Glück.
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Abril: Im Entwurf hieß der Teil noch „Vaterfreuden“.
Hector: Aber inzwischen hießen die anderen Teile dann schon Unerreichbar nah und Unerreichbar fern. Da musste irgendwas Passendes gefunden werden.
Blake: Und Unerreichbar vertraut passte einfach gut. Erst sind die Alten sich nah, dann fern und am Ende eben vertraut.
Henry: Ich mag den Titel total.
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Blake: *schulterzuckend* Ist okay.
Abril: *teilt einen Rippenstoß aus* Es ist toll! Wir lieben es! Wir wollten genau das.
Hector: Ja, man sieht in der ganzen Reihe eine Entwicklung auf den Covern. Auf diesem stehen unsere Väter nahe beieinander, so wie sie es auch im echten Leben immer machen.
Henry: Sie geben einander Halt, stehen einander bei. Das haben sie uns auch beigebracht.
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Henry: Auf jeden Fall dieses:
„Man kann andere erst mit Respekt behandeln, wenn man selbst mit Respekt behandelt wird, James. Und wenn man sechzehn Jahre ohne Respekt vor den eigenen Grenzen oder auch nur der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Bedürfnissen verbringen musste, dann ist es ein langer Prozess, bis man seine Ansichten über die Welt ändern kann.“
Hector: Klar, dass du wieder mit so was Tiefgründigem kommst! Hier ich nehme das:
Damit zog er Jesse rücklings in seine Arme, um seinen Hals zu küssen. Der kicherte entzückt und vergaß seine Tätigkeit sofort, um sich an Seth zu kuscheln und mit ihm in den dunkelblauen Abendhimmel zu blicken.
„Allein dafür hat es sich schon gelohnt. Für diesen einen Moment“, stellte Jesse zufrieden fest und Seth konnte ihm nur zustimmen.
Blake: Die turteln sowieso viel zu oft. Ich fand das hier ganz gut:
„Das ist …?!“ Sprachlos brach Blake ab. „Aber ich hab dich beklaut!“
„Es ging maximal um ein paar Dollar.“ Seth machte eine wegwischende Geste. „Man sollte aus einer Mücke keinen Elefanten machen.“
„Aber … aber …“ Wenn nichts bisher Blakes Welt auf den Kopf hatte stellen können, die Tatsache, dass Seth sein Rückgeld nicht einforderte, schien das zu tun.
Abril: Tja, das ist schwer zu toppen. Aber ich entscheide mich dafür. Da spricht Dad Seth gerade mit mir:
„Das sieht man auf den ersten Blick, mein Schatz, auch ohne die schwarze Klamotte“, versicherte Seth ihr lächelnd. „Denn du bist selbstbewusst und taff und klug. Und das sieht man bei jedem deiner Schritte und in jeder Sekunde, die du im selben Raum verbringst.“
Danke für das Gespräch.
Blake: Schon okay. Hat doch irgendwie Spaß gemacht.
Teenies grinsen einander an.
Abril: Stimmt, das hat es. Danke in unser aller Namen.

Montag, 2. März 2026

[Schnipseltime] Und in mir die Nacht von Saskia Diepold


 

Kapitel 1 – Nuray

Sein elendiges Gejammere klingelte unangenehm in meinen Ohren, doch trotz meines strafenden Blickes wollte der Vorsteher von Onyr einfach nicht damit aufhören.

„… und die Ernte aus Garantur reicht schon lange nicht mehr. Wenn wir nur eigene Felder anlegen könnten, dann -“

„Habe ich mich beim letzten Mal missverständlich ausgedrückt?“, fragte ich betont leise und endlich presste er die Lippen aufeinander und verstummte. Nicht so jedoch sein nichtsnutziger Sohn, der ihn begleitet und bisher schweigend neben ihm gestanden hatte.

„Aber Fürst Nuray, Ihr könnt nicht -“

Noch während ich eine Braue nach oben zog, ob dieser Unverfrorenheit, presste der Alte seinem Sohn hektisch eine Hand auf den Mund. „Bitte verzeiht, mein Fürst, er ist noch jung, er weiß nicht -“

Doch dieser schüttelte die Hand seines Vaters ab. „Ich weiß genug, dass -“

Ich erhob nicht einmal meine Stimme, als ich mich an den Ortsvorsteher wandte. „Bring ihn zum Schweigen, bevor ich es tue.“

Der Alte nickte hastig mit aufgerissenen Augen und seine schlaffen Wangen bebten, dennoch riss der törichte Junge sich wieder los und wagte es sogar, ein paar Schritte auf mich zuzukommen.

Die Wachen reagierten umgehend, zogen fließend ihre Waffen und sprangen vor, doch nach einem Wink von mir hielten sie sich zurück, durchbohrten ihn nicht mit ihren Klingen, sondern richteten diese nur warnend auf seine Kehle.

Als ich mich erhob, war die Stille im Thronsaal zum Zerreißen gespannt. Die Schatten flossen wie von selbst zu mir, kräuselten sich um meine Hände.

Der Alte fiel wimmernd auf die Knie, presste seine Stirn auf den Steinboden, wagte aber nicht, die Stimme erneut zu erheben.

Langsam waberten die Schatten zwischen den Wachen hindurch zu dem jungen Mann, dessen Augen sich nun in Panik weiteten. Ohne eine Miene zu verziehen, sah ich dabei zu, wie sich die dunkle Schlinge um seinen Hals legte und zuzog, als ich die Faust schloss. Die Farbe wich aus seinem Gesicht und seine Hände kratzten über seine Kehle, als sie vergeblich versuchten, die Enge um seinen Hals zu lösen.

„Wenn ich sage, dass du schweigen sollst“, erklärte ich ruhig, „dann wirst du schweigen. Hast du mich verstanden?“

Das Nicken war kaum erkennbar, doch seine Augen gaben mir eine eindeutige Antwort.

Seine Angst wirkte beinahe greifbar, aber vielleicht war das hier nötig, um diese leidigen Diskussionen über Lichtfelder in Onyr endlich zu beenden und ein längst überfälliges Exempel zu statuieren.

Ich dachte, sein Vater hätte das längst begriffen, doch offenbar schien eine regelmäßige Erinnerung nötig zu sein.

Langsam drückte ich fester zu, beobachtete, wie er einem Fisch gleich nach Luft schnappte. Kleine Äderchen platzten und färbten das Weiß seiner Augäpfel rot.

Der Vorsteher rutschte nun doch mit tränennassem Gesicht näher. „Bitte, lasst Gnade walten, mein Fürst. Ich flehe Euch an!“

Ich antwortete nicht, wartete stattdessen, bis die Schatten dem jungen Mann endgültig die Luft abschnürten und seine Lippen sich blau färbten, dann erst zog ich die Schwaden zurück. Als er an Ort und Stelle zusammensackte und rasselnd um Atem rang, traten auch meine Wachen wieder an ihre angestammten Plätze und ließen den Vorsteher durch zu seinem Sohn.

„Lasst euch das eine Lehre sein. Und jetzt verschwindet.“

„Natürlich, Herr. Habt Dank, Fürst Nuray. Vielen Dank, dass ihr sein Leben verschont habt!“, stammelte der Alte, doch ich wandte mich bereits von ihm ab. In meinem Rücken hörte ich die hektischen Schritte der zwei Männer und lauschte auf das klägliche Wimmern und Husten des jüngeren, bis die Türen hinter den beiden ins Schloss fielen.

Hoffentlich hielt die Abschreckung für eine Weile an und mir weitere Bittstellende vom Hals.

 

 

 

 

[Buchvorstellung einmal anders] Und in mir die Nacht von Saskia Diepold


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Enera, Evrin und Miroy aus „Und in mir die Nacht“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen. 

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Evrin: „Natürlich, sehr gerne.“
Miroy stimmt ihm nickend zu.
Enera: „Klar! Was willst du wissen?“
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Enera: „Ich bin Enera, das ist mein Bruder Evrin. Wir stammen aus Estya, das liegt nahe der Silberberge im Osten von Uscar.“
Evrin nickt: „Ich bin Heilmagier und arbeite gemeinsam mit Miroy im Sanatorium.“
Enera seufzt. „Tja, und wenn man keinen magischen Odem hat, so wie ich, dann schlägt man andere Karrierewege ein. Ich bin ausgebildete Schwertkämpferin.“
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
Enera: „Rettung meines Bruders und Sieg der Gerechtigkeit natürlich.“
Evrin seufzt: „Die Erkenntnis, dass es mehr als nur die zwei Kategorien gut und böse gibt.“
Miroy: „Mh, Freunde halten zusammen?!“
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
Miroy: „Ich fand immer, dass sie niemanden nur zum Spaß hat leiden lassen.“
Enera zähneknirschend: „Ja, meistens war der ganze Mist, der passiert ist, nur eine logische Konsequenz.“
Evrin grummelnd: „Wohl wahr, wenn du einfach von Anfang an auf mich gehört hättest, Enera, aber ach … jetzt ist es eh zu spät.“
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Enera stolz: „Definitiv das Ende!“
Miroy: „Ähm naja, ich weiß nicht so recht …“ (wirkt nachdenklich)
Evrin: „Mh, ich glaube, mir hat es in der Bibliothek gefallen oder die Abende in der Gesindeküche.“
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Evrin: „Vermutlich so einiges, auch wenn sie es manchmal gut versteckt. Ich finde ihre spontane Begeisterungsfähigkeit hat sie auf jeden Fall an Enera weitergegeben.“
Miroy kichert. „Und ihren Wunsch in allem und jedem auch etwas Gutes zu sehen, steckt dann wohl in dir Evrin.“
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
Evrin: „Emotional. Kreativ.“
Miroy: „Empathisch auf jeden Fall.“
Enera: „Auch zielstrebig. Manchmal geht sie Umwege, aber sie verliert ihr Ziel nicht aus den Augen und beißt sich hartnäckig fest.“
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Enera kratzt sich am Kopf. „Ich glaube der Titel stand schon relativ lange fest. Saskia hatte immer Angst, dass jemand den Titel „klaut“ bevor das Buch veröffentlicht wird. Aber schlussendlich ist alles gut gegangen.“
Evrin: „Der Titel kommt als Satz auf jeden Fall auch einmal so im Buch vor. Aber wo, das müsst ihr schon selbst lesen.“
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Alle nicken begeistert. „Es ist genauso, wie wir es uns gewünscht hätten. Endlich das Licht am Horizont. Darauf warten wir doch alle!“
Was ist euer Lieblingszitat aus dem Buch?
„Nicht einmal du besitzt genug Odem, um ein schwarzes Herz zu heilen.“
Danke für das Gespräch
Evrin: „Sehr gern! Vielleicht lesen wir uns ja wieder?“
Enera: „Würde uns freuen!“

Sonntag, 1. März 2026

[Schnipseltime] Nebelflucht - Zwischen den Welten von Angela Bettina Schreiber


 

Luca stand locker neben dem Billardtisch, das Gewicht auf ein Bein verlagert, eine Hand in der Hosentasche, während er sich leicht zu Basti drehte. Basti hielt bereits einen Queue in der Hand und drehte ihn zwischen den Fingern, während sie auf Nerio warteten und dabei ins Gespräch vertieft waren. Luca neigte den Kopf leicht zur Seite, um Basti besser zuhören zu können.

Das warme Licht des Clubs ließ seine markanten Gesichtszüge noch intensiver wirken. Eine einzelne dunkelbraune Strähne löste sich aus seinem akkurat gestylten Haar, fiel ihm über die dunklen Augen, als er den Kopf ein Stück weiter senkte. Das eine Ohr Basti zugewandt, die Lippen leicht geöffnet, als würde er sich das Gesagte noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Dann – dieses kurze, kaum merkliche Zucken seiner Mundwinkel, das sich in ein echtes, offenes Grinsen verwandelte. Und dann lachte er. Tief, warm, echt. Ein Lachen, das durch den Lärm des Clubs drang. Ohne Eile strich er sich mit einer fast beiläufigen Bewegung die Strähne aus dem Gesicht.

Seine dunklen Wimpern senkten sich für einen Moment, als würde er etwas Unergründliches in Gedanken nachspüren. Langsam, fast provozierend, hob er den Blick wieder. Erst ein kaum merkliches Zucken seiner Lider, dann ein geschmeidiger, kontrollierter Augenaufschlag, der sich wie in Zeitlupe entfaltete.

Sein Blick glitt nach oben, tief und direkt, und etwas in Nerio geriet ins Wanken. Für einen Moment vergaß er zu atmen, die Welt schien stillzustehen. Die Musik, das Stimmengewirr, selbst Basti – alles rückte in den Hintergrund. Nur dieser Blick existierte. Direkt auf Nerio gerichtet, mit einer Intensität, die ihn unvermittelt aus dem Konzept brachte. Es fühlte sich an, als wäre er gemeint, als gehöre dieser Moment nur ihm. Hitze stieg ihm ins Gesicht. Seine Finger umklammerten das Glas fester.

Hoffentlich bemerkt er es nicht! Die Stimme in seinem Kopf kam so plötzlich, dass er unwillkürlich blinzelte. Sie klang fremd, fast so, als würde sie nicht zu ihm gehören. Nerio war nicht der Typ, der bei so etwas nervös wurde. Er war locker, selbstsicher, cool. Immer! Doch jetzt? Seine Gedanken stolperten über sich selbst, sein Körper fühlte sich ungewohnt schwer an und sein Gesicht zu heiß. Er kannte das nicht. Das war nicht er. Hastig hob er das Glas, als hätte er es genau in diesem Moment geplant.

„Wir wollten doch anstoßen?“, rief er. Seine Stimme einen Hauch zu hoch, ein kaum merkliches Zittern darin. Basti drehte sich grinsend zu ihm um, schnappte sich zwei Gläser und reichte eines Luca.

„Auf unser Wiedersehen! Und darauf, dass wir uns nie wieder so lange aus den Augen verlieren!“

Die Gläser klirrten. Nerio nahm einen tiefen Schluck. Der Alkohol brannte wohltuend in seiner Kehle, zog wie eine warme Schicht über seine aufgewühlten Gedanken. Blödsinn. Es war doch nur ein Blick.

Der Raum war von der Musik und den Gesprächen der anderen erfüllt, doch Nerio war voll und ganz auf das Billardspiel konzentriert. Der Queue in seinen Händen fühlte sich vertraut an, als er sich über den Tisch beugte, um einen präzisen Stoß zu machen. Die Kugel rollte ruhig in Richtung des Lochs. Zufrieden mit sich richtete er sich wieder auf und erwischte Luca, wie er ihn genau beobachtete. Für einen Moment blieb er wie erstarrt. Luca, mit seinem schüchternen Lächeln, das Nerio heute auf unerklärliche Weise ablenkte.