Dienstag, 22. September 2026

[Autoreninterview] N. P. Sterling



Autoreninterview
N. P. Sterling

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Mein bürgerlicher Name ist Nicole Plaimer, ich bin 25 Jahre alt, ich wohne in Wien, bin verheiratet und zweifache Katzen-Mama.
Neben dem Schreiben ist die Musik eines meiner größten Hobbys. Seit 3 Jahren nehme ich regelmäßig Geigenunterricht. Das ist aber nur für mich, wenn ich vor Leuten musiziere, bin ich aufgeregt.
Mit den Büchern ist das anders. Ich liebe es vor Menschen vorzulesen, von meinen Geschichten zu erzählen und mit Leuten in Kontakt zu treten. Das merkt man auch auf meinem Instagram Account. Am Anfang war es schwierig, aber mittlerweile macht es mir viel Spaß neue Reels zu drehen und über alles mögliche rund um mich bzw. meine Bücher zu reden.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe bereits in meiner Kindheit Kurzgeschichten geschrieben. Bereits im Kindergartenalter konnte ich lesen und schreiben. Es hat mich schlichtweg interessiert. Ich kann mich erinnern, dass wir Schablonen hatten, mit denen die Kinder Bilder malen konnten. Ich habe eine einzige Schablone benutzt und dann eine Geschichte dazu geschrieben, während die anderen Kinder gebastelt haben. ˆˆ
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
„Gefunden, Vergessen, Gewonnen“ ist ein Familiendrama, welches sich rund um den Lehrer Alexander Sommer dreht. Er ist sehr unzufrieden mit seinem Leben, hängt seiner längst verflossenen Liebe nach und bemüht sich nicht das vor seinen Schülern zu verbergen. Als er ein finsteres Familiengeheimnis aufdeckt, ändert sich vieles für ihn.
„Ohne Musik wär alles nichts – Band I“ erzählt aus dem Leben des 25-jährigen Komponisten Wolfgang Amadé Mozart. Thematisiert wird die Zeit zwischen 1781 und 1783. Jene Jahre, in denen er sich von seiner Salzburger Familie abgekapselt und nach Wien übersiedelt ist. Wolfgang findet seine Traumfrau Constanze Weber und heiratet aus Liebe. Band I beschäftigt sich mit den reichsten Jahren seines Lebens.
„Ohne Musik wär alles nichts – Band II“ setzt direkt nach Band I fort. Die Geschichte erzählt von 1784 bis ins Jahr 1791, in welchem Mozart stirbt. Mozart entwickelt sich vom jungen Wirbelwind hin zum sechsfachen Vater, geschätzten Pianisten sowie Komponisten und Familienmensch. Der zunehmende Druck als freischaffender Künstler genug Geld zu verdienen, stürzt ihn in Alkohol- und Spielsucht. Am Ende seines Lebens blickt er mit einem Augenzwinkern zurück – denn, Mozart hat gelacht, geweint, geliebt, gelebt und das stets mit Musik im Herzen.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, ich arbeite aktuell an zwei neuen Werken. Zu diesen möchte ich allerdings noch nichts sagen.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Geige spielen und schreiben. Das sind meine größten Leidenschaften.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Andy Long ist ein befreundeter Autor. Seit 14 Jahren schreibt er Bücher und ist im Business vertreten. Mit ihm halte ich einige Lesungen in Wien ab. Wir beratschlagen uns gegenseitig. Ich bin froh jemanden mit Erfahrung an meiner Seite zu haben.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Am liebsten schreibe ich am Tablet. Ich habe mir eines mit guter Laufleistung gegönnt und eine Tastatur dazu. Das ist mein absolutes Traumwerkzeug zum Schreiben.
Wenn ich eine Schreibblockade habe, dann greife ich allerdings auf Notizbücher und Füllfeder zurück.
Wenn ich unterwegs bin, dann habe ich kein Problem damit auch am Handy zu schreiben. Besonders in der Straßenbahn bietet sich das an. Damit nutze ich die 20 Minuten in die Arbeit mit Produktivität.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Mein normaler Tag ist nichts besonderes. ˆˆ Ich bin für 38,5 Stunden bei einem namhaften Eisenbahnverkehrsunternehmen angestellt. Dort verbringe ich also zwischen 8 und 10 Stunden am Tag, damit ich am Freitag Mittag den Laptop abdrehen kann. Danach komme ich nach Hause und begrüße (füttere) meine Stubentiger Schnurrbert und Mauzelot. Die beiden leben seit ca. 1 Jahr bei uns. Meistens gehe ich im Anschluss Hausarbeit nach und dann kommt die Quality-Time. Ein bisschen Geige spielen (wenn es nicht schon zu spät dafür ist. Ich bemühe mich ab 20 Uhr in der Wohnung nicht mehr zu musizieren) und schreiben.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Lesen ist für mich ein schwieriges Thema. Ich pflege auf diese Frage zu antworten: „Ich lese nur das, was ich selbst schreibe.“ Das bedeutet, wenn ich etwas lese, dann ist es meistens Korrekturlesen meiner eignen Bücher bzw. Texte. Lesen an sich hat mir nie Spaß gemacht. Heute lese ich Bücher von Autoren, die ich persönlich kenne.
Beim Schreiben gibt es eine ganz klare Antwort: Historische Romane. Ich habe das Familiendrama beendet und mir gedacht „Nö, das ist nicht ganz so meins.“ Beim Mozart wusste ich: „Ja, mehr davon!“ Es bereitet mir Freude zu Recherchieren, vergangene Zeiten zu verstehen, Parallelen in die Gegenwart zu entdecken und nachvollziehbar hineinzuinterpretieren, was nicht dokumentiert ist. So viel kann ich sagen: Die beiden weiteren Projekte sind historische Romane.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Ufff… Zitate sind schwierig für mich. An sich beschäftige ich mich viel damit, was Menschen gesagt haben und ich zitiere ihre Briefe in meinen Büchern. Aber ein Zitat, das ich wie einen Kalenderspruch über mein Leben hängen würde, diesem Gedanken kann ich nichts abhaben. Vielleicht sowas wie „Leben und leben lassen“ kommt am ehesten an mich heran.
Der Titel meines Buches ist ein Zitat Mozarts. „Ohne Musik wär alles nichts“, das passt gut zu mir. Man stelle sich Unterhaltung ohne Musik vor. Ein fades Unterfangen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Österreich: Ich fühle mich wohl, besonders in Wien. Ich liebe die Stadt, das Feeling, selbst die grantigen Leute, die gehören einfach dazu. ˆˆ Wenn ich im Ausland Urlaub mache, dann bin ich immer wieder froh, wenn ich in Wien am Flughafen aussteige und denke mir „Mein Gott, hab‘ ich es schön daheim.“
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich würde mich als kritikfähig einstufen. Ich versuche Kritik so gut es geht umzusetzen. Das wende ich in allen Lebensbereichen an. Für Instagram habe ich mir ein Coaching gegönnt und alles, was ich dort gelernt habe, umgesetzt. Dort wurde besonders mein Feed unter die Lupe genommen, also eine sehr persönliche Angelegenheit.
Was meine Bücher betrifft nehme ich jedes Feedback an, sofern es mich weiterbringt. Eine Freundin hat mich darauf hingewiesen, dass ich am Ende des Buches Quellen für die Recherche angeben sollte. Das werde ich definitiv bei der nächsten Auflage umsetzen!
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Das hat finanzielle Gründe. Als Selfpublisher bekomme ich einen größeren Anteil an den verkauften Exemplaren. Natürlich ist es jetzt schwieriger die Menschen zu erreichen, die ich erreichen möchte, weil ich für die Vermarktung allein bin. Aber dafür kann ich mir alles frei einteilen. Ich habe keinen Verlag im Nacken, der mir Druck mit Verkaufszahlen, Lesungen oder sonstigem macht. Das ist mir neben meinem Hauptberuf sehr wichtig.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Interessiert euch für Geschichte. Schaut in die Vergangenheit zurück, zieht Lehren daraus und wiederholt sie nicht. Das meiste, was uns heutzutage beschäftigt, sind keine neuen Probleme. Vieles hat sich bereits in einer ähnlichen Form in der Geschichte abgespielt. Geschichte ist nur dann langweilig, wenn man sich auf Jahreszahlen konzentriert.

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