
Sie kippte seitlich zu Boden und schloss die Augen. Für einen Moment hoffte sie, in der Schwärze, die sie umgab, Ruhe zu finden. Für einen Augenblick zu vergessen, was ihr die Luft raubte. Dem zu entrinnen, was sie wimmernd auf dem Boden zwang. Doch gnadenlos drängten sich ihr die Bilder auf, zeigten ihr XXX zermalmten Leib.
Beltaine verdrängte das Bild. Es kehrt wieder.
Schärfer.
Klarer.
Sie versuchte aufzustehen, musste raus aus der Enge des
Zimmers, der Stadt. Doch ihre zitternden Beine trugen sie nicht. Sie knickte
ein und fiel auf den Rücken. Durch den Tränenschleier starrte sie an die Decke.
Ihre Brust hob und senkte sich hektisch. Zog sich zusammen. Sie bekam keine
Luft, Punkte schränkten ihre Sicht ein. Dunkelheit wuchs um sie herum. Sie
driftete ab, um sich für einen Atemzug in das selige Vergessen fallen zu
lassen. Um den Schmerz, der ihr Herz in Trümmer legte, zu verdrängen. Um einen
Moment frei zu sein. Doch es war die Wirklichkeit, die sie in den Sumpf aus
Qual, Trauer und Verzweiflung zog.
Und Hass.
Sie schob die Schwärze weg, setzte sich auf, stemmte sich
mit den Armen ab. Schwankte, als sie stand. Ihre Knie waren wachsweich. Um
nicht zu fallen, umschloss sie die Rückenlehne des Stuhles.
Sie war Beltaine Cormac! Die Königin der Morinalls. Trug
die Gabe des Urquells in sich. Sie hatte Erniedrigungen ertragen, das Mal der
Hure prangte ihr im Nacken. Es hatte sie wie jede Schmähung gestärkt. Wie
jetzt.
Die Erkenntnis löste etwas in Beltaine aus. Wie Laub vom
Baum fiel die Schwäche von ihr ab, stattdessen schoss heiße Glut durch ihre
Adern. Der eisige Griff schmolz darunter, wie Schnee im Sommer.
Niemand würde ihrer Familie je wieder Leid zufügen!
Die Zeit der Verhandlungen war vorbei.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Mit dem Abschicken des Kommentars bin ich mit den Datenschutzrichtlinien des Blogs einverstanden.