Sonntag, 21. Dezember 2025

[Autoreninterview] Limara Heymdai


Autoreninterview
Limara Heymdai

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen? 
Mein Name ist Limara Heymdai, und ich bin seit meiner Jugend (die schon ein gutes Stück zurückliegt) leidenschaftliche Schriftstellerin. Seit einer Weile bin ich zudem ambitionierte Kapitänin auf dem Fantasy-Kreuzer MS 2044, mit dem ich meine Lesenden durch mein Geschichten-Universum fliege.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das Schreiben kam zu mir, bereits mit 8 Jahren. Meine Grundschullehrerin hat damals bei meinen Aufsätze stets gesagt, dass ich wegen meines Sprachgefühls bestimmt Schriftstellerin werden würde … ich hielt sie für verrückt, aber sie hat Recht behalten.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Ich schreibe ein sehr komplexe Fantasysaga, die über 20 Tage spielt und jedes Buch umfasst dabei einen Tag. Die ersten drei Bände sind aktuell erschienen. Insgesamt habe ich schon 12 Teile geschrieben und arbeite parallel zum Veröffentlichen an der Fertigstellung der letzten 8 Tage. Das ist ziemlich durchgeknallt, ich weiß, aber die Story ist einfach so spannend und ich bin eben damit beauftragt, sie in die Welt zu bringen.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ich schreibe an meiner Reihe, in der letzte Zeit habe ich viel am Showdown geschrieben und zudem einige Sidequels (also Plots von Charakteren, die nebst der Haupthandlung passieren, aber nicht in die Serie mit reinkomme) angefangen, weil da ziemlich viel Interessantes passiert, aber ich möchte 2044 ja auch fertig schreiben.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Schreiben. Oder draußen sein. Und irgendwie mein Leben als alleinerziehende Mama auf die Reihe bekommen ;)
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich bin ein Fan von Tad Williams und Jay Kristoff, aber auch von Kiana Davenport und Bernhard Hennen. Aktuell höre ich Pierce Brown und zum Teil die Bücher von meinen SP-Kolleginnen, die auch tolle Storys schreiben.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Meine Couch und alternativ mein Bett. Früher habe ich sogar in der U-Bahn geschrieben. Ideen entwickle ich fast immer und überall. Ein Teil meines Hirns ist permanent in meinem Crossgen Universe, denn es gibt rund um die 2044 Saga ja noch einen Haufen anderer Geschichten, z.B. von Charakteren, die in der Hauptserie eher Nebenfiguren sind. Die wollen alle noch erzählt werden.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Ich stehe morgens gegen halb sieben auf und bringe mein Kind zu Schule, wenn ich zurück bin, nutze ich die Vormittagsstunden zum Schreiben, allerdings nur, wenn die Zeit es hergibt. Ich bin freiberufliche Grafikdesignerin und dahingehend ist oft viel zu tun. Der späte Nachmittag ist dann für Hausaufgaben und Familie reserviert. Meist schreibe und redigiere ich dann noch etwas, wenn nach dem Schlafengehen wieder Ruhe eingekehrt ist. Das sind so die typischen Tage. Natürlich variiert das auch Mal gemäß den Dingen, die eben zu erledigen sind. Da ich meine Reihe selbst verlege, ist da auch immer viel zu tun: Messeplanung, Coverdesign, Buchsatz, die Verwaltung meines Onlineshops, Bestellungen, Marketing und vieles mehr ...
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Fantasy bzw Scifi (Dystopie) sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben in allen möglichen Farben und Varianten. Wiewohl ich auch gerne andere Dinge lese, doch zurzeit finde ich es wirklich schwierig, gute Geschichten bzw Autoren zu finden. Mit den Hypes kann ich oft nicht so viel anfangen.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
*Lach* Das ist ja eine der ungewöhnlichsten Fragen, die ich je gestellt bekommen habe. Was mein Leben angeht, so läuft es bei mir nach dem Credo: „Aufstehen, Krone richten, weitergehen!“ Hinsichtlich meiner Schreibarbeit ist es tatsächlich etwas schwieriger. Der Satz kommt zwar nicht in der Geschichte vor, aber er passt trotzdem zu der Art wie und was ich schreibe: „Ich kenne die Regeln und jetzt lernen die Regeln mich kennen.“
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich liebe die Erde an sich. Die Menschheit darauf finde ich aktuell etwas fragwürdig, tatsächlich finde ich aber Russland spannend, wegen seiner Größe und der vielen unberührte Natur, die es (noch) hat.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich selbst halte mich für kritikfähig. Ich schaue allerdings immer genau hin, ob die Kritik eines anderen aus dem Wohlwollen mir gegenüber kommt und wirklich den Ansatz verfolgt, etwas verbessern zu wollen, oder ob sie eigentlich nur als Ventil für eigene Unzufriedenheit hergekommen wird, und jemand einfach die Gelegenheit nutzt, sich auf meine Kosten auszukotzen, da ziehe ich mich dann schnell und vollständig raus. Zumal ja viele Leute auch mittlerweile nicht mehr zwischen einer „Geschmackssache“ und wirklicher „Fehlerhaftigkeit“ unterscheiden können. Das sieht man im Rezensionsbereich ja zuweilen ganz gut.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Als ich 2044 vor 20 Jahren angefangen habe, war mir bereits klar, dass ich als No-Name mit einer komplexen Fantasysaga mit Vibes wie bei Dune und Avatar bei einem Verlag vor verschlossenen Türen stehen würde, weil das Risiko für so ein Projekt einfach zu hoch ist. Und als ich 2023 den ersten Teil (2044 Kalte Gischt) dann in Eigenregie veröffentlicht habe, war die Lage am Buchmarkt ja noch extremer geworden. Mittlerweile diktiert Booktok einen Teil des Marktes, die Zeiten sind zudem ökonomisch und gesellschaftlich nicht ganz leicht, da mögen es die Menschen (laut Statistik) lieber leicht und flockig, was die Unterhaltung angeht, und die 2044 Serie geht ja eher unter die Haut und ist nichts für Zartbesaitete, die nach kuschliger Ablenkung suchen. Ich schreibe definitiv nicht für den Massenmarkt (kann und will ich nicht), und weil ich Dinge wie Coverdesign, Druckvorstufe usw und sogar die gesamte Administration meiner Webseite selbst machen kann, habe ich mich fürs Selfpublishing entschieden. Dazu habe ich einen Verlag gegründet und mache ganz regulär Auflagendruck, weil sich ein Distributor nicht für mich lohnt, außerdem habe ich dann immer die Bücher daheim, das ist auch etwas sehr schönes.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Deinen Lesenden kann ich das mit auf den Weg geben, was ich grundsätzlich allen Menschen gerne sage: „Lebt ein wildes Leben, streitet, liebt und lacht, wie es gerade passt, tanzt im Mondschein, brecht Bücher ab, wenn sie euch nerven, konsumiert weniger, geht barfuß und kopflos durch die Welt.“ Ich denke, wir sind alle viel zu angepasst an ein System, das nicht unser Wohlergehen im Sinn hat, und man sollte vieles darin nicht so ernst nehmen und kritisch prüfen oder hinterfragen ;)

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