Samstag, 28. Februar 2026

[Schnipseltime] Puls 1 - Ein CEO in New York - Riley und Maxwell von Maxine Morgan

 

Die Tür öffnet sich und eine weitere Person tritt ein. Ein Mann. Heilige Scheiße! Maxwell Kyle betritt die Sauna. Nackt, ebenfalls nur mit einem winzigen Handtuch für seinen Po bewaffnet. Er setzt sich zwei Stufen unter mich, genau bei der Tür. Sofort schießt mir wieder der Schweiß aus den Poren, doch dieses Mal ist es nicht wegen der Hitze. Oder vielleicht ist es Hitze, aber diesmal eine, die sich in meinem Inneren gebildet hat. Eine Mischung aus Scham und Erregung, denn – und das muss ich einfach zugeben – Maxwell Kyle hat einen verdammt heißen Körper. Athletisch, stark und verdammt heiß. Ob er mich gesehen hat? Hat er seinen Blick überhaupt durch den Raum schweifen lassen? Hat er sich absichtlich genau unter mich gesetzt? So leise wie möglich versuche ich, zu atmen, traue mich aber kaum, mich zu bewegen, weil ich auf gar keinen Fall will, dass er sich umdreht und direkt auf meine nackten Brüste starrt. Obwohl ich mich in meiner Haut im Allgemeinen wohl fühle, möchte ich es doch vermeiden, meinem neuen Boss splitterfasernackt zu begegnen, noch bevor wir unser erstes offizielles Meeting hatten. Ich werfe einen Blick auf die Uhr. Eigentlich sollte ich nur noch drei Minuten hier drin bleiben, aber das bedeutet, dass ich an ihm vorbeilaufen muss. Nackt. Das Handtuch wird kaum ausreichen, um meinen Po zu verdecken, also wie zum Teufel soll ich dann an Maxwell Kyle vorbeikommen? Mist, wieso muss das ausgerechnet mir passieren? An meinem zweiten Arbeitstag? Ein Mann auf der gegenüberliegenden Seite steht auf und verlässt die Sauna. Oh, wie gern würde ich auch den Raum verlassen. Der Schweißfilm, der sich auf meinem kompletten Körper gebildet hat, bringt meinen Kreislauf durcheinander. Oder ist es vielleicht doch der Anblick des perfekten Körpers des Mannes, der nur zwei Stufen unter mir sitzt? Ich kann nicht aufhören, ihn anzustarren. Ich betrachte seinen Rücken. Obwohl das Licht im Raum diffus ist und die hohe Luftfeuchtigkeit eine hundertprozentig klare Sicht verhindert, kann ich doch alles an Maxwell Kyle erkennen. Er streicht sich mit der Hand durch die blonden Haare und dehnt sein Kreuz. Die definierten Schultern und seine trainierten Oberarme passen perfekt zu seinem starken Rücken. Mein Blick wandert nach unten und als meine Sicht auf dem Beginn seines Hinterns liegt, spüre ich, wie mir die Röte ins Gesicht schießt. Ich schlucke schwer. Nein, ich kann meinem Boss nicht auf den blanken Arsch gaffen. So eine Frau bin ich nicht und will ich auch nicht sein. Wieso stelle ich mich denn so an? Es ist doch vollkommen normal, dass man in der Sauna nackt ist. Bestimmt sehen sich hier viele Kollegen ständig nackt und keiner macht so eine Szene wie ich. Es ist so unangenehm heiß in diesem Raum! Ein Keuchen entweicht mir und ich schlage mir die Hand vor den Mund. Ich muss den Raum verlassen. Jetzt sofort. Wenn ich auch nur eine Minute länger bleibe, werde ich ohnmächtig. Und bewusstlos und nackt vor meinem Boss in der Sauna zu liegen, ist eine Sache, die ich definitiv um jeden Preis vermeiden will. Mein Kreislauf protestiert. Ach komm schon! Ich nehme all meinen Mut zusammen, stehe auf und halte mir das winzige Handtuch vor den Intimbereich, während ich die zwei Stufen nach unten trete und husche dann, so schnell ich kann, an Maxwell Kyle vorbei und durch die Glastür hinaus in die Freiheit. »Heilige Scheiße!«, stoße ich hervor, als ich endlich wieder atmen kann. Langsam normalisiert sich mein Puls und ich dusche mich ab. Gerade schlinge ich das große Handtuch um meinen Körper, als ich eine sehr bekannte Stimme hinter mir höre. »Ms. Broome, Sie sind also auch eine begeisterte Saunagängerin?« Ich erstarre für einen Moment. Dann drehe ich mich um, weil ich unbedingt professionell bleiben will. Doch es verschlägt mir den Atem. Maxwell Kyle sieht von vorne ja noch viel besser aus als von hinten! Seine stechend grünen Augen funkeln, als er bemerkt, wie ich seinen Körper betrachte. Geschickt hält er sich das kleine Handtuch vor den Intimbereich, was bei ihm völlig lässig und ungezwungen aussieht. Sofort muss ich daran denken, wie unbeholfen ich eben an ihm vorbeigehuscht bin. »Mr. Ky…« Meine Stimme klingt hell und quietscht. Schnell räuspere ich mich und starte von Neuem. »Mr. Kyle, ich ähm … ich habe das heute zum ersten Mal gemacht.« »Ah, eine Saunajungfrau.« Er fährt sich mit der freien Hand durchs Haar und zwinkert mir zu. Irgendwie hat die Art, wie er es betont, etwas Anrüchiges an sich. »Wenn ich gewusst hätte, dass Sie hier sein würden, dann hätte ich den Spa-Bereich an einem anderen Tag getestet, um ehrlich zu sein.« »Dann dürfen Sie in Zukunft donnerstags nicht mehr herkommen. Wobei …«, er hält kurz inne, »… ich freue mich immer über schöne Gesellschaft.« Ich versuche, diesen Kommentar zu ignorieren. »Und? Wie fanden Sie es?« »Was genau?« »Na Ihren ersten Saunabesuch?« »Heiß.« Maxwell Kyle lacht. »Daran gewöhnt man sich schnell. Haben Sie sich schon abgeduscht? Sie sollten danach unbedingt kalt duschen. Oder …«, er zeigt auf ein kleines Becken hinter sich, »oder sie testen den Eiskübel. Aber das ist nur was für Fortgeschrittene.« Wieder zwinkert er mir zu und dann wirft er plötzlich sein kleines Handtuch in den dafür vorgesehenen Wäschekorb und läuft splitternackt an mir vorbei zu den Duschen. Ich kann nicht glauben, dass das gerade wirklich passiert!

 

 


[Buchvorstellung einmal anders] Puls - Ein CEO in New York - Riley und Maxwell von Maxine Morgan


 
Buchvorstellung einmal anders

Nach dem Autoreninterview drückt mir Maxine ihren Kindle in die Hand und verlässt einfach das Zimmer. Da mir das schon öfter passiert ist in letzter Zeit, erahne ich, was da kommen wird.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das Buch der Autorin „Puls – Ein CEO in New York“, um schon ein bisschen hineinzulesen. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Jetzt ist sie weg, dann interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben der Autorin am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Also, dann lege ich mal los. Doch da klettert jemand aus dem Buch und setzt sich zu uns.

Wer bist du denn? Willst du dich den Besuchern des Blogs vorstellen?
Hi, ich bin Riley Broome, selbstständige Prozessmanagerin und lebe in New York City, genauer gesagt in Brooklyn zusammen mit meiner Schwester Rhea.
Herzlich Willkommen, Riley. Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Sehr gern.
Hallo, danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Na, dafür haben wir doch gern Zeit.
Riley haben wir schon kennengelernt. Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Willst du nur meine heißen Seiten kennenlernen, oder die gesamte Story? 😉 Spaß, ich lass die nicht jugendfreien Szenen mal außen vor. Also ich bin eine Office-Romance in New York City und beherberge nicht nur die reizende und starke Riley, sondern auch den arroganten, wenn auch verdammt heißen Maxwell Kyle. Er ist CEO seiner eigenen Firma in Manhattan und zählt zu den erfolgreichsten Männern der Stadt. Er hat einen Jobauftrag für die selbstständige Riley, führt sie jedoch bei der Einstellung hinters Licht und offenbart ihr erst später, was ihre eigentliche Aufgabe ist. Riley findet das gar nicht gut und will nicht nach seiner Pfeife tanzen. Aber Maxwell ist es eben nicht gewohnt, dass ihm widersprochen wird und schon entfacht ein Streit zwischen den beiden. Das Problem ist nur, dass Maxwell von Riley ziemlich angetan ist und Riley die stechend grünen Augen ihres neuen Chefs auch nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Ach, und dann wäre da noch Maxwells schwierige Vergangenheit. Riley muss ganz schön kämpfen. Nicht nur mit ihm, sondern auch mit ihren eigenen Gefühlen.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da ihr ja auch viel mit der Autorin zusammenarbeiten müsst, könnt ihr uns vielleicht beantworten, ob es ihr leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Protagonist genau so?
Die schweren Situationen gehen der lieben Autorin ans Herz. Sie stockt dann manchmal, ließt sich selbst den Absatz laut vor, nur um ihn dann wieder zu löschen, neu zu tippen oder solange zu grübeln, bis sie zufrieden damit ist. Wohingegen sie bei den spicy Szenen oft ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen trägt.
Habt ihr eine Lieblingsstelle, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Oh, meine Lieblingsstelle ist die erste Saunabegegnung von Riley und Maxwell.
Und meine Lieblingsstelle ist die, in der Max mich im Aufzug versucht von sich zu stoßen und völlig außer sich ist und ich mich aber nicht abschütteln lasse. In diesem Moment habe ich das Gefühl, dass ich den Schlüssel zu seiner Seele finde.
Wisst ihr wie viel Maxine tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Der Schalk sitzt ihr im Nacken, soviel steht fest. Die Szenen, in denen Riley mit ihren Mädels rumhängt und Cocktails trinkt, sind nicht unbedingt komplett frei erfunden – mehr dürfen wir dazu nicht sagen 😉
Wie würdest du oder ihre Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller die Autorin beschreiben?
Riley: selbstbewusst und stark, aber entscheidet auch viel nach Gefühl
Maxwell: arrogant, aber nur nach außen hin. Er engagiert sich viel im sozialen Bereich und hat ein gutes Herz. Das zeigt er jedoch nicht jedem. Er lässt kaum jemanden an sich heran, weil er nicht verletzt werden will
Rhea: große Schwester von Riley, Beschützerinstinkt, kümmert sich lieber um andere, als um sich selbst
Kayla: Männer sind ihre Freizeitbeschäftigung – mehr gibt es dazu kaum zu sagen
Cody: Bester Freund und Geschäftspartner von Maxwell, großherzig und hilfsbereit
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du als Buch oder du als Hauptcharakter viel Mitspracherecht?
Die Autorin liebt das Wort „Puls“. Es kommt im Buch wirklich oft vor und da lag der Gedanke nahe, dass die Reihe Puls heißen soll – du weißt schon: diese Bücher werden deinen Puls beschleunigen 😉 Und da es im ersten Band um den CEO selbst geht, war der Titel schnell klar. In Band 2 geht es übrigens um den besten Freund des CEO und in Band 3 um seinen Bodyguard.
Seid ihr zu 100% zufrieden mit dem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Oh das Cover ist super. Die liebe Constanze, unsere Cover Designerin hat sich mal wieder selbst übertroffen. Der gute CEO hat einen ziemlichen Knackarsch, findest du nicht? 😉
Zum Abschluss würde mich noch jeweils euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Buch:
»Beeindruckt dich das?«
»Es wirft zumindest ein anderes Licht auf dich.«
»Inwiefern?« Neugierig hebt er eine Augenbraue.
»Nun, bis vor ein paar Stunden dachte ich, du seist einfach nur ein arrogantes Arschloch mit zu viel Geld auf dem Konto.«
»Autsch.«
Riley:
»Du kannst kommen, so oft du willst, Max. Ich habe heute nichts mehr vor.« Ich umschließe ihn noch fester. »Happy Birthday.«
Nun betritt die Autorin wieder das Zimmer und blickt mich ungläubig an. Scheinbar ist es selbst in Autorenkreisen nicht üblich, dass das Buch und ihr Protagonist antworten. Leise flüstere ich den beiden noch zu: »Danke für das Gespräch, es hat mir großen Spaß gemacht.«

Dann wende ich mich der Autorin zu. »Alle meine Fragen sind beantwortet, ich danke dir für den sehr interessanten Tag bei dir.«
Vielen Dank! 😊

[Autoreninterview] Maxine Morgan



Autoreninterview
Maxine Morgan

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Maxine Morgan, Autorin für spicy Romance und ich wohne im Süden Deutschlands. Ich bin Autorin aus Leidenschaft, Wortkünstlerin, Geschichtenliebhaberin, Kreativkopf mit einem niemals stillstehenden Karussell an Ideen für Liebesgeschichten.
Ich liebe die Liebe.
Und ich liebe sexy Geschichten mit heißen male Characters und starken Frauen.
Ich schreibe Geschichten von Frauen für Frauen. Ich füge ein bisschen Drama hinzu, etwas prickelnden Spice und ein atemberaubendes Setting und schon kannst du für ein paar Stunden in meine Geschichten abtauchen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe bereits in der Schule am liebsten Aufsätze geschrieben und Geschichten faszinieren mich schon seit ich denken kann. Irgendwann habe ich dann angefangen meine eigenen Geschichten zu schreiben und dieses Jahr werden meine ersten Bücher erscheinen.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Die spicy New York Boss Romance Trilogie „Puls“ erscheint in diesem Jahr. Das sind meine ersten Bücher.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Band 2 und 3 wollen noch geschrieben werden 😉
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Ich liebe meinen Garten und baue selbst Obst und Gemüse an. Das ist einfach eine tolle Abwechslung und das Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt so lecker.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ich lese eigentlich fast jedes Genre und liebe die Abwechslung. Einen direkten Lieblingsautor habe ich nicht.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Im Sommer schreibe ich am liebsten draußen im Garten. Und ansonsten habe ich einen höhenverstellbaren Schreibtisch der neben einer gigantischen Wand aus Büchern steht. Hier entstehen die meisten Texte.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Oh, der ist ziemlich unspektakulär. Aufstehen, Frühstücken, Schreiben, Haushalt, Chillen – was man halt so macht den ganzen Tag 😊I
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Also beim Schreiben ist es definitiv spicy Romance, natürlich immer mit viel Liebe und Happy End und gutem Spice. Ich lese auch gern Liebesromane, bin aber auch einem Buch von Sebastian Fitzek nicht abgeneigt.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Also ich liebe Deutschland 😊 Ich lebe wirklich sehr gern hier, unser Land ist so abwechslungsreich, geographisch und kulturell, ich kann mir nicht vorstellen, wo anders zu leben. Aber natürlich reise ich total gern und habe schon viel von der Welt gesehen. Highlights waren unter anderem die Malediven oder auch Thailand.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Kritik lässt uns wachsen. Hier kommt es immer auf die Art an, wie kritisiert wird. Wenn es persönlich wird ohne Grund, dann bin ich raus.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Im Selfpublishing hat man super viele Freiheiten, entscheidet selbst über Deadlines, Cover, Buchsatz, Marketing, etc. Natürlich trägt man auch alle Kosten selbst, aber es macht super viel Spaß. Aber ich fokussiere mich nicht allein auf Selfpublishing. Sollte sich die Zusammenarbeit mit einem Verlag ergeben, dann werde ich das nicht kategorisch ablehnen.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Genießt und liebt das Leben. Ihr habt nur eins.

Freitag, 27. Februar 2026

[Schnipseltime] Raphael - Die Freiheit zu fallen von Sabine Reifenstahl

 

 

Sein Begleiter ließ mich kaum aus den Augen.

Die Demonstration der Schlaginstrumente hatte ihn eingeschüchtert. Dagegen beobachtete er Nicky mit einem verträumten Gesichtsausdruck. Mein Angebot, den Käfig auszuprobieren, nahm er sofort an.

Vor dem Gitter blieb er stehen und musterte die Metallkonstruktion.

»Aus der Nähe wirkt er kleiner«, beruhigte ich ihn. »Aber das ist nur eine Illusion. Drinnen wird alles größer. Stiller. Klarer.«

Ein Lächeln umspielte seine Lippen. Seine Augen leuchteten in einer Farbe, die mich an Gletscherseen erinnerte, ein kühles, fast durchscheinendes Grün, durchzogen von Grau. Scharf, als könne er bis in meine Seele blicken.

Und ich in seine. Dort fand ich eine Sehnsucht, die mich berührte. »Bist du bereit?«

»Ja, das bin ich.« Seine Stimme klang fest. Ihr weiches Timbre schickte mir eine Gänsehaut über die Arme.

»Gut. Zieh die Schuhe aus, setz dich und rutsch rückwärts hinein.«

Mit fließenden Bewegungen streifte er die Sneaker ab und glitt in den Käfig.

»Wie geht es dir?«, fragte ich und versuchte, seine Mimik zu lesen.

»Ausgez…«

Warnend hob ich eine Braue.

»Grün.«

»Du gibst mir sofort Bescheid, wenn du dich unwohl fühlst oder dir etwas wehtut.« Leiser fügte ich hinzu: »Wie möchtest du genannt werden?«

»Raphael.«

Das Lächeln entkam mir ungewollt. Wie der Erzengel, bekannt für seine Heilkunst – ein klangvoller, alter Name für einen gut aussehenden, jungen Mann.

Mit großen Augen schaute er mich an und wartete.

»Setz die Hände hinter dir auf«, befahl ich und führte die erste Strebe zwischen Körper und Armen hindurch. Sein Bewegungsspielraum wurde dadurch bereits erheblich eingeschränkt.

»Deine Farbe?«

»Grün.«

Kaum mehr als ein Hauch, ich ließ es gelten.

Die nächste Stange positionierte ich vor seiner Brust, die dritte unter den Kniekehlen. Seine Lider senkten sich. Schon wollte ich mich dem Publikum zuwenden. Da trat Anspannung in sein Gesicht.

Er biss sich auf die Unterlippe. Raphael gab sich Mühe, still zu wirken, aufrecht, gefasst. Doch sein linkes Bein verriet ihn. Die Anstrengung, mit der er es auf den Boden stellte, eine minimale Zuckung entlang der Wade, mehr erahnt als gesehen durch den Stoff der Hose. Angespannte Zehen, ein unmerkliches Zusammenziehen des Oberschenkels

Ein Krampf quälte ihn, erkannte ich.

Angestrengt atmete er gegen den Schmerz an.

Mir wurde klar, dass er sich vor dem Versagen fürchtete. Er wollte nicht vor versammelter Mannschaft bloßgestellt werden. Vielleicht gepaart mit dem Wunsch, mir zu beweisen, dass er durchhielt. Dabei ging es hier gar nicht darum.

»Ich helfe dir, darf ich?«

Sein Atem stockte kurz, dann nickte er.

Eine Hand legte ich außen ans Gitter, die andere fand den Weg zu seinem Hosenbein. »Ich berühre dich am Bein. Ist das okay?«

»Ja.«

Vorsichtig schob ich meine Finger unter den Stoff, suchte den verhärteten Muskel und ertastete eine steinharte Spannung, die sich wie ein Strang durch die Wade zog.

Raphael versuchte, ruhig zu bleiben, doch seine Zehen krümmten sich.

»Nicht dagegen anspannen. Lass es zu.« Behutsam massierte ich den Wadenmuskel.

Krämpfe waren fies – sie fühlten sich an, als wolle der Körper sich selbst auffressen.

Mit fest aufeinandergepressten Kiefern sah er mich an. Ein einzelner Schweißtropfen rann über seine Schläfe.

»Wird gleich besser«, flüsterte ich. »Atme mit mir.« Bewusst sog ich die Luft tief ein, hielt sie kurz und ließ sie langsam wieder entweichen. Nach zwei, drei Atemzügen folgte er meinem Rhythmus.

Die Verkrampfung löste sich.

Vorsorglich strich ich den Muskel noch einmal nach und beobachtete dabei sein Gesicht. Raphael lächelte mich dankbar an.

Mein Herz zuckte bei diesem Anblick. Sein Wille, durchzuhalten. Sein Vertrauen in mich. Und nun dieser warme Blick.

Mühsam riss ich mich los und zog die Hand zurück.

»Deine Farbe?«

»Grün, Sir.« Seine Stimme klang dunkler. Er nickte und schloss die Lider.


[Buchvorstellung einmal anders] Raphael - Die Freiheit zu fallen von Sabine Reifenstahl

 

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Raphael und Philipp aus „Raphael – Die Freiheit zu fallen“, um mit ihnen über das Buch und ihre Autorin zu sprechen.

Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um für das Buch zu antworten.
Zwinkernd sagt Philipp: »Für dich immer, liebe Claudia. Es ist uns eine Ehre, nicht wahr, Raph?«
»Was immer du sagst.« Raphael sieht aus, als hätte er in eine Zitrone gebissen. Liegt vielleicht daran, dass er genau weiß, wie viel Macht Worte besitzen.
Philipp lächelt entschuldigend. »Wir freuen uns wirklich, hier zu sein. Auch wenn mein Begleiter das gerade anders klingen lässt.«
»Ich bin Anwalt und misstraue Situationen, in denen ich keine Akten vor mir habe und trotzdem reden soll.« Raphael fährt sich durchs dunkle Haar und seufzt.
»Raph.«
Obwohl leise gesprochen, richtet er sich auf. »Es ist schön, hier zu sein.«
Könntet ihr euch meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Philipp lehnt sich zurück. »Ich bin Philipp. Von Beruf bin ich Lehrer, und auch in anderen Kontexten jemand, der gern die Kontrolle behält.« Er wirft Raphael einen kurzen Seitenblick zu. »Du verstehst, was ich meine, oder?«
»Raphael Falk, Fachanwalt für Wirtschaftsrecht. Und bevor hier falsche Schlüsse gezogen werden, eigentlich wollte ich meine neu gewonnene Freiheit genießen, denn ich bin frisch getrennt. Und entdecke gerade … die anderen Kontexte.«
Beschreibt uns bitte das Buch in maximal 5 Sätzen.
»Es ist die Geschichte eines Mannes, der glaubt, er weiß genau, wer er ist und feststellt, dass er sich gründlich geirrt hat.« Philipp lächelt Raphael an und fährt fort: »Jemanden dabei zu begleiten, wie er sich selbst neu entdeckt, ist alles nur nicht langweilig.«
»Es ist außerdem eine Geschichte über Vertrauen«, fügt Raphael mit säuerlicher Miene hinzu. »Leider auch darüber, wie es missbraucht wird.«
Glaubt ihr, macht es der Autorin Spaß euch in so manche schwierige Situation zu stoßen?
»Ganz sicher, auch wenn ich es nicht beweisen kann. Das Gefühl, dass sie sich heimlich über meine Not amüsiert, hat mich nie ganz verlassen.«
»Echt, Raph, ich glaube nicht, dass sie es genossen hat, dich zu quälen, sondern weiß, dass Charaktere erst unter Druck ihre wahre Stärke und innere Schönheit zeigen. Glück schätzt man mehr, wenn man Unglück kennt und kämpfen muss, so wie wir zwei. Ich mag unsere Geschichte, besonders das Ende.«
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch?
Philipp seufzt. »Da gibt es viele. Unser erstes Mal zum Beispiel, wie Raph sich auf mich eingelassen hat. Aber am liebsten mag ich die Stelle, an der Raphael aufhört zu kämpfen. Nicht weil er aufgibt, sondern weil er versteht, dass er es nicht muss. Weil ich da bin.«
Nach kurzer Pause sagt Raphael: »Unser Ausflug nach Seepferdchens Grund war magisch, genau wie alles, was dort passiert ist. Den Sonnenuntergang über dem See werde ich nie vergessen. Bei dir auf dem Schoß, Phil.«
Was glaubt ihr, wie viel von eurer Autorin steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
Philipp: »Ich glaube, sie kennt das Gefühl, jemanden begleiten zu wollen. Diese Mischung aus Geduld und dem stillen Wunsch, dass der andere einfach endlich zu sich kommt, fühlt sich persönlich an.«
Raphael: »Und dieser Wille, Dinge zu Ende zu denken, die man besser ruhen lassen sollte? Das kenne ich aus erster Hand. Ich vermute, das ist auch autobiografisch.«
Wie würdet ihr eure Autorin beschreiben?
»Sie verliert keine Worte, die sie nicht braucht«, erwidert Raphael mit einem feinen Lächeln.
»Einfühlsam«, fügt Philipp hinzu. »Und mutig genug, Themen aufzugreifen, bei denen andere lieber wegschauen. Dieses Mal ging es zur Sache, doch sie hat unsere Gefühle nie aus den Augen verloren.«
Wisst ihr wie es zum Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Oder hattet ihr sogar Mitspracherecht?
Philipp: »Ich würde ja gern sagen, der Titel stand von Anfang an fest, aber es gibt Beweise, dass es vorher einen anderen gab. Irgendwas mit gefesselt.«
»Mitspracherecht hatten wir natürlich nicht. Was mich, wenn ich ehrlich bin, nicht weiter überrascht«, ergänzt Raphael trocken. »Wir wurden ja nie nach unserer Meinung gefragt.« Leise fügt er hinzu: »Aber er passt. Die Freiheit zu fallen. Freier Fall ins … lassen wir das. Passt jedenfalls.«
Gefällt euch das Cover zu 100% oder hättet ihr noch einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Raphael: »Ich habe gelernt, manche Dinge zu akzeptieren, ohne sie kommentieren zu müssen. Nur so viel: Es hätte nicht unbedingt ein Bild von mir sein müssen.«
»Er mag es. Ich übrigens auch, denn Raph sieht niedlich darauf aus.«
Raphaels Wangen schimmern zartrosa. Er grinst. »Vielen Dank.«
Was ist euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch?
Raphael:
»Möglicherweise musste ich erst scheitern, um mir eingestehen zu können, dass das keine Katastrophe war, sondern lediglich ein Schritt in Richtung Heilung.«
Philipp:
Behutsam streichelte ich Raphaels Rücken, fühlte jeden einzelnen Wirbel unter meiner Handfläche, die Rippen, die sich zu deutlich abzeichneten, und kraulte seinen Nacken.
»Philipp?«
»Du bist in Sicherheit«, wisperte ich immer wieder gegen sein Haar. »Ich hab dich. Ich hab dich. Niemand tut dir mehr weh.«
Als ich ihn hielt, in diesem Moment der Erleichterung, fiel mir etwas auf, das mich erschreckte. Die Anspannung in seinen Muskeln, eine Distanz, die vorher nicht da gewesen war. Eine unsichtbare Mauer, die er zwischen uns aufzubauen begann, Stein für Stein. Es war kaum wahrnehmbar, nur ein Hauch, ein subtiles Zurückweichen in sich selbst, aber ich spürte es. Und es machte mir Angst.
»Tut mir leid, dass ich nicht anders konnte«, murmelt Raphael.
»Du konntest nichts dafür.«
Zum Abschluss – habt ihr noch etwas, das ihr den Lesern mitgeben möchtet?
Philipp lächelt. »Nur das: Manchmal braucht man jemanden, der einem zeigt, dass Fallen keine Niederlage ist, sondern dass es der erste Schritt zu etwas sein kann, das sich wie Freiheit anfühlt.«
»Lest das Buch und urteilt selbst«, sagt Raphael. »Ab dem 28. Februar, könnt ihr nachlesen, ob wir das alles zu Recht gesagt haben. Wir wünschen euch viel Freude dabei.«
Danke für das Gespräch
»Wir bedanken uns bei dir, liebe Claudia«, erwidert Philipp.

Donnerstag, 26. Februar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Woodhaven 8 - Eisblumen und Neuanfang von Emily MacRaven


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit den Protagonisten Amy und Patrick aus „Woodhaven 8 – Eisblumen und Neuanfang“ und deren Autorin Emily MacRaven.

Hallo, danke, dass ihr heute Zeit habt und für das Buch antwortet. Würdet ihr euch vielleicht gegenseitig beim Interview unterstützen?
Danke, dass du dir die Zeit und die Mühe machst. Wir unterstützen uns gerne.
Es wäre schön, wenn ihr euch meinen Lesern vorstellen könntet.
(Emily lässt ihren Charakteren den Vortritt).
„Hallo, ich bin Amy Mason, die etwas lädierte Protagonistin im neusten Band der Woodhaven Reihe. Emily hat mich ziemlich leiden lassen “ (Amy lächelt etwas zerknirscht)
„Hi, ich bin Patrick Sinclair. Manche kennen mich vielleicht schon aus Band 6, da habe ich im Buch meiner Schwester eine kleine Gastrolle gehabt.“ (Er lächelt in die Runde und man versteht, warum Amy sich in ihn verliebt hat.)
„Hallo ich bin Emily MacRaven, eine der Autorinnen der „Woodhaven Love Reihe.“
Beschreibt uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Es ist eine 2nd chance Romance, in der es nicht nur darum geht die Liebe (wieder) zu finden, sondern auch um Neuanfang, Heilung und Selbstfindung. Emily erzählt unsere Geschichte mit Humor und Tiefgang.
Macht es dir Spaß, deine Protagonisten ein wenig zu quälen? Sie in Situationen hineinzuwerfen, die schwierig sind? Warum nicht einfach und schön? Müssen Gefahren und Stolpersteine immer sein?
(Auch die Protas sehen Emily fragend an). „Hmm, ein bisschen quälen gehört dazu, um die Spannung aufrecht zu halten. Allerdings habe ich diesmal Amy schon ziemlich leiden lassen, was mir nicht nur einmal die Tränen in die Augen getrieben hat.“
Habt ihr eine Lieblingsstelle im Buch, die ihr den Lesern des Blogs gerne vorstellen würdet?
Amy antwortet zuerst. „Meine Lieblingsstelle ist die, in der Patrick und ich auf dem Eis zusammentreffen. Es ist eine ruhige Szene, in der vieles unausgesprochen bleibt und doch alles verstanden wird.“ Amy lächelt verträumt und gibt Patrick ein Zeichen weiterzumachen.
„Ja, das ist auch eine meiner liebsten Stellen.“ (Wenn mich nicht alles täuscht, überzieht eine leichte Röte seine Wangen, bevor er sich räuspert.) „Und die Szene beim Rugby, die hat richtig Spaß gemacht.“
(Emily grinst) „Da kann ich nur zustimmen. Ich mag zudem alle Szenen, in denen die beiden aufeinandertreffen, die Szene mit Amys Freundin im Café und Patrick mit seiner Schwester. Es gibt Gespräche, die tiefgründig und zugleich humorvoll sind und einiges aus der Vergangenheit beinhaltet. Und ach ja die Szene mit …“
„Verrate nicht zu viel“, lacht Amy und Patrick fügt hinzu: „Kauft euch das Buch und liest alle unsere Lieblingsszenen und alle dazwischen.“
Wie viel echte Emily steckt in dem Buch oder in dem ein oder anderen Charakter?
In meinen Geschichten steckt immer ein bisschen – manchmal sogar ein bisschen mehr – von mir. Mit Amy teile ich mir die Liebe zu einem Leistungssport, der nicht immer leicht und romantisch ist, sondern dich an deine Grenzen bringt. Nach einer Verletzung zurückkämpfen, weitermachen, obwohl es weh tut, basiert ebenfalls auf persönliche Erfahrungen, genau wie die Liebe zu Schokotorte und Sahne. (die drei tuscheln, dass Emily sich nach dem Interview bestimmt eins von beidem gönnen möchte.)
Wie würdet ihr als Hauptcharaktere eure Autorin beschreiben?
Empathisch, loyal und tolerant. Denn wir haben sie manchmal an ihre Grenzen gebracht und auch ab und zu das getan, was wir wollten. (Amy und Patrick grinsen sich an, Emily verdreht amüsiert die Augen.)
Wann kam die Idee zum Titel? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattet ihr zwei vielleicht sogar Mitspracherecht?
Er stand relativ schnell fest und verbindet das Romantische mit dem Offensichtlichen.
Seid ihr zu 100% mit dem Cover zufrieden oder hättet ihr nachträglich noch etwas ändern wollen?
Das Cover hat die wunderbare Kady Burton gemacht, die auch die Erfinderin der Reihe ist und natürlich sind wir zu 100 % zu frieden.
Wisst ihr, was mich noch interessieren würde? Euer jeweiliges Lieblingszitat aus dem Buch.
Patricks Lieblingszitat: »Gib die Hoffnung nicht auf, Kleiner. Jeder Nebel lichtet sich.«
Amys Lieblingszitat: »Wir liegen hier, sehen zu den Sternen und vergessen die Welt.«
Emilys: „Manchmal braucht es einen Sturz, um den Weg nach Hause zu finden. – Das ist zwar kein Zitat aus dem Buch, sondern vom Klappentext, aber ich finde, er fasst das Motto des Buches so gut zusammen.“
Vielen Dank für das Gespräch
Danke, dass du dir Zeit für uns genommen hast.

Mittwoch, 25. Februar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Bewerber Stories to go von Monika Deinhart


 
Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Protagonistin Helga, um mit ihr über das Buch „Bewerber Stories to go“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten. Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Hallo Zusammen, ich bin Helga und wohne in einer Reihenhaussiedlung neben Emma. Wir beide haben unseren Job verloren. Bis vor Kurzem war ich in einem Kaufhaus angestellt und bin sehr wütend über die Kündigung. Ich habe immer ordentlich gearbeitet und habe jetzt Angst, ob ich das mit dem Bewerben überhaupt kann.
Beschreibe uns dein Buch in möglichst wenig Sätzen.

Emma und ich sind beide auf Jobsuche. Emma ist eher die Gutmütige und sieht immer das Positive. Das Leben hat auch Schattenseiten und die benenne ich deutlich. Gerade durch unsere Gegensätze unterstützen wir uns und andere auf besondere Weise.
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?

Die Autorin ist mit vielen Wassern gewaschen und ist sowohl auf Sturm wie auf Sonnentage vorbereitet. Das ist bei Emma und mir auch nötig.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?

Die Stelle mit Heinz liebe ich. Heinz ist ein Hausmeister und schreibt seine Bewerbungen von Hand auf ein Papier. Er bringt sogar Blumen mit, damit wir ihn beraten.
Was glaubst du, wie viel Monika steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?

Monika steckt in allen Figuren ein bisschen und überhaupt nicht. Genau das macht das Buch so interessant.
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?

Monika hat viele Höhen und Tiefen des Lebens kennengelernt und mag sich und andere Menschen. Sie kennt unsere Gefühle und auch Zweifel, wie wenn es ihre eigenen wären.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?

Mitspracherecht bei Monika? Der fallen die Titel ein und dann ist das so. Das Buch hat 17 Kapitel, die auch unterwegs gelesen werden können – also „to go“ wie beim Kaffee.
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?

Statt den Würfeln hätte ich gerne Pokerkarten oder ein Roulette Spiel gehabt, denn so ist bewerben. Die Würfel sind gefallen, das ist mir so endgültig. Bewerben kann ein sehr langes Spiel sein.
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?

Trampelpfade sind Wege der Vergangenheit.
Danke für das Gespräch.

Vielen Dank 😊

[Autoreninterview] Monika Deinhart


Autoreninterview
Monika Deinhart

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Nach über 30 Jahren in der Lebensmittelindustrie kam die berufliche Neuorientierung mit dem Start in die Selbstständigkeit. Als Führungskraft im Bereich Entwicklung und Qualitätsmanagement habe ich den Wert von konstruktivem Feedback kennengelernt und es ist heute meine Dienstleistung. Parallel schreibe ich Bücher, bin Radiomoderatorin und lerne den Buchmarkt und das Vermarkten von einer neuen Seite kennen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Zuerst hatte ich den Podcast und die Radiosendung Kündigungsblues Ade und dann kam die Idee, Kurzgeschichten in einem Buch zu veröffentlichen. Als zweiter Band erschien „Bewerber Stories to go“ – das Buch mit Tipps rund um den Bewerbungsprozess.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Bisher sind es Bücher rund um die berufliche Neuorientierung: Kündigungsblues Ade, um den Kopf frei von altem Schlonz zu machen und den Blick nach vorne frei zu bekommen. Dann Bewerber Stories to go für die erfolgreiche Bewerbung. Für den Start in die Selbstständigkeit gibt es die beiden Bücher Erfolg to go 1 +2.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Schon länger schreibe ich an einem Buch zu Changemanagement und einem anderen Buch zu Social-Media. Aktuell ruhen beide und warten auf den nächsten Schreibfluss.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Das Spazierengehen habe ich für mich entdeckt, weil es mir den Kopf frei macht. Außerdem lese ich gerne und mache Städte-Touren.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Mittlerweile habe ich einige Selfpublisher kennengelernt. Noch vor 5 Jahren wusste ich nicht, das es neben der Veröffentlichung in Verlagen auch das Selfpublishing gibt. Je nach Stimmung lese ich einen Krimi, auch ein Kinderbuch, Liebesroman oder etwas zum Nachdenken.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Die Ideen kommen unterschiedlich, oft auch beim Bewegen. Manchmal spreche ich am Handy Ideen auf und sende sie mir dann als Email-Notiz. Dann wieder gehe ich an den Laptop und schreibe eine Geschichte in einem Rutsch durch.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
Einen normalen Tag gibt es selten. Mal berate ich Unternehmen und bin unterwegs oder am Laptop. Dann wieder gebe ich Seminare oder halte Vorträge – online oder offline – oder ich habe online Mentees. Zwischendrin kommen dann Ideen oder ich mache Social-Media.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Krimis mag ich zum Abschalten und Nachdenken. Beim Schreiben sind es eher Kurzgeschichten, die sich weiterentwickeln.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Aus meinen Büchern: Wertschätzung und Maschinenöl haben eines gemeinsam: an der richtigen Stelle und in der wohltuenden Menge bewirken sie Wunder.
Von Werner Götz dem Gründer von DM: Veränderungen kommen aus Einsicht oder Katastrophen. Die meisten aus Katastrophen.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich mag die Nordsee und damit auch Dänemark. Bei einem Spaziergang in der Brandung mit Wind wird mein Kopf frei gepustet.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Manchmal kann ich Mimose und genau deshalb gibt es mein berufliches Feedback in 3 Varianten analog zu Senf: scharf, mittel und süß. Es gibt Tage, da brauchen wir das Lob als Balsam für unsere Seele und dann darf es eher der scharfe Senf sein.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Es gab 2024 die Möglichkeit, bei Story.One ein Buch zu veröffentlichen und am Thalia Storyteller Award teilzunehmen. Das habe ich genutzt und Kündigungsblues Ade wurde als Best Trend 2024 ausgezeichnet.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Seid mutig und traut euch, eure Träume und Wünsche real umzusetzen und das Leben zu genießen.

Dienstag, 24. Februar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Wächter der Morgenröte - Das Flüstern des roten Mondes von Aaron Weigel

 


Buchvorstellung einmal anders

Ich warte seit einer Ewigkeit auf den Autor Aaron Weigel, aber er kommt nicht. Ich setze mich in dem Park auf eine Bank und sehe einen Kindle dort liegen. Da ich von Natur aus, ein neugieriger Mensch bin, nehme ich ihn zu Hand.

Ich drehe den Kindle hin und her und öffne schließlich das darauf enthaltene Buch. Es ist genau das um das es heute gehen soll. „Wächter der Morgenröte – Das Flüstern des Roten Mondes“ von Aaron Weigel. Ich beginne ein wenig darin zu schmökern. Nach einigen Minuten höre ich ein feines Stimmchen: »Hast du denn überhaupt keine Fragen? Interview einfach mich, deshalb bin ich ja da!«

Ich lache laut auf, denn ich liebe es mit Büchern zu reden und wer weiß neben dem Autor am meisten über das Buch? Vermutlich das Buch selbst. Als ich gerade beginnen will, läuft Aaron auf mich zu und setzt sich zu mir auf die Bank. Nach einer Begrüßung lege ich mal los. 😊

Wollen wir das Interview nun zu dritt machen?
Buch: Schön, dass ich auch mal zu Wort kommen darf.
Aaron: Das klingt nach einer ungewöhnlichen Idee. Da bin ich doch sofort dabei.
Danke, dass ihr heute Zeit gefunden habt, um mit mir zu reden.
Sehr gerne, Das Flüstern und ich freuen uns sehr darüber.
Kannst du dich als Buch meinen Lesern vorstellen? Vielleicht in eigenen Worten, da die Leser den Klappentext auf der Verkaufsplattform lesen können?
Buch: Hi, mein Name ist „Das Flüstern des Roten Mondes“. Ich bin ein Darkfantasyroman und der jüngere Bruder von „Die Kinder der Morgenröte.“ Ich erzähle euch eine dramatische Geschichte über Sehnsucht, die Aufarbeitung vergangener Fehler und den Kampf gegen innere und äußere Dämonen.
Ich bin melancholisch, sehr düster, kompromisslos, aber auch ein bisschen verträumt.
In deinem Inneren spielt sich ja so einiges ab, die in dir enthaltenen Charaktere erleben so einiges. Da du ja auch viel mit dem Autor zusammenarbeiten musst, kannst du uns vielleicht beantworten, ob es ihm leichter fällt sie durch einfache, schöne oder schwierige, düstere Zeiten und Situationen zu führen? Siehst du es als Autor genauso?
Buch: Er treibt seine Figuren auf alle Fälle bis zum Äußersten. Sie haben es nicht leicht und müssen schwere Prüfungen bestehen. Das fällt ihm auf alle Fälle leichter. Außerdem macht es viel mehr Spaß, seinen Buchcharakteren Knüppel zwischen die Beine zu werfen.
Aaron: Einspruch, manchmal fällt es mir auch schwer, Azrael und seine Mitstreiter durch diese Hölle zu jagen. Aber sie müssen an ihren Aufgaben und Hürden wachsen, deswegen geht es nicht anders.
Habt ihr Lieblingsstellen, die ihr uns gerne vorstellen würdet?
Aaron: Da gibt es einige. Eine davon ist definitiv diese hier, die von der ersten Begegnung zwischen Azrael und Lucian erzählt.
»Was willst du von mir?«
»Ich will dir helfen, nach Hause zu finden.«
Azrael lachte laut auf. Doch es lag keine Freude darin, keine Herzlichkeit. »Narr! Die Vernichtungslinie hat mich zu einem Heimatlosen gemacht.«
Der Flüsterer schürzte die Lippen. »Wie du dich irrst. Du hast ein Zuhause. Du hast es nur vergessen. Du bist wie ein Fisch in der Wüste, der das Meer verloren hat. Du sehnst das Wasser herbei und den salzigen Geschmack auf der Zunge, weil es in deinem Leben nichts anderes mehr gibt außer Sand und Wind, der dir die rauen Körner ins Gesicht reibt.«
Weißt du wie viel Aaron tatsächlich in dir oder auch in dem ein oder anderen Charakter steckt? Hast du dazu noch etwas hinzuzufügen oder stimmst du deinem Buch zu?
Buch: In mir steckt eine ganze Menge Aaron. Außerdem hat er auch vielen der Figuren etwas von sich gegeben – hier eine positive Charaktereigenschaft, dort eine eigene Schwäche. Aber man muss aufmerksam lesen und auf die Suche gehen.
Aaron: Buch hat auf jeden Fall recht. Ich habe der Handlung und auch den Figuren, etwas von meinen Idealen und Werten mitgegeben, aber auch Eigenschaften und Ereignisse, die mich geprägt haben. Ich glaube, das passiert aber automatisch, wenn man mit Herz und Seele schreibt.
Wie würdest du oder seine Charaktere / Protagonisten / Antagonisten / Nebendarsteller den Autor beschreiben?
Liorit lacht heißer auf: „Aaron arbeitet akribisch und mit vollem Herzblut. Er gibt sich erst zufrieden, wenn die Geschichte und damit ich als Buch atmen, so dass die Leserinnen und Leser eine atmosphärisch tiefe und mitreißende Lesereise erleben können. Manchmal ist er aber auch ein wenig verbissen und perfektionistisch unterwegs.“
Iskat nickt: „Pausen würden ihm dazwischen sicher guttun. Da darf er noch dazulernen.
Azrael: „Und er, zumindest was das Erzählen angeht, kompromisslos (Knurrt). Das hat schon einigen Buchcharakteren das Leben gekostet…“.
Lilih: „Auch wenn man es Buch nicht anmerkt, aber er ist immer für einen Spaß zu haben.“
Wie seid ihr eigentlich zum Titel gekommen? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Laufe des Schreibprozesses verändert? Hattest du viel Mitspracherecht?
Aaron: Der Titel hat sich im Lauf des Schreibprozesses gewandelt. Vor allem der Rote Mond ist während dieser Zeit ein viel zentraleres Element der Geschichte geworden. Dem wollten wir dann auch einfach Rechnung tragen.
Buch: Ich hatte schon Mitspracherecht, aber das letzte Wort hatte Aaron. Ehrlicherweise haben wir viel miteinander gesprochen und diskutiert, bis der Titel final war.
Bist du zu 100% zufrieden mit deinem Cover / Outfit oder würdet ihr nachträglich gerne etwas ändern wollen?
Buch: Ich liebe mein Cover und könnte es mir nicht schöner wünschen.
Zum Abschluss würde mich noch euer Lieblingszitat aus dem Buch interessieren.
Buch: Dieses hier: „Lass es gut sein, Cecil. Er trägt die Peitsche, wir die Ketten. Wünschen wir ihm, dass es ihm niemals so ergehen wird, wie uns.“
Aaron: „Ich bin der Mann, der barfuß im Schnee stand. Der gelernt hat, nicht zu frieren. Ich bin das Flüstern, das dich durch die Nebel nach Hause führt. In den Ozean deiner wahren Natur, die dein Zuhause ist.“
Die Leute, die an mir vorbeigehen, sehen mich schon komisch an, deshalb höre ich auf zu reden und lächle den Personen einfach zu. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, noch einmal kurz zum Buch »Danke, für deine Geduld und Antworten« zuzuflüstern.

Dann wende ich mich dem Autor zu. »Danke dir für das sehr interessante Interview.«
Aaron: Sehr gerne, das war eine außergewöhnliche Erfahrung.
Als Aaron weggeht, vertiefe ich mich wieder in das Buch.

Montag, 23. Februar 2026

[Coverinterview] Lindenherz - 824 Jahre durch die Zeit von Tala T. Alsted

 



Coverinterview „Lindenherz – 824 Jahre durch die Zeit“


Heute habe ich Tala T. Alsted zu Gast auf meinem Blog. Sie wird mir ein paar Fragen zu ihrem neuen Cover beantworten.

Wann kam das Cover? Vor oder nach dem Titel?
Der Titel war zuerst da. Im Buch ist „Lindenherz“ für meine beiden Hauptpersonen Katharina und Johann ein geheimes Codewort.
Hattest du schon eine genaue Vorstellung vom Cover, was sich darauf befinden sollte?
Es war eher eine vage Vorstellung. In „Lindenherz“ gibt es einen alten, ovalen Spiegel, der nicht nur das Spiegelbild, sondern auch einen geheimnisvollen Wald zeigt. Diesen Blick durch den Spiegel wollte ich auf dem Cover haben. Vor dem Foto gab es Zeichnungen von Katharina, die in den Spiegel schaut, die im Spiegel verschwindet und solche, wo sie mit dem Wald verschmilzt oder ein Lindenblatt in der Hand hält.
Welche Bedeutung haben für dich der Wald, das Lindenblatt und der düstere Weg?
Wenn Katharina ganz nah an den alten Spiegel herangeht, dann steht sie plötzlich nicht mehr im Zimmer ihrer Oma, sondern in einer hohlen, uralten Linde. Sie ist am gleichen Ort wie zuvor, aber eben 824 Jahre in der Vergangenheit. Im Buch wechselt die Handlung zwischen der Gegenwart und dem Mittelalter hin und her. Und die herzförmigen Blätter der Linde bekommen für Katharina und den Knappen Johann eine besondere Bedeutung.
Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?
Wenn Katharina in dem alten Spiegel plötzlich Lindenblätter im Wind wippen und einen schmalen Waldweg sieht, dann wirkt das auf sie ziemlich verlockend und geheimnisvoll. Das will sie sich unbedingt näher anschauen. Nun hoffe ich, dass es euch mit dem Cover auch ein bisschen so geht.
Hast du ein Lieblingszitat oder eine Lieblingsszene, das das Buch am besten beschreibt? 
Zitat: 
„Was bitte soll das werden? Für sie und Johann gibt es niemals eine gemeinsame Zukunft, denn seine liegt in der Vergangenheit.“
(Eine) Lieblingsszene: (Katharina ist im Mittelalter plötzlich mit viel zu vielen Leuten in einem großen Badezuber)
»Natürlich sitzt sie am liebsten neben dem Mann mit der teuren Seife aus dem Heiligen Land«, kommentiert Johann ungerührt und hält ein braunes Etwas in die Höhe. Katharinas glühend rote Wangen sorgen für allgemeine Erheiterung und Heinrich schluckt seinen Ärger hinunter. Überdeutlich nimmt Katharina wahr, wie ihre Hüfte an Johanns auf der einen und an Brunhilds auf der anderen Seite stößt. Plötzlich fühlt sie sich tatsächlich wie in einem Whirlpool.
Bist du nun zu 100% zufrieden mit dem Cover oder würdest du aus heutiger Sicht etwas daran ändern wollen?
Das Cover-Foto habe ich selbst gemacht und den Waldweg darauf kenne ich gut. Einem Freund von mir ist (im Gegensatz zu mir) auf den ersten Blick ein Nistkasten aufgefallen, der an einem der Bäume hängt. Den würde ich wegretuschieren, denn im Mittelalter hätte es ihn wahrscheinlich nicht gegeben. 😊
Danke, dass du bei dem Coverinterview mitgemacht hast 😊

[Autoreninterview] Tala T. Alsted


Autoreninterview
Tala T. Alsted

Natürlich möchte ich als erstes wissen, mit wem meine Leser und ich es zu tun haben. Könntest du dich in eigenen Worten kurz vorstellen?
Ich bin Tala und Schreiben ist für mich eines der schönsten Hobbys, Abenteuer-Zeit, Me-Time und Mittel zum Kopf-frei-bekommen.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Bevor ich schreiben konnte, habe ich Geschichten gemalt. Seit meiner Schulzeit habe ich dann immer an irgendeiner längeren Geschichte gebastelt. Seit „Lindenherz“ veröffentliche ich sie auch.
Welche Bücher sind bis jetzt von Dir erschienen? Könntest du sie uns in max. 5 Sätzen beschreiben?
Außer meiner Mittelalter-Zeitreise „Lindenherz – 824 Jahre durch die Zeit“ habe ich noch die Dystopie „RE-GENERATION“ veröffentlicht. Darin geht es um eine Zukunftswelt, in der ewiges Leben möglich ist, was aber einige Probleme mit sich bringt. Seit letztem Jahr gibt es die Geschichte sogar als Hörbücher.
Arbeitest du gerade an einem neuen Werk?
Ja, dieses Jahr veröffentliche ich noch einen neuen Roman, in dem es wieder um Gerechtigkeit und Liebe geht. Die Geschichte wird erzählt von einer grumpy Polizistin und einem wagehalsigen Musiker und spielt auf einer ausgedachten sonnigen Insel mit einer zweigeteilten Gesellschaft.
Wenn du Freizeit zur Verfügung hast, was machst du am liebsten?
Außer Schreiben? Dann bin ich zum Beispiel gern draußen oder lese oder zeichne.
Hast du auch Lieblingsbücher und einen Lieblingsautoren, mit denen du gerne einmal die eine oder andere Lesestunde verbringst?
Ja, viele sogar. Richtig gern lese ich zum Beispiel Bücher von Julia Dippel, L.U. Sanders, Izzy Maxen und Kerstin Gier.
Kannst du uns deinen Schreib- und Arbeitsplatz beschreiben oder zeigen, wo du am liebsten schreibst und deine Ideen verwirklichst?
Ich bin da gern sehr flexibel. Deswegen schreibe ich meine Geschichten zuerst per Hand in hübsche Notizbücher. Die sind handlich und ich kann sie immer dabeihaben – und auch mal auf einer Parkbank, im Zug, im Sofa, im Bett oder am Strand schreiben. Später, wenn ich wie jetzt überarbeite, bin ich leider von meinem Laptop abhängig.
Wie können wir uns einen ganz normalen Tag bei dir vorstellen?
In letzter Zeit so: Nach dem Aufstehen schreibe ich eine Stunde, dann gehe ich zur Arbeit. Nach der Arbeit gehe ich meistens spazieren oder mache Sport. Abends füttere ich meine Social Media-Accounts mit Inhalten und schreibe dort mit lieben Buchmenschen. An motivierten Tagen arbeite ich weiter an meinen Büchern. An müden Tagen lese ich spannende Bücher anderer Autorinnen. Überall dazwischen und währenddessen stellt ihr euch einfach noch jede Menge Familientrubel vor.
Was ist dein Lieblingsgenre beim Lesen, welches beim Schreiben?
Ich lese vor allem Dystopien, Fantasy und Romance, mache aber auch Abstecher in andere Genre oder lese Mangas oder Graphic Novels. Meine Geschichten sind ein Mix aus Dystopie und Romance bzw. Fantasy und Romance.
Hast du ein Lieblingszitat, nach welchem du in deinem Leben handelst? Und hast du ein Zitat aus einem deiner Bücher, welches deine Arbeit am besten beschreibt?
Eigentlich nicht. Aber in meinem neuen Buch werden diese Sätze stehen: „Es ist egal, wegen welcher Eigenschaft, die du nicht ändern kannst, du unterdrückt wirst. Es ist nie gerechtfertigt.” – Das finde ich sehr passend, denn Gerechtigkeit ist mir unglaublich wichtig und das merkt man meinen Geschichten bestimmt auch an.
Hast du ein Lieblingsland und warum?
Ich mag die skandinavischen Länder, am liebsten Schweden. Bestimmt spielt mein Buch „RE-GENERATION“ deshalb auch teilweise in Stockholm im Jahr 2203.
Bist du ein kritikfähiger Mensch oder wie gehst du mit Kritik im Allgemeinen um?
Ich sage es mal so: Es fällt mir mit der Zeit immer leichter, Kritik zu akzeptieren. Natürlich trifft sie mich jedes Mal. Aber wenn sie freundlich formuliert ist, kann ich auch daraus lernen. Außerdem habe ich inzwischen begriffen, dass Bücher einfach auch Geschmackssache sind. Meine Geschichten können gar nicht jedem gefallen.
Warum hast du dich entschieden Selfpublisher zu werden und nicht zu einem Verlag zu gehen?
Ich hätte nichts dagegen, in einem Verlag zu veröffentlichen. Aber bisher war ich für die langwierige Bewerbung einfach zu ungeduldig. Außerdem finde ich es fantastisch, dass ich alles selbst bestimmen kann, auch wenn ich dann selbst für alles verantwortlich bin und weniger Leserinnen erreiche. So lange ich es mir leisten kann, mache ich aber gern so weiter.
Gibt es etwas, was du meinen Lesern noch mit auf den Weg geben möchtest?
Wenn du etwas machen möchtest, dann warte nicht auf andere, sondern leg einfach los. 😊

Sonntag, 22. Februar 2026

[Buchvorstellung einmal anders] Rabbit - Lieb dich, wie du bist von Antonia Sandmann

 


Buchvorstellung einmal anders

Heute treffe ich mich mit der Protagonistin Ingrid, um mit ihr über das Buch „Rabbit – Lieb dich, wie du bist“ zu sprechen.

Hallo, danke, dass du heute Zeit gefunden hast, um für das Buch zu antworten. Kannst du dich meinen Lesern vorstellen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben?
Gack! Danke, ich bin Ingrid, eine von Jontes Hühnern. Ich bin eine schwarzbraune Barnevelder Henne und passe zusammen mit meiner Freundin Anastasia auf Jonte und sein Grundstück auf. Wir verteidigen nicht nur das Grundstück besser, als Loki, der Rottweiler der Nachbarn. Wir helfen auch Jonte bei seinen Problemen. Er sitzt immer bei uns in der Voliere oder im Garten und erzählt uns von seinem Tag. Manchmal versteht er uns nicht wirklich, aber meistens sieht er ein, dass wir recht haben!
Beschreibe uns das Buch in möglichst wenig Sätzen.
Das ist einfach. Jonte und Tobi lernen sich auf einer Gala kennen. Tobi ist Model und verliebt sich auf den ersten Blick in Jonte. Der kann sich aber selbst nicht leiden, weil er einen Makel im Gesicht hat und Tobi nicht glauben kann, dass er liebenswert ist. Trotzdem schaffen es Anastasia und ich, die beiden zusammenzubekommen. Blöderweise gibt’s da noch Tobis Agentur, die sich einmischt und Profit schlagen will. Aber welche Aktionen die sich einfallen lassen, müsst ihr alle selbst lesen. Gack, gack.
Glaubst du macht es der Autorin mehr Spaß dich durch leichte, einfache oder schwierige, düstere Situationen zu führen?
Na ja, in diesem Fall ist es schon Jonte, der sich selbst in diese dummen Situationen bringt, aber Antonia hat mich und Anastasia eingesetzt, um Jonte auf die richtige Spur zu bringen.
Hast du eine Lieblingsstelle im Buch?
Jaaaa! Gack! Die Stelle, an der die Pizza geliefert wird. Mit viel Brokkoli obendrauf!
Was glaubst du, wie viel Antonia steckt in dem Buch oder dem ein oder anderen Charakter?
Ich glaube, es ist ein Wunschtraum von Antonia, ein Huhn zu sein. Ich meine … gack … wer möchte das nicht?
Wie würdest du deine Autorin beschreiben?
Sie ist wie eine Mischung aus Anastasia und mir. Antonia ist normalerweise so wie Anastasia: sehr pflegeleicht, fröhlich und gackert lustig vor sich hin. Sie ist für jeden Schabernack zu haben und hält die Hühnerschar zusammen. Aber, wenn es ernst wird und jemand ihre Küken bedroht, mutiert sie zur Kämpferin und zeigt der Katze, wo das Huhn die Krallen hat.
Weißt du, wie es zu dem Titel kam? Stand der schon im Vorfeld fest oder hat er sich im Lauf des Schreibprozesses verändert? Hattest du vielleicht sogar Mitspracherecht?
Antonia hat mal erzählt, dass der Titel feststand, als sich der erste Gedanke für die Geschichte in ihren Kopf geschlichen hat. Ich hätte ja was mit Hühnern besser gefunden, aber der Titel bezieht sich auf Jonte.
Gefällt dir das Cover zu 100% oder hättest du einen anderen Wunsch oder Vorstellungen gehabt?
Gack? ICH durfte mit auf das Cover! Natürlich ist das gut!
Was ist dein Lieblingszitat aus dem Buch?
Ein Zitat von mir: »Gack, gack, gaaack!«
Und noch ein Schnipsel von Jonte:
Mein Herz weiß genau, was es will: Frieden. Und ein bisschen Liebe.
Danke für das Gespräch.

Freitag, 20. Februar 2026

[Schnipseltime] Faded Days - Liebe auf Bewährung von Bridget Lionhill

 

Mummy und ich singen unser Lieblingslied: Nick Nack Paddy Whack. Dabei hüpfen wir wie zwei Verrückte durch den Garten. Bis Daddy unsere Tanzbühne stürmt, mich durch die Luft wirbelt und dann auf seine Hüfte setzt. Er gibt mir ein Küsschen auf die Wange, lächelt mich kurz an und legt den zweiten Arm um Mummys Rücken. Mummy schlingt ihren ebenfalls um Daddy und küsst ihn. Ich lasse meine Arme um beide fallen und muss herzhaft lachen, weil George und William wie Indianer um uns hüpfen. Sie geben Würggeräusche wegen des Kusses von Mummy und Daddy von sich.

Doch der glückliche Moment zerplatzt wie eine Seifenblase. Gerade waren wir noch am Kichern und Tanzen – im nächsten Augenblick herrscht Panik und Angst.

Alle laufen Richtung Haus. Daddy trägt mich und Mummy zieht die Jungs an den Händen hinter sich her. Wir erreichen als Erste die Tür. In der Küche sieht sich Daddy kurz um und stürmt dann zur Abstellkammer.

„Ich hole noch die anderen. Bleib du hier und sei ganz still!“ Eine letzte Berührung, ein letztes gezwungenes Lächeln von ihm. Dann verschwindet er durch den Türrahmen und verriegelt von außen das Schloss.

Ich mache mich möglichst klein, in der Hoffnung unsichtbar zu sein. Es poltert vor der Tür und tiefe Stimmen dröhnen in der Ferne. Ich nehme gar nicht wahr, was sie sagen. Alles, was ich höre, ist das Hämmern meines eigenen Herzschlages und das Rauschen meines Blutes. Mein Körper bebt vor Angst und je mehr ich versuche, das Zittern zu unterdrücken, desto heftiger fühlt es sich an.

„Mummy.“ Meine Stimme ist nicht mehr als ein Wispern. Ich muss still sein, um mich nicht zu verraten. Doch am liebsten würde ich laut nach ihr rufen. Ich kann es kaum erwarten, bis sie zu mir kommt, mich in ihre Arme schließt und meine Angst wegküsst. An Mummys Seite ist immer alles nur noch halb so schlimm.

Mit geschlossenen Augen konzentriere ich mich auf das Bild meiner Mutter, wie wir vorhin durch den Garten getanzt sind. Ihre blonden Haare strahlten im Sonnenlicht mit ihrem Lachen um die Wette.

Dann dringt ein kurzes, dumpfes Geräusch zu mir. Und alles ist für einen Moment still.